Blutspenden als Homosexueller

Erneut über Arne dieser Bericht:

Ende eines umstrittenen Verbots

Ab Herbst sollen auch homosexuelle Männer einfacher Blut spenden dürfen. Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mitgeteilt. Damit fällt ein jahrzehntealtes Verbot. Seit der Aidskrise in den 1980er-Jahren war es Männern, die Sex mit Männern haben, verboten, Blut zu spenden. 2017 gab es zwar eine Lockerung, doch auch die führte an der Lebensrealität der Meisten vorbei.

Nur wer ein Jahr lang keinen Sex hatte, darf Blut spenden
Wer aktuell als schwuler oder bisexueller Mann Blut spenden will, steht vor einem Problem: Um nämlich spenden zu dürfen, muss er mindestens ein Jahr lang keinen Sex mit einem anderen Mann gehabt haben. Egal, ob es sich bei dem Kontakt um den Ehemann handelte und auch egal, ob Kondome benutzt wurden. Die so genannte „Rückstellfrist“ wurde mit einem erhöhten Übertragungsrisiko für Infektionskrankheiten wie HIV begründet. Ein Jahr lang enthaltsam leben, nur um Blut spenden zu dürfen – das dürfte für die meisten Menschen an der Realität vorbeigehen.

Ich schätze mal die Jahresregel war letztendlich gleichbedeutend damit, dass man als Schwuler gar nicht spenden durfte, wenn man nicht unehrlich war. 
Regelung gilt nicht bei sexuellem Risikoverhalten
Die Rückstellfrist soll für Männer, die Sex mit Männern haben, abgeschafft werden, wenn sie in einer monogamen Beziehung leben. Eheleute müssen also nicht ein Jahr enthaltsam leben, solange sie keine offene Beziehung führen. Außerdem heißt es, dass die Abschaffung explizit nicht für Männer mit einem sexuellen Risikoverhalten gelten soll. Damit sind unter anderem häufig wechselnde Partner oder One-Night-Stands gemeint. Sie müssen zukünftig aber nicht mehr ein Jahr, sondern nur noch vier Monate vor einer Blutspende auf Sex verzichten.
dazu passend noch einmal aus einer Studie zum Sextrieb:
They found that gay men had higher frequencies of sex than lesbians at all stages of relationships. Within the first 2 years of a relationship, for example, two thirds of the gay men but only one third of the lesbians were in the maximum category of having sex three or more times per week (the highest frequency category). After 10 years together, 11% of the gay men but only 1% of the lesbians were still in that category of highly frequent sex. At the other extreme, after 10 years nearly half the lesbians,  but only a third of the gay men, were having sex less than once a month. Even that difference may be a substantial underestimate of the discrepancy in sexual activity: Blumstein and Schwartz reported that the gay men who had largely ceased having sex after 10 years together were often having sex with other partners, whereas the lesbians who had ceased having sex together had generally not compensated for this deficit by finding other sexual outlets. A lack of sexual desire and activity in women is reflected in the phrase “lesbian bed death,” (e.g., Iasenza, 2000) which has been coined to describe the low levels of sexual activity among lesbians in long-term relationships. Similar conclusions emerged from an earlier study by Bell and Weinberg (1978), which did not limit its sample to people in committed relationships and is thus a useful complement to the Blumstein and Schwartz (1983) study. White homosexual men were more likely than lesbians (47% vs. 32%) to report having sex more than once per week. A similar difference was found among gay Blacks (65% vs. 56%) (…)

Die Frist von einem Jahr wurde von vielen Experten kritisiert, schließlich wird jede Blutkonserve auf Infektionskrankheiten wie HIV getestet. Außerdem ist HIV rund sechs Wochen nach der Infektion sicher nachweisbar. Die Deutsche Aidshilfe bezeichnet diese Regelung deshalb als diskriminierend und ohne wissenschaftliche Grundlage. Gerade vor dem Hintergrund häufig knapper Blutkonserven sei diese Regelung nicht nachzuvollziehen: „Generell gilt es zu berücksichtigten, dass der Verzicht auf mögliche Blutspenden im Fall einer Blutknappheit Leben kosten kann.“ Auch mit der Verkürzung der Frist auf vier Monate bei sexuellem Risikoverhalten sind Blutkonserven in Deutschland also weiterhin sehr sicher.

Es wäre interessant, ob sich da jetzt was ändert. Wann wer mit wem Sex hatte ist ja eh nicht zu kontrollieren.
Interessieren würde es mich ob es Statistiken darüber gibt, wie oft Blut von homosexuellen Männern im Verhältnis zu heterosexuellen Männern verwendbar war.

Denn eine solche Statistik wäre ja eigentlich das beste Argument in der Debatte.

Wäre- Zahlen aus der Luft gegriffen – die Hälfte der Proben bei Homosexuellen nicht verwertbar, bei Heterosexuellen aber eine nur geringer Teil, dann könnte ich sogar verstehen, dass man da den Aufwand evtl zu groß findet. Aber wenn die Unterschiede zumindest inzwischen, also nach dem Höhepunkt der Aids Epidemie nahezu gleich – oder gar geringer wären, dann gäbe es eben auch keinen Grund für eine Ungleichbehandlung.

 

67 Gedanken zu “Blutspenden als Homosexueller

  1. Das Problem ist komplexer als es aussieht.
    1. Zunächst einmal wird nicht jede Spende getestet, sondern es wird gepoolt. Findet man was, dann müssen gleich mehrere Liter weggeworfen werden.
    2. Die Tests haben falsch negative Ergebnisse. Insbesondere wenn die Infektion noch nicht lange zurück liegt.
    3. Es gibt in Deutschland etwas über 88.000 erkannt HIV positive Menschen und davon sind immerhin 56.000 schwule Männer. Das ist schon eine relativ hohe Quote an Infizierten. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass bei 41 Mio Männer 2 Prozent schwul sind, dann haben wir 800.000 schwule Männer vom Säugling bis zu Greis und dann ist es auch bezogen darauf eine enorm hohe Zahl.
    4. Korreliert HIV natürlich mit Krankheiten die auf ähnliche Weise übertragen werden wie Hepatitis B + C.

