Soziale Kosten einer schlechten Bindung zu Müttern bzw Vätern

Eine interessant Studie zu der Entwicklung von Kindern in Abhängigkeit zur Bindung an ihre Eltern:

Abstract
Background

Knowing that your parent or caregiver will be there for you in times of emotional need and distress is a core aspect of the human experience of feeling loved and being securely attached. In contrast, an insecure attachment pattern is found in many antisocial youth and is related to less sensitive caregiving. Such youth are often distrustful of adults and authority figures, and are at high risk of poor outcomes. As they become adults, they require extensive health, social and economic support, costing society ten times more than their well-adjusted peers. However, it is not known whether insecure attachment itself is associated with higher costs in at-risk youth, independently of potential confounders, nor whether cost differences are already beginning to emerge early in adolescence.

Methods
Sample: A total of 174 young people followed up aged 9–17 years (mean 12.1, SD 1.8): 85 recruited with moderate antisocial behaviour (80th percentile) from a school screen aged 4–6 years; 89 clinically referred with very high antisocial behaviour (98th percentile) aged 3–7 years. Measures: Costs by detailed health economic and service-use interview; attachment security to mother and father from interview; diagnostic interviews for oppositional and conduct problems; self-reported delinquent behaviour.
Results
Costs were greater for youth insecurely attached to their mothers (secure £6,743, insecure £10,199, p = .001) and more so to fathers (secure £1,353, insecure £13,978, p < .001). These differences remained significant (mother p = .019, father p < .001) after adjusting for confounders, notably family income and education, intelligence and antisocial behaviour severity.

Conclusions
Attachment insecurity is a significant predictor of public cost in at-risk youth, even after accounting for covariates. Since adolescent attachment security is influenced by caregiving quality earlier in childhood, these findings add support to the public health case for early parenting interventions to improve child outcomes and reduce the financial burden on society.

Quelle: The cost of love: financial consequences of insecure attachment in antisocial youth (Alternativlink)

Also kurz gefasst:

Kinder, die eine schlechte Bindung zu ihrer Mutter hatten, haben höhere Kosten für die Allgemeinheit verursacht und das Problem besteht noch viel stärker, wenn sie keine gute Bindung zu ihrem Vater haben.

Allerdings wurden hier auch Kinder getestet, die außerhalb der Norm liegen, so dass sich die Zahlen nicht ohne weiteres übertragen lassen.

Table 3 shows costs according to attachment security to mother and father. Children securely attached to their mother cost £6,743, whereas those insecurely attached cost £10,119 (p=0.001, Mann-Whitney U test). Differences were more striking for fathers, securely attached youths cost £1,353 whereas insecurely attached youths cost £13,978, an over tenfold difference. The greatest part of the cost came from those youths who had to be placed out of home due to their risky behaviour, next came extra costs incurred by schools, followed by family-borne costs (e.g. repairs, productivity loss), and additional health and social care services for the family. Whilst not necessarily large at this age, the differences between insecurely and securely attached youth were double or more across nearly all domains.

Da ich ja nun einmal ein Biologist bin noch die folgende Anmerkung:

Bei dem Studiendesign gibt es keine „Kontrollgruppe“, die auf die Genetik selektiert. Asoziale Väter könnten eben auch aufgrund der Verebung entsprechender Eigenschaften eher asoziale Kinder, haben gerade in dem Bereich der besonders auffälligen Kinder.

Und wenn die Kinder keine Bindung aufnehmen konnten, weil der Vater eben gerade weil er eher asozial war, nicht bei der Mutter geblieben ist und sich auch nicht um sein Kind gekümmert hat, gleichzeitig aber von Temprament, sozialen Fähigkeiten etc evtl ihrem Vater ähneln, dann würde dies zu dem hier vorgefundenen Bild beitragen bzw gerade in der Kombination könnte es für sie schwerer sein eine ´sichere Bindung zum Vater aufzubauen.

 

 

8 Gedanken zu “Soziale Kosten einer schlechten Bindung zu Müttern bzw Vätern

  1. Also kurz gefasst: Kinder, die eine schlechte Bindung zu ihrer Mutter hatten, haben höhere Kosten für die Allgemeinheit verursacht und das Problem besteht noch viel stärker, wenn sie keine gute Bindung zu ihrem Vater haben.

