„Das Problem mit den Wochenendvätern“

Ein interessantes Interview in der Zeitschrift „Eltern“:

Zur Ausgangssituation:

Machen es sich Wochenendväter zu leicht, wenn sie ihren Kindern alles erlauben? Oder profitiert der Nachwuchs sogar davon? Eine Expertensicht.

„‚Bei Papa gibt‘s morgens immer Choco Krispies‘, sagt Carl (12) und starrt missmutig in sein Vollkornmüsli, ohne es anzurühren. Als seine Mutter muss ich an mich halten, dass ich seinen Papa nicht vor ihm schlecht mache: ‚Das ist total ungesund‘, denke ich, ‚der spinnt doch!‘

Seit unserer Trennung vor zwei Jahren habe ich zunehmend das Gefühl: Ich werde in einen Konkurrenzkampf mit Carls Vater gedrängt, den ich nur verlieren kann. Bei ihm, dem Wochenendpapa, gibt es Burger, Computerspiele bis nachts und die heißgeliebte Cola in Literflaschen – Spaß und keine Pflichten. Bei mir dagegen: Hausaufgaben, Zimmer aufräumen, Salat zum Auflauf und Mineralwasser zum trinken. Da kann ich doch nur verlieren, oder?“

Was diese Mutter beschreibt, erleben auch andere getrennte Frauen, die ihre Kinder vorwiegend selbst betreuen. Sie leben mit dem Gefühl, den undankbareren Job zu haben: Während sie sich mit den Kindern durch den anstrengenden Schulalltag kämpfen, bietet der Wochenendpapa den Kindern mehr oder weniger alles, was sie wollen – frei von den Zwängen und Pflichten des Alltags.

Wie können Mütter damit umgehen – und was macht das eigentlich mit den Kindern? Ein Interview mit Diplom-Psychologin Birgit Spieshöfer.

Das ist in der Tat etwas, was ich auch schon häufiger gehört habe: Er hat die Freizeit, ich muss dann die Strenge und Vernünftige sein. Das ist unfair! Hier ist es natürlich mit „Spielen bis spät in die Nacht“ auch eine sehr extreme Unterscheidung.

(natürlich: Die andere Seite würde anführen, dass sie das Kind zu kurz hat und ja gerne länger hätte und natürlich gibt es genauso „Wochenendumgängler“, die ebenso auf gesunde Ernährung achten bzw die es im Gegensatz zu dem Elternteil, bei dem das Kind hauptsächlich lebt machen)

Aber die Frage, wie man mit unterschiedlichen Vorstellungen bzw dem Wunsch dem Kind, wenn man es nur kurz sieht eine besonders schöne Zeit zu bereiten, umgeht, ist dennoch sehr interessant:

BRIGITTE.deWochenendväter zeichnen sich nicht selten dadurch aus, dass sie ihren Kindern fast jeden Wunsch erfüllen, während die Mütter den anstrengenden Alltag bewältigen. Müssen sie auch noch fürchten, dass die Kinder ihr den Papa bald vorziehen?

Birgit Spieshöfer: Die erste Prämisse ist: Kinder lieben ihre Eltern. Der Gedanke „Papa ist toll, Mama ist doof“ ist eine Erwachsenenhaltung. So fühlen Kinder nicht. Kinder sind unglaublich schlau auf Ebenen, zu denen wir als Erwachsene kaum mehr Zugang haben. Sie nehmen Bereiche wahr, aus denen wir längst raus sind. Und sie können sehr gut unterscheiden, wo sie gerade sind, und wo welche Regeln herrschen.

Da ist auch wieder die alte Unterscheidung von Beziehungsebene und Elternebene bei der man lernen muss, dass das Kind eine ganz andere Wahrnehmung auf die Eltern hat und die eigene Sicht häufig von bestimmten Gefühlen aus der ehemaligen Beziehungsebene geprägt ist.

Aber selbst wenn ein gewisses „Konkurrenzverhältnis“ nicht daher kommt muss man sich in der Tat bewußt machen, dass Kinder das unterscheiden können und Eltern gar nicht gegeneinander abwägen oder bewerten müssen.

