Many Shades of Gender (18): Die GS werden doch politisch alimentiert.

Paula-Irene Villa Braslavsky, Genderprofessorin, hat ein FAQ zu Mythen über die Gender Studies erstellt. Ich wollte sie nach und nach hier besprechen:

Heute:

Die GS werden doch politisch alimentiert.

Mal sehen, was kommt.

 

Das Argument einer ‘politischen Alimentierung’ bzw. der Gender Studies als Lobbyismus ist zwar politisch als ein böser Vorwurf gemeint, der vor allem von den selbsternannten Gegnern und Gegnerinnen der Geschlechterforschung gemacht wird. Nimmt man die Polemik heraus, ist er jedoch durchaus korrekt. Er gilt aber dann: für genau alle Disziplinen, Fächer und Lehr- sowie Forschungsformen in öffentlichen Einrichtungen. Alle Wissenschaften sind (auch) politisch alimentiert, denn in einer rechtsstaatlichen Demokratie entscheiden Bundes- und Landesregierungen zumindest weitestgehend darüber, wie (gut) ihre Hochschulen finanziert, welche Themenbereiche fokussiert werden und wie die Ausbildung der Studierenden aussehen soll. Wenngleich Hochschulen in diesem Rahmen frei operieren (was sehr wichtig ist, um kreative, exzellente, bahnbrechende Forschung nach eigenen, also wissenschaftlichen Standards, zu ermöglichen), so gibt es immer wieder Themen, die politisch für besonders relevant befunden werden (etwa die Heilung bestimmter Krankheiten, Stadtplanung, Migration, Klimakrise etc.). Dann wird unter Umständen entsprechend entschieden, bestimmte Schwerpunktprogramme auf diese Themen zu legen – und damit auch nicht auf andere. Das geschieht allerdings immer entlang der Empfehlungen der scientific community und unter Einhaltung derer Standards.

Das ist natürlich ein schwieriges Thema. Der Vorwurf ist ja nicht, dass die Gender Studies wie jeder andere Wissenschaftsbereich mit Geldern unterstützt werden, sondern das sie aus ideologischen Gründen und nicht wegen ihrer Wissenschaftlichkeit unterstützt werden.

Und der Vorwurf scheint mir auch zu sein, dass sie finanziell unterstützt werden ohne das man wirklich hinterfragt, ob sie wissenschaftlich arbeiten, weil einem das Ergebnis gefällt.

Einen entsprechend gestalteten starken Fokus auf die Gender Studies gab es in der Bundesrepublik bisher nicht. Zwar haben einzelne Bundesländer manche Professur für Frauen- oder Geschlechterforschung mit-finanziert oder die Vernetzung bereits bestehender Stellen/Professuren/Zentren unterstützt (so etwa in NRW https://www.netzwerk-fgf.nrw.de/das-netzwerk/das-netzwerk/  oder in Berlin https://www.berlin.de/sen/frauen/oeffentlichkeit/frauenpolitische-netzwerke/afg/artikel.29327.php), aber tatsächlich haben sich die Gender Studies aus den Forschungskontexten und den einzelnen Disziplinen heraus, also wissenschaftsimmanent, entwickelt. Dabei hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Geschlechterfragen bei vielen Forschungs-Themen eine Rolle spielen, nicht zuletzt auch in Medizin (z.B. https://www.dgesgm.de), Wirtschaft (z.B. am DIW Berlin https://www.diw.de/de/diw_01.c.364695.de/forschung_beratung/forschungsgruppen/gender_studies/gender_studies.html), Jura (zB Univ. Wien; https://rechtsphilosophie.univie.ac.at/team/holzleithner-elisabeth/). Die Nachfrage nach Gender Studies ist also gestiegen und viele dem Vorurteil nach eher “konservative” Wissenschaften integrieren die Gender-Perspektive in ihren Kanon.

Sie haben sich ideologisch entwickelt und ignorieren einen Großteil anderer Forschung. Aber da muss man aufpassen, dass die Kritik nicht selbst ideologisch wird.

Ich vermute mal niemand hätte das geringste Problem damit, wenn Sonderlehrstühle für Informatik, Physik, Maschinenbau, also „härte“ und wirtschaftsnahe Wissenschaftsbereiche eingerichtet werden.