    So gern ich das auch für Homophobie halten würde (ich denke, dass niemand wegen seiner Sexualität ausgeschlossen werden darf), so sehr sagt der Ingenieur in mir, dass die Risikobewertung ziemlich eindeutig ist.

    • „HIV positive Menschen und davon sind immerhin 56.000 schwule Männer.“

      Das ist mehr als ich dachte.

      „Selbst wenn wir davon ausgehen, dass bei 41 Mio Männer 2 Prozent schwul sind, dann haben wir 800.000 schwule Männer“

      Das ist weniger als ich denke 🙂 Die Frage im Blutspender-Frageboten lautet „Hatten Sie schon einmal Sexualverkehr mit einem anderen Mann?“ Also jemals, ohne zeitliche EInschränkung, und es reicht einmal. Das betrifft wahrscheinlich etliche Millionen.

    • @Sebastian

      Das ist ein guter Beitrag, der letztlich nahelegt, Schwulspenden zu verbieten.

      Es ist ganz offensichtlich der Gesinnungsdruck des vereinigten Gutmenschentums, der jetzt zu den Lockerungen führt.

      Man will sich ganz offensichtlich nicht den Anschein geben, Homosexualität auch nur indirekt zu pathologisieren. Aber man könnte eben noch so einiges mehr herausfinden, wenn man sich wirklich kritisch mit diesem Phänomen auseinandersetzen würde.

    • „3. Es gibt in Deutschland etwas über 88.000 erkannt HIV positive Menschen und davon sind immerhin 56.000 schwule Männer. Das ist schon eine relativ hohe Quote an Infizierten.“

      … und noch keine empörten Rufe der Feministinnen diese Quote auszugleichen. Entweder weniger Männer oder die Frauen müssen hier noch eine Männerdomäne erobern (wird ja gerne so formuliert).

    • Ich kann das tatsächliche Risiko einer HIV-Übertragung per Blutspende nicht genau einschätzen. Ich bin mir aber sicher, dass nicht nur Schwule zu riskantem Sexualverhalten neigen. Und letztendlich kann das Virus auch von Heterosexuellen und/oder Lesben übertragen werden.
      Ein Verbot grenzt nur unnötig aus, zumal bei entsprechender Beantwortung des Fragebogens die Blutspenden getestet werden können.
      Menschen aufgrund ihrer sexuellen Neigung (und einem dazugehörigen Leben) auszugrenzen war imho noch nie zeitgemäß und ist heutzutage auch nicht mehr zu rechtfertigen.

      Wenn Fragebogen und Test zu aufwendig und teuer ist, dann liegt das vielleicht u.a. auch daran, dass sich mit Blutspenden gutes Geld verdienen lässt. Dann sollte man aber aufhören rumzuheulen, dass Spenderblut knapp wird.

      • „Ich kann das tatsächliche Risiko einer HIV-Übertragung per Blutspende nicht genau einschätzen. Ich bin mir aber sicher, dass nicht nur Schwule zu riskantem Sexualverhalten neigen. Und letztendlich kann das Virus auch von Heterosexuellen und/oder Lesben übertragen werden.“
        Riskantes Sexualverhalten? Schwule sind Männer die keinerlei Restriktionen ausgesetzt sind. Stell dir vor, du hast die Möglichkeit mit praktisch jeder Frau die dir über den Weg läuft Sex haben zu können. So geht es Schwulen im Sexclub. Sie können genau das tun, was den heterosexuellen Prolls immer vorgeworfen wird „Tschuldigung Ficken?“, nur dass das Gegenüber extrem oft „Ja“ sagt.
        Das fördert extrem riskantes Sexualverhalten, da keinerlei Restriktionen mehr existieren. Verbunden mit der Gefahr von Analsex der oft mit Blutungen verbunden ist (Mikrorisse der Darmwand) ist das kein Wunder, dass HIV bei Schwulen weitaus verbreiteter ist als bei Heten. Wären Frauen genauso wahllos wie die schwulen Männer, gäbe es sicher ähnlich große Probleme mit Heten aber das sind sie nicht. Lesben hingegen haben praktisch gar kein HIV Risiko durch Sex, da, selbst wenn es zur Penetration kommt keine Genitalien, die sehr empfindlich sind, zur Penetration verwendet werden.

        „Ein Verbot grenzt nur unnötig aus, zumal bei entsprechender Beantwortung des Fragebogens die Blutspenden getestet werden können.“
        Ja, zu Recht. Aber ich wenn ich zwischen meiner Gesundheit und der Ausgrenzung anderer wählen kann, dann wähle ich meine Gesundheit. Und bis auf ein paar wenige, werden selbst die Gutmenschen die selbe Wahl treffen, wenn sie vor diese gestellt werden sollten. Ich würde zu gerne den Skandal sehen, wenn das wirklich mal zu eine Übertragung kommt. Und andere Konsequenzen sind da ebenfalls nicht ausgeschlossen, wenn wir den Mord an 50 Schwulen in den USA vor ein paar Jahren zurückdenken. Da hatte sich wohl der Falsche mit dem Virus angesteckt und hat daraufhin ein Massaker in einem Club angerichtet. Nicht jeder nimmt eine Infektion so einfach hin.

          • Es wäre schön, wenn Du dazuschriebest, was genau auf keine Kuhhaut ginge: Etwa der Text des (von mir übrigens sehr geschätzten, ich habe jedes einzelne seiner Bücher hier und mehrmals gelesen) Herrn Goldt oder doch das Posting von PuS?