Aber ist diese Trennung nicht problematisch: Hier die Pflichten, dort der Spaß?

Es gibt beim Menschen ein Grundbedürfnis nach Struktur und Sicherheit, aber auch ein Bedürfnis nach Expansion, Freiheit und Grenzenlosigkeit. Das sind beides Qualitäten, die erst einmal nicht zu bewerten sind. Es gibt ja den Spruch, dass Eltern ihren Kindern Wurzeln und Flügel wachsen lassen sollten. Beides ist wichtig und relevant.

Eigentlich in der Tat ein schöner Spruch: Wurzeln und Flügel. Sicherheit und Struktur werden von Kindern auch nach meiner Erfahrung sehr gut aufgenommen, aber es macht auch gerade Spass aus dieser heraus mal etwas neues zu machen und natürlich sich ausprobieren zu können.

Im Schnitt scheinen mir viele Väter eher mal wildere Sachen mit den Kindern zu machen als die Mütter und das kann eine gute Mischung für ein Kind sein.

Was macht diese Aufteilung in zwei verschiedene Lebenswelten mit den Kindern?

Kinder lechzen nach Struktur, Halt und Sicherheit, um sich ausprobieren und Grenzen austesten zu können. Sie erfahren: Mama gibt mir Halt und Sicherheit durch Klarheit und Struktur. Auf der anderen Seite nehmen sie auch wahr: Derjenige, der schlecht Grenzen setzen kann, ist weniger stabil – da ist eine Unsicherheit oder Unklarheit, wenn ich einfach alles erlaubt bekomme. Je weniger Stabilität ein Kind in sich selbst hat, umso mehr kann es dadurch verunsichert werden.

Sicherlich gibt es diesen bequemen Wochenendvater, der einfach das Kind machen lässt, was es will. Das kann dann natürlich weniger Arbeit machen. Es gibt genauso die Mutter, bei der das Kind wohnt, die es nicht schafft ihn einzufangen oder sich durchzusetzen, bei der das auch so läuft.

Den meisten Vätern, auch Wochenendvätern, dürfte der Wert von Strukturen bekannt sein und sie sind ebenso daran interessiert, dass ihr Kind sich vernünftig verhält, Grenzen akzeptiert und ein sozial gut eingestellter Mensch wird.

Wie können Mütter mit der Situation umgehen?

Ganz wichtig ist: Mütter müssen nicht wettmachen, was die Kinder anderswo erleben. Sie sollten sich unabhängig vom Kindsvater ihren eigenen Raum kreieren, ihre eigenen Regeln schaffen, Grenzen setzen und diese dann auch einhalten. Und sie sollten am besten beides ermöglichen, Struktur und Freiheit: Auch Mütter könnten mal die Kinder frei bestimmen lassen, was gegessen wird, oder ihnen einen Samstag im Monat erlauben, so lange aufzubleiben, wie sie wollen.

Das ist ja sogar unabhängig von einem „Wochenendpapa“. Aber im Prinzip ein einfacher Rat „Mach dein eigenes Ding, gib dabei dem Kind Struktur und Freiheit“

Aber die ungeliebten Alltagspflichten bleiben ja trotzdem an der Mutter hängen …

Das sind ja nur Pflichten, weil wir sie dazu machen: Aufräumen und Hausaufgaben können Freude machen, wenn man einen Weg findet, anders damit umzugehen. Etwa, indem man die Kinder in den Haushalt mit einbezieht und ihnen vorlebt, dass Putzen und Ordnung auch Spaß machen können. Da muss ich erstmal bei mir selbst sehen, wieviel Spaß mir so etwas macht. Das gebe ich auch weiter.

Aufräumen zu Spass zu machen ist sicherlich eher eine Herausforderung. Aber dennoch steht ja dem Aufräumen einfach auch mehr Zeit mit dem Kind gegenüber und die Alternative, dass man selbst nur Umgang am Wochenende hat dürfte den meisten Müttern ja auch nicht gefallen.

