Koalitionsvertrag SPD/FDP/GRÜNE: Teil 2: Gleichstellung

Nach dem Familienrecht im  Koalitionsvertrag geht es weiter mit den Passagen zur Gleichstellung

Gleichstellung

Die Gleichstellung von Frauen und Männern muss in diesem Jahrzehnt erreicht werden. Wir werden die ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie des Bundes weiterentwickeln, u. a. mit einem Gleichstellungs-Check künftiger Gesetze und Maßnahmen.

Das ist herrlich unkonkret. Aber eben auch Gleichstellung, also wohl Ergebnisgleichheit. Mal sehen inwiefern Männer auch in diese Gleichstellung aufgenommen werden, wo sie schlechter dastehen.

Wir werden den Gender Data Gap schließen, z. B. im medizinischen Bereich.

Der Gender Data Gap nach der Wikipedia:

Gender-Data-Gap (von englisch gender „[soziales] Geschlecht“) oder Geschlechter-Datenlücke bezeichnet fehlende oder unterrepräsentierte Datenerhebungen für ein bestimmtes Geschlecht bei Datenerhebungsverfahren, die gesellschaftlich, wirtschaftlich oder medizinisch relevant sind. Üblicherweise, aber nicht immer, geht der Gender-Data-Gap zu Ungunsten von Frauen. Darüber hinaus bezeichnet der Begriff auch das Fehlen von Erhebungen, die nur ein Geschlecht betreffen, die aber ökonomische und politische Konsequenzen nach sich ziehen würden, wie z. B. die Menge an nicht bezahlter Arbeit bei Tätigkeiten im Haushalt von Frauen oder in der Erziehung von Kindern und die Pflege von Angehörigen. Der Begriff steht in einer Reihe von „Gender-Gaps“, die im Zusammenhang mit Gender Studies in den letzten 20 Jahren identifiziert wurden und auf die institutionell benachteiligte Situation der Frau in der Gesellschaft hinweisen.
(…)

Medizin
Ein weiteres Problem sind die oft fehlerhaften Diagnosen mancher Ärzte bei weiblichen Patienten. Der weibliche Körper reagiert bei bestimmten Krankheiten und Verletzungen anders als der männliche. Dennoch werden der männliche Körper und dessen Symptome meist als Referenz für den weiblichen genommen. Das kann zu lebensgefährlichen Fehldiagnosen bei Frauen führen, die mit einer geschlechterspezifischen Betrachtung vermeidbar wären.[2]

Auf der anderen Seite beschäftigen sich psychologische Studien überproportional häufig mit psychischen Problemen von Frauen, was eine schlechtere Datengrundlage für psychische Probleme bei Männern zur Folge hat. Psychiatrische Kliniken sind häufig nicht auf die speziellen Bedürfnisse von Männern eingestellt.[3]

Wir setzen uns in der EU und international für eine intersektionale Gleichstellungspolitik ein. So kommen wir etwa der UN-Frauenrechtskonvention (CEDAW) nach. Dazu gehört auch eine gleichstellungsorientierte Jungen- und Männerpolitik.

Das ist eine interessante Kombination. Einmal ist es eine intersektionale Gleichstellungspolitik. Dann eine gleichstellungsorientierte Jungen- und Männerpolitik. Ich könnte mir vorstellen, dass über diese Begriffe stark diskutiert worden ist. Was ist der Unterschied zwischen Gleichstellungspolitik und gleichstellungsorientierter Jungen- und Männerpolitik? Darunter kann wohl alles fallen, neben tatsächlichen Verbesserungen für Männer auch so etwas wie „Bekämpft eben eure toxische Männlichkeit“

Schutz vor Gewalt

Wir werden eine ressortübergreifende politische Strategie gegen Gewalt entwickeln, die Gewaltprävention und die Rechte der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt. Die Istanbul-Konvention setzen wir auch im digitalen Raum und mit einer staatlichen Koordinierungsstelle vorbehaltlos und wirksam um. Wir werden das Recht auf Schutz vor Gewalt für jede Frau und ihre Kinder absichern und einen bundeseinheitlichen Rechtsrahmen für eine verlässliche Finanzierung von Frauenhäusern sicherstellen.

