Bundestagswahl 2021

Zur Vorbereitung der Wahl hier ein Blick auf den Stand bei Erstellung dieses Beitrags in den Schätzungen:

Würde also wieder für eine große Koalition reichen, eine andere Koalition würde dann wohl aus drei Parteien bestehen. Für die Linke könnte es knapp werden, mit der AFD will eh keiner und die sonstigen muss man auch noch rausrechnen.

Ich vermute, dass keiner eine neue große Koalition will, könnte dann auf „CDU oder SPD mit FDP + Grüne hinauslaufen.

Da könnte es auch sehr auf die FDP ankommen, wenn die anführt, dass sie lieber mit der CDU als der SPD will und die Grünen das mitmachen könnte Laschet selbst dann Kanzler werden, wenn er das theoretische Prozent weniger hat als die SPD, wenn man strikt auf diese obigen Zahlen abstellt.

Ob die Umfragen allerdings richtig liegen wird interessant, verschiedenste Wahlen haben ja auch erhebliche Abweichungen gezeigt.

Eure Prognose?

77 Gedanken zu “Bundestagswahl 2021

  1. Die Leute waren jetzt so zufrieden mit der Merkel-Regierung, dass sie den Sequel gleich wieder haben wollen?

    Ich misstraue allen diesen Umfragen, sie erzählten ganau die Story, die unsere Regenten gerne hätten. Und kurz vor der Wahl kommen sie natürlich zur Mehrheit, vor allem wenn die Linke rausfliegt. Und AfD wird natürlich auch nur von einer ganz gewissen und nie gross schwankendem Minderheit gewählt, auch nicht glaubwürdig.

    Ich wünsch mir, dass die alle nicht regieren können am Ende des Tages. Die Parteien heute machen ohnehin nur Mist und daran sollte sie der Wähler möglichst hindern und in eine Pattsituation der Impotenz wählen. Anarchie ist machbar, Herr Nachbar 😉

    • 1. Gleichstellung für alle Parteien fordern. Jede bekommt die gleiche Anzahl an Stimmen. Demokratie ist schließlich gelebte Diskriminierung.

      2. Mehr als 20 Parteien zur Wahl aufstellen.

      3. Alle Parteien scheitern an der 5% Hürde.

      4. Endlich Ruhe.

    • Ich befürchte es auch. Selbst wenn die Menschen an der Spitze sich ändern, besteht der behördliche Unterbau weitestgehend aus gut bezahlten Grünenwählern, mit sicheren Job.

      Die Leute, die um jeden Preis die Vorratsdatenspeicherung wollen, kriegt man auch nicht aus den Behörden raus.

    • Wir wissen bereits, daß du in politischen Belangen recht bildungsfern bist.

      Eine Regierung aus CDU, AfD und FDP würde kaum „links-grüne“ Politik fabrizieren. Die CDU wird sich vermutlich auch ein bißchen entmerkeln nach der Wahl.

      Davon abgesehen freue ich mich auf mehr linksgrüne Politik. Solch einer Politik haben wir viel zu verdanken, wie ein Blick in die Vergangenheit verrät.

      Mir ist linksgrüne Politik mit Genderwahn lieber als schwarzgelbe ohne.

  2. Und sowas macht die Leitlinie in Deutschland, der deutschen Politik?

    „It’s a wealth redistribution scheme that benefits the elites and Russia and China.“

    Dafür steht Deutschland, ganz klar! Beschweren sich Leute, die deutsche Politik wäre zu wenig aussenpolitikorientiert! haha.

  3. Das Ergebnis steht schon fest: Heute werden mangels Alternativen Staatsfeminismus, vorbeugender staatlicher Gesundheitsschutz und vorbeugender staatlicher Klimaschutz gewählt. Die einzige Unklarheit ist noch, in welcher Ausformung entsprechender Konformitätsdruck und Repression anschließend auf die Bürger einwirken werden.

    • Gestern im Radio wurde berichtet das irgendeine Gruppe forderte, dass Scholz, sollte er gewählt werden als erstes den Klimanotstand ausrufen soll. Im Rahmen von Corona haben sie schon angefangen Grundrechte aufgrund eines Notstandes auszurufen, mit teils zweifelhafter Begründung und behaupteter Wirksamkeit. Ist wie beim Schuleschwänzen: das erste Mal ist noch aufregen, danach sind die Hemmungen immer geringer.

  4. Aus genau diesem Grund kann man nur hoffen, dass die FDP nicht in die nächste Regierung kommt! Aus genau diesem Grund!

    Der ganzen Idee des Klimawandels völlig angemessen aber ist die Volksverdummung, die der ÖRR betreibt. Man kann nur hoffen, dass die grünen Möchtegerndikatoren sich in einen Kleinkrieg um jede Verordnung und um jedes Gesetz hineinreissen lassen, auf dass sie möglichst effektiv sich selbst diskreditieren möchten …. 🙂

  5. Worüber bislang (so weit ich das mitbekommen habe) noch gar keiner nachgedacht hat: Was passiert eigentlich, wenn sich die Union zusammen mit der AfD in der Opposition befindet? Insbsondere für den Fall, dass Rot-Grün-Gelb zustande kommt und daher die einzige noch verbleibende Oppositionspartei Die Linke ist (wenn sie es überhaupt schafft). Irgendwie scheint gerade niemand daran zu denken, dass sich die Union dann deutlich nach rechts bewegen könnte. Schon allein, weil in dieser Konstellation nur durch eine Zusammenarbeit mit AfD eine halbwegs starke Opposition möglich wäre.

    • Gut möglich, dass die CDU einfach zerfällt. Sie würde dann das Schicksal der italienischen Christdemokraten teilen, die einst auch Italien beherrschten und dann einfach verschwanden. Die CDU ist von der grauen Eminenz Schäuble zusammengehalten worden und könnte einfach total disintegrieren, wenn der den Laden nicht mehr weiterführt.

      Witzig wäre, dass dies eben nicht der Partei passiert, der man das lange am ehesten zugetraut hat, der SPD nämlich.

