Abtreibungsrechtsverschärfung in Texas

In den USA scheint der Streit um die Abtreibung immer wieder politisch hoch zu kommen während er in Deutschland quasi keine Rolle mehr spielt. Das liegt sicherlich an der höheren Religiösität, vielleicht auch an dem 2 Parteien System, das einfach mehr polarisiert.

Jetzt hat Texas sein Abtreibungsrecht stark verstärkt und auch die erste Hürde vor dem Obersten Gerichtshof genommen:

Das neue verschärfte Abtreibungsgesetz im US-Bundesstaat Texas hat vorerst Bestand – der Oberste Gerichtshof der USA hat einen Eilantrag zur Blockierung des umstrittenen »Heartbeat Bill« abgelehnt. Die Richterinnen und Richter stimmten mit einer knappen Mehrheit von fünf zu vier gegen den Eilantrag. Sie begründeten ihre Entscheidung am Mittwochabend mit »komplexen und neuartigen verfahrenstechnischen Fragen«. Damit traf der Supreme Court allerdings keine Entscheidung über die Verfassungsmäßigkeit des umstrittenen Gesetzes.

Die umstrittenen neuen Regelungen gelten seit Mittwoch. Sie verbieten Abtreibungen, sobald der Herzschlag des Fötus festgestellt werden kann. Das ist etwa ab der sechsten Schwangerschaftswoche der Fall – also ab einem Zeitpunkt, zu dem viele Frauen nicht einmal wissen, dass sie schwanger sind. Abtreibungen zu einem späteren Zeitpunkt sind nur erlaubt, wenn die Gesundheit der Schwangeren in Gefahr ist.

Abtreibung (auch juristische) war hier ja schon wiederholt Thema:

Aus meiner Sicht sind 6 Wochen sehr sehr kurz.  Zwar kann man mit einem Schwangerschaftstest heutzutage ja bereits realtiv schnell feststellen ob man schwanger ist und es bleibt auch sicherheitshalber die Option von „Plan B“ also der Pille danach in den USA, aber viele werden bei einer ausbleibenden Periode auch erst einmal Stress vermuten und evtl nicht gleich an eine Schwangerschaft denken. 

Dem ganzen wird etwas die Dramatik genommen, weil man – wenn ich das US-Recht richtig verstehe – immer noch in einender angrenzenden Bundesstaaten fahren kann um die Abtreibung dort vorzunehmen. 

Es wird sicherlich noch ein Hauptverfahren vor dem Supreme Court geben und man wird sehen, was dabei rauskommt. 

Mich würde ja interessieren, wie die Texaner zu dieser Verschärfung stehen, wer eine Umfrage kennt, der kann sie ´gerne verlinken 

 
 

115 Gedanken zu “Abtreibungsrechtsverschärfung in Texas

    • In diesem Schaubild oben liegt ein Denkfehler vor: „someone else’s“. Nein, bei einem Fötus haben wir eben keinen „someone“. Ein Fötus ist eben noch kein Säugling und schon gar keine Person. Und eine schwangere Frau ist keine Mutter.

      Zudem ist die Frage, worauf sich „choice“ bezieht. Soweit ich informiert bin, bezieht sich „choice“ seit den 1970er Jahren auf die Entscheidung der Frau, mit ihrem Körper einen Fötus zu entwickeln, zu versorgen und schließlich zu gebären.

      Und hier scheint doch das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper zu greifen. Man kann da schlecht einwenden: Der Fötus ist ja nicht der Körper der werdenden Mutter, also geht der Fötus die Mutter gar nichts an. In dem Argument der Abtreibungs-Befürworter geht es nicht um den Fötus, sondern um das Recht der werdenden Mutter, einen solchen Fötus zu entwickeln und zu gebären – oder eben die Entwicklung und Versorgung abzubrechen.

      Diese Streitfrage der Abtreibung ist schon, wie der Tweet von Konstantin Kisin oben angedeutet: alles andere als einfach.

      Meine Vermutung wäre, dass ein effektiven Abtreibungs-Verbotes enorme soziale Verwerfungen als Konsequenz nach sich ziehen würde (crumar hat das vor einem Jahr oder so mal ausgeführt) und dass es deshalb das geringere Übel darstellt, Abtreibung zu ermöglichen (was nicht heißt: zu fördern oder zu unterstützen).

      • Eine Abgrenzungsfrage. Wer hat die Bestimmungshoheit? Die Frau über ihren Körper und das werdende Kind? Die Gesellschaft über die Frau und das werdende Kind? Die Gesellschaft nur über das werdende Kind? Die Frau über alles? Der Vater über gar nichts?

        Die Gesellschaft greift ja schon tief ein, wenn sie es der Frau verbietet, zu jedem beliebigen Zeitpunkt ihr werdendes Kind zu entsorgen, was ja Feministen und Linke präferieren würden. Das heißt, die Gesellschaft beansprucht grundsätzlich die Hoheit über das Leben des Kindes. Auch ist postnatale Tötung von Schutzbefohlenen durch Mütter untersagt, selbst wenn sie nicht wirklich geahndet wird.

        Jetzt kann sich ein Gemeinwesen, ein Staat hinstellen und beliebig Zeitgrenzen ziehen. Hat das Kind noch keinen hörbaren Herzschlag oder keine sichtbare Nase, darf es abgetrieben werden, ansonsten nicht.

        Da aber der Staat mindestens in den letzten fast zwei Jahren extrem dominant gegenüber seinen Bürgern in Sachen Lebenserhaltung geworden ist, wäre eine Verschärfung von Abtreibungsregelungen wie in Texas folgerichtig.
        Jetzt treffen allerdings zwei extrem starke Strömungen aufeinander. Der Feminismus, der die Frau über alles andere erhebt, auch über die Kinder. Was die Frau fühlt, ist Gesetz. Und auf der anderen Seite der Lebens- und Gesundheitsschutz, der so weit gezogen und so massiv umgesetzt wird, dass Menschen nicht mal mehr ihre Verwandten beim Sterben begleiten dürfen.

        Wer wird sich in diesem Konflikt langfristig durchsetzen? Ich schätze die Feministen aufgrund ihrer gigantischen Pudel-Armada.

        Und wenn dann Schüler im Unterricht Bevölkerungspyramiden malen, werden sie fragen, was dieses Gebilde denn mit einer Pyramide zu tun hat. Aber das kann man ihnen dann am Beispiel der Taliban doch noch schön zeigen. Denn da sieht die aus wie ein Christbaum.

      • Es ist ermüdend, die Argumente, die man bereits aufgeschrieben hat, immer und immer wieder wiederholen zu müssen. Eine ausufernde Diskussion dazu gab es bereits hier schon, ich werde dieselbe Debatte nicht noch einmal führen.

        Aber:

        Der Embryo oder Fötus ist ein Mensch in einem frühen Entwicklungsstadium. Der Beweis: „Schabt man ihn ab“, oder zerstückelt ihn, hat man später einen Menschen weniger.

        Und das Lebensrecht des Ungeborenen wiegt schwerer als das Selbstbestimmungsrecht der Mutter. Das eine betrifft ein ganzes Leben, das andere nur 9 Monate.

        • „Und das Lebensrecht des Ungeborenen wiegt schwerer als das Selbstbestimmungsrecht der Mutter“

          Dogma

          „Das eine betrifft ein ganzes Leben, das andere nur 9 Monate.“

          Humbug. Das ganze Leben einer Frau ist betroffen, wenn sie Mutter wird.

          Du machst es dir zu einfach. Deine Argumente sind entkräftbar. Das Thema bleibt nicht objektiv entscheidbar, sondern braucht einen Kompromiss.

          • Humbug. Das ganze Leben einer Frau ist betroffen, wenn sie Mutter wird.

            Schon jetzt können Frauen zwar gebären, müssen aber nicht unbedingt Mutter werden, Babyklappe, anonyme Geburt.

          • Dann ist wiederum das Leben des Kindes betroffen, das in eine lieblose Welt ohne Eltern geboren wird. Ich glaube nicht, dass das zur emotionalen Gesundheit beiträgt.

        • Dein „Argument“ hat aber leider nur formalistischen Charakter.

          Du setzt dem Mein-Bauch-gehört-mir-Extremismus einen Befruchtete-Eizelle-gleich-Person-Extremismus entgegen.

          Beides sind plumpe, ideologische Extrempositionen.

          Der Embryo ist eine Person im Werden. !00% Person ist er erst, wenn die Nabelschnur durchtrennt ist.