Gender Studies sind aber immer noch ein vergleichsweises kleiner Forschungs- und Lehrzusammenhang an deutschen Universitäten (ca. 0,4% aller Professuren an Universitäten im deutschsprachigen Raum haben eine Voll- oder Teildenomination; vgl. https://www.mvbz.org/anmerkungen-zur-datensammlung.php). Da die Gender Studies darüber hinaus – anders als bahnbrechende Forschungen der Biophysik, der Neurologie oder des Geo-Engineering – ohne teure Studien an Menschen, besondere Technik oder zusätzliches Personal auskommen, wäre ihre vermeintliche “Alimentierung” tatsächlich recht günstig.

Vielleicht kann man den Vorwurf so fassen, dass es im wesentlichen Gesinnungslehrstühle sind, die einer ganz bestimmten Ideologie folgen und auch deswegen eingerichtet werden. Und das auch gerade der daraus folgende ideologische Einfluss gewünscht ist.

Oder so, dass sie sich selbst von einer Vielzahl sonst geltender wissenschaftlicher Vorgehensweisen freisprechen und dennoch finanziert werden.

43 Gedanken zu “Many Shades of Gender (18): Die GS werden doch politisch alimentiert.

  1. Gender Studies sind nicht einfach nur Forschung sondern Gesinnungspolitik, feministische Politik, deren Ergebnisse von vornherein festgelegt sind und politischen Zielen dient, Partei für die Frau bzw. der Verqueeren ergreift und so Objektivität, Neutralität und Ergebnisoffenheit als patriarchale Herrschaftsinstrumente ablehnt.

    • Was sind Gender Studies?

      Diese obige Sichtweise (von yx) halte ich aufgrund bisheriger Befunde für wahrscheinlich zutreffend.

      Hinzuweisen ist darauf, daß der WISSENSCHFTSRAT (WR) in 2021 eine Forschungsevalution der Gender Studies plant und auch durchführen will, mit einem Ergebnisbericht in 2022. Dieser Evaluationsauftrag stammt von einer Senatorin (Grüne) im Hamburger Senat. Der WR wird von einer Professorin geführt (ebenso wie die DFG), und auch sonst sind Professorinnen im WR quantitativ auffallend dominant. Insoweit läßt sich vermuten, wie das Ergebnis der Evaluation aussehen dürfte, aber es bleibt abzuwarten. Nicht bekannt ist m.W., wie sich die zuständige Evaluationskommission personell zusammensetzt und nach welchem konkreten Arbeitsplan sie vorgeht, also: wer wo in Bezug worauf und wie konkret evaluiert wird; das sind Interna des WR.

      Mich würde interessieren, ob nun endlich einmal die Forschungsfrage der angeblich wissenschaftlichen Gender Studies formuliert wird, mir ist nämlich bisher keine bekannt.

      Geht es um die Erklärung des „sozialen Geschlechts“ (Gender)?

      In diesem Zusammenhang würde mich interessieren, weshalb in der Medizin, ein bekanntlich biologisches Fach, man denke etwa an die Gynäkologie, überhaupt von „Gender“ oder gar von „Gender Medizin“ die Rede sein kann, wenn „Gender“ doch zugleich als „soziales (nicht-biologisches) Geschlecht“ definiert wird?

      Weiter wäre es wichtig, etwas über die konkret angewendeten wissenschaftlichen Methoden samt ihrer wissenschaftstheoretischen Grundlagen (z.B.: Rationalismus, Empirismus, Kritischer Rationalismus, Analytische Philosophie, oder Hermeneutik) zu erfahren, am besten mit einigen überprüf- und nachvollziehbaren Beispielen aus abgeschlossenen Forschungsprojekten.

      Und dann ginge es um eine entsprechende Liste der publizierten Forschungsergebnisse sowie der abgeleiteten didaktischen Literatur in Gestalt der universitären Lehrbücher des Fachs, am besten in Form einer Liste mit ausgewählten und typischen Lehrbüchern.

      Schließlich gehörte zu eine Evaluation eines Fachs „Gender Studies“ eine flächendeckende tabellarische Übersicht über Lehrstühle, Lehrinhalte, Studentenzahlen im Zeitablauf, Abschlußarbeiten aller Stufen, eine Tabelle der Dissertationen mit ihren Themen, ebenso ein entsprechende Liste der Habilitationen.

      Insgesamt sollte sich ein überblickshaftes, nachvollziehbares und überprüfbares Gesamtbild der „Gender Studies“ in Deutschland ergeben.