      Es liegt wohl einfach daran, dass das grosse funding heute über die progressive Schiene läuft und die CDU als konservartive Partei da keinen Blumentopf mehr erwarten darf und das Geld woanders landet, nämlich bei Grünen und FDP. Die „best democracy money can buy“ ist diesmal die Ampel.

  6. „Würde also wieder für eine große Koalition reichen“

    Es hat schon letztes Mal nicht für eine große Koalition gereicht. 53,4% bei 5% Sonstigen sind keine große Mehrheit. Das ist ’ne schwarz-rote Koalition, keine große!!! Es ist vier Jahre überfällig, dass die Erkenntnis in der Wortwahl Ausdruck findet.

    „Eure Prognose?“

    Kann ich hellsehen? Wenn die Umfragen überhaupt stimmen, müsste man aufgrund der riesigen Briefwahlbeteiligung die Umfragen der letzten Wochen ebenfalls in die Prognose miteinbeziehen. Da die Umfragen aber auch bei der letzten Wahl mal wieder nicht so genau waren, tippe ich völlig grundlagenfrei darauf, dass die CXU den größten Zweitstimmenanteil bekommt und die SPD überholt, aber trotzdem unter 20% bleibt.

    Bei der Größe des Bundestages tippe ich auf 800+ Abgeordnete. Die CSU liegt in Umfragen in Bayern nämlich nur bei knapp 30%. Auf Bayern entfielen bei der letzten Wahl rechnerisch 93 Bundestagsmandate; da ich zu faul bin, die aktuelle Zahl zu suchen, übernehme ich die 93, so anders wird es diesmal nicht sein. 30% von 93 sind 28 Abgeordnete. Wenn die CSU sämtliche 46 bayerischen Direktmandate erhält, hat sie 46/28 = 1,6 mal so viele Abgeordnete, wie ihr vom Zweitstimmenanteil her zustünden. Jetzt rechne ich aber mal ganz optimistisch mit 3 Direktmandaten, die in München, Nürnberg oder sonstwo an Grüne oder freie Wähler gehen, und dass die ollen CSU-Hanseln vielleicht doch auf ein Drittel der Stimmen kommen, so dass ihnen 31 Abgeordnetensitze zustünden. Dann hätten sie immer noch 43/31 = 1,4 mal zu viele Abgeordnete. Wenn der Bundeswahlleiter die Regel, dass bis zu drei Direktmandate nicht ausgeglichen werden, so auslegt, dass er nochmal drei herunterrechnet*, sind wir bei 40/31 = 1,3 mal zu viele Abgeordnete.**

    So. Besser wird es nicht.** Der Bundestag wird also mindestens auf das 1,3fache seiner Ursprungsgröße aufgebläht. Herzlichen Glückwunsch zum mit Abstand teuersten Bundestag aller Zeiten, liebe Mitsteuerzahler!

    Dankesgrüße bitte an Schwarz-Rot, die ein sinnigeres Wahlrecht verhindert haben, damit ihre absehbaren Stimmenverluste nicht zu einem Weniger an Mandaten für ihre Funktionäre führen. Nicht, dass auch nur irgendein Hinterbänkler auf seine 10.000 Öcken brutto im Monat verzichten müsste, bloß, weil seine Partei Scheißpolitik macht!

    *Ich weiß nicht, ob das so funktionieren könnte.
    ** Rechnerisch ergibt das 40/31*598 = 772 Abgeordnete, aber da ich in meinen Annahmen schon furchtbar optimistisch war, tippe ich auf am Ende 800+. Möchte jemand auf mehr tippen? 🙂
    *** Wenn nicht ein kleines mittelgroßes Wunder bei den Erststimmen in Bayern geschieht. Dann kann aber immer noch die CDU bundesweit viel zu viele Direktmandate abbekommen.

    • Die Nachdenkseiten hatten einen Artikel dazu verlinkt:

      https://www.nachdenkseiten.de/?p=76292#h03

      In diesem (oder einem Anderen) wurde auch vorgeschlagen, dass einfach von den Direktkandidaten so viele einer Partei einziehen sollten, wie ihrem Stimmenanteil entspricht*, wobei diejenigen mit den meisten Stimmen einziehen dürfen. Nachteil: Aus manchen Wahlkreisen werden 2 oder sogar 3 einziehen, aus anderen keiner.

      Bei dem Vorschlag sollten nur die Hälfte so gewählt werden, aber eigentlich ist diese Einschränkung überflüssig und man könnte alle Abgeordneten so wählen.

      *Ich hatte mir mal was Ähnliches ausgedacht: Auch hier dürfen so viele Direktkandidaten einer Partei einziehen, wie ihrem Stimmenanteil entspricht, wobei die Stimmen der einzelnen Parteien so gewichtet werden, dass die Anzahl derjenigen Kandidaten einer Partei, die die Mehrheit erringen, genau dem Stimmenanteil der Partei entspricht. Diejenigen, die die Mehrheit unter der gewählten Gewichtung erringen, sind es dann, die einziehen dürfen.

      • Man könnte die Erststimme einfach ganz abschaffen.
        Das Hauptargument pro Erststimme ist ja, dass jede Region im Bundestag verteten ist.

        Dem kontere ich mal polemisch: in Porsdam sind Olaf Scholz und Annalena Baerbock Direktkandidaten. Sind ja bekanntlich potsdamer Urgesteine…

      • @Antidogmatiker

        Beide Vorschläge gehen in die richtige Richtung. Dein Vorschlag krankt ein bisschen daran, dass Wahlkreise unterschiedlich groß sind, also unterschiedlich viele Wähler enthalten. Da sind Kandidaten in kleinen Wahlkreisen automatisch im Nachteil.

        Meines Erachtens ist unser Mischwahlsystem für die Tonne. Entweder nur Direktkandidaten, also Mehrheitswahlrecht wie in England, oder nur Zweitstimmen, also Verhältniswahlrecht mit Parteienlisten. Denn realistisch betrachtet bieten die Direktkandidaten in unserem Wahlsystem keinerlei Vorteil. Mir fällt jedenfalls keiner ein, der realisiert wäre.

