Kyle Rittenhouse freigesprochen – wird es erneut Proteste geben und die Gräben vertiefen

Aus dem Spiegel:

Ich vermute einfach mal, dass das in den USA noch zu einigen Folgen führen wird, weil die Anhänger intersektionaler Theorien das als Angriff auf ihre Positionen vertreten werden.

Dies könnte sie, wenn es wieder zu Plünderungen etc kommt, Zustimmung kosten aber auch für Meinung vertiefen, dass „ein weißer Mann mit allem durchkommt“.

Vielleicht spaltet es auch einfach die Bevölkerung weiter.

Da solche Diskussionen und die Folgen des Urteils aus meiner Sicht auch in den deutschen Diskurs schwappen werden eröffne ich hier mal einen Beitrag dazu

38 Gedanken zu “Kyle Rittenhouse freigesprochen – wird es erneut Proteste geben und die Gräben vertiefen

  1. Gibt es irgendwo die Urteilsbegründung? Auf die Schnelle hatte ich da vor einer Stunde noch nichts gefunden.
    Das wäre zur Einordnung ja sehr hilfreich.

    • Im angelsächsischen Strafrecht gibt es keine Urteilsbegründung. Über Schuld oder Unschuld entscheden die Geschworenen – juristische Laien aus dem Volk- nach eigenem Gutdünken und ohne Begründung. Die Rolle des Richters ist hauptsächlich, darauf zu achten dass der Prozess formell korrekt abläuft. Je nach Bundesstaat kann er auch das Strafmaß bestimmen, falls die Jury auf schuldig plädiert hat, und dann begründet er das auch. In manchen Bundesstaaten ist aber auch das Strafmaß Sache der Jury, und das wird dann auch nicht begründet.

  2. Ein richtiges Urteil.

    Ich habe den Prozess in Zusammenschnitten verfolgt. Da wurde sehr deutlich, wie sehr hauptsächlich CNN und MSNBC Fake-News über die Abläufe verbreitet haben. Letztere wurden ja auch in den letzten Tagen von der Live-Berichterstattung aus dem Gerichtssaal ausgeschlossen, weil einer ihrer (freien) Mitarbeiter den Jury-Bus verfolgt hat.

    Ich glaube nicht, daß es zu großflächigen Ausschreitungen kommen wird und auch die Dems werden aus diesem Urteil keinen Gewinn ziehen können, da ihre Basis derzeit am Zusammenschmelzen ist. BLM hat mMn seinen Zenit überschritten. Die Medien werden jedenfalls nichts unversucht lassen, um Öl ins Feuer zu gießen.

    BTW: Zur Zeit ist Kamela Harris Präsidentin der USA. Biden bekommt einen Gesundheitscheck unter Narkose.

  3. Das einzig Richtige.
    Die Aufständischen sollen sich ins Knie f*en, inklusive Mainstream Media.
    Wer versucht jemand anderen zu ermorden, wie es bei diesem Fall zu 100% passiert ist, hat schlichtweg kein Anspruch darauf die Sache zu überleben. Das ist heute klar geworden.

    Einige Pädos weniger (verurteilte Pädos wohlgemerkt, das ist eine Tatsachenbeschreibung), und der Junge ist auf freiem Fuß. Ein guter Tag für alle normalen Bürger.

  4. Ein faires Urteil. Ob es zur Stimmungsmache via MSM verwendet werden wird, bleibt abzuwarten. Tendenz eher nein, falsche Jahreszeit. Da lockt man die Leute nur schwer von den Ghetto-Tonnen weg…

  5. Stimmt wohl

  6. Mir kommt es so vor, als ob in den USA mittlerweile einige sich davon überzeugt haben, das Rittenhouse Schwarze erschossen hat, da dort zu der Zeit irgendeine Fake-Antirassismus Veranstaltung war und Rittenhouse weiß ist. Natürlich hat er dann Schwarze erschossen, weil Weiße sowas ja tun. Sind ja alles Rassisten.

    Das viel mehr Schwarze von anderen Schwarzen getötet werden, interessiert BLM nicht und wenn Weiße Weiße umbringen, ist das doch was gutes!

    Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie man sich selbst davon überzeugen kann, das ein Mord schlimmer ist, wenn der Mörder und das Opfer ganz bestimmte Hautfarben (bzw. Geschlechter) haben UND dann noch behaupten kann man sein gegen Rassismus (oder Sexismus).