          Davor liegt eine neunmonatige Übergangsphase, an deren Anfang der Embryo oder Fötus nichts anderes ist als ein Teil der Mutter und eben kein „somebody else’s body“.

          Man muß also notgedrungen einen Punkt bestimmen, an dem der Embryo mehr Person als bloßes Mutterbeiwerk ist. Und das wäre rein logisch die Mitte des fünften Monats. Man kann also mit der Drei-Monatsfrist durchaus zufrieden sein.

          Mit deiner Position wirst du nur schwerlich als linksliberaler Männerrechtler durchgehen.

          Ich sage ja, daß jeder Ismus Unsinn ist – auch der Maskulismus. 🙂

          Aber auf mich will ja keiner hören.

          • Nein, ein Mensch in einem frühen Entwicklungsstadium, ein Punkt, um den Du zielsicher herum manövriert hast. Wenn ein Komapatient – und zwar einer, der in überschaubarer Zeit aufwacht – an lebenserhaltenden Apparaten hängt, hat dann derjenige, der das finanziert das Tötungsrecht?

            Es gibt übrigens Ethiker und Philosophen, die sagen, auch ein Säugling wäre keine Person, weshalb ihre Tötung legal sein sollte…

          • Mit deiner Extremposition müßtest du auch die Pille danach ablehnen. Tust du das?

            Dein Komapatient-Vergleich zeigt gut, wie extremistisch deine Position ist. Du willst offenbar nicht anerkennen, daß eine Person im Werden, die lebensunfähig ist, etwas anderes ist als eine bereits geborene, erwachsene Person.

            So wie Feminismus nicht für Gleichberechtigung kämpft, so beschneidet dein „Maskulismus“ die Rechte von Frauen.

            Was ist mit Vergewaltigungen etc.? Mit deiner fundamentalistischen Position kommst du in Teufels Küche. Denn auch solch eine Abtreibung wäre ein Mord.

            Mache es besser als unsere Clowns Renton und Seb und gestehe einen Irrtum ein. 🙂

            Bist du sicher, daß du linksliberal bist?

          • Hier zeigt sich dein Dogmatismus. Du setzt „Mensch im frühen Entwicklungsstadium“ mit „Mensch“ gleich. Damit habe ich kein Problem, auch wenn du keine logische Begründung dafür anführst. Womit ich ein Problem habe, ist, dass du keine andere Sichtweise tolerierst.

          • Hier liegt wohl ein Missverständnis vor. YX argumentiert hier nicht politisch (also weder links, rechts, liberal oder autoritär). Er argumentiert logisch-philosophisch. Und auf philosophischer Ebene hat er eindeutig einen validen Punkt, der sich logisch wie folgt darstellt:

            Sei YX ein Gebilde der Eltern X und Y.
            Wir suchen den Entwicklungsschritt t*, der wie folgt mithilfe einer Wertigkeitsfunktion w(YX, t) definiert ist:
            w(YX, t*-z) == wertlos && w(YX, t*+z) == volle Menschenrechte, für alle z > 0.
            Da die Entwicklungsfunktion von YX streng monoton steigend verläuft (es gibt keinen Nachweis, dass sich zu einem Zeitpunkt existentielle Dinge ändern), gilt: Die Einzige Möglichkeit, die obrige Gleichung zu lösen, ist durch Einsetzen des Zeitpunkts 0, dem Zeitpunkt an dem aus X und Y YX geworden ist.

            Wer für Logik nicht empfänglich ist, wird damit nichts anfangen können. Aber wer nur etwas Spaß an philosophischer Logik hat (wie ich), der lässt sich durch YX Argumentation durchaus mitreißen. Und das bedeutet: Sie zu akzeptieren, bis eine Alternative besser erscheint (die mir bis jetzt noch nicht untergekommen ist).

            Und ja, die Logik zu akzeptieren hat Folgen:
            Abtreibung ist die Tötung des eigenen Kindes.
            Abtreibende Verhütungsmittel sind ebenfalls die Tötung des eigenen Kindes.
            Über die Liebe, die das Kind im späteren Leben erfährt, wird nichts ausgesagt
            Eine Güterabwägung zwischen den Varianten wird nicht ausgeführt.

            Bis jetzt hat das ganze aber noch keine Folgen. Diese entstehen erst, wenn das Konstrukt mit Axiomen gefüllt wird, also mit Aussagen, die eine Person grundlegend als gegeben und unveränderlich ansieht. Und wer eines der folgenden Axiome zu seiner Ethik zählt, wird Abtreibung nicht zustimmen können, ohne widersprüchlich zu handeln: „Menschenrechte sind unantastbar“ „Du sollst nicht töten“ „Menschenleben sind wertvoll“.

            Es sind andere Axiome denkbar, unter denen die Logik zu keinen Problemen mit Abtreibung führt, wie etwa „Leben benötigt den Tod anderes Lebens“ „Recht des Stärkeren“ „Frauen sind die besten Menschen“.

            Was folgt daraus nun konkret? Zuerst einmal nichts, keine politische Forderung, kein sofortiges Handeln, keine Einrichtung von Informationszentren über Abtreibung oder die mutwillige Zerstörung derselben. Hier richten philosophisch veranlagte Menschen, also Menschen, die nicht wiedersprüchlich handeln wollen, ihren Ethik-Kompass aus (nicht verwechseln mit Moral, das ist was anderes). Und dann beurteilen sie danach: Ihre eigenen Handlungen, die Handlungen von anderen. Und treffen so ihre Entscheidungen im Leben – widerspruchsfrei.

          • @Sepp

            Damit ist die Frage, ab wann ein Mensch ein Mensch ist, aber nicht beantwortet. Begriffe wie „wertlos“ oder „Menschenrechte“ taugen dazu nicht und sind beliebig gewählt.

      • Das Bundesverfassungsgericht hat vor einigen Wochen entschieden, dass Klimaziele zu benennen und einzuhalten sind, weil zukünftige Generationen eine recht haben, hier auf der Erde zu leben.

        Im Umkehrschluss hat ein Fötus dann auch ein Recht auf Leben.

        Soweit ich informiert bin, bezieht sich „choice“ seit den 1970er Jahren auf die Entscheidung der Frau, mit ihrem Körper einen Fötus zu entwickeln…

        Die Entscheidung bleibt dir ja unbenommen. Entweder sie poppt mit Verhütung oder sie verzichtet auf den Spaß, wenn sie kein Kind haben will.

        Vergewaltigungsopfer, die keine Wahl hatten, können nach fachlicher Beratung weiterhin abtreiben. Alle anderen nicht, denn sie töten einen sich entwickelnden Menschen.

  1. Die Überschrift in der NZZ: „Frei, fromm und frauenfeindlich in Texas“

    Warum nicht „Frei, fromm und kinderfreundlich in Texas“?

    Und wieso schreibt einer aus Chicago über die Stimmung in Texas? Das ist, wie ein Artikel übers Jodeln vom Lokalredakteur in Ostfriesland

    • „Warum nicht „Frei, fromm und kinderfreundlich in Texas“?“

      Das ist schon eine gute Frage. Meine Antwort darauf: Die Redaktion der NZZ ist eben nicht kinderfreundlich, vielleicht ist sie sogar kinderfeindlich.

      • man muss in den USA nur einen Trailerpark mit White Trash sehen oder den Altersschnitt der Gangtoten in den Ghettos oder eine staatliche Highschool in einem Ballungsraum um zu merken dass den US Politikern Kinder dann scheißegal sind wenn sie erstmal aus dem Geburtskanal raus sind.

      • Vielleicht ist es eher so, dass der Autor deutlich woker ist als der Rest der nzz.

        Vor zwei Monaten hatte er diesen Anreißer:

        In Charlottesville ist die Statue von Robert E. Lee am Wochenende zusammen mit zwei anderen Denkmälern abtransportiert worden. 2017 waren dort Rechtsextreme aufmarschiert, um den Abbau zu verhindern. Dabei wurde eine Frau getötet.

        Unverblümter kann man kaum für die Wokeria Partei ergreifen.

    • Die Überschrift in der NZZ: „Frei, fromm und frauenfeindlich in Texas“

      Warum nicht „Frei, fromm und kinderfreundlich in Texas“?

      Weil es nicht kinderfreundlich ist, wenn du als Kind eine Mutter bekommst, die dich gar nicht will, du Ochse.

      Und jetzt komme mir nicht mit „Ja, die Mütter ändern dann ihre Meinung“. Kann sein, kann aber auch nicht sein.

      Mehr emotionale Intelligenz führt auch zu mehr Rationalität. Siehe Kernkraft.

