Nun doch Habeck?

Anscheinend soll für den Fall einer Koalition eher Habeck die höheren Ämter bekommen, insbesondere die Position als Vizekanzler:

Nach dem enttäuschenden Ergebnis der Grünen bei der Bundestagswahl verschiebt sich das Kräfteverhältnis zwischen den Parteivorsitzenden von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock zugunsten von Robert Habeck. Nach Informationen der F.A.Z. soll Habeck in einer künftigen Regierungskoalition mit Beteiligung der Grünen den Posten des Vizekanzlers bekommen. In der gemeinsamen Pressekonferenz am Montag sagte Habeck, dass die beiden Vorsitzenden die anstehenden Verhandlungen zur Bildung einer Koalition gemeinsam führen würden. „Und alle weiteren Fragen sind ebenfalls geklärt.“ Es gehöre zur Verantwortung, dass man „gut vorbereitet und geklärt“ in solche Gespräche gehe. Diese Klärung werde man nicht zu Markte zu tragen. „Aber gehen Sie davon aus, dass wir komplett sortiert sind.“

Aus mehreren Quellen hat die F.A.Z. erfahren, dass Habeck bei der strategischen Aufstellung an die Spitze rücken soll. Mit dem Wahlergebnis von 14,8 Prozent waren die Grünen deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Baerbock, so heißt es, habe ihre Chance gehabt. Mit den personellen Konsequenzen müsse man deutlich machen, dass die Grünen nicht einfach in der bisherigen Formation weitermachen könnten, sondern „verstanden haben“. Wie es heißt, haben sich die Parteivorsitzenden aber nicht erst in der Wahlnacht auf die Neuaufstellung verständigt. Vor längerer Zeit bereits seien die beiden übereingekommen, dass man sich nach einem schlechten Wahlergebnis personell neu sortieren müsse. Mit einem schlechten Ergebnis meinten Grüne im Wahlkampf stets Werte von 17 Prozent und weniger.

Das vorher zu klären wäre ja immerhin fair. (Aber auch ein netter Anreiz für Habeck Baerbock zu sabotieren)

Wäre interessant, welche Position Baerbock dann bekleiden würde. Und es ist natürlich auch interessant für die nächste Bundestagswahl.

54 Gedanken zu “Nun doch Habeck?

  1. In den sozialen Netzwerken kursieren schon die Dolchstoßlegenden bei den Frauen.
    Baerbock wurde gemeuchelt weil sie eine Frau ist und obwohl sie in den Triellen immer am rechtesten hatte wurde sie aus Sexismus nicht gewählt.

    Frauen haben es einfach schwerer. Immer.

    • Und natürlich immer „nur weil sie eine Frau ist“. Andere Gründe kann es gar nicht geben.

      Aber klar, „Frau sein“ ist ja auch die Qualifikation, die sie zur Kanzlerkandidatin gemacht hat, obwohl Habeck zu der Zeit bekannter und beliebter war.

      Die andere Legende ist das Frauen die Arbeit machen und Männer die Lorbeeren kassieren.
      Oder das man ein Frau holt, sobald es schwierig wird.
      Demokratie ist jetzt ja auch weiblich und der Wahltag war ein Tag der Frauen.

      Was auch immer…
      Das sind solche Female Supremacistinnen und die merken es nicht.

    • Ich hatte direkt nach Baerbocks Nominierung vorhergesagt, dass genau das passieen würde:

      Egal ob die Grünen Erfolg oder Miserfolg haben, es wird daran liegen, dass sie eine Frau ist….

    • Das wundert mich nicht: für wen das einzige Kriterium die zu wählen ihr Geschlecht ist, der/die geht auch davon aus, daß alle anderen die eben wegen diesem einzigen Merkmal nicht gewählt haben.