            Ich bin ziemlich sicher, dass auch Max Goldt nicht leugnen wollen würde, dass eine 50- bis 100-fach über dem Durchschnitt Häufung von HIV bei Schwulen durchaus Gründe haben muss bzw. hat – er schreibt ja nur, dass man a) nicht alle über einen Kamm scheren solle und er es b) ebenfalls lächerlich findet, wenn Menschen sich (selbst oder gegenseitig) vorrangig oder gar nur über ihre Sexualität definieren. Daran, dass ein Schwuler Blutspender durchschnittlich 50-100x so gefährlich für einen Transfusionsempfänger ist, ändern weder a) noch b) noch irgendwelche Empörung irgendetwas.

            Ansonsten möchte ich noch gratulieren: Dass jemand um Max Goldt zu zitieren auf das Schüler-Forum einer Jahrgangsstufe 13 aus dem Jahre 2002 zurückgegriffen hat, ist zumindest mir zum ersten Mal untergekommen 😉

          • PfefferundSalz‘ Text strotzt vor Klischees, Verallgemeinerungen und falschen Schlüssen. Max Goldts Text scheint mir geeignet, einiges davon richtigzustellen. Google findet diesen Text nur an einer einzigen Stelle, und das ist halt zufällig ein exotisches Forum.

          • „PfefferundSalz‘ Text strotzt vor Klischees, Verallgemeinerungen und falschen Schlüssen. Max Goldts Text scheint mir geeignet, einiges davon richtigzustellen. Google findet diesen Text nur an einer einzigen Stelle, und das ist halt zufällig ein exotisches Forum.“
            Die Clubs machen ja gerade wieder auf. Kannst ja mal ins KitKat (am Sonntag) oder ins Berghain (zwischen Freitag und Sonntag) gehen und mir dann EINEN Club in der Republik sagen, wo das ähnlich zwischen Heten so abgeht. In Gegensatz zu dir kenne ich mich in der Fetisch-, BDSM- und Swingerszene hervorragend aus und kenne auch jede Menge Schwule persönlich. Gerade die Szeneschwulen können dir Geschichten erzählen, die du so nicht mal auf den einschlägigen Pornoportalen findest. Aber das scheint ja nicht vorstellbar für dich zu sein, deswegen belaste dich nicht damit. Denk dir einfach „Sexismus, Sexismus“, scheint eher dein Niveau zu sein.

          • @PuS Du musst zwischen den Aussagen „es gibt“, „repräsentativ“ und „alle“ unterscheiden. Nur weil in der Teilmenge T der Bevölkerung das Verhalten V vorkommt, heißt das nicht dass das für alle Mitglieder von T gilt und sie deshalb pauschal anders zu behandeln seien. Erst recht nicht wenn Verhalten V auch bei Nicht-Ts vorkommt. Solche Pseudologik verwenden auch Rassisten, Feministen udgl.

          • „u musst zwischen den Aussagen „es gibt“, „repräsentativ“ und „alle“ unterscheiden. Nur weil in der Teilmenge T der Bevölkerung das Verhalten V vorkommt, heißt das nicht dass das für alle Mitglieder von T gilt und sie deshalb pauschal anders zu behandeln seien. Erst recht nicht wenn Verhalten V auch bei Nicht-Ts vorkommt. Solche Pseudologik verwenden auch Rassisten, Feministen udgl.“
            Nein, in diesem Fall spielt es keine Rolle. Selbst wenn nur 10% der gesamten Schwulen dieses Verhalten an den Tag legen, dann ist die Gefahr trotzdem signifikant erhöht, was ja auch die deutlich höheren HIV Raten zeigen, die unter Schwulen verbreitet sind. Sep hat ja die Statistik vorgelegt.
            Kannst ja mal diese hohen Raten erklären. Und ein kleiner Tipp noch nebenbei: Die Realität schert sich einen Scheiß um Fairness, Inklusion oder Repräsentation. Das sind alles soziale Ideen, die auf der Prämisse beruhen, dass wir im Grunde alle gleich sind. Sind wir aber nicht, deswegen werden Gruppen die diese Ideen extensiv leben, früher oder später an diesen Ideen scheitern.

          • @PuS „Selbst wenn nur 10% der gesamten Schwulen dieses Verhalten an den Tag legen, dann ist die Gefahr trotzdem signifikant erhöht,“

            Das Problem sind die Kategorien die du bildest. Warum sind „Schwule“ eine Kategorie, warum nicht „Linkshänder“, oder – hier vielleicht angemessen – Menschen mit riskantem Sexualverhalten unabhängig davon mit welchem Geschlecht sie dieses treiben.

            „Kannst ja mal diese hohen Raten erklären“

            Die Berechnung der Prozentsätze setzt bereits die problematische Kategoriebildung voraus.

            „Die Realität schert sich einen Scheiß um Fairness, Inklusion oder Repräsentation. Das sind alles soziale Ideen“

            Sicher. Aber der Mensch ist ein soziales Wesen, und die Art wie wir miteinander umgehen ist für uns wichtig. Mit Leuten die das grundsätzlich ablehnen hab ich wenig zu reden.

            Die Kritik am Feminismus ist übrigens nicht, dass er „zu sozial“ sei. Das wäre ja ganz schön. Die Kritik ist, dass er in Wirklichkeit asozial ist, und Etikettenschwindel betreibt.

          • „Warum sind „Schwule“ eine Kategorie, warum nicht „Linkshänder“

            Bei schwulen liegt eben die Besonderheit vor, dass sie Männer sind, und insoweit sowohl einen sehr starken Sexualtrieb als auch einen Wunsch nach einer Vielzahl von sexuellen Partnern (im Schnitt) haben, und nicht durch einen Partner mit einem niedrigeren Sexualtrieb ausgebremst werden, wie heterosexuelle.
            Das führt eben zu einem gänzlich anderen verhalten, in diesem Fall mit einer anscheinend hohen risikobewertung.