      Und wie Michael bereits andeutet: Gerade den Konservativen sind die lebenden Kinder scheißegal. Sie stemm(t)en sich sowohl gegen ein Verbot des schulischen als auch des elterlichen Züchtigungsrechts.

      Die Beschädigung der emotionalen Intelligenz führt zu höchst irrationalen Ansichten. Und Konservative „genossen“ bekanntlich eine autoritärere Erziehung als Progressive, was man schon an ihrem autoritären, konformistischen und spießigen Habitus erkennt.

      Das heißt freilich nicht, daß Linke völlig frei von Spießertum und autoritären Haltungen wären.

      • „Weil es nicht kinderfreundlich ist, wenn du als Kind eine Mutter bekommst, die dich gar nicht will, du Ochse.“

        Bist du einer der Vollidioten (um mich deines Jargons zu bedienen), die meinen, der Tod ist allemal besser als eine schlechte Mutter?
        Wenn du rational und konsequent wärest, müsstest du dich fragen, wieso man dann zum Zeitpunkt der Geburt sein Konzept ändern sollte.

        Abtreibungsgegnern geht es auch nicht um die Kinder, sondern um den Wert menschlichen Lebens und die Frage: Darf man das einfach so wegmachen, nur weil es nicht in die Lebensplanung passt?

          • Ich bin mir inzwischen sicher, dass du es schaffst, NOCH bornierter zu sein als Semikolon.

            Ich hätte es nicht für möglich gehalten.

          • Halten wir fest, daß du es als „kinderfreundlich“ ansiehst, wenn ein Kind eine Mutter bekomm, die es gar nicht will.

            Und zwar mit der Begründung, daß so ein Schicksal immer noch besser sei als der Tod.

            Dummerweise lebt das Kind noch gar nicht, kann also auch gar nicht sterben. Wir beginnen nicht zufällig das Leben und die Alterszählung mit dem Moment der Geburt.

            Du scheinst wirklich sehr sehr sehr sehr sehr verwirrt zu sein.

            Bin ja immer wieder schockiert, daß auch der letzte intellektuelle Krüppel es schafft, sich vorzumachen, sein Gefasel habe irgendeine Qualität.

            Selbst wenn man ihn hundertfach widerlegt hat.

            Viele Kinder werden durch „Erziehung“ dazu gezwungen, die Wahrheit zu verleugnen. Um jeden Preis. Nur um zu überleben. Daraus werden dann Erwachsene, die die offenkundigsten Wahrheiten verleugnen.

            Aber man kann etwas dagegen tun. Mehr dazu bei Alice Miller.

          • „Ich bin mir inzwischen sicher, dass du es schaffst, NOCH bornierter zu sein als Semikolon.“

            Witzig: Den gleichen Gedanken hatte ich neulich auch. Ich hatte GbdA als Dummkopf von semikolonschen Ausmaßen bezeichnet, aber bald darauf wurde mir klar, dass ich semi damit Unrecht getan habe. Nicht mal semi ist so doof wie unser Captain Kirk aka GbdA.

          • „Wir beginnen nicht zufällig das Leben und die Alterszählung mit dem Moment der Geburt.“

            Ich weiß nicht, wer „ihr“ seid. Biologen sagen einstimmig, dass Leben mit der Empfängnis anfängt.

          • @Oxe und Renton

            Ihr hört Euch mittlerweile an wie Nazis bei der Bücherverbrennung, die über die Autoren mit undeutschem Geist ablästern, mit deren intellektueller Überlegenheit sie nicht klarkommen.

            Euer Niveau ist jedenfalls mittlerweile beim Nullpunkt.

            Gibt schon merkwürdige Typen.

    • In richtigen Patriarchaten ist Abtreibung natürlich legal, weil der Vater die Kontrolle über Leben und Tod hat.
      Wenn ich mal im Koma liege, aber gute Aussichten hätte, in ein paar Monaten wieder eigenständig atmen zu können und flüssige Nahrung zu mir zu nehmen, und noch ein paar Monate später auch feste, und Laufen lernen und so, wäre ich auch dagegen, dass man mich von meiner Lebenserhaltung trennt. Das ist das Empathie-Argument.

      Das andere Argument ist Verantwortung. Wer Sex haben will, muss erwachsen sein. Erwachsen sein heißt, Verantwortung zu übernehmen.

  2. Am allerbesten find ich die bigotten Idioten, die jetzt über Texas sich aufregen und danach munter ein Lebensrecht der „ungeborenen Generationen“ einzufordern, um einen totalen Umbau der Gesellschaft wegen des Klimawandel zu rechtfertigen! Die ahnen nicht mal, wie übelst bigott sie sind …..

    • Als Sahnehäubchen auf ihre ganzen zynische Menschenverachtung will der entschiedene Anti-Klimawandeltyp dann selbstverständlich auch noch die Abtreibung bis zur Geburt….

      • und Eugenik (und Euthanasie) halten diese tollen Humanisten auch noch für uns bereit:

        Was der hier spontan rausgerutscht ist, denken sicher allzu viele. zB all die, die keine „weissen Kinder“ mehr bekommen wollen, was sie ja nicht müde werden zu propagieren.

        Aber der Klimawandel ist ja letztlich doch ein „echtes Ding“. Ja, ganz genauso wie menschliche Rassen ….. Liegt doch auf der Hand! Sieht man doch! Da muss doch einfach was dran sein ….

    • Na, wenn der kosmopolitische Deutsche das Schicksal der zukünftigen Generationen auf dem gesammten Planeten fest im Blick hat, dann ist das Denken für Afrika doch ein Klacks! Das ist doch nur eine Fingerübung für die Visionäre des Klimawandels, nebenbei während des Frühstücks.

      Das ist auch so unendlich bigott: Kolonialismus ist es natürlich *nicht*, den Beladenen dieser Welt das Erdöl vorenthalten zu wollen. Das ist ja nur zu ihrem eigenen Besten!

  3. Die Frage ist halt, wem damit geholfen ist, wenn die Schwangere eine halbe Flasche Wodka trinkt und die Treppe runterfällt statt zu einem Abtreibungsarzt zu gehen.

    • Mein innerer Zyniker ruft „dem örtlichen Schnapshändler“….
      Aber deine Frage ist so berechtigt wie einfach zu beantworten – niemandem.

          • Danke für deinen Kommentar mispel. Ich halte YX noch für relativ vernünftig. Leider sehen viele Leute ihre tendenziösen, formalistischen Konstruktionen nicht ein.

            Das haben sie mit Leuten wie Anatol S. gemein. 🙂

            Wer ein Kind nicht möchte, möchte es nicht. Und es gibt unzählige Eltern, die Kinder wollen und sie trotzdem schlecht behandeln – weil sie es nicht besser wissen. Mehr dazu bei Alice M.

            YX, bitte werde nicht zum Renton oder Seb. 🙂

          • Ich dachte, Christian meinte, dass er erst eine Ausbildung abschließen will, um seinem Kind etwas bieten zu können. Aber stimmt, habe wohl etwas zuviel reininterpretiert.

      • Mord bedeutet nicht 15 Jahre sondern lebenslänglich!

        15 Jahre beziehen sich auf die frühestmögliche Freilassung. Diese Möglichkeit entfällt bei der besonderen Schwere der Schuld. Im übrigen liegt die durchschnittliche Haftdauer bei lebenslänglich bei etwa 23 Jahren.

    • Also brauchen wir zukünftig ein Gesetz, das, ähnlich wie bei Jungen, die weibliche Genitalverstümmelung legalisiert?
      Paragraph 1631d BGB wird ja im Prinzip ähnlich begründet, nämlich dass Eltern ihre Jungen im Ausland beschneiden lassen würden.

      Die Aussicht auf mehr oder weniger legale „Selbsthilfe“ wird dann also Entscheidungskriterium, was verboten werden soll und was erlaubt sein soll?

  4. Es ist zu begrüßen, daß mit dieser texanischn Gesetzesregelung einmal wieder zu Beußtsein gebracht wird, daß es beim Thema Abtreibung immer um DREI Menschenleben geht.
    Die derzeit in den westlichen Gesellschaften weitgehend verbrieften RECHTE für die Abtreiber, schmeicheln in Wahrheit dem egomanischen Recht des Stärkeren, der sich auf Kosten des Schwächsten diesbezüglich ALLES (einschließlich Tötung) herausnehmen „darf“.
    Wie „human“ ist das denn?!

    • Wie „human“ ist das denn?!

