„Sie will Aufmerksamkeit, also fängt sie einen Streit an“

Rivelino ist durch seine „Grünen Linien“ und die damit verbundenen Theorien zur Körperhaltung von Paaren und ich finde ihn recht unterhaltsam. Ein Tweet von ihm biete sich für eine Besprechung an:

Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Ein Streit ist für einige Frauen ein guter Test, etwas, was Emotionen hervorbringt, etwas in dem man wahrgenommen wird. Während es für die meisten Männer eher etwas ist, was sie vermeiden. Deswegen versuchen Männer der Sache auch eher aus dem Weg zu gehen:

Männer stimmen in einer Beziehung lieber zu als zu streiten, Frauen nervt das

The Creative Conflict Resolution study found that 68% of men preferred to say, „yes dear“ or „uh huh“ instead of sharing their true feelings to please their quarreling mate. The Arizona study found that girlfriends and wives are not fooled by this capitulation and that this „no mas“ defense actually antagonizes and frustrates these women, who then have a lower opinion of the relationship because there is no real satisfactory resolution of the conflict.

Ich kann mir auch gut vorstellen, dass einige Frauen da etwas enttäuscht sind, wenn sie einfach so auf keinen Widerstand stoßen, einfach weil es einmal eine gewisse Enttäuschung über den eigenen Freund enthält, das Problem nicht wirklich löst und eben auch den Austausch in der Beziehung nicht im gleicher Weise bewirkt. Es kann eben auch das Gefühl geben, dass er ausweicht, wo der Streit doch eigentlich auch ein Ruf nach Aufmerksamkeit war, ein sich miteinander beschäftigen und etwas emotionales austragen.

29 Gedanken zu “„Sie will Aufmerksamkeit, also fängt sie einen Streit an“

  1. Streit zu suchen um Aufmerksamkeit zu bekommen ist ein typisch narzisstischer Zug. Alle Menschen in meinem Leben, die das gern taten, waren reich an Dunkle Triade Zügen.

    Ich halte es auch nicht für sinnvoll, dieses Verhalten einem Geschlecht zuzuordnen. Konfliktfreudigkeit ist doch sehr individuell.

    • Ein typisches Merkmal von übersteigertem Narzissmus ist es, wütend zu werden, wenn der Parnter seine Aufgabe, nämlich „narcissistic supply“ zu liefern, nicht erfüllt. Ich denke aber im Schnitt äußert sich das bei Männern und Frauen unterschiedlich.

      Narzisstische Männern werden dann eher straight forward dominant und aggressiv, narzisstische Frauen sind etwas raffinierter, kennen die Schwachstellen ihres Partners und setzten dort die Folterinstrumente an.

    • Also diese Aussage verstehe ich nicht wirklich und kann sie nicht einordnen.
      Ich denke schon, dass es tatsächlich eine Art Shit-Test ist und jeder Mensch hat da so seine Optionen, wie er damit umgehen kann. Aber was hat das mit Care Arbeit zu tun?

  2. Ich kenne niemanden, der „ja, Schatz“ in einer anderen Bedeutung als „Leck mich doch“ verwendet.

    Und das ist für sehr viele „conflicts“ eine ganz hervorragende resolution; daher zweifle ich die Studienergebnisse mal an. Die. Autoren setzen hier voraus, das Frauen wissen, was sie wollen.

  3. Ein Streit kann doch nur entstehen, wenn einem die andere Person wirklich etwas bedeutet. Wenn die Frau beim Mann keine tiefere emotionale Bindung ausgelöst hat, dann zuckt er mit den Achseln und murmelt „Whatever…“.
    Am Ende geht es bei einem Streit doch vor allem um den Test, wer die Beziehung dominiert, wer die Regeln, welche die Beziehung definieren, setzen darf. Und als Mann ist man da gut beraten, wenn man nicht zu viel rein investiert hat, denn die meisten Frauen wollen zwar einen dominanten Mann, mit dem sie vor den Freundinnen angeben können, aber sie selbst wollen den Mann kontrollieren. So wie ein Hundehalter gerne einen scharfen Wachhund kontrollieren will.
    Deswegen gibt es, nach ein paar Monaten Beziehungen fast sicher einen Streit. Die Ausnahme sind Beziehungen, wo beide nicht viel rein investieren, die haben solche Probleme meistens seltener, dafür haben sie oft andere Probleme.

