Der Begriff der „weißen Privilegien“ spaltet die Gesellschaft und schadet mehr als er hilft

Ein interessanter Artikel im englischen Telegraph:

The concept of “white privilege” is “stoking divisions” and “marginalising the most disadvantaged” in society, the equalities minister warns today.
Writing for The Telegraph, Kemi Badenoch says schools must only teach the concept of “white privilege” if they explain that it is “highly contentious”.
Mrs Badenoch insists the phrase “reinforces the notion that everyone and everything around ethnic minorities is racist”, and makes the majority white population of the UK “more conscious about their race … creating a less cohesive society”

Besonders interessant ist dieses Statement auch, weil Kemi Badenoch schwarz ist:

Kemi Badenoch

Damit fallen ein Teil der üblichen Gegenargumente weg, dass sie das eben nicht erkennen könnte etc.

Highlighting the use of the term in a BBC educational video designed for children, Mrs Badenoch says that “we should not carelessly use skin colour as a proxy for disadvantage”.
The minister’s intervention will reignite a row that erupted over a Commons education committee report which warned that white working-class pupils have been “neglected” by the education system for decades.
Members of the committee urged schools to stop using the term “white privilege”, saying that the term may have contributed to a “systemic neglect” of white working-class pupils.

Das die Klassenfrage in den intersektionalen Theorien in der Praxis untergeht ist hier auch schon Gegenstand von Diskussionen gewesen. Es gilt eben jeder Weißer als Privilegiert, auch wenn er es gesellschaftlich gesehen gar nicht ist.

The report prompted a backlash by unions and Labour MPs, with Diane Abbott, the former shadow home secretary, accusing Conservative MPs who signed off on the report of “playing culture wars with education”.
But Mrs Badenoch states: “White privilege, far from helping to combat racism, is actually stoking divisions and marginalising the most disadvantaged in our society.”

Das der Begriff und die intersektionalen Theorien eher zu erheblichen Spannungen und einer Verschlechterung des Verhältnisses beigetragen haben würde ich auch so sehen.
In den intersektionalen Theorien würde man dagegen halten, dass die Beziehungen sich natürlich verschlechtern, wenn Weiße endlich auf ihre Privilegien angesprochen werden und diese abgeben müssen, eben weil Weiße diese Gerechtigkeit als Angriff auf ihre Vorrechte verstehen und diese verteidigen.

The minister claims that Labour are “blind … to the realities of life in their former heartlands”, as she highlights figures showing that, in 2019, just 17.7 per cent of white British pupils eligible for free school meals achieved at least a strong pass in English and maths at GCSE, compared with 28 per cent for black pupils eligible for free school meals.
She says: “The phrase ‘white privilege’ is unnecessarily antagonistic. Much as some theorists think it is essential for tackling racism, the fact is there is an active and fairly toxic political debate around it.
“All the more reason why the phrase should not be taught in schools unless it is explained that it is also highly contentious.”
Mrs Badenoch adds: “As someone who grew up in Nigeria, where there is only one skin colour but over 300 ethnic groups, the more ethnic identity is emphasised the weaker national identity becomes. This is a dangerous trend for a multi-racial society where we need to lean on what we have in common not emphasise our differences.”

Eine sehr vernünftige Kritik. Wer immer nur Unterschiede betont, der kann kein Gmeinschaftsgefühl erzeugen, umso weniger, wenn er die Gruppen in einen Machtkampf als Nullsummenspiel gegeneinander stellt.

83 Gedanken zu “Der Begriff der „weißen Privilegien“ spaltet die Gesellschaft und schadet mehr als er hilft

    • Den Versuch – seitens interessierter Kreise – wird es geben.
      Aber sie präsentiert eben Zahlen aus der empirischen Realität in GB, die man nicht so einfach ignorieren kann.
      Insbesondere dann nicht, wenn die gemäß der intersektionalen „Theorie“ besonders Benachteiligten objektiv weniger Nachteile haben, als die von ihnen als „privilegiert“ eingestuften.
      Wenn man in Sachen Prognose so scheitert, dann kann an der „Theorie“ wissenschaftlich nicht viel dran sein.

      Interessant ist ihre Aussage: „the more ethnic identity is emphasised the weaker national identity becomes“.
      Tribalismus verträgt sich nicht mit einem Nationalstaat und Identitätspolitik nicht mit gesamtgesellschaftlicher Solidarität.
      Wie auch?

        • @El Mocho @Elmar

          Ich bin der Meinung, man müsste über das „korrekt“ noch einmal separat diskutieren.
          Aber wenn eine „politisch-ideologische Position“, wonach a. weiße b. Jungen per se privilegiert sind, sich in der Realität nicht nur als falsch erweist, sondern sich das komplette Gegenteil als zutreffend zeigt, dann hat sich eine solche Position wissenschaftlich erledigt.
          So gesehen handelt es sich um einen Zombie, der als reine Ideologie um sein überleben kämpft.
          Auch wenn ich mich wiederhole: natürlich ist das Gegenaufklärung, bzw. wie djad sagen würde, an sich selbst irre gewordene Aufklärung.

          Aber Irrationalismus ist kein Alleinstellungsmerkmal von Feministinnen: „Tesla spielt gemessen an der Marktkapitalisierung in einer eigenen Liga. Der Börsenwert belief sich am 1. April 2021 auf 656,5 Mrd. Dollar. Tesla war damit theoretisch so viel wert wie Toyota, Volkswagen, Daimler, General Motors und BYD (Platz zwei bis sechs) zusammengenommen.“
          https://www.capital.de/geld-versicherungen/das-sind-die-wertvollsten-autobauer-der-welt
          Chakka, das ist die „Realität“ des Finanzmarktes! 😉

          „Seit 10 Jahren wird der kulturelle Konsens nun immer stärker erodiert und der Nationalstaat als Garant für Menschenrechte bricht zusammen“

          Letzteres zuerst adressiert: dass der Nationalstaat in seiner Bedeutung verschwinden wird, ist ein neoliberales Ammenmärchen (auf das einige naive Linke hereingefallen sind).
          Gerade die Pandemie hat gezeigt, im Krisenfall wissen die politisch Verantwortlichen in den Nationalstaaten, wem sie gegenüber Rechenschaft abzulegen haben und die EU hat sich als inkompetentes, handlungsunfähiges bürokratisches Monster erwiesen.
          Ich glaube nicht, dass die Bereitschaft existiert, noch mehr Rechte an Brüssel zu delegieren.

          Dann: Einen „kulturellen Konsens“ herzustellen ist einfacher, wenn die Gesellschaft annähernd monokulturell ist, einverstanden. Alle wissen aber, das sind wir seit Jahrzehnten nicht mehr. D.h ein solcher Konsens muss unter den heutigen Bedingungen hergestellt werden, auch wenn es nervig ist.

          „Ich erwartet als nächstes einen Stromverbrauchssozialismus“

          Netter Witz. Das EEG ersparte den Großverbrauchern (=Betrieben) Kosten und wälzte alles auf Bürger und Kleinbetriebe ab. Auch die Idee, dass man „Verschmutzungsrechte“ nicht nur kaufen, sondern auch damit handeln kann ist volle Kanne mit dem Kapitalismus kompatibel.
          Die Grünen sind die opportunistischste und korrupteste Pseudo-Linke jemals – schau mal kurz nach Österreich oder nach B-W.

          • @crumar

            „neoliberales Ammenmärchen“
            Eigentlich nicht. Hier wird lediglich die politische Praxis der letzten Jahrzehnte beschrieben und der Lissabon-Vertrag zeigt ja auch, daß man bei diesem Prozess versucht, die Nationalstaaten zu entmachten. Ob sich das vollenden wird, kann ich mangels Glaskugel auch nicht genau sagen.

            „Netter Witz“
            Tja … überlegen wir mal: Das kommende Klimaparadigma wird via Verwendung erneuerbarer Energien zu häufigen blackouts führen, da das Stromnetz darauf ausgelegt ist, Energie bei konstant arbeitenden Erzeugern abzuholen und an Verbraucher zu liefern, die machen, was sie wollen. Mit Erzeugern, die auch machen was sie wollen bzw. erzeugen, wie sie gerade können, wird das Sttromnetz ohne jahrelange Anpassungs- und Umbauarbeiten nicht fertig werden. Wenn man nun die grüne Energiewende schneller durchzieht, als das Stromnetz umgebaut werden kann, wird das zwei Konsequenzen haben:

            1. Einerseits wird man sich schnell nach einer nicht-fossilen Energiequelle umsehen, die verläßlich Energie liefert. Und das sind im Moment Uran/Thorium. Da wir solche Energiequellen selbst nicht mehr haben, muß der Strom im Ausland gekauft werden, was Deutschland politisch erpressbar machen wird und eventuell auch den Grad, zu dem die deutsche Industrie laufen = Energie verbrauchen kann, vom ausländischen Wohlwollen abhängig machen wird. Gewinner dürften da z.B. die Franzosen sein. Und die waren noch nie unsere Freunde.

            2. Häufige blackouts bedeuten, daß Energie überall gleichmäßig abegrufen werden muß, denn sie zu verhindern ist wichtig, insofern ein Stromnetz wieder hochzufahren technisch echt kompliziert ist. Und diese Gleichmäßigkeit kann eigentlich nur so realisiert werden, daß die Regierung (Bund oder Land) jeweils entscheidet, wer wann wieviel Strom ziehen darf. Bei der Bahn ist das bereits Realität: Da fallen bereits ab und zu Züge aus, weil durch eine bestimmte Gegend zu fahren, bedeutet, lokal das Stromnetz so zu belasten, daß die Gefahr eines blackouts unverhältnismäßig steigt.

            Daß die Grünen korrupt und opportunistisch sind, ist wahr, aber ändert nichts an obiger Überlegung, die primär aus der physikalischen Ecke kommt. Da „die einfachen Dinge“ immer dominieren, sehe ich die Tendenz einer faktischen Deindustrialisierung Deutschlands und einer faktischen Verlagerung der innenpolitischen Entscheidungen ans Ausland oder die EU. Formal wird der Nationalstaat ebenso bestehen bleiben, wie gegenwärtig die Demokratie – nur werden (sind) beide im Grunde Gespenster sein.

            Aber das ist natürlich nur eine Vemutung. 🙂

          • häufige Blackouts

            Dinge sind nicht deshalb gefährdet, weil sie fragil sind. Sie sind dann gefährdet, wenn wir nicht wissen dass sie fragil sind.

            Und da wir einfachen Menschen uns hier über die Gefahr eines Blackouts austauschen, ist es quasi ausgeschlossen dass die Situation den Leuten in den Entscheidungspositionen nicht bewusst ist. Die wissen dass es dazu kommen könnte, und daher siehe erster Satz oben.