      Das ist ja wieder die Frage, die hier schon oft diskutiert wurde. Ab wann kann man von einem Mensch sprechen? Ist eine befruchtete Eizelle schon ein Mensch und hat sie deswegen Rechte?

  5. Bin ich eigentlich der Einzige, der die aktuell in Deutschland geltende Regelung zu dem Thema als gelungenen Kompromiss sieht.

    Abtreibung ist grundsätzlich verboten. Bis zur zwölften Woche ist es aber erlaubt, wenn man ein paar Kleinigkeiten beachtet.

    Die Ganze Diskussion wird meist in Extremen geführt. Beide Extreme sind meiner Meinung nach schlecht. Wenn man bspw. §218 StGB ersatzlos streicht würde das bedeuten, dass man Schwangerschaften jederzeit – also auch noch Stunden vor der Geburt – beenden darf. Das kann ja wohl keiner wirklich wollen, oder?
    Die Situation in Texas bedeutet, dass ein kleiner Fehler beim Geschlechtsverkehr mit lebenslangen Konsequenzen belegt sind – für Vater, Mutter UND Kind. Kann man ja auch nicht uneingeschränkt wollen – zumal man da in weiten Teilen der USA auch sehr bigott ist, weil man ab dem Zeitpunkt der Geburt sich einen Scheiß um die Kinder schert, sodass es genügend inArmut aufwachsende Kinder gibt – mit der daraus resultierenden Kriminalität und so.

    Wo ist die Grenze zu ziehen bis wann eine Schwangerschaft beenden kann? In Deutschland hat man sie bei 12 Wochen gezogen und ein paar Kleinigkeiten (Beratung, Arzt). Muss man wirklich darüber diskutieren ob 10 oder 14 besser wären? Das mit dem Arzt kann ja wohl auch keiner wollen. Und wo ist das grundsätzliche Problem einer verpflichtenden Beratung? Wenn man eh alles schon weiß, lässt man das halt über sich ergehen.

    Beim Werbeverbot könnte man meiner Meinung nach noch evtl. etwas ändern. Wenn ein Arzt sachlich auf seiner Internetseite über das Thema informiert sollte das in Ordnung gehen. Wenn man das nicht will, soll man halt ein allgemeines Portal schaffen, wo man umfassend informiert – inkl zahlreicher Adressen.

  6. Das liegt sicherlich an der höheren Religiösität, vielleicht auch an dem 2 Parteien System, das einfach mehr polarisiert.

    Mal abgesehen davon, daß man Religiosität ähnlich schreibt wie Seriosität und daß Männer geringere sprachliche Kompetenzen haben, ist das Bullshit.

    Die USA haben kein Zweiparteiensystem, sondern ein Mehrheitswahlrecht. Ralph Nader wird dich steinigen.

    Es liegt auch nicht an der größeren Religiosität, sondern am religiösen Fundamentalismus, der in den Südstaaten sehr verbreitet ist.

    Nur jemand, der Religiosität prinzipiell als etwas Schlechtes ansieht, kann solche plumpen „Kausalitäten“ herstellen. Martin Luther King war bestimmt religiöser als Adolf Hitler.

    Die Christen, die am ostentativsten ihre Rechtgläubigkeit zelebrieren, haben häufig am wenigsten Ahnung von dem, was Jesus Christus gesagt hat, bzw. sind die größten Pseudochristen auf Erden.

    Jesus Christus hat sich nie zum Thema Abtreibung geäußert.

    Bleibt noch die Frage, warum Menschen anderen Menschen eine Mutter bescheren wollen, die sie gar nicht will. Warum wollen angebliche Christen, daß Kinder auf die Welt kommen, die gar nicht gewünscht sind?

    Was für unbewußte Bedürfnisse stecken hinter diesem Bestreben?

    Wer das verstehen will, mache sich hier klug: http://alice-miller.com/de

    PS: Wie verpeilt muß man eigentlich sein, um Abtreibung als „Mord“ anzusehen oder einem zwei Monate alten Embryo Persönlichkeitsrechte zuzugestehen?

    Da scheint die Feminismuskritik wohl zum Ritual, zur Ideologie zu werden.

    Man sollte versuchen, die Zahl der Abtreibungen auf humanem Wege zu reduzieren. Ein Verbot vergrößert das gesellschaftliche Elend.

    • „Nur jemand, der Religiosität prinzipiell als etwas Schlechtes ansieht, kann solche plumpen „Kausalitäten“ herstellen. Martin Luther King war bestimmt religiöser als Adolf Hitler.“

      Einzelbeispiele widerlegen keine STATISTISCHEN Aussagen. Übrigens: Ist es Zufall, dass die religiösesten Gesellschaften immer auch die reaktionärsten waren? Dasselbe gilt auch für religiöse vs. reaktionäre Menschen.

      Wohlgemerkt: Ich behaupte hier keinen Korrelationskoeffizienten von 1, d.h. es gibt sicher auch einige religiöse Gesellschaften/Menschen, die weniger reaktionär waren als manche weniger religiöse Gesellschaften, nur eben relativ gesehen weniger.

      Eine wichtige Ausnahme z.B.: Die Angelsächsische Welt, mit Ausnahme des Südens der USA, von ca. 1640 bis 1960.
      Eine Andere: Die von dir Genannte.

      • Doch doch, Einzelbeispiele und Verallgemeinerungen reichen völlig, so kann man z.B. anhand eines Tippfehlers allgemeingültige Aussagen treffen. Und auf dieser Basis können wir auch mit Fug und Recht behaupten, dass GöbelnBisDerArschKlemmt geringere sprachliche Kompetenz hat als jede Frau. Das wird ja auch durch die Geschichte bestätigt, die gesamte Weltliteratur beispielsweise besteht ausschließlich aus Werken von Frauen.

        • Seb, du solltest dringend mal etwas gegen deine Minderwertigkeitskomplexe tun. Männliche Weltliteraten gibt es vielleicht ein paar hundert. Frauen gibt es Milliarden.

          Ansonsten ist es nicht meine Aufgabe, kläffenden Kötern zu erklären, daß 1+1=2 ist.

          Ich kreiere hiermit den Begriff der „infantilen Feminismuskritik“. Das sind u.a. Leute, die Frauen keine besonderen Talente zubilligen.

        • Natüüüüüüüüürlich. Wenn du Blödsinn schreibst und/oder dir in einem Satz selber widersprichst sind immer nur die anderen doof und/oder seelisch verkrüppelt. Witzfigur.

          Und aus dem Infragstellen der pauschalen und durch nichts belegbaren Behauptung „Frauen haben die bessere Sprachkompetenz“ unmittelbar zu schließen, dass man Frauen keine besondere Talente zubillige, folgt zwingend, dass dies deiner Auffassung nach das einzige besondere Talent von Frauen sein muss. Wie frauenfeindlich bist du denn, du Höhlenmensch? Kommt das daher, dass deine Mutter dich damals immer am Skrotum aufgehängt hat, oder liegt es eher an den Elektroschocks die deine „Frau“ heute täglich dort anwendet?

          Lies lieber mal ein bisschen Alice Miller, damit du vielleicht doch noch ein weniger verkommenes Subjekt wirst. Gutgemeinter Rat von mir.

          Und:
          Schweigen Sie doch bitte still, Sie extremst übersichtlich begabtes Beispiel für Schlichtheit im Gemüt.

          • „oder liegt es eher an den Elektroschocks die deine „Frau“ heute täglich dort anwendet?“

            Grundgütiger, ich dachte, seine Frau sei old school und verwendet nur Schlaginstrumente (Nudelholz etc). So kann man sich täuschen. Naja, wenigstens ist sie in der Moderne angekommen.

          • @Seb

            Ich halte dich jetzt für eine Realsatire.

            Und Renton auch.

            Warum gibt es eigentlich so viele Romanistik-Studentinnen?

            Und warum neigen Jungen zu Legasthenie/Dyslexie?

            Warum haben Männer das Image, wortkarg zu sein, wenig zu reden?

            Wieviele Männer machen eine Ausbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten?

            Wo kommen all die Dolmetscherinnen her?

            Fragen, mit denen sich Seb und Renton beschäftigen können, wenn sie einmal erwachsen sind.

            Wußte gar nicht, daß hier auch Kinder mitkommentieren.

            Geht mal zum Therapeuten und behandelt mit dem den Komplex „Wie schaffe ich es, einen Irrtum einzugestehen und andere Menschen nicht pauschal niederzumachen, nur weil sie rechthaben oder wesentlich Intelligenter sind“.

            So langsam verstehe ich es, wenn Feministinnen, Männern vorwerfen, emotional unterentwickelt zu sein.