      Man darf gespannt sein, ob ein solches Ergebnis vorgelegt werden wird. –

      • Vielen Dank für die Zusammenfassung von dem, was wir dann erwarten können sollten.

        Schön finde ich den Hinweis auf die Notwendigkeit von „Gender-Medizin“, welche von der Existenz eines biologischen und nicht rein sozial konstruierten Geschlechts ausgeht. Nach Butler ist das biologische Geschlecht jedoch ebenfalls eine soziale Konstruktion, Fausto-Sterling ist bemüht, den Sexualdimorphismus auf ein platonisches (also philosophisches) und überholtes Ideal zurückzuführen.
        Wenn es das biologische Geschlecht und den Sexualdimorphismus nicht gibt, sehe ich allerdings keine Notwendigkeit für eine „Gender-Medizin“, weil sie sich auf Grundlagen berufen, die nicht existieren.
        Es wäre daher schön, wenn sie sich in einem Logik-Wölkchen auflösen würden. 😉

        • an crumar: Zitat:
          „Nach Butler ist das biologische Geschlecht jedoch ebenfalls eine soziale Konstruktion, Fausto-Sterling ist bemüht, den Sexualdimorphismus auf ein platonisches (also philosophisches) und überholtes Ideal zurückzuführen.“ –
          Mag sein, aber das ist beides offensichtlicher Unsinn. Kann weg.

        • @crumar
          „Wenn es das biologische Geschlecht und den Sexualdimorphismus nicht gibt, sehe ich allerdings keine Notwendigkeit für eine „Gender-Medizin“, weil sie sich auf Grundlagen berufen, die nicht existieren.“

          Sicher werden die eine völlig biologieferne Erklärung für den Geschlechterunterschied finden, den sie hier brauchen. Ist dann bestimmt die „epigenetische Prägung“ durch Jahrtausende lang erfahrene Unterdrückung seitens „weiblicher Körper“ oder so ein Schmarrn schuld ….

          Leider werden die sich im Angesicht ihres wahnsinnigen logischen Widersprüchlichkeit wie das Rumpelstilzchen zerreissen, fürcht ich mal. Wäre natürlich aber eine Gaudi.

          • „Ist dann bestimmt die „epigenetische Prägung“ durch Jahrtausende lang erfahrene Unterdrückung seitens „weiblicher Körper“ oder so ein Schmarrn schuld ….“

            Auf die Begründung und den Nachweis der epigenetischen Veränderung durch „Unterdrückung“ bin ich sehr gespannt und freue mich schon darauf.

            „Leider werden die sich im Angesicht ihres wahnsinnigen logischen Widersprüchlichkeit wie das Rumpelstilzchen zerreissen, fürcht ich mal. Wäre natürlich aber eine Gaudi.“

            Oh ja, das wäre es. Sie müssten dann nachholend z.B. ein Lehrbuch zur Evolutionsbiologie heranziehen. M.W. hat da ein gewisser Prof. Kutschera ein Standardwerk verfasst. 😉

        • Es wäre daher schön, wenn sie sich in einem Logik-Wölkchen auflösen würden.

          Die biegen sich das gerade so hin, wie sie’s gerade brauchen. Ob das logisch stringent ist, interessiert nicht die Bohne. Und überhaupt: 42!

          • Sie „biegen sich das gerade so hin, wie sie’s gerade brauchen“, weil wir sie lassen.
            Noch.
            Wenn man ehrlich ist, hat Leszek mit seiner These, es gibt in Deutschland keinen Fortschritt, weil es keine existierende Männerbewegung gibt RECHT.
            Warum sind wir hier sauer, in keiner Partei berücksichtigt zu werden?
            Weil in der realen Welt keiner Konflikte in einer realen Partei sucht und durchsteht.
            Die in der realen Welt politisch Aktiven hat keiner unterstützt.
            ZU GUNSTEN der Aktivität auf Foren wie diesen.
            Es kostet nichts, wenn wir ehrlich sind, hier anonym zu posten.
            Wir können hier Maximalforderungen an irgendeine Partei stellen, ohne im realen Leben Forderungen an eine Partei zu stellen.
            Aber wie ist die Enttäuschung eigentlich begründet, dass niemand auf Forderungen reagiert, die wir im realen Leben nie gestellt haben?