  7. “While the verdict in Kenosha will leave many Americans feeling angry and concerned, myself included, we must acknowledge that the jury has spoken,” Biden said in a statement.

    Also Präsident Biden selber ist in Sorge und zornig über das Urteil.

    Was für ein bescheuertes und rücksichtsloses Statement, welches einem Präsidenten überhaupt nicht zusteht.

    Mit anderen Worten: Wenn uns die Rechtssprechung nicht gefällt, stellen wir einen Freispruch einfach als Fehlurteil dar und der Beklagte ist halt immernoch eigentlich ein „Mörder“.

    Sollte Rittenhouse morgen von der Antifa auf offener Straße hingerichtet werden… niemand wird Biden wegen Hatespeech kritisieren. Anders als Trump wird er seinen Twitter Account behalten.

    Biden, verscheidene Mainstream Media und Social Media Darsteller sind „Accelarationists“ wie die Attentäter von Christchurch und der von Utoya. Die wollen offenen und gewalttätigen Konflikt säen solange sie glauben dass es ihrer Seite hilft.

  8. „Da solche Diskussionen und die Folgen des Urteils aus meiner Sicht auch in den deutschen Diskurs schwappen werden eröffne ich hier mal einen Beitrag dazu“

    Zeit.de hat seinen Kommentarbereich gesperrt „Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Kommentarbereich prüfen wir alle Beiträge, bevor sie veröffentlicht werden.“
    https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2021-11/usa-kenosha-proteste-tote-schuetze-kyle-r-prozess-freispruch#comments und damit eine Debatte dazu verhindert. Typisch.

    Das Urteil wird bestimmt sehr große Wirkung in dern USA haben. Ich befürchte, dass es dazu missbraucht wird weitere Proteste anzufachen und Plünderungen durchzuführen. Die Fronten sind verhärtet. Ich erwarte eigentlich auf Jahre hinaus keine Besserung, weder in den USA noch in den nächsten 4 Jahren in Deutschland.

    Ein Grund warum das so ist, hier wegen solcher Vorgänge:

    Ein kurzer Thread zu den Versuchen eines Instituts, einen kausalen Zusammenhang zwischen dem AfD-Wählerstimmenanteil und hohen Covid-Infektionsquoten herzustellen.

    Der unterstellte Zusammenhang wird auf der Basis der AfD-Wählerstimmenanteile bei der Bundestagswahl 2017 und bei vorherigen Bundestagswahlen (2005, 2013) hergestellt.

    Ausdrücklich nicht untersucht wird etwa ein Zusammenhang zwischen dem hohen Stimmanteil der Linkspartei …

    … bei den Landtagswahlen in Thüringen 2019 (31 %) – also später als 2017 – und den Thüringer Infektionsraten. Das könnte /eventuell/ an der politischen Ausrichtung der Personen liegen, die die Studie erstellt haben.

    lest selbst

    und das wird daraus gemacht:
    https://www.zeit.de/gesellschaft/2021-11/afd-wahlergebnisse-corona-studie-fgz
    Studie zeigt Zusammenhang von AfD-Wahlergebnis und Infektionszahlen
    Wissenschaftler haben untersucht, ob es in Regionen mit hohen AfD-Wahlergebnissen mehr Corona-Fälle gibt. Das Ergebnis ist eindeutig.

    In Landkreisen mit hohen Wahlanteilen für die AfD sind einer Studie zufolge in den vorherigen Corona-Wellen die Infektionszahlen besonders stark gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Teilinstitute Jena und Bielefeld des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) unter Mitarbeit eines Epidemiologen vom Helmholtz Zentrum München. Andere Faktoren wie die Grenznähe einer Region, die Anzahl der Schulen oder Homeoffice-Quoten konnten den Angaben nach als Erklärungen für den Anstieg der Inzidenzen von den Studienautoren ausgeschlossen werden.

    Einer der „Autoren“ ist Matthias Quent – Er ist Gründungsdirektor des Institutes für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ), einer außeruniversitären Forschungseinrichtung in Trägerschaft der Amadeu Antonio Stiftung.(Wikip. https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Quent)
    und
    DIE ZEIT wählte Quent 2019 zu einem der 100 wichtigsten jungen Ostdeutschen. https://www.zeit.de/autoren/Q/Matthias_Quent/index

    Es bedarf keiner weiteren Überlegungen, wie es in den nächsten Tagen medial weitergeht. Die Empörungswelle läuft gerade an.