        – Es ist seit Gründung dieser Republik meines Wissens noch nie(!) ein unabhängiger Bewerber in den Bundestag eingezogen. Alle erfolgreichen Direktkandidaten waren parteigebunden.
        – Alle Direktkandidaten, die Aussicht auf Erfolg haben, werden von den Parteien genauso ausgekungelt wie die Kandidaten auf den Listenplätzen. Wer meint, mit Direktkandidaten könne man quasi mitbestimmen, wer innerhalb einer Partei in den Bundestag einzieht, macht sich Illusionen. Die erfolgreichen Kandidaten wurden alle sorgfältig vorgefiltert.
        – Regionale Vertretung mit Direktkandidaten mag zwar halbwegs funktionieren, ist aber a. nicht so wichtig und b. funktioniert eben nur halbwegs, wie @GOIs Beispiele mit Scholz und Baerbock zeigen.

        Wozu also Direktkandidaten plus Verhältniswahlrecht? Eins von beidem abschaffen. Ich wäre für ein reines Verhältniswahlrecht, gerne mit personalisierter Listenwahl.

        • „Dein Vorschlag krankt ein bisschen daran, dass Wahlkreise unterschiedlich groß sind, also unterschiedlich viele Wähler enthalten. Da sind Kandidaten in kleinen Wahlkreisen automatisch im Nachteil.“

          Die Wahlkreise müsste man halt immer wieder anpassen. Der Vorteil von Direktkandidaten ist, dass man dann sie jederzeitige Abwählbarkeit EINZELNER Kandidaten einführen kann. Bei den beiden genannten Vorschlägen müsste man dazu nur im jeweiligen Wahlkreis eine Neuwahl abhalten und dann so tun, als ob die Wahlergebnisse der gesamten Wahl den ursprünglichen Wahlergebnissen entsprochen hätte, im fraglichen Wahlkreis aber derjenigen der Neuwahl entsprochen hätte. Das kann dann natürlich auch dazu führen, dass in anderen Wahlkreisen eingezogene Kandidaten rausfliegen oder nicht Eingezogene einziehen dürfen. Die einzige Alternative mit der Möglichkeit einzelne Kandidaten neu wählen zu können wäre das reine Mehrheitswahlrecht, wobei dann aber ein Alternativwahlrecht* besser wäre, da man dann nicht entscheiden müsste, ob man riskieren will, dass die eigene Stimme verschenkt wurde, oder nicht.

          *D.h. man gibt Erst-, Zweit- usw. -prioritäten an und, wenn der Kandidat mit Erstpriorität scheitert, kommt seine Stimme an den mit der Zweitpriorität usw.

          • Für eine konstruktive Abwahlmöglichkeit von Direktkandidaten setzt sich auch „Die Basis“ ein. Hat was für sich.

            Ganz gerecht wird es bei Deinem System nicht, aber Unterschiede von wenigen Prozent in der Wählerzahl könnte man verkraften. Glaubst Du, das Phänomen, dass in wohlhabenden Wahlkreisen die Wahlbeteiligung höher ist, wäre auch ein Gerechtigkeitsproblem? Man könnte argumentieren, arme Leute sind selbst schuld, wenn sie nicht wählen gehen. Und ist es gerecht/problematisch, wenn wohlhabende Kandidaten die Wahlbeteiligung in ihrem Wahlkreis durch den massiven Einsatz von wahlkreiskonzentrierter Wahlwerbung hochtreiben?

            Auch ein Alternativwahlrecht fände ich einen guten Ansatz. Fuck, manchmal denke ich, Hauptsache wir ändern überhaupt etwas… aber schlimmer geht immer. Also sollte man die Alternativen sorgfältig durchdenken, und vorher auf lokaler/Landesebene ausprobieren.

          • „Glaubst Du, das Phänomen, dass in wohlhabenden Wahlkreisen die Wahlbeteiligung höher ist, wäre auch ein Gerechtigkeitsproblem? Man könnte argumentieren, arme Leute sind selbst schuld, wenn sie nicht wählen gehen.“

            Ich würde sagen, gerecht ist es nicht, aber das Problem ist ja eher, dass die Politiker nur Politik für die Reichen machen und deswegen die Armen weniger wählen, also weder „selbst Schuld“ noch zwangsläufig ist die niedrigere Wahlbeteiligung zwangsläufig vorhanden und damit ein Problem.

            „Und ist es gerecht/problematisch, wenn wohlhabende Kandidaten die Wahlbeteiligung in ihrem Wahlkreis durch den massiven Einsatz von wahlkreiskonzentrierter Wahlwerbung hochtreiben?“

            Das ist auch nicht so toll. Aber man sollte die Wirkung von Werbung auch nicht überschätzen, kann man vielleicht die Spenden von Reichen nach oben begrenzen (auch die von reichen Politikern an sich selbst) und wie auch beim ersten genannten Problem stellt sich die Frage: Ist es besser, mehr Gerechtigkeit zu haben, denn ganz lösbar ist das nicht, oder doch, deutlich mehr Anreize für die Politiker, etwas für das Volk zu tun, was auch das erstere Problem vermindern würde. Ich bin ja eher für das Zweite, auch wenn ich nichts gegen ein Mehrheitswahlrecht hätte.

            Übrigens: In dem Vorschlag von mir würde das erstere Problem nicht bestehen und hochtreiben der Wahlbeteiligung würde auch nichts bringen, da die Wahlkreise ja nicht nach der aktuellen Wahlbeteiligung zugeordnet sind und es nur einen Abgeordneten pro Wahlkreis gäbe, wie beim Mehrheitswahlrecht (nur halt mit Gewichtung zwecks Proportionalität für die Parteien (oder begehe ich da einen Denkfehler?)). Nur mehr Stimmen für sich selbst würde dem reichen Politiker was bringen, aber: Siehe oben.