Etwas erinnert es mich an die Debatte zur „Care Arbeit“, bei der auch alles zur Arbeit ausgestaltet wird ohne die Vorteile wirklich zu berücksichtigen. Der Satz „Das sind ja nur Pflichten, weil wir sie dazu machen“ dürfte da einigen Müttern eher nicht gefallen.

Was tun, wenn mir der Erziehungsstil des anderen Elternteils nicht passt?

Dann sollte man mit dem anderen Elternteil sprechen und beispielsweise sagen: „Ich finde, so viele Computerspiele und so viel Schokolade tun unserem Kind nicht gut. Ich würde mir wünschen, dass du mehr Grenzen setzt“. Auch zu fragen, „Gibt es einen Grund warum du das nicht tust?“, kann helfen. Mehr kann man nicht machen. Dann muss man loslassen, sonst reibt man sich auf.

Also

1. Versuch es zu verstehen
2. wenn das nicht klappt: hinnehmen

Die Frage, die man sich stellen sollte, wäre eher: Ist es wirklich schädlich für das Kind oder ist es eigentlich in diesen Mengen unproblematisch?

und natürlich: Wie spricht man es an? Da neigen ja auch leider einige Mütter dazu ihr Kind als ihr Eigentum anzusehen, bei dem sie alles bestimmen können und man kein Stück Schokolade ohne ihre Zustimmung verteilen darf.

Und wenn die Eltern sich gar nicht mehr verstehen?

Das Schlimmste für Trennungskinder ist, wenn die Eltern sich nicht mögen und schlecht übereinander reden. Das macht etwas ganz Schwieriges mit ihnen, denn sie sind ja ein Teil von Mutter und Vater. Ganz tief drin erleben sie: Wenn meine Mama meinen Papa nicht mag, dann mag sie mich auch nicht. Wenn sich diese Eltern das klar machen, können sie vielleicht anfangen, achtsamer miteinander und ihren Kindern umzugehen.

Das ist ein interessanter Gedanke. Einfach weil er einem bremst, weil es den Angriff auf das Kind verlagert.
Die andere Möglichkeit ist aber leider, dass das Kind denkt: Wenn die Mama ihn nicht mag, dann darf ich ihn auch nicht mögen.

Oder aber, dass das Kind es beiden recht machen will und beim jeweils anderen schlecht über den anderen redet. Und damit eigentlich Öl ins Feuer gießt.

Für das Kind ist es nicht gut, wenn es einen Elternteil nicht mögen darf.

26 Gedanken zu “„Das Problem mit den Wochenendvätern“

  1. Luxusprobleme, wer hat schon Kinder die Gemüseauflauf oder Vollkornmüsli essen 🙂
    Bei „gesundem Essen“ ist meine Frau auch nicht erfolgreicher als ich.

    Klar ist das ein Problem mit der Unterschiedlichkeit, zumindest wenn man es zu einem macht. Wir arbeiten ja beide Teilzeit, ich kümmere mich zweimal die Woche um die Kinder, meine Frau dreimal, das Wochenende i.d.R. gemeinsam. Da treten solche Konflikte auch schon auf (nach einer Scheidung dürften sie sich aber viel schwieriger beilegen lassen).

    Normalerweise reden wir uns da nicht gegenseitig rein, das verlangt einfach der Respekt. Wir ticken aber halt auch nicht so verschieden. Auch wenn die Schwerpunktsetzung sich unterscheidet, profitieren die Kinder normalerweise davon, sie lernen aus der Unterschiedlichkeit. Wenn etwas gar nicht passt oder man sieht ein Problem (z.B. Kinder werden zu dick oder in der Schule schlechter) muss man das natürlich ansprechen, aber dabei möglichst offen bleiben und zuerst die Meinung des anderen einholen und nicht seine eigene Lösung aufzwingen, am besten die Kinder mit einbeziehen.