  9. Ich glaube nicht an weitere Unruhen, wegen diesem Fall, er hat „nur“ Weiße getötet.

    Besorgt macht mich der anwachsende Druck auf die Institutionen, und auf wie wenig echten Informationen, und auf wie vielen Emotionen und Falschinformationen, dieser basiert.
    So ist der Jury-Bus von Presse verfolgt worden. Und es gibt/gab zahlreiche Aufrufe zur Gewalt, hier sind einige zusammen getragen: http://archive.4plebs.org/pol/thread/348488072 „KYLE’S TRIAL SALT THREAD“

    Wenn das so weitergeht braucht es schärfere Gesetze und Strafen, um Richter und andere Prozessbeteiligte zu schützen.

    AFAIK hat sich Rittenhouse ggn schwere bis potentiell tödliche Gewalt gewehrt, ich bin für ein Verbot von Waffen bei Demonstrationen.

    • Ich habe nur ein paar wenige Bilder gesehen. Aber es sieht für mich so aus als ob die ihn zu dritt zu Boden gerissen haben und ihm schon mostly peaceful ins Gesicht treten wollten.

      Ich halte ja von den US-Waffengesetzen nichts und kann nicht nachvollziehen, warum irgendwer bei Verstand wollen würde, dass es jedem Hans und Franz erlaubt ist halbautomatische Waffen in der Öffentlichkeit zu tragen. Aber was haben die drei Typen sich gedacht, als sie einen Kerl mit Sturmgewehr angegriffen haben? Hätte er es nicht dabei gehabt, hätte er jetzt ein zerstörtes Gesicht oder ein Augen verloren und niemand würde es kümmern.

      • Demokraten und Republikaner bediene ihr je eigenes Narrativ. Alles wird nur und ausschliesslich aus parteipolitischer Warte aus beurteilt. Ermüdend. Beide sind auf dem Holzweg. Weder ist K.R ein Held, noch ist er ein vorsätzlich tötender Mörder. Er ist nur ein dummer Junge, der mit einer halbautomatischen, geladenen Waffe in einer ausser Kontrolle geratenen Situation Polizist spielte.

        Das Problem ist das Versagen des Staates, insbesondere der Polizei, die den Plünderungen und Brandstiftungen kein Ende setzten. Ausserdem ist es verrückt, dass es in den USA für einen 17-Jährigen erlaubt ist, mit einer solchen Waffe in einer solchen Situation zu patrouillieren. Wilder Westen oder so.

  10. Die Zeit zum Thema: https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-11/kyle-rittenhouse-fall-todesschuetze-kenosha-freispruch?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

    Wie nicht anders zu erwarten ein übles Propagandastück. Es wird insinuiert, dass die Regelungen zur Selbstverteidigung daran Schuld und überarbeitungswürdig sind – natürlich ohne Bilder zu zeigen, auf denen man sieht, wie die beiden „armen“ Erschossenen auf den am Boden Liegenden eintreten bzw. in erkennbarer Schlagabsicht ein Skateboard über den Kopf halten. Nein, nein! Bloß nicht so was zeigen, sonst könnte der eine oder andere Leser noch auf die Idee kommen, dass jeder klar denkende Mensch so eine Situation einfach nur noch als eben das bewerten kann: Selbstverteidigung. Ich halte es auch grundsätzlich für völlig verrückt, dass da Jugendliche – oder überhaupt irgendjemand – mit Sturmgewehren rumlaufen können, aber wenn der Bengel das in dem Moment nicht dabei gehabt hätte, wäre er jetzt unter Umständen ein Pflegefall.

    Echt widerlich auch, wie sie die ganze Nummer wieder nur nutzen, um gegen Trump zu schießen. Aber eine der wohl widerlichsten Aussagen: „Und es muss darüber gesprochen werden, wie weiß ein solches Geschworenengericht ist und wie unabhängig Laien oder Richterinnen und Richter noch sein können in den so polarisierten Vereinigten Staaten von heute.“

    Wie weiß??? Und das natürlich in Verbindung mit der Frage nach der Unabhängigkeit von Gerichten in einem so polarisierten Land??? Also möglichst keine Weißen mehr im Gericht und wenn doch, dann nur noch mit Gesinnungstest, oder was wollt ihr Arschgeigen damit aussagen???

    Was ein Dreckspack, diese ideologisierten Tastaturvergewaltiger!