          • „oder begehe ich da einen Denkfehler?“

            Ich glaube: Jein 😉 Ich verstehe Dich so, dass es nur noch Direktkandidaten gibt, parteiengebunden. Die Stimme für einen parteigebundenen Direktkandidaten ist zugleich eine Stimme für seine Partei. Wenn dann einer Partei x Sitze zustehen, werden die Stimmen für die einzelnen Direktkandidaten der Partei verglichen; die mit den meisten Stimmen ziehen ins Parlament ein.

            Ein größerer Wahlkreis oder eine höhere Wahlbeteiligung nützen also nur einem Direktkandidaten für seine Rangfolge innerhalb seiner Partei, nicht aber seiner Partei.

            Wenn Du allerdings von gewichteten Stimmen sprichst, führt das in die Irre. Wenn Partei A 20% kriegt, und ihr deshalb 20 Sitze zustehen, Partei B 40% und 40 Sitze, und in allen Wahlkreisen ihre Kandidaten gleich viele Stimmen haben, könnte man auf die Idee kommen, bei einer Gewichtung hätten die Kandidaten von Partei A nur noch halb so viele Stimmen wie die von Partei B. Und dann liegt die Idee nahe, dass von Partei A gar keiner ins Parlament kommt, und so war das ja nicht gemeint.

          • „Ich verstehe Dich so, dass es nur noch Direktkandidaten gibt, parteiengebunden. Die Stimme für einen parteigebundenen Direktkandidaten ist zugleich eine Stimme für seine Partei. Wenn dann einer Partei x Sitze zustehen, werden die Stimmen für die einzelnen Direktkandidaten der Partei verglichen; die mit den meisten Stimmen ziehen ins Parlament ein.“

            Das ist nicht meiner, sondern aus dem einen von den Nachdenkseiten verlinkten Artikel. Den ich aber dahingehend modifiziert habe, dass es nur noch Direktkandidaten gibt.

            „Ein größerer Wahlkreis oder eine höhere Wahlbeteiligung nützen also nur einem Direktkandidaten für seine Rangfolge innerhalb seiner Partei, nicht aber seiner Partei.“

            Allerdings indirekt: Höhere Wahlbeteiligung = höhere Stimmen für ihn selbst

            „Wenn Du allerdings von gewichteten Stimmen sprichst…“

            Jepp, das ist original von mir.

            „Wenn Partei A 20% kriegt, und ihr deshalb 20 Sitze zustehen, Partei B 40% und 40 Sitze, und in allen Wahlkreisen ihre Kandidaten gleich viele Stimmen haben, könnte man auf die Idee kommen, bei einer Gewichtung hätten die Kandidaten von Partei A nur noch halb so viele Stimmen wie die von Partei B. Und dann liegt die Idee nahe, dass von Partei A gar keiner ins Parlament kommt, und so war das ja nicht gemeint.“

            Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich deine folgende Argumentation damit richtig verstanden habe. Jedenfalls wird die Gewichtung nicht zwangsläufig gleich den Verhältnis der ihnen zustehenden Abgeordnetenzahlen sein, was du ja zu implizieren scheinst. Was den Fall, dass mehrere Kandidaten exakt gleich viele Stimmen erhalten und dies relevant ist, angeht: In dem Fall müsste man auslosen. Anders führt die Gewichtung nicht zur richtigen Zahl an Abgeordneten für eine Partei. Wenn wirklich alle Kandidaten aller Parteien gleich viele Stimmen haben, kann man sich das Gewichten auch gleich sparen.

          • Es geht mir nicht darum, dass Kandidaten gleich viele Stimmen haben. Ich glaube, ich verstehe etwas noch nicht, und versuche es mal anders, mit einer Frage: Was bedeutet „gewichten“ bei Dir? Wenn der Stimmenanteil einer Partei ihre Sitzzahl bestimmt, und die Besetzung der Sitze derPartei über die Rangfolge gemäß der jeweiligen absoluten Stimmenzahl für die Direktkandidaten erfolgt, was soll man dann überhaupt noch gewichten?

          • „Wenn der Stimmenanteil einer Partei ihre Sitzzahl bestimmt, und die Besetzung der Sitze derPartei über die Rangfolge gemäß der jeweiligen absoluten Stimmenzahl für die Direktkandidaten erfolgt, was soll man dann überhaupt noch gewichten?“

            Das sind unterschiedliche Vorschläge:

            In beiden erhält die Partei so viele Sitze wie ihrem Stimmenanteil im ganzen (Bundes-)Land entspricht.

            Im Einen (der nicht von mir ist) kommt es bei der Frage, welche Abgeordneten für eine Partei rein dürfen, nur auf die absolute Stimmenzahl des Abgeordneten an.

            Beim Anderen (der von mir stammt) wird bestimmt, aus welchen Wahlkreisen Abgeordnete der Partei einziehen dürfen, über deren relativen Stimmenanteil, wobei die Stimmen (in allen Wahlkreisen gleich, aber jede Partei anders) gewichtet werden, so dass auch tatsächlich die richtige Anzahl an Abgeordneten einer Partei einziehen dürfen.
            Ohne Gewichtung wäre es nur ein Otto-Normal-Mehrheitswahlrecht, bei dem ja nicht-proportionale Sitzzahlen für jede Partei herauskommen.

          • Wie genau wird bei Dir gewichtet? Erklär mir das doch vielleicht kurz an folgendem Szenario:

            Drei Parteien A,B und C. Drei Wahlkreise. Es sind 3 Sitze im Parlament zu vergeben. Die Wahlkreisergebnisse (Stimmen):

            Wahlkreis 1
            Partei A 5100
            Partei B 1665
            Partei C 3334

            Wahlkreis 2
            Partei A 1666
            Partei B 5100
            Partei C 3333

            Wahlkreis 3
            Partei A 223
            Partei B 224
            Partei C 322

            Alle Parteien haben insgesamt 6989 Stimmen, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Jede Partei kriegt also einen Sitz.