    Gibt es hingegen keine Probleme, dann gibt es auch keinen Grund was zu tun oder auszuhandeln! Heutzutage versuchen viele „perfekte Eltern“ zu sein, gerade im akademischen Bereich, da wird dann nur bio-vegetarisch gekocht, Zucker vermieden etc. pp. was halt gerade Mode ist und als gesund gilt, zieht der Partner nicht mit, herrscht Frust bei demjenigen, der derart ambitioniert ist. Das Problem dabei ist eher, dass derjenige es einfach übertreibt. Choco Crispies zum Frühstück sind sicher keine optimale Ernährung, aber sie sind auch nicht total ungesund und mal eine schöne Abwechslung. Egal ob bei Scheidungskind oder nicht, Kinder wachsen zu selbstständigen Erwachsenen heran und sie gleichen all das Frustfutter später ohnehin mit Schokolade und Zigaretten aus.

    Man sollte sich immer klar machen, dass Kinder keine Zimmerpflanzen sind, sie entscheiden irgendwann selbst, also sollte man den Fokus auf die Überzeugung legen. Früher oder später merken sie, was ihnen gut tut und was nicht und lassen sich durchaus auch von gescheiten Argumenten beeinflussen. Und wenn (aus subjektiver Sicht) nicht: dann ist das halt so, dann ist es das Leben, welches sie gewählt haben, mit all den Problemen. Man kann als Eltern immer nur Anreizgeber, Hilfe und Leitplanke sein, letztendlich leben sie ihr eigenes Leben, mit eigener Gewichtung. Wer das nicht zu aktzeptieren vermag, macht sich nur selbst unglücklich und wird unter der zwangsweise stattfindenden Abnabelung seines Nachwuchses unnötig leiden.

    Bezogen auf das Beispiel oben, würde ich als Mutter also relaxter sein. Mault das Kind herum, würde ich darauf hinweisen, dass Cola am Wochenende schonmal in Ordnung ist, aber dass sie fett würden und sich die Zähne kaputt machten, würden sie jeden Tag welche trinken. Im Alltag gelten halt andere Regeln. Da die Kinder vermutlich nicht jedes Wochenende beim anderen Partner verbringen, könnte man da z.B. auch selbst eine lockerere Wochenendkultur pflegen und dann statt Vollkornmüsli mal teuflisches Schokomüsli auftischen 🙂

    • „Normalerweise reden wir uns da nicht gegenseitig rein, das verlangt einfach der Respekt.“

      Ein Satz aus den Top 10 der „Geheimnisse einer glücklichen Ehe.“

      „Man sollte sich immer klar machen, dass Kinder keine Zimmerpflanzen sind… Wer das nicht zu akzeptieren vermag, macht sich nur selbst unglücklich“.

      Und schon wieder ein Absatz voller Weisheit 🙂

    • Also gerade Kindern traue ich kur begrenzt zu, dass sid wissen, wss ihnen gut tut.

      Wenn ich die Kinder aber an Geschmäcker wie irgendwelchen Süßkram dauerhsft gewöhne, wird eineÄnderung schwer. Ähnlich sieht es mit Übergewicht oder faulen Zähnen aus.

      Klar sollte man es nicht übertreibem, aber ich denke, Eltern müssen oft für ihre Kinder entscheiden.

    • Naja so recht weiß ich nicht. Vernünftige Ernährung ist ziemlich erstrebenswert, gerade auch im Kindesalter, da werden jede Menge epigenetische Weichen gestellt. Und da liegt viel im Argen. Das den Rackern zu überlassen ist IMHO eine sehr schlechte Idee, erinnert sehr an die „anti-autoritären“ Erziehungsmethoden der 68er. Kinder brauchen Randbedingungen, Vorgaben. Der „Ich erklär dir das jetzt mal rational, damit du eine gute Entscheidung treffen kannst“ Ansatz überfordert ja schon die meisten Erwachsenen, von Kindern gar nicht zu reden. So gesehen ganz klares PRO zu Ernährungsvorgaben, und natürlich ist das aus diesem Blickwinkel absolut kontraproduktiv, wenn Mama versucht vorgaben zu machen, und Papa das ganze torpediert.
      Und da im Umkehrschluss auf die allumfassende Herrschsucht und absolute Dominanz der Frauen zu kommen ist etwa so holzschnittartig und oberflächlich wie das Bild, das Feministinnen von Männern im allgemeinen und Vätern im speziellen haben. Auf dieses intellektuelle Niveau sollten wir uns nicht begeben.

