Julian Reichelt und Affären am Arbeitsplatz bzw Druck auf junge weibliche Angestellte

Ich habe extra etwas gewartet bevor ich einen Artikel dazu geschrieben habe, hier aber nun ein paar Punkte dazu.

1. Was ist eigentlich passiert?

Ein Problem ist, dass ich die ganzen Artikel hinter den Bezahlschranken nicht gelesen habe. Insofern mögen mir einige Informationen fehlen. Hier eine Zusammenfassung aus einem Artikel:

Mitarbeiter hätten Reichelt als machtbesessen beschrieben. Als jemanden, der einen aggressiven Ton anschlug, Menschen demütigte, der überall Verräter und Konkurrenten sah. Doch anscheinend war das nur eine Seite des Chefredakteurs. Frauen, die sich auf ihn einließen, habe er sich nahbar und verletzlich gezeigt. Er habe ihnen schnell das Gefühl gegeben, ein wichtiger Teil seines Lebens zu sein. „Er bringt einen dazu, innerhalb kürzester Zeit über brennende Brücken zu laufen“, zitiert das Magazin eine Person aus Reichelts beruflichem Umfeld.

Vor allem junge Berufseinsteigerinnen, Praktikantinnen und Volontärinnen soll Reichelt systematisch verführt haben. Eine von ihnen sagte laut „Spiegel“ aus, dass Reichelt Jobs und Aufstiegschancen durchaus davon abhängig mache, dass man mit ihm schlafe. Auch sie hätte eine Affäre mit ihm gehabt, sei schnell aufgestiegen – sogar in eine Position, der sie nach eigenen Aussagen nicht gewachsen war. Mehrfach soll sich Reichelt mit ihr damals in Hotels, meistens in der Nähe des Springer-Gebäudes zum Sex getroffen haben. In einem Fall, weil er in Nachrichten darauf gedrungen habe, sie ihn nicht habe verärgern wollen und sich beruflich von ihm abhängig fühlte, heißt es im „Spiegel“. Später sei ihr gesagt worden, sie solle sich im Zuge des Verfahrens gegen Reichelt nicht äußern.

Reichelts sexuelle Verhältnisse mit Frauen, die in der Hierarchie unter ihm standen, reichen laut Bericht teils zurück bis ins Jahr 2014. Bei der Verführung soll er nach immer gleichen Mustern vorgegangen sein: Mehrere Frauen hätten beschrieben, dass sich Reichelt bereits zu Beginn ihrer Ausbildungszeit bei Springer als eine Art „Mentor“ etablierte. Er habe sie regelmäßig kontaktiert und ihnen Komplimente zu ihrer Arbeit gemacht. „Er sagte, ich sei das begabteste Nachwuchstalent, das es je gab“, zitiert der „Spiegel“ eine von ihnen.

2. Sex gegen Karriere

In der Debatte wurde schnell das alte Bild gezeichnet, bei dem die Frau immer das Opfer ist und vollkommen Passiv in eine Affäre gezwungen wurde.

Das fand ich interessant, weil es Frauen schon wieder ein klassische Opferrolle vorgibt, sogar dann wenn sie wie in dem fett markierten Teil dargestellt, in eine hohe Position kommt. Sie kann sich sogar beschweren, dass die Position zu hoch für sie war, so als hätte sie diese antreten müssen und hätte da gar nichts sagen können.

Natürlich: Es kann unfair von ihm gewesen sein und Frauen können sich, je nachdem wie er das gemacht hat, tatsächlich einem unfairen Druck ausgesetzt gefühlt haben oder das ganze als höchst unangenehm empfunden haben.

Aber auch die andere Version ist genau so denkbar. Frauen, die es interessant fanden eine Affäre mit einem reichen und hochstehenden Mann zu haben, der gleichzeitig noch ihre Karriere voranbringt. Die sich geschmeichelt fühlten und genau wussten, was sie da machen. Die vielleicht mit anderen um ihn konkurriert haben.

3. Kann man als Feminist der Sexwork unterstützt ausschließen, dass Frauen  den Deal bewußt und selbstbestimmt eingehen?

Ich hatte dazu mal einen Tweet geschrieben:

Üblicherweise dürfte der finanzielle Anreiz einer Karriere viel interessanter sein als der einer Prostituierten und sie müssen mit weitaus weniger Frauen schlafen.

Insofern ist die Rückkehr zum Bild der unschuldigen Frau, deren Sexualität ihr höchstes Gut ist, welches sie niemals für einen Vorteil hergibt, sondern nur für den richtigen und die Liebe interessant.

4. Was ist mit den anderen?

Die beförderte Frau hat nach allem was wir wissen den Deal durchaus bewußt mitgemacht, mit ihm zumindest zuerst anscheinend eine Affäre geführt. Dann scheint ihr der Job, auf den sie befördert worden ist, über den Kopf gewachsen zu sein und nunmehr erst beschwert sie sich. Das hat schon einen Geschmack, weil es eine gute Entschuldigung abgibt dafür, dass sie nichts dafür kann, dass sie den Job nicht gut gemacht hat. Reichelt hat sie eben – quasi gegen ihren Willen – befördert um sich immer wieder ihre sexuellen Gefügigkeit zu erhalten.

Erstaunlich, dass sie damit anscheinend durchkommt.

Neben Reichelt ist auch sonst keiner wirklich genannt worden. Weder die zu Unrecht beförderte, die immerhin jemanden anderen den Platz weggenommen hat noch die anderen Frauen, die davon gewusst haben oder aber die anderen Angestellten.

Wenn es so bedrohlich war, dann wäre es ja eigentlich klar gewesen, dass man ihnen helfen musste. Wahrscheinlich hat man sie aber dort auch als berechnender oder die Situation als weniger bedrohlich angesehen und schlicht über sie gelästert.

5. Hochschlafen, aber richtig

Natürlich ist das auch sonst nicht unüblich. Es wird aber anders bewertet, je nach dem wie es läuft. Wäre die Frau nicht überfordert gewesen, dann hätte auch niemand etwas gesagt.

Noch anders wäre es natürlich gewesen, wenn sie zu einer offiziellen Beziehung übergegangen wären oder gar geheiratet hätten:

Das mächtige Männer ihre späteren zweit, dritt oder viert oder gar fünft Frauen bei der Arbeit kennenlernen ist keineswegs ungewöhlich. Klassiker sind etwa Politiker, die etwas mit (politischen) Journalisten anfangen, die natürlich auch an Informationen von ihnen interessiert waren oder eine Frau aus der Marketingabteilung etc den Chef heiratet.

Natürlich hat der Grundsatz „never fuck the Company““ seine Berechtigung, aber wo immer Menschen zusammenarbeiten werden auch entsprechende Verbindungen entstehen.

Das gilt um so mehr, wenn mächtige Männer auf junge Frauen treffen.

6. Andere Hintergründe für die Veröffentlichung

Aus einem Artikel:

Am Wochenende veröffentlichte die »New York Times« einen ausführlichen Bericht über die »Bild«-Zeitung und Julian Reichelt. Am Dienstag schloss der Axel-Springer-Konzern die angekündigte Übernahme des einflussreichen US-Onlineportals Politico ab. Wer das für Zufall hält, glaubt auch, dass Kapitalismus immer nett und moralisch ist und nichts mit dem Kampf um Marktanteile zu tun hat.

Das man in den USA ein anderes Verhältnis dazu hat (und es dennoch immer wieder vorkommen wird) ist sicherlich so.

7. Noch einige Tweets

87 Gedanken zu “Julian Reichelt und Affären am Arbeitsplatz bzw Druck auf junge weibliche Angestellte

  1. Die Frage ist doch auch, was macht es mit einer Firma, wenn der Chef Angestellte schon nach dem Aussehen und nicht nach der Qualifikation auswählt und dann die protegiert, die sich von ihm ficken lassen.
    Könnte mir vorstellen, in der BILD-Redaktion geht es eh schon ziemlich toxisch zu, was für Leute arbeiten denn für dieses Schmierblatt und dann vögelt sich der Chef noch durch die extra ausgesuchten Azubis.
    Die Frauen sind sicher alt genug, das Spiel zu durchschauen und manch eine hat es vielleicht auch ausgenutzt. Aber das Betriebsklima wird doch nachhaltig geschädigt, wenn der Chef durch die Firm streift auf der Jagd nach Frischfleisch.