    • Die armen, armen Frauen. Merken selbst gar nicht mehr, daß sie inzwischen an Peinlichkeit wegen ihres ständigen Gejammers nur noch Mitleid ernten. Bei jedem Ereignis – egal in welchem Themengebiet – müssen sie zuallererst feststellen, daß Frauen von den negativen Aspekten besonders betroffen sind. Jaja.
      Wie Kleinkinder halt. Einmal über’s Köpfchen streicheln führt zu noch mehr Haß und Wut bei ihnen.
      Habeck muß nun den Unfug aufräumen, den Baerbock angerichtet hat, spöttelt Arne auf Genderama in Anlehnung an Barleys unsäglichen Ausspruch gekonnt 🙂

      Je mehr und stärker Identitätspolitik und angebliche Gleichstellung betrieben wird, umso mehr kehren die Haßbratzen ihre Muschis heraus und stellen diese Eigenschaft in den Vordergrund. Völlig abgehoben. Das ist sehr, sehr seltsam. Und sehr, sehr unglaubwürdig. Und nur noch peinlich.

    • Stimmt doch auch.
      Die haben’s schwerer.
      Die machen sich nun seit 100 Jahren zur äffenden Affin und haben konsequent bewiesen nix zu können. Es überall zu schwer zu haben.
      Selbst da wo Natur sie vor ~~menschlicher~~ männlicher Konkurrenz geschützt hat, machen sie sich nun mit Wehen-App zum Objekt von Crumars Belustigung.

      Guckt halt mal bisserl empathischer auf deren verkackte Situation. Macht euch bewusst welchen Sack an Charaktermängeln das Weib noch mitschleppt, also wenn das nicht schwer ist, was dann?

      Müssen wir uns auch nichts einbilden, weibliche Eitelkeit wird verhindern, dass die sich da selber rausziehen.

      100 Jahre Feminismus. Null Kunst geschaffen. Universitäten zervaginat. Religion zertrümmert. Familien zerschmettert. Keine Literatur geschrieben. Keine Musik komponiert. Nicht mals ne Sportart erdacht.

      Weltraumverbrechen. Das haben’s auf der Habenseite.

      Fragt sich ob Frauen die Strecke afrikanische Küste Madagaskar gepackt hätten.

  2. Da kann es mehrere Gründe geben.

    Vielleicht war das eine Bedingung der FDP?

    Vielleicht ist Baerbock jetzt beleidigt?

    Vielleicht haben die Grünen das von vorn Anfang an so vorgesehen (Baerbock Kanzler, Habeck Vizekanzler)?

  3. Ein paar Anmerkungen:

    Ich muss immer grinsen, wenn ich *lacht* lese. Es gibt feine Memes

    Die grüne Flunsch

  4. Das Credo dieser grünen Sexisten auf den Punkt gebracht:

    Und diese Grünwiderlinge sollen jetzt mit eine Regierung bilden? Danke, echt nicht.

  5. Wenn die das vorher so verabredet hatten, war das die MAXIMAL dümmst-mögliche Strategie sowie völlig unnötige Wählerverarsche!

    Und wer dieses Vorgehen im Gegenteil sogar noch „irgendwie fair“ findet, hat sich wohl keine Sekunde vorgestellt, wie er das empfände im umgekehrten Falle, also mit Habeck als Spitzenkandidat und Baerbock dann doch auf dem Nr. 1-Posten nach der Wahl.

    Ich bin entzürnt (sollte sich das nicht – hoffentlich noch – als Ente rausstellen)

      • Der prozentual deutlich größte Wahlgewinner DIE GRÜNEN hat mit seinem historisch höchsten aber nunmal kein „sehr schlechtes“ Wahlergebnis eingegahren. Objektiv geurteilt.

        • So, und jetzt muss ich mich leider schon verabschieden um ein Kind zu kriegen (habe nämlich Wehen und sollte gemäß App jetzt ins Krankenhaus – damits nicht wieder so ne Geburt zwischen Tür und Angel wird^^)

          • Aber Hustenstorch, natürlich muss man sich auf diese modernen Apps verlassen.
            Die App zur Empfängnisverhütung hat doch auch funktioniert.
            Frag Semikolon!

    • Wir brauchen ein Parteienverbot für die Grünen. Dann gibt es auch keinen Frust mehr bei Grünen-Wählern, weil es keine Grünen-Wähler mehr geben wird.

      • Das Problem ist:
        Ist das Verbot durchsetzbar, weil das Establishment die Grünen nicht unterstützt, ist es überflüssig, da die Grünen keine Gefahr wären. Sind die Grünen eine Gefahr (weil das Establishment sie unterstützt), ist es nicht durchsetzbar.