      • „In diesem Zusammenhang würde mich interessieren, weshalb in der Medizin, ein bekanntlich biologisches Fach, man denke etwa an die Gynäkologie, überhaupt von „Gender“ oder gar von „Gender Medizin“ die Rede sein kann, wenn „Gender“ doch zugleich als „soziales (nicht-biologisches) Geschlecht“ definiert wird?“

        Seit einigen Jahren wird im angelsächsischen Sprachraum, und damit als Diktion für alle Geschlechts-relevanten Zuammenhänge auch bei uns, der biologische Begriff „sex“ durch das soziale Rollen-Konstrukt „gender“ ersetzt. Und „alle“ machen brav und ohne Widerspruch mit, selbst ein Prof. Kucera, als profilierter Opponent der „gender studies“ redet von „Gender-Medizin“…

        • @Sabrina

          Laut DiAngelo gibt es: „die Rassentrennung, Rassenungleichheit, Rassenkategorien, den Rassenstandpunkt, die Rassensozialisation, Rassenfrage, Rassenverhältnisse, Rassenframe, Rassenzugehörigkeit, Rassenhierarchie, Rassenvoreingenommenheit, Rassengefahr, das rassenbewußtes Verhalten, die Rassendiskriminierung, Rassenaspekte, Rassenbürde, Rassenbefangenheit, Rassenprobleme, Rassengerechtigkeit, Rassenunterschiede, Rassenidentität, Rassenspannungen, Rassenprivilegien, das Rassenklima und Rassenvorurteile.“
          Alles entnommen aus ihrem Kassenschlager „Wir müssen über Rassismus sprechen“.

          Auf Englisch ist das der „heiße progressive“ Scheiß, auf Deutsch hört es sich an, als hätte man aus der „Deutschen Nationalzeitung“ abgeschrieben.
          Lass uns doch mal eine Umfrage in einer Fußgängerzone starten, wo die „Kritische Rassentheorie“ mit ihrer eingedeutschten Wortwahl im politischen Spektrum verortet werden würde.
          Mein Tipp, auf den ich echtes Geld verwetten würde: Rechtsaußen.
          Da wird das Publikum instinktsicher reagieren – wer so geil darauf ist, die Menschheit in nicht existierende „Rassen“ zu unterteilen, ist ein Rassist.
          Egal, wie er sich selbst politisch verortet.

          Es gibt auf Deutsch bereits die sinnvolle Teilung „soziales Geschlecht“ und „biologisches Geschlecht“.
          Meine Empfehlung ist, diese Begriffe hartnäckig zu verwenden und den „heißen progressiven“ Scheiß („NEU! Aus USA!“ Kennt das irgendwer noch?) zu vermeiden.

          Wer so übersetzt, kann die „Soziales-Geschlecht-Studien“ auch schnell als unvollständig identifizieren.
          Es handelt sich also maximal um 50% der Antworten auf die Forschungsfrage und – unter besonderer Berücksichtigung der geschlechtlichen Repräsentation in diesen – eher um weniger als 25%.

          • @ crumar:

            „Laut DiAngelo gibt es: „die Rassentrennung, Rassenungleichheit, Rassenkategorien, den Rassenstandpunkt, die Rassensozialisation, Rassenfrage, Rassenverhältnisse, Rassenframe, Rassenzugehörigkeit, Rassenhierarchie,…
            Lass uns doch mal eine Umfrage in einer Fußgängerzone starten, wo die „Kritische Rassentheorie“ mit ihrer eingedeutschten Wortwahl im politischen Spektrum verortet werden würde.
            Mein Tipp, auf den ich echtes Geld verwetten würde: Rechtsaußen.
            Da wird das Publikum instinktsicher reagieren – wer so geil darauf ist, die Menschheit in nicht existierende „Rassen“ zu unterteilen, ist ein Rassist.
            Egal, wie er sich selbst politisch verortet.“

            Bei Deiner Wette zur „Umfrage in einer Fußgängerzone“ stimme ich Deiner Prognose zur Verortung der „CRT…“ im politischen Spektrum zu.
            Gleichzeitig sollte es den zeitkritischen Menschen stutzig machen, wenn derlei zeitgeistige Rassenideologie (ungestraft) propagiert werden darf, die anderweitig als so verdammungs- und verbannungswürdig geahndet und gehandhabt wird, daß auf keinen Fall „die Menschheit in nicht existierende „Rassen““ unterteilt werden darf, z.B. dann, wenn Menschen unterschiedlicher Hautfarbe unterschiedlich auf bestimmte Herz-therapeutische Medikamente reagieren.
            Da können wir uns als Menschen doch glücklich schätzen, wenn Rassen nur bei Pferden, Hunden, Hühnern und dergleichen existieren…