    • Die Frage ist doch aber auch, was es mit einer Firma macht, wenn eine Diversity-Managerin die Leute nicht nach Qualifikation auswählt und die protegiert, die sich benachteiligt fühlen, Frau sind oder eine andere Herkunft haben. Wo liegt der Unterschied für die Firma?

      Allein deine Vermutung „die Frauen sind sicher alt genug, das Spiel zu durchschauen“, deklariert die Frauen, die sich nach oben schlafen, zu Opfern. Denn es ist nicht ihr Spiel, mit Sex Karriere zu machen, obwohl sie es waren, die sich in den Aggro-Typen „verknallt“ hatten.

      Wir sollten wirklich langsam mal dazu übergehen, erwachsene Frauen für voll zu nehmen.

  2. Um 5 Jahren Gefängnis zu entgehen habe ich mir mal von einer Älteren Frau vor den Augen zweier jüngerer Frauen an den Hoden fummeln und mit der Vorhaut spielen lassen.

    Eine angebotene Beförderung wäre mir lieber gewesen. Die hätte ich ablehnen können.

  3. „Eine von ihnen sagte laut „Spiegel“ aus, dass Reichelt Jobs und Aufstiegschancen durchaus davon abhängig mache, dass man mit ihm schlafe.“

    Genau das ist das Problem mit dem männlichen Machtmissbrauch. Männliche Strukturen hindern Frauen am Aufstieg oder machen ihn von sexuellen Gefälligkeiten abhängig.

      • „Und das ist umgekehrt nicht so? Frauen bauen also keine eigenen Firmen auf und haben keine toxischen „Rituale“ untereinander?“

        Nein, das tun Frauen nicht. Frauen warten, bis Männer etwas aufbauen und wenn es erfolgreich ist, verlangen sie eine Beteiligung am Erfolg zu ihren Bedingungen.

        • Ach doch, es gibt schon viele Frauen, die sich selbst was aufbauen. Ich bezweifle nur, dass deren Beweggründe im Schnitt moralisch sauberer sind als unter Männern.

          • Ich denke, das diejenigen Frauen und Männer, die etwas aufbauen, mit dem Ziel dann später die Möglichkeit zu haben mit Angestellten zu schlafen, verschwindend gering ist. Das kommt erst später, wenn man Macht hat und sieht das es geht.

    • Dieses sehr indirekte Zitat ist nirgends belegt. Und es handelt sich um eine Vermutung, denn niemand kann in den Mann hineingucken. Die Compliance-Untersuchung, die wohl sehr intensiv mit Externen und der ganzen Öffentlichkeit geführt wurde, hat nichts derartiges ergeben.
      Es kam raus, dass die Liebschaften zu einer Turbo-Karriere der Frauen führen konnten – jedoch nicht, dass nicht erfolgter Sex mit dem Chef Karrierenachteile brachte. Und das ist ein entscheidender Unterschied.

      Wenn sich eine Frau in ihren Chef „verknallt“ und ihren Körper hinhält, der sie vögelt und artig befördert, dann ist die Tat des Chefs nur in einer Hinsicht verwerflich: Er schadet seinem Unternehmen, weil er eben nicht die inhaltlich Beste befördert.
      Das ist im Grunde wie bei Quoten, mit denen auch nicht unbedingt die Besten nach oben kommen.

      Wir müssen lernen, volljährige Frauen für voll zu nehmen. Sie sind genau so verantwortlich für ihre Handeln wie Männer.

      • „Wir müssen lernen, volljährige Frauen für voll zu nehmen. Sie sind genau so verantwortlich für ihre Handeln wie Männer.“
        Aber genau das ist, was moderne Feministinnen nicht wollen. Sie wollen den Kuchen essen und ihn behalten.

    • „Männliche Strukturen hindern Frauen am Aufstieg oder machen ihn von sexuellen Gefälligkeiten abhängig.“ und deshalb ist für Frauen eine Quote einzurichten, damit sie ganz ohne Sex aber mit voller Unfähigkeit eine entsprechende Position (im Unternehmen, nicht unter einem Typen) in der Machtstruktur errreichen. Dabei weiß jede Frau die einen Typen ins Bett bekommt, wie viel Macht sie hat. Also werden durch die „Reichelts“ dieser Welt die Unattraktiven benachteiligt. Deshalb also diese feministischen Strukturen zur Lösung des Problems. Aha, jetzt habe ich’s verstanden. Warum habe ich jetzt gerade Feministinnen als „Orwellsche Schweine“ vor Augen….

    • So wie es aussieht, war es ja umgekehrt. Frau sein und gut aussehen war hilfreich. Diese Strukturen haben Frauen ungerecht bevorzugt. Man möge sich fragen warum Frauen in den Medien so überdurchschnittlich gut aussehen?

      • Und Männer in den Medien sehen nicht besser aus als der Durchschnitt? Früher musste mal als Komiker noch skurril aussehen, das hat sich zum Glück etwas geändert.
        Aber ja, als Frau ist das Ausssehen maximal hilfreich.

    • „Eine von ihnen sagte laut „Spiegel“ aus, dass Reichelt Jobs und Aufstiegschancen durchaus davon abhängig mache, dass man mit ihm schlafe.“

      Wahrscheinlich hat er sie nicht genommen.

      • Welche Art von Jobs und Aufstiegschancen denn?
        Es geht doch hier um den Deal Sex gegen Expressaufzug nach oben.

        Sonst muss man eben (wie alle anderen auch) die Treppe nehmen. Oder war Reichelt der einzige, der über Job und Aufstieg entschied?

  4. Gut geschrieben, Christian! 🙂

    Wenn man versucht die „Firmenkultur“ zu beschreiben, die bei „Bild“ geherrscht haben muss, dann fällt mir eigentlich nur ein Leitwert ein: Korruption.
    Bei diesem Vorgang gibt es zwei Seiten: Einen der besticht, um einen Vorteil zu erhalten und einen, der sich bestechen lässt, um einen Vorteil zu erhalten.
    Quid pro quo.

    Die feministische Mitleidslenkung funktioniert klassisch über die Installation einer Kultur der „Angst und Unterdrückung“, um zu bestreiten, es handelt sich hier um eine Geschäft, welches auf Gegenseitigkeit beruht.
    Es wird eine „Position der Macht“ angeführt, in der sich der Mann befindet, was ausgesprochen waghalsig ist.
    Beispiel: Wettbewerb um den Bau einer Immobilie im Wert von 10 Millionen Euro. Bauherr beauftragt Architekten, der fordert ein sofortiges Schmiergeld von 500.000 Euro in bar für die Bevorzugung beim Auftrag von den konkurrierenden Bauunternehmen.

    Die „Macht“ hat der Korrupte nur so lange, bis er beim Auftraggeber nicht auffliegt, weil einer der ausgestochenen Konkurrenten den Betrug meldet, da ein Wettbewerb gar nicht stattgefunden hat.
    Denn die „Macht“ desjenigen der ihn schmiert, beruht auf der Fähigkeit, sofort 500.000 Euro in bar zur Verfügung zu haben, um ihn zu schmieren.

    Wenn man „Bargeld“ mit „erotischem Kapital“ übersetzt und „Auftrag“ mit „Unternehmenskarriere“, dann sehen die „Machtverhältnisse“ ein wenig anders aus.
    Wer nämlich a. nicht im Besitz von erotischem Kapital ist und b. die Bereitschaft nicht besitzt, sie strategisch für die Karriere im Unternehmen einzusetzen, der hat schlechte Karten und unterliegt im Wettbewerb. Sisterhood! 🙂

    „Karriere“ bekommt jetzt ein Preisschild, das mit „Leistung“ (im eigentlichen Sinne 😉 ) nicht nur nichts zu tun hat, sondern die Botschaft ist, man kann „Leistung“ unter Einsatz von erotischem Kapital umgehen.
    Dabei spielt eine Rolle, dass mit dem Einsatz von 500k Euro eben ein Auftrag für 10 Mille winkt; es handelt sich also um eine Kosten-Nutzen-Kalkulation in einem Geschäftsverhältnis, von dem beide wissen, es ist illegal.

    Dass die Frau sich beklagt, der Sex, mit dem sie ihre Karriere vorangetrieben hat führte zu einer Position, in der sie überfordert war, entspricht dem Unternehmer, der dem Architekten 500k bezahlt hat und dann feststellt, er ist gar kein Bauunternehmer, sondern produziert eigentlich Würstchen.
    Mein Mitleid mit dieser Fehlinvestition hält sich in Grenzen.

