Welche Auswirkungen hatte moderne Verhütung (insbesondere die Pille) auf die Gesellschaft?

Eine der wesentlichsten Änderungen der modernen Welt ist die Möglichkeit zu einer effektiven Verhütung, die auch noch weit vor dem Sexakt angewendet werden kann.

In vielen Debatten klang bereits an, dass dies auch für das Geschlechterverhältnis ein ganz wesentlicher Umbruch war: Es erlaubte der Frau insbesondere Kapazitäten für Ausbildung und Arbeit freizubekommen und erlaubte Männern und Frauen eher unverbindlichen Sex zu haben und Beziehungen eher auszuprobieren.

Hier einmal Raum für eine offene Debatte über die Auswirkungen der modernen Verhütung.

Welche Folgen hatte sie und wie wichtig war dies für die heutige Gesellschaft?

31 Gedanken zu “Welche Auswirkungen hatte moderne Verhütung (insbesondere die Pille) auf die Gesellschaft?

  1. Früher war die Arbeitsteilung, dass Frauen Kinder bekamen, was gefährlich und anstrengend war, und Männer alle anderen gefährlichen und anstrengenden Aufgaben übernahmen. Da der eine Teil vom Deal nicht mehr gilt, kann man den anderen auch verhandeln.

  2. Pille: Frauen sind körperlich ständig schwanger und daher sexuell weniger interessiert. Dies verringert das Angebot an willigen Frauen und erhöht damit den Marktpreis für Sex. Die Folge ist die Vergöttlichung der Frau durch den Mann einerseits und eine daraus resultierendes grenzenloses Anspruchsdenken der Frau. Eine weitere Folge ist die sinkende Empathie von Frauen gegenüber Männern, da ja weniger Interesse an ihnen besteht.

    • Das ist ein interessanter und unorthodoxer Denkansatz!

      Jeder würde wohl erst mal platt in die Richtung argumentieren: es gäbe ein Freiwerden von Arbeits-Kapazitäten bei den Frauen, Wirtschaftsaufschwung, weil die andere Hälfte der Bevölkerung mobilisiert werden kann, output gap der Wirtschaft wird geschlossen — aber ist das wirklich die Story, die man hätte um den grossen Wohlstandsgewinn der modernen Gesellschaften zu erklären?! Oder ist es nicht doch eher der technische Fortschritt, der Produkte mittelst Effizienz so unverschämt viel billiger gemacht hat?!

      Diese Frage nach den Folgen der modernen Verhütung ist sehr, sehr schwierig angemessen zu beantworten. Erst mal sieht das so einfach aus, ist es aber nicht.

    • ständig schwanger und daher sexuell weniger interessiert

      Habe ich eigentlich nicht so erlebt. Auch Schwangere sind ja spitz. Was ich aber immer gravierender fand: Die Pillenehmenden sind oft ausgeglichener und verhaltensmäßig überwiegend nachvollziehbar, was bei den anderen Unbefruchteten vielfach nicht der Fall ist. Die bekommen häufig zyklische, aggressiv gefärbte Wesensveränderungen, unter denen sie ab einer gewissen Dimension selbst leiden (Familie, Freundschaften etc. gehen den Bach runter). Beim PMDS, das von seiner gesellschaftlichen Auswirkung vor allem eigenbettet in den Staatsfeminismus nicht zu unterschätzen ist, bekommen sie dann oft von Medizinern die Pille verschrieben oder die Empfehlung, doch mal zu gebären.
      Das stellt in der Regel eine große Erleichterung dar – vor allem für die Menschen um sie herum.

      • Will sagen: Frauen sind meiner Meinung nach noch viel stärker drüsengesteuert als Männer. Vor allem aber zyklisch mental schwankend. Das könnte auch der Grund sein, dass die Menschheit sich und die Frauen in der Vergangenheit davor bewahrt hat, ihnen gesellschaftliche und politische Entscheidungshoheit zu übergeben. Das Risiko der Unkalkulierbarkeit ist zu groß.

        Nun hat sich das in der westlichen Welt seit ein paar Jahrzehnten geändert. Und schlagartig werden die Launen des weiblichen Individuums an immer mehr Stellen über die Verbindlichkeit und die gemeinsamen Regeln gestellt, was verheerend ist.