          • @Sabrina

            „Da können wir uns als Menschen doch glücklich schätzen, wenn Rassen nur bei Pferden, Hunden, Hühnern und dergleichen existieren…“, weil „auf keinen Fall „die Menschheit in nicht existierende „Rassen““ unterteilt werden darf, z.B. dann, wenn Menschen unterschiedlicher Hautfarbe unterschiedlich auf bestimmte Herz-therapeutische Medikamente reagieren.“

            Es gibt Pferde z.B. in unterschiedlichen Fellfarben, was in der Tat keine Auswirkungen auf ihre Zugehörigkeit zur Familie der Pferde hat. Auf was du anspielst, ist das Produkt der Domestizierung von ursprünglich einer Handvoll Arten von Wildpferden und deren bewusster Zucht, beginnend vor fünf-siebentausend Jahren. Deshalb hinkt diese Analogie.
            Dass Asiaten bspw. laktoseintolerant sind ist eine Binse und warum Nordeuropäer sich zur Toleranz hin entwickelt haben, weil sie es qua Umwelt und Ernährung mussten, ebenfalls. Durchgesetzt hat sich unter diesen Umweltbedingungen die Gruppe mit dem Enzym, die das Produkt einer (selbst geschaffenen) „Milchwirtschaft“ konsumieren und verarbeiten konnte.
            Von einem asiatischen Mann unterscheidet mich genetisch dennoch weniger als von einer europäischen Frau und ich habe noch nicht gehört, dass es sich bei Männern und Frauen um unterschiedliche „Rassen“ handelt.

          • @ crumar

            „Auf was du anspielst, ist das Produkt der Domestizierung von ursprünglich einer Handvoll Arten von Wildpferden und deren bewusster Zucht, beginnend vor fünf-siebentausend Jahren.“

            Das ist aber auch zu kurz gesprungen. Es gibt auch in der Natur unterschiedliche Rassen, die sich, auf derselben Spezies beruhend in unerschiedlichen Lebensräumen unterschiedlich entwickelt, unterschiedliche Erscheinungsformen ausgesprägt haben. Dass etwa afrikanische Elefanten größere Ohren haben als asiatische, liegt sicher an keinen menschlichen Züchtungen, sondern schlicht daran, weil sich die größeren Ohren in Afrika (meines Wissens als Luftfächer) angeboten und bewährt haben.

            Auch Pferde haben, ohne jeglichen menschlichen Eingriff, Rassen gebildet; die bekannteste zweifelsfrei entstandene Pferderasse wird von uns Menschen gerne wie eine eigene Spezies als Zebra bezeichnet.

            Ebenso gibt es Spezies, die sich sehr ähneln, aber sich nicht miteinander erfolgreich paaren können. Hasen und Kaninchen zum Beispiel. Darum sind Kaninchen mit all ihren zum großen Teil auch schon in freier Wildbahn entstandenen Rassen selbst eben keine Hasenrasse, sondern biologisch eine eigene Spezies und das obwohl es für einen Laien kaum möglich ist, bei manch einer Hasen- oder Kaninchenrasse die Spezies korrekt zu erkennen.

            Das Problem bei der Verwendung des Begriffes Rasse beim Menschen ist meines Erachtens ein rein moralisch aufgeladenes, begründet darin, dass schon viel Scheiße mit diesem Begriff betrieben wurde. Aber andererseits will ich mir eine emotionslose, faktenbasierte Wissenschaft, die auch bereit ist, sich optisch offensichtlich deutlich voneinander unterscheidende Menschen, die ihre optischen Merkmale auch genetisch weitergeben, diese mit anders aussehenden Menschen kreuzen können, mit demselben Begriff zu bezeichnen, wie man es bei allen anderen Spezies auch tut, nicht von Nazis oder wem auch immer mittelbar verbieten lassen.

          • @ Billy Coen

            „Das Problem bei der Verwendung des Begriffes Rasse beim Menschen ist meines Erachtens ein rein moralisch aufgeladenes …“

            Es gibt ein weiteres Problem: Dass man nämlich in Bezug auf Menschen vier verschiedene Bergriffe von Rasse anwenden kann. Diese Begriffe sind für interessierte Laien schwierig auseinanderzuhalten und werden häufig miteinander verwechselt. Konsequenz: Immer wieder Missverständnisse.

