Männer mit hohem Einkommen haben in den USA einen hohen Wert als Langzeitpartner: Persönliches Einkommen und die Wahrscheinlichkeit von Heirat, Scheidung und Kinderkriegen in den USA.

Eine interessante Studie zu der Frage, wie sich Einkommen und damit auch Status auf die Partnerwahl auswirken:

Using data from the first Census data set that includes complete measures of male biological fertility for a large-scale probability sample of the U.S. population (the 2014 wave of the Study of Income and Program Participation-N = 55,281), this study shows that high income men are more likely to marry, are less likely to divorce, if divorced are more likely to remarry, and are less likely to be childless than low income men. Men who remarry marry relatively younger women than other men, on average, although this does not vary by personal income. For men who divorce who have children, high income is not associated with an increased probability of having children with new partners. Income is not associated with the probability of marriage for women and is positively associated with the probability of divorce. High income women are less likely to remarry after divorce and more likely to be childless than low income women. For women who divorce who have children, high income is associated with a lower chance of having children with new partners, although the relationship is curvilinear. These results are behavioral evidence that women are more likely than men to prioritize earning capabilities in a long-term mate and suggest that high income men have high value as long-term mates in the U.S.

Quelle: High income men have high value as long-term mates in the U.S.: personal income and the probability of marriage, divorce, and childbearing in the U.S.

Eine interessante Studie, die gut zu evolutionären Theorien passt, nach denen Ressourcen und Status neben anderen Faktoren wie Bindung etc wichtige Faktoren in der Partnerwahl gerade bei Frauen sind, während sie bei der Partnerwahl der Männer eine geringere Rolle spielen.

Hier ein paar der Daten:

Hier sieht man, dass das Einkommen der Frauen eher eine geringe Rolle spielt und sehr gut verdienende Frauen sogar einen kleinen Abschlag erhalten. Allerdings ist auch die Spanne interessant: Wenn ich es richtig verstehe, dann hat ein Mann mit einem monatlichen Einkommen von -20.000  Dollar eine stark verminderte Chance jemals verheiratet gewesen zu sein, bei einer Frau scheinen die Chancen sogar etwas höher, was mich dann doch erstaunt. Ab 40.000 Dollar im Monat (!) war man als Mann fast sicher zumindest einmal verheiratet, um in den Bereich der „Heiratswahrscheinlichkeit“ zu kommen, den Frauen hier nicht unterschreiten, braucht man anscheinend immerhin um die 6000-7000 Dollar pro Monat (!) was ich schon erstaunlich finde.  Sonst verstehe ich jedenfalls den Zusatz „($1000s) nicht, der ja anscheinend die Einheit der Skala vorgibt.

Oder lese ich das falsch?

Dann zu den Scheidungen:

Auch hier ist das Scheidungsrisiko einer Frau mit negativen Einkommen geringer als das von einer mit hohem Einkommen Ein Mann mit hohem negativen Einkommen wird weitaus eher geschieden und sein Risiko sinkt mit einem höheren Einkommen.

Zusätzliche Ehen sind auch interessant, Frauen mit geringen Einkommen heiraten eher wieder (sie brauchen ja vielleicht auch eher einen neuen Versorger?), dann sinkt die Rate wieder um dann ab einem gewissen Einkommen zu steigen.

Interessant wäre natürlich auch das Alter bei Scheidung. Wenn man sich in jüngeren Jahren eher scheiden lässt bei einem bestimmten Einkommen, dann wäre es auch verständlich, wenn man eher wieder heiratet.

Auch eine interessante Grafik: Frauen mit einem schlechten Einkommen bekommen die meisten Kinder (deswegen haben sie wahrscheinlich auch ein schlechtes Einkommen) und dann sieht man, dass Kinder sich auswirken: Frauen mit Karriere bekommen sie seltener (aber immer noch eher als Männer mit schlechten Einkommen)

Männer mit hohem Einkommen haben aber auch meist Kinder.

Das macht wahrscheinlich schon deswegen Sinn, weil Frauen, die mit 45 noch einmal heiraten, eben seltener Kinder bekommen und Frauen mit 25 eben noch keine hohen Gehälter haben. Zudem heiraten Männer eher jüngere Frauen und gerade solche mit viel Geld und viel Status werden das eher machen und diese wollen dann evtl noch Kinder. Auch dazu beitragen dürfte es, dass Kinder eher bei der Mutter bleiben, was es dann weniger attraktiv macht noch weitere zu bekommen.