            Beim Vorschlag, der nicht von Dir ist, würde geschaut, welcher Abgeordnete die meisten Stimmen für seine Partei geholt hat. Es zögen also ein für Partei A der Kandidat aus Wahlkreis 1, für Partei B der Kandidat aus Wahlkreis 2, und für Partei C wiederum der Kandidat aus Wahlkreis 1.

            Wenn man vom relativen Stimmenanteil ausgeht, würde für Partei C der Kandidat aus Wahlkreis 3 einziehen, der dort einen Anteil von 322/769 = 41,9% geholt hat, das beste relative Ergebnis für seine Partei in den einzelnen Wahlkreisen. Wie geht jetzt in Deinem Modell der Stimmenanteil für eine Partei insgesamt, also die Gewichtung mit 1/3, in die Rechnung mit ein? Das verstehe ich immer noch nicht. Tut mir leid 😉

          • Also,
            Partei A = 6989/20967 = 33,3%
            Partei B = Partei C = Partei A

            => Je 1 Sitz

            Partei A hat in W1 die relative Mehrheit, Partei B in W2 und Partei C in W3 => Gar keine Gewichtung erforderlich

            Anderes Bsp:

            Wahlkreis 1
            Partei A 4100
            Partei B 1665
            Partei C 3334
            Wahlkreis 2
            Partei A 1666
            Partei B 5100
            Partei C 3333
            Wahlkreis 3
            Partei A 1223
            Partei B 224
            Partei C 322

            => gleiche Stimmenzahl pro Partei => je 1 Sitz, aber

            Partei A hat in W1 und W3 die relative Mehrheit, P B in W2

            => Z.B.: Partei C mal 4/3, Partei B mal 1, Partei A mal 1 =>

            Effektive Stimmen:

            Wahlkreis 1
            Partei A 4100
            Partei B 1665
            Partei C 4445
            Wahlkreis 2
            Partei A 1666
            Partei B 5100
            Partei C 4444
            Wahlkreis 3
            Partei A 1223
            Partei B 224
            Partei C 429

            => P A = W3, P B = W2, P C = W1 => passt wieder

            Natürlich ist nicht nur eine Gewichtung möglich.
            Statt der Gewichtung 4/3 (die ich wegen einfacher Berechenbarkeit gewählt habe) für Partei C, wählt man daher am besten eine, bei der Partei C in Wahlkreis 1 genau eine Stimme mehr hat und für mindestens eine Partei die Gewichtung 1, um die Gewichtungsmöglichkeiten einzuschränken. Leider weiß ich nicht, ob das ausreicht, um auf nur eine Gewichtungsmöglichkeit zu kommen und, wenn es mehrere bleiben, ob es mehrere Möglichkeiten gibt, die zu UNTERSCHIEDLICHEN Ergebnissen führen. Das wäre was für Politikwissenschaftler. Ist ja bisher nur ein Vorschlag, den ich mir ausgedacht hatte, bevor ich den Anderen kennengelernt habe, der in der Tat einfacher ist (bei meinem Bsp.: P A = W1, P B = W2, P C = W1).

          • Okay, jetzt habe ich es verstanden!

            Ich glaube, mit noch mehr Parteien ist das Problem wirklich, dass man durch die Auswahl der Gewichtungsfaktoren unterschiedliche Ergebnisse produzieren kann, also Einfluss nehmen kann, welche Kandidaten aus welchem Wahlkreis für eine Partei ins Parlament einziehen. Eine Abwahl wird dadurch auch komplizierter. Insofern würde ich sagen: Schöne Idee, aber man sollte es simpel halten, und nach den meisten absoluten oder relativen Stimmen gehen. Was beides seine Nachteile hätte, bei ersterem profitieren Kandidaten mit größeren Wahlkreisen, für letzteres war mein Beispiel extra so konstruiert, dass jemand mit absurd wenigen Stimmen in den Bundestag einzieht.

            Übrigens ist auch die Ermittlung, wie viele Leute welcher Partei von welcher Landesliste in den Bundestag einziehen, bei unserem derzeit gültigen Wahlrecht fast schon eine Zumutung. Ich hatte das mal für die letzte Wahl nachvollzogen. Alter Falter, das hat gedauert…

        • „Übrigens ist auch die Ermittlung, wie viele Leute welcher Partei von welcher Landesliste in den Bundestag einziehen, bei unserem derzeit gültigen Wahlrecht fast schon eine Zumutung. Ich hatte das mal für die letzte Wahl nachvollzogen. Alter Falter, das hat gedauert…“

          Liegt wohl an der doppelten Proportionalität…

          Übrigens: Bei dem einfacheren Vorschlag könnte man statt der absoluten Stimmenzahl die relative Stimmenzahl der Abgeordneten nehmen, um zu bestimmen, wer einziehen darf. Das hätte den Vorteil, dass viel seltener keiner für einen Wahlkreis rein kann.

          Denkbar wäre auch eine Kombination mit dem Alternativwahlrecht, um zu verhindern, dass zu unbeliebte Abgeordnete für einen WK rein können: Es wird der Abgeordnete mit den jeweils wenigsten Stimmen ausgeschlossen, seine Stimmen umverteilt und bestimmt, wer jetzt rein darf*. Das geht dann immer so weiter, bis bei jedem Wahlkreis nur noch 2 Abgeordnete übrig sind, wobei jene Abgeordneten beim Ausscheiden übersprungen werden, die beim aktuellen Stand rein dürfen, um (beim X+1-ten Schritt) ausgeschlossen zu werden, wenn sie nach dem X-ten Schritt zufällig nicht mehr rein dürfen. Sollte nicht viel komplizierter sein als das übliche Alternativwahlrecht.

          *Die Zahl der Abgeordneten, die für eine Partei rein darf, wird natürlich immer auf Basis der Erstprioritätsstimmen ermittelt, sonst wäre es witzlos.

    • Das ist ’ne schwarz-rote Koalition, keine große!!! Es ist vier Jahre überfällig, dass die Erkenntnis in der Wortwahl Ausdruck findet.