Die Istambul Konvention ist aus meiner Sicht aufgrund ihrer nur auf Frauen ausgerichteten Sichtweise durchaus gefährlich. Es müssen eben auch nur die Erfüllung von Zielen für Frauen nachgehalten werden und auch nur darüber Statistiken erhoben werden.

Daher wird auch nur das Recht auf Schutz vor Gewalt für jede Frau abgesichert (und ihre Kinder), aber eben nicht das gleiche Recht der Männer.

Mittel scheinen die Frauenhäuser zu sein. Für die Männer gibt es ja schon die Obdachlosenunterkunft.

Wir bauen das Hilfesystem entsprechend bedarfsgerecht aus. Der Bund beteiligt sich an der Regelfinanzierung. Dies gilt auch für bedarfsgerechte Unterstützung und Zufluchtsräume für männliche Opfer von Partnerschaftsgewalt.

Das immerhin ist ein Fortschritt. Ich vermute er ist der FDP zu verdanken. Dennoch bleibt die Abgrenzung.

Wir berücksichtigen die Bedarfe vulnerabler Gruppen wie Frauen mit Behinderung oder geflüchteter Frauen sowie queerer Menschen. Präventive Täterarbeit bauen wir aus. Wir wollen ein starkes Bündnis gegen Sexismus.

Das ist auch etwas, was gerade in der Istanbulkonvention festgehalten ist: Beziehungsgewalt ist nicht gegen den Partner gerichtet, sondern eben gegen Frauen. Und zwar aus einem Sexismus, aus falschen Rollenbildern heraus. Ich vermute mal da werden entsprechende neue Initiativen auf uns zukommen, die erneut erzählen, dass Männer sich insgesamt und eben gerade in Bezug auf Männlichkeit ändern müssen.

Die gerichtsverwertbare vertrauliche Beweissicherung setzen wir flächendeckend, wohnortnah um.

Das geht denke ich heute meist schon ohnehin.

Wir bekämpfen den Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung mit einem Nationalen Aktionsplan und einer unabhängigen Monitoringstelle zur Umsetzung der Europaratskonvention. Die ILO Konvention Nr. 190 über die Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt ratifizieren wir.

Die findet sich hier. Es ist das Übereinkommen über die Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt. Danach müssen Staaten und Arbeitgeber Maßnahmen gegen Gewalt und Belästigung treffen.

Ökonomische Gleichstellung

Um Erfolge und Handlungsbedarfe sichtbarer zu machen, erweitern wir die Grundlage der Berichterstattung der jährlichen Informationen der Bundesregierung über die Entwicklung des Frauen- und Männeranteils an Führungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des Öffentlichen Dienstes und schärfen bei Bedarf gesetzlich nach.

Wir wollen die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern schließen. Deshalb werden wir das Entgelttransparenzgesetz weiterentwickeln und die Durchsetzung stärken,

Das Entgelttransparenzgesetz hat bisher nichts gebracht. Ich vermute sie reiten da ein totes Pferd. Aber mal sehen was sie machen wollen.

indem wir Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ermöglichen, ihre individuellen Rechte durch Verbände im Wege der Prozessstandschaft geltend machen zu lassen.

Also im Endeffekt die Möglichkeit für Verbände stellvertretend die Entgelttransparenz zu überprüfen. Mal sehen wie sich das entwickelt.

Wir wollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken. Damit die Brückenteilzeit künftig von mehr Beschäftigten in Anspruch genommen werden kann, werden wir die sogenannte „Überforderungsklausel“ entsprechend überarbeiten und gleichzeitig für die Unternehmen übersichtlicher gestalten.

Die Überforderungsklausel soll Unternehmen davor schützen, dass gleichzeitig zu viele Mitarbeiter in die Teilzeit gehen. Anscheinend soll dieser Schutz verringert werden

Wir wollen die Familienbesteuerung so weiterentwickeln, dass die partnerschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche Unabhängigkeit mit Blick auf alle Familienformen gestärkt werden. Im Zuge einer verbesserten digitalen Interaktion zwischen Steuerpflichtigen und Finanzverwaltung werden wir die Kombination aus den Steuerklassen III und V in das Faktorverfahren der Steuerklasse IV überführen, das dann einfach und unbürokratisch anwendbar ist und mehr Fairness schafft.