30 Gedanken zu “Männer mit hohem Einkommen haben in den USA einen hohen Wert als Langzeitpartner: Persönliches Einkommen und die Wahrscheinlichkeit von Heirat, Scheidung und Kinderkriegen in den USA.

  1. An den Ergebnissen ist jetzt wirklich nichts überraschend.
    Die Erklärungen sind dann schon eher interessant.

    Viele Frauen werden die schlechteren Chance von gut verdienenden Frauen darauf schieben das Männer nicht mit starken Frauen klar kommen 😉

    Wobei ich eher denke, dass diese Frauen mit hohen Einkommen Probleme haben einen Mann zu finden der ein noch höheres Einkommen hat. Denn den Wunsch haben diese Frauen nichtsdestotrotz, wie andere Studien zeigen. Ich glaube mich zu erinnern, dass eine Studie sogar zum Ergebnis hatte, dass es den gut verdienenden Frauen sogar noch wichtiger ist, wie den Frauen mit geringerem Einkommen.
    Diese Männer mit hohem Einkommen sind nur schon i.d.R. vergeben, da für sie die Frau auch ruhig so gut wie gar nichts verdienen kann.

    Das Scheidungsrisiko für Männer steigt um 30% pro Jahr, wenn sie ihren Job verlieren oder die Stunden reduzieren und das Frauen, ihren Mann verlassen, der sie mit finanziert hat als sie studierte und kaum Einkommen hatte, sobald sie mit ihrem Studium fertig sind und dann mehr verdienen wie er und beruflich mit Männern verkehren, die mehr verdienen wie ihr aktueller Partner und sie selbst, habe ich auch schon öfters gelesen.

    Die Frauen-Kurve bei Additional-Marriages ist interessant.

    • Ist doch auch in Deutschland so. Da hat man kurz nach dem Abi oft einen Handwerker ( oder in der Schulzeit) weil der da schon verdient. Sobald man dann fertig ist, haben aber auch Männer in ddr interessanten Altersklasse ( etwas älter als die Frau) ihr Studium oder besser bezahlte Ausbildung durch und können dir arbeitsscheuen Damen finanzieren.

      Damals in der Schule ist mir das schon aufgefallen ( aber nicht verstanden), dass die Mädchen meistens keinen älteren Freund aus der Schule hatten, sondern jemanden, der schon verdient. Mit anderen Schülern haz man sich nur befasst wenn nichts anderes ging.

      Daher hat es auch nur sekundär was mit reifer zu tun, dass gerade in jüngeren Jahren ältere Männer bevorzugt werden. In erster Linie geht es um Einkommen.

    • Wahrscheinlich ist es doch auch so, wenn du als Mann richtig Kohle scheffelst, brauchst du dann eine Frau, die zwar auch gut verdient, aber beruflich genauso eingespannt ist wie du. Oder will man dann die wenige freie Zeit nicht lieber mit einem entspannten Partner verbringen.

      Interessant ist, warum Frauen dieses Konzept nur in eine Richtung verstehen.

      Ich habe übrigens auch jahrelang mehr verdient als meine Frau, das war kein Problem. Kaum hatte sie nach einem zusätzlichem Studium 100 Euro mehr, gingen die Sticheleien und Probleme los. Ganz klassisch: mein Geld ist unser Geld und ihr Geld ist ihr Geld. Dann war sie weg und mein Geld ist wieder mein Geld. Was nicht bedeutet, dass sie nach der Scheidung nicht noch einen ordentlichen Batzen haben will.

  2. Deine Formulierung, dass „sehr gut verdienen Frauen einen Abschlag erhalten“ empfinde ich als typisch.

    Als ob nicht gerade sehr gut verdienende Frauen ihr eigenes Glück schmieden könnten! Ob das „ein Anschlag“ ist oder eine eigene Entscheidung, würde ich erstmal als völlig offen betrachten.

    • Ja, könnte auch zb eine höhere Anforderungen an den Partner etc sein bzw ein Wechselspiel daraus, dass sie einen Partner wollen, der mindestens genau so viel verdient wie sie, diese aber auch bei anderen Frauen, die eher die Partnerwahlpräferenzen der Männer bedienen, begehrt sind.