      Das ist unnötiger Masochismus. Die Allgemeinheit interessiert dein neurotischer Sprachpurismus sowieso nicht.

      Die Koalition ist immer noch groß – verhältnismäßig. Und der Begriff ist etabliert. Man wird ihn wegen deiner Neurose nicht ändern. Du solltest dich mit den Gender-Linguisten verbrüdern. Die sind ähnlich drauf wie du und stören sich an jedem Formalismus, an dem sie sich stören wollen.

      • Die Allgemeinheit interessiert deine neurotische Alice-Miller-Macke nicht. Geh‘ Forellen angeln, du Troll. Am Bach bist du vielleicht ein paar Minuten vor deiner Frau in Sicherheit, bevor sie dich wieder verprügelt.

          • Was hast du widerlegt? Du intellektuelle Minderleuchte weißt noch nicht einmal, was der Begriff bedeutet, geschweige denn, wie man ihn anwendet.

          • Was hast du widerlegt?

            Das würdest du wissen, wenn du über Intelligenz, Lesekompetenz und die Fähigkeit zur Selbstkritik verfügen würdest.

            Der Begriff Große Koalition ist nach wie vor angebracht, da er etabliert ist und da beide Parteien immer noch relativ groß sind und am meisten Stimmen auf sich vereinigen. Deine Äußerungen und Forderungen basieren auf einem weltfremden sprachlichen Purismus – und vermutlich auf Rechthaberei.

            Die Forderung, diesen Begriff aufzugeben, ist ähnlich intelligent, zwanghaft und erfolgsversprechend wie die Forderung nach Abschaffung des generischen Maskulinums.

            Den Begriff wird es so lange geben, wie SPD und CDU zusammen die Mehrheit bilden können.

            Deine Performance ist wirklich schlecht, Rentonbetrug. Und ich würde das nicht sagen, wenn du nicht ständig damit kommen würdest, was ich für ein Vollidiot sei oder daß meine Frau mich schlage usw.

            Ich teile erst aus, wenn andere eine asoziale Diskussionskultur vorgelegt haben. 🙂

          • Ich frage noch einmal: Was hast du widerlegt? Ein intelligenter Mensch würde auf eine klare Frage ein klare Antwort gegeben. Jemand, der von seiner Frau misshandelt wird, neigt eher dazu, im Ungefähren zu bleiben, um sich keinem Risiko auszusetzen.

            „Der Begriff Große Koalition ist nach wie vor angebracht, da er etabliert ist und da beide Parteien immer noch relativ groß sind und am meisten Stimmen auf sich vereinigen.“

            Die beiden Parteien haben eine einfache Mehrheit von ganz knapp 56% der Abgeordnetensitze. Da fehlen nur 6 Prozentpunkte bis zur Minderheitsregierung. Wer das für groß hält, hat für eine Koalition mit 2/3-Mehrheit für Grundgesetzänderungen nur noch Begriffe wie „riesig“, „sehr groß“ oder „gigantomanisch“ übrig. Für die 90%-Mehrheit von 1966 fehlen ihm dann schon die Worte. „Alice-Miller-mäßig“ wäre vielleicht der letzte Ausweg.

            Du nennst den Begriff „etabliert“, ich nenne ihn „falsch“ und „dämlich“. So, wie auch eine gewisse Person.

          • „Ich teile erst aus, wenn andere eine asoziale Diskussionskultur vorgelegt haben.“

            Deshalb bist du hier so beliebt!

    • Warum war meine Prognose falsch? Zwei Gründe:

      1. Die CSU ist tatsächlich auf 33% in Bayern gekommen.
      2. Ich hatte vergessen, die Sonstigen zu berücksichtigen! Warum hat mich niemand darauf hingewiesen?!? Durch die 8,7% Sonstige bedeuten 33% in Bayern nicht 33/100 von 93 Abgeordneten, sondern33/91,3 von 93 Abgeordneten, macht 34 Abgeordnete. Die CSU hat 45 Direktmandate, 3 werden nicht ausgeglichen, macht 42/34 = 1,24 mal zu viele Abgeordnete. Ergo schwillt der Bundestag auf 598×42/34 = 739 Abgeordnete an.

      Das vorläufige amtliche Endergebnis sieht 735 Abgeordnete vor. Die dürften meine Rundungsfehler vermieden haben.

      Et voilà – es ist keine Raketenwissenschaft.

  7. So oder so wird es heute abend schnelle Aussagen geben, Morgen gleich wieder vergessen sind.
    Danach wird es monatelangen Hickhack geben („ab Morgen gibt’s auf die Fresse“). Am Ende wird es einen halbgaren Last-Minute-Kompromiss geben.
    …und Schuld wird der AfD gegeben…

  8. Egal was kommt, die Hetze und der Hass von rot-grün wird weitergehen. Jede kommende Regierung wird eine Getriebene sein. Die Vorfeldorganisationen der Grünen, der Linke und der SPD – FFF, XR, Antifa, Zentrum für Politische Schönheit, uvm. – werden dafür sorgen, dass weiter auf Andersdenkende gehetzt wird. Mutige Stimmen werden durch einen Mob an Internetaktivistinnen, Straßenkämpferinnen und Guerillaaktivistinnen bedroht, Falschmeldungen abgesetzt und Hasskampagnen lanciert.

    Ich erkenne auch, dass ein Justizministerium unter der SPD, schlimmste Falls unter den Grüninnen, weiter an der Ungleichheit zwischen Frau und Mann arbeiten wird. Lambrecht hat schon signalisiert, dass sie bleiben will https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/christine-lambrecht-bleibt-sie-doch-justizministerin-17540618.html, sehr zum Unmut ihrer Mitarbeiter: „Im Bundesjustizministerium wären viele erschrocken, wenn ihnen die Ressortchefin von der SPD erhalten bliebe. Beamte haben oft den Eindruck, ihr Rat werde ignoriert.“

    Ich hoffe auf schwarz- gelb und eigentlich ohne grün, aber das wird wohl nichts.