        Es ist nicht mehr wichtig, was jemand faktisch getan hat, der Maßstab ist, was die Betroffenen empfinden. Das ist das schleichende Ende der Nachvollziehbarkeit und Gemeinsamkeit. Jede Frau macht ihre eigenen Gesetze, zieht ihre eigenen roten Linien, empfindet mal Angst, mal Stärke, bewertet das Verhalten anderer mal als sexistisch übergriffig, mal als charmant.

        In einer Welt, in der das reale Geschehen und die faktischen Taten nicht mehr die zentralen Größen sind, kann sich eine Gesellschaft nur noch nach äußerlichen Faktoren ordnen. Die Folge ist ein Rückschritt zu faschistoiden Selektionsmechanismen: Bist du Frau, bist du gut, bist du etwas anderes, dann bist du nicht so gut. Daraus leitet sich dann alles ab.

        (Das war mein Wort zum Sonntag. Habe ich mich vorher noch nie getraut, in der Klarheit zu äußern.)

      • „Auch Schwangere sind ja spitz.“

        Sowas soll es geben, die meisten Männer mit denen ich gesprochen haben, berichteten das Gegenteil. Mit meiner war auch nichts anzufangen, ausgeruht, geschwollener Busen, Pheromone ohne Ende usw. aber man konnte nichts mit ihr anfangen.

        Dass die Libido bei Frauen, die die Pille einnehmen oft leidet, spricht sich endlich herum:

        „Mindestens 50 Prozent meiner Patientinnen sind betroffen. Das wird vor allem deutlich, wenn man Frauen im Beratungsgespräch explizit darauf anspricht“, bestätigt der Wiener Gynäkologe Dr. Andreas Nather im Gespräch mit Broadly“
        https://www.vice.com/de/article/vb4xbx/wenn-frauen-die-pille-absetzen-um-ihre-libido-zu-retten

        https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/verhuetung-zerstoert-die-pille-weibliche-libido-auf-dauer-a-358222.html

        Solange nicht klar ist, warum und bei welcher Frau, würde ich jeder davon abraten. Meine Ehe (und auch Beziehungen davor) hat das stark belastet.

        • Wenn du das Glück hast, ohnehin mit einer halbwegs ausgeglichenen Frau mit womöglich gar der Fähigkeit zur Selbstreflektion gesegnet zu sein, dann kann die Pille natürlich Gegenteiliges bewirken.

          Bei einer zur Hysterie neigenden alternden Jungfer mit zyklischen aggressiven Schüben und PMDS kann die Pille allerdings die Rettung für das komplette soziale Umfeld sein.

          Isse krank, brauch sie Pille – sonst besser nicht.

          • Das mag stimmen, ich hatte zwar auch eine ziemlich Durchgeknallte, aber bei war das chronisch nicht zyklisch 🙂

    • Die Folge ist die Vergöttlichung der Frau durch den Mann einerseits und eine daraus resultierendes grenzenloses Anspruchsdenken der Frau. Eine weitere Folge ist die sinkende Empathie von Frauen gegenüber Männern, da ja weniger Interesse an ihnen besteht.

      Wie ist eigentlich das Verhältnis zu deiner Mutter? Ich sehe hier einen Jungen, der von seiner Mutter nicht ernst genommen und respektiert wird. Sowie eine Mutter, die ihre Macht mißbraucht („grenzenloses Anspruchsdenken“). Der Sohn hat keine Wahl und muß diese Mutter vergöttern bzw. idealisieren, um zu überleben.

      Ich erlaube mir diese Deutung und Fragestellung, weil sich unbewußte Komplexe auch darin offenbaren, wie irrational und offensichtlich realitätsfern oder einseitig bestimmte Ansichten sind.

      Sicherlich gibt es ein paar bescheuerte Feministinnen. Ich kann aber nicht erkennen, daß Frauen generell ein „grenzenloses Anspruchsdenken“ hätten. Vielmehr gibt es auch viele unterentwickelte Männer, die feministische Gesetze befördern und ein entsprechendes Gedankengut propagieren. Die Generation Woke ist ja voll von solchen Ödipussen. Solche Männer sind vielleicht das größere Problem.