Die Änderung der Steuerklassen immerhin klingt einigermaßen vernünftig, ich habe nie verstanden, warum man das nicht anders steuern kann. Es regelt ja ohnehin nur die Vorausleistungen.
Was sich sonst hinter der Weiterentwicklung der Familienbesteuerung verbirgt, das werden wir noch sehen.

Reproduktive Selbstbestimmung

Wir stärken das Selbstbestimmungsrecht von Frauen. Wir stellen Versorgungssicherheit her. Schwangerschaftsabbrüche sollen Teil der ärztlichen Aus- und Weiterbildung sein.

Das erscheint mir relativ unnötig, es ist eher etwas für eine Spezialisierung. Aber mal sehen, was sich dahinter überhaupt verbirgt.

Die Möglichkeit zu kostenfreien Schwangerschaftsabbrüchen gehören zu einer verlässlichen Gesundheitsversorgung. Sogenannten Gehsteigbelästigungen von Abtreibungsgegnerinnen und Abtreibungsgegnern setzen wir wirksame gesetzliche Maßnahmen entgegen.

Ich bin  gegen Gehsteigbelästigungen, aber dennoch wird es ja eine interessante Frage, wie man sie verhindern kann. Findet so etwas in Deutschland überhaupt statt? Ich habe es so jedenfalls noch nicht gesehen. Eine „Banmeile“ um Abtreibende Kliniken einrichten wäre interessant in rechtlicher Hinsicht.

Wir stellen die flächendeckende Versorgung mit Beratungseinrichtungen sicher. Schwangerschaftskonfliktberatung wird auch künftig online möglich sein. Ärztinnen und Ärzte sollen öffentliche Informationen über Schwangerschaftsabbrüche bereitstellen können, ohne eine Strafverfolgung befürchten zu müssen. Daher streichen wir § 219a StGB.

Ich hatte mich hier schon dafür ausgesprochen, den § 219a StGB zu streichen, es besteht aus meiner Sicht ein klares Interesse danach sich über die Methoden und Qualifikationen der Ärzte informieren zu können. Online-Schwangerschaftskonfliktberatung finde ich auch okay, meinetwegen könnten sie sie auch ganz abschaffen.

Wir wollen Krankenkassen ermöglichen, Verhütungsmittel als Satzungsleistung zu erstatten. Bei Geringverdienenden werden die Kosten übernommen. Wir wollen die Forschungsförderung für Verhütungsmittel für alle Geschlechter anheben.

Ich bin mal gespannt, ob Krankenkassen das machen wollen. Bei der Pille macht es insofern sicherlich noch Sinn, bei Kondomen ist es weit weniger überprüfbar ob hier nicht einfach Leute diese dann an andere verteilen etc. „Bei Geringverdienern werden die Kosten übernommen“ klingt auch interessant.

Wir wollen ungewollt Kinderlose besser unterstützen. Künstliche Befruchtung wird diskriminierungsfrei auch bei heterologer Insemination, unabhängig von medizinischer Indikation, Familienstand und sexueller Identität förderfähig sein. Die Beschränkungen für Alter und Behandlungszyklen werden wir überprüfen. Der Bund übernimmt 25 Prozent der Kosten unabhängig von einer Landesbeteiligung. Sodann planen wir, zu einer vollständigen Übernahme der Kosten zurückzukehren. Die Kosten der Präimplantationsdiagnostik werden übernommen. Wir stellen klar, dass Embryonenspenden im Vorkernstadium legal sind und lassen den „elektiven Single Embryo Transfer“ zu.

Ich habe keine Ahnung wie die bisherigen Regelungen sind, wobei das ja auch von der Krankenkasse übernommen wird, wenn ich das richtig verstanden habe. Vielleicht kann hier jemand noch weitere Informationen beisteuern.