            Aber nicht alle Männer sind so.

            PS: Ich finde es lustig, daß wir uns ja hier über ideologische Zombies aus dem Gender-Feminismus-Milieu lustigmachen, manche Leute hier aber genau die gleichen Verhaltensmuster an den Tag legen. Also komplett verstrahlt sind und alles ausblenden, was nicht in ihr Weltbild paßt.

          • Da fällt mir noch eine ganz wichtige Frage ein, lieber Seb: Welche besonderenTalente siehst du denn bei Frauen, wenn sie keine besseren sprachlichen Fähigkeiten haben?

            Hast du übrigens ganz toll gemacht. Einen unwichtigen Nebenkriegsschauplatz erfunden. Auf solchen Unwichtigkeiten herumreiten, die sowieso rein erfunden sind, ist ein sicheres Zeichen dafür, daß man sonst nichts zu bieten hat.

            Solche Leute wie dich, die nichts Handfestes zu bieten haben, bezeichne ich auch als Scholastiker und Rabulistiker.

          • Blablupp blablupp blablupp.
            Zeig mir die peer-reviewte Studie in der drin steht, dass Frauen die besseren sprachlichen Fähigkeiten haben, oder halt den Sabbel, du Kasperkopf. Die paar möglichen Korrelationen, die du da herausgepickt hast, lassen sich genau so gut mit „Frauen haben keinen Bock auf technische oder körperlich anstrengende Arbeit, irgendwas bliebt halt über“ erklären wie mit deinen naiven Beobachtungen.

            Außerdem hast du (natürlich ohne es zu merken) behauptet, Frauen hätten abgesehen von den auf sehr fragliche Weise herbeihalluzinierten überlegenen sprachlichen Fähigkeiten keine einzige andere besondere Fähigkeit. Mir ist übrigens scheißegal was Frauen im Durchschnitt gut könn(t)en, relevant ist wenn überhaupt was sie tatsächlichtun. Und die meine ist in ihren Interessen & Begabungen weiter weg vom Durchschnitt der Frauenwelt als die meisten Männer.

          • Vielen Dank für diese Antwort, lieber Seb.

            Du hast einmal mehr gezeigt, daß Diskussionen mit dir so sinnvoll sind, als würde man mit einem Mülleimer reden.

            Ich wäre Masochist, wenn ich dir jetzt Studien verlinken würde, die ein größeres sprachliches Talent bei Frauen belegen. Denn du bist voller Haß und Selbstgerechtigkeit und hast nicht das geringste Interesse an einer ernsthaften Diskussion.

            Würde ich solch eine Studie zitieren, würde ich vermutlich – wie bisher immer – irgendeinen zynischen Unrat hören, warum nicht sein kann, was nicht sein darf.

            Ist mir ja ein Rätsel, wie Leute wie du Feministinnen kritisieren können. Schließlich seid Ihr Geschwister im Geiste.

          • Habe mir schon gedacht, dass du die selben Nachweise bringen kannst wie für ausnahmslos alle deine bisher hier aufgestellten Behauptungen, sprich überhaupt keine.

            Wären mir deine Verhaltensweisen (also u.a. Megalomanie, Logorrhoe, pausen- und belegloses Aufstellen abseitigster Behauptungen usw.) eigentlich genauso wenig peinlich wie dir, wenn mich meine Mutter früher täglich misshandelt hätte bzw. meine Frau heute täglich misshandeln würde? Was sagt Alice Miller dazu, wie du so geworden bist?

      • Ergänzung, um zu beweisen, dass ich mir meine Behauptungen nicht aus meinen Fingern sauge:

        Sämtliche voraufklärerischen Gesellschaften waren sowohl religiös als auch reaktionär*. In der Dritten Welt hat sich an diesem Zusammenhang bis heute nichts geändert. Im Westen nahm seit dem 18. Jh. sowohl die Religiosität ab als auch das Ausmaß an reaktionären Vorstellungen (mehr oder weniger parallel).

        Man bedenke auch: Lateinamerika ist lediglich wirtschaftspolitisch links und der Norden der USA zw. 1720 und 1960 war in erster Linie nur gegen den Rassismus und die Sklaverei und für Demokratie. Ansonsten waren sie nicht viel anders als andere religiöse Gesellschaften, so dass auch hier lediglich teilweise Ausnahmen vorliegen.

        Auch zeichnen sich religiöse Organisationen und Personen eher durch reaktionäre Vorstellungen aus (wozu ich auch den identitätspolitischen und ökologistischen Mist zähle, der v.a. bei gemäßigten Christen beliebt ist). Atheistische Organisationen sind dagegen eher für Wissenschaft und Technik und somit ökologismus- und zudem oft auch Islamkritisch.

        Man könnte natürlich vermuten, dass hier der Wohlstand die Korrelation verursacht. Ich vermute aber etwas Anderes: Kritisches Denken (welches im Westen kulturell eher verbreitet ist) verringert reaktionäre Ansichten, aber auch die Religiosität, da beide der Vernunft widersprechen (anders als Thomas von Aquin meinte).

        *Auch wenn in China die Religion lediglich den fruchtbaren Nährboden für den Konfuzianismus bildete.

      • Voll die wichtige Diskussion, die hier geführt wird.

        Ich bewundere die Humanität dezidiert atheistischer Gesellschaften, besonders unter Stalin, Mao und Pol Pot zu besichtigen. Auch die Französischen Revolutionäre, die die Religion aus dem Leben tilgen wollten, gingen unglaublich human vor.

        Es scheint hier doch recht viele Leute zu geben, die die Differenzierungsfähigkeit eines Stücks Scheiße haben. 🙂

        Bei modernen Gesellschaften handelt es sich nicht um eminent weniger religiöse Gesellschaften, sondern um solche, die die Macht der Kirche beschnitten haben. Die Religionskritik etc. zulassen.

        Das ist der entscheidende Unterschied.

        Warum komme ich mir in diesen Diskussionen immer nur wie ein Genie vor?

        An mir kann es nicht liegen.

        • „Ich bewundere die Humanität dezidiert atheistischer Gesellschaften, besonders unter Stalin, Mao und Pol Pot zu besichtigen. Auch die Französischen Revolutionäre, die die Religion aus dem Leben tilgen wollten, gingen unglaublich human vor.“

          Und ich fürchte die blutrünstige Diktatur namens Schweden und würde gern in der humanen von der Inquisition regierten Zeit leben …

          Ernsthaft. Das waren in erster Linie Stalinisten und erst in zweiter Linie Atheisten*, weswegen der Atheismus höchstens teilweise dafür verantwortlich sein kann. Die Französischen Revolutionäre waren dagegen Deisten.

          Und zum Anderen: Die richtigen Anteile einer Ideologie können NICHT für deren Verbrechen verantwortlich sein, da aus Richtigem nichts Falsches logisch folgt (wenn jemand aus Richtigem Falsches geschlussfolgert hat, dann ist die falsche Schlussfolgerung das Problem). Man müsste schon die Menschheit für unfähig zur Vernunft erklären, um eine richtige Position zum Problem erklären zu können. Dann wären wir aber verratzt, bedenkt man, was irrationaler Nonsens schon für Schäden angerichtet hat (atheistischer wie religiöser und auch deistischer und was weiß ich noch alles). Deswegen würde ich DIESE Position nicht leichtfertig annehmen, da sie nur zu Fatalismus führen kann (wäre DIESE Position richtig, würde das aber eh keinen Unterschied machen…).

          Das bedeutet, die Frage, welche Meinung problematisch ist und welche nicht, kann nicht unabhängig von der Frage diskutiert werden, welche richtig ist und welche nicht.

          *Analoges gilt unter den Religiösen nur für die wenig Religiösen.

          • Die meisten Morde werden von Männern begangen.

            Das ist Fakt.

            Man kann also mit Fug und Recht Frauen als das bessere Geschlecht bezeichnen.

            Von dieser Qualität ist deine Agitation gegen Religion.

            Es kommt immer darauf an, was für eine Religiosität wir haben. Ebenso, was für einen Atheismus wir haben.

            Zu dieser Differenzierung sind viele Leute nicht fähig. Viele Leute lieben stumpfsinnige, reduktionistische Erklärungen, die ein plumpes Feindbild bedienen. Insofern ist es merkwürdig, wenn Leute zwar Feministinnen und ihren Patriarchatsunsinn kritisieren, gleichzeitig ähnlich plumpe Argumentationsfiguren hinsichtlich Religion kreieren.