      Decken sich Aussagen so offensichtlich nicht mit der Realität, muß man sich fragen, woher die Ansichten ihre Wirkmacht beziehen. Alice Miller hat das z.B. an Adolf Hitler und seinem Judenhaß und vielen anderen Personen gezeigt.

      Wenn sich z.B. hier ein Forist darüber ausläßt, wie sehr ich wohl von meiner Frau geschlagen werde, und dies immer wieder steif und fest spekulativ behauptet, drängt sich geradezu die Frage auf, was diese Phantasie wohl mit ihm und seiner Kindheit zu tun mag.

      Es stellte sich heraus, daß selbiger Forist regelmäßig zu einer Domina geht und sich dort gegen Geld erniedrigen läßt. Das ist schon reichlich bizarr.

      Aber so geht Tiefenpsychologie. Es gibt auch Erkenntnismöglichkeiten jenseits einer rein objektiven Naturwissenschaftlichkeit, da die Welt nicht nur aus leblosen Dingen besteht. Und damit haben hier offenbar viele Leute Probleme. Und ich darf nicht unterschlagen, daß diese Unfähigkeit zum symbolischen, hermeneutischen Denken eine typische Männerkrankheit ist.

        • Dein Kommentar enthält leider keinerlei Argumente und trägt stark zu einer Verrohung des Diskurses bei.

          Immerhin verdeutlicht dein Beitrag gut das Konzept der Abwehr und hat damit auch etwas Positives. Man kann meine Ansichten nämlich auch auf eine seriöse Weise ablehnen.

          Es ist schon ein bißchen grotesk, daß dir dein albernes Verhalten nicht auffällt.

          Leute wie du halten übrigens jede Diktatur am Laufen. Dort finden sich auch immer genug kläffende Köter, die auf Andersdenkende losgehen – ohne Sinn und Verstand.

          • Ich gehe nicht auf dich los, ich sorge mich sehr um einen ernsthaft psychisch kranken Mitmenschen.

            Deine Abwehrhaltung, deine Unterstellungen von Mitläufertum und sonstigen Wahn nehme ich dir aber nicht persönlich übel: das ist Teil des Krankheitsbild und du kannst im Grunde nichts dafür (abgesehen davon, dass du die Therapie verweigerst und offensichtlich auch nach wie vor nicht verhinderst, dass deine Frau dich mit Stromschlägen in die Genitalien züchtigt).

      • „Es stellte sich heraus, daß selbiger Forist regelmäßig zu einer Domina geht und sich dort gegen Geld erniedrigen läßt.“

        Du meinst mich, und von daher kann ich zu 100% sicher sagen, dass dein einer Satz drei Fehler enthält. Für einen einzigen Satz schon beachtlich.

        Dennoch wirst du wahrscheinlich nicht auf die Idee kommen, dass auch eine Menge anderer deiner Unterstellungen und psychologischen Fernanalysen fehlerhaft sind. Hm… Schläge mit harten Gegenständen auf den Kopf beeinträchtigen das Denkvermögen. Schläge mit einem Nudelholz, zum Beispiel…

