Sperm is Cheap, Eggs are Expensive: Valentina Vassilyev

Im gestrigen Artikel ging es um den Mann mit den meisten Nachkommen, mit zwischen 868 und 1171 Kinder der Sultan von Marocco, Ismail Ibn Sharif unter zur Hilfenahme von etwa 500 Frauen.

Im Gegensatz dazu die Frau mit den meisten Nachkommen:

The greatest officially recorded number of children born to one mother is 69, to the wife of Feodor Vassilyev (b. 1707–c.1782), a peasant from Shuya, Russia. In 27 confinements she gave birth to 16 pairs of twins, seven sets of triplets and four sets of quadruplets.

Eine Frau, bei der man sich nicht sicher ist, wie sie eigentlich hieß und die eben die „Frau von Feodor Vassilyev“ war. Man sieht: Ihre Voraussetzungen für viele Kinder waren gänzlich anders, sie hat abseits des Kinderkriegens keinen besonderen Status ausbauen müssen, sie hat alle Kinder mit dem gleichen Partner bekommen (der sie dann mit der zweiten Frau in der Anzahl der Kinder sogar noch überholte).

Sie hatte vermutlich eine besondere genetische Veranlagung zu Mehrfachgeburten und nur darauf (und die damals nicht vorhandene Verhütung)  ist die enorme Anzahl an Geburten zurückzuführen.

Numerous contemporaneous sources exist, which suggest that this seemingly improbable and statistically unlikely story is true and she is the woman with most children.

The case was reported to Moscow by the Monastery of Nikolsk on 27 Feb 1782, which had recorded every birth. It is noted that, by this time, only two of the children who were born in the period c. 1725–65 failed to survive their infancy.

The Gentleman’s Magazine (1783, 53, 753) recounts: „In an original letter now before me, dated St Petersburg, Aug 13, 1782, O. S. Feodor Wassilief [sic], aged 75, a peasant, said to be now alive and in perfect health, in the Government of Moscow, has had–

By his first wife:

4 x 4 = 16
7 x 3 = 21
16 x 2 = 32
———-
27 births 69 children

27 Geburten ist allerdings an sich schon etwas, was viele Frauen nicht schaffen werden. Selbst wenn sie mit 14 Jahren anfangen hat und man eine sehr kurze Zeit zwischen den Geburten zugesteht wäre sie dann so an die 45 bis 50, was dann schon bedeutet, dass dann die Wahrscheinlichkeit sinkt. Wäre interessant bis zu welchem Alter sie Kinder bekommen hat.

By his second wife:

6 x 2 = 12
2 x 3 = 6
———
8 births 18 children

Auch das zeigt wieder die Vorteile des Mannes bei der Fortpflanzung. Er konnte Kinder bekommen bis in ein relativ hohes Alter. Es wäre interessant, ob er aufgrund seiner vielen Kinder, die ja mitarbeiten konnten, einen höheren Status aufgebaut hat, der ihm erlaubte dann noch eine zweite, jüngere Frau zu heiraten.

In all, 35 births, 87 children, of which 84 are living and only three buried. . . The above relation, however astonishing, may be depended upon, as it came directly from an English merchant at St Petersburg to his relatives in England, who added that the peasant was to be introduced to the Empress.“

When talking about the record for the most kids in Saint Petersburg Panorama, Bashutski, 1834, the author notes that:

„In the day of 27 February 1782, the list from Nikolskiy monastery came to Moscow containing the information that a peasant of the Shuya district, Feodor Vassilyev, married twice, had 87 children. His first wife in 27 confinements gave birth to 16 pairs of twins, seven sets of triplets and four sets of quadruplets. His second wife in eight confinements gave birth to six pairs of twins and two sets of triplets. F. Vassilyev was 75 at that time with 82 of his children alive.“

And the Lancet (1878) refers to a twin study carried out by the French Academy and:

„Apropos of the enquiry, the Committee of the Academy recall an account of a quite extraordinary fecundity that was published by M. Hermann in his „Travaux Statistiques de la Russie,“ for Fedor Vassilet [sic]. . . who, in 1782, was aged 75 years, had had, by two wives, 87 children.“

Aside from this, not much is known about the first Mrs Vassilyev – even her first name (although some sources claim her full name was Valentina Vassilyev).

It is thought she lived to the age of 76.

Also immerhin über Kirchenbücher eine gewisse Absicherung der Angaben.