            Vom Sexualleben von linkshändern, auch nicht von männlichen linkshändern, ist jedoch eine solche enorme Steigerung im Sex Bereich nicht vorhanden.

            Natürlich muss ein reges Sexualleben nicht zu übertragbaren Krankheiten führen. Eben dann nicht, wenn man passende schutzmaßnahmen verwendet. Durchaus nach wie vor sehr hohe AIDS raten scheinen allerdings dagegen zu sprechen, dass dies passiert

          • „Bei schwulen liegt eben die Besonderheit vor, dass sie Männer sind, und insoweit sowohl einen sehr starken Sexualtrieb als auch einen Wunsch nach einer Vielzahl von sexuellen Partnern (im Schnitt) haben“

            Das variiert, ebenso wie bei Linkshändern. Außerdem haben nicht alle Schwulen analen Sex, wie PuS als selbstverständlich voraussetzte, sondern nur eine Teilmenge, AFAICT nur eine Minderheit. Nicht anders als unter Nichtschwulen. Max Goldt hat das schön herausgearbeitet.

          • Ok warum ist dann die Rate an HIV positiven unter Schwulen so enorm viel höher als unter Heteros (und vermutlich auch Linkshändern)?

          • „Ok warum ist dann die Rate an HIV positiven unter Schwulen so enorm viel höher als unter Heteros (und vermutlich auch Linkshändern)?“

            Sie ist nur unter denjenigen Schwulen hoch, die penetrativen Sex machen. Die übrigen Schwulen – einschl. den sexuell Aktiven – haben kein höheres HIV-Risiko als katholische Nonnen. Diese beiden Teilmengen in die gleiche Statistik-Kategorie zu stecken, macht keinen Sinn.

            Warum gerade unter Schwulen, wahrscheinlich weil unter den ersten Infizierten damals tief in den 80ern zufällig ein Schwuler war und er es unter seinesgleichen weitergab, und diese wieder usw. In Afrika ist HIV unter Heterosexuellen verbreitet, wahrscheinlich weil ein anderer früher Vertreter des Virus einen afrikanischen Heterosexuellen infizierte und er es unter seinesgleichen weitergab. Das sind historische Zufälle.

          • Logik ist manchmal Glückssache. Das Virus trat erstmals in den 1980ern auf. Wo es entstand und zuerst beim Menschen auftrat ist unbekannt. Aus Gründen die heute niemand mehr nachvollziehen kann (vermutlich Zufall), gehörten zu den frühesten bekannt gewordenen Infizierten ein männlicher Homosexueller aus den USA und ein Hetereosexueller aus Afrika.

            Deswegen verbreitete das Virus sich vor allem:

            a) unter Schwulen in Nordamerika und Westeuropa
            b) unter Heteros in Afrika

            Beide Gruppen machen penetrativen Sex. Dieser ist sicher der Hauptverbreitungsweg, aber den betreiben nicht nur Schwule (sie sind sogar nur eine kleine Teilmenge derer die das tun, surprise), nicht nur Afrikaner (surprise) aber nicht alle Schwulen und nicht alle Afrikaner.

            Dass die sexuell aktiven Heteros in Nordamerika und Westeuropa bisher überwiegend verschont blieben, ist reine Glückssache. Wäre einer der ersten Infizierten zufällig ein amerikanischer Hetero gewesen, wäre es heute wahrscheinlich eine „Heteroseuche“ und betroffene Schwule nur eine Fußnote.

          • „a) unter Schwulen in Nordamerika und Westeuropa
            b) unter Heteros in Afrika“

            Könnte es vielleicht sein, dass das ein wenig damit zusammenhängt, dass in vielen Teilen Afrikas Schwule nicht offiziell schwul sind?

            (zudem trägt sicherlich die fehlende Akzeptanz von Kondomen auch dazu bei)

          • „Das variiert, ebenso wie bei Linkshändern. Außerdem haben nicht alle Schwulen analen Sex, wie PuS als selbstverständlich voraussetzte, sondern nur eine Teilmenge, AFAICT nur eine Minderheit. Nicht anders als unter Nichtschwulen. Max Goldt hat das schön herausgearbeitet.“
            Erst mal ist die Frage wie viele Schwule Penetrativen und wie viele Nicht-Penetrativen Sex haben und dann die Frage, wie man diese Schwulen voneinander unterscheiden kann? Gibt es da einen Marker? Ich mal gehört, keine Ahnung, ob das Stimmt, dass diese Ring-Tattoos https://caching-production.jetzt.de/attachments/681241476698294194-tattoo-cover.l.jpg
            Ursprünglich aus der schwulen Szene kommen und anzeigen sollen, wie tief man bei Fisten bereits hereingekommen ist. Könnte also ein Marker sein.
            Und ja, Menschen werden in Gruppen eingeteilt, auch Männer, deswegen sind Männer- und Frauengefängnisse getrennt. Das wurde vor kurzem in den USA etwas entschärft, man hat Männer die sich als Frauen identifizieren, zu den Frauen gesperrt. Seitdem ist die Rate an Vergewaltigungen gestiegen. Seltsam, oder? Hat bestimmt nichts damit zu tun, dass man Menschen, die tendenziell gewalttätiger als der Durchschnitt sind und zölibatär leben müssen, die Gelegenheit zu einem Fick zu geben. Nein, sicher nicht.
            Das Problem, das Leute wie du immer machen ist dass sie die Tatsachen nicht wahrhaben wollen die nun mal da sind. Die Mehrzahl aller Vergewaltiger sind männlich aber das bedeutet nicht, dass die Mehrzahl der Männer Vergewaltiger sind. Trotzdem geht man davon aus, dass die Gefahr in bestimmten Populationen einfach zu hoch ist um dies zu tolerieren, z.B. im Gefängnis. Die Daten selbst sind ganz klar, nur die Maßnahmen unterscheiden sich.