  3. Vermutlich die stärkste Veränderung auf die Gesellschaft, seit der Erfindung des Buchdrucks. Man kann sich keine Vorstellung darüber machen, bevor man sich nicht eingehend mit dem Thema beschäftigt hat. Ich gehe davon aus, dass der Großteil der Feministen gar keine wären, hätte es die Pille nicht gegeben, die wären bestenfalls besorgte Mütter. Die Pille hat Frauen die komplette Kontrolle über ihre Fruchtbarkeit gegeben, sie erlaubt es dadurch ihr unterbewusst ablaufendes Programm „Kinder zeugen“ zu unterlaufen. Wir Menschen zeugen Kinder nicht, weil das Sonnenlicht an einem bestimmten Tag auf die Wasseroberfläche scheint, worauf wir uns wie Tintenfische alle beginnen zu paaren, das würde der freie Wille verhindern. Wir haben Spaß am Sex. Bei Frauen läuft aber noch zusätzlich ein Programm ab, das sie davor warnt, mit einem unzuverlässigen Mann, der aber andererseits aber triggert, Sex zu haben. Es laufen im Prinzip zwei gegensätzliche Programme ab, wodurch eine Regulation erreicht wird. Für die Frau bedeutet das, dass sie eigentlich einen Mann will, der alles das was ein Alpha hat besitzt und gleichzeitig Versorgerqualitäten mitbringt. Solche Männer sind aber schwierig zu finden, deswegen muss sie entweder einen Kompromiss finden, nicht so Alpha aber dafür wenigstens Versorgerqualitäten oder sie sucht einen zum Kinder zeugen und den anderen zum Kinder aufziehen. Früher war das schwer, da keine Kontrolle darüber hatte. Da wurde der Alpha auch schnell der Kindervater, der sie dann verlassen hat, weswegen sie dann eine alleinerziehende Mutter gewesen wäre. Dies war in Zeiten wo es keine Sozialhilfe gab nicht sehr vorteilhaft. Doch mit der Pille kann sie den Alpha erst testen, an sich binden und dann die Pille „vergessen“. Das Resultat ist, der Alpha bleibt entweder bei ihr, bezahlt Alimente oder sie schafft es sich einen Beta an Land zu ziehen, der für den Bastard zahlt.
    Für Männer ist daher der Sex zu einem Risiko geworden, vor allem da der Staat sich auch immer mehr in das Thema einmischt. Die einzige Möglichkeit da gegenzusteuern wäre eine Verhütung für den Mann, doch die wird es aus wirtschaftlich/politischen Gründen niemals geben. Die Vasalgel Verhütung, eine sehr einfache Verhütungsmethode, wird vermutlich nie zugelassen werden, obwohl sie einfach, nebenwirkungsfrei (es handelt sich um eine physische Methode), reversibel und billig ist. Eine Spritze macht einen Mann ca. 10 Jahre lang unfruchtbar, wobei durch eine zweite Spritze diese Unfruchtbarkeit sofort wieder aufgehoben werden kann. Eine Spritze kostet ca. 1 € in der Herstellung. Die Methode wurde in Indien erfolgreich im Tier und Menschenversuch angewandt.
    Frauen werden nie zulassen, dass Männer ihre Verhütung in die eigene Hand nehmen können. Sie wissen, dass Kondome den Spaß verringern und eine Vasektomie irreversibel ist. Für Männer empfehle ich trotzdem die letzte Methode, vorher sollte man genügend Sperma weg frieren lassen. Das hat auch den Vorteil, dass wenn man ein Kind möchte, das Sperma von seinem jüngeren Ich stammt.

    • „Wir haben Spaß am Sex.“

      Ich bin der Ansicht, dass die Pille gerade diesen Spass arg reduziert und auch negativ auf die Paarbindung sich auswirkt. Und daher kommt es mir so vor, als wäre die schlichte Gleichung Pille = grössere Selbstbestimmung der Frau viel zu einfach, zu unterkomplex.
      Die menschliche Sexualität ist so tief in uns drin und verwurzelt, die kann man nicht eben mal so, wie man es gerne hätte ganz zielgerichtet manipulieren. Das Kleingedruckte bei all diesen Medikamenten und Wirkstoffen möchte man lieber nicht zur Kenntnis nehmen.

    • Ich teile deine Einschätzung komplett. Und ich finde es entlarvend, dass die Feministen in den letzten Jahren immer wieder über die Pille jammern (Nebenwirkungen etc.). Dabei garantiert sie ausschließlich der Frau die komplette Kontrolle über die Reproduktion.

      Seit die Gesellschaft die Versorgung der Mutter sicherstellt, ggf. durch gesteigerte Erwerbsobliegenheiten für den angegebenen Vater, kann die Frau einen Mann ihrer Wahl zu einem für sie beliebigen Zeitpunkt abzapfen und ihr Leben als Mutter gestalten mit all den entsprechenden Vorzügen (über die natürlich sogleich stoisch gejammert wird). Künftig kann sie sich auch auf Kosten der Gesellschaft Samen einpflanzen lassen, wenn sie keinen Bock auf Sex hat.