  3. Die Erklärung für den Abschlag bei den sehr reichen Frauen ist relativ simpel.
    Vereinfacht entscheiden immer die Frauen wer mit ihnen in die Kiste steigt. Das ist auch bei sehr reichen Frauen so.
    Frauen haben durchgängig hohe Ziele bei der Partnerwahl und oft jenseits ihrer Möglichkeiten. Das ist bei reichen Frauen vermutlich nicht anders. Oft – um nicht zu sagen fast immer – verstehen Frauen ihre Kriterien der Partnerwahl als absolut und sind weder willens noch in der Lage die Kriterien des anderen Geschlechts zu verstehen oder zu akzeptieren.
    Das führt zu dem hier allseits bekannten Phänomen, dass 80 Prozent der Frauen 20 Prozent der Männer wollen. Nun ist nur eine geringe Verbesserung des körperlichen Attraktivitätsmittelwerts zugunsten höherer Einkommen bei Frauen zu erwarten, der aber gleichzeitig durch den Faktor Zeit gefressen werden dürfte. Denn: Hohes Einkommen ist ganz wesentlich eine Funktion von Zeit bzw. Alter. (Hier gehen auch ganz viele linke Ideen zum Thema arm und reich fehl, da es in beiden Kategorien oft dieselben Menschen zu unterschiedlichen Zeiten ihres Lebens sind).
    Wenn nun nun also ältere, durchschnittlich attraktive aber wohlsituierte Frauen einen Partner suchen der mindestens soviel verdient und noch dazu der 80/20 Regel gehorcht, würde das nur dann einigermaßen funktionieren,wenn die Männer dieselben Kriterien anwendeten. Das tun sie aber nicht, da Einkommen einer Frau nahezu nichts zur Attraktivität beiträgt. Deswegen kann der 55 jährige Millionär sich nach seinen Kriterien mit jeder körperlich attraktiven Frau der unter seinem Altershorizont verfügbaren Gruppe verpartnern und muss eben keine Rücksicht auf das Gehalt nehmen.
    Damit ist die Reiche Frau auf einen kleinen Pool angewiesen und deswegen ein wenig schwerer an den Kerl zu bringen. Wenig überraschend

  4. Die Verhältnisse im Osten widerlegen diesen doch recht primitiven und durchschaubaren Evolutionsbiologismus.

    Ostfrauen ist es weniger wichtig, daß der Mann mehr verdient als sie.

    Ostmännern ist es weniger wichtig, daß die Frau weniger verdient.

    Im Westen sind die Geschlechterverhältnisse bekanntlich traditioneller und rückschrittlicher.

    Das haben wir dem Sozialismus zu verdanken. Und der fehlenden perversen Geldkultur im Osten.

    Da der Blogautor ein sexgeiler Schwerenöter ist, kommen ihm solche primitiven Evolutionsbiologismen gelegen. Es soll aber noch Männer und Frauen geben, die sich einfach unabhängig von materiellen Verhältnissen mögen.

    In den USA sind pathologische Weiblichkeit (Geld) und Männlichkeit (Titten) vermutlich noch ausgeprägter als in Westdeutschland.

    Da lobe ich mir die fortschrittlichen Geschlechterbeziehungen in der DDR. Auch Jahrzehnte nach der Wende manifestieren sich diese Unterschiede in Studien – und sie sind natürlich auch von der Alltagserfahrung her offensichtlich. Ich erinnere einen Wessi, der meinte, die Ostfrauen seien viel lockerer und emanzipierter gewesen.

    Finde es schon unfreiwillig komisch, wie der Autor sein schlichtes Weltbild aus Sex und Status immer wieder zu legitimieren versucht.

    Man könnte gewissermaßen von kapitalistischen Beziehungen sprechen. Man muß es akzeptieren, wenn Leute derartig reaktionär drauf sind und alles Mögliche mit der Evolution begründen und rechtfertigen.

    Aber eine andere Welt ist möglich.

    PS: Natürlich gibt es biologische Einflüsse und Faktoren. Je fortschrittlicher und gesünder aber eine Gesellschaft ist, desto weniger spielen Geld und Titten in der Partnerwahl eine Rolle.

    [Dieser Kommentar enthält keinen Hinweis auf Alice Miller.]

      • Andererseits suchen westdeutsche Männer (ich) ihr Glück in Alt-Sowjetland, weil ich so die überbordenden Ansprüche der westdeutschen Frauen loswerde, und im Gegensatz zu meiner vorherigen Beziehung auch etwas zurückbekomme (könnte man Liebe nennen) und nicht nur liefern muss.