          • „Das EEG ersparte den Großverbrauchern (=Betrieben) Kosten und wälzte alles auf Bürger und Kleinbetriebe ab. “

            Das ging auch kaum anders, da erstere eher im internationalen Wettbewerb stehen und somit womöglich pleite gegangen wären. Also hat man Letztere, für die das eher nicht gilt, die Zeche zahlen lassen…
            Die Alternative wären nur Klimazölle (UND entsprechende Exportsubventionen) gewesen. Aber das will man auch nur ungern…

          • @crumar „Das EEG ersparte den Großverbrauchern (=Betrieben) Kosten und wälzte alles auf Bürger und Kleinbetriebe ab.“

            Da hast du eine der „Haltet-den-Dieb-er-hat-mein-Messer-im-Rücken“ Legenden der Ökos geschluckt.

            Richtig ist: Das EEG erzwingt Ressourcenverschwendung, und hilft die unausweichlichen Mehrkosten dieses Unterfangens allen Verbrauchern über. Sparen tut es überhaupt nichts. Es stimmt dass die Mehrkosten von Großbetrieben niedriger sind als die von Privathaushalten und anderen Unternehmen, aber das ist eine Fußnote, weil am Ende sowieso der Privathaushalt alles blecht. Auch den Großverbrauchen bürdet es unnötige Zusatzkosten auf.

            Dass die Erfinder des EEG diesen weniger Last aufbürden als den übrigen Stromverbrauchern, ist allerdings ein kleines Indiz dafür dass sie die schädliche Wirkung ihres Tuns erkannt haben (wenn auch ihr Versuch den Schaden zu begrenzen höherer Schwachsinn ist).

            „Auch die Idee, dass man „Verschmutzungsrechte“ nicht nur kaufen, sondern auch damit handeln kann ist volle Kanne mit dem Kapitalismus kompatibel.“

            Der Hauptfehler ist, dass CO2 kein Schmutz ist, sondern eine natürliche und lebensnotwendige Substanz vergleichbar mit Wasser, und daher der Ansatz nicht stimmt. Ob diese Groteske mit irgendeiner Markttheorie kompatibel ist, ist angesichts des grundsätzlichen Irrsinns eine nebensächliche Frage.

          • @Elmar

            „Hier wird lediglich die politische Praxis der letzten Jahrzehnte beschrieben und der Lissabon-Vertrag zeigt ja auch, daß man bei diesem Prozess versucht, die Nationalstaaten zu entmachten.“

            Ich sehe und gewichte das anders.
            Es geht zuerst darum, die Nationalstaaten gegeneinander auszuspielen und ein „race to the bottom“ für die existierenden Sozialsysteme zu schaffen.
            Kapitalfreiheit, Warenfreiheit, Dienstleistungsfreiheit und Arbeitnehmerfreizügigkeit für tatsächlich geschliffene Nationalstaaten zuzusichern wäre absurd und gäbe es ein einheitliches „Europa“, könnte man schlecht die eigene Bevölkerung für nationale „Standortvorteile“ mobilisieren.
            D.h. diese Inszenierung von Wettbewerb unter neoliberaler Agenda setzt die Existenz von Wettbewerbern voraus.

            „Das kommende Klimaparadigma wird via Verwendung erneuerbarer Energien zu häufigen blackouts führen, da das Stromnetz darauf ausgelegt ist, Energie bei konstant arbeitenden Erzeugern abzuholen und an Verbraucher zu liefern, die machen, was sie wollen.“

            Na ja, das entspricht nicht einem politischen Willen, sondern m.E. eher dem hier: „Das größte Problem stellt derzeit der deutsche Alleingang dar, wo der Zweite vor dem ersten Schritt gesetzt wird: So werden in den nächsten Monaten konventionelle Kraftwerke im großen Stil abgeschaltet, ohne einen gleichwertigen Ersatz dafür zur Verfügung zu haben. Bisher wurde fast nur auf den raschen Ausbau von Wind- und PV-Kraftwerken Wert gelegt bzw. dieser massiv gefördert. Es fehlt jedoch an der unverzichtbaren Systemanpassung, beginnend bei den fehlenden Speichern und Puffer und geht weiter über die fehlenden Transportmöglichkeiten, also Leitungen.

            Hinzu kommt, dass der Strom nicht mehr nur im Einbahnverkehr verteilt werden muss, sondern dass die bisherigen Konsumenten immer häufiger auch zu Produzenten, also zu sogenannten Prosumern werden und es dadurch auch zu Lastflüssen in die entgegengesetzte Richtung kommt, wofür das System und die Schutzeinrichtungen nie ausgelegt wurden.

            Außerdem wird davon ausgegangen, so zumindest die aktuellen Planungspapiere, dass Deutschland in Zukunft einfach bei Bedarf Strom aus den Nachbarländern importieren wird. Nur wird die Rechnung ohne Wirten gemacht. Denn immer, wenn es in den vergangenen Jahren eng wurde, haben diese Länder aus Deutschland importiert. Außerdem werden überall konventionelle Kraftwerke stillgelegt. Und das immer irgendwo der Wind weht, ist eine Mär, die der Realität nicht Stand hält.

            Ganz abgesehen davon, dass dafür die Transportinfrastruktur fehlt. Der Wunsch nach einer europäischen Kupferplatte ist verständlich, entbehrt aber jeglicher Realität und ignoriert physikalische Rahmenbedingen. Dies hat auch kürzlich der deutsche Bundesrechnungshof im Bericht zur „Umsetzung der Energiewende im Hinblick auf die Versorgungssicherheit“ festgestellt: „Die erwartbaren Engpässe im Stromnetz werden bis zum Jahr 2025 nicht beseitigt werden können“. Des Weiteren wurde festgehalten, dass: „wesentliche Annahmen, auf denen die derzeitige Bewertung der Versorgungssicherheit am Strommarkt beruht, unrealistisch oder überholt sind.“
            https://www.heise.de/tp/features/Europa-auf-dem-Weg-in-die-Katastrophe-6129907.html?seite=all

            „Da „die einfachen Dinge“ immer dominieren, sehe ich die Tendenz einer faktischen Deindustrialisierung Deutschlands und einer faktischen Verlagerung der innenpolitischen Entscheidungen ans Ausland oder die EU.“

            Auch da: Na ja. Ich habe die Aussagen zum „notwendigen Strukturwandel“ Deutschlands weg von Automobil- und Maschinenbau und chemischer Industrie interessiert verfolgt und der Teil hin zu blieb bisher aus.
            Ob es allgemein Software oder Internet ist (was ja nun auch nicht mehr „neu“ oder „innovativ“ ist), die Monopole existieren bereits woanders und die Bereitschaft, sich aus Abhängigkeiten von diesen Monopolen zu befreien sehe ich nicht, sondern einen Stapel von verpassten Chancen.
            D.h. selbst wenn die Grünen „Deindustrialisierung“ und nach dem Gusto verfahren wollten „alles-zum-anfassen-soll-woanders-hergestellt-werden“, sie haben keinen alternativen Plan.

          • @crumar

            Ich bin nicht sicher, ob ich die Unterschiede in unseren Positionen richtig diagnostiziere – aber ich versuche es mal:

            „Es geht zuerst darum, die Nationalstaaten gegeneinander auszuspielen und ein „race to the bottom“ für die existierenden Sozialsysteme zu schaffen.“

            Ich vermute, du spielst auf einen Neoliberalismus an, der bereits die Königshäuser als Machthindernis nach dem 1. WK losgeworden ist und nun die Nationalstaaten loswerden will. Das würde ich nicht bestreiten, sondern denke, daß es immer eine Vielzahl von politischen Kräften und Zielen gibt. Niemand geht direkt auf sein Ziel los, das würde sofort auffallen. Ich würde also eher darauf spekulieren, daß der Neoliberalismus in wechselnsen Koalitionen z.B. mit Frankreich zuerst Deutschland fertig macht – was auch Russlands Position schwächer macht – und dann Frankreich in Koalition mit England. Die südeuropaischen Staaten sind bereits am Ende und die EU ist de facto in den Händen der Finanzmärkte. Man kann nicht einfach die Nationalstaaten ausradieren, sie müssen sich selbst auslöschen wie es dei UDSSR tat.

            „D.h. diese Inszenierung von Wettbewerb unter neoliberaler Agenda setzt die Existenz von Wettbewerbern voraus.“
            Schon – aber nur vorläufig.

            „Na ja, das entspricht nicht einem politischen Willen“
            Der Artikel ist von meiner Position in der Tat nicht sehr weit weg. Wo war noch gleich der Dissens?

            „Auch da: Na ja. Ich habe die Aussagen zum „notwendigen Strukturwandel“ Deutschlands weg von Automobil- und Maschinenbau und chemischer Industrie interessiert verfolgt und der Teil hin zu blieb bisher aus.“

            Das faßt es halbwegs zusammen. Auch hier sehe ich nicht so ganz den Dissens.

          • Wenn die Grünen bei der Energiewende das sagen haben, dann werden zuerst fossile und Atomkraftwerke abgeschaltet und dann wird erst geschaut was das eigentlich bedeutet.

          • @Elmar

            „Man kann nicht einfach die Nationalstaaten ausradieren, sie müssen sich selbst auslöschen wie es dei UDSSR tat.“

            Hmmm.
            Nach der Auflösung der UdSSR auferstanden – Tusch! – Nationalstaaten. 🙂

            Lass uns noch mal zur letzten Finanzkrise ins Jahr 2008 zurück hüpfen.
            Ohne die Intervention der Nationalstaaten und die Bereitschaft, die nationalen Banken per Staatskredit zu retten, wären die heute mausedoot.
            Die Kredite an Griechenland sind direkt weitergeleitet worden zu französischen und deutschen Banken, die ohne die Übernahme der Risiken pleite gegangen wären.

            „die EU ist de facto in den Händen der Finanzmärkte“
            Unterschreibe ich. Die Frage ist auch eher, wie wir sie da wieder heraus bekommen.

            „Der Artikel ist von meiner Position in der Tat nicht sehr weit weg. Wo war noch gleich der Dissens?“

            Das ist eine Frage der Gewichtung und das schrieb ich am Anfang.
            Wenn du dem Autoren zustimmst (ich tue das), dann kann das doch nur bedeuten, in Deutschland ein Fass aufzumachen, a. keine deutschen Alleingänge zuzulassen und b. nicht den zweiten Schritt vor dem ersten zu gehen. Was c. bedeutet, den Utopisten ständig auf die Finger zu hauen und zu zwingen, sich mit der Realität auseinander zu setzen. Viertens hat er einige sehr interessante Lösungsvorschläge.