Wir setzen eine Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin ein, die Regulierungen für den Schwangerschaftsabbruch außerhalb des Strafgesetzbuches sowie Möglichkeiten zur Legalisierung der Eizellspende und der altruistischen Leihmutterschaft prüfen wird.

Also den Schwangerschaftsabbruch aus dem Strafgesetzbuch herausnehmen und dann?

„Altruistische Leihmutterschaft“ heißt ohne finanzielles Interesse nehme ich an. Also die Mutter/Schwester/beste Freundin trägt ein Kind für einen aus?

37 Gedanken zu “Koalitionsvertrag SPD/FDP/GRÜNE: Teil 2: Gleichstellung

  1. „Den biologischen Eltern eines Kindes obliegt das gemeinsame Sorge- und Erziehungsrecht. Der Entzug des Sorge- und Erziehungsrechts ist nur bei Misshandlung und schwerwiegender Vernachlässigung des Kindes zulässig und muss von einem Gericht mit mindestens zwei unabhängigen Gutachtern bestätigt werden.“

    • Wessen Ausspruch (oder Tagtraum) ist das denn?

      Ich haben den obigen String gegoogelt:
      „Den biologischen Eltern eines Kindes obliegt das gemeinsame Sorge- und Erziehungsrecht.“
      Auswurf: Keine Ergebnisse für „Den biologischen Eltern eines Kindes obliegt das gemeinsame Sorge- und Erziehungsrecht“ gefunden

      Die aktuell und künftig gültige Definition von Elternschaft wurde erst unlängst im Bundestag in 19 Sekunden recht eindeutig präsentiert:

      Diese Sekunden sind spannend. Das wilde, zustimmende Nicken der Blondine hinter Göring und der arme Hofreiter-Toni,, der dort offenbar in wenigen Sekunden seine geheimen Träume von Vaterschaft live und endgültig begräbt.
      Ein wichtiges gesellschaftspolitisches Dokument der Zeitgeschichte.

  2. Und der Preis für das Goldene Bullshit-Bingo-Buzzword geht an „Präventive Täterarbeit“.
    Ist „präventive Täterarbeit“ das politische Verständnis männlicher Care-Arbeit-Äquivalenz, das sich am Zensor vorbeigeschmuggelt hat? Bin ja gespannt, wie das ausgebaut werden kann im Rahmen einer „jungen- und männerorientierten Gleichstellungspolitik“… Vielleicht bin ich zu zynisch, aber „orientierte Politik“ klingt so nach „Gucken, wo man was wegnehmen kann“.

  3. „Die gerichtsverwertbare vertrauliche Beweissicherung setzen wir flächendeckend, wohnortnah um.“

    Stasi 2.0, Überwachung, Bespitzelung, Horch&Guck, Denunziation. Das muss ja nicht unbedingt durch die Polizei erfolgen, auch NGOs, Journalisten, Faktenchecker und Wahrheitsfinder können aktiv werden.

    Bei all den Forderungen muss jedem klar sein, dass diese nur umgesetzt werden können, wenn dafür auch Kontrollstellen geschaffen werden. Mit dem Bezug auf das Patriarchat und die toxische Männlichkeit muss jedem Mann klar sein, dass sein Verhalten, sein Tun und Handeln, seine Einstellung und Meinung unter Beobachtung stehen.

    Wenn die im Koalitionsvertrag geforderten Maßnahmen umgesetzt werden, dann ist jede Zuwiderhandlung einem Missbrauch gleichtzusetzen. Die Grüninnen und SPD-Schranzen haben die Deutungshoheit über den Begriff und werden für vieles, was heute noch nicht vom Strafgesetz abgedeckt ist, eine entsprechende Rechtsgrundlage schaffen. Frau Lambrecht hat mit der Verschärfung des Sexualstrafrechts gezeigt, wie das geht. Strafrechtler hatten Bedenkten angemeldet, aber davon hat sie sich nicht abhalten lassen. Oft trifft es heute Familien mit pubertären Kindern, die im Netz blank ziehen und dann marschiert morgens um 6 die Kavallerie ein. Medial wird aktuell der Femizid installiert, es ist eine Frage der Zeit, bis hier die juristische Umsetzung folgt.
    Das Beispiel der Gleichstellungs-Schranzen im AA unter Maas (bald Baerbock) zeigt anschaulich, wie Institutionen unterwandert werden und Mitarbeiter manipuliert werden.
    Den Grüninnen sind die Menschen egal, sie haben eine Dogmatik und setzen sie um. Im Fordergrund steht das weibliche Geschlecht und dessen Abwandlungen. Kritik an der Grüninnen-Programmatik wird wie üblich als Rechts, AfD oder Querdenkertum abgetan. Eine Frau Kracher hat auch hier schon für Männerbünde die „wissenschaftliche“ Grundlage geschaffen, sie nennt sie „Incels“. Die Grüninnen werden hier sehr „wissenschaftlich“ sein und bei Kritik auf diese „Tätergruppe“ beziehen.