        Interessant wird’s erst, wenn das Volk eine Revolution gegen das Establishment UND gegen die Grünen macht….

    • „Und wer dieses Vorgehen im Gegenteil sogar noch „irgendwie fair“ findet, hat sich wohl keine Sekunde vorgestellt, wie er das empfände im umgekehrten Falle, also mit Habeck als Spitzenkandidat und Baerbock dann doch auf dem Nr. 1-Posten nach der Wahl.“

      Als das Annalena ihren Muschibonus in der Partei nutzte, um Habeck, der ihr Mentor war und ohne den sie nie in so kurzer Zeit so hoch gekommen wäre, den ihm lange Zeit sicher scheinenden Kanzlerkandidatsposten vor der Nase wegzuschnappen, kamen von dir komischerweise auch keine Klagen über Ungerechtigkeiten.

      Und das Wahlergebnis war eine Enttäuschung vor dem Hintergrund des Zwischenhochs der Grünen – mal einfach angenomemn, dass es das wirklich gegeben hat und nicht einfach nur medial versucht wurde, die Grünen mit jeder Menge Fake News zu pushen. Und der Absturz in der Gunst der Wähler hatte sehr offensichtlich mit dem Annalenachen zu tun oder konkreter mit ihrem überbordenden Geltungsdrang, der sie dazu verleitet hatte, in ihrem Lebenslauf jeden Furz den sie mal gelassen hat zu einem Orkan hochzustilisieren.

      Habeck erscheint wesentlich authentischer und ehrlicher als Baerbock (auch wenn ich ihn nicht zu meinen „Lieblingspolitikern“ zählen würde – falsche Partei); von Kompetenz mal ganz zu schweigen. Vielleicht lernen die Grünen ja so nun endlich mal, was man mit sexistischer Bevorzugung von Menschen am Ende bekommt: Inkompetenzlinge in Positionen, mit denen sie hoffnungslos überfordert sind.

      Naja, obwohl, die Grünen und etwas über ihre sexistische Parteipolitik lernen??? Eher wird Kim Jong Un ein brennender Vorzeigedemokrat.

      • „und nicht einfach nur medial versucht wurde, die Grünen mit jeder Menge Fake News zu pushen.“

        Ist aber so gewesen. Das war auch nicht das erste Mal. In den letzten ~15 Jahren gab es schon mehrere Wahlen, bei denen die Medien den Grünen vorher gigantische Erfolge vorhersagten, die sich bei der Wahl als Luftnummer entpuppten. Das ist mehr Wunschdenken der Journalisten als irgendwas anderes. Die Grünen sind ein Scheinriese: Aus der Distanz sehen sie bedrohlich aus, aber wenn man näher kommt stellt man fest, sie sind ein inkompetenter Zwerg.

  6. Was für eine miese Schmierenkomödie mit überreichlich Krokodilstränen ….

  7. Steht das nicht genau so im Frauenstatut? Erster kann immer nur eine Frau sein, also beispielsweise Kanzlerin, beim zweiten Platz (Vizekanzler) darf es auch ein Mann sein, wenn er artig und fleißig ist.

    Baerbock kann also die grüne Auffassung, dass Innovation durch Verbote entsteht, als Innenministerin umsetzen, niemals aber als stellvertretende Innenministerin – als Frau geht das bei den Grünen nicht.

    Ich finde das sehr stringent und schlüssig.

  8. Die Granden von CDU und SPD können sich jetzt zurücklehnen und das Spektakel geniessen, mit dem sich Grüne und Liberale selbstzerlegen. Um dann zu erklären wie alternativlos ihre GroKo ist, irgendwann im neuen Jahr …..

    • Hat jmd. Hier was anderes erwartet? Viele Grüne waren maximal angepisst von Baerbocks Auftritten und Fehlern. Sie jetzt als Vizekanzlerin zu nehmen, würde die Basis weiter verärgern.

      Vor Nominierung alle Journalisten so, Haaaabeck!!! Auch geil mit Löcher inne Socken, Lizenz zum Weltretten oder, da wird mein Schlüpfer feucht. Alle hatten den erfahreneren Kandidaten erwartet. Und ich wette 90% der Grünen haben Baerbock als Beilagengemüse gewählt.