        Ich sehe das schon auch so, dass die Erziehung eine große Rolle spielt, wie die Beziehung später geführt wird. Wenn von klein auf Prinzessinnenerziehung herrscht, dann muss Mann das fortführen. Herrscht ein bisschen mehr Realismus herrscht (meiner Erfahrung wissen Alt-Sowjet-Land-Frauen, auch wenn sie Sowjetland nicht erlebt haben sehr wohl um ihre Macht als Frau, aber sie spielen hier mit offenen Karten), dann kann auch eine Beziehung auf Liebesbasis durchaus gelingen.

    • „Ostmännern ist es weniger wichtig, daß die Frau weniger verdient.“
      Dieses Zitat gibt den im Artikel diskutierten Sachverhalt nicht richtig wieder. „Das Einkommen einer Frau spielt für Männer eine geringere Rolle“ ist grundsätzlich eine andere Aussage als „Männern ist es wichtig, daß die Frau weniger verdient.“ was deine obere Aussage impliziert.
      So wie ich diesen Artikel verstehe, ist es Männern schlicht egal wieviel eine Frau verdient. Es ist ja „ihr Geld“ und die wenigsten Männer werden Zugriff darauf haben. Umgekehrt gilt das nicht. Das Geld des Mannes ist immer „unser Geld“ und somit ist es in der Regel einer Frau extrem wichtig, dass Mann gut verdient.
      In irgendeinem Beitrag von Klaus Thiele hat der eine Untersuchung erwähnt (wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe), wonach Frauen die männliche Attraktivität etwa 1000 Mal empfindlicher anhand des Gehalts bewerten im Vergleich dazu wenn Männer die Frauen diesbezüglich bewerten. Da wird schon ein Körnchen Wahrheit drin stecken.
      (Abweichende) Einzelfälle haben in der Regel keine statistische Evidenz.

    • Die „fortschrittlichen“ Geschlechterverhältnisse sind aus der Not eines unmenschlcihen Unterdrückungsstaats heraus entstanden. Sie sind, mit Blick auf ihre Ursache, ein Zeugnis der Menschenverachtung Orwellscher Schweine.

      • Da lobe ich mir doch den „menschlichen“ Staat der BRD, mit jährlich Hunderten oder Tausenden Drogentoten, krepierten Obdachlosen und tollen Straßenstrichen.

        Mich macht es ja immer wieder fassungslos, mit was für einem Zynismus die Realitäten ausgeblendet werden, wenn die geistigen Vorbilder Axel Springer und Joseph McCarthy sind.

        Die DDR war genauso ein Extremfall, wie er die BRD ist – nur in die andere Richtung. Mit guten und schlechten Seiten. Es war ein Gegenkonzept zur kapitalistischen Inhumanität, das andere Formen der Inhumanität aufwies. Nicht mehr und nicht weniger.

        Ich persönlich habe nichts gegen DDR-Kritik. Viele Konservative zeichnen sich aber dadurch aus, daß sie die DDR nur als Vogelscheuche akzeptieren und komplette soziale Autisten sind. Also unfähig zu sehen, daß die DDR eben auch viel Positives zu bieten hatte.

        Na ja. Und was „Demokratien“ innen- und außenpolitisch für wunderbare, entzückende Wesen sein können, sehen wir ja an den USA. Nix Unmenschliches oder Perverses an diesem tollen Land.

  5. Da es für eine Frau in der DDR normal war zu arbeiten, war sie oft schon selbständiger als eine vergleichbare Frau im Westen. Aber die haben natürlich trotzdem nach Aussehen und Status geschaut. Die Akademikerinnen die ich kenne, hatten auch alle studierte Männer mit guten Jobs.

    • Man sollte auch Mangel an Gelegenheit nicht mit Mangel an Wunsch verwechseln.
      Die Unterschiede waren natürlich in der DDR geringer und auch die Mobilität.
      Allerdings wirkt das tatsächlich noch nach. Frauen die noch in der DDR aufgewachsen sind dürften da im Mittel anders ticken, aber das geht vorbei.

      • Das ist aber bei den Frauen ab Jahrgang 89 vorbei. Und die sind nun auch schon Mitte 30. Klar wirkt das noch nach. DDR Frauen waren begehrt bei den Männern nach der Wende. Aber das Blatt dreht sich schnell mit den Ansprüchen.

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