    RRG würde ich mir für dieses Land fast schon wünschen. Nach 4 Jahren wäre dann nicht mehr viel davon übrig, aber bis dahin können wir dann alle den Text:

    „Auferstanden aus Ruinen
    und der Zukunft zugewandt,
    laß uns dir zum Guten dienen,
    Deutschland, einig Vaterland.
    Alte Not gilt es zu zwingen,
    und wir zwingen sie vereint,
    denn es muß uns doch gelingen,
    daß die Sonne schön wie nie
    über Deutschland scheint.“

    • „RRG würde ich mir für dieses Land fast schon wünschen. Nach 4 Jahren wäre dann nicht mehr viel davon übrig“

      Siehe Schweden, die haben die links-grüne Ideologie Jahrzehnte lange gefressen, soweit das sie in die Kamera lügen und erzählen Schweden ist die heile Welt, obwohl bei ihnen im Wohngebiet mittlerweile Handgranaten fliegen und die Polizei rät, das Frauen Nachts nicht mehr alleine draußen sein sollten.

  9. Gerade war ich wählen, fand meine bevorzugte Partei überall, aber nicht auf der wichtigsten Bundestagswahl-Zweitstimmenliste. Fünfmal habe ich die Liste von oben bis unten durchgelesen, war nicht drauf.
    Als Antwort fand ich Internet dann sowas: „Die vereinfachte Antwort auf die Frage lautet: Wenn eine Partei nicht auf dem Stimmzettel steht, gibt es sie im jeweiligen Bundesland nicht wirklich.“

    Also musste ich eine andere Partei wählen, eine, die ich eigentlich nicht wählen wollte. Ich fühle mich betrogen. Ich werde diese Wahl nicht anerkennen, ganz egal welches Ergebnis sie hat.

    • Bei dieser Wahl ist auch noch anderes schiefgelaufen.

      Ich bin ja schon älter und habe viele Wahlen mitgemacht. Ich bin immer ohne Wartezeiten zur Wahlkabine gekommen. Diesmal empfing mich eine lange Schlange bis nach draussen. Ich stellte mich an, um ca. 15 min später mit den anderen Wartenden zu erfahren, dass es noch zwei andere Aufgänge gibt, sortiert je nach Wahlbezirk. Zwei Drittel der Leute standen also völlig falsch an. So etwas habe ich in meinem ganzen Leben bei keiner Wahl erlebt.

      Während des Wartens wollte sich einer vordrängeln mit dem Spruch „Lasst mich vor, ich muss zur Arbeit“. Erfolglos und uns Wartende brüllend beschimpfend zog er seines Weges.

      Drinnen dann im Wahlraum erkannte ich die Ursache der Schlange: Nur zwei Wahlkabinen. Ich forderte das Personal auf, weitere Wahlkabinen aufzustellen, wurde aber abgebügelt mit dem Hinweis, sie hätten keine mehr. Die Wahlkabinen waren nur provisorisch aus Möbeln zusammengebaut, im Hintergrund stapelten sich weitere Möbel mit denen man weitere Wahlkabinen hätte bauen können, die Ausrede klang also besonders dämlich.
      Man muss hier bewusste oder unbewusste Sabotage unterstellen, und ich bin mir ziemlich sicher, dass bei all dem Fanatismus das letztere der Fall ist, denn die Guten würden sowas niemals machen, Wahlbetrug.

    • Bin ich auch schonmal drauf reingefallen. Keine Ahnung, was das für einen Sinn haben soll, dass eine Partei in jedem Bundesland eine Organisation unterhalten muss, wenn sie für eine Bundestagswahl antritt. Sicher wird das mit Repräsentativitätsgefasel begründet.

      Aber der Zweck ist klar: es schützt die alten Parteien (weil sowas natürlich nicht mehr von Einzelpersonen am Feierabend organisiert werden kann). Das gesamte Wahlrecht ist auf deren Machterhalt hin ausgerichtet. Gäbe es nicht hin- und wieder größere gesellschaftliche Bewegungen, wäre alles noch so, wie direkt nach dem zweiten WK, sobald die neuen Parteien aber wählbar werden, schaltet man sie gleich bzw. unterwandert sie (Grüne) oder macht sie kaputt (Piraten).

      Dieses scheindemokratische System zeichnet sich dadurch aus, dass du nicht mitreden darfst und sogar die Richtungsentscheidungen im hohen Maß (medial) vorherbestimmt sind. Es ist eine riesige stinkende und kontraproduktive Lüge…

      • Klugscheiß: Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg (1949) gab es noch nicht die bundesweite 5%-Hürde, nur landesweite. Zitat Wikipedia: „Daher benötigte eine Partei, um in den Bundestag einzuziehen, fünf Prozent oder mehr der Stimmen eines Landes oder die Mehrheit der Stimmen eines Wahlkreises, was die Wirkung der Sperrklausel einschränkte. Allerdings erhielten Parteien keine Sitze in den Ländern, in denen sie weder 5 % noch ein Direktmandat errangen.“ Dementsprechend saßen im ersten Bundestag noch zehn* Parteien und drei Unabhängige.

        Für die zweite Bundestagswahl 1953 galt die 5%-Hürde dann schon bundesweit, was die Zahl der Parteien im Bundestag auf sechs* reduzierte. Zwei von denen hatten es nicht über die 5%-Hürde geschafft, aber damals reichte noch ein einziges Direktmandat, um trotzdem in den Bundestag einzuziehen. 1957 waren es dann schon die heutigen drei Direktmandate und nur noch vier* Parteien im Parlament, und ab 1961 nur noch drei Parteien, was bekanntlich bis zum Einzug der Grünen in den 80ern Bestand hatte.

        Man sieht: Unser auf Machterhalt (Euphemismus: Stabilität) ausgerichtetes Wahlsystem ist über mehrere Legislaturen erprobt und eingerichtet worden. Schlecht Ding will Weile haben.