    Wir sollten hier mal ernsthaft einen Beitrag über Auswanderungsländer für Männer machen.

    • „Oft trifft es heute Familien mit pubertären Kindern, die im Netz blank ziehen und dann marschiert morgens um 6 die Kavallerie ein. Medial wird aktuell der Femizid installiert, es ist eine Frage der Zeit, bis hier die juristische Umsetzung folgt.“

      Und dann? Dann darf man nicht mehr seine eigene Frau umbringen?
      Das Geblubber über Femizide nervt zwar, aber dann wird demnächst ein Mann, der seine Frau umbringt härter bestraft als eine Frau, die ihren Mann umbringt. Definitiv falsch und unfair – aber es ist dann ja immer noch ein Mord oder ein Totschlag nötig…

      Vielleicht sollte man es etwas kleiner versuchen, dann wird man auch ernst genommen. Mit solchen Aussagen wie oben macht man es dem politischen Gegner halt allzu leicht einen in die rechte Ecke zu stellen.

      • „Mit solchen Aussagen wie oben macht man es dem politischen Gegner halt allzu leicht einen in die rechte Ecke zu stellen.“

        Täterinnen-Opferer Umkehr. Der faschistoide Feminismus ist zu hinterfragen, nicht die Männer die ihm zum Opfer fallen. Die feministischen Akteurinnen können mit Kritik nicht umgehen und reagieren darauf totalitär, wobei sie selbst ja immer Mythen, Lügen und Falschdarstellungen austeilen. Klar, dass sie ihre Gegner in der rechten Ecke verorten, mit Rechts wird nicht geredet.

        Jeder, der in den letzten Jahren den feministischen Monolog verfolgte, weiß, dass Feministinnen in erster Linie durch einseitige provokative Aussagen den Diskurs (den es ja so nicht gab) führten. Ich erlaube mir es ebenfalls provokativ (jemand schrieb mal „Forumsberserker“) zu halten, weil ich denke, dass es einen gleichgestellten Dialog zwischen Feminimus- und Männeranliegen nicht mehr geben kann. Die Männerbewegung muss lernen lauter zu werden, provokativer, vernetzter, politischer, medialer.

  4. Unterkapitel: Reproduktive Selbstbestimmung

    Der Name ist schon Hohn. Denn die reproduktive Selbstbestimmung von Männern beschränkt sich ausschließlich darauf, ob sie ihr Sperma vorenthalten, zur Verfügung stellen oder sich fahrlässig abziehen lassen. Das hat nichts mit Reproduktion zu tun.
    Also wird Reproduktion nur Frauen zugestanden, selbst unfruchtbaren. Denn für die sollen ja besondere Anstrengungen unternommen werden, damit sie auch was Süßes zum Kuscheln haben können.

    Männer vergleichbar an der Reproduktion teilhaben zu lassen würde bedeuten, Leihmutterschaft jedem Mann mit Kinderwunsch auf Kosten der Gesellschaft zukommen zu lassen. Aber das wagen nicht mal die kühnsten Väterrechtler zu denken. Dass überhaupt die Zulässigkeit von Leihmutterschaft zunächst in einem Arbeitskreis überprüft werden soll, sagt ja schon alles.