      Jetzt bis zur nächsten Wahl die Unfähigkeit in Person weiter prominent auszustellen, ohne Gut flankierte Minister (Finanzen, Innen etc.) zu haben, die aber eher FDP und CDU nehmen, wäre Selbstmord.

      Grüne nehmen Vizekanzler, Umwelt und Gedöns.. Baerbock macht höchstwahrscheinlich Gedöns, wenn überhaupt…

      Das wurde , wenn überhaupt, irgendwann dann angesprochen als die Zahlen massiv in den Keller gingen.

  9. Hahaha, auch die Taz ist ganz opportunistisch:

    Ein Triumpf des grünen Willens:

    „Sie hat sich auf der Grundlage des grünen Frauenstatuts die Macht genommen – trotz geringerer Qualifikation als Habeck und ungeachtet schlechterer Aussichten auf Erfolg. Die willensstarke Baerbock ist die Letzte in der grünen Partei, die etwas mit sich machen lassen würde. Das zu unterstellen, birgt in sich schon einen sexistischen Kern.“

    Paternalismus und Fürsprache der Taz werden aber trotzdem eingelegt:

    „Baerbock bekommt ohne Zweifel einen wichtigen Minister*innenposten, auch wenn Habeck Vizekanzler wird. Sie wird vielleicht Deutschlands erste Außenministerin. Das ist für die Kanzlerkandidatin, die einen rasenden Schrumpfungsprozess zu verantworten hat, gar nicht übel.“

    Aussenpolitisch ist Deutschland ohnehin ein gartenzwergiger Schrumpfgermane, da passt Baerbock perfekt ins Bild …. Gute Wahl 😀

    „Die Grünen sollten sich aber Gedanken darüber machen, ob sie es mit ihrem Führungsanspruch wirklich ernst meinen und ob das weit über die Quote hinausgehende Frauenstatut – die Nummer eins muss immer weiblich sein – noch dazu passt.“

    Die Quote ist doch ohnehin nur die Vorbereitung auf den Suprematismus des Weiblichen. Die Grünen haben diesen Geist der geschlechtlichen Diskriminierung nur als erste konsequent weitergedacht, mit dem „Frauenstatut“. Aber wenn es mal machtpolitisch nützlich ist, kann man mal eine Ausnahme machen ….

    „… es wäre so, als dürften auf der Titelseite der taz nur noch Frauen Kommentare schreiben.“

    Das ist doch sicher ohnehin die Ansicht bei der Taz?!

  10. Unter dem hastag #Baerbock finden sich sehr interessante Ansichten.

    “Als Annalena Baerbock und Robert Habeck sich „einhellig“ auf eine weibliche Kanzlerkandidatin geeinigt haben, war es feministisch. Als Baerbock und Habeck sich „einhellig“ auf einen Vize-Kanzler geeinigt haben, war es misogyn. Sicher, dass feministische Debatten so vorankommen?“

    “Natürlich ist es unerhört, dass cis Männer die Früchte unserer Arbeit, während der wir Gewalt ausgesetzt werden, ernten ES IST JA NICHT SO DASS DIE KAPITALISTISCHE WELT AUF DIESE AUSBEUTUNG GESTÜTZT UND ANGEWIESEN IST“

  11. Arne berichtet heute darüber https://genderama.blogspot.com/ und verweist auf einen ZEIT Beitrag:

    „<b<Das geräuschlose Zurückgleiten in die zweite Reihe

    Dass Robert Habeck statt Annalena Baerbock Vizekanzler werden könnte,
    zeigt: Für Frauen gelten in der deutschen Politik noch immer andere
    Maßstäbe als für Männer.
    Ein Kommentar von Johanna Roth