  2. „Als wir noch unter einem Dach lebten, konnte ich alle mit etwas wohldosiertem Psychoterror dazu zwingen, sich an MEINE Regeln und Maßstäbe zu halten. Es ist schrecklich, dass das jetzt nicht mehr geht.“

    • Genau das ist es. Herrschsucht und daraus abgeleitete Bestimmungshoheit im familiären Umfeld, die mit breiter gesamtgesellschaftlicher Unterstützung ausschließlich Müttern zugestanden wird.
      Die Mutter definiert, was gut und richtig ist für das Kind. Wenn sie gerade ihr PMS auslebt, soll der Vater gefälligst auch streng sein. Süßes gibt es nur nach dem Aufräumen, nicht einfach so. Und ja nicht so doll toben oder auf Bäume klettern, sonst könnte sich einer verletzen. Außerdem sind die Hosen dann wieder dreckig oder kaputt.
      Tja.
      Dann sind sie halt dreckig und kaputt, dafür lernt das Kind sich zu bewegen, nach außen zu gehen. Wenn es hinfällt, lernt es so zu fallen, dass es sich eben nicht schlimm wehtut. Wenn es einfach mal zwischendurch ohne mahnende Karies- und Diabetesansprachen etwas Süßes bekommt, empfindet es unbeschwert Glück und Freude. Finde ich gut.

      Es ist mittelalterlicher Quatsch, dass beide Eltern gleich mit dem Kind umgehen sollten (nach Maßgabe der Mutter). Denn gerade in in der Dynamik zwischen oft väterlichem Langmut und mütterlichem Gezicke kann das Kind seinen eigenen Weg finden, die Grenzen an unterschiedlichen Polen austesten und Vielfalt erfahren statt mütterlicher Totalität.

  3. Würde endlich das Doppelresidenzmodell anerkannt und verpflichtend eingeführt werden, könnten unzählige Väter auch unter der Woche für ihre Kinder da sein. Dann gäbe es solche Blenddebatten in den Medien nicht.

    • Die Lösung „Sie eine Woche, er eine Woche“ ist eine so naheliegende und offensichtliche Lösung für das genannte Problem der Mutter, dass der Schluss naheliegt, dass das eigentliche Problem der Mutter nicht das ist, was sie sagt.

    • Auch sofort mein erster Gedanke. Aber es muss eben alles auf Mann böse und Frau armes Opfer gedreht werden. Eine solche Prämisse steht rationalen Denkprozessen fundamental im Wege.

  4. Die Muttis haben doch 50% der Wochenenden und 50% der Ferien. Wo ist jetzt genau das Problem?

    Ach ja, es ist wohl so: Väter treffen schlechte Entscheidungen, Mütter gute.

    Und natürlich trifft jedes Klischee zu, auch das dünmste, soweit es gegen Männer geht.

  5. Ich hab drei Patentöchter, die sind jetzt 3, 4 und 7. Die älteste hat einen Bruder, der erklärte seiner verzweifelten Mama mit gerade drei Jahren auf die Frage „[Ferdinand], warum hörst Du denn nicht auf mich, bei Papa bist Du doch auch brav“ ganz unverblümt „Papa hört ja auch nicht auf Dich“.

    Kindererziehung ist nicht so schwer; Kinder erklären einem das schon von alleine. Mama und Papa haben das dann schon gelernt – also, die von [Ferdinand] und seiner engelsgleichen Schwester, die ich mir mal einen halben Tag ausleihen würde, wenn mich meine Frau verlässt – mit dem Mädel an der Hand schaut Dich jede Frau zwischen 16 und 36 mit dem krassesten Schlafzimmerblick an, das schafft kein Dalmatinerwelpe.