            Ich wollte hier im Forum mal was dazu schreiben, aber irgendwie keine Zeit wegen Corona.

          • @Billy

            „Das ist aber auch zu kurz gesprungen. Es gibt auch in der Natur unterschiedliche Rassen, die sich, auf derselben Spezies beruhend in unerschiedlichen Lebensräumen unterschiedlich entwickelt, unterschiedliche Erscheinungsformen ausgesprägt haben.“

            Keine Frage, es handelt sich um unterschiedliche Erscheinungsformen, angepasst an die jeweiligen Umweltbedingungen.
            Die schlechte Nachricht für alle asiatischen Elefanten in Afrika ist der voraussehbare Ohrwuchs, der für stark pigmentierte Menschen in Nordeuropa der Verlust der Pigmentierung.
            On the long run wird es wohl darauf hinauslaufen.
            Aber zum Glück können wir daraus ein Geschäft machen, Billy! 😉
            Im Rahmen von „STAY black lives matter“ (TM) bspw. Nahrungsergänzungsprodukte mit reichlich Vitamin D vertreiben. Der „patriarchalen Norm“ von kleinen Ohren, die ein Elefant in Afrika niemals erreichen kann, rechne ich leider weniger Umsatzpotential aus. 😦
            Es wäre sehr schön, wenn eine Bewegung entstehen würde, die ihre Identität aus ihrer Hautfarbe generiert, die es (Identität) zu erhalten gedenkt. 🙂

  2. „Dabei hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Geschlechterfragen bei vielen Forschungs-Themen eine Rolle spielen“

    Ja, die „Erkenntnis“ war bestellt schon „festgestellt“ bevor man angefangen hat zu „forschen“.

    • Ja die Erkenntnis war wirklich schon früher da, z.b. in der Medizin. dafür benötigt aber niemand Gender Studies sondern echte Forschung die sich mit den echten biologischen Unterschieden beschäftigen und diese nicht leugnet.

      • Mir geht es eher darum das die Gender Studies ja angeblich den Gender-Einfluss z.B. in der Mathematik und Informatik festgestellt haben. Und zwar genau als dem Grund, weil sie hier Einfluss nehmen wollten, wie überall sonst auch. Ein Ergebnis das hier keinen Einfluss feststellt, wäre gar nicht akzeptiert worden.

  3. Gender Studies sind gewissermaßen das Frauenhaus in der Universität. 🙂

    Jede vom Patriarchat unterdrückte Frau kann dorthin flüchten und ihre Unterdrückung studieren oder selbst darüber forschen. 🙂

    Das Problem ist halt, daß kein Mensch mit Verstand freiwillig solch ein feministisches Laberfach studiert.

    Wie sähen Seminare dort aus, wenn auch nur 10% Feminismuskritiker drin säßen? Wie hoch ist der Männeranteil eigentlich unter den Studenten?

    In Frauenfächern sind normalerweise auch viele Professoren männlich. Weil man selbst dort Qualifikationen braucht und seriös arbeiten muß.

    Daher ist es sehr verräterisch, daß der Frauenanteil in den Gender Studies offenbar sehr hoch ist. Kam mir jedenfalls so vor. Die einzige Binnenkritik aus dem Fach kam meines Erachtens von einem Mann. Das ging vor ein paar Jahren durchs Internet.

    Je höher der Frauenanteil unter den Lehrkräften in einem Fach, desto unwissenschaftlicher wird es vermutlich sein.

    Leute, die dieses Fach studieren, sind in aller Regel feministisch prädisponiert. Das ist in anderen Fächern anders, wo es konservative und progressive Strömungen gibt. Diese Gender-Leute schmoren in ihrem eigenen Saft und müssen sich als Lehrkräfte vermutlich nie mit Fundamentalkritik beschäftigen.

    PS: Wer verstehen will, warum Menschen sich freiwillig an solche Lügensysteme wie z.B. die Gender Studies oder den Neoliberalismus ketten, der mache sich hier schlau. Kleiner Tip, auch viele Kinder kennen nichts anderes als das Lügensystem, das ihre Eltern bereitstellen und „Erziehung“ nennen.

    • Wie sähen Seminare dort aus, wenn auch nur 10% Feminismuskritiker drin säßen? Wie hoch ist der Männeranteil eigentlich unter den Studenten?