    • „Und es muss darüber gesprochen werden, wie weiß ein solches Geschworenengericht ist und wie unabhängig Laien oder Richterinnen und Richter noch sein können in den so polarisierten Vereinigten Staaten von heute.“

      Ja, unglaublich.
      Warum sollte die Hautfarbe der Juroren relevant sein? Zumal wenn sämtliche Beteiligten des Vorfalls dieselbe Hautfarbe hatten?
      Und abgrundtief verlogen ist das ständige Insinuieren, Weiße würden in derartigen Situationen bevorteilt. Ja, in der gegenwärtigen aufgeheizten Atmosphäre wird ganz sicher zumindest indirekt ein erheblicher Druck auf Entscheidungsträger ausgeübt. Aber ganz sich nicht zugunsten Weißer.

  11. >>Es wird insinuiert, dass die Regelungen zur Selbstverteidigung daran Schuld und überarbeitungswürdig sind<<

    Es ist ein typischer Fehler zu glauben, dass die Regeln der Selbstverteidigung in den USA über die Regeln in Deutschland grundsätzlich fundamental hinausgehen würden. Die Regeln sind in den USA je nach Region unterschiedlich und häufig ist das Maß an erlaubter Selbstverteidigung geringer als in Deutschland der Fall. Der Hauptunterschied ist meist, dass man in Deutschland seltener mit Schusswaffe rumlaufen darf bzw. diese nicht in dem Ausmaß verfügbar sind.

    Die in den USA in einigen Regionen existierende "stand your ground"-Regel gilt so auch in Deutschland. "Das Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen." Man muss dem Ärger also nicht aus dem Weg gehen (darf es jedoch auch nicht provozieren)
    Wenn meine Rechtsgüter angegriffen werden (z.B. Angriff auf mich oder meine Sachen, aber auch auf Dritte), dann kann ich diesen Rechtsbruch unter Zuhilfenahme von Gewalt beenden. Dabei ist zu beachten, dass die Aktion geeignet sein muss den Angriff abzuwehren und dabei das mildeste zur Verfügung stehende Mittel darstellen muss. Den Tod des Angreifers kann man dabei tatsächlich in Kauf nehmen.

    In diesem Fall wären zwei Fragen zu klären.
    1. Hat Rittenhouse den Angriff provoziert? (das ist ja die Argumentation der Kläger)
    2. Hat Rittenhouse das mildeste ihm zur Verfügung stehende Mittel verwendet, das dazu geeignet ist den Angriff zu beenden? (die Frage ob sein Mittel geeignet war den Angriff zu beenden kann eindeutig mit ja beantwortet werden)

    Bei beiden Punkten kann man argumentieren.

    • Die Regeln sind in den USA je nach Region unterschiedlich und häufig ist das Maß an erlaubter Selbstverteidigung geringer als in Deutschland der Fall. … Wenn meine Rechtsgüter angegriffen werden (z.B. Angriff auf mich oder meine Sachen, aber auch auf Dritte), dann kann ich diesen Rechtsbruch unter Zuhilfenahme von Gewalt beenden. Dabei ist zu beachten, dass die Aktion geeignet sein muss den Angriff abzuwehren und dabei das mildeste zur Verfügung stehende Mittel darstellen muss. Den Tod des Angreifers kann man dabei tatsächlich in Kauf nehmen.

      Korrekt, in Deutschland lässt es das Notwehrrecht zu, Gewalt (ggf. auch tödliche) anzuwenden, sofern es das mildeste verfügbare Mittel ist, um den Angriff sicher abzuwehren. Eine Abwägung der Rechtsgüter findet insoweit nicht statt. Ggf. kann man auch einem Dieb in den Rücken schießen, wenn das die einzige Möglichkeit ist zu verhindern, dass er mit der Beute entkommt.
      Die Autorin hat entwede rkeine Ahnung oder will die Situation in den USA gezielt negativ darstellen.

      In diesem Fall wären zwei Fragen zu klären.
      1. Hat Rittenhouse den Angriff provoziert? (das ist ja die Argumentation der Kläger)
      2. Hat Rittenhouse das mildeste ihm zur Verfügung stehende Mittel verwendet, das dazu geeignet ist den Angriff zu beenden? (die Frage ob sein Mittel geeignet war den Angriff zu beenden kann eindeutig mit ja beantwortet werden)
      Bei beiden Punkten kann man argumentieren.

      Nach allem, wa sich weiß, sind beide Punkte recht klar zu beantworten.