            Das schreibe ich aber nicht für euch beide, sondern für den verständigen Mitleser.

            PS: Jungen neigen übrigens eher zu Dyslexie/Legasthenie und Mädchen zu Dyskalkulie. Aber bitte nicht Seb weitersagen. Das könnte seine Minderwertgikeitskomplexe verstärken.

            Und solche Leute wollen ernsthafte Feminismuskritiker sein. Ts.

          • „Die meisten Morde werden von Männern begangen.

            Das ist Fakt.

            Man kann also mit Fug und Recht Frauen als das bessere Geschlecht bezeichnen.“

            Das ist nicht von gleicher Plausibilität, denn dass Weltanschauungen/religiöse Strömungen geschadet haben, kam schon mehr als einmal vor, während die Behauptung, dass Frauen die besseren Menschen sind, unbelegt ist.

            Es kommt ja nicht nur auf die Kriminalitätsrate an, sondern auch darauf, in welchem Ausmaß Andere für Verbrechen vorgeschoben/angestiftet werden (was schwerer nachweisbar ist), oder auch darauf, inwieweit Verbrechen nötig ist (z.B. aufgrund von Armut, Frauen können sich in diesem Fall von Männern aushalten lassen) usw., so dass die Kriminalitätsrate allein nicht unbedingt was aussagen muss. Und „zufällig“ korrelieren diese zusätzlichen Faktoren so mit dem Geschlecht, dass sie genauso gut alleine für die Korrelation der Kriminalitätsrate mit dem Geschlecht verantwortlich sein können.

            Außerdem wird das Ganze stark von kulturellen Faktoren überlagert, so dass die Kriminalitätsrate allein erst recht kein Beleg für mehr genetisch bedingte Asozialität herhalten kann. OK, den letzten Punkt, kann man auch für Weltanschauungen anführen, den ersten Punkt aber nicht.

            Übrigens: Wie siehst du das beim Thema Islam? Auch grundsätzlich so wie beim Christentum?

        • PS:
          Wenn eine Idee richtig ist, heißt das nicht, dass bei deren Anhängern nicht etwas schief laufen kann*. Insofern ist der Hinweis auf die Sachen, die die Vertreter einer Idee sonst so vertreten/begehen durchaus auch ohne Diskussion der Frage, ob die Idee richtig ist, nützlich, da er auch ein Hinweis darauf ist, dass mit den Anhängern der betreffenden Idee etwas schief laufen könnte. Natürlich muss man dazu Schlechtes der richtigen weltanschaulichen/religiösen Gruppe zuordnen, also z.B.:

          Stalins Verbrechen –> Kommunismus
          Inquisition –> religiöser Fundamentalismus
          Reaktionäre Ideen –> Streng Religiöse (hier ist die Zuordnung nur eine korrelative)

          *Bsp.: Grüne** vs. Feminismus
          **Deren Ideen hältst du [Gendern] ja sonst für richtig…

    • „All my life I’ve been good
      Do what my mom and dad and God say I should
      Go to church and Bible School
      To live by God’s rule

      So whatever people tell me
      That The Bible tells me
      I will do

      Walk the halls of high school with my purity ring
      Unlike those other girls, I’ve got my morals in check
      It was easy to do until I got a boyfriend
      And pardon my French, but he’s cute as heck

      But I made a pact
      To keep my hymen intact
      And Jesus and I are tight

      Never learned about the birds and the bees
      I was taught to keep an aspirin in between my knees
      Cause The Bible says premarital sex is wrong
      But Jason says that guys can’t wait that long

      I don’t want to lose him
      To someone who’ll do him
      I need to figure something out

      Well there’s a loophole in The Scripture that works really well
      So I can get him off without going to hell
      It’s my Hail Mary, full of grace
      In Jesus‘ name we go to fifth base!

      Oh, thank you for making me holy
      And thank you for giving me holes to choose from
      And since I’m not a Godless whore
      He’ll have to come in the back door
      Therefore

      Fuck me in the ass cause I love Jesus
      The good Lord would want it that way
      Gimme that sweet sensation of a throbbing rationalization
      It’s just between you and me
      Cause everyone knows it’s the sex that God can’t see

      It’s hard to be as pure as me
      To resist the urge to lose my vaginal virginity
      To wait until my marriage bed
      To give my husband my unsullied maiden head

      So take your cock out
      Shove it in my ass
      Fuck me until you cum

      Oops! I mean let’s join our souls
      And unite our bodies
      And fly with the wings of God

      Whatever you do, don’t touch my clitoris
      If you ring Satan’s doorbell, God can’t ignore this
      And no prophylactics when you put it in
      Cause birth control’s for sluts and it’s a sin

      I’ve emptied my bowels
      And laid out the towels
      I’m ready for romance

      Now I’m praying to the Power that’s the Highest
      But of all of my holes, this ones the driest
      And we can’t procreate if we anally copulate
      And God is OK with sodomy, but only if you’re straight

      And I’m staying pure, no matter what
      So I’m OK with everything but…
      Everything but…
      Everything but

      Fuck me in the ass cause I love Jesus
      The good Lord would want it that way
      Gimme that sweet sensation of a rock hard rationalization
      It’s just between you and me
      Cause everyone knows it’s the sex that God can’t see

      I do whatever The Bible tells me to
      Except for the parts that I choose to ignore
      Because they’re unrealistic and inconvenient
      But the rest I live by for sure

      So let’s not talk about how the Good Book bans shellfish,
      Polyester and divorce
      And how it condones slavery and killing gays
      Because those parts don’t count, of course

      Let’s cherry-pick the part about
      Losing my cherry and mine it for ambiguities and omissions
      To circumvent any real sacrifice,
      But still feel pious in my arbitrary parroted positions

      And don’t you dare question my convictions
      And don’t look closely at the contradictions
      Just focus on the sacrificial crucifixion
      And have faith in its complete jurisdiction

      As the only way to measure if you’re good or not
      And in a debate, just say to „have faith“
      Because when you’re up against logic, it’s the only card you’ve got
      So close your eyes take a deep breath and…

      Fuck me in the ass cause I love Jesus
      The good Lord would want it that way
      Gimme that sweet sensation of an irrational rationalization
      It’s just between you and me

      Cause everyone knows it’s the sex that God can’t see
      Yeah, my chastity belt has locks
      But sometimes you need to think outside the box.“

  7. „Für Empörung sorgt auch, dass nicht die Behörden die neuen Regelungen durchsetzen sollen, sondern Privatleute. Bürger werden ermutigt, jene zu verklagen, die sie verdächtigen, Frauen bei einer Abtreibung nach der sechsten Woche geholfen zu haben. Das könnte beispielsweise Abtreibungskliniken oder deren Mitarbeiter treffen. Die Kläger erhalten im Falle einer Verurteilung mindestens 10.000 Dollar, die vom Verurteilten zu zahlen sind.“

    Da wird ein Kopfgeld ausgesetzt, ein Prämie für den Denunzianten. Bezeichnend, dass das hier keiner Kritik unterzogen wird. Als guter Parteisoldat, der die Parteizentrale denken lässt, gehört es sich so.

    • „Bezeichnend, dass das hier keiner Kritik unterzogen wird.“

      Ui, wäre eine fantastische Idee für diese neue Meldeplattformen für Steuerbetrug! 1% vom Streitwert für die anonymen Melder, und wird dann über Bitcoin oder sowas abgewickelt.

      • Schau, Alex, genau das meine ich. Wie aus der Pistole geschossen suchst du etwas im Sinne „wir nicht, die Linken aber auch“. Dass man auf beiden Seiten einen kritischen Blick bewahrt und sich nicht als Parteisoldat sieht, der „den Seinen“ hilft, das ist für die meisten hier nicht nachvollziehbar. Das Diskussionsniveau hier hat nachgelassen. Sehr sogar.

  8. „In den USA scheint der Streit um die Abtreibung immer wieder politisch hoch zu kommen während er in Deutschland quasi keine Rolle mehr spielt. Das liegt sicherlich an der höheren Religiösität, vielleicht auch an dem 2 Parteien System, das einfach mehr polarisiert.“

    Es liegt vor allem daran, dass die Reps den 99% nichts anzubieten haben ausser einem Kulturkampf.

    • Da irrst du dich. Die haben eben das, was der anderen Seite fehlt: Prinzipien.

      Man sieht doch jetzt klar, dass die Prinzipien der „Liberalen“ in Hinsicht auf die Redefreiheit zB jahrzehntelang nur vorgetäuscht waren. Und nur solange aufrechterhalten wurden, bis man in die Reichweite uneingeschränkter und nicht mehr demokratisch legitimierter Macht kam ….