          • „Warum gerade unter Schwulen, wahrscheinlich weil unter den ersten Infizierten damals tief in den 80ern zufällig ein Schwuler war und er es unter seinesgleichen weitergab, und diese wieder usw. In Afrika ist HIV unter Heterosexuellen verbreitet, wahrscheinlich weil ein anderer früher Vertreter des Virus einen afrikanischen Heterosexuellen infizierte und er es unter seinesgleichen weitergab. Das sind historische Zufälle.“
            Schwule haben im Durchschnitt viel mehr Sexpartner als Heten und die Wahrscheinlichkeit der Übertragung bei penetrativem Analsex ist rund 300mal höher als bei vaginalem Sex.
            https://www.queer.de/detail.php?article_id=27615
            https://medizin.plus/krankheiten/hiv-infektionsrisiko

          • „wie man diese Schwulen voneinander unterscheiden kann? Gibt es da einen Marker?“

            Nein

            „Ich mal gehört, keine Ahnung, ob das Stimmt, dass diese Ring-Tattoos“

            Mit welchen Tattoos geben Heteros ihre Vorlieben bekannt? Die Unterstellung, dass alle Schwulen einer Subkultur mit einheitlichen Semaphoren angehören, die sich irgendwie so ähnlich aufstellt wie diese SM-Szene in der du unterwegs bist, hat auch was Lustiges.

          • @Christian „dass in vielen Teilen Afrikas Schwule nicht offiziell schwul sind?“

            Du meinst, in Botswana, Zimbabwe, Lesotho und Südafrika sind mehr als 25% der Bevölkerung heimlich schwul? Da eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten für deren Tourismus-Marketing 🙂

          • „Du meinst, in Botswana, Zimbabwe, Lesotho und Südafrika sind mehr als 25% der Bevölkerung heimlich schwul?“

            nein, ich meine, dass du dort keine verlässlichen Zahlen zu dem Stand von Aids unter Schwulen hast. Der Anteil könnte dort noch höher sein.

            Zu weiteren Problemen:

            Gesellschaftliche Besonderheiten spielen auch eine wichtige Rolle: So gehören zum Beispiel Polygamie und Promiskuität für die Massai zur Kultur. Ein Massai-Krieger hat nicht nur mehrere Frauen, er teilt sie auch mit anderen, was die Verbreitung des Aidsvirus besonders begünstigt. Kondome lehnen die Massai ab.

            https://www.tagesspiegel.de/wissen/aids-angst-und-aberglaube/4246684.html

            „Aber auch für die restliche Bevölkerung in Tansania stehen kulturelle Gepflogenheiten und der Kampf gegen Aids häufig gegeneinander. So verbietet es sich selbst für erwachsene Frauen, im Laden Kondome zu kaufen. Tansania ist außerdem eines von 79 Ländern der Welt, in denen gleichgeschlechtliche Liebe gesetzlich verboten ist. Das alles trägt noch zum Stigma bei, das ohnehin schon ungeheuer stark ist. Kein Wunder, dass manche Menschen nicht weiter wissen. „Ich habe die Hoffnung verloren, ich sehe keine Zukunft“, sagt Gladness Hasan, eine junge, HIV-infizierte Frau.“

            https://en.wikipedia.org/wiki/HIV/AIDS_in_Africa#The_role_of_stigma
            https://en.wikipedia.org/wiki/HIV/AIDS_in_Africa#Causes_and_spread

          • @Christian “ dass du dort keine verlässlichen Zahlen zu dem Stand von Aids unter Schwulen hast“

            Dazu hab ich auch keine Behauptung aufgestellt. Die Aussage ist, dass HIV in Teilen Afrikas eine „Hetero-Seuche“ ist, das geht aus den Statistiken eineindeutig hervor.

          • Boah, bekackte WordPress-Verschachtelung….

            @anorak2 kleiner Hinweis:
            wir sind hier nicht in Afrika. Und nichts als Du in Afrika an Korrelationen findest, ändert etwas daran dass der stabile „Vorsprung“ den die Schwulen in Deutschland hinsichtlich HIV haben (und das schon sehr, sehr lange) und dass es dafür Gründe gibt. Und dass in Afrika – und NUR in Afrika – AUCH Heterosexuelle stark von HIV betroffen sind, hat eben auch Gründe.

            Ich glaube fast, Du muss Dich mal von dem Irrglauben trennen, dass Statistiken versuchen etwas über Individuen auszusagen oder sie gar zu bewerten.

          • @Seb „Vorsprung“ den die Schwulen in Deutschland hinsichtlich HIV haben“

            Das bestreitet niemand. Ich habe einigen von PuS‘ dummen Klischees widersprochen.

            1. HIV ist nicht irgendwie biologisch an Schwulsein geknüpft. Es ist ein historischer Zufall, dass es in den westlichen Ländern vor allem in dieser demographischen Gruppe verbreitet ist, aber keine biologische Zwangsläufigkeit wie manche hier glauben.

            2. Schwule machen nicht alle Analverkehr, sind nicht alle sexsüchtig, sind nicht alle promisk. Umgekehrt sind diese Verhaltensweisen nicht auf Schwule begrenzt.

            3. Wegen all dem gibt es jede Menge Schwule, deren HIV-Risiko faktisch null ist. „Schwule“ als Gruppe bei dem Thema gleichzusetzen und einen Durchschnitt über sie zu bilden, hat deswegen keine Aussagekraft. Man kann die Bevölkerung bei der Durchschnittsbildung auf in anderen Teilmengen aufteilen als „Schwule“ und „Heteros“, und es gibt für die Fragestellung „wie häufig ist HIV in welcher Teilgruppe“ sinnvollere Aufteilungskriterien als diese.