    Wenn eine Gesellschaft den Kindern die Väter nimmt, muss sie halt dafür bezahlen. Im US-Jugendknast sitzen fast nur Vaterlose, bei uns ist das ähnlich, aber es gibt wohl keine genauen Zahlen. So eine Knastkarriere kostet die Gesellschaft viel Geld.

    Wer sich darüber beschwert, der sollte primär Sorge dafür tragen, dass Vater-Kind-Beziehungen gefördert werden. Aber das Gegenteil ist der Fall.
    Als asozial sehe ich also weder Väter, Mütter oder Kinder, sondern in erster Linie eine matriarchale Gesellschaft, die Reproduktion, Erziehung und Bestimmungshoheit über das Kind komplett Frauen überlässt und das auch noch unter einem feministischen Diktat.

    Was soll den so ein Junge in der Welt anfangen, in der er qua Geschlecht böse ist, weder auf gleichberechtigte Bildung noch auf Quoten hoffen darf und überall nur gesagt bekommt: Selbst schuld!

    Dem wird nie die Chance zuteil, überhaupt verstehen und lernen zu können, was ein Gender Empathy Gap sein könnte.

    • „Wer sich darüber beschwert, der sollte primär Sorge dafür tragen, dass Vater-Kind-Beziehungen gefördert werden. Aber das Gegenteil ist der Fall.

      Als asozial sehe ich also weder Väter, Mütter oder Kinder, sondern in erster Linie eine matriarchale Gesellschaft, die Reproduktion, Erziehung und Bestimmungshoheit über das Kind komplett Frauen überlässt und das auch noch unter einem feministischen Diktat.“

      Chapeau! Besser lässt es sich nicht zusammenfassen, was die letzten 25-30 Jahre passierte und vor allem schief lief.

      Und ich sehe bei vielen jungen Männern mittlerweile eine gewisse Resignation vor ihrem eigenen Dasein: Wer bin ich eigentlich, dass ich überhaupt irgendwo hin will?.
      Das sind die Folgen einer identitären Politik, einer permanenten Trennung in kleinste Grüppchen, mit dem Anspruch an den großen Rest. Nur Männer sind von diesen Grüppchen wegen ihres Geschlechts ausgeschloßen. Und zumindest bei den Grünen ist dies gesichert strukturell verankert, das wissen wir seit das Frauenstatut öffentlich ist. Feminismus ist Hass, Hass auf Männer und deren toxische Männlichkeit. Wir sollten uns über einige unerwünschte Entwicklungen bei Männern nicht mehr wundern. Die öffentliche/mediale Unverständnis wenn es um Männeranliegen geht, wird diese Entwicklung beschleunigen.
      Jungs benötigen mehr postive (oder überhaupt) Rollenvorbilder. Meine Forderung: mehr männliche Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter in die Schulen und überhaupt mehr Angebote in den Schule für Jungs.

  2. Eine alternative sozialpsychologische Theorie:

    Mütter haben die Macht. Diese missbrauchen sie. Ein Vater hat nicht die Möglichkeit, die Mutter aus der Familie zu entfernen. Ein alleinerziehender Vater hat nicht in einem brutalen Willkürakt Kinder und Mutter getrennt, sich aus selbstsüchtigen Motiven über die Interessen der Kinder hinweggesetzt. Er wird aus anderen Gründen alleinerziehend, etwa, weil die Mutter bei einem Unfall oder durch eine Krankheit ums Leben kam. Er wird also dem Kind ermöglichen, um den Verlust zu trauern. Dem gegenüber steht die Mütterherrschaft, welche auf Macht und Willkür thront und Kindern verbietet, den Verlust des Vaters zu betrauern und diese Brutalität für die ganze Beziehung prägend ist. Väter sind nicht besser, es ist nur so, dass Mütter so schlecht sind, und das sind sie, weil man ihnen den Missbrauch ihrer Macht durchgehen lässt, ja sie dazu ermuntert.

  3. Danke Chris.

    Erst mal halte ich Studien mit so einer winzigen Gruppe fuer extrem anfaellig fuer Sample-Bias. Aber das wird so bleiben, wenn 10 Mio ‚Wissenschaftler‘ die Hand nach Staatsgeld ausstrecken, anstatt nur die 5%, die es wert waeren. Dann kriegt halt jeder immer zu wenig Geld, muss mit politischen Triggern aufwarten (in dem Fall die angeblichen hohen Kosten, die fast ausschliesslich Heimunterbringung waren), um vielleicht einen Nachfolge-Grant zu kriegen.