    Typisch Mann! Kaum erfüllt die Frau nicht, was von ihr erwartet wird, drängt er
    sie an den Rand und sich selbst in den Vordergrund. Sie hat sich abgemüht, er darf
    was daraus machen.
    So kann man die exklusive Nachricht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lesen, die
    nicht nur bei den Grünen für Aufregung sorgt: In einer künftigen
    Regierungskoalition soll Robert Habeck Vizekanzler werden [https://www.zeit.de
    /politik/deutschland/2021-09/die-gruenen-vizekanzler-annalena-baerbock-robert-
    habeck-bundestagswahl], nicht die eigentliche Spitzenkandidatin Annalena Baerbock. Eine solche Verabredung der beiden wird von den Grünen zwar nicht
    bestätigt, aber auch nicht dementiert.
    Habeck, offensichtlich aufgeschreckt durch die Reaktionen – Erste betonen, sie
    hätten Baerbock gewählt und nicht ihn –, versicherte am Dienstag eilig, er wolle
    die Koalitionsgespräche mit Baerbock gleichberechtigt führen. Trotzdem ist die
    Irritation groß und das zu Recht. Haben sich die Grünen vom Feminismus schon
    wieder verabschiedet? Oder ist diese Entscheidung ein Ausweis ihrer
    Souveränität: Wo andere um Posten rangeln, tritt Baerbock, die ja zweifellos Fehler
    gemacht hat, professionell beiseite?
    Beides wird diskutiert. Und es gibt noch eine dritte Lesart: Spielt das Geschlecht
    überhaupt eine Rolle – oder wertet man Baerbock nicht gerade dadurch ab, dass
    man sie schon durch Habeck „entmachtet [https://www.berliner-zeitung.de
    /wochenende/baerbock-entmachtet-habeck-soll-vizekanzler-der-gruenen-werden-
    li.185423]“ sieht? Schließlich soll sie den Postentausch für den Fall eines
    unbefriedigenden Wahlergebnisses schon vor Monaten mit ihm ausgemacht
    haben. Man kann also nicht einfach sagen, hier habe ein Mann eine Frau
    übergangen.
    Das Fiese an struktureller Herabwürdigung von Frauen ist allerdings, dass sie
    einem heutzutage nicht mehr ins Gesicht springt. Man spürt sie daran, wie
    Baerbock vergleichsweise geringe Patzer nicht verziehen werden konnten, sondern zu einem Prüfstein ihrer Kompetenz wurden: Aber der Lebenslauf ! Aber die Nebeneinkünfte! Und man spürt sie an den Untertönen, an der politischen und medialen Begleitmusik, auch jetzt wieder.
    Daran, wie FDP-Chef Christian Lindner sich nun an Habeck herankumpelt und am
    Montag gleich zu berichten wusste [https://www.spiegel.de/politik/deutschland
    /christian-lindner-annalena-baerbock-robert-habeck-wie-gruene-und-fdp-ihre-
    differenzen-ueberbruecken-wollen-a-58b6afb2-87fe-4980-bdbe-651f2587d36a],
    er habe noch am Sonntagabend sowohl mit ihm als auch mit Armin Laschet und
    Olaf Scholz telefoniert. Von Baerbock kein Wort. Daran, mit welcher
    Selbstverständlichkeit auch Habeck die neue Rolle angenommen zu haben scheint
    und öffentlich für die Partei spricht. Oder daran, wie führende Grüne nun
    Baerbock als „politisches Talent“ loben [https://www.faz.net/aktuell/politik
    /bundestagswahl/bundestagswahl-gruene-wollen-robert-habeck-als-vizekanzler-
    haben-17557665.html] und sagen, sie sei ohne Frage zur „Fachministerin“
    geeignet, in dieser Rolle könne sie noch wachsen. Die Kanzlerkandidatur aber sei
    für sie, die noch keine Regierungserfahrung hat, wohl zu früh gekommen. Fürs
    Wahlkämpfen hat es also gereicht, aber fürs Politik machen nicht?