Although this historic record for the most kids by one woman should be taken with a pinch of salt, it is certainly conceivable that Mrs Vassilyev could have had a genetic predisposition to hyper-ovulate (release multiple eggs in one cycle), which significantly increases the chance of having twins or multiple children.

Damit ist der Erfolg des Mannes mit den meisten Nachkommen zu einem gewissen Grad für andere Männer wiederholbar, sie brauchen nur genug Frauen dazu. Der Erfolg der Frau benötigt hingegen eine besondere genetische Disposition und das Glück unter den damaligen Umständen diese Mehrfachgeburten zu überleben.

It is also not impossible for a woman to have 27 pregnancies during her fertile years

Sicherlich nicht. Aber für die meisten Frauen wäre es selbst bei Einzelgeburten eine sehr sehr hohe Anzahl.

16 Gedanken zu “Sperm is Cheap, Eggs are Expensive: Valentina Vassilyev

  1. Nein, der Mann konnte noch nie Kinder bekommen. Und der Mann konnte bestenfalls Kinder machen. Die Frau wählt(e) den Mann, der sich möglichst durch Geld und Macht einen Status erwerben musste, beispielsweise auch durch Männlichkeitsrituale.
    Bspw. durch ausgesprochen schmerzhafte Rituale, wie sich von Ameisen stechen zu lassen.
    So wurde der Jüngling dann zum Mann, in die Jagdgemeinschaft aufgenommen und waren dann auch heiratsfähig.

    Die Frauen haben dann vom Mann das Sperma empfangen, um ein Kind zu gebären. Und das erklärt dann vielleicht auch, warum Frauen nach wie vor auf ein Podest gestellt werden, unabhängig von ihrem Charakter, ihren Taten. Und selbstverständlich werden ihr dann meist auch die Kinder zugesprochen, denn sie hat sie ja bekommen.

  2. Sie muß eine Schönheit gewesen sein…
    „Jedes Kind kostet einen Zahn.“,
    können die kinderreichen Sultane, Paschas, und Patriarchen hier diese alte Weisheit bestätigen?

  3. Was würden wir nur ohne Evochris machen?

    Jetzt wissen wir, wie unterschiedlich sich die Fortpflanzung auf Mann und Frau auswirkt.

    Wer hätte gedacht, daß Frauen die Kinder austragen (und säugen) müssen? Und der Mann nur kurz zusticht?

    Aber das eigentliche Problem besteht darin, daß Gender-Zombies nicht dazu in der Lage sind evolutionsbiologisch eins und eins zusammenzuzählen. Also zu begreifen, daß die unterschiedliche „Ökonomie“ der Fortpflanzung sich auch essentiell auf die Mentalität und das Paarungsverhalten von Mann und Frau niederschlägt.

    Diese Klientel ist derartig geisteskrank, daß sie bei solchen Überlegungen nur pawlowsch „Sexismus“, „Patriarchat“, „toxische Männlichkeit“, „Geschlechterordnung“ denkt und diesen Begriffsschrott auch noch für ein Argument hält.

    Man muß sich immer klarmachen, was das für Zombies an unseren Universitäten sind. Deren „Begriffsraster“ ist ungefähr so wissenschaftlich wie die katholische Theologie. Und ist für diese Leute genauso wenig verhandelbar wie religiöse Glaubenswahrheiten.

    PS: Dieser Kommentar enthält keinen Bezug zu http://alice-miller.com/de

    Was gewisse Zombies und Dampfplauderer trotzdem nicht davon abhalten wird zu behaupten, ich bezöge mich permanent auf Alice Miller. Daß dieser Vorwurf auch keinerlei Sachargument darstellt und Ausdruck argumentativer Unterlegenheit ist, lassen wir mal außen vor.

        • Die kindliche Formulierung in der Art des „überzeug mich doch, das ich unrecht habe, ätschi bätschi ich hab doch Recht“ funktioniert bei geduldigen und toleranten Erziehungsberechtigten, der Oma, der Mutter sicherlich gut.
          Bei Erwachsenen Menschen, die keinerlei Interesse am unbekannten Gegenüber, dessen Vergangenheit , dessen Zukunft oder dessen vermeintlichen „wertvollen Wissens“ haben, dürfte bereits der abfällige Tonfall zu Verweigerung jeglicher Interaktion führen. Keine gute Basis für eine Bitte nach Aufklärung „was daran falsch“ sein soll.
          Warum auch auf jemanden sonderlich viel Zeit verschwenden, der schon im ersten Satz irgendwie abstoßend wirkt:D.