          • @crumar

            „Lass uns noch mal zur letzten Finanzkrise ins Jahr 2008 zurück hüpfen.
            Ohne die Intervention der Nationalstaaten und die Bereitschaft, die nationalen Banken per Staatskredit zu retten, wären die heute mausedoot. Die Kredite an Griechenland sind direkt weitergeleitet worden zu französischen und deutschen Banken, die ohne die Übernahme der Risiken pleite gegangen wären.“

            Stimme zu soweit – aber zeigt das, daß der Neoliberalismus ein Interesse daran hat, die Nationalstaaten in voller Souveränität zu erhalten? Ich denke: nein.

            „Die Frage ist auch eher, wie wir sie da wieder heraus bekommen.“
            Das kann ich leider auch nicht beantworten.

            „Das ist eine Frage der Gewichtung und das schrieb ich am Anfang.“
            Hm …. was ich beschrieb ist, das, was vermutlich passieren wird. Über Intentionen oder Politik schrieb ich nicht und auch nicht darüber, was man in Zukunft tun sollte. Ob die Grünen also doof, böswillig oder ideologisch verbohrt sind, ist im Grunde egal: Der Strom wird von Staats wegen verteilt werden.

            Ausweg ohne Abhängigkeit von außen: Rückkehr zur Atomkraft. Und das will die Politik auf keinen Fall. Der Rest ist politischer bullshit.

          • @pingpong
            „Dinge sind nicht deshalb gefährdet, weil sie fragil sind. Sie sind dann gefährdet, wenn wir nicht wissen dass sie fragil sind.“

            1. Das Problem ist ja gerade, dass Grünbewegte das nicht wissen
            2. In einer Dunkelflaute nützt das Wissen darum, dass dann die Lichter ausgehen auch nichts, wenn man nicht vorgebaut hat.

        • @crumar

          „Aber wenn eine „politisch-ideologische Position“, wonach a. weiße b. Jungen per se privilegiert sind, sich in der Realität nicht nur als falsch erweist, sondern sich das komplette Gegenteil als zutreffend zeigt, dann hat sich eine solche Position wissenschaftlich erledigt.“

          Was meinst Du damit genau? Ich schätze doch, das hier: „…just 17.7 per cent of white British pupils eligible for free school meals achieved at least a strong pass in English and maths at GCSE, compared with 28 per cent for black pupils eligible for free school meals.“

          Erstmal meine Interpretation: Arme schwarze Kinder erzielen (anteilig) bessere Noten in der Grundschule als arme weiße.

          Jetzt folgt eine Erklärung, kompatibel mit der Unterdrückung Schwarzer:

          Intelligenz ist zu gewissen Anteilen erblich. Intelligenz korreliert mit und ist ein Grund für wirtschaftlichen Erfolg. Daher sind die Kinder armer Leute tendentiell doofer: Intelligente Kinder stammen seltener aus armen Familien.
          Gesellschaftliche Unterdrückung einer bestimmten Gruppe, hier: Schwarze, führt dazu, dass Angehörige dieser Gruppe trotz Intelligenz nicht der Armut entkommen. Die Kinder von armen Angehörigen dieser Gruppe sind deshalb im Schnitt intelligenter als die Kinder armer Nichtunterdrückter und erzielen darum (anteilig) bessere Ergebnisse in der Schule.

          Ich weiß nicht, ob das so stimmt, mag es aber nicht ausschließen. Ich möchte nur einen möglichen Grund anführen, warum Du, @crumar, vielleicht etwas vorschnell geurteilt hast.

          • @Renton

            Folgendes ist keine neue Erkenntnis: „Working class pupils are less likely to achieve 5+A*-C passes at GCSE than their middle class peers and are less likely to go on to higher education (Babb, 2005;
            OFSTED, 2005). They are also less likely to attend a popular and successful school (Sutton Trust, 2005).“ S. 6 und „The data also suggests that there is a strong association between poverty, social
            class and successful achievement in education. Making comparisons between the educational attainment of different ethnic groups without explicitly considering the effect of economic disadvantage, effectively treating White British as a single group, is extremely misleading.“ S. 63 aus: White Working Class Achievement. A Study of Barriers to Learning in Schools von 2010.

            D.h. die Probleme sind längst bekannt und in der Studie finden sich auch Lösungsvorschläge, die hier: ‘Forgotten’ White working-class pupils let down by decades of neglect, MPs say 22 June 2021 lediglich wiederholt werden.
            https://committees.parliament.uk/committee/203/education-committee/news/156024/forgotten-white-workingclass-pupils-let-down-by-decades-of-neglect-mps-say/

            Der Ansatz, der nicht existierenden sozialen Gruppe „der Weißen“ zu unterstellen, sie wären „privilegiert“ war schon immer haltlos und irreal.
            Zu dieser Unterstellung gesellte sich dann eine „Rassifizierung“ des „Problems“ (das ist ein feature des Ansatzes, kein bug).

            Die Erfindung der „weißen Arbeiterklasse“ gesellt(e) sich zur IdPol-Verachtung „der Weißen“ und schuf gleichzeitig die Legitimation zur Verachtung von Menschen, die in Zirkeln der Armut (prekäre Familien- und Wohnverhältnisse, schlechte elterliche Unterstützung in Sachen Schule, Perspektivlosigkeit, mangelnde Motivation, frühe Schwangerschaft, junge, schlecht ausgebildete Eltern, alleinerziehende Mütter, nächster Kreislauf) stecken.
            Wenn man nun die Ressourcen auf diejenigen konzentriert, die gemäß IdPol die „Unterdrückten“ sind und die „Privilegierten“ vernachlässigt, dann hat man eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

            „Goodwin, who is professor of politics and international relations at the University of Kent, said terms like “white privilege” and “toxic masculinity” signalled to poorer white communities that they were the problem.

            “If we are now going to start teaching them in school that not only do they have to overcome the various economic and social barriers within their communities, but they also need to start apologising for belonging to a wider group which also strips away their individual agency, then I think we are going to compound many of these problems.

            “My fear now is with the onset of new terms – toxic masculinity, white privilege – this is even actually going to become more of a problem as we send yet another signal to these communities that they are the problem.”
            https://www.theguardian.com/education/2020/oct/13/white-working-class-pupils-suffering-due-to-status-deficit-mps-told

            Weiße Jungen aus der Arbeiterklasse haben demnach kein Problem, sondern sie sind es.
            Die persönliche Übereignung eines gesellschaftlichen Problems bei gleichzeitiger Leugnung des Problems – dafür wird IdPol gebucht und bezahlt.

        • @anorak

          Wir sind uns doch einig, dass wenn Aluminium produzierende Werke in Deutschland das EEG als Standortvorteil sehen, anscheinend Großverbraucher bevorzugt werden, oder?

          „Der Hauptfehler ist, dass CO2 kein Schmutz ist, sondern eine natürliche und lebensnotwendige Substanz vergleichbar mit Wasser, und daher der Ansatz nicht stimmt.“

          Du kannst nicht fossile Brennstoffe in ein paar Jahrzehnten abfackeln, die zu ihrer Herausbildung Millionen von Jahre benötigt haben und dich dann darauf beruhen, das wäre „natürlich“.
          Ein Vulkanausbruch mit seinen Emissionen ist natürlich, was global durch die Schlote und Auspuffe gejagt wird ist es nicht.
          Man braucht der aktuellen Panikmache auch nicht zu verfallen um nüchtern festzustellen, diese Ressourcen sind sowieso endlich.

          • @crumar „Wir sind uns doch einig, dass wenn Aluminium produzierende Werke in Deutschland das EEG als Standortvorteil sehen, anscheinend Großverbraucher bevorzugt werden, oder?“

            Ich bezweifle deine Prämisse. Teurer Strom ist ein Standortnachteil. Das EEG macht Strom teurer, nicht billiger, auch für Aluminiumwerke. Sie zahlen zwar weniger Umlage als andere. Aber sie zahlen, und kriegen keine Gutschrift raus oder sowas. Also ist es auch für diese ein Nachteil. Das ist einfach zu verstehen.

            „Du kannst nicht fossile Brennstoffe in ein paar Jahrzehnten abfackeln, die zu ihrer Herausbildung Millionen von Jahre benötigt haben und dich dann darauf beruhen, das wäre „natürlich“.“

            Ich habe deiner Wortwahl „Verschmutzungsrechte“ widersprochen. CO2 ist kein Schmutz, also ist das Wort in dem Zusammenhang Unsinn und wird nur von der Ökopropaganda so verwendet. Bitte lass das.

            „Man braucht der aktuellen Panikmache auch nicht zu verfallen um nüchtern festzustellen, diese Ressourcen sind sowieso endlich.“

            Ökogelaber. Liebe Ökos, ihr seid neben vielen anderen Verwirrungen selbstwidersprüchlich. Eure beiden Megahyperweltuntergänge „Klimakatastrophe“ und „Versiegen der Rohstoffe“ widersprechen sich gegenseitig. Es kann höchstens eine von beiden zutreffen, und vielleicht trifft keine davon zu. Gemeinsam ist beiden Behauptungen Industriefeindlichkeit, offenbar das wahre Motiv des Ökologismus.

          • @anorak2:

            CO2 ist kein Schmutz, also ist das Wort in dem Zusammenhang Unsinn und wird nur von der Ökopropaganda so verwendet. Bitte lass das.

            Ratten sind auch keine Schädlinge, das ist nur die Propaganda der Getreidelobby. Wölfe auch nicht, das behaupten bloß die Bauernverbände und Jagdpächter. Und was man gegen Kakerlaken haben kann, verstehe ich erst recht nicht.

            Scherz beiseite: ob etwas »Schmutz« (oder »Ungeziefer« oder »Schädling«) ist, hängt vom Kontext ab. Wenn der CO2-Anteil in der Atmosphäre zum Treibhauseffekt beiträgt, dann kann man das mit Fug und Recht als Schadenswirkung betrachten, und dann ist »Schmutz« eine legitime alltagssprachliche Verkürzung dieser Schadenswirkung.

          • „Scherz beiseite: ob etwas »Schmutz« (oder »Ungeziefer« oder »Schädling«) ist, hängt vom Kontext ab. Wenn der CO2-Anteil in der Atmosphäre zum Treibhauseffekt beiträgt, dann kann man das mit Fug und Recht als Schadenswirkung betrachten, und dann ist »Schmutz« eine legitime alltagssprachliche Verkürzung dieser Schadenswirkung.“

            Nein, das ist ein propagandistisches Aufjazzen. Nach der gleichen Logik müsste man Wasser in bestimmten Situationen als „Schmutz“ bezeichnen und für seine Verwendung Strafsteuern einführen – schließlich ist Wasser manchmal umweltschädlich und sogar tödlich. Es wird dann Satire.

            http://dhmo.org/

            Im gleichen Sinn ist die Verteufelung von CO2 Satire, allerdings unfreiwillige.