    Außerdem sind meine empathischen Fähigkeiten prinzipiell unter Null (ich bin schließlich ein Mann) gesunken, da es sich um das Drecksblatt „Bild“ handelt und wer nach Jahrzehnten der Aufklärung über diesen Umstand noch immer bei „Bild“ anfangen will, muss entweder unzurechnungsfähig sein oder per Charakter zu diesem Drecksblatt passen.

    • @Crumar: Das, was täglich unzählige Male passiert – das Einsetzen äußerer Merkmale für persönliche Vorteile -, wird im Feminismus ja völlig unter den Teppich gekehrt.

    • Verstehe ich nicht. Warum ist legaler Sex zwischen Erwachsenen in einer Firma mit Bestechung zu vergleichen? Das gibt‘s nach fast jeder Weihnachtsfeier in fast allen Unternehmen. Ganz oft sind die Hierarchiestufen dabei nicht identisch.
      Und den pavlovschen Speichelfluss, weil es sich um BILD handelt, kann ich auch nicht nachvollziehen. Ich sehe die Marke durchaus differenzierter und beharre nicht auf einer Einschätzung, die ich mir womöglich vor Jahrzehnten gebildet habe. Klar, die haben unheimlich viel Dreck am Stecken, vor allem menschlich.
Aber wieso sollte das ein Maßstab für die hier diskutierten Umstände sein?

      • Ein durch Alkohol/Gelage/Orgie entstandener ONS ist nicht zu vergleichen mit einer regelrechten Affäre, bei der sexuelle Gefälligkeiten gegen Karriereoptionen ausgetauscht werden. Ersteres könnte man mit leidenschaftlicher Entgleisung umschreiben, letzteres ist eine nüchterne Transaktion.

        • Ist der schnelle berauschte Stich nach der Weihnachtsfeier ohne männliche Gegenleistung das moralisch oder feministisch Wertigere im Vergleich zu einer längerfristigen Liebesbeziehung, in der die Frau halt traditionell und langfristig abgreift?

          Wenn das wirklich eine nüchterne Transaktion gewesen sein soll, warum ist dann Reichelt trotz der Auflagen des Vorstandes mit der Frau zusammengeblieben – was letztlich seinen Rauswurf begründete?
          Das sieht doch eher aus nach einer ehrlichen Liebesbeziehung, bei der er
          – nur an das Sahnestückchen rankam, weil er so einen Posten hatte
          – artig seine Liebste mit Geschenken (Posten) überschüttete
          – auch noch mit ihr zusammenblieb, als der woke US-Investorenwind die Beziehung über den Vorstand wegfegen wollte.

          Feministen müssten so einen eigentlich zum Ritter der Frauenherzen adeln.
          Das extrem Spannende und Erhellende finde ich an dem Fall, wie die Feministen nun den Entlassenen in einen männlich-sexuellen Kontext des Bösen setzen.
          Das ist sehr einfach, weil der Typ halt wirklich in der Regel ein aggressives Arschloch war, was mehr als nachgewiesen ist.

          Aber reicht das aus, um sein geradezu feministisches Sexualverhalten als trilliardenfachsten Beleg für die männliche Bösartigkeit zu nehmen? Ich finde nicht.

          • Ist der schnelle berauschte Stich nach der Weihnachtsfeier ohne männliche Gegenleistung das moralisch oder feministisch Wertigere im Vergleich zu einer längerfristigen Liebesbeziehung, in der die Frau halt traditionell und langfristig abgreift?

            Keine Ahnung. Zumindest ist es aber gefährlich, da ggf. § 177 StGB greifen könnte.
            Selbstverständlich nutzt nur der Mann die schutzlose Lage einer Frau aus, umgekehrt kann das auf gar keinen Fall stattfinden. Weiß ja jeder. 😉

        • @beweis

          „Das sieht doch eher aus nach einer ehrlichen Liebesbeziehung, bei der er
          – nur an das Sahnestückchen rankam, weil er so einen Posten hatte“

          Erkenne den Widerspruch.

    • Ich finde es immer wieder lustig, wie Ihr Linken Euch an Springer im Allgemeinen und der BILD im Besonderen abarbeitet.

      Aber klar, ist schon verständlich: Die Arbeiterklasse, für die Euer linkes Herz angeblich schlägt, liest halt lieber die BILD als die schwülstigen, pseudointellektuellen, revolutionären Pamphlete linker Studenten.

      Die BILD repräsentiert die Sorgen, Nöte und Bedürfnisse des einfacher Volkes. Das macht Linke geradezu wahnsinnig und erklärt ihren völlig irrationalen Hass gegen dieses Blatt, welches ich übrigens für eines der freiheitlichsten und liberalsten Publikationen der Republik halte.

      • „Bild“ ist ein übles Hetz- und Revolverblatt mit ideologisch konservativer bis reaktionär-faschistischer Agenda – war es schon immer, ist es immer noch.
        Man das einfach nur nüchtern und gänzlich „hassfrei“ feststellen.
        Die Verachtung des Chefs für die eigene Leserschaft ist seit seinem überlieferten Bonmot, es handle sich um „quicklebendige Analphabeten“ sprichwörtlich.
        Die „Sorgen, Nöte und Bedürfnisse des einfachen Volkes“ geht „Bild“ am Arsch vorbei. Es sei denn, es gibt einen Spin, diese in ein ideologisch konservatives bis reaktionär-faschistisches Narrativ einzubinden.

        Dass du inzwischen nur wegen deiner Trollerei gegen links so weit gesunken bist, aus diesem Hetz- und Revolverblatt einer der „freiheitlichsten und liberalsten Publikationen“ zu machen spricht dafür, dass du, Adrian, noch mal deine Prinzipien und deinen moralischen Kompass überprüfen solltest.

        • Worthülsen, crumar, nichts als Worthülsen. „Ideologisch-konservativ“zu sein ist absolut legitim und „reaktionär-faschistisch“ ist heutzutage jeder, der nicht korrekt gendert. Also, denk Dir was anderes aus.

          Ober noch besser: Belege Deine These, dass die BILD „reaktionär-faschistisch“ sei. Nenne mir Artikel, in der die BILD die Abschaffung der liberalen Demokratie zugunsten einer autoritären, oder gar totalitären, völkischen Diktatur propagiert hat, oder dieser positiv gegenüber steht.

          • Adrian, diese Beweise gibt es seit den Enthüllungen von Wallraff zu tausenden. Entweder du stellst dich dumm oder du bist dumm.

          • Die „Enthüllungen von Wallraff“. Ah ja. Welchen Plan der BILD zum Sturz der liberalen Demokratie in Deutschland hat Wallraff denn aufgeweckt?

          • @crumar Es gibt Beweise dass BILD FakeNews verbreitet und anderweitig manipuliert. Für „reaktionär-faschistisch“ eher nicht. Es ist zB bekannt dass der gesamte Springer-Verlag sehr Israel-freundlich ist. Das würden Faschisten wohl nicht machen.

          • „Es gibt Beweise dass BILD FakeNews verbreitet und anderweitig manipuliert.“

            Das hat die BILD mit jeder anderen Zeitung weltweit gemein.

          • @crumar
            „…aus diesem Hetz- und Revolverblatt einer der „freiheitlichsten und liberalsten Publikationen“ zu machen spricht dafür…“

            Ganz unrecht hat er damit aber nicht, denn, wie heißt es so schön: Wenn die Sonne der Kultur tief stehen, werfen auch Zwerge lange Schatten! D.h. die relative Betrachtung stimmt zumindest.

          • @Adrian

            Im Unterschied zu einem „Pro-Israeli“ wie dir war ich tatsächlich in Israel und im Kibbuz und der Konflikt begleitet mich den Großteil meines Lebens.
            Wäre schön, wenn ich noch erleben könnte, er würde gelöst werden.

            Zuerst: es gibt keinen „rassereinen Judenstaat“ Israel, der ist eine Konstruktion. Ca. 21% der Bürger des Staats Israel sind Araber, 5% „Andere“, also keine Juden und das Gewäsch vom „Judenstaat für die Juden“ ist eine undemokratische Erfindung der israelischen Rechten und ihrer Unterstützer.