      Muss man sich dann wundern, wenn ein roll back kommt, der auch so alte und ausgestanden geglaubte Dinge wie Abtreibung umfasst?!

      Wer den totalen Kulturkampf anzettelt, ohne jegliche kulturelle Substanz, der muss sich doch nicht wundern, wenn ihm am Ende alles um die Ohren fliegt.

      • „Da irrst du dich. Die haben eben das, was der anderen Seite fehlt: Prinzipien.“

        Erstaunliche Aussage, sofern von den US-Reps die Rede ist. Die akzeptieren mittlerweile nicht mal mehr das Resultat einer Wahl. Das kann man doch als das oberste Prinzip einer Demokratie bezeichnen. Also welche Prinzipien wären das? Machterhalt um jeden Preis?
        Wenn du dir mal Fox-News zu Gemüte führst: Schau mal, was de3ren „talking-points“ sind und welche Relevanz sie tatsächlich haben. Beispiel „critical race theory“. Ohne Fox und Co. wäre das gar keine Thema, weil geringe bis keine gesellschaftliche Relevanz. Ist aber emotional befrachtet und eignet sich daher, die eigene Schar zu mobilisieren.

          • Tu ich. „Die Democrats würden niemals Wahlbetrug begehen, um Trump loszuwerden“ ist Bullshit. Von vielen gab es die Eigenaussage, sie würden ALLES TUN…

            Es ist nur die Frage, wie massiv sie betrogen haben.

            Wo wir grad bei Ratschlägen sind: Du solltest dir den Schaum vom Mund wischen.

          • Ich glaube, es hat in den USA noch nie eine Präsidentenwahl gegeben, bei der nicht beschissen wurde. 1876 ist ein Paradebeispiel, da hat sogar der Supreme Court kapituliert und festgestellt, dass es so viel Betrug gab, das der wahre Sieger unmöglich noch zu ermitteln sei. Eleganter haben sie sich 2000 aus der Affäre gezogen: Mit der Begründung, falls eine Nachzählung der Stimmen in Florida ergäbe, dass Bush die Wahl nicht gewonnen hatte, würde das seine Autorität als Präsident beschädigen, haben sie eine Nachzählung untersagt. Die Logik ist einwandfrei: Wenn Bush keine Mehrheit hatte, hätte er nicht Präsident werden dürfen. Solch eine Erkenntnis ist natürlich schlecht fürs Image.

            Die Frage ist halt nur, wer bei der letzten Wahl mehr beschissen hat – der Sieger oder der Verlierer? Weiß ich auch nicht.

        • „Ohne Fox und Co. wäre das gar keine Thema, weil geringe bis keine gesellschaftliche Relevanz.“

          Diese „Antirassismus“-Indoktrination wird allenthalben betrieben, in Bundesbehörden, allen möglichen Unternehmen, in Schulen (allein der Fall California!) ….
          Das hat sehr, sehr grosse Relevanz, dass eine rassistische, antiamerikanische und antidemokratische Doktrin die Leitmedien der USA (NYT, etc), die Behörden und die „Zivilgesellschaft“ jetzt fest im Griff hat, nicht zuletzt dank Biden, der eine Exec Order Trumps zum Nachteil dieser rassistischen Hirnwäsche aussetzte.
          Um das zu sehen, muss man nicht mal Trumpfan sein, nur Rassismus ablehnen. Aber selbst für diese Prinzip reicht es bei der offenbar hirntoten linken Hälfte des politischen Spektrums nicht mehr.
          Und dann erst dieser ganze kranke Antisemitismus, der – absolut erwartungsgemäss – jetzt unter Biden so blüht wie noch nie.

          • „Und dann erst dieser ganze kranke Antisemitismus, der – absolut erwartungsgemäss – jetzt unter Biden so blüht wie noch nie.“

            Das ist deine fixe Idee. Überall siehst du Antisemitismus.

            „der eine Exec Order Trumps zum Nachteil dieser rassistischen Hirnwäsche aussetzte.“

            Siehst du, sogar ein Trump tut (tat) ab und zu etwas Richtiges … wenn es ihm nützt(e).

        • @Pjotr
          „Die akzeptieren mittlerweile nicht mal mehr das Resultat einer Wahl. Das kann man doch als das oberste Prinzip einer Demokratie bezeichnen.“

          Einmalig in der Neuzeit war wohl, dass die Demokraten und vor allem die US-Presselandschaft Präsident Trump jahrelang versucht haben zu delegitimieren, indem sie die Wahl als gestohlen hinstellten und jahrelang ein Impeachment-Verfahren gegen Trump betrieben, weil Trump zusammen mit „den Russen“ verräterisch die Wahl manipuliert hätte.

          Wer die Demokratie so deligitimiert muss sich nicht wundern, wenn die Gegenseite auch zu etwas rabiateren Methoden greift. Aber das ist dann natürlich immer etwas vollkommen anderes! Also red mal weiter von „Parteilichkeit“ …. 😉

          Und ja, der ausgemachte Verrat Präsident Bidens wegen Afghanistan und Iran: kein Problemo, die Taliban und Mullahs sind ja sooo progressiv und liebenswürdig. Trump hingegen ist der Untergang des Abendlandes…. Nur weiter so!

  9. Die einen können gar nicht genug bekommen und fordern Abtreibung bis zur Niederkunft und die anderen praktizieren social freezing. Beides natürlich von der Kasse bezahlt – wo kämen wir hin, wenn persönliche Entscheidungen dieser Art auch persönlich zu finanzieren wären. Man kann doch dem Opferanteil unserer Bevölkerung nicht zumuten, dass man für seine Taten, Entscheidungen und Lebensentwürfe die Verantwortung übernimmt, auch und gerade finanziell! Wir standen mitten in der Auseinandersetzung um den Paragraphen 218, die ja durchaus heftig war. Es galt – und dafür stehe ich heute noch ein – den Vorturnern des Glaubens und ihren gesellschaftlichen Gefolgsleuten Macht über die Frauen zu nehmen. Das Ergebnis 218 war ein gesellschaftlicher Kompromiss und als solcher ein praktikabler, der zudem die bösartigen Formen der Auseinandersetzung weitestgehend eliminiert hat. Viel Vergnügen, denen, die diesen Kompromiss aufschnüren wollen zugunsten der Freiheit der Abtreibung bis zur Geburt und der Werbung für dieselbe. Das Ergebnis könnte auch Texas sein, da braucht nur durch die Richtigen im richtigen Moment auf die Taste des gesinnungsethischen Moralismus gedrückt werden und schon geht der Schuss nach hinten los! Zumal der Anteil deren, die traditionsgemäß etwas mehr Kontrolle über Frauenkörper praktizieren in unserem Lande steigt, nicht zuletzt durch jene Moralisten, die gerne Mal den teddybärbestückten Rucksack (Ersatzuterus) durch Bahnhöfe tragen. Das Ergebnis von Moralismus sind halt immer gesellschaftliche Verwerfungen.

  10. Du unterschaetzt den Faktor Religiositaet. Die Schreiber der US-Verfassung gingen davon aus, dass jeder in den USA irgend einer christlichen Sekte angehoert, bzw. zumindest christliche Grundwerte hat. Das war ein Faktor fuer die grosse Freiheit, welche die sich gegenseitig goennten. So eine Version des Boeckenfoerde Diktums vor 250 Jahren.

    Man ging davon aus, dass lokal regelbare Probleme auf Basis i.W. christlicher Werte geloest werden koennen, weil sich Leute aehnlicher Werte in dem grossen Land schon zusammenfinden werden. Es steht in der Verfassung, dass keine Regierung dem Volk religioese Vorschriften machen kann. Wenn diese Voraussetzungen heute noch gaelten, wuerde so ein Gesetz ueberhaupt keinen Sinn ergeben. Und die Linken-typische Gehirnakrobatik es anders als durch die Religion zu begruenden, traue ich den Republikanern nicht zu.

    Diese Voraussetzungen gelten heute nicht mehr, wenn 50% sich fuer Religion gar nicht interessieren, und viele von denen nicht mal in ihrer Kindheit damit in Beruehrung kamen, d.h. gar nicht wissen, welche Werte das ueberhaupt sein sollen. Dort sind auch, viel mehr als in Europa, unzaehlige pseudo-christliche Rattenfaenger unterwegs, auch mit der europaeischen Variante des „marxistisch-sozialistischen Christentums“.