            „Und dass in Afrika – und NUR in Afrika – AUCH Heterosexuelle stark von HIV betroffen sind, hat eben auch Gründe.“

            Alles hat immer Gründe. Afrika habe ich Beleg für Feststellung #1 genannt.

            „Ich glaube fast, Du muss Dich mal von dem Irrglauben trennen, dass Statistiken versuchen etwas über Individuen auszusagen oder sie gar zu bewerten.“

            Statistiken nicht, aber Leute die Statistiken zitieren schon. PuS hat oben was von Morden an Schwulen geschrieben und dafür sowas wie Verständnis ausgedrückt. Neben vielem anderen was dagegen zu sagen ist, ist es die zirkuläre Logik: Welche Vorurteile jemand verbreiten will, wird nämlich bereits dadurch vorbestimmt in welche Teilmengen man die Bevölkerung bei der Zählung aufteilt.

          • Na dann darfst Du Dich aber nicht mehr darüber aufregen, dass man schwule Blutspender (bzw. tatsächlich ja ALLE Blutspender) fragt, ob sie zu den 10% „Hochrisikoschwulen“ gehören – das ist ja einer der Aufhänger für die, die mit Schaum vor dem Mund von Diskriminierung faseln (beschweren sich eigentlich die >95% Heterosexuellen, dass sie erst einmal gefragt werden, ob sie schwul und promiskuitiv sind?). Und ich finde diese Frage genau so berechtigt wie die, ob man Medikamente nimmt die gesunde Leute umbringen würden o.Ä.

          • @Seb „dann darfst Du Dich aber nicht mehr darüber aufregen“

            Ich habe mich gar nicht aufgeregt. Von Diskriminierung habe ich auch nichts geschrieben, denn nicht Blut spenden zu dürfen ist kein schlimmer Nachteil. Ich halte die aktuelle Praxis für sinnfrei, aber ein schreiendes Unrecht ist sie nicht. Ist nur schade, weil es nicht sein müsste.

            „ob sie zu den 10% „Hochrisikoschwulen“ gehören“

            Danach wird aber nicht gefragt. Es wird gefragt „Hatten Sie schon einmal Sex mit einem anderen Mann“, ohne zu fragen ob es eine riskante Art von Sex war, wie lang das her ist, und wie oft im Leben das vorkam. Das macht so überhaupt keinen Sinn für die Risikoabschätzung.

          • Wie jetzt, ich dachte genau das haben sie jetzt geändert? Wenn das jetzt noch ein Ausschlusskriterium ist, dann ist der ganze Artikel im Opener doch nutzlos.

            Man kann sich natürlich auch noch weiter darüber beschweren, wie etwas mal war (bzw. nur noch für kurze Zeit sein wird) – da wirkt man halt schnell wie ein Feminist, der sich (obendrein noch uninformierter weise) über fehlendes Wahlrecht vor 100 Jahren beschwert oder ein Afroamerikaner, der für Sklavenhandel 200 Jahre vor seiner Geburt entschädigt werden will.

        • @anorka2 kleiner Hinweis:
          wir sind hier nicht in Afrika. Und nichts als Du in Afrika an Korrelationen findest, ändert etwas daran dass der stabile „Vorsprung“ den die Schwulen in Deutschland hinsichtlich HIV haben (und das schon sehr, sehr lange) und dass es dafür Gründe gibt. Und dass in Afrika – und NUR in Afrika – AUCH Heterosexuelle stark von HIV betroffen sind, hat eben auch Gründe.

          Ich glaube fast, Du muss Dich mal von dem Irrglauben trennen, dass Statistiken versuchen etwas über Individuen auszusagen oder sie gar zu bewerten.

  2. „Interessieren würde es mich ob es Statistiken darüber gibt, wie oft Blut von homosexuellen Männern im Verhältnis zu heterosexuellen Männern verwendbar war.

    Denn eine solche Statistik wäre ja eigentlich das beste Argument in der Debatte.“

    Solange homosexuelle Männer offiziell gar nicht spenden dürfen, kann es solche Statistiken nicht geben.

    „Wäre- Zahlen aus der Luft gegriffen – die Hälfte der Proben bei Homosexuellen nicht verwertbar, bei Heterosexuellen aber eine nur geringer Teil, dann könnte ich sogar verstehen, dass man da den Aufwand evtl zu groß findet.“

    Deine Schätzung ist etwas weltfremd. Bei beiden Gruppen ist die Wahrscheinlichtkeit einer HIV-Kontamination vermutlich im Promille-Bereich, aber bei den Homosexuellen halt etwas höher. Das ist soweit nachvollziehbar.

  3. Jetzt übertreiben es die Ungarn aber. Schwule vom Blutspenden auszuschließen ist wirklich homophob. Sie könnten einfach die ausschließen, die eine risikoreiches Sexualleben führen unabhängig vom Geschlecht und der sexuellen Ausrichtung. Dann würden sie neben HIV auch Syphillis, Hepatitis oder neumodischen Erkältungsviren einen Riegel vorzuschieben versuchen. Uschi von der Schande – warum sagst du nichts?

    Aber im Ernst: Verbote sind repressiv. Also kann eine tolerante Blutspendepraxis nur wie folgt aussehen:
    Grundsätzlich kann jeder volljährige Mensch Blut spenden. Er muss jedoch zuvor einen dezidierten Fragenbogen unter anderem auch über seine sexuellen Vorlieben, Anzahl der Partner in den letzten Monaten, Auslandsreisen, Drogen, Krankheiten etc. ausfüllen.
    Dann wird gezapft. Anhand der Angaben aus der Selbstauskunft wird das Blut vornehmlich auf bestimmte Erreger getestet, vielleicht auch mit einem Risiko-Label versehen. In epidemiologischen Krisenzeiten kann das Blut von bestimmten Gruppen auch einfach als Bio-Hazard-Sondermüll vernichtet werden. Davon kriegt der Spender nichts mit.