    Die mittlere ist eine kleine Terroristin, die hat meine Katze in den Brunnen geworfen, weil – konnte sie halt. Die wächst aber bei Mama auf; die arme Kleine ist das Resultat davon, wenn sich zwei Leute treffen, die gerade aus einem Modemagazin gefallen sind. Wenn der Onkel Shitlord sie dann über den Teich im Freizeitpark hält und fragt, ob ich sie da reinfallen lassen soll, bekommt Mama schon eine Panikattacke, aber die Kleine (!) versteht es – bei dem Engelchen bin ich netter; da erzähle ich, wie ich Papa sein Schwert getragen habe, als er Mama von dem bösen Drachen aus dem Turm gerettet hat (die Kleine glaubt mir übrigens kein Wort).

    Die jüngste ist von meinem Bruder, die kann ich an der Hand nehmen und sie ist friedlich und süß und dann machen wir halt, was der Onkel Shitlord so vorschlägt; aber Mama und Papa haben das noch nicht so gelernt, da heult sie bloß rum. Ist aber mein Bruder, da rede ich nicht rein. Bei mir isse ja brav. Und im Kindergarten auch. Und bei Opa und Oma auch. Und wenn dann das gräuselige Kuscheltier vermisst wird, dann kann man das mit dem Onkel Shitlord toll suchen, aber bei Onkel Shitlord gibt’s noch ne Katze, die ist viel interessanter. Die hat aber natürlich Angst vor dem hyperaktiven Psycho-Kind, also finden wir dann irgendwann das Kuscheltier.

    Mama und Papa würden das holen und bringen. Und sich dann bei Frau Psychologin Spießhöfer ausheulen. Und den Rest ihres Lebens unglücklich sein. Ist nicht mein Problem; ist deren Problem. Das müssen sie schon selber wollen. Will ja keiner zuhören, obwohl ich es wirklich so viel besser kann: Ich hab keine Kinder. Da-bäng, ne? _So_ einfache und naheliegende Lösung.

    • Ich sehe das im Bekanntenkreis bei zwei Brüdern 6,8 die von einer alleinerziehenden Mutter (Anfang 30) großgezogen werden (Vater erst zum Unterhaltssklaven degradiert um jetzt ist sie Witwe….einer von den Fällen), wie das schieflaufen kann, wenn die Vaterfigur im Haushalt fehlt.
      Seit Neuestem tritt der ältere dem jüngern mit dem Fuß ins Gesicht, wenn der nach dem Kabbeln am Boden liegt. Keine Ahnung wo die das herhaben. Die Mutter ist nicht in der Lage die beiden zu bändigen. Alle paar Monate sind sie aber bei Oma und Opa und Opa muss dann wieder alles geraderichten.
      Ich sehe das Problem nicht bei Wochenendvätern, sondern bei Wochenmüttern.

  6. Das Problem bei Scheidungskinder dürfte ja eher sein, dass Vater und Mutter nicht mehr kommunizieren können, es vielleich nie konnten und im Umgang mit dem Kind nie eine Konsens fanden/finden. Was vor der Scheidung nicht funktionierte, wird auch nach der Scheidung nur schwer funktionieren.

    Wenn ich das richtig verstehe, dann ist der „klassische“ Wochenendvater ja der, der von Freitag/Samstag bis Sonntag mal etwas Umgangsrecht hat und Verantwortung übernehmen soll, nachdem er von Montag bis Freitag die Zahlpflicht übernommen hat. Der eine oder andere Vater mag damit klar kommen, besser wäre es, wenn Gerichte hier bei der Scheidung auf das Wechselmodell (oder Paritätische Doppelresidenz) setzen würden.

    Warum führt die Zeitschrift „Eltern“ nicht mal ein Interview mit dem Forum Soziale Inklusion (https://fsi-ev.de/)? Und warum werden Zahlungen an diesen Verein weiterhin aus links-grün-geführten Ministerien verhindert?