      Dieses extreme gesellschaftliche Ungleichgewicht in den Optionen der Lebensgestaltung der Geschlechter wird gleichermaßen (wer hätte es gedacht) weggejammert mit Verweis auf Patriarchat, Care-Arbeit usw.

      Das eigentlich Erschütternde ist, dass Männer in der Regel überhaupt nicht merken, dass sie in Wirklichkeit gar nicht ficken, sondern umfassend gefickt werden.

      #ProtectYourSperm

  4. Man kann auch ohne Pille verhüten. Seit wann gibt es denn zuverlässige, erschwingliche Kondome?

    Vermutlich werden die Auswirkungen der Pille überschätzt.

    Zu einer seriösen Erörterung gehört die Frage, wieviel Prozent der Frauen die Pille tatsächlich nehmen.

    Ich gehe davon aus, daß deren Konsum langfristig nachläßt, weil die Menschen gesundheitsbewußter und pharmakritischer werden.

    Mir scheint bei diesem Thema ein bißchen die Phantasie von Konservativen durchzugehen, die der Pille den Untergang des Abendlandes zuschreiben.

    Eine Frau kann auch völlig ohne Pille ein selbstbewußtes Sexualleben führen und ihre Fortpflanzung kontrollieren. Und dann wäre da ja noch diese dumme Sache mit HIV und anderen Geschlechtskrankheiten.

    Die Pille muß wohl bei Konservativen wie das Thema Abtreibung dafür herhalten, um ihre Paranoia und Apokalyptik zu triggern. Es geht doch nichts über eine richtig geile Armageddon-Phantasie.

    Und vergeßt nicht die Machtübernahme der Musels.

  5. „Es erlaubte der Frau insbesondere Kapazitäten für Ausbildung und Arbeit freizubekommen und erlaubte Männern und Frauen eher unverbindlichen Sex zu haben und Beziehungen eher auszuprobieren.“

    Die Pille verhindert Vaterschaften.
    Jede Frau kann damit ihr Leben beeinflussen. Männer sind hier massiv benachteiligt. Sie haben weniger Zugriff auf die Auswirkungen des Geschlechtakts. Kondome sind die einzige Möglichkeit für Männer die Folgen des GV zu mindern. Lehnt eine Frau dies ab oder will schwanger werden, haben Männer keine Chance sich dem zu entziehen. Auch ist es für Männer, die die Absicht haben Vater zu werden, nicht erkennbar ob die Partnerin verhütet und die verhindert.

    Die einfach Steuerungsmöglichkeit mit einer Pille fehlt Männern. Keine Pille für den Mann heißt keine Freiheit für den Mann. Er bleibt der Macht der weiblichen Verhütung unterworfen.
    Das könnte auch ein Grund sein, warum die Pille für den Mann noch nicht die Verbreitung hat wie das weibliche Gegenstück. Die Pille für die Frau ist ein feministisches Machtinstrument.

    • Natürlich haben Männer eine Chance sich zu entziehen, einfach den Sex ablehnen! Der These vom dauergeilen Mann der sobald sich 2 Schenkel mehr als 2 Grad öffnen mit bereiter Erektion zur Attacke reitet zu folgen folge man besser genauso wenig wie der von der holden Weiblichkeit ohne Selbstkontrolle.

  6. Keine, weil es „die Gesellschaft“ nicht gibt, es handelt sich dabei nur um ein Nicht-Wort, das dazu dient, irgendwelche unzulässigen Verallgemeinerungen zu treffen.

    Was kann man nun über die Pille aussagen? Man Kann Aussagen treffen über Auswirkungen auf Pillennutzerinnen, Auswirkungen auf Pillennutzerinnen-Ehemänner, Auswirkungen auf das Verständnis von Sex in bestimmten Peergroups, die mit der Pille irgendwie zu tun bekommen haben und gewisse Voraussetzungen hatten.

    Aber egal wie man es versucht, wer über die Gesellschaft redet, wird Ausnahmen ausblenden müssen, und trifft damit Nicht-Aussagen.