          • @anorak

            „So kündigte ein niederländischer Aluminiumproduzent die Schließung einer Hütte an, da diese mit dem billigen Industriestrom in Deutschland nicht mehr konkurrieren könne.[282] Dagegen entschied sich die Hydro Aluminium, ihre Produktion am Standort Grevenbroich deutlich auszuweiten.[283] Der französische Industrieverband Uniden forderte im März 2014 von der französischen Regierung eine Preisbegrenzung für Atomstrom, da die Stromkosten für große industrielle Abnehmer in Deutschland bald um 35 % niedriger lägen als in Frankreich.[284] Laut dem deutschen Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) lagen die Stromkosten für industrielle Abnehmer Anfang 2014 auf dem Niveau von zehn Jahren zuvor.[285]“
            https://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare-Energien-Gesetz#Arbeitsmarkteffekte

            So weit zu den Fakten. Ich glaube nicht, dass hier der Zufall waltet.

            „Ich habe deiner Wortwahl „Verschmutzungsrechte“ widersprochen. CO2 ist kein Schmutz, also ist das Wort in dem Zusammenhang Unsinn und wird nur von der Ökopropaganda so verwendet.“

            Auch wenn ich das Wort auf „Emissionsrechte-zur-Abgabe-von-Zeug-dass-die-internationale-Gemeinschaft-als-kontraproduktiv-für-das-Klima-ansieht“ ändere, dann ändert das an der Tatsache nichts.

            Wie absurd der Handel ist an einem Beispiel (kursiv von mir): „Die Unterlagen enthielten zwar nicht viele Details, es sei jedoch das erste Mal, dass Autohersteller einräumten, sich zum Erreichen strikterer US-Umweltgesetze an einen Vorreiter des abgasfreien Fahrens wie Tesla zu wenden, heißt es in dem Bericht. Der Elektroautobauer wiederum habe seit 2010 fast zwei Milliarden Dollar Umsatz durch den Verkauf von Emissionszertifikaten gemacht. Hersteller, die weniger E-Autos im Angebot haben, können ihre Klimabilanz aufbessern, indem sie die der Konkurrenz zugewiesenen Abgasrechte aufkaufen.“
            https://www.n-tv.de/wirtschaft/Tesla-verkauft-US-Emissionsrechte-article21064729.html

            „Eure beiden Megahyperweltuntergänge „Klimakatastrophe“ und „Versiegen der Rohstoffe“ widersprechen sich gegenseitig“

            Ähh, nein. Wenn man mit Rohstoffen, die zu vielen Zwecken benötigt werden so umgeht, dass sie bspw. zur Strom- und Wärmeerzeugung abgefackelt werden, dann ist das endgültig. Ich kann eine Tonne PE oder PP recyceln, eine verbrannte Tonne Öl ist weg und der Vorrat an Rohöl oder Erdgas ist endlich.
            Bis sich das Zeug erneuert, das wir global jeden Tag in die Luft blasen vergehen ein paar Millionen Jahre. Ich glaube nicht, dass das deine Kindeskinder trösten wird.

            „Gemeinsam ist beiden Behauptungen Industriefeindlichkeit, offenbar das wahre Motiv des Ökologismus.“

            Ich bin das komplette Gegenteil, nämlich industriefreundlich.
            Deshalb überlege ich mir auch lieber, unter welchen Bedingungen industrielle Produktion weiterhin in Deutschland möglich ist. Dafür muss man eine Menge Faktoren berücksichtigen und muss das Hirn anstrengen – was ich als Herausforderung ansehe.

            Du vergisst vor lauter Feindbildpflege übrigens, es gab gar keine mächtige grüne Partei in den USA – der Deindustrialisierungsprozeß ist dort jedoch so weit fortgeschritten, sie haben nicht einmal mehr einen eigenen Fabrikausrüster.
            Es braucht – nach dieser Logik – nur den Finanzmarkt, den Energiesektor, Internet-Monopole und Kriegskeynesianismus und das ist das neue, „postmoderne Gesellschaft“.
            Wer dem nicht nacheifern will oder dieses Konzept einer Gesellschaft für absurd hält, der sollte bessere Argumente haben.

          • „Konsequenterweise muss man diese Frage an alle Nicht-Naturwissenschaften richten“

            Ja, es gibt aber unter diesen welche die eine beschreibbare Realität zum Untersuchungsgegenstand haben und damit zumindest potenziell empirische Wissenschaften sein können, auch wenn sie die Gefahr der Politisierung enthalten. Beispiele Linguistik oder Geschichtswissenschaft.

            „hat nach der Finanzkrise die Wirtschaftswissenschaften als Pseudowissenschaften bezeichnet“

            Das stimmt ja auch. Es gibt verschiedene Wirtschaftsmodelle, aber keine präzise Methode um eines davon zu falsifizieren. Die Affinität zu den Modellen korelliert mit der Interessengruppe, also subjektiven Kriterien: Arbeitgebernahe Professoren neigen der Neoklassik zu, gewerkschaftsnahe dem Keynesianismus. Wer von beiden „Recht“ hat, ist nicht entscheidbar. So sieht eine Pseudowissenschaft aus. Für die Soziologie kann man ähnliches sagen.

            Der VWL möchte ich aber zugute halten, dass trotz allem eine Modellierung der Volkswirtschaft ein sinnvolles Werkzeug für politische Entscheidungen sein kann, dafür wird sie gebraucht. BWL wird ebenfalls gebraucht. Aber es wäre besser man nennte das nicht „Wissenschaft“, es ist mehr ein Handwerk.

          • @crumar
            „https://de.wikipedia.org/ …“
            So weit zu den Fakten.“

            Ökopedia und Fakten? Die Originalquelle der Behauptung ist ein Meinungsartikel aus der FAZ, wikipedia zitiert sie nur. Da hat sich vermutlich ein grünlastiger Wikipedianer hingesetzt und nach volkswirtschaftlichen Effekten der „Energiewende“ gegoogelt und dann einen einzigen Text zitiert der seiner Meinung entspricht und alle anderslautenden ignoriert. Und die Quelle ist obendrein nicht belastbar. Aber da es pro-grün ist, geht das durch. So läuft das in der deutschen wikipedia.

            „Eure beiden Megahyperweltuntergänge „Klimakatastrophe“ und „Versiegen der Rohstoffe“ widersprechen sich gegenseitig“

            „Ähh, nein“

            Doch. Falls es zuträfe dass fossile Brennstoffe bald versiegen, dann hätte die Menschheit keine Chance mehr sehr viel CO2 durch deren Verbrennung auszustoßen, und das behauptete CO2-verursachte Klimaproblem ist damit vom Tisch.

            Umgekehrt, falls es zuträfe dass uns eine lawinenartige CO2-Vermehrung bald Palmenstrände auf Rügen beschert, dann setzt das voraus dass fossile Brennstoffe noch für lange Zeit in großen Mengen verfügbar sein werden, und ihr baldiges Versiegen ist dann vom Tisch.

            Beides gleichzeitig kann also nicht zutreffen.

            Es kann aber sehr wohl sein, dass beides geflunkert ist. Dafür spricht, dass alle bisherigen Weltuntergangsprophezeiungen der Ökokirche geflunkert waren. Ihre Glaubwürdigkeit ist schwer beschädigt.

            „eine verbrannte Tonne Öl ist weg und der Vorrat an Rohöl oder Erdgas ist endlich.“

            Ja sicher, aber endlich ist nicht gleichbedeutend mit knapp oder unmittelbar bevorstehendem Versiegen.

            „Du vergisst vor lauter Feindbildpflege übrigens, es gab gar keine mächtige grüne Partei in den USA“

            Ja und, heißt das dass die dortige Politik nicht ökologistisch sein kann? Sie ist es offensichtlich schon seit geraumer Zeit, und das ganz ohne grüne Partei.

          • @anorak

            „Doch. Falls es zuträfe dass fossile Brennstoffe bald versiegen, dann hätte die Menschheit keine Chance mehr sehr viel CO2 durch deren Verbrennung auszustoßen, und das behauptete CO2-verursachte Klimaproblem ist damit vom Tisch.“

            Bullocks.
            „Peak Oil“ ist eine Tatsache ebenso sehr, dass wir das meiste Zeug nicht dem Verwendungszweck „abfackeln“ zuführen dürfen, also im Boden belassen müssen.
            Noch einmal: geschlossene Recycling-Kreisläufe zu erfinden erfordert eine Menge Hirschmalz, Wegwerfprodukte und geplanter Verschleiß gar keinen.
            Wer sich auf der Seite von „ich bin blöd!“ einsortieren möchte, möge das herrschende System verteidigen.
            Wenn in der konkreten Einzelrechnung herauskommt, eine Mehrweg-PET-Flasche ist energetisch und ökologisch besser als eine Einweg-Glasflasche, dann ist das eben so.

            „Ja und, heißt das dass die dortige Politik nicht ökologistisch sein kann? Sie ist es offensichtlich schon seit geraumer Zeit, und das ganz ohne grüne Partei.“

            Bullocks.
            Schau dir mal die CO2-Emmissionen im Vergleich mit Deutschland an.
            Oder die Hochgeschwindigkeitsstrecken der Eisenbahn (plus: berücksichtige Japan und China).
            Die USA sind von der Infrastruktur her „Dritte Welt“.

          • @anorak2:

            »Ja, es gibt aber unter diesen welche die eine beschreibbare Realität zum Untersuchungsgegenstand haben und damit zumindest potenziell empirische Wissenschaften sein können, auch wenn sie die Gefahr der Politisierung enthalten. Beispiele Linguistik oder Geschichtswissenschaft.«

            Oder Soziologie, oder Politikwissenschaft, oder Psychologie, oder Erziehungswissenschaft. Die sind alle nicht nur »potenziell«, sondern tatsächlich empirische Wissenschaften. Keine empirischen Wissenschaften sind die Mathematik, die Philosophie und die Rechtswissenschaft, weil ihre primäre Aufgabe darin besteht, konsistente Kalküle bzw. Begriffssysteme zu entwickeln.

            Die Frage ist, inwieweit bestimmte Ausrichtungen der Sozialwissenschaften ihre fachliche Aufgabe, gehaltvolle empirische Forschung zu betreiben, faktisch verraten haben. »Junk Science« existiert nur darum, weil es politische Kräfte gibt, die ein Interesse daran haben, schlechte Wissenschaft trotzdem zu budgetieren, um sich einen Mantel wissenschaftlicher Legitimation für politische Kampagnen zu beschaffen. Und mit »gekaufter Wissenschaft« sind eher weniger die Sozialwissenschaften gemeint.

            »Der VWL möchte ich aber zugute halten, dass trotz allem eine Modellierung der Volkswirtschaft ein sinnvolles Werkzeug für politische Entscheidungen sein kann, dafür wird sie gebraucht.«

            Ist mit Soziologie und Politikwissenschaft nicht die Bohne anders!

