Triell-Nachlese: Wo fühlen sich Frauen am unsichersten?

Das „Triell“, also das Duell der Kanzlerkandidaten der Parteien, die theoretisch den Kanzler stellen könnten, hatte auch einen Abschnitt zur „inneren Sicherheit“ und dort dem Unsicherheitsgefühl von Frauen.

Hier ab 01:20:40

Hier aus dem Youtube Transcribt: (nur mit leichten Korrekturen)

Moderator:
Wie wollen wir zusammen leben und ganz besonders auch wie wollen wir in zukunft sicher zusammenleben? Der Gräben in unserer Gesellschaft scheinen immer tiefer zu werden,  Reichtum, Armut haben wir eben gerade schon gesehen aber es gibt auch noch andere
Gräben.
Moderatorin:
ja wieder gab es quer denker demonstrationen am wochenende, der respekt vor regeln scheint zu schwinden das level an aggression ist hoch die polizei steht unter spannung wird oft selbst zum angriffsziel und obwohl deutschland ein sicheres land ist überwiegt bei einigen das gefühl der unsicherheit 
Moderator;
wir wollen mit einer frage anfangen die sich auch wieder an alle drei richtet mit der bitte um ganz kurze einschätzung wo, herr laschet, glauben sie fühlen sich Frauen am unsichersten?
Laschet:
die bilder zeigen wahrscheinlich in unterführungen, tunneln und in parks 
 
Baerbock
ich persönlich auch wenn man nachts allein unterwegs ist aber am unsichersten sind leider frauen in ihren eigenen vier wänden weil die meisten tötung an frauen gibt es leider durch den eigenen ehemann oder
freund oder Expartner
 
Moderatorin:
Herr Scholz, was würden sie sagen
 
Scholz:
Wie frau Baerbock das sind natürlich orte wo man sich nicht sicher fühlt weil sie dunkel und und einsehbar sind so wie wir das gesehen haben aber selbstverständlich dürfen wir nicht hinweg gucken über viele frauen werden bedroht sind gewalt aus dem gesetz werden getötet sehr sehr oft und eben auch von denjenigen mit denen sie zusammen leben und deshalb ist das eine Aufgabe die zur inneren sicherheit dazu gehört das zu bekämpfen
 
Moderator:
wir haben es mit forsa mal untersuchen lassen und haben festgestellt die hälfte der befragten frauen also 50 prozent der frauen fühlen sich an bahnhöfen und haltestellen am unsichersten 
Die ganze Passage ist insofern recht klassisch:
  • Es wird nur nach den Ängsten von Frauen gefragt. Warum eigentlich, wenn es allgemein um innere Sicherheit geht? 
  • Bei Baerbock merkt man die Kenntnis klassischer feministischer Positionen, die sie gleich dazu bringt die Frage nur so halb richtig zu beantworten. Die Frage war ja, wo fühlen sich Frauen am unsichersten. Sie hat angeführt wo es dann am häufigsten zu Tötungen kommt. 
  • Die meisten Frauen dürften sich dennoch zuhause am sichersten fühlen, weil sie ihre Männer kennen und wissen, dass sie sie eher beschützen werden als ihnen etwas anzutun. 
    Das Baerbock das beides nicht auseinander halten kann ist eigentlich schon erschreckend, wobei sicherlich so eine Diskussion auch weniger Zeit zum Denken lässt und man eher mal was raushaut. Aber selbst dann sollte ihr eigentlich er Unterschied bewußt sein. Es zeugt eher von einer sehr negativen Einstellung Männern gegenüber bzw einer unkritischen Übernahme des feministischen Narrativs
  • Wo wir bei von der Fragestellung abweichenden Antworten sind: Interessant auch, dass keiner den Schwenk wen von den Frauen zu einer allgemeinen Lage wirklich angeht und anführt, dass man allgemein die Sicherheit erhöht und nicht für ein Geschlecht. Aber die Frage war insofern auch einseitig gestellt.