Die südkoreanische „Keine Verabredungen, kein Geschlechtsverkehr, keine Heirat, keine Kinder“-Bewegung für Frauen

Ein interessanter Artikel zu etwas, was so ziemlich eine MGTOW Bewegung für Frauen aus Südkorea zu sein scheint:

The number of South Korean women that don’t care about finding a boyfriend or a fairy-tale wedding is growing, and they will decide their own happily-ever-after.

Bonnie Lee told Japanese times that she’s a straight woman who is no longer interested in having relationships with men, and she’s not alone. These women are banding together to reject the rigid patriarchal norms and they have vowed never to wed, have children, date, or even have intimate relationships with men.

Ich vermute mal der Anteil lesbischer Frauen darunter könnte hoch sein., wenn sie es tatsächlich nur auf Männer beziehen

The 40-year-old Lee, who lives with her dog in Seoul, said that she’s always felt that there are more disadvantages than advantages to being married as a woman, and she has now embraced the nation’s radical feminist movement called 4B. It comes from “Four No’s”: no dating, no intercourse, no marriage, no child-rearing.

Klingt für mich nicht unbedingt nach einem Rezept für ein glückliches Leben, aber andererseits ist es ja eine freiwillige Sache, die man jederzeit abbrechen kann

Wives in South Korea are often expected to work, raise children, and care for aging in-laws, so it’s one of the reasons marriage rates are on the fall in South Korea. Lee, who has two master’s degrees, explained that a woman’s previous life and work experience don’t matter in the marriage market, and being highly educated also becomes a minus point for some ridiculous reason. According to her, what matters the most as a potential wife is whether or not a woman is capable of caring for her husband and in-laws.

Auch etwas, was in den intersektionalen Betrachtungen immer wieder zu kurz kommt: Viele Länder sind wesentlich konservativer als die Länder in denen sie ihr Hauptfeindbild ausbauen, den alten weißen Mann. Gerade die asiatischen Länder haben noch sehr traditionelle Geschlechterrollen in vielen Bereichen, anscheinend ja selbst ein technisch sehr modernes Land wie Südkorea.

A recent hit movie named “Kim Ji-young, Born 1982” features such issues, such as women hitting barriers at work and experiencing problems at home after giving birth.

The movie is based on a controversial feminist novel, centered on a married South Korean woman who has decided to quit her job and she now struggles to raise her child with limited support. The movie has been rated an average of 9.5 out of 10 stars by female viewers, but only 2.8 out of 10 by men.

Von dem Wikipediaartikel zu dem Buch:

The story-line centers on a housewife who becomes a stay-at-home mother and later suffers from depression. It focuses on the everyday sexism the title character experiences from youth

Cho Nam-Joo says that it was her intention to „make this into a public debate“.[6]

„I thought of Kim Jiyoung’s character as a vessel that contains experiences and emotions that are common to every Korean woman.“

— Cho Nam-Joo
She stresses that the hardships the Korean women have to go through need to be discussed publicly and the sexual harassments and discrimination they encounter should be taken seriously.[7] Kim Jiyoung is not entirely a fictional novel as it contains a statistical data „so that its message wouldn’t be dismissed as a made-up account of one woman’s experience“.[8] Cho collected the sources she needed and finished a book within 2 months.[9] Her wish of evoking a public debate came true. The book turned out to be an international bestseller and in 2018 it became a part of the feminist campaign in South Korea as well as the „Escape the Corset“ and #MeToo movements.[10] It also inspired the 4B movement.[11] According to Cho Nam-Joo, the Korean women still experience sexual abuse and inequality but not as often as they did in the past. Since they started to protest and speak up the situation began to change, though very slowly. Cho also said she believed the situation of women would not get any worse.[12]

Reports say that working wives spend 4 times more time on domestic chores than their husbands in the country, and almost 47 percent of single and never-married Korean women said that they thought marriage was necessary only a decade ago. The number has fallen to 22.4 percent last year, and the number of couples getting married has dropped from 434,900 in 1996 to 257,600 in 2018.

According to 4B, the movement has at least 4,000 followers, and a feminist YouTube channel that features messages of boycotting marriage has more than 100k subs.

To add to that, these groups are emerging against South Korea’s spy-cam epidemic, whose victims are mostly women.

Also anscheinend eine relativ kleine Bewegung mit vielen, die sich dafür interessieren.

Meine Frage wäre da ja eher, warum man direkt so dramatisch sein muss und allem entsagen muss. Keine Kinder zu bekommen, aber mit einem Freund zusammen zu leben, dürfte ja eigentlich schon reichen um den meisten Fallen zu entgehen.