          • @anorak2:
            „Es kann höchstens eine von beiden zutreffen, und vielleicht trifft keine davon zu. “

            Strenggenommen ist es möglich, dass gerade dann, wenn die fossilen Brennstoffe alle sind, die Klimakatastrophe kommt, was aber zugegebenermaßen unwahrscheinlich ist…

            @crumar:
            Selbst wenn die fossilen Brennstoffe endlich UND knapp wären, hieße das nicht, dass man sie nicht nutzen dürfte, denn das müsste dann auch für alle zukünftigen Generationen gelten, da diese ja gegenüber den für sie zukünftigen Generationen die gleichen Pflichten hätten. Dann aber würden die fossilen Brennstoffe ÜBERHAUPT niemandem nutzen. Bei Nutzung dagegen zumindest einem Teil der Generationen, was – wie ich finde – besser ist. Man könnte höchstens darüber reden, ihre Nutzung über mehr Generationen zu verteilen, also heute etwas davon für die nächsten Generationen aufzusparen. Aber das geht sinnvollerweise nicht für beliebig viele Generationen, denn wenn jede Generation nur z.B. 1t nutzen kann, bringt das nicht viel.

            Im übrigen gilt für Kernenergie nicht das Gleiche wie für fossile Brennstoffe:

            https://en.wikipedia.org/wiki/Nuclear_power_proposed_as_renewable_energy

          • @Antidogmatiker

            „Selbst wenn die fossilen Brennstoffe endlich UND knapp wären, hieße das nicht, dass man sie nicht nutzen dürfte, denn das müsste dann auch für alle zukünftigen Generationen gelten, da diese ja gegenüber den für sie zukünftigen Generationen die gleichen Pflichten hätten.“

            Korrekt.

            „Bei Nutzung dagegen zumindest einem Teil der Generationen, was – wie ich finde – besser ist. Man könnte höchstens darüber reden, ihre Nutzung über mehr Generationen zu verteilen, also heute etwas davon für die nächsten Generationen aufzusparen.“

            Auch korrekt.

            „Aber das geht sinnvollerweise nicht für beliebig viele Generationen, denn wenn jede Generation nur z.B. 1t nutzen kann, bringt das nicht viel.“

            Ebenfalls richtig.

            „Im übrigen gilt für Kernenergie nicht das Gleiche wie für fossile Brennstoffe:“

            Im Prinzip schon. Energieaufwand zur Förderung enorm, Entsorgung und Endlagerung bisher ungeklärt.
            In Sachen Fusionsenergie hat Lesch m.E. richtig gelegen: Es ist wie Kathedralenbau.
            Wir fangen heute an und hoffen, in 1000 Jahren steht die Scheiße.
            Keiner von uns wird das erleben – weder den Sieg, noch die Niederlage.
            Es ist alles für „Gotteslohn“, für das Überleben der Spezies, zum Wohle der kommunistischen Partei – was auch immer für dich zutreffen mag! 🙂

          • @crumar
            „„Peak Oil“ ist eine Tatsache ebenso sehr,“

            Nein

            https://ourworldindata.org/exports/global-fossil-fuel-consumption_v4_850x600.svg

            Der Weltverbrauch ist streng monoton steigend, und es gibt keinen Anlass zu der Annahme dass sich daran bald was ändern könnte. Das Witzige und für Ökos sicher überraschende ist: Der Verbrauch steigt zwar ständig, aber „trotzdem“ steigen die rechnerischen Reichweiten. In den 1920er Jahren lag die rechnerische Reichweite noch bei 20 Jahren. In den 1980er Jahren lag sie bei 30 Jahren, und im Moment liegt sie bei 50 Jahren. Das liegt daran, dass neue Erdölvorkommen schneller erschlossen werden, als die Menschheit mit dem Verbrauch hinterherkommt. Es gibt keinerlei Zeitdruck.

            „dass wir das meiste Zeug nicht dem Verwendungszweck „abfackeln“ zuführen dürfen, also im Boden belassen müssen. Noch einmal: geschlossene Recycling-Kreisläufe zu erfinden erfordert eine Menge Hirschmalz“

            Du nimmst jede Menge ökologistischer Prämissen als gegeben hin.

            – Endlich bedeutet nicht knapp. Die Menge abbaubaren Rohöls in der Erdkruste ist notwendigerweise endlich, aber niemand weiß wieviel das ist, die und es gibt derzeit keinerlei Anzeichen dass die Menschheit auch nur in die Nähe des Versiegens gekommen wäre.

            – Die rechnerische Reichweite´könnte zB 1000 Jahre, oder 5000 oder 10.000 Jahre beim aktuellen Verbrauch sein. Das wäre zweifelsohne endlich, aber nicht knapp und kein Grund jetzt Hals über Kopf daraus auszusteien. (For the record, Björn Lomborg gibt als Reichweite von Schieferöl 2000 Jahre an).

            – Es gibt keinen zwingenden Grund, dass die Menschheit jemals das Ende irgendeines Rohstoffs erleben wird.

            – Das Versiegen von Rohstoffen ist noch nie passiert, sondern ein theoretisches Konstrukt basierend auf naiver Lieschen-Müller-Denke.

            – Natürlich wird die Menschheit irgendwann aufhören Öl als Energiequelle zu nutzen, aber nicht weil es knapp wird, sondern weil was Besseres und Billigeres gefunden werden wird. So war es bisher immer.

            „Ja und, heißt das dass die dortige Politik nicht ökologistisch sein kann? Sie ist es offensichtlich schon seit geraumer Zeit, und das ganz ohne grüne Partei.“

            „Bullocks“

            Das Wort heißt übrigens „bollocks“ ohne u.

            „Schau dir mal die CO2-Emmissionen im Vergleich mit Deutschland an. Oder die Hochgeschwindigkeitsstrecken der Eisenbahn (plus: berücksichtige Japan und China).
            Die USA sind von der Infrastruktur her „Dritte Welt“.“

            Nachts ist es kälter als draußen? Deine Antworten stehen in keiner logischen Beziehung zur strittigen Frage.

            Du hattest behauptet, die USA machten keine Ökopolitik weil es da keine grüne Partei gebe. Meine Antwort: In den USA machen die Republikaner und Demokraten Ökopolitik. Die subventionieren zB Windräder und Solarzellen und vergären Mais zu Treibstoff, wie bei uns, und sie begründen das mit dem Klimagedöns, wie bei uns. Das ist von der groben Richtung her kein Unterschied. Ein Unterschied besteht darin, dass die Deutschen alles besonders gründlich machen, je bekloppter eine Ideologie umso lieber. Deswegen ist die Beklopptheit bei uns fortgeschrittener. Aber die Ökoideologie gibt es in den USA auch und hat dort politischen Einfluss, ohne dass es dazu einer grünen Partei bedürfte.

          • „„Im übrigen gilt für Kernenergie nicht das Gleiche wie für fossile Brennstoffe:“

            Im Prinzip schon. Energieaufwand zur Förderung enorm, Entsorgung und Endlagerung bisher ungeklärt.“

            Der Energieaufwand ist nicht bei der Förderung, sondern bei der Anreicherung, hoch und die fällt bei schnellen Reaktoren weg (außer für das Anfangsmaterial). Und diese Reaktoren produzieren auch nur Abfall, der nach 300 – 1000 Jahren harmlos bzw. sogar wertvoll (Platinmetalle und Seltene Erden) ist. Daneben erzeugen die schnellen Reaktoren im Brutmodus einen Plutoniumüberschuss, im Brennermodus dagegen verbrauchen sie das Pu.

          • @AD

            Als die Wismut in der Ex-DDR pleite ging, wurden die realen Kosten des Abbaus sichtbar:
            „Zurückgeblieben waren 1500 km offene Grubenbaue, 311 Mio. m³ Haldenmaterial und 160 Mio. m³ radioaktive Schlämme in dicht besiedelten Gebieten.“
            https://www.wismut.de/de/sanierung_aufgaben.php

            Der Witz ist, dass die (energetische) Beseitigung dieser Kosten der eigentlichen Produktion nicht zugeordnet werden.
            Sollten sie aber.

            Auch das hier: „Es geht um die Abfälle aus einem halben Jahrhundert Atomstrom in Deutschland: Spätestens am 31. Dezember 2022 werden die letzten Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Übrig bleiben dann 27.000 Kubikmeter Kernbrennstoffe, von denen noch für viele hunderttausend Jahre hochradioaktive Strahlung ausgeht – in rund 1.900 Spezial-Behältern, meist vom Typ CASTOR. Diese gefährlichsten Hinterlassenschaften der Menschheit sollen unterirdisch für eine Million Jahre so sicher wie möglich eingelagert werden – also auch Eiszeiten, Überschwemmungen und Kriege überstehen.“
            https://www.deutschlandfunk.de/radioaktiver-abfall-die-suche-nach-einem-deutschen.2897.de.html?dram:article_id=496394

            wird weder vom Energieaufwand, noch von den Kosten her der Produktion zugeordnet.
            Auch wenn man die Bewirtschaftung eines Endlagers lediglich auf 100.000 Jahre berechnet, wird es finanziell und energetisch eher unattraktiv. Der Bau der ersten Pyramide ist übrigens erst 4650 Jahre her.

            Natürlich kann man immer auf eine Technologie hoffen, die diesen Müll dereinst nutzbar machen wird. Allerdings haben wir offensichtlich seit über 50 Jahren selber nicht geglaubt, dass das passieren wird, denn sonst hätten wir den Kram als „potentielle Rohstoffe“ deklariert und nicht als „Abfall“.

          • @crumar „Als die Wismut in der Ex-DDR pleite ging, wurden die realen Kosten des Abbaus sichtbar:“

            Ordnest du diese Belastungen dem Uranabbau als solchem (wenn ja müsste das weltweit so sein), oder den niedrigen Umwelt- und Arbeitsschutzsstandards der DDR zu (wenn ja, müsste das bei anderen Betrieben der DDR so sein). Begründe deine Zuordnung.

            „Der Witz ist, dass die (energetische) Beseitigung dieser Kosten der eigentlichen Produktion nicht zugeordnet werden. Sollten sie aber.“

            Das kannst du erst entscheiden, nachdem du obige Frage beantwortet und begründet hast.

            „Auch das hier: „Es geht um die Abfälle aus einem halben Jahrhundert Atomstrom in Deutschland:“

            Die Ökos haben politisch verhindert dass die Abfälle wie beabsichtigt entsorgt werden, und argumentieren jetzt mit den Folgen des von ihnen selbst verursachten Problems. Find ich ganz schön mies.