    Es dauerte nach dieser Wahl keine 24 Stunden, bis deutlich wurde, welch
    unterschiedliche Maßstäbe für Frauen und Männer in der deutschen Politik immer
    noch gelten. Armin Laschet führte die Union in ein historisches Tief und nimmt
    dennoch ganz selbstverständlich für sich in Anspruch, Kanzler werden zu können
    [https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-09/union-cdu-csu-
    bundestagswahl-niederlage-jamaika-sondierungen]. Die Grünen haben zwar ihr
    ambitioniertes Ziel – das Kanzlerinnenamt – nicht erreicht. Aber sie haben unter
    Baerbock ihr bislang bestes Ergebnis eingefahren und sind vor den
    Koalitionsgesprächen in einer starken Verhandlungsposition. Und doch scheint
    das nicht genug.
    Ein Verlierer klammert sich an die Macht, und eine, die nicht verloren, aber
    gewisse Erwartungen enttäuscht hat, zieht sich still zurück: Ein klassisches Muster
    – und ein Bild, das nicht zu den Grünen passt, einer Partei, die solche Muster
    eigentlich überwinden wollte. Auf die Frage, ob die Kandidatur Baerbocks
    wichtiger sei als die Grünen im Kanzleramt, hatte Habeck in einem ZDF-Interview
    [https://twitter.com/danielmack/status/1441777171169640460] vor Kurzem
    noch etwas umständlich, aber doch eindeutig bejaht: Die Loyalität zu dem Projekt,
    das man gestartet habe, müsse sich „daran messen lassen, ob sich die Loyalität
    auch in den schwierigen Phasen durchhält“.
    Was also sagt es dann über die Grünen aus, dass an Tag eins nach der Wahl schon
    der Austausch der Spitzenkandidatin diskutiert wird – gegen einen Mann, von
    dem man nicht wissen kann, ob er es besser gemacht hätte, gegen den man sich
    doch auch bewusst entschieden hatte? Böse zugespitzt könnte man sagen:
    Offenbar gelten der Anspruch, einer Frau den Vortritt zu lassen, und die Loyalität
    zu ihr nur so lange, wie sie auch ein Wahlergebnis holt, das einen Frauenbonus
    widerspiegelt.
    Habeck erntete Mitleid und Bewunderung, als er „für Baerbock“ zurücksteckte und
    ihr den Vortritt bei der Kanzlerkandidatur ließ. Er gab Interviews, auch der ZEIT
    [https://www.zeit.de/2021/17/robert-habeck-gruene-bundestagswahl-
    klimapolitik-corona], in denen er seinem tiefen Schmerz über die verpasste
    Chance Ausdruck verlieh – und er füllte einen Fragebogen [https://www.zeit.de
    /2021/35/robert-habeck-die-gruenen-wahlkampf-bundestagswahl-politiker] aus,
    in dem Baerbock nicht einmal vorkam, Habeck aber auf die Frage, welche
    Politikerin oder welcher Politiker mehr zu sagen haben solle, knapp antwortete:
    „Ich.“
    Eine solche Welle des Mitgefühls gab es für Baerbock weder direkt nach der Wahl
    noch auf die Nachricht hin, dass sie Habeck nun den Vortritt lasse. Sie gibt keine
    Interviews. Sie äußert sich zu dieser Sache überhaupt nicht. Das geräuschlose
    Zurückgleiten in die zweite Reihe, wenn man – ob selbstverschuldet oder nicht –
    ein Ziel verfehlt hat, das ist etwas sehr Weibliches. Und das große, weil
    strukturelle Problem dahinter ist, dass man für gewöhnlich dann sehr lange in
    dieser zweiten Reihe bleibt. Meinen die Grünen es wirklich ernst damit, „den
    Aufbruch zu leben“ [https://twitter.com/Die_Gruenen/status
    /1430048659312455697], muss Annalena Baerbock mindestens noch eine
    Chance in der ersten Reihe bekommen – sei es jetzt oder in vier Jahren.“

    Nach sehr vielen kritischen Kommentare, versteckt die ZEIT den umstrittenen Beitrag.

    • Meine Güte. Ein wunderschöndes Beispiel, wie Metaaussagen, also Aussagen über Aussagen, zu Brüchen in der Logik führen können.

      „Eine solche Welle des Mitgefühls gab es für Baerbock weder direkt nach der Wahl
      noch auf die Nachricht hin, dass sie Habeck nun den Vortritt lasse.“

      Ihr eigener Artikel, ihr eigenes Beklagen ist Teil dieser Welle. Eine solche Aussage kann man 48 Stunden nach dem Wahlergebnis nicht treffen, ohne sich selbst zu widersprechen.