      Wäre doch witzig, sich einfach mal für so einen Quatsch einzuschreiben und kritische Fragen zu stellen. Die können ja nichts dagegen machen und vielleicht rettet man so ein paar verwirrte Seelen vor dem Höllenfeuer 🙂

      • “ kritische Fragen zu stellen. Die können ja nichts dagegen machen“

        Du würdest schlicht rausfliegen, und vielleicht noch ne Anzeige riskieren.
        Wer soll da für Dich aussagen?
        Aufzeichnen darfste ja nix.

        • Du würdest schlicht rausfliegen, und vielleicht noch ne Anzeige riskieren. Wer soll da für Dich aussagen?

          Warum sollte man denn angezeigt werden? Ich meine auf Basis welchen Vergehens?

          • Störung der Vorlesung, Gewaltdelikt…
            Szenario:
            Du widersprichst, im Idealfall wie ein Gentleman, aber hartnäckig und kompetent in der Sache, läßt dich nicht abwimmeln.
            „Mansplaining“, „Sexismus“, Du „triggerst“ traumatisierte Opfer, „Nazi“, Aufforderung, die Vorlesung zu verlassen.
            Du weigerst Dich.
            Schreiende Aktivistinnen umringen dich, eine fällt vielleicht über ihre eigenen Füße…

            Naja, so oder so ähnlich. 😉

            Hier der Erfahrungsbericht einer Journalistin, die ein Semester lang wohlweislich den Rand gehalten hat:
            https://www.addendum.org/news/opferstudium/

          • OK meine Frage war etwas naiv, da es sich bei den Studenten der Gender Studies ja nicht um vernunftbegabte Menschen handelt, sondern um durchgeknallte Ideologen. Die würden sicherlich ein Szenario kreieren, in dem ich auf dem Scheiterhaufen lande, und da ihre Wahrheit die einzig richtige ist, braucht es auch keinen Prozess.

  4. Da ist mir doch wieder dieser alte Witz eingefallen:

    „Welche Lehrstühle sind die billigsten?“
    „Die Mathematiker. Die brauchen nur Papier, Bleistift und Radiergummi.“
    „Noch billiger sind die Philosophen. Die brauchen noch nicht einmal Radiergummis.“

  5. Wenn man esoterischen Suprematismus wie „Gender Studies“ zur Wissenschaft erklärt, braucht sich unsere Gesellschaft nicht wundern, wenn sie mit „Querdenkern“ und anderen Bekloppten, wie Klimaapokalyptikern, Antisemiten und Verschwörungsirren überschwemmt wird.

    Nur mal so gesagt.

  6. Wirkt auf mich wie Volkszersetzung und -zerhetzung.

    Praktisch halt, dass es sich so schön hinter der Antisemitismuskeule versteckt.

    Dolles Gemengele ….

    .

  7. „Oder so, dass sie sich selbst von einer Vielzahl sonst geltender wissenschaftlicher Vorgehensweisen freisprechen“

    Erinnert an den „Binnenkonsens“ bei der Homöopathie.

    „Bezüglich homöopathischer, phytotherapeutischer und anthroposophischer Mittel bezeichnet der Begriff Binnenkonsens zudem die Tatsache, dass die Hersteller dieser Mittel selbst über die Wirksamkeit entscheiden dürfen und keinerlei wissenschaftlich belegten Nachweis zur Wirksamkeit erbringen müssen. Die per Definition im deutschen Arzneimittelrecht einbezogenen Methoden, die die evidenzbasierte Medizin ablehnen, werden Besondere Therapierichtungen genannt. Es genügt ein Eintrag im Register der zuständigen Bundesbehörde.[1] Um den eklatanten Widerspruch einer rational basierten Beurteilung von Medikamenten zu umgehen, wird dort euphemistisch von „Wissenschaftspluralismus“ gesprochen.“

    https://www.psiram.com/de/index.php/Binnenkonsens

    Immerhin müssen Homöopathen trotz Freibrief ihr Geld noch selber ranschaffen.

  8. „Das Argument einer ‘politischen Alimentierung’ bzw. der Gender Studies als Lobbyismus ist zwar politisch als ein böser Vorwurf gemeint, der vor allem von den selbsternannten Gegnern und Gegnerinnen der Geschlechterforschung gemacht wird. “

    Selbsternannt. Das klingt vorwurfsvoll, so als sei es anmassend, so als müsste man als Kritiker von einer dazu ermächtigten offiziellen Institution ernannt werden.
    Nur schon die Wortwahl „selbsternannt“ zeigt, dass die Gendertante Kritik generell für anmassend und letztendlich illegitim hält.