            „wird weder vom Energieaufwand, noch von den Kosten her der Produktion zugeordnet.“

            Dochdoch

            „Auch wenn man die Bewirtschaftung eines Endlagers lediglich auf 100.000 Jahre berechnet“

            Das fordern nur Ökos, und argumentieren mit den Folgen der von ihnen selbst gestellten Forderung. Ziemlich mies.

            Der tatsächliche Plan ist: Altes Bergwerk, tief verbuddeln, abschließen, und Schlüssel wegwerfen.

            Das mit den vielen Jahren ist übrigens auch son Propagandagelaber. Sie argumentieren tatsächlich damit, dass der Abfall nach endlicher Zeit seine Gefährlichkeit verliert, obwohl das ja eigentlich ein Vorteil ist. Chemische Abfälle bleiben bis zum Ende des Universums giftig, aber gegen deren Endlagerung hat noch kein Öko protestiert.

            https://de.wikipedia.org/wiki/Untertagedeponie_Herfa-Neurode

            Taschenspielertricks

          • @anorak2
            „For the record, Björn Lomborg gibt als Reichweite von Schieferöl 2000 Jahre an“

            Hast du da eine Quelle? Soweit ich weiß rechnet man eher mit ein paar Jahrhunderten. Was aber natürlich inzwischen überholt sein kann und immer noch länger als 50 Jahre sind. Vielleicht hat das aber auch damit zu tun, dass bisher nur ein kleiner Teil (ein paar %) des Schieferöls aus dem zugehörigen Gestein extrahiert werden kann, was sich in Zukunft sicher ändern wird.

            „Der tatsächliche Plan ist: Altes Bergwerk, tief verbuddeln, abschließen, und Schlüssel wegwerfen.“

            Und vorher noch alles nutzen, was noch nicht gespalten wurde. Es ist v.a. den Ökos zu verdanken, dass man den LWR-„Abfall“ bereits als Abfall und nur Abfall ansieht.

          • @Anti Ich hab mich falsch erinnert, er sagt nicht 2.000 sondern 5.000 Jahre(!!) Ölschiefer beim aktuellen Verbrauch.

            „At $40 a barrel (less than one-third above the current world price of crude), shale oil can supply oil for the next 250 years at current consumption; in total, there is enough shale oil to cover our total energy consumption for 5,000 years.“
            .
            Quelle: https://www.theguardian.com/education/2001/aug/16/highereducation.climatechange

            Der Artikel ist von Lomborg selbst. Soweit ich weiß ist das eine Idee aus dem „Skeptical Environmentalist“ wo sie auch hergeleitet wird, aber das Buch hab ich nicht.

          • „„At $40 a barrel (less than one-third above the current world price of crude), shale oil can supply oil for the next 250 years at current consumption…““

            Ich dachte eigentlich, Schieferöl hätte vor dem Shale Boom 95$/Barrel gekostet. Und der Artikel stammt aus dem Jahr 2000. Oder täusche ich mich da?

        • @El_Mocho:

          Gibt es denn noch Sozialwissenschaften, für die die Erstellung von korrekten Prognosen eine Rolle spielt? Ich sehe eigentlich überall nur Versuchen, bestimmte politisch-ideologische Positionen theoretisch zu unterfüttern.

          Konsequenterweise muss man diese Frage an alle Nicht-Naturwissenschaften richten: der nicht eben linkssozialistischer Tendenzen verdächtige Mario Bunge hat nach der Finanzkrise die Wirtschaftswissenschaften als Pseudowissenschaften bezeichnet, und wenn man sich durch Philip Mirowkis Untote leben länger von 2013 liest, fragt man sich mit großen Augen, wie vernünftige Menschen deren Kauderwelsch für ernstzunehmende Theorien halten können.

          Ja, der Irrationalismus ist längst im Herzen der Gesellschaft angekommen, und nein, daran sind ganz sicher nicht allein die Linken und die »Ökos« schuld.

          • Keine Frage das die Wirtschaftswissenschaften auch stark ideologisiert sind. Aber prinzipiell denke ich, dass auch eine empirisch ausgerichtete Sozialwissenschaft Vorhersagen machen könnte, natürlich keine exakten.

      • Feminismus erweist sich im Nachhinein als Vehikel für Gedankengänge und Argumentationsmuster, der den Weg bereitet, die Festung der europaischen Aufklärung sturnreif geschossen und die Gesellschaft entsolidarisiert hat – was ein wichtiger Schritt ist, denn jeder Widerstand basiert auf einer gemeinsam geteilten Kultur. Seit 10 Jahren wird der kulturelle Konsens nun immer stärker erodiert und der Nationalstaat als Garant für Menschenrechte bricht zusammen, wird aufgelöst im Verwaltungsdungel vorrangiger EU-Regelungen. Ich erwartet als nächstes einen Stromverbrauchssozialismus – alternativlos geworden durch die grüne Energewende.

        • Sehe ich auch so – aber man sollte vielleicht etwas genauer trennen:

          – Feminismus, Genderismus oder allgemein Progressivism, Woke-ism
          – EU und ihr immer größeres Demokratie-Defizit
          – Energie-Wende speziell in Deutschland
          – Grundrechte oder gar Menschenrechte

          Das sind ja doch recht verschiedene Dinge – aber natürlich gibt es da vielfältige Zusammenhänge und auch Rückkopplungen – sprich: Verstärkungen.

          • Du hast recht – vermutlich könnte man die gesammte Hypothese über einige DINA4-Seiten ausarbeiten. Aber das paßt natürlich in keinen Kommentar, da muß man sich mit Andeutungen begnügen.

          • „Feminismus, Genderismus oder allgemein Progressivism, Woke-ism“

            Die nutzen alle die gleichen schlechten Argumentationsmuster, die zuerst von Feministinnen verwendet wurde. Erst durch den Bias für Frauen bei Frauen und Männer wurden diese Argumentationsmuster überhaupt erst akzeptabel. Jetzt ist wichtig ob ein Mann/Weißer etwas sagt, oder eben ein Berufsunterdrückter.

            Hätten sie gleich angefangen und in einem Land mit 90%-Weißer Bevölkerung Quoten für Nicht-Weiße zu fordern, hätte man sie ausgelacht. Aber für Frauen ist man bereit jede Ungerechtigkeit für das andere Geschlecht in Kauf zu nehmen.

          • Ließt man Bax von 1908 kann man nur zu dem Schluss kommen, das ist eine gequirlte Scheiße und es gibt keinen vernunftkontaminierten Urfeminismus der nicht Teufelswerk wäre.
            Die Mühe mit den Din A4 Seiten kann man sich schenken.
            Besser erforscht man persönlich warum man die Beißhemmungen hat.

  1. „white working-class pupils have been “neglected” by the education system for decades.“

    Wie hier. Größter Arbeitgeber im Land. Kannste knicken.

  2. „…der kann kein Gmeinschaftsgefühl erzeugen,“

    Wer ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen will, muss bereit sein, sich an die eigene Nase zu fassen.
    Eine für Narzissten undenkbare Voraussetzung.
    Dann doch lieber das Land spalten.

  3. Ich denke nicht das es den CRTs nicht bewusst ist, sondern das sie es direkt darauf angelegt haben, so wie Feministinnen es darauf angelegt haben das es immer weniger Empathie und Mitgefühl ggü. Männern gibt. Das Gelaber von Privilegien dient der Entmenschlichung und ist diese Entmenschlichung erfolgreich, werden auch eher Diskriminierungen gegen diese Gruppe akzeptiert.

    Mir kommt bei diese „linken“ Politikern die Galle hoch. Sie machen Politik gegen die eigenen indigene Bevölkerung.

    • Was ja in sich noch ein Integrationshindernis ist, denn wer wollte sich, so er denn bei Sinnen ist, in so einen Drecksladen integrieren wollen.

      • Schau dir Schweden an. Dort gab es dann im Staatsfernsehen Werbespots, dafür das sich die Alt-Schweden doch jetzt bitte endlich mal in die Neuen Einwanderer integrieren sollen.

  4. „As someone who grew up in Nigeria, where there is only one skin colour but over 300 ethnic groups, the more ethnic identity is emphasised the weaker national identity becomes.“

    Genau das ist es sehr wichtige Bemerkung. Darauf steuern wir zu, auf eine in feindselige Clans und Stämme zerfallene Gesellschaft. Und zwar weniger durch Zuwanderung aus entsprechenden Gesellschaften (obwohl das auch eine Rolle spielt), als durch die ideologische Aufspaltung der Gesellschaft in Identitätsgruppen durch Politik und Medien. Ironischerweise werfen diejenigen, die das betreiben ihren Gegnern vor, die Gesellschaft zu spalten.

    Das ist auch nicht zuletzt eine Konsequenz der fast vollständigen Übernahme des Paradigmas der „Machtverhältnisse“ in den akademischen Sozialwissenschaften (nach Foucault), die die Notwendigkeit, Lösungen zu finden die unterschiedlichen Interessen gerecht werden können völlig außer Acht lässt.

  5. Wichtig ist vielleicht zu erwähnen, dass UK eben nicht USA ist. Es gab in Großbritannien keine Sklaverei, alle Schwarzen dort sind freiwillig eingewandert bzw. Nachfahren von freiwilligen Einwanderern. Die woke Ideologie ist dort genauso ein US-Import wie bei uns, mit dem einzigen Unterschied dass die gemeinsame Sprache den Import etwas erleichtert. Auch würde ich sagen, dass UK eine der am wenigsten rassistischen Gesellschaften in Europa ist. Es gibt die scharfen Grenzen zwischen „schwarzer“ und „weißer“ Kultur nicht, schwarze Engländer ist erstmal Engländer und nebenher übrigens auch schwarz. Es gibt auch kein „schwarzes Englisch“ in UK, die reden einfach den gleichen lokalen Dialekt wie ihre weißen Landsleute.

  6. Privileg entsteht weniger durch die Hautfarbe, sondern über den familiären Hintergrund. Ein farbiges Akademikerkind mit gut verdienenden Eltern, die seine Talente fördern, wächst privilegierter auf, als die meisten weißen Arbeiter- oder Unterschichtkinder.

    • Nur wenn’s zwischen Weißen wohnen darf.
      Die ärmsten weißen Gegenden in den USA sind noch immer kriminalitätsfreier als die wohlhabensten schwarzen.
      Blöd nur, aus der Nummer kommt man rassenunrealistisch nicht heraus.
      Und uns gehen die weißen Nachbarn aus.
      Also klar strukturell.

    • Ein Privileg ist ein Vorrecht, ein Recht, dass man hat im Gegensatz zu anderen.

      Was Du meinst, sind Vorteile. Ganz einfach nur Vorteile. Privilegien, also Vorrechte, haben in unseren westlichen Gesellschaften mit fast 100% rechtlicher Gleichheit allenfalls Frauen, die vorne und hinten exklusiv gepampert werden.