  4. „that girlfriends and wives are not fooled by this capitulation and that this „no mas“ defense actually antagonizes and frustrates these women, who then have a lower opinion of the relationship because there is no real satisfactory resolution of the conflict.“

    But, there is no conflict. End of story.

  5. Unvergessen, wie meine Ex (stets in ihrer eigenen Wohnung, nie in meiner) in Serie nachts um 2 oder 3 Uhr Streit anzettelte, immer wieder in der naiven Annahme, ich würde nicht aufstehn, mich anziehn, und nach Hause gehn, um Schlaf zu finden.Je nach Konstellation wohnten wir ein paar Straßen auseinander, oder einen ganzen Stadtbezirk.
    Wie man sowas aushält, wenn man zusammenwohnt, weiß ich nicht.

    „einfach weil es einmal eine gewisse Enttäuschung über den eigenen Freund enthält, das Problem nicht wirklich löst“

    Um Problemlösung gehts doch bei Drama eher selten, eher um Druckabbau, wenn sie wegen Ärger nicht schlafen kann, braucht er nicht friedlich schnarchen.
    Vielleicht hats bei Frauen auch was mit Synchronisation zu tun, wenn beide sauer sind, sind sie zumindest auf einem Gefühls-Level…

      • Ja, weil Konfrontation ohne vorherigen Versuch einer weitgehend emotionsfreien Klärung einfach nur eins bedeutet: Schaffung eines Problems.

        Welche Beziehungsprobleme löst du denn so nach Mitternacht? Die der Hackordnung?

        • Es gibt sogar die Kürzel „PoB/PoM“ dafür: „problemorientiertes Beziehungsgespräch = problemorientiertes Mitternachtsgespräch“.
          Das „Problem“ zu artikulieren wird so lange aufgeschoben, bis die Lust auf die Klärung des „Problems“ von Seiten des Manns bei Null liegt.
          Die Lustlosigkeit zur Klärung des „Problems“ um Mitternacht wird zum eigenen Meta-Problem P´ (klassisch: „Du hörst mir ja sonst nie zu!“).
          Die Unfähigkeit zur Artikulation des „Problems“ zu jeder Stunde bis Mitternacht seitens der Frau kann kein Thema sein.
          Denn die dahinter liegende Überzeugung ist, sie hat das Recht, jede ihrer Emotionen und empfundenen „Probleme“ zu jeder ihr passenden Zeit und Gelegenheit zum Mittelpunkt des Beziehungsgeschehens zu machen, weil sie der Mittelpunkt der Beziehung ist.
          D.h. die Regel aufzustellen ist Bestandteil einer Ideologie, in der die Machtverhältnisse in dieser Beziehung aus ihrer Sicht klar sind.
          Wer einen erholsamen Schlaf will oder braucht, schickt sie in Therapie oder trennt sich.

          • Ich wollte mal googlen, ob ich was zu „problemorientiertes Beziehungsgespräch = problemorientiertes Mitternachtsgespräch“ finde und sah auf der AOK Seite mit dem Titel „Wie viel Kommunikation braucht eine Beziehung?“ dieses Aufmacherbild:

            Da hatte ich dann keine Lust mehr.

  6. Komplexes Verhalten, stark vereinfachend betrachtet …

    Also wir reden hier nicht davon, das man unterschiedlicher Meinung ist, sondern dass Sie „einen Streit vom Zaun bricht“, ja? Gibts jede Menge Möglichkeiten, aus Sicht der „Big Five“ kann zum Beispiel „Verträglichkeit“ (agreeableness) niedrig sein und sie ist dabei ihre Dominanz auszuleben (Ihm also auf den Sack gehen und damit den eigene Willen durchsetzen), die Rote-Pillen-Fraktion wird das alles unter „shit tests“ verbuchen, ob das geangelte Männchen den wirklich so alpha ist, wie man es gern hätte, und natürlich ist es auch möglich dass sie einfach etwas mehr Aufmerksamkeit haben möchte, was normalerweise als Bedürfnis nach Bestätigung angesehen wird, die junge Frau hätte dann Probleme mit dem Selbstbewusstsein, sowas soll ja durchaus mal vorkommen. Ob sich das jetzt alles noch in normalen Bahnen bewegt oder schon Züge einer Persönlichkeitsstörung annimmt, und welche dass dann wäre, Narzissmus, Histrionische Persönlichkeitsstörung oder auch Borderline sind da gute Kandidaten … wir wissen es nicht 🙂

    „mine fru de ilsebill will nicht so as ick wol will“ ist auf jeden Fall nix für den eigenen Seelenfrieden, und der mittel- und langfristigen Gesund nicht zuträglich und daher zu vermeiden, darauf können wir uns bestimmt einigen.