    • Es gibt ja auch keinen Sepp. Es gibt nur einen Haufen Zellen, die aus unerfindlichem Grund für begrenzte Zeit aneinander kleben.
      Zu denken, es gäbe einen Sepp, der schreibt, ist nichts als stark simplifizierende Abstraktion und wird dem Tanz der Zellen nicht im Ansatz gerecht.

  7. Stimmt schon, den Mythos der dauergeilen Männer meine ich auch nicht. Wenn es zum GV kommt (das schließt die Nichtdauergeilen aus) dann hat die Pillenehmende die Kontrolle über das Reproduktionsergebnis, dem kann sich kein Endringender entziehen.
    Bis 30 unterstelle ich dem Großteil der Männer schon eine gewisse Willigkeit, ab 50 eine gewisse Verzweiflung.

  8. Achtung: Verhütung ist nicht mit Pille gleichsetzbar. Bei der Kupferspirale sind externe Hormone ganz aus dem Spiel, bei der Progesteron-Spirale hat die Frau oft keine Regel mehr und fühlt sich sehr ausgeglichen. – Ansonsten würde ich wie oben ebenfalls anfügen, dass viele Frauen in der Schwangerschaft ausgesprochen stark begehren. – Obwohl die Fragestellung voon Adrian, ob der Marktpreis für Sex durch geringes Begehren seitens der Frau interessant ist. Ich glaube nicht an die These, bringe aber ein Argument, das dafür spräche: Das dauerhafte Begehren der Frau ist evolutionär theoretisch nicht erforderlich, ein saisonales würde genügen. Dass es vorhanden ist, wird damit erklärt, dass Sex das Paar bindet, womit der Mann für die Kinder und als Schutz verfügbar bleibt. So etwas beobachtet man bei allen Tierarten, bei denen die Aufzucht des Nachwuchses aufwendig und langwierig ist. Würde Adrians These zumindest partiell stimmen, fände jetzt eine Selektion statt und nur konservative Frauen würden sich genetisch durchsetzen.
    —————–
    Veränderungen wegen der Verhütung:

    Ich gehe davon aus, dass zahlreiche restriktive Sexualvorschriften nur daher kommen, den Vater eindeutig zuordnen zu können, d.h. Jungfräulihkeit bzw. Sexverbot vor der Ehe sowie Fremdgehverbot schließt andere Männer aus, Das wird stark überwacht und Verstöße werden scharf sanktioniert.
    Diese Notwendigkeit in der Gesellschaft mildert sich mit Verhütungsmitteln stark ab.
    Aber ich halte Verhütung nur für einen Teil der Sache. Der zweite extrem wichtige Part wäre meines Erachtens die Möglichkeit, die Vaterschaft genetisch bestimmen zu können.

    Mit diesen beiden Komponenten entkoppelt sich der Sex von der Ehe und die Überwachung des Sex wird nicht mehr zwingend notwendig. Das gibt viele Freiheiten, wird aber auch die Lebensqualität senken, die erst durch innige verlässliche langfristige Nähe entsteht (exklusiver Sex als Klebstoff der Ehe). Ich gehe davon aus, dass wir das und der Wunsch nach geschlossener Familie mit Kindern als genetisches Progranmm in uns haben, das tiefes Glücksgefühl in uns auslöst und die Frage nach dem Sinn des Lebens beantwortet – außer Leben weiterzugeben hat das Leben ja keinen Sinn.
    Daraus folgt viel, u.a. eventuell den allmählichen Verfall der Gesellschaft durch Aussterben der gesellschaftstragenden Schichten und Ersatz durch andere Kulturgruppen.

  9. Ein wenig beachteter Aspekt: Die feminisierende Wirkung der Pille hat die körperliche Erscheinung der (jungen) Frauen deutlich weiblicher gemacht. Man könnte es im Gesamtbild auch „homogenisiert“ nennen.

    In den 60er/70er-Jahren gab es durchaus viele junge Frauen (deutlich mehr als heute) die maskuline Körpermerkmale hatten. Vom Damenbart angefangen bis hin zu breiteren Gesichtszügen und wenig ausgeprägte Taille und Brüste.

    Das hat den intrasexuellen Druck auf die jungen Frauen deutlich erhöht.

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