  7. „In der Kritischen Weißseinsforschung wird die Tatsache(!), dass Weiße rassisch nicht diskriminiert werden, als unfaires Privileg beschrieben, dessen sie durch antirassistische Bildungsarbeit bewusst gemacht werden sollten.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Privileg#Gegenwart

    Man müsste erstmal die Definition der Intersektionalen für „Privileg“ finden, die ist doch wieder meilenweit entfernt von der allgemein anerkannten.
    Wie im obigen Zitat erkennbar, sehn die ein Privileg nicht als Vorrecht, privilegiert ist man, wenn es einem nicht dreckig genug geht (wen man zBsp keinem dysfunktionales Elternhaus entstammt, nicht in einem Drogenviertel wohnt, die Schule nicht abbricht, nicht kriminell wird).

    • Wobei „rassistisch diskriminiert“ sich bereits in nicht gleich verteilten Ergebnissen zeigen würde. Das gleiche Denk-Modell wie beim Feminismus.
      Dass, wie in manchen Verwaltungen, Frauen bei weitem die Mehrheit stellen wird dann anschließend weggedrückt.
      Meiner Ansicht handelt es sich daher nicht um ein Streben nach mehr Gerechtigkeit sondern um ein Streben nach Privilegien (=Macht).
      Da durch die geforderten Quotenregelungen tendentiell weniger qualifizierte Personen nach oben gespült werden sinkt die Qualität der Dienstleistung.
      Darum ist ein solche Vorgehen abzulehnen.

    • Privilegiert sind alle, denen es irgendwie besser geht, als einem selbst.
      Um Privilegien abzuschaffen muss es also allen gleich maximal schlecht gehen. Und wer etwas für sich erarbeitet, ist ein schlechter Mensch und muss bestraft werden.

  8. Erinnere mich an eine U-Bahnfahrt in London, da kam ein Obdachloser ins Abteil. Der stank so erbärmlich, in 2 Meter Umkreis fielen die Fliegen tot zu Boden. Auch der junge Mann im Anzug, der wahrscheinlich mehr kostete, als ich im Monat verdiene, rückte in die nächste Ecke. Wer war denn nun privilegiert, der weiße Obdachlose oder der schwarze Jungmanager.

    Logischerweise hat man es in einem Land mit 90 % weißer Bevölkerung leichter, aber man nimmt doch nicht immer gleich allen Frauen, Migranten, Behinderten was weg, wenn man normal Karriere macht. Aber ich weiß auch von meiner türkischen Exfrau, Ende der siebziger im Westen aufgewachsen, die türkischen Kids wurden massiv daran gehindert, ein Abitur zu machen.

    • Mein türkischer Kumpel mitsamt allen Brüdern konnt ins Gymnasium laufen, wohingegen das für meine Eltern aufm Land, erst für mich fertig gebaut war.
      Er hält sich auch für benachteiligt.
      Gedenk des früher geringeren Anteils an Gymnasialbesuchern, vielleicht ist’s ja gar sinnvoll gewesen, die wenigen Plätze nicht „Gast“arbeitern zu geben, gerade wenn die frisch vom analphabetischem Felde kamen.
      Wäre dann auch irgendwie, wie oben, eine nicht integrationswerte, blöde Gesellschaft.

      • Das ist wahrscheinlich ne Generationenfrage. Ich hatte mehrere türkische Mitschüler in der Grundschule, aber im Gymnasium keinen einzigen. Es war einfach nicht „vorgesehen“, dass Türken Abitur machen. Ob die Eltern das selbst nicht anstrebten oder ob es an den Empfehlungen der Lehrer lag, weiß ich nicht. Das hat sich aber alles längst geändert.

          • Das ging wohl vor allem von der Schule aus, die ganzen Ausländerkinder kamen in eine Klasse zusammen mit den deutschen Problemkindern. Sich da nach oben zu boxen, war dann schon mal deutlich schwieriger. Und selbst wer gute Leistungen hatte, wurde das Gymnasium möglichst ausgeredet. Die Familie ist übrigens zurück in die Türkei und alle 4 Schwestern haben, obwohl sich der Vater aus dem Staub gemacht hat, studiert.

          • @Morris Das war bei uns nicht so. Vorbemerkung: Meine Schulkarriere war ein einziger Bundesländer-Slalom, daher ist meine Erfahrung repräsentativ für genau gar keine Region, aber dafür bunt zusammengesetzt aus verschiedenen.

            Jedenfalls hatte ich in einer Grundschule im Ruhrgebiet mehrere türkische Mitschüler; nicht sehr viele, vielleicht 3 oder 4 in einer Klasse von über 30. Die gehörten durchgehend zu den Schülern mit den schlechtesten Noten, wahrscheinlich wegen Sprachproblemen. Vielleicht (ich weiß es nicht, war ja nicht dabei, das nur ne begründete Vermutung) wurden sie dann „wegen ihres schlechten Notenschnitts nicht fürs Gymnasium empfohlen. Durchaus „logisch“ aber trotzdem unfair.

            Es gab übrigens auch Fördermaßnahmen, nämlich für die türkischen Schüler Unterricht in türkischer Geschichte, während die Deutschen evangelischen oder katholischen Religionsunterricht hatten. Aber das ging wahrscheinlich an den Bedürfnissen vorbei.

  9. > Besonders interessant ist dieses Statement auch, weil Kemi Badenoch schwarz ist:

    Ne, das macht es nicht „besonders interessant“. Wir sind hier nicht die „woke“, rassistische Linke; selbst die Linken hier sind nicht total verblödet, und v.a. keine Rassisten. Und nein, ich kaufe nicht „Klassenkampf, klassisch“, nur weil ich „Klassenkampf, gänzlich idiotisch“ ablehne.

    Aber freilich, in den USA haben sie jetzt den Präsidenten der Einigkeit; so much unity, but now we need to go door to door, knocking on doors… das ist wohl gerade Zeitgeist. Und natürlich, wie CNN wichtig ist zu betonen, nicht wie bei Hitler. Sondern wie bei Stalin.

    • Ich glaube nicht, dass Christian meinte, interessant für ihn selbst, sondern interessant für gewisse Leute, für die sehr wichtig ist, wer etwas sagt, und erst in zweiter Linie, was er sagt.

  10. „Weisse Privilegien“ sind eine rückwärts gewandte Art zu denken. Rassistisch, auch sexistisch. Gepaart mit einer ordentlichen Portion katholischer „Erbsünde“. Niemand muss sich schuldig fühlen, mit den unabänderlichen Charakteristiken geboren zu sein, mit denen man nun einmal geboren ist. Diese Denke führt direkt in die dunkelsten Kapitel des 20. Jahrhunderts. Nationalsozialismus und Stalinismus.

    Privilegien sind nicht Hautfarbe oder Geschlecht. Privilegien sind, in eine reiche Familie geboren zu werden, in einem freien oder reichen Land geboren zu sein, kostenlose Bildung erhalten zu können, eine liebende Familie zu haben. Der weiße Sohn eines ostukrainischen Farmers ist in meinen Augen deutlich weniger privilegiert als die schwarze Tochter einer wohlhabenden US-amerikanischen Anwalts- oder Professorenfamilie.

    Den Diskurs von den sozialen Fragen weg zu Rassen- und Geschlechtsfragen zu lenken, scheint mir wie eine klassische „divide et impera“ Strategie. Spalte die Untergebenen, dann kannst Du sie besser beherrschen. Lass sie aufeinander losgehen, dann gehen sie nicht auf Dich los.

    Die sozialen Herausforderungen unserer Zeit sind nicht Geschlecht und Hautfarbe. Sondern die gleichen wie seit 200 Jahren. Es gibt die Reichen, die immer reicher werden, und die Armen, die arm bleiben. Und unser gesamtes System ist so strukturiert, dass das nach Möglichkeit auch so bleibt. Es hat zwar jeder einzelne – zumindest in Deutschland und weiten teilen der westlichen Welt – die Möglichkeit, sich aus dieser Situation mit eigener Kraft zu befreien. Das geht aber nur, wenn sich jeder selbst empowered. Und nicht sinistren, gesichtslosen Verschwörungszirkeln die Schuld am eigenen Unglück gibt, und in einer rebellischen Pose der Hoffnungslosigkeit erstarrt.

    Jeder ist seines Glückes Schmied. Aber das Glück fängt im eigenen Kopf an. Sich selbst als unterprivilegiert zu sehen, ausgesetzt den Widerständen, die Rassisten und Sexisten einem in den Weg legen, ist keine kraftvolle Geisteshaltung. Das eigene Schicksal in der Hand zu haben, alles erreichen zu können, durch harte Arbeit und kluge bzw. weise Entscheidungen, ist deutlich besser.

    Ja, „White Privilege“ spaltet. Und diese Denke sorgt nicht dafür, dass es irgendeinem Menschen besser geht. Außer den Jammerlappen, die lieber über ihr hartes Los klagen, anstatt sich selbst und ihr Leben zu gestalten.

      • @El Mocho

        Flin hat festgestellt: „Die sozialen Herausforderungen unserer Zeit sind nicht Geschlecht und Hautfarbe. Sondern die gleichen wie seit 200 Jahren. Es gibt die Reichen, die immer reicher werden, und die Armen, die arm bleiben. Und unser gesamtes System ist so strukturiert, dass das nach Möglichkeit auch so bleibt.“

        Das ist auch meine Meinung.
        Das Pseudo-„progressive“ Tralala ist die Tarnung für: Es soll sich nichts ändern!
        Der ganze „Migrations/Anti-Rassismus-Klimbim“ soll verdecken, dass die heimischen Gesellschaften bereits so ruiniert sind, sie können und wollen sich aus eigener Kraft nicht mehr reproduzieren.
        Es ist nur noch gekaufte Zeit.

  11. Das Konzept des „White privilege“ ist schlicht eine narzißtische Störung von Opfermigranten, die sich wichtigmachen und nicht wahrhaben wollen, daß bestimmte „Vorurteile“ gegen Muslime z.B. sehr berechtigt und nachvollziehbar sind.

    Muslime verhalten sich in Deutschland nicht selten sehr chauvinistisch und autistisch. Sind also weit davon entfernt, das Krankhafte ihrer Religion kritisch zu reflektieren. Also Beschneidung, Kopftuch, Zwangsverheiratung, Inzucht, Schächten, religiöser Totalitarismus, Ehrenmord und was weiß ich nicht alles.

    Ich habe da vollstes Verständnis, wenn ein Vermieter keine Muslime als Mieter haben möchte. Gegenüber Vietnamesen werden die Vorbehalte wohl geringer sein. Und das hat gute Gründe.