            Demzufolge ist die Vereinseitigung des Konflikts auf ein vorgestellt rasserein jüdisches Israel gegen „die Muslime“ bereits „fake news“ einer bestimmten und politisch rechts verortbaren Ideologie.
            Das Narrativ des Kulturkampfs gegen „die Muslime“ (auch das ist eine politisch rechte Ideologie) hakt zudem, wenn man sich der Ebene der Politik wieder annähert, denn die politische Organisation PLO ist säkular.

            Die Linke war in der Anfangszeit ausschließlich Pro-israelisch und erst nach der Besetzung und dem Krieg 1967 wandelte sich das Blatt. Die PLO genoss die gleiche Solidarität wie alle nationalen Befreiungsbewegungen in der 3. Welt, die sich von den jeweiligen Kolonisatoren emanzipierten.
            Dass der israelische Staat wie ein Kolonialregime funktioniert hat und funktioniert mag für dich eine Enttäuschung sein, es ist aber so.

            Shir Hever brachte die Entwicklung Israels bereist 2009 in der taz auf den Punkt: „1965 war Israel eine Art Wohlfahrtsstaat, der zwischen Finnland und den Niederlanden rangierte. Heutzutage gilt Israel neben den USA als das westliche Land mit der größten Ungleichheit. Es unterscheidet sich nicht sehr von Mexiko.“ https://taz.de/Shir-Hever-ueber-soziale-Ungleichheit/!5157071/

            Über die Ursachen der Sozialproteste in Israel von 2011/12 schreibt Wikipedia: „Die soziale Ungleichheit des Landes ist größer als in den meisten anderen Ländern der westlichen Welt, etwa ein Viertel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Hinzu kommen hohe Lebenshaltungskosten, die oft sogar von Familien mit zwei in Vollzeit arbeitenden Mitgliedern kaum bestritten werden können. Besonders stark betroffen sind die Wohnkosten, die zwischen Januar 2009 und Januar 2011 um fast 40 Prozent stiegen, aber auch die Preise vieler Lebensmittel stiegen in den letzten Jahren deutlich stärker an als die Löhne. Dies wird unter anderem darauf zurückgeführt, dass in Israel ein sogenannter crony capitalism entstanden ist, da ca. 60 Prozent des israelischen Wirtschaftskapitals in den Händen von 18 Familien liegt. Deshalb existieren in Israel oligarchische Strukturen, durch die insbesondere die Lebensmittelpreise gesteuert werden können.“
            https://de.wikipedia.org/wiki/Proteste_in_Israel_2011/2012

            Wer über soziale Ungleichheit, Massenarmut, hohe Lebenshaltungs- und Wohnkosten sowie „crony capitalism“ und Konzentration des Reichtums nicht reden möchte, der redet lieber über „Identitäten“ und hätte die eigene Bevölkerung vorzugsweise gespalten.
            Umso vehementer die Schleifung des Wohlfahrtsstaats, desto „identitärer“ wird es.

          • „Im Unterschied zu einem „Pro-Israeli“ wie dir war ich tatsächlich in Israel und im Kibbuz und der Konflikt begleitet mich den Großteil meines Lebens.“

            Ich war bereits in Tel Aviv. Westliche, Kapitalismus Zivilisation genießen. In sozialistische Kollektive gehe ich nicht.

            „Wäre schön, wenn ich noch erleben könnte, er würde gelöst werden.“

            Wird er, wenn die Palis anfangen, zivilisiert zu agieren.

            „Dass der israelische Staat wie ein Kolonialregime funktioniert hat und funktioniert mag für dich eine Enttäuschung sein, es ist aber so.“

            Mir ist es egal. Das Schicksal der Palästinenser interessant mich kein Stück.

            Der Rest ist linkes Blabla. Die israelische Wirtschaftspolitik ist deren Sache.

          • @crumar Was du über Israel denkst, hat mit der Einschätzung der Blödzeitung wenig zu tun.

            Der Punkt war, Faschisten – die ja per Definition immer Antisemiten sind – würden nicht Partei für den jüdischen Staat ergreifen. Die Springerpresse ergreift jedoch Partei für Israel. Daraus folgt, sie sind keine Antisemiten, und folglich keine Faschisten. Dieser Vorwurf an die Springerpresse ist also falsch. QED.

          • @Adrian @anorak

            „Der Punkt war, Faschisten – die ja per Definition immer Antisemiten sind – würden nicht Partei für den jüdischen Staat ergreifen.“

            Nope. Faschisten ist klar, richtig unpopulär ist ihre Ideologie wegen „der Sache mit den Juden“. Du findest unter den engagiertesten Philosemiten und Freunden von Israel inzwischen die widerlichsten Faschisten. Weil sie den Feind und Sündenbock einfach ausgetauscht haben. Es gibt inzwischen das „christlich-jüdische Abendland“ – was immer die Frage aufwirft, warum es trotz dieser Gemeinsamkeiten den Holocaust überhaupt gab – vs. „die Muslime“.
            Die gemeinsame Sache und Nenner der Rechts- mit den Linksidentitären ist die Suche nach dem Sündenbock. Der Jude, der Muslim, der Mann, der Weiße – es ist eigentlich in Sachen Personalisierung völlig egal, Hauptsache es wird personalisiert.

            Und das leitet über zu dem Charakteristikum von Boulevard- und Gossenjournalismus: Personalisierung.
            Der faule Sozialhilfeempfänger ist Schuld an Harz4 und der faule Grieche am Wirken der Troika.
            Die Schuld an der Verachtung, die genau diese (Hetz-) Presse organisiert hat, wird demjenigen übereignet, der verachtet wird.
            Lies es noch einmal: Dem MANN, dessen Verachtung medial organisiert wird, wird übereignet, Schuld an der eigenen Verachtung zu sein.
            Ersetze „Mann“ durch Jude, Muslim, Weiße.
            Das Spiel bleibt.

            „Ich war bereits in Tel Aviv. Westliche, Kapitalismus Zivilisation genießen. In sozialistische Kollektive gehe ich nicht.“

            Weil du „Zivilisation“ generell als etwas ansiehst, was ohne Arbeit entstanden ist und nicht auf Ausbeutung basiert. Weil deine Ansicht über Zivilisation also eine Chimäre, eine Nullnummer ist.

            „Das Schicksal der Palästinenser interessant mich kein Stück.“

            Die Linke hätte das Schicksal der Schwulen ebenfalls kein Stück interessieren sollen.
            Mit der identischen Begründung: Schwule werden verfolgt? Interessiert mich nicht, denn ich feiere auf Ibiza. Lass dich von Faschos hängen und dir die Zähne einschlagen.
            „Warum versaut mir der tote Schwule den Spaß? Holy shit, die sollen sich mal zivilisieren!“

            Was mich an dir abnervt ist nicht deine politische Wahl.
            Denn wenn Schwule und Lesben Funktionäre der AfD werden, dann zeigt mir das eines: der Emanzipationsprozess der Schwulen und Lesben ist abgeschlossen.
            Das war es.
            Niemand ist als Schwuler mehr so unterdrückt, ein Nazi-Klemmschwuler wie Arno Breker zu sein.
            Offen schwul und offen Nazi ist demzufolge die ultimative Emanzipation der Schwulen, so wie ich auch philosemitische Faschos begrüße. /sarcasm

            Was mich an dir abnervt, Adrian, du reitest noch auf der Welle einer abweichenden sexuellen Orientierung, die linke Solidarität verdient hätte, um der Linken, die dir diesen Ritt erst ermöglicht hat, den Stinkefinger zu zeigen.
            Oute dich und verzichte auf jede historische solidarische Begleitmusik, die dir hat sicher sein können und auf die du dich permanent via sexueller Orientierung berufst.
            Mein Ziel einer alten und neuen Linken ist, ein dicken Strich zu zeichnen zwischen den Adrian Brekers und dem Rest (Pi mal Daumen 99,9%).

          • „Weil du „Zivilisation“ generell als etwas ansiehst, was ohne Arbeit entstanden ist und nicht auf Ausbeutung basiert. “

            Geschwätz, crumar. Moralisierendes, pseudointellektuelles Geschwätz.

            „Die Linke hätte das Schicksal der Schwulen ebenfalls kein Stück interessieren sollen.“

            Die Linke? Stalin, Mao, Che Guevara? Pol Pot?

            „Mit der identischen Begründung: Schwule werden verfolgt?“

            Der Vergleich von Schwulen mit Palästinensern ist geradezu obszön. Die terroristischen Aktivitäten schwuler Gruppen sind jedenfalls reichlich dünn gesäht. Ach ja, und in Deinem geliebten Palästina ist Homosexualität illegal, werden Homosexuelle verfolgt.