    Männer sind von der Reproduktion ausgeschlossen, können nur mit Zustimmung der Mütter überhaupt Väter sein und Vaterschaft leben. Der Nachwuchs ist das wichtigste Kapital der menschlichen Gemeinschaft.

    Während alle immer überall nach dem Patriarchat suchen, liegt das Matriarchat klar sichtbar vor uns allen auf dem Tisch.

    • @Christian
      „Altruistische Leihmutterschaft“ heißt ohne finanzielles Interesse nehme ich an. Also die Mutter/Schwester/beste Freundin trägt ein Kind für einen aus?

      Ja, das meint, dass Leihmutterschaft nur ohne Gewinnerzielungsabsicht stattfinden darf, wie sie in Samenbanken oder weiblicher Reproduktionsmedizin üblich ist.
      Da ja dabei der Samen des Mannes ausgetragen würde, darf das natürlich nicht inzestuös via Schwester oder Mutter erfolgen.

      • Nicht über die Schwester oder Mutter des Mannes, aber der Frau ja schon.

        Wo da gegenüber der aktuellen Rechtslage so das Problem besteht, weiß ich aber nicht. Wenn die eigene Frau/Freundin unfruchtbar ist und eine fruchtbare Schwester hat und alle drei damit einverstanden sind, funktioniert das doch auch jetzt mit der Schwangerschaft eben dieser Schwester.
        Die anschließende Adoption ist natürlich ein wenig aufwendig.

        😀

        Ja, ich weiß, dass vermutlich auch künstliche Befruchtung und echte Leihmutterschaft gemeint sind. Dann wäre es aber auch nicht inzestuös, weil dann eine bereits befruchtete Eizelle eingepflanzt wird.

        • Ich meine diese Variante der Leihmutterschaft: „Die Eizelle der Leihmutter wird mit dem Sperma eines bekannten oder unbekannten Mannes inseminiert. Damit ist sie die leibliche, die genetische und austragende, gebärende Mutter. Nach der Übergabe des Kindes verliert sie die Rolle der sozialen Mutter. „(aus wikipedia)

          Denn unter dem Überbegriff der Gleichstellung und Reproduktion geht es um die Frage, wie Männer Kinder bekommen können, also gleichgestellt werden mit z.B. unfruchtbaren und männerunwilligen Frauen und Solo-Müttern. Zum Beispiel ein schwules Paar oder ein Mann mit Kinderwunsch, der keine Frau findet oder will.

          Wieso sollten sich solche Männer nicht reproduzieren dürfen, aber entsprechende Frauen, wenn es doch um Gleichstellung geht?

          • Ich würde das eher Mutterschaft mit anschließender Adoption nennen.
            Biologisch gesehen ist die Frau ja zu 100% die Mutter.

          • Bei anschließender Adoption würde die Leihmutter das Kind ja in der gemeinsamen Rolle als biologische und soziale Mutter austragen.
            Eine Leihmutter im obigen Sinne verzichtet aber schon vor der Befruchtung verbindlich auf ihren Status als soziale Mutter.
            Vergleichbar ist das mit einem Samenspender, der mit der Spende seinen Status als sozialer Vater ablegt.

  5. Der im GG verwendete Begriff der Gleichberechtigung kommt sowiet ich sehe nicht vor, es ist immer nur von Gleichstellung die Rede. Was implizit wohl bedeutet, dass die Gleichberechtigung längst erreicht ist aber es trotzdem nicht reicht. Wenn Frauen nicht so wollen wie die Grüninnen muss man sie eben dazu zwingen.

    Sehr bedenklich

  6. „Altruistische Leihmutterschaft“ – nur gut, dass dieser Begriff sehr dehnbar ist. Einmal gesetzlich eingeführt und zugelassen, wird die Leihmutterschaft eine gängige Praxis.

      • Moment, ich finde es gerade nicht, gibt es da nicht auch einen Passus in dem Koalitionsvertrag, wonach quasi jede Form der Partnerschaft einen gewissen Rechtsstatus mit Anerkennung erhalten soll? Das würde ja dann passen.