    • Naja ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich das ganze bewerten sollte .. die Aggressionen und Abwertungen deuten auf ein recht kaputtes Selbstbewusstsein hin, das kompensiert wird, es könnte aber auch in Richtung Narzissmus gehen, der Glaube der geistige Titan unter den Volltrotteln zu sein würde da gut zu passen .. das schönste ist aber: beides kann seine Ursachen durchaus in Kindheits-Traumata haben, dazu muss man nicht mal Alice Miller gelesen haben 😉

      • Was meinst du denn mit Abwertungen? „Dampfplauderer“?

        Hier gibt es nun mal viele, die einfach haltloses Zeug plaudern wie z.B. daß ich angeblich in jedem Beitrag mich auf Alice Miller bezöge. Das ist schlicht falsch. Und irrelevant. Denn der Bezug zu Alice Miller kann ja auch in häufiger Weise völlig berechtigt sein.

        • Die Anzahl der Posts in denen die niemanden beleidigst, abkanzelst oder sonstige Mutmaßungen über das (generell unzureichende) intellektuelle Niveau der Diskussionsteilnehmer anstellst, ist überschaubar. Das Pattern ist fast generell „Schau mal hier/da, das ist ja wieder mal exemplarisch für XYZ, hervorgerufen durch Kindesmissbrauch, einfach mal 10 Sekunden nachdenken und Alice Miller lesen, aber das kannst du/könnt ihr ja nicht, weil „.

          Dampfplauderer ist da noch eine der nettesten Sachen die so von dir gibst.

          • oh, da hats mir die Klammern geschluckt .. weiter ging das mit

            könnt ihr ja nicht, weil [Lieblingsbeleidigung hier einsetzen].

    • Da Chris, den Du wie allen anderen anzickst und dich über ihn erhebst, meinen Standardspruch dir gegenüber dennoch zu unhöflich fand, hier zähneknirschend eine freundliche Variation:

      Schweigen Sie doch bitte still, Sie extremst übersichtlich begabtes Beispiel für Schlichtheit im Geiste.

      • Ich verstehe schon, daß es schmerzt, mir intellektuell nicht gewachsen zu sein. Wobei es wohl eher darum geht, daß ich hier regelmäßig den Stuß gewisser Leute entlarve und diese dann nicht Manns genug sind, sich dies gegenüber sich selbst einzugestehen.

        Und dann agiert man eben so, wie du das tust.

        Ich wüßte nicht, daß ich hier je jemanden aufgefordert hätte, sich zu absentieren.

        Ich habe das allerdings auch nicht nötig.

        • Meinst du mich mit dem Trollen?

          Wenn ja, wo und wie „trolle“ ich denn?

          Meiner Meinung nach ist „Troll“ einer der dümmsten Begriffe überhaupt, der eigentlich immer nur dann verwendet wird, wenn man argumentativ unterlegen ist. Es ist eine simple Diffamierungsvokabel, mit der man die Sachebene – auf der man schwächer ist – umgehen will. „Troll“ ist letztlich nur ein anderes Wort für „Scheiße, du hast recht, aber ich kann es mir nicht eingestehen“.

          Ich würde solch einen Begriff selbst für Leute wie Seb, Androsch und Renton nicht verwenden, auch wenn sie fast nichts Substantielles von sich geben und quasi die personifizierten drei Affen sind. 🙂

  4. Die hohe Kinderzahl in Westafrika pro Frau kommt vom Stillverhalten – es ist der Aberglaube verbreitet, dass das Kind nicht genug bekommt, wenn man nicht früh zufüttert. Dadurch reicht die Bruststimulation nicht mehr, um die Laktationsamenorrhö (fiese Reschtschreibung!) aufrechtzuerhalten, also die Unterdrückung des Eisprungs durchs Stillen. Und das, obwohl zumindest offiziell oft ein Verbot besteht, während der Stillzeit den Koitus auszuüben. Die !Kung, die ihr Kind immer dabei haben, voll stillen und keine Koitus-Verbote nach der Geburt kennen, haben ohne Verhütung im Schnitt 5 Kinder (habs nicht exakt im Kopf, aber es sollte stimmen).

    Vielleicht hat auch so etwas eine Rolle gespielt plus der Disposition für Mehrfach-Eisprünge. … Und vielleicht auch einer Veranlagung für leichte Geburten – es gibt ja Frauen, die das „als Spaziergang“ erleben.

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