            „um der Linken, die dir diesen Ritt erst ermöglicht hat, den Stinkefinger zu zeigen.“

            Geschwätz, crumar. Moralisierendes, pseudointellektuelles Geschwätz. Sexuelle Orientierung hat mit politischer Einstellung nichts zu tun. Das könnte Euch Linken so passen! Ihr seid nicht unser Herren. Wir gehören Euch Linken nicht. Wir sind Individuen und schulden Euch Linken gar nichts.

          • @crumar „Du findest unter den engagiertesten Philosemiten und Freunden von Israel inzwischen die widerlichsten Faschisten. “

            Dann benutzt du das Wort in einer nur dir bekannten innovativen Bedeutung.. Im herkömmlichen Deutsch bedeutet „Faschismus“

            a) Die Ideologie und Praxis des italienischen Regimes unter Mussolini in den1920er bis 40er Jahren

            b) Im übertragenen Sinne der Oberbegriff für die Ideologien und Staatsformen des deutschen Nationalsozialismus unter Hitler, des italienischen Regimes unter Mussolini, des spanischen Regimes unter Franco, sowie einiger derer Verbündeter in Ungarn, Rumänien und Kroatien

            c) Im nochmal übertragenen Sinne die Ideologie späterer Bewegungen, die die obigen Regime oder Teilaspekte davon befürworten („Neofaschismus“)

            Antisemitismus war/ist eine von mehreren Gemeinsamkeiten aller dieser Erscheinungen.

            Du benutzt das Wort „Faschismus“ jetzt in ganz anderer Bedeutung, und es ist unklar was du aussagen willst. Sicher hat die Blödzeitung, so blöd sie ist, nichts mit alldem zu tun, und hat auch keine Ähnlichkeit mit irgendwelchen Medien der damaligen Zeit. Vielleicht solltest du ein anderes Wort verwenden und deinen Vorwurf an sie konkretisieren, weil so bleibt es völlig unklar.

          • PS „Der faule Sozialhilfeempfänger ist Schuld an Harz4 und der faule Grieche am Wirken der Troika.“

            Das sind leider Formulierungen, die nach 2000 auch in ARD und ZDF zu hören waren. Das ist alles übel, aber „faschistisch“ ist das falsche Wort dafür.

            „Die Linke hätte das Schicksal der Schwulen ebenfalls kein Stück interessieren sollen.“

            Die Gleichberechtigung von Schwulen folgt direkt aus den bürgerlich-liberalen Werten, die reichen dafür eigentlich. Die heutige „Linke“, wenn man sie so nennen darf, ist inzwischen ja wieder homophob.

            „Offen schwul und offen Nazi“

            Du gehst wirklich sehr frei mit deinen Invektiven um. Die Blödzeitung ist für dich faschistisch, die AfD sind Nazis. Geht’s noch? Kritisiere beide für das was sie wirklich sagen und tun, da gibt’s genug. Aber denk dir nicht sonen Quatsch aus.

            „um der Linken, die dir diesen Ritt erst ermöglicht hat“

            Zweifel

          • @crumar „Die Linken haben Schwulen aus emanzipatorischen Gründen immer eine Heimat geboten“

            Welche Linken sollen das gewesen sein? Es trifft auf die Grünen zu – einer ihrer ganz wenigen positiven Züge -, aber die sind arguably nicht links. Forderungen nach Entkriminalisierung und Gleichberechtigung gab es ab den 1950er Jahren quer durch alle politischen Lager verschiedener westeuropäischer Länder, und irgendwann haben sie sich durchgesetzt. Speziell „links“ war das nicht, eher bürgerlich-liberal. Ich sehe jetzt nicht das Kommunisten, Sozialisten da mehr hervorgetan hätten als Bürgerliche. Oder meinst du die 68er? Waren die sehr homophil? Ist mir nichts von bekannt. Außerdem würd ich da auch mal scharf nachfragen wie „links“ die waren.

            „Willst du hier wirklich erzählen, in den 1970ern hättest du in der CDU/CSU als Schwuler Karriere a la Spahn aktuell machen können?“

            Nein, aber in der SPD oder bei den K-Gruppen auch nicht.

            „erhielt erst richtig Einzug mit den Grünen in den Bundestag.“

            Das hatte ich oben geschrieben bevor ich dies las, aber die sind defintiv nicht links.

            „Das ist nur unklar, wenn du die Seite „Faschismustheorien“ auf Wikipedia umgehst.“

            Ist wahrscheinlich auch besser so, ich bleib lieber bei der Lexikondefinition.


            – das Führerprinzip,
            – der Totalitätsanspruch,
            – die am Militär orientierte Parteiorganisation,
            – eine kulturstiftende, auf Mythen, Riten und Symbolen basierende, irrationale weltliche Ersatzreligion,
            – eine korporative, hierarchische Wirtschaftsorganisation,
            – sowie ein totalitäres, in Funktionshierarchien gegliedertes Gesamtmodell der Gesellschaft.

            Das sind aber Merkmale aller totaltitären Ideologien, trifft also zB auch auf kommunistische Organisationen zu. Und wahrscheinlich in Zukunft auf „Fridays for Future“ 🙂 Du hast kein Kriterium genannt, das spezifisch faschistisch ist, und diesen von den vorgenannten unterscheidet. Nach Lexikonwissen wären das Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus und sowas.

            Auf den Springer-Verlag oder die AfD trifft andererseits nichts davon zu. Das heißt nicht dass die toll seien, aber man soll sie für das kritisieren was sie wirklich sind, nicht für ein falsch aufgeklebtes Etikett.

            „Kein einziges dieser gemeinsamen Merkmale umfasst „Antisemitismus“.“

            Der Rest passt aber auch nicht.

          • @crumar
            „Lies es noch einmal: Dem MANN, dessen Verachtung medial organisiert wird, wird übereignet, Schuld an der eigenen Verachtung zu sein.
            Ersetze „Mann“ durch Jude, Muslim, Weiße.
            Das Spiel bleibt.“

            Eine Gruppe passt nicht in die Reihe. Willst du wirklich behaupten, dass es unter Muslimen keine gewaltiges Problem mit erzreaktionären (und menschenfeindlichen, repressiven) Ansichten gibt?

        • Zumindest bedient die Bild so ziemlich alles, solange es Quote bringt. Denen scheint die Ideologie egal zu sein, was man bei Spiegel und der Zeit mit ihrem linksextremen Einschlag beim besten Willen nicht behaupten kann. Ein Spiegelleser hat doch von vornherein keine Chance das ganze Geschehen zu erfassen….zumal im linken MSM, besonders bei der Zeit, immer noch eine Brise Antisemitismus mitschwingt.
          Sogar der ÖR muss regelmäßig seine Fakenews Versuche unter Gelächter löschen…letzens war doch erst das mit dem retuschierten Bildlogo aufm Mikrofon:D.
          Mittlerweile bringen Spiegel und Zeit mehr Fakenews und Propaganda, als es Bild zu ihren Hochzeiten je getan hat, was aber nicht schlimm ist. Je mehr Leute dumm gehalten werden, desto länger haben die Klugen Zeit ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Von daher ist es zu begrüßen, dass Spiegel und Zeit bei Studenten beliebt sind.

        • @anorak

          „Du benutzt das Wort „Faschismus“ jetzt in ganz anderer Bedeutung, und es ist unklar was du aussagen willst.“

          Nein, du willst es nur nicht verstehen.
          Nachdem ich dir erzählt habe, „die Sache mit den Juden“ hat die Verbreitung faschistischer Ideologie erfolgreich verhindert, sind Faschisten auf die Idee gekommen, gemeinsame Sache mit „den Juden“ zu machen würde die Ideologie weniger unanständig = faschistisch machen.
          Unter dem Schirm des „jüdisch-christlchen Abendlands“ segelt es sich wesentlich entspannter zur Frontstellung gegen „die Muslime“
          Wenn man sich klarmacht, was das eigentlich bedeutet, sind „Atheisten“ eigentlich nur eine andere Form von „Muslime“.
          D.h. die Rekonstruktion der Frontstellung bedeutet, man leugnet, worum es in „Frontstellung“ eigentlich gegangen ist – es gibt KEINEN Gott ist demzufolge identisch mit der Unterstellung, du glaubst an den FALSCHEN Gott.