    • Wenn wir schon eine Welt haben, in der Frauen sich beliebig und gesellschaftlich finanziert ohne Partner Kinder „kommen“ lassen können, warum sollte dann nicht auch Leihmutterschaft, sogar kommerzielle, erlaubt sein, um den anderen Teil der Bevölkerung, den Männern, auch solch beliebige Reproduktionsmöglichkeiten zu geben?

      Ich finde diese Entwicklung auch übel, denn Kinder brauchen ihre biologischen Eltern und müssen ein Recht auf die beiden haben.

      Aber wenn alle von Gleichstellung quatschen, dann sollen sie sich mal ehrlich machen.

      • Wobei mir immer mehr azfstößt, dass der gemeine Steuerzahler für alle erdenklichen Sonderwünsche zur Kasse gebeten wird. Und hier bei Kinderwunsch nimmt das aus meiner Sicht immer absurdere Züge an. Da sollte man wirklich überlegen, besondere Kinderwunschbehandlungen einfach auf privat zu finanzieren umzustellen, egal ob Hormontherapie für Mann oder Frau oder trans-wasweißich oder Leihmutterschaft.

        • Ich sehe hier das Kindeswohl gefährdet. Der Plan sagt ja aus, dass jede biologische Frau hier finanzielle Untersybekommt und die Behandlung durchführen darf. Ohne feste Partnerschaft stellt dies Kinder (insbesondere Jungen) jedoch vor riesige Probleme. Man erzeugt hier potentiell sehr viel Leid.

          • Unterschätze nicht, wie wichtig langmütige Väter auch für Mädchen sein können. Egal, welches Geschlecht das Kind hat, zwei Eltern bieten unterschiedliche und ergänzende Ressourcen. Alleinherrschaft über Kinder zu unterstützen und zu fördern, halte ich für das Kernproblem.

            Man sieht an diesem Koalitionsplan gut, dass es eigentlich darum geht, den Frauen ihre Wünsche zu erfüllen – wie seit Tausenden von Jahren. Nur, dass es jetzt nicht mehr ein Zugeständnis für was auch immer ist, sondern eine Verordnung. Die Kinder an sich spielen dabei nur eine sekundäre Rolle.

          • Nicht nur von Jungen, auch von Mädchen. Kinder brauchen ein korrektiv von beiden Seiten.

            Gibt es da eigentlich schon Studien, ob und wenn ja in einer homosexuellen Partnerschaft einer der beiden Partner mehr den weiblichen, der andere mehr den männlichen Part übernimmt und so auch in der Erziehung eines Kindes, sei nun ein Kind von einem der Partner oder adoptiert, auftritt?

  7. Wer solch ein Personaltableau vorstellt (Ministerriege) und solche Texte in seine Koalitionsvereinbarung gekrixelt hat, hat das Land bereits aufgegeben! Bürger wehrt Euch endlich gegen diese Schwachmaten und Schlaraffen, die Euch ausschließlich als dienende Zahler für ihre wirklichkeitsfernen Illusionen (nach Helmut Schmidt behandlungsbedürftig) interpretieren und in keinem Punkt als freie Bürger dieses Landes!

  8. Dass in der Medizin der männliche Körper als Standard gilt, ist glatt gelogen. an frauenspezifischen Krankheiten wie z.B. Brustkrebs wird weitaus mehr geforscht wie bei männerspezifischen Leiden. Eins stimmt allerdings: Bei den brandgefährlichen Arzneimitteltests werden unverändert fast nur Männer verheizt.

    Funfact am Rande: Mein Tool für Rechtschreibprüfung kennt nur das Wort frauenspezifisch. Bei männerspezifisch wird mir „genderspezifisch“ als Korrektur angeboten.

  9. „Der weibliche Körper reagiert bei bestimmten Krankheiten und Verletzungen anders als der männliche. “
    Viel Glück bei den Transen.
    Entweder sie müssen die Betreffenden der Ideologie folgend falsch behandeln, oder ihre Ideologie revidieren.
    Wahrscheinlich werden sie korrekt Frauen als Frauen und Männer als Männer behandeln und da sie fortgeschritten in Zweidenk sind, keinen Widerspruch zur Ideologie darin sehen.

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