    Das ‚moderate risk‘ sample weicht bei den attachment Variablen nicht gross vom nationalen Durchschnitt ab (der erbaermlich ist). Nur bei der ‚high risk‘ Gruppe weichen die attachment Variablen fuer Vater und Mutter jeweils ca. 20 Prozentpunkte nach unten ab. Statistische Analyse macht das Offensichtliche nicht immer klarer 😉

    Grob geschaetzt sieht mir das vor allem nach dem „Baby Mama Syndrom“ aus. D.h. sehr junge, ungebildete Frauen werden geschwaengert, Vater verduennisiert sich, und dann kriegt sie noch mal 3-4 weitere Babys, damit die Stuetze reicht.

    Ich frage immer, nach was wurde nicht untersucht? Immerhin war IQ dabei (kein Wunder beim dem Haufen Psychiatern). Rasse wurde nicht klar aufgeschluesselt, aber der Anteil der sog. ‚minorities‘ war 3 mal so hoch wie im Landesdurchschnitt. Und nach Religion, Kirchenzugehoerigkeit, usw. wurde auch nicht gefragt, denn das kann (insbes. aber in den USA) ein wichtiger Faktor sein.

  4. Diese Erkenntnisse sind schon alt, sie werden auch von Alice Miller angeführt, und man muß schon extrem emotional verkrüppelt sein, wenn man dafür überhaupt Studien braucht, um diese Zusammenhänge zu begreifen.

    Bei dem Studiendesign gibt es keine „Kontrollgruppe“, die auf die Genetik selektiert. Asoziale Väter könnten eben auch aufgrund der Vererbung entsprechender Eigenschaften eher asoziale Kinder, haben gerade in dem Bereich der besonders auffälligen Kinder.

    Das ist so extrem dumm, daß man gar nicht mehr weiter weiß.

    So nach dem Motto: Die Kinder solcher Eltern leiden gar nicht. Sie haben einfach nur die schlechte DNA ihrer Eltern geerbt und sind deshalb ebenfalls asozial.

    Es muß schon seinen Grund haben, warum der Blogautor einer Partei emotionaler Krüppel wie der FDP nahesteht.

    Linke sind aber auch häufig nicht besser: Sie probieren bis zur Vergasung irgendwelche Reformkonzepte in der Pädagogik und deregulieren die „Herrschaftssprache“ oder wollen Noten abschaffen und glauben dann, sie seien super progressiv. Dabei ist der entscheidende Faktor die respektvolle emotionale Beziehung der Lehrer und Eltern zu den Kindern.

    Ich kann nur den intelligenteren Leuten empfehlen, die Bücher von Alice Miller zu lesen. Dann versteht man besser, warum unsere Welt so destruktiv ist.

    PS: Der Biologismus des Blog-Autors in dieser Frage ist übrigens ein typisches Zeichen pathologischer Männlichkeit. Männer haben besondere Talente, physische Zusammenhänge zu erkennen. Pathologisch wird es, wenn man auf psychologischer Ebene ein Analphabet ist und zwanghaft physische Zusammehänge postuliert, wo wie in diesem Fall schon seit Jahrzehnten die psychischen Kausalitäten bewiesen und offensichtlich sind. Solche Männer haben irgendwie die letzten 50 Jahre nicht mitbekommen und könnten ruhig mal ein bißchen ihre verkümmerte weibliche Seite weiterentwickeln.

    Man kann im übrigen auch traumatische Kindheiten aufarbeiten, sodaß man keineswegs gezwungen ist, ebenfalls ein asoziales Elternteil zu werden. Auch dies spricht gegen diesen vorsintflutlichen Biologismus.

    Und haben all die jungen Muselmanen, die häufiger kriminell werden, schlechte Gene? Oder liegt es einfach an der deutlich autoritäreren und gewalttätigeren Erziehung in diesem Milieu und Kulturkreis?

    • Deine Beleidigungen sind mal wieder unter aller Sau und genauso wenig überzeugend, wie deine Behauptungen und dein Alice Miller-Fetisch. Gelegentlich denkt man, du hast endlich geschnallt, wie man argumentiert… und dann kommt wieder sowas.

      Ganz ehrlich?: irgendwas stimmt in deinem Kopf nicht!

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