Aber jeder so, wie er will.

31 Gedanken zu “Die südkoreanische „Keine Verabredungen, kein Geschlechtsverkehr, keine Heirat, keine Kinder“-Bewegung für Frauen

  1. Ich kann die da schon verstehen und diese Spy-Cam Epidemie, wenn es eine ist, ist ein Unding.

    Interessant dabei wäre natürlich die Sicht der Lage aus dem Blickwinkel der Männer und welche ihre Ansprüche an diese, die Frauen zurückschrauben würden, sobald sie bekommen was sie wollen.

    • Aus einem BBC-Artikel hier: https://www.bbc.com/news/world-asia-45040968

      He put a small camera up her skirt. She spotted him and grabbed his phone – only to find other footage of her on there, and being discussed by other men.

      2018 ist so – bei koreanischen Handys – S7 / S8. Die kannst Du niemandem aus der Hand nehmen; die sperren sich dann – mein neueres Xiaomi auch. Weil sowas halt gerne geklaut wird. Das „Problem“ mag existieren, aber die Geschichte stinkt.

  2. Asiatische Gesellschaften sind da schon ziemlich extrem. Die Erwartungen sind hoch für beide Geschlechter und der Druck ist immens.
    Für Frauen ist es Familie (erfolgreiche Kinder, Pflege der Alten) und für Männer der Beruf.
    Wenn Frauen sich aus ersterem zurückziehen, dürfen Männer das dann auch im Beruf?
    Ich denke eine Verweigerung hilft nicht weiter. Es wäre angebracht seine gesellschaftlichen Normen zu hinterfragen und zu optimieren.

  3. So ähnlich wie MGTOW im Westen ist das vermutlich nur für eine extreme Minderheit interessant. Wenn es mehr werden, dann ist das eher zu begrüßen. Ich bin der Meinung alle Feministen sollten es so halten.

  4. Ähm… was hier nicht erwähnt ist, aus dem ersten Artikel:

    > The 40-year-old Lee

    Ich bin sicher, dass es sich bei den anderen Protagonistinnen dieser „Bewegung“ auch um so tolle, starke Frauen handelt, und südkoreanische Männer eigentlich total scharf auf alternde Zicken sind.

  5. These women are banding together to reject the rigid patriarchal norms

    Opferfeminismus.

    Warum sind diese Normen „patriarchal“? Die Normen sind sozial. Und werden von beiden Geschlechtern aufrechterhalten.

    Ich hasse diesen Vollidiotenjournalismus, der sich wahllos bei etablierten Narrativen und Denkschablonen bedient, ohne das Gehirn einzuschalten. 🙂

    Südkorea hat(te) doch auch weibliche Regierungschefs, oder?

    Eine Wertung wie „patriarchal“ paßt allenfalls auf Gesellschaften im 19. Jahrhundert und früher.

    Aber ich war trotzdem erstaunt, daß ein ironisches Bild mit dem Titel „Die Emanzipierte“ aus den 1860er Jahren stammt. Das mal zum Thema Patriarchat. Das Bild zeigt eine zigarrerauchende Frau.

  6. Sobald irgendwo auf der Welt ein paar Frauen mit der Gesamtsituation unzufrieden sind, wird das ganz grosse Fass aufgemacht und eine global wirkmächtige Struktur behauptet, die den Tanten ein glückliches Leben verwehrt.

  7. Südkorea hat übrigens die niedrige Geburtenrate der Welt, mittlerweile signifikant unter 1.0. Das würde ich schon als Hinweis verstehen, dass da gesellschaftlich ein paar Dinge suboptimal laufen.

    • Was glaubst du was wir hier ohne den Zuzug von geburtenstarken Glaubensrichtungen hätten? Die haben halt keine so ausgeprägte Migration aus diesem Kulturkreis. Bei uns ist auch nur 1,4 Kinder pro Frau angesagt. In Berlin und Düsseldorf bekommen keine „Kartoffeln“ Kinder. 😂

      • „Was glaubst du was wir hier ohne den Zuzug von geburtenstarken Glaubensrichtungen hätten? “

        Signifikant mehr als Südkorea. Japan hat beispielsweise auch eine Rate von 1,4 und die südkoreanische lag 2012 auch noch bei 1,3. In diesem Rahmen bewegt sich auch die deutsche seit Jahrzehnten, aber die ostdeutsche sank bezeichnenderweise nach der Wende unter 1.0

  8. Hm. Findet man 4000 pro Land nicht zu jedem Pläsierchen, wenn man nur danach guckt?
    Also außer Arschgeweihe; die scheinen ja völlig verschwunden zu sein.

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