  7. K-Von macht den Vorschlag zum Transproblem, dass ein Trans, um als Frau akzeptiert zu werden, etwas tun muss, was nur Frauen tun können. Zum Beispiel ein Kompliment in einen Streit zu verwandeln.

    Musste ich grad dran denken.

  8. ein sich miteinander beschäftigen

    Viele Frauen machen halt gerne „was mit Menschen“. Wenn sie da gerade nichts machen können, weil der Typ einfach mal seine Ruhe haben will, dann müssen sie eben nachhelfen.
    Sie bedienen einen Trigger, gerne sind es Vorwürfe, dann regt er sich und tritt doch in die Interaktion ein. Ist zwar Streit, aber egal. Schließlich ist das auch eine Art der Zuwendung.

    Nun zanken sie und sie hat ihren Willen durchgesetzt – sie macht „was mit Menschen“.

  9. Lexikon der Psychologie: Bullying

    Bullying, leitet sich ab von dem engl. „bully“ – ein brutaler Kerl. Der Begriff umschreibt das Phänomen, daß ein einzelner von einem oder mehreren in seiner Gruppe schikaniert und terrorisiert wird. Bullying ist identisch mit dem Phänomen Mobbing, da es weitreichende Parallelen in den Definitionen und in der Phänomenbeschreibung gibt. So wird etwa von Bullying wie von Mobbing nur gesprochen, wenn die Angriffe wiederholt und über längere Zeit erfolgen, sie können sowohl von einer Einzelperson wie auch von mehreren durchgeführt werden und sowohl direkte wie indirekte Formen annehmen. Während es sich in Deutschland eingebürgert hat, von Bullying zu sprechen, wenn das Phänomen im Kontext der Schule untersucht wird, und von Mobbing zu sprechen, wenn das Phänomen im Kontext der Arbeitswelt thematisch ist, werden die Begriffe international häufig synonym verwendet bzw. wird auch für den Kontext Arbeitsplatz von Bullying gesprochen. Dies trägt dem wissenschaftssoziologischen Sachverhalt Rechnung, daß die ersten Arbeiten zu dem Phänomen der Ausgrenzung und Schikane in sozialen Gruppen unter dem Begriff „Bullying“ im Kontext der Schule durchgeführt und dann auf den Kontext Arbeitsplatz übertragen wurden.

    Neue Definition bitte: bullying leitet sich von brutalem Weib ab. Wahre Gleichberechtigung muss sich auch in solchen Begriffen spiegeln.

    • „What if she slap back?“
      „Well. Then you get into another area. She’s going to like it“

      Das ist das Thema. Frauen haben nur volle Kontrolle über Männer und ihre angebliche Macht, wenn sie es beliebig schaffen, ihn zum Schlagen zu bewegen. Es scheint in ihnen irgendwelche Gelüste zu befriedigen, wenn er sich auf diese animalische Stufe begibt.

      Relationale Gewalt. Wie bei einer Marionette.

  10. <>

    Ehrlich gesagt ist mir noch gar nicht aufgefallen, daß Frauen diese Stufe je in nennenswertem Umfang verlassen haben…

    Ansonsten ist alles klar typisch weibliche Dichotomie, Kontrolle über den Mann bei gleichzeitiger Unterwerfungslust, Sucht nach emotionaler Erregung, geal wie oder was Hauptsache Emotion, und nicht zuletzt hassen es viele Frauen, wenn ein Mann aus sich selbst heraus glücklich ist, ohne Bezug zu ihrer Existenz. Daher wird so ein Streit auch gerne mal angefangen, wenn der Mann gerade mal glücklich und zufrieden ganz bei sich ist, seine Ruhe haben will.

    Früher gab es mal den Spruch eine richtige Frau kann aus NICHTS ein gutes Essen, einen Hut oder eine Szene machen. Naja bei vielen Expl. kann man das heute mit dem Essen oder dem Putzmachen vergessen. Geblieben ist Szene machen. Wem’s gefällt der holt sich halt so einen Stressfaktor ins Haus/Bett, jeder wie er’s mag.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..