    Soll ein Polizist im Görlitzer Park auch alte weiße Omas kontrollieren, ob sie Rauschgift verkaufen? Gibt bestimmt auch nette Ne*er dort.

    Es ist geradezu obskur, wie man dem Volk verbieten möchte, seine Alltagserfahrung anzuwenden und auf den gesunden Menschenverstand zu vertrauen.

    White Privilige ist letztlich ähnlich dumm wie die Theorie vom schlimmen Juden, der die Welt kontrolliert. Und auch die Nazis hatten ja eigentlich Minderwertigkeitskomplexe und haben die mit ihren obskuren Theorien kompensiert.

    Wir sind eine völlig enteierte Gesellschaft, die unfähig ist, solche Opfermigranten in die Schranken zu weisen.

    • „Gegenüber Vietnamesen werden die Vorbehalte wohl geringer sein. Und das hat gute Gründe.“

      Jepp. Und es ist auch kein Zufall, warum sich echte Rassisten vorwiegend auf Muslime stürzen: Bei denen muss man sich keine Missetaten ausdenken…

      „Soll ein Polizist im Görlitzer Park auch alte weiße Omas kontrollieren, ob sie Rauschgift verkaufen? Gibt bestimmt auch nette Ne*er dort.“

      Dann stellt sich allerdings die Frage: Woher weiß man dann eigentlich, ob der unterstellte Zusammenhang tatsächlich (immer noch) gilt? Schließlich findet man, wo man mehr kontrolliert, auch mehr Verbrecher, mit entsprechenden Folgen für die Statistiken usw. Man könnte natürlich Sachen, wie Morde, bei denen das Problem nicht so sehr besteht, zuhilfe nehmen, doch stellt sich die Frage, wie repräsentativ die sind.

    • Wie pervers diese Opfermigranten auftreten, konnte man auch gut an dieser Hengameh Yoogibafarah studieren, die sich offenbar so schlimm von Polizisten diskriminiert fühlt, daß sie sie auf die Müllhalde wünschte:

      https://hassundhetze.home.blog/category/hengameh-yaghoobifarah/

      Ein anderer Typ ist dieser Süßkartoffelheini, den jüngst die Bundeszentrale für politische Blondheit ins Rampenlicht rückte.

      Unsere Gesellschaft ist so woke, daß wir mitterweile so etwas wie einen Muselmigrantenchauvinismus haben, der gegenüber Deutschen so auftritt, wie wir Deutsche nach deren Paranoia angeblich gegenüber Ausländern auftreten. Mitmischen tun dabei natürlich auch woke „Deutsche“, aber es sind meist nur bestimmte Migrantenmilieus.

      Vor allem nehmen sich diese Leute unheimlich wichtig, weil so gut wie jeder Mensch Diskriminierungen erfährt, da es eben noch sehr viel mehr Kategorien gibt als Ethnie oder Rasse.

      Diese Leute benehmen sich wie verzogene, verwöhnte Kinder.

      Dabei leugne ich noch nicht mal gewisse „Rassismen“. Aber man kann solche Probleme eben auch auf nicht größenwahnsinnige Weise ansprechen. Ohne „marxistische“ Theorien, die den Klassenkampf auf die ethnische Ebene transponieren..

      Nach woker Sichtweise hat ein Deutscher, der in einer Muselklasse in Neukölln als Kartoffel gemobbt wird, keine Probleme, weil es gegen Deutsche keinen strukturellen Rassismus gebe.

      Für solche Denkfiguren haben wir unsere Geisteswissenschaftler. Was würden wir nur ohne sie tun? 🙂

      • Mittlerweile? Wer mal in Köln Bekanntschaft mit 30 Brüdern und Cousins gemacht hat, der konnte schon vor 20 Jahren nicht bei der Sendung „Was Guckst Du“ lachen.

        • Ja, richtig. Aber heute haben die halt überall ihre Sprachrohre. Ob Bundeszentrale, Qualitätsmedien oder eben linke Parteien. Heute kommt noch die dezidierte Unterwerfung schultkultiger Deutscher dazu.

          Na ja. Man sollte nicht verzagen. Dieser ganze Gutmenschenscheiß wird nicht mehr lange machen. Das ist nun mal das Wesen dieser Ideologien. Sie machen sich selbst lächerlich und werden zunehmend lächerlich gemacht. Das lief bisher noch bei jeder Ideologie so.

          Das sage ich nur für all die Schwarzmaler*innen hier. 🙂

          Guckt Euch die ganzen Marotten der Menschheitsgeschichte an. Das wird auch mit der Gender- und Woke-Scheiße passieren – und daher sollte man sich das Ganze noch so angenehm wie möglich machen.

  12. Feminismus, Rassismus, Kolonialismus und letztendlich Klimaaktivismus. Ich hätte vor 10 Jahre eigentlich nicht gedacht, dass es schlimmer kommen könnte, aber gut, es kam schlimmer.

    Was immer faszinierend ist, das ist diese absolute Unversöhnlichkeit, das Trennende, das Spaltende, immer in der Verbindung, dass nur die „Gerechten“ (wer auch immer dies gerade ist) das alleinige Recht auf Gehör und Wahrheit haben. Ich habe das immer an den Artikeln auf zeit.de und spiegel.de festgemacht, aber da ich den spiegel schon länger meide und zeit.de nach den letzten Exzesen bei mir auch aus der Liste seriöser Medien rausgeflogen ist, bin ich selbst erleichter, dass mich manches Thema nicht mehr so triggered und mit etwas Abstand es mir peripher am Podex vorbei geht. So auch das Thema Rassismus. Alle sind Rassisten, also ist es keiner. Damit bin ich raus aus der Debatte (die für mich keine mehr ist).

    Aber mir ist etwas aufgefallen. Obwohl ich zeit.de als nichtseriöses Medium definiere, schaue ich dort noch immer vorbei, lesen tue ich aber nicht viel. Allerdings hat sich da in den letzten Wochen/Monaten wohl etwas verändert.
    Es gab in den letzten Wochen viele Löschexzesse des Moderatorenteams. Unter vielen Beiträgen wurde wild gelöscht und Accounts gesperrt. Die waren teilweise extrem dünnhäutig und haben auch nur bei einem Hauch an Kritik oder abweichenden Meinungen durchgegriffen wie eine rasende Grundschullehrerin. Übrig blieben dann nur noch die dem Team liebsamen Kommentare. Und das war dann mehr als erhellend, wie extrem dort mittlerweile das Publikum ist und wie sehr andere Meinungen nicht mehr wahrgenommen werden. Neu ist auch, dass ganze Kommentare und die Löschbegründungen einfach verschwinden. Oft ist der Kommentarbereich auch nicht mehr offen sondern sofort moderiert.

    Die wollen nicht mehr, dass offensichtlich ist, wie viele Leser ihre so wichtigen Themen ablehnen und lassen nur noch zusprechende Kommentare durch. Wie verzweifelt musst du als Medium sein, wenn du das machst?
    Viele Beiträge sind jetzt auch hinter paywall. Zeit.de muss sich wohl massiv gegen Angriffe schützen. Ich glaube, die haben mittlerweile auch gemerkt, dass die sich da teilweise ins Aus manövriert haben und unglaubwürdig erscheinen. Nur so lassen sich auch Beiträge z.B. gegen DonAlphonso erklären. Das war ein Beitrag, der mir die Augen ganz weit öffnete.

    Ich bin froh, dass es Menschen wie Badenoch gibt, die so mutig sind und gegen den Mainstream aus falscher Wissenschaftlichkeit und Medien ankämpfen.

    • @Jolanda

      „Allerdings hat sich da in den letzten Wochen/Monaten wohl etwas verändert.
      Es gab in den letzten Wochen viele Löschexzesse des Moderatorenteams. “

      Das war aber schon länger so. Die Forenmoderation bei der ZEIT ist recht berüchtigt.
      Diese strikte Moderation führt aber – und da gebe ich Dir Recht, weil ich es ganz genauso empfinde – zu einer Blase, in der abweichende Meinungen immer seltener anzutreffen sind. Das Verschieben offener Artikel hinter die Paywall sorgt dann zusätzlich noch dafür, daß eh nur
      die ideologiefeste und zahlende Leser -schaft mitdiskutieren kann. (Wie ist das eigentlich bei paywall-Artikeln der ZEIT – wird da trotzdem im Forum noch moderiert?) Aber anscheinend können sie es sich leisten. Zusätzlich wird hinzukommen, daß die ZEIT ein grün-linkes Blatt ist und die Wahlen vor der Türe stehen. Da werden jetzt auch viele Kommentar-Schreiberlinge im Auftrag der Parteitzentralen von SPD und Grünen unterwegs sein.

      Ich lese da auch nur noch sporadisch, spiegel.de vermeide ich seit längerer Zeit gänzlich.

      • Das geht mir genauso. Beim Spiegel hatte ich schon Jahre vor Relotius den Eindruck, daß regelmäßig ca. die Hälfte der Inhalte falsch oder verzerrt ist, man weiß nur nie, welche Hälfte.

        Bei der Zeit muß man genaugenommen trennen zwischen der Papierausgabe (DIE ZEIT, Hamburg) und ZEIT ONLINE (Berlin und Hamburg). Die erste ist schlimm (geworden), die zweite unerträglich, leider aber sehr erfolgreich. Beide sind im Kern feministische Propagandaschleudern, man weiß immer schon vorher, was kommt, und auch, warum das so ist: sie gehören zu den DvH (Dieter von Holtzbrinck) Medien – Feminismus ist da überall Blattlinie -, und bei der ZEIT ist mit Jutta Allmendinger eine der einflußreichsten deutschen Feministinnen Herausgeber. Die läßt nichts anbrennen.

        Sofern ich überhaupt noch journalistische Produkte lese, dann inzwischen am häufigsten die NZZ.

  13. https://threadreaderapp.com/thread/1422181544161128450.html

    You’re struggling to understand why some people are vaccine hesitant. The “let me help you” megathread:

    Imagine you’re a normal person. The year is 2016. Rightly or wrongly, you believe most of what you see in the media.

    Again, you ask “How could this happen?” and again the media has the answer: racism. “Your country is racist”, they tell you. If you’re white, this seems strange to you. Other than a handful of idiots, you’ve never met a racist.

    (Doch, ne Menge, aber die sind maximal auf dem Papier deutsch und werden’s ebensowenig je sein wie ein Eisbär ein Wüstentier)

    If you’re an ethnic minority immigrant like me, this seems even stranger. Why would people in one of the most welcoming, tolerant countries in the world want to convince themselves their country is racist when it’s so obviously not?

    Wer nicht seit mindestens ner Dekade den totalen Realitätsverlust der Medien ausmacht, mal den Kopf durchchecken lassen und testen ob ein universaler Standard überhaupt mit dem Gerät denkbar ist, vermutlich hapert’s daran.

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