    Die Forderung vieler Waehler der Republikaner ist, dass sie zumindest nicht fuer die „gottlose Praxis“ der Abtreibung via Krankenkasse mitbezahlen muessen – egal wie minimal deren Ersparnis dann waere. Und das ist nach derzeitiger Lage ohne gesetzliches Verbot nicht zu machen (Krankenkassen laufen ueber den Arbeitgeber – ein Relikt aus den Kriegen – und die Arbeitgeber werden den Teufel tun jemanden zu diskriminieren). Das Gesetz ist zwar Unsinn, aber vielleicht stoesst es etwas an, was die republikanische Waehlerschaft befriedigt.

    • Es geht wahrscheinlich in die Irre, zu glauben, 50% würden sich für ‚Religion‘ nicht mehr interessieren. In unserer Gesellschaft toben die Ersatzreligionen, denen sich diese 50% zuwenden. Sie treten auf als Genderreligion, als Religion des menschgemachten Klimawandels, als Sekte des moralisierenden Flüchtlingsschiffsverkehrs (übrigens ein Ableger der Bedfort-Strohmisten) et.al.. Und sie betätigen die üblichen, berüchtigten Mittel der Erzieheritis und Vorschreiberitis. Sie installieren Stuhlkreise, wenn aber die Menschen sichdort nicht kontrollieren lassen, erfolgt Gewaltanwendung. Sie kassieren Ablassgeld (CO² -Abgabe). Sie halten sich für das Maß aller Dinge. Sie fälschen Lebensläufe, um als heilig zu gelten. Sie verkündigen, die Menschen in Panik versetzen zu wollen. Sie verfolgen abweichende Gedanken und verbrennen deren Träger (wenn Scheiterhaufen nicht mehr zulässig sind, folgt Ächtung und Berufsverbot). Kurz gesagt, diese neuen Religionen bekämpfen Abweichendes bis aufs Blut und dulden keinen Widerspruch, sie kennen und nutzen das ganze Instrumentarium um die zu vernichten, die in ihren Augen Ketzer sind.

      • Ich glaube aus dem Kontext kann man erschliessen, dass ich von christlichen Grundwerten sprach. Ich missbrauche das Wort Religion auch viel zu oft fuer Gender, Klima, Marxismus, etc. aber es ist eigentlich falsch. Keine dieser „Neo-Religionen“ vertritt Grundwerte eines natuerlich entstandenen (evolutionaeren) menschlichen Miteinander. Es sind nicht einmal ordentlich strukturierte und gewachsene Ideologien. Ich sehe es mehr als Propaganda mit dem Ziel existierende Strukturen zu unterminieren, ohne ein funktionsfaehiges Ziel anzubieten. Der Begriff „spiteful mutants“ bietet sich an.

  11. Einzig vernünftiger Take:

    Es gibt einen Zeitpunkt, ab dem das Individualrecht des Ungeborenen das Invididualrecht der Schwangeren überwiegt.

    Wann dieser Zeitpunkt genau ist, ist Sache eines schwierigen, aber aushandelbaren gesellschaftlichen Kompromisses.

    Aber es ist völlig offensichtlich, daß der Zeitpunkt der Menschwerdung weder durch die Zeugung noch durch die Geburt definiert sein kann.

    (Persönlich halte ich 12 Wochen für einen praktikablen Kompromiss, könnte aber auch mit 16 oder 18 leben).

    Es gibt noch einen ganz praktischen Grund, aktivere Geburtenkontrolle zu betreiben: Überbevölkerung und die damit einhergehende Transformation der Erde zur reinen Ressourcenquelle für menschliche Biomasse.

    • Jene, die sich jetzt ueber Texas beschweren, sind das die selben Leute, die sich fuer engmaschige COVID Kontrollen, Impfpaesse und Zwangsimpfungen engagieren, fuer Arbeits- und Reiseverbote fuer Ungeimpfte, usw.?

      • Äh, es geht hier nur darum, dass Denunziantentum um diese umstrittenen Abtreibungen rum auch noch finanziell fett belohnt werden soll.

        Um dir das nahezubringen: stell Dir mal vor, Spahn würde eine anonyme Meldeplattform ins Netz stellen und jede Meldung eines Ungeimpften würde dem Melder einen Hunni einbringen. So ein monströses Ding läuft da jetzt in Texas.

        Ich meine, da kann einem das Eigentliche, um was es geht: das mit der Abtreibung und den Fristen völlig egal sein. Das, was wirklich übel ist, ist dieses Denunziatorische hier. Und genau das hat Andrew so richtig in den Mittelpunkt gestellt. (Ich meine, der wäre auch prinzipiell gegen Abtreibung eingestellt, wenn ich mich nicht irre.) Als erstes hier hat es übrigens der Pjotr gemerkt und angeprangert.

        • Ich habe das schon so verstanden. Ein Australier sagte mir, dass es bzgl. der COVID-Ausgehverbote in, ich glaube der Provinz Victoria, tlw. so gemacht wurde. Aber es gab wohl kein Geld sondern nur Blockwart-Punkte.

  12. Irgendwie ja komisch, dass überhaupt Leute pro sein können, bedenkt man, als Gruppe fehlen einem die Blärzen ja eh.

    Sollten im Grunde nur Buben drüber entscheide dürfen, die und Mädchen, sind doch die Betroffenen.

    Wo gibt’s das eigentich sonst, dass Tutende (scheinbar ohne Ahnung) also Täter, vorrichten was Phase ist.

    Mädchen muss man, obwohl vermutlich betroffen, leider doch ausnehmen, da war doch was mit der Hühnerabtreibung.

    ————————————————————————————————————————————–

    Weniger Verlogenheit täte der Geschichte insgesamt vermutlich gut.
    Der Pille keine 98% andichten.
    Und wo ein Lokführer seines Lebens oft nicht mehr froh wird, springt ihm einer vor seine, so gibt’s ja vielleicht was ähnliches echtes bei Frauenden.

        • Wie siehst Du das mit dem Länderfinanzausgleich, gerade hinsichtlich der kleinen Stadtstaaten und der Speckgürtelproblematik?

          (Wo wir bei zusammenhangslosen Fragen wären).

          • Angesichts dessen, dass es Ethiker und Philosophen gibt, die einem Neugeborenen und Säugling in den ersten 3 Lebensmonaten absprechen eine Person zu sein und diesem somit kein Lebensrecht zubilligen, liegt hier sehr wohl ein Zusammenhang vor, nämlich ob man einen „Kompromiss“ finden sollte beim willentlichen Beenden von Leben – lediglich das Alter, bei dem man über solche „Kompromisse“ nachdenkt, ist eine Variable.

      • Schon der absolut dümmste Strohmann, den man sich vorstellen kann.

        Auf den ersten Blick ja, eigentlich aber nicht. Denn einige Befürworterinnen der Abtreibung (Jusos bspw.) hätten ja nichts gegen eine Abtreibung einzuwenden, die erst Stunden oder gar Minuten vor der Geburt eingeleitet wird. Dann, wenn ein Ungeborenes ganz sicher schon Schmerz und (Todes)Angst empfinden kann, rechtlich gesehen aber noch keinerlei Menschenrechte hat, also auch kein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
        Beim Kindsmord sind die Opfer nicht unbedingt wesentlich älter und weiter entwickelt, nur endlich mit Menschenrechten ausgestattet.
        Was macht den Kindsmord also so viel schlimmer?

        Klar, mir ist auch bewusst, dass der Kompromiss der meisten hier sich auf Ungeborene in einem frühen bzw. früheren Entwicklungsstadium bezieht. Aber ab welchem Entwicklungsstadium kann ein Fötus Schmerz empfinden – und woher will man darüber eine gesicherte Aussage treffen.
        Bis vor einigen Jahren (konkret stammt der Artikel aus 2006) hatte man laut einer Studie noch gedacht, Föten könnten gar keinen Schmerz empfinden, das Schmerzbewusstsein würde sich erst nach der Geburt entwickeln.
        https://cordis.europa.eu/article/id/25521-report-suggests-foetuses-feel-no-pain/de

        Und selbst Jahre später, 2011, ist man sich offenbar immer noch nicht wirklich sicher.
        https://www.sueddeutsche.de/wissen/fruehkindliche-entwicklung-wann-beginnt-der-schmerz-1.1140862

        Wir sprechen hier von werdenden Menschen, die keinerlei Wahl hatten und haben und wirklich absolut und völlig wehrlos und dem Wohlwollen der potentiellen Gebärenden ausgeliefert sind.
        Wer sollte schutzbedürftiger sein, wenn nicht Ungeborene und (kleine) Kinder?

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