    Jemandem mit Strafe zu drohen, der anderen mit seinem Blut helfen will und dafür eine Tasse Tee bekommt, also selbst nichts davon hat, ist einfach nur diskriminierend.

    • @beweis „Er muss jedoch zuvor einen dezidierten Fragenbogen unter anderem auch über seine sexuellen Vorlieben, Anzahl der Partner in den letzten Monaten, Auslandsreisen, Drogen, Krankheiten etc. ausfüllen.“

      Das ist genau was gemacht wird. Den Fragebogen kannst du hier einsehen (das verlinkte Word.Dokument):

      https://www.blutspenden.de/blut-und-plasmaspende/ablauf-einer-blut-und-plasmaspende/spender-fragebogen/

      „Dann wird gezapft. Anhand der Angaben aus der Selbstauskunft wird das Blut vornehmlich auf bestimmte Erreger getestet, vielleicht auch mit einem Risiko-Label versehen.“

      Das ist soweit ich weiß nicht was gemacht wird, sondern: Wer die Frage „Hatten Sie schon einmal Sexualverkehr mit einem anderen Mann?“ auf dem Fragebogen mit Ja beantwortet, wird unverrichteter Dinge nach Hause geschickt.

      „Jemandem mit Strafe zu drohen,“

      Es gibt keine Strafe. Es gibt nur kein Blut und keine Tasse Tee.

      • „Es gibt keine Strafe.“
        Stimmt natürlich. Ich war geistig zu stark im Corona-Ordnungswidrigkeitenkatalog gefangen. Es gibt nur „Bitte verlassen Sie sofort diesen Blutspendebus.“ Ist aber auch unwürdig.

        • Aber im Ernst: Verbote sind repressiv.

          Du bist geistig zu stark im Verbots-Tunnelblick gefangen. Hier eine nicht-vollständige Liste an Dingen, die für dich im täglichen Leben verboten sind:

          * Bei Rot über die Ampel fahren
          * Behindertenparkplatz nutzen ohne entsprechenden Ausweis
          * Falsche Angaben bei der Steuererklärung

          Du darfst die Liste gerne selber fortsetzen. Sobald man einmal angefangen hat fällt einem immer mehr ein! Du lebst eben in einem repressiven Staat knapp vor der Grenze zur Diktatur, nicht wahr? 🙁

          • Nö. Aber ich finde den Spruch „Wehret den Anfängen“ ganz gut. Wenn Verbote keine nachvollziehbaren Begründungen haben, sollten sie keine Daseinsberechtigung bekommen. Zum Beispiel das Corona-Verbot nachts alleine spazieren zu gehen, weil man ja im Park rudelbumsen KÖNNTE, finde ich komplett unangemessen und unbegründet.
            Freiheit und Freizügigkeit sind für mich zentrale Werte und wirkliche zivilisatorische Errungenschaften.

            Außerdem wirken beliebige Unsinns-Verbote schnell inflationär. Keiner weiß mehr, was gerade erlaubt ist oder nicht – und es ist am Ende einfach nur in die Beliebigkeit einer Staatsmacht gestellt, welches Verbot gerade wie intensiv verfolgt wird. Dadurch entsteht staatliche Willkür.

          • beweis, dein Glas ist heute weder halbvoll noch halbleer, sondern randvoll mit irgendeiner giftigen Flüssigkeit. Ich hoffe du kannst einen einigermaßen angenehmen Sonntag verbringen und fängst dich wieder. Es wäre schade wenn du dich in Bitterkeit verlierst. Ich unterhalte mich gerne mit dir und du bereicherst das Forum hier.

            p.s: Nachts um 4 ist es verboten bei Rot über die Ampel zu fahren. Auch dann wenn wirklich weit und breit kein anderes Auto sichtbar ist.

          • Wieso bitter? Ich bin nur echt kein Freund unserer neuartigen Verbotskultur. Die rote Ampel ist ein schlechter Vergleich. Denn es ist in der Regel immer verboten sie zu überfahren – und das aus gutem Grund.
            Warum ich um 19 Uhr alleine draußen spazieren darf, um 4 Uhr aber nicht mehr, entbehrt hingegen komplett jeder Begründung und Nachvollziehbarkeit.
            Willkürliche Verbote säen Zwietracht, spalten die Gesellschaft, fördern Blockwart-Mentalitäten und deklassieren denkende Menschen zu Schafen, denen Vernunft und Rücksicht abgesprochen wird.
            Das entspricht aber nicht meinem Menschenbild, das ist viel positiver. Verbitterung kennzeichnet doch eher die Menschen, deren Menschenbild so schlecht ist, dass sie für jeden Mist ein Verbot und eine Strafandrohung auffahren. #Sonntagssmiley

          • Ich bin ziemlich sicher, bei dem fraglichen Verbot stand nicht die Bestrebung im Vordergrund dich um deinen nächtlichen Solo-Spaziergang zu bringen. Und es gibt sicherlich einige Regelungen die man mit gutem Grund hinterfragen sollte. Ob diese Fälle reichen, um daraus gleich eine Verbots-Gesellschaft mit Blockwart Mentalität zu generieren?
            Wir leben schließlich, trotz anderslautender Beteuerungen, auch nicht in einer Vergewaltigungs-Kultur.

            Du kannst wirklich gerne um 4 in der Nacht alleine im Wald spazieren gehen. Meinen Segen hast du. #montagsspaziergang

          • Na da bin ich aber froh. Leider kann ich nicht zur Abkühlung in den See springen. Denn in Brandenburger Seen sind letztes Jahr als Folge der Schwimmbadschließungen Kinder ertrunken. Also ist das Baden jetzt – tada! – verboten.