      1. Nein. Sicherlich ist fragwürdig, warum da ein 17-Jähriger mit einer AR-15 herumlief. Selbst angegriffen oder provoziert hat er aber niemanden. Und er war eindeutig auf dem Weg weg von den demonstranten, als er angegriffen wurde.

      2. Ja. Er wurde in allen drei Fällen unmittelbar attackiert, einmal davon mit auf ihn gerichteter Pistole, ein anderer Angreifer hatte schon seine (Rittenhouse’s) Gewehr gegriffen. Warnschüsse hatte er meiner Erinnerung nach vorher schon abgegeben. Was sonst hätte er tun sollen?
      Ich frage mich nur, wie die Opfer drauf waren, jemanden mit einer AR-15 anzugreifen…

    • Zu 2.: Er ist mit einer Schusswaffe rumgelaufen, was dort legal war für ihn. Die durch Bildmaterial beweisbare Positionierung der Angreifer über ihm (am Boden liegend) sowie schon erfolgte körperliche Angriffe ließen keinen Zweifel an der Absicht. Es gibt sogar in der deutschen Rechtsprechung das Prinzip des Affektes. Von jemandem in erkennbar unmittelbarer Gefahr schwerer körperlicher Schäden zu erwarten, dass er noch abwägt, ob der Einsatz seiner legal getragenen Schusswaffe nicht etwas over the top wäre, wäre weltfremd. Der in diesem Fall einzige Unterschied zu einem Urteil unter deutschen Rechtsgegebenheiten dürfte das Tragen der Waffe sein. In Deutschland wäre es in jedem Falle illegal, selbst mit Waffenschein, weil Sturmgewehre bei uns unter Kriegswaffen fallen, was ich für vernünftig halte. Mir fällt wirklich keine Alltagssituation ein, in der ein Otto-Normal-Bürger mit nem Sturmgewehr ausgerüstet sein sollte – es sei denn, demnächst haben wir ne Zombie-Apokalypse, aber, sofern man Resident Evil glauben darf, wäre selbst dann eine Shotgun durch ihre Wirkung auf Zombieköpfe vorzuziehen… aber ich schweife ab… 😉

      Also nach meiner Auffassung wäre auch nach deutscher Rechtsprechung dieser Fall als Notwehr gewertet worden und lediglich das Tragen einer Kriegswaffe wäre verurteilt worden. Die auch immer aufkommende Frage, warum er überhaupt eine Waffe dabei hatte, wurde ja schon glaubwürdig erklärt, dass er sich an dieser „Bürgerwehr“ beteiligen wollte, was nahelegt, dass er sie nicht mit der Absicht, jemanden zu töten trug.

      Mir ist nebenbei durchaus sehr bewusst, dass Notwehr und Selbstverteidigung in etlichen Staaten der USA ganz anders ausgelegt werden. Ich finde nur gerade diesen Fall als gaaanz schlechten Aufhänger, um daran Kritik zu üben.

      • Eine AR-15 Style rifle ist kein Sturmgewehr. Sturmgewehre sind Vollautomatisch. Das hier verwendete Gewehr ist halbautomatisch. Und als Kriegswaffe gänzlich ungeeignet.

        Wäre sonst in den USA übrigens auch verboten.

  12. Das Blut von Rittenhouse Opfern klebt an den Wisconsins Bürgern, selbst an denen der Kinder.

    LOL, wie Selbstgerecht kann man eigentlich noch sein. Die scheint der Typ Mensch zu sein, der als erstes mit dem Finger auf jemanden zeigt und Hexe schreit.

  13. mein take:

    1. Das Urteil ist gerecht und gerechtfertigt unter den massgeblichen Gesetzen.
    (Das sind Steinigungen unter der Scharia aber auch).
    2. Ich liebe den kollektiven Meltdown der Linksidentitären.
    3. Fake News bleiben ein Problem, gerade wenn sie von Mainstreammedien verbreitet werden.
    4. Gesetze, die 17jährigen das Führen von semiautomatischen Langwaffen erlauben, sind Clowngesetze, und wer das als kulturellen Unterschied abheften möchte, die man respektieren muss, muss halt auch mit der Scharia leben. Dagegen gibt es auch kein Argument. Quasi jedes Problem, das Rittenhouse an diesem Tag hatte, entstand dadurch, daß er mit einer Waffe rumlief (Zitat: „Ich hatte Angst, daß er mir die Waffe wegnimmt und mich damit erschiesst.“).
    5. Die meisten Argumente zur Verteidigung Rittenhouse sind ziemlich bananig („Er hatte nun mal das Recht mit einem AR15 rumzulaufen.“ oder „Er hat nur Verbrecher erschossen.“), weil sie nur im Kontext stichhaltig sind aber nicht universell standhalten (zB wenn er keine Waffe hatte führen dürfen, zB wenn die AR15 eine AK47 gewesen wäre, oder wenn er aufrechte Bürger erschossen hätte).
    6. Wer Rittenhouse für einen Freiheitshelden ODER für einen kaltblütigen Mörder halt, ist für die Demokratie schon verloren.
    7. Die ganze Aktion, beginnend mit den Idiotenprotesten und endend mit diesem Prozess, ist ein bizarrer Beleg dafür, was für eine absolute Shitshow die USA geworden ist.
    7. Ich möchte, daß ihr diesen Leser-Kommentar aus der New York Times liest:

    „It comes to this. Authority and power are not the same thing. A gun gives you power. But what people need and ultimately respect in volatile situations is authority. Sometimes authority needs power to assert itself, but it’s the authority that ultimately stes things in order, like it or not.

    At the heart of the gun debate is the idea that individual citizens (how that equates to a „well regulated militia“ I have no idea) are the ultimate authority. But look at what happened in Kenosha. Rittenhouse killed people to protect himself. People attacked Rittenhouse to protect themselves. Everybody was acting in self defense but nobody had any authority. According to the logic of 2nd Amendment activists, nobody was at fault, and „some deaths unfortunately occurred.“

    This is exactly what happened in the killing of Breonna Taylor. Kenneth Walker was found to be justified in shooting at the police. The police were found to be justified in shooting back. Neither party hade authority over the other. „A death unfortunately occurred“, and nobody is responsible.

    Is this the country we want to live in?

    Kyle Rittenhouse is guilty because he assumed authority he doesn’t have.“

    und vom gleichen Leser

    „What makes you think I should trust you, or Kyle Rittenhouse, or anybody else with a gun? It’s hard enough to trust the police when they shoot and kill so easily.

    Who do you want me to trust? Some „private citizen“ who claims authority just because he bought a weapon? Some kid who lies about being an EMT (and has a gun)? Where do I go if I think these people are abusing their power? They have no authority, and so they have no authority I can appeal to. How is that different from a street gang?“

    • „Gesetze, die 17jährigen das Führen von semiautomatischen Langwaffen erlauben, sind Clowngesetze, und wer das als kulturellen Unterschied abheften möchte, die man respektieren muss, muss halt auch mit der Scharia leben.“

      Nein, und nochmals NEIN! Ich möchte nicht mit der Scharia leben, und erst recht nicht möchte ich dies MÜSSEN, wobei diese Gefahr aber im Verlaufe einer möglichen Entwicklung besteht, wenn u.a. Polit-Schwurbler behaupten, der Islam gehöre zu Deutschland, und zunehmend Muezzin-Rufe als wünschenswerte kulturelle Bereicherung willkommen geheißen werden.
      Die Gefahr vom „Führen von semiautomatischen Langwaffen“ kann ich mir hier in der BRD dagegen auf absehbare Zeit nicht als für das „normale Volk“ erlaubt vorstellen, wohl aber als faktische Realität von mafiösen Banden, mit einem Überwiegen bestimmter Kulturkreise.

    • Kyle Rittenhouse is guilty because he assumed authority he doesn’t have.

      Das stimmt aber nur, wenn und soweit der Staat die Autorität hat und seine Bürger umfassend schützt. In Kenosha war das zu dieser Zeit offenkundig nicht der Fall, und generell geht der Zeitgeist-Trend ja dahin, den Sicherheitsbehörden im Kampf gegen Kriminalität eher Steine in den Weg zu legen.
      Ziel muss eigentlich sein, dass die Bürger das Gefühl haben, keine Waffe zu brauchen, weil der Staat sie ausreichend schützt. Dieses Gefühl geht aber auch in Europa zunehmend verloren.

    • Wenn ich ein Haus betrete und alle Wertsachen mitnehme, ist die Frage durchaus relevant, ob es sich um mein Haus handelt oder nicht. Ich sehe hier wenig Sinn darin den Kontext auszublenden, insbesondere wenn es um die Frage geht ob jemand im Recht oder Unrecht ist bzw. rechtmäßig gehandelt hat.

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