    • Das Wörtchen selbsternannt ist für mich mittlerweile eine eindeutige Red Flag. A Priori kann man davon ausgehen, dass wann immer jemand das Wort selbsternannt benutzt, lediglich Diffamierung das Ziel ist.

      Die wenigen Gelegenheiten, in denen das Wort überhaupt korrekt eingesetzt wird, will ich an dieser Stelle unter den Tisch fallen lassen.

  9. Wenn im Staatsfeminismus die Alimentierung von Frauen höchste Priorität hat, dürfen auch Genderprofessorinnen nicht ausgenommen werden. Wäre sonst ungerecht.

    Sie hätte diese Antwort in den FAQ also viel kürzer und einfacher fomulieren können.

  10. „Es stimmt, bei den Professuren und den festen Stellen in den Gender Studies gibt es auffällig wenig Männer (vgl. https://www.mvbz.org). Über die Gründe ist wenig geforscht, darüber lässt sich also nur spekulieren. “

    Hmmm, ja, das ist eines der komplexen Phänomene, die sich einer Erklärung entziehen. Daher ist unbedingt mehr Genderforschung nötig, um die Gründe zu finden. So seltsam und unergründlich …

    Warum gibt es im Klu Klux Clan so wenig Schwarze, so wenig Juden? Hmm, darüber kann nur spekuliert werden, müsste mal erforscht werden.

    Mann oh Mann … was für eine dumme Nuss

    • Wenn ich mich recht entsinne, hatte er versucht, gerichtlich rauszubekommen, was die „Verfassungsrichterin“ Baer denn so an der HU die ganzen Jahre so gemacht hat. Nach seiner Darstellung war das denen von der HU nicht möglich, da was nachzuweisen, obwohl die meisten ihrer Jahre noch zum Zeitpunkt des Prozesses innerhalb der rechtlichen Aufbewahrungsfristen lagen, Unterlagen also noch nicht vollständig vernichtet hätten gewesen sein können. Es sah also wohl so aus, als habe die Gutste da jahrelang nicht viel mehr gemacht, als sich gemütlich die Pflaume zu kraulen und vor allem politische Agitation zu betreiben.

  11. „Die Nachfrage nach Gender Studies ist also gestiegen und viele dem Vorurteil nach eher “konservative” Wissenschaften integrieren die Gender-Perspektive in ihren Kanon.“

    Die Nachfrage gibt es nicht, die Gender-Perspektive wird und wurde anderen Fächern aufgedrängt, weil die dogmatische Glaubenslehrer der Geschlechterfanatikerinnen keinen Widerspruch duldet.

    Ein Netzwerk aus Radikalfeministinnen auf politischer Ebene, in der Bürokratie und den Gleichstellungsbeauftragten überwachen die Umsetzung und verhindern aktiven Widerstand. Heute kann keine Fakultät Drittmittel oder Projekte einfordern, ohne auf den spezielle Aspekt „Frau“, „Gender“ oder „Gleichberechtigung“ einzugehen. Es ist der gleiche „sanfte“ Druck mit der auch das Gender-Neusprech durchgesetzt wird. Gleichstellungsbeauftrage überwachen in ihrer Position alle Vorgänge zu Personalien und haben uneingschränktes Vetorecht. Deshalb war es den Radikalfeministinnen möglich entscheidende Positionen mit entsprechenden Mitläuferinnen und Gleichgesinnten zu besetzen. Das läuft schon seit Jahre so. Nur mit einer Entfeminizierung (gleich einer Entnazifizierung) wird dies rückgängig zu machen sein. Daran wird sich kein Politiker rantrauen, keine Justiz wird dies durchsetzen. Personen, die darauf hinweisen, werden totgebissen. Es ist wie in den schlimmsten Jahren des vorigen Jahrhunderts, viele sehen es, erkennen die Mißstände, kaum einer wagt den Widerstand. Und alles ist „wissenschaftlich“ begründet, dank der „Gender-Studies“, bei den Nazis hieß es „Rassenlehre“.

    • Mein Gott bin ich froh dem Irrenhaus entgangen zu sein.
      Zu meiner Zeit in der Fachschaft konnten wir solche Anfragen aus dem AStA noch ohne weiteres abwimmeln indem wir sagten dass wir Frauen keine Forschungsthemen vorschreiben werden.

  12. Pingback: Many Shades of Gender: Nachbesprechung | Alles Evolution

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