      Ich weiß schon, warum ich die Zeit-Postille nach ein paar Jahren wieder abbestellt hatte.

    • „Typisch Mann! Kaum erfüllt die Frau nicht, was von ihr erwartet wird, drängt er
      sie an den Rand und sich selbst in den Vordergrund. Sie hat sich abgemüht, er darf
      was daraus machen.“

      Sie hat sich abgemüht. In einem Arbeitszeugnis stünde: Sie gab sich redlich Mühe, die ihr gestellten Aufgaben zu erledigen. Ihre kommunikative Art sorgte für gute Laune.
      🙂

  12. Die Tatsache, dass Baerbock den Vortritt vor Habeck bekommen hat, obwohl Habeck die besseren Qualifikationen hatte, zeigt, dass es den Grünen bei Quotenregelungen nicht um Chancengleichheit geht, sondern darum, dass Männer generell aufgrund ihres Geschlechtes benachteiligt werden, auch wenn sie besser qualifiziert sind. Es geht den Grünen also nicht um Chancengleichheit, sondern um profane Privilegien für Frauen, weil sie Frauen sind.

    Da Baerbock schon frühzeitig im Wahlkampf die feministische Frauenopferkarte spielte, war klar, dass uns das Gejammer auch nach der Wahl nicht erspart bleiben würde. Das hat aber nicht nur mit Baerbock zu tun. Es ist vielmehr eines der Alleinstellungsmerkmale des Feminismus gegenüber der früheren Frauenbewegung. Die Frauenbewegung wollte mehr Eigenverantwortung für Frauen. Der Feminismus lehnt dagegen eine solche Eigenverantwortung von Frauen kategorisch ab. Wenn die Karriere einer Frau nicht so läuft wie gewünscht, ist immer der Mann, oder, wenn ein solcher gerade nicht greifbar ist, das „Patriarchat“ schuld. Ich glaube es war Karen Straughan von den Honey Badgers, die mal sagte, Antifeminismus sei die radikale Idee, Frauen wie Erwachsene zu behandeln (oder so ähnlich, das genaue Zitat finde ich jetzt nicht).

    Baerbock ist aber nicht das Problem, sondern die Grünen und ihre zunehmend aggressive jungen-, väter- und männerfeindliche Politik. Das ist bei Habeck nicht anders als bei Baerbock oder sonst jemand von den Grünen.

    Und überhaupt: Wer sagt, dass die Grünen verloren haben? FDP und Grüne können Laschet und Scholz jetzt vorsprechen lassen, wie ein paar dumme Schulbuben, was sie ihnen denn zu bieten haben, wenn sie Kanzler werden wollen. Die Grünen werden sich das teuer mit Zugeständnissen bezahlen lassen. Die FDP wird das diesmal nicht verhindern.

    So oder so, unter der neuen Bundesregierung werden wir eine Einschränkung der persönlichen Freiheitsrechte von Männern erleben, wie wir sie bislang noch nie hatten. Sogar noch schlimmer als unter der CDU-Totengräberin Angela Merkel.

  13. Die fauchen auch schon fleißig überall. – Ich finde, die sollten ihre Quoten kriegen (bereinigt 100% Frauen) und man sollte es machen wie Habeck, der den Laden wohl kapiert hat: Man lehnt sich zurück, sagt gar nichts, grinst, wartet ab und achtet unauffällig auf Eigensicherung. Am Ende muss allerdings ein Nukleus aus Resten übrig bleiben, aus dem man das Land wieder aufbauen kann.

  14. Ich bin dafür das Habeck den Posten nicht annimmt und Baerbock überlässt. Dann hat sie zum 2. Mal einen Posten fürs Frausein bekommen. Feminismus fuck yeah!

    Gerade die Pressschau auf Genderama gelesen. Da sag nochmal einer das Frauen nicht witzig sind!

  15. Was hätte den Frau Bärbock befähigt Bundeskanzler zu werden?

    Sie ist Mutter mit Studium und erfahrung in Parteiarbeit, die in Reden und Interviews immer wieder unsinn erzählt und durch Plagiate in ihren Arbeiten auffällt.
    Und sie soll die fähigste beste bei den Grünen sein?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..