        * Ich zähle CDU und CSU als eine Partei.

    • Ja, aber noch ist nicht klar, ob schwarz-rot oder rot-schwarz.
      Ein guter Journalist würde Laschet und Scholz so lange triezen, bis sich einer zu einer Koalitionsaussage versteigt.

      Denn: wenn Union und SPD gleichauf bleiben, wer wird dann Kanzler?

      • Das sehe ich genauso.
        So wie El Mocho schon sagt, FDP und Grüne können hoch pokern, da sowohl Ampel als auch Jamaika machbar sind…

        ….aaaaaaber, das war 2017 auch schon so…

      • „Beide Parteien haben glaube ich durch eine erneute große Koalition nichts zu gewinnen. “
        Wieso? Programmatisch gubt es nur begrenzte Unterschiede. Man ist weiter sehr gut versorgt, kann (mehr oder minder) machen was man will und sich als großer Sieger fühlen.

  10. Wenn Wahlen wirklich etwas ändern könnten, wären sie längst verboten. –Tucholski?

    Wer will denn als Regierung für die nächsten 4J verantwortlich sein? Sieht Vieles ja sehr besch…eiden aus. Wer das macht wird an Verschuldung, Wirtschaftskrise und dem Scheitern in der Klimapolitik bewältigen müssen. Ob die zukünftige Regierung da glänzend herauskommen wird?

    • „Wenn Wahlen wirklich etwas ändern könnten, wären sie längst verboten. –Tucholski?“

      Na ja, freiwillig wurden Wahlen ja nicht eingeführt…

      Aber die Unterwanderung von Allem durch die politisch korrekten Linken macht tatsächlich jede Demokratie zunichte!

      • Vor der Unterwanderung war es auch nicht nennenswert besser. Dieses System demokatisch zu nennen, ist ein Hohn. Aber die meisten Leute sind glücklich damit, nicht darüber nachdenken zu müssen.

        Habe ich bei meinen Eltern festgestellt, insbesondere bei meiner Mutter, die hat immer CDU gewählt, aber wenn die dann Schei**e baute, war nicht etwa die regierende Partei schuld, sondern „die Politik“, die brachte das nie in Übereinstimmung und wählte bei der nächsten Wahl wieder genauso. Parteiensysteme sind für die Dümmsten gemacht, da man die am einfachsten in eine bestimmte Richtung dirigieren kann.

      • Ich watsche ja nur zu gerne die Linken (also SJW und Woko Haram) ab, aber dieses langsame Zersetzen der Demokratie haben alle Parteien gemeinsam perfektioniert.
        Das ist wie an die alten Fürstenhöfe (-> Louis XVI) bei denen langsam immer mehr Sinekuren und Pfründe die Steuern auffrassen und die permanenten Intrigen der Höflinge den Staat paralysierten. Der Souverän hat dann de facto keine Einflussmöglichkeiten mehr.

  11. Wichtigste Nachricht des Tages: Ab 22 Uhr ist Harald Schmidt live im Deutschlandfunk zu hören. Mal sehen, was er aus dem Abend macht.

    Ansonsten freue ich mich auf die erste Ampel-Koalition auf Bundesebene. Wird Annalena Außenministerin? Wird Lindner Wirtschafts- oder Finanzminister? Und was wird aus Robert Habeck?

    Die Ampel birgt die Chance, daß die FDP die schlimmsten Gender-Wahnsinnigkeiten von links verhindert.

    Die Grünen sind die klaren Gewinner des Tages – und ein gutes Stück auch die Roten. Auch James T. Kirk würde grün wählen. Die Enterprise fliegt mit Solarstrom und Biogas. Die Klingonen benutzen noch fossile Energieträger und verpesten das Weltall mit CO2.

    In Berlin kriegen wir jetzt eine Bajuwarin als Bürgermeister. Man stelle sich mal einen Berliner als Ministerpräsident in Bayern vor.

    Alles in allem hat sich unsere Demokratie positiv weiterentwickelt. Die starren Blöcke haben sich aufgelöst. Es sind flexiblere und vielfältigere Koalitionen möglich.

    Was ich immer wieder lustig finde, ist die Armageddon-Rhetorik von Konservativen, die vor einem „Linksruck“ oder vor R2G warnen. Nach dem Motto: Dann kommt der Sozialismus!

    Die haben Politik einfach nicht verstanden. Wir leben mittlerweile in der neuen Staatsform der „Demoskopie“. Egal wer an der Macht ist, er regiert wesentlich demoskopischer, als das früher der Fall war. Und das ist ein Fortschritt.

    Kirk verrät Euch hiermit das erste Grundgesetz der Geschichte: Alles wird gut.

    Und wer den menschengemachten Klimawandel und die Möglichkeit einer proaktiven Klimapolitik in Zweifel zieht, der ist ein paranoider Konservativer, der von allem überfordert ist und nicht mehr so richtig checkt, wohin die Reise geht. 🙂

  12. lol

    Wenn die nicht vertreten sind, dann ändern sich die Mehrheitsverhältnisse, was eine Zweier-Koalition begünstigt. Ist also sehr spannend, wo die 5% unter- oder überschritten werden.

  13. Was ist, wenn Grüne vergrünen? Dann kommt die nächste Generation …

  14. Dass in Berlin die Wahlen sehr pannenhaft verliefen, ist ja bekannt. Dass aber eventuell über 100 Wahllokale betroffen waren, ist jedoch so heftig, dass sogar ein erfahrener OSZE-Wahlbeobachter alarmiert ist.

    Und ein Lehrstück feministischer Verantwortungskultur ist, dass die Landeswahlleiterin keine Ahnung vom Ausmaß der Probleme hat und die Verantwortlichkeit bis in die einzelnen Wahllokale schiebt:

    https://www.rbb24.de/politik/wahl/abgeordnetenhaus/agh-2021/beitraege/berlin-wahl-landeswahlleiterin-stimmen-ungueltig.html

    Wozu braucht man denn eine Landeswahlleitung?

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