          Das ist immer mein Punkt gewesen: jedwede Diskussion ob „der Islam“ zu „uns“ gehört, rekonstruiert „uns“ als ein religiöses, der Religion bedürftiges Wesen.
          In diesem Forum ist die Hinterhältigkeit dieser Attacke nicht angekommen.
          Für Atheisten: Warum gehört eigentlich „Religion“ zu „uns“?

          We don´t need the fascist groove thing! 🙂

        • @Adrian

          „Moralisierendes, pseudointellektuelles Geschwätz. Sexuelle Orientierung hat mit politischer Einstellung nichts zu tun“

          Das ist genau das, was ich bereits in meinem Beitrag als „Emanzipation“ der Schwulen und Lesben herausgestellt habe.
          Würden bitte die Nazi-Schwulen jetzt freiwillig aufstehen?
          Danke, Adrian! 🙂

        • @Adrian @anorak

          „Sexuelle Orientierung hat mit politischer Einstellung nichts zu tun. Das könnte Euch Linken so passen! Ihr seid nicht unser Herren. Wir gehören Euch Linken nicht. Wir sind Individuen und schulden Euch Linken gar nichts.“

          Das ist präzise das, was ich auch gesagt habe.
          Es gab die funktionierenden Edelschwulen des Nazi-Systems, die sich sicher sein konnten, nicht verfolgt zu werden.
          Der „Rest“ (vorwiegend proletarische Schwule) landete im KZ und wurde ermordet.

          Die Linken haben Schwulen aus emanzipatorischen Gründen immer eine Heimat geboten und aus dem Grunde hat man sie (und Lesben) automatisch für links gehalten.
          Das war und ist ein Trugschluss.
          Umso mehr der tatsächliche Emanzipationsprozess homosexueller Emanzipation abgeschlossen worden ist, desto eher können Schwule und Lesben als Individuen politisch da stehen, wo sie wollen.
          Die Allianz war eine vorübergehende und das war es.

          Natürlich schuldest du der Linken etwas, aber dir das zu erklären wäre mir zu blöd, denn du bist zu jeder rückwirkenden Geschichtsfälschung in der Lage und fähig.
          Willst du hier wirklich erzählen, in den 1970ern hättest du in der CDU/CSU als Schwuler Karriere a la Spahn aktuell machen können?
          Lächerlich. Akzeptanz gegenüber Schwulen und Lesben erhielt erst richtig Einzug mit den Grünen in den Bundestag.

          Ich finde es übrigens köstlich, dass du als virtueller Hyperindividualist von „WIR Schwulen“ und „UNS Schwulen“ redest und nicht einmal merkst, wie sich beide Positionen widersprechen.

          „Du benutzt das Wort „Faschismus“ jetzt in ganz anderer Bedeutung, und es ist unklar was du aussagen willst.“

          Das ist nur unklar, wenn du die Seite „Faschismustheorien“ auf Wikipedia umgehst. Insbesondere „Gemeinsame Merkmale faschistischer Bewegungen“ https://de.wikipedia.org/wiki/Faschismustheorie#Gemeinsame_Merkmale_faschistischer_Bewegungen

          „Nachfolgend sind – orientiert an den von Gentile vorgeschlagenen Dimensionen – einige typische Elemente faschistischer Strömungen dargestellt, wie beispielsweise

          – das Führerprinzip,
          – der Totalitätsanspruch,
          – die am Militär orientierte Parteiorganisation,
          – eine kulturstiftende, auf Mythen, Riten und Symbolen basierende, irrationale weltliche Ersatzreligion,
          – eine korporative, hierarchische Wirtschaftsorganisation,
          – sowie ein totalitäres, in Funktionshierarchien gegliedertes Gesamtmodell der Gesellschaft.“

          Kein einziges dieser gemeinsamen Merkmale umfasst „Antisemitismus“.
          Case closed.

      • @Adrian „Ich finde es immer wieder lustig, wie Ihr Linken Euch an Springer im Allgemeinen und der BILD im Besonderen abarbeitet.“

        Die Springerpresse, und BLÖD im Besonderen, macht schon immer das was wir heute gemeinsam den ÖR vorwerfen: Meinungsmache. Information und Meinung sind untrennbar miteinander vermischt. Ich hoffe dass das nicht nur Linke bemerken.

        „Die Arbeiterklasse, für die Euer linkes Herz angeblich schlägt, liest halt lieber die BILD“

        „Welt“ und „Berliner Morgenpost“ sind auch politisch einseitig, nur auf höherem Niveau.

        „als die schwülstigen, pseudointellektuellen, revolutionären Pamphlete linker Studenten.“

        Pest Cholera …

        „Die BILD repräsentiert die Sorgen, Nöte und Bedürfnisse des einfacher Volkes.“

        Nicht wirklich, es ist immer noch Gossenjournalismus.

        Was man ihr aber zugute halten muss, dass sie inzwischen kritischer ist als die ÖR – besonders am Beispiel von „Corona“. Das liegt nicht an der hohen Qualität der BLÖD-Zeitung, die ist immer noch der gleiche Gossenjournalismus der sie immer war. Es liegt daran, dass die ÖR heute inzwischen noch schlimmer sind. Um Gossen-Niveau zu erreichen, müssten die ÖR ihre Qualität erheblich steigern.

        • „Gossenjournalismus“ ist eine subjektive Frage des Geschmacks. Eine Gefahr für die freiheitlich-liberale Gesellschaft ist die BILD aber nicht und war sie nie. Dies zu behaupten, ist hochgradig lächerlich.

          • @Adrian “
            Gossenjournalismus“ ist eine subjektive Frage des Geschmacks.“

            „Gossenjournalismus“ ist nur meine saloppe Bezeichnung für niedriges journalistisches Niveau. Das lässt sich objektiv anhand formeller Kriterien nachweisen. Wir können nicht der Blödzeitung durchgehen lassen, was wir bei den ÖR ankreiden.

            „Eine Gefahr für die freiheitlich-liberale Gesellschaft ist die BILD aber nicht und war sie nie.“

            Als schleichendes Gift, so wie der schlechte Journalismus von ARD und ZDF, vielleicht doch.

          • Unsinn. Boulevardzeitungen gibt es in jeder liberalen Demokratie. Sie sind ein normale Folge der Meinungsfreiheit und des Bedürfnisses nach Sensation und Voyeurismus.

          • Das Thema sind nicht Boulevardzeitungen allgemein, sondern der Springer-Verlag und Bild im Besonderen. Das war ja dein eigener Anreißer. Es gibt Boulevardzeitungen mit höherem journalistischen Niveau als Bild.

        • Das liegt nicht an der hohen Qualität der BLÖD-Zeitung, die ist immer noch der gleiche Gossenjournalismus der sie immer war. Es liegt daran, dass die ÖR heute inzwischen noch schlimmer sind.

          Es liegt vor allem an ihrer Machtstellung im Markt und an ihrem eigenen Anspruch, eben nicht die Bewertungen nur der Politik und dem ÖR zu überlassen, sondern eigene Akzente zu setzen. Und das geht heutzutage nur ab einer gewissen Größe, Stärke und Rechtsabteilung.
          In einer Zeit, in der die ÖR nicht mehr halbwegs ausgewogen informieren, die Politik totale Konformität einfordert, ist das der einzige Strohhalm, der noch greifbar ist (innerhalb des Mainstreams).

          Über Jahrzehnte haben die Menschen diese Kaufzeitung täglich millionenfach mit Bargeld erworben. Es hat sie keiner gezwungen, überredet oder zum Kiosk gejagt. Ich mag die linke Argumentation nicht, dass die Menschen nur zu blöd seien und das deswegen gekauft haben. Das ist arrogant und überheblich.

          Die angesprochene Verquickung von Nachricht und Meinung ist so eine Sache. Ähnlich vermischt wird das traditionell auch im Spiegel, auch schon vor Relotius.
          Ich halte das gezielte Auslassen von Informationen und die Auswahl nach bevölkerungspädagogischen Aspekten, also den sog. Haltungsjournalismus für viel schlimmer und gefährlicher. Die veruquickte Meinung kann ich herauslesen – die unterschlagene Information nicht.

          • @beweis Gezieltes Weglassen von Nachrichten sehe ich nicht als Gegensatz zu Meinungsmache, sondern als eine Form davon.