    Abgesehen von diesen hochideologischen Grabenkämpfen, finde ich das Interview und die Antworten interessant. Nur die Perspektive der „weiblichen Opferrolle“ (pöse, pöse Muddi) ist wieder so ein Ding, da könnte ich im Strahl kotzen…

  7. Das Problem hätte sich erledigt, wäre das „Gleichstellungs“-Konzept der linken Parteien nicht so grenzenlos verlogen und dumm.

    Das Ideal der Gleichberechtigung fällt diesen Heuchlern immer nur dann ein, wenn sie Frauen sehen und wenn deren Anteil unter 50% ist.

    Davon abgesehen ist Wochenende eben Wochenende. Da würde es auch in einer intakten Familie lockerer zugehen.

    Wenn die Mutter so leidet, warum praktiziert sie nicht von sich aus das Wechselmodell? Oder will sie einfach nur ein bißchen heulen, sich als Opfer fühlen und nach der Empathie der Umwelt heischen?

    Frauen sind Beziehungsmonster mit Helfersyndrom. Mütter agieren also häufig auch von sich aus sehr „erzieherisch“ und betrachten ihre Kinder als Besitz, als „Lebenswerk“. Früher waren der Haushalt und die Kinder der natürliche „Herrschaftsbereich“ der Mutter. Beziehungssucht ist ein geradezu legendäres Frauenproblem. Der Mutter-Vater-Unterschied hat also durchaus auch etwas mit dem Wesen von Mann und Frau zu tun.

    Außerdem ist es auch logisch, daß sich ein Vater tendenziell besser in seinen Sohn einfühlen kann als die Mutter. Es ist logisch, daß eine Mutter gegenüber Computerspielen reservierter ist als ein Vater.

    Unsere Gesellschaft leidet an feministischer Verblödung und weiblichem Opferkult. Die geschilderten Probleme könnten leicht überwunden werden, wenn man mal sein Hirn einschaltet und die blinden Flecke des Zeitgeists hinterfragt.

  8. Das Problem für Scheidungskinder ist, das entweder die Mutter alleine ist, und alleine kommen Frauen schlicht nicht klar.
    Oder in einer neuen Beziehung steckt und da halt der ganze Frauenbeziehungsscheiß abläuft.
    Auch kacke. Bekommt man ja alles mit als Kind.

    Cornflakes sind da ganz sicher keinerlei Erwähnung wert.
    Der Artikel ist vermutlich relotiert.

  9. Dass das Kind mit dem Vater die ganzen coolen Wochenendsachen erlebt, und das es den Vater seltener in Stresssituationen erlebt, kommt da bestimmt noch hinzu.
    Aber wenn der Hauptstreitpunkt die Frühstückcerealien sind – ist doch toll!

  10. Als „nur minimalzeit mit seinem Kind verbringen dürfen Papa“ (aka. Wochenend-Vater) hat man nun mal ganz andere Sorgen.
    Was wenn das Kind nicht kommen will?
    Man kann es ja schlecht gegen seinen willen Zwingen zu einem zu kommen.
    Von daher hat man auch das (falsche?) Gefühl, das man lockerer seien muss als die Mutter damit das Kind gerne zu einem kommt und ist dann nicht so streng

    Ich habe aus meinem Umfeld auch den Eindruck das Väter oft nicht so streng sind wie Mütter und den Kindern viel mehr durchgehen lassen und oft erst auf Intervention der Mutter aktiv werden obwohl sie selbst das Verhalten des Kindes noch für OK halten und selbst noch nicht schimpfen/strafen würden.

  11. Es ist immer traurig und grundfalsch, wenn die Eltern ihre Kinder für den eigenen Konflikt und „Beziehungsschutt“ instrumentalisieren. Ferner ist es nicht nötig, dass bei beiden Elternteilen genau die gleichen Regeln herrschen. Kinder können das durchaus richtig einordnen und damit umgehen.

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