      • BILD hat meiner Meinung nach eine helle Seite, mit der sie wirklich auf die Nöte und Bedürfnisse einzelner Menschen fokussiert, die ansonsten hilflos und vergessen in Wokistan vergammeln.
        Aber BILD hat auch eine sehr dunkle Seite, mit der durch Falschbeschuldigungen und der Befriedigung von Sensationsgier Menschen in den Tod getrieben wurden.
        Im Moment ist BILD die einzige Mainstream-Publikation, die den mittlerweile fast totalitär wirkenden öffentlichen Kanon zu entscheidenden Themen unserer Zeit wenigstens gelegentlich mal hinterfragt.

  5. https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-21-oktober-2021-102.html

    Schaut euch die Lanz Sendung dazu an und die Auswahl der Gäste:
    Caroline Rosales, Autorin
    Die „Zeit Online“-Redakteurin schildert, wie männliche Kollegen während ihres Berufseinstiegs beim Axel-Springer-Verlag Abhängigkeitsverhältnisse ausnutzten, und sagt: „Ich bangte jeden Tag um meinen Job.“

    Melanie Amann, Journalistin
    Der „Spiegel“, dessen Chefredaktion sie angehört, veröffentlichte Teile der Recherche über Reichelt. Über Sexismus im Beruf sagt sie: „Das zu ändern, ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag.“

    Hajo Schumacher, Publizist
    Der in Berlin lebende Kolumnist analysiert das Agieren Müllers, die Defizite in der Verwaltung der Hauptstadt und sagt zum Thema Machtmissbrauch: „Reichelts gibt es überall in Deutschland.“

    Daniel Drepper, Journalist
    Recherchen seines Teams von „Ippen Investigativ“ sowie der „New York Times“ führten zum Sturz des BILD-Chefs Julian Reichelt aufgrund des Vorwurfs von Machtmissbrauch.

    Michael Müller, Politiker
    Der scheidende Regierende Bürgermeister von Berlin äußert sich zu den Wahlpannen in seiner Stadt, seinem Wechsel in die Bundespolitik und den Aufgaben der wahrscheinlichen Ampel-Regierung.

    Roalses macht in jedem 2. Satz Werbung für ihr egomanisches Buch.
    Amann sagt nicht was ist, sie relotiert was das feministische Œu­v­re so hergibt, „Zustände wie an einem mittleralterliche Königshof…“. Da passt ja das feministische Weltbild als Inquisition ganz gut rein.
    Hajo Schumacher gibt den geleuterten Macho.
    Drepper berichtet über seine ehrenvolle Arbeit.
    Und Müller dilettiert wie man es von ihm im Rahmen RRG gewohnt ist (UND DER TYP ZIEHT IN DE BUNDESTAG EIN!)

    Klar ist, dass aus Reichelt eine Art deutscher Weinstein gemacht werden soll. Frauen als Opfer der „Beseztungscouch“, unwillig sich zu wehren und ausgenutzt von mächtigen weißen Männern.

    • bei „ich bangte jeden Tag um meinen Job“ habe ich, da das ja für sie die absolute Hölle gewesen sein muss, direkt gedanklich ein „gang-“ vor dem „bang“ gelesen. Sieht aber so aus, als sei das doch gar nicht so gewesen. Hmmm.

    • @Jolanda
      Caroline Rosales, Autorin
      Die „Zeit Online“-Redakteurin schildert, wie männliche Kollegen während ihres Berufseinstiegs beim Axel-Springer-Verlag Abhängigkeitsverhältnisse ausnutzten, und sagt: „Ich bangte jeden Tag um meinen Job.“

      Caroline Rosales, die Frau mit dem nuttigen Aussehen bei Lanz hat laut wiki „mit dem ehemaligen stellvertretenden Chefredakteur der BILD, Michael Paustian zwei Kinder“.

      Was wiki nicht verrät: Man findet sie auch unter dem Namen Caroline Paustian im Netz. Sie war also offenbar mal mit ihrem Protegé bei Bild verheiratet. Jetzt, wo die Ehe schiefging und sie auf weitere Karriere ihm und der Kinder zuliebe verzichtet hatte [Argh!], steht sie vor den Trümmern ihres vermeintlich schlauen Lebensplanes.

      Heute schreibt sie Bücher über das Elend der Mütter, also über sich selbst und klagt bei Lanz, wie sie damals um ihren Job bangte, als sie als Volontärin bei BILD mit ihrem damaligen stellvertretenden Chefredakteur anbandelte. Besser lässt sich ein narzisstischer Lebenslauf kaum beschreiben.

      • In Zusammenhang mit den spektakulär-„singulären“ Vorwürfen gegen Julian Reichelt wurde auch hier noch gar nicht auf den Aspekt eingegangen, welche Rolle bei diesem „Abwicklungsverfahren“ eigentlich das ehemalige „Kinder-Mädchen“ der seinerzeitigen Familie Axel Springer eingenommen hat, die heutige mehrheitliche Anteilseignerin des Springer-Konzerns und Busenfreundin der „mächtigsten Frau der Welt“…

  6. Verstehe ich nicht. Warum ist legaler Sex zwischen Erwachsenen in einer Firma mit Bestechung zu vergleichen? Das gibt‘s nach fast jeder Weihnachtsfeier in fast allen Unternehmen. Ganz oft sind die Hierarchiestufen dabei nicht identisch.

    Und den pavlovschen Speichelfluss, weil es sich um BILD handelt, kann ich auch nicht nachvollziehen. Ich sehe die Marke durchaus differenzierter und beharre nicht auf einer Einschätzung, die ich mir womöglich vor Jahrzehnten gebildet habe. Klar, die haben unheimlich viel Dreck am Stecken, vor allem menschlich.
    Aber wieso sollte das ein Maßstab für die hier diskutierten Umstände sein?

    • Aus feministischen Kreis gibt es erste Ideen, dass Weihnachstfeiern künftig nach Geschlechtern getrennt gefeiert werden sollen. Justizministerin Lambrecht feilt schon an einem entsprechenden Entwurf…

      • Schlimm. Da musste ich echt lang überlegen, ob Ironie oder echt. Steht denn auch in dem Entwurf, dass die Gratifikationen bei den Frauen nur vom Christkind und bei den anderen von der etablierten Weihnachtsmannperson übergeben werden dürfen?

        • Frau Lambrecht hat zusammen mit dem Maasmänchen eine Forschungsgruppe eingerichtet. Unter der Führung von Kahane, Schwarzer, Baerbock, Roth, Wizorek, Hengameh Yaghoobifarah und anderen diversen Personen soll erörtert werden, ob es ausreicht den Entwurf für 357,8 Geschlechter auszufertigen oder ob es doch von 12663 bis unendlich geht. Klar ist aber, dass die Definitionsmenge für den Gesetzentwurf die Summe aller Geschlechter ohne die Männer sein wird. „Männer können wir undefiniert lassen“ so Lambrecht, „damit erhalten sie die Beachtung, die sie verdient haben.“ so Lambrecht weiter.

    • Im Grunde wieder sehr gut zusammengefasst, aber doch nicht ganz richtig.
      Er muss gehen, weil er weiter mit einer Untergebenen zusammen blieb, nachdem sie sich bei ihm hochgevögelt hatte. Er hat sie also nicht fallen lassen – ein wahrer Ritter.
      Da er das aber dem Vorstand versprechen musste und den dann auf Nachfrage sogar angelogen hat, haben sie ihn entsorgt.
      Deswegen spricht Döpfner in dem Kontext auch nur von „fehlendem Respekt“ und nicht von irgendwelchen Verfehlungen.

  7. Es tut mir etwas weh, wenn selbst wir hier weibliche Karriereanstrenungen und die entsprechenden Erfolge als etwas männlich Böses framen.

    Christian schrieb:

    Frauen, die sich auf ihn einließen, habe er sich nahbar und verletzlich gezeigt. Er habe ihnen schnell das Gefühl gegeben, ein wichtiger Teil seines Lebens zu sein. „Er bringt einen dazu, innerhalb kürzester Zeit über brennende Brücken zu laufen“, zitiert das Magazin eine Person aus Reichelts beruflichem Umfeld.

    Ich formuliere das mal um:

    Er war nahbar und verletzlich. Sie waren schnell ein wichtiger Teil seines Lebens. „Für ihn wären sie über brennende Brücken gelaufen.“

    Was ist der Unterschied? Im oberen Text ist Reichelt ein Wolf, der arme Rehkitze reißt, die gar nicht wissen, was passiert. Im unteren ist er ein liebevoller zärtlicher Hirsch mit großem Herzen.
    Es geht gar nicht um den Inhalt, es geht um die extrem tief verwurzelte Denkart, dass im sexuellen Kontext der männliche Part immer der böse ist. Das müssen wir überwinden.

  8. Soweit mir bekannt ist, handelt es sich bei all den Vorwürfen gegen Reichelt doch vor allem um GERÜCHTE, die wohl erfolgreich durch ein konkurrierendes Schmierenblatt samt einem dazu wohl „einschlägig eingeschalteten“ Anwalt, und u.a. mit internationaler Unterstützung aus NY erfolgreich zum jetzigen ERGEBNIS geführt haben.
    Die Verknüpfung mit der in letzter Zeit bei BILD zu verzeichnenden kritischen Hinterfragung von „absolut unhinterfragbaren WAHRHEITEN“ wird dabei erfolgreich ausgeblendet.
    Wie war das eigentlich mit den diskreditierenden Vergewaltigungsvorwürfen gegen den Whistleblower und Namensvetter von Reichelt, Julian Assange?!

    Daß besagte und beklagte „Mißstände“ eine lange und weitverbreitete schlechte Tradition haben, sollte auch allen heutigen „Moraltheologen“ bekannt sein, und nicht wenige von ihnen werden solche Praktiken vielleicht selbst ausüben!

  9. https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2021-10/samenspende-mutterschaft-kosten-vorurteile-kinderwunsch

    Die moderne (feministische) Frau braucht keine Männer zur Fortpflanzung mehr. Die Reichelts dieser Welt werden unnötig, die Welt als viel sicherer und besser.

    „[…] Die gesamte Kinderwunschbehandlung hat sie etwa 12.000 Euro gekostet. Laut Constanze Bleichrodt keine ungewöhnliche Summe, insbesondere bei etwas älteren Patientinnen. Weiß sagt, sie habe sich eigentlich vorab eine Grenze von 10.000 Euro gesetzt. Die künstliche Befruchtung sollte der allerletzte Versuch sein. Sie arbeitet im Vertrieb einer IT-Beratungsfirma, verdient gut. Ihre Behandlung habe sie zum Teil auch mit der Vorerbschaft von ihren Eltern finanziert, sagt sie.
    Für viele andere Frauen ist eine Kinderwunschbehandlung dieser finanziellen Größenordnung dagegen unbezahlbar. Viele suchen sich Wege abseits der Samenbanken und Kinderwunschpraxen. In entsprechenden Facebook-Gruppen und Foren sind teils mehrere Tausend Nutzerinnen und Nutzer angemeldet. Auch Agnetha Weiß hat es zunächst über diesen Weg versucht, sich ein Profil angelegt und den Kontakt zu möglichen Spendern gesucht. Die meisten Männer dort kamen für sie jedoch am Ende nicht infrage. „Da gab es oft diese ganz krassen Samenspender, die schon Hunderte Kinder gezeugt hatten“, sagt sie.
    Nur einen einzigen Mann habe sie dort wirklich sympathisch gefunden, sagt Agnetha Weiß. Dann aber weigerte er sich, ihr seinen Personalausweis zu zeigen. Da habe sie realisiert, dass eine private Samenspende viel unsicherer als die über eine offizielle Samenbank sei. „Außerdem ist nirgends dokumentiert, mit wem das Kind gezeugt wurde“, sagt sie. „Falls ich den Kontakt zu dem Mann verliere, wird mein Kind nie erfahren, wer sein biologischer Vater ist.“[…]

    Ach shit Sherlock, nein! Die Reichelts dieser Welt sind nötiger denn je!

  10. Wer als Journalistin bei solch einem perversen Blatt wie der „Bild“ anfängt, ist selbst schuld. Das verbietet sich schon aus moralischen Gründen. Man tritt ja auch nicht in die NPD ein und sagt dann naiv, man wolle sich demokratisch engagieren.

    „Bild“ ist ein perverses Drecksblatt, das niemand kaufen sollte. Und es ist logisch, daß Leute wie Reichelt ein Blatt führen, daß kaum moralische Skrupel kennt. Wer erwartet denn bei so einem Blatt integres Führungspersonal?

    Die feministische Verwurstung der weiblichen Karriere-Prostitution steht auf einem anderen Blatt. Oder in einem anderen Blatt? 🙂

    Da fällt mir spontan ein, daß die heutigen Qualitätsblätter überwiegend Moraljournalismus betreiben. Statt unangenehme Wahrheiten anzusprechen wie der Beitrag oder die Kommentare hier, empört man sich eilfertig und schreibt sich auf die richtige Seite der Geschichte. Das ist das Gegenteil von „Zivilcourage“ oder „Keine Angst vor der Wahrheit“.

    Na ja. Niemand muß Eier aus Käfig- oder Bodenhaltung kaufen. Und niemand muß „Bild“ lesen.

    • Man muss schon ziemlich blind sein, um nicht zu erkennen, dass jeder der bei der BILD arbeitet, als Kind missbraucht wurde.

      Mehr auf alice-miller.com

    • Obige beide Kommentare sollen übrigens Satire sein. Beide Autoren haben Probleme mit der Realität, daß Kindesmißhandlung sehr häufig vorkommt, mit ziemlicher Sicherheit auch sie betrifft und die Ursache vieler destruktiver Phänomene ist.

      Wer ein ehrliches Interesse an dem Thema hat und es nicht kindisch abwehren muß, dem empfehle ich diese Seite: http://alice-miller.com/de

      Die Texte dort sind sehr intelligent und tiefschürfend. Man versteht dann auch besser die enorme und infantile Abwehr, wie sie bei obigen Autoren ersichtlich ist.

      • Ah, der bejammernswerte Knilch, dem seine absurd hässliche und fette Alte bei der gemeinsamen Bibelstunde genüßlich Elektroschocks in die Genitalien verpasst, bringt mal wieder seinen Klassiker „ich habe noch nie irgendjemandes Eltern strafrechtlich relevanter Dinge beschuldigt, aber ihr seid als Kinder mit Sicherheit misshandelt/missbraucht worden“. Und dann wundert sich der zuppelnd an der Autobatterie hängende Religiot anschließend wieder, dass man ihn ach so böse beleidigt, obwohl er doch nur routinemäßig und aus purer Menschenfreundlichkeit die Eltern anderer als Kinderschänder bezeichnet.

  11. Ich las eben den Kommentar zum mutmaßlichen Opfer von Assange, und dort wurden sowohl Assange als auch Reichelt Machtmissbrauch vorgeworfen. Welche Macht denn?
    Dass die Mädels freiwillig mit denen in die Kiste springen, weil die Leute unglaublich bekannt sind – und man da als Frau einfach nix machen kann? Also so eine Art Hexenzauber der Berühmtheit?

    Oder ist es die unabweisbare Macht einer Person, die so reich oder einflussreich ist etwas sehe positives für dein Leben zu bewegen imstande ist – da kann man dann auch nur spreizen?

    Für mich wäre ein Machtmissbrauch wenn jemand sagt: entweder du macht x oder ich lasse dich feuern/einsperren/…
    Wie auf der Welt ein herumvagabundierender Freak wie Assange im Ausland solche Macht entfalten kann ist mir schleierhaft.

    Aber offensichtlich ist das Angebot ich gebe dir etwas, das du willst (z.B Geld, Rolle, Karrierechancen) gegen eine Gegenleistung etwas was Frauen nicht zugememutet werden kann.

  12. Und dann kommt noch die Umkehrfrage: ist es auch Machtmissbrauch Gegenleitung zu fordern (Geld, Karriere…) für Sex oder die Hoffnung auf Sex?
    Dann sind ja praktisch alle Frauen Machtmissbraucher.

  13. Ich weiß ja nicht, ob er ihr einen tollen Job anbot, wen sie ihm entgegen kopmmt, oder ob sie ihm zu verstehen gab, dass sie diesen bestimmten Job gerne hätte und ihm dafür entgegen kommen würde, Aber man stelle sich vor (im letzteren Fall), er hätte ohr gesagt: Mädchen, lass das ,der Job ist ne Nummer zu groß für dich. Was wäre wohl die Reaktion gewesen?

  14. Pingback: Reichelt und Framing | uepsilonniks

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