          • „Du kannst wirklich gerne um 4 in der Nacht alleine im Wald spazieren gehen.“

            Was für ein vergifteter Segen. Warum, zur Hölle, sollte man das tun? Nach 4 stehen zur Zeit die ersten Vögel auf, und bis 5 brüllen so viele von den Viechern, dass man bei dem Lärm genausogut an der A3 spazieren gehen könnte. SCNR

  4. Meiner bescheidener Meinung nach kann man das Verbot gerne aufrechterhalten. Auch wenn ich nicht verstehe, dass das Blut nicht einfach getestet wird.

  5. Im Übrigen hatte ich bereit mal ein Jahr lang keinen Sex. Im Zeitalter von Pornos ist das nicht so schwer, wie man hier suggeriert.

    • PorNO – “ Im Zeitalter von Pornos ist das nicht so schwer, wie man hier suggeriert.“

      Teufelszeug, wissen wird doch alle aus der EMMA und von moralisch überlegenen Aktivistinnen. Nur feministische Pornos sind akzeptabel.

      Feminismus ist homophob.

  6. „Ende eines umstrittenen Verbots“

    Die Überschrift ist irreführend bis lügnerisch!

    Das grundsätzliche Verbot wird nämlich nicht aufgehoben, es wird nur „gelockert“!

    Die erst seit 2017 (!) erfolgte „Lockerung“ dieses Verbots war:

    „Um nämlich spenden zu dürfen, muss er mindestens ein Jahr lang keinen Sex mit einem anderen Mann gehabt haben.“

    Und nun sollen diese lächerlichen „Lockerungen“ weitergesponnen werden, was nicht minder lächerlich ist!

    „Die Rückstellfrist soll für Männer, die Sex mit Männern haben, abgeschafft werden, wenn sie in einer monogamen Beziehung leben.“

    Was wäre wohl los, wenn Blutspenden ganz generell unter die Bedingung fallen würden – für alle – dass man in einer monogamen Beziehung zu leben habe???

    Aber mit den Schwulen kann man das ja machen!

    Das ist Diskriminierung, die sich noch den Anstrich von Aufgeklärtheit gibt. Das ist einfach feige, verachtenswert und widerwärtig!

    Was für ein Hohn ist das hier?!?!

    Außerdem heißt es, dass die Abschaffung explizit nicht für Männer mit einem sexuellen Risikoverhalten gelten soll. Damit sind unter anderem häufig wechselnde Partner oder One-Night-Stands gemeint. Sie müssen zukünftig aber nicht mehr ein Jahr, sondern nur noch vier Monate vor einer Blutspende auf Sex verzichten.

    • Wisch Dir Mal den Schaum vom Mund. Die Wahrscheinlichkeit, dass man durch die Blutspende eines schwulen Mannes HIV bekommt, ist grob 50-100x höher, als durch das Blut eines beliebigen anderen Spenders.

      Dass man es schafft, es irgendwie dem nicht-schwulen Teil der Bevölkerung anzulasten, dass offenbar ein recht großer Teil der Schwulen noch nichts von „Safer Sex“ gehört hat bzw. es ihm egal ist, ist schon faszinierend.

      Ich bin mir auch sicher, dass würde anders gehandhabt, wenn es eine bezahlbare magische Maschine gäbe, in die man eine Blutprobe reintut und die sagt dann sofort ja/nein. Gibt es aber nicht, und daher ist das Nächst-Sinnvolle das man tun kann, halt eine Risikobewertung.

      So, ich gehe jetzt mal meine eigene Kampagne aufziehen. Mein Blut will nämlich wegen Medikamenten, gegen die ich mich, da drauf angewiesen, noch nicht mal wirksam schützen kann, nicht gewollt. Ich fühle mich unfassbar diskriminiert.

  7. Zu der Problematik hatte Fefe neulich einen Leserbrief:

    „Leserbrief zu den Blutspenden:
    Nun ein Verbot zur Abgabe ist es ja nicht – es wird nur nicht verwendet unter bestimmten Kriterien.
    Selbes passiert aber auch wenn ein Hetero angibt mit verschiedenen Personen in letzter Zeit Sex gehabt zu haben.
    https://www.dijg.de/homosexualitaet/wissenschaftliche-studien/hiv-aids-schwule-bisexuelle-maenner/

    Und die Zahlen – nun man muss ja bedenken dass HIV erst nach einiger Zeit entdeckt werden kann… Wie würdest du entscheiden wenn du eine Blutspende bräuchtest und die Herkunfstgruppe selektieren könntest.
    Stell dir mal vor du hast eine Bar mit 70× höherer Wahrscheinlichkeit COVID-19 zu bekommen – dann gehst du doch gerne extra dort deinen Eistee trinken.

    Auch nebenbei angemerkt ist wohl der Begriff MSM die aktuelle Mode.

    Zu Guter Letzt ist das auch alles eine Anonyme Selbstauskunft – Du kannst beim Blutspenden ja auch mit einem positiven Test hingehen und „mein Blut kann verwendet werden“ ankreuzen.

    Klicke, um auf BSD-BRK_Vertraulicher-Selbstausschluss_2018-11-01.pdf zuzugreifen

    (es gibt einige die Blutspenden als kostenlosen Bluttest nutzen, bzw. will man die Verwendung so ausschließen)“
    https://blog.fefe.de/?ts=9e2a50ac

    Klickt man den ersten Link, so erfährt man:

    „Der reale höhere Gefährdungsfaktor [von Schwulen, HIV-infiziert zu sein] liegt zwischen […] 46 Mal höher und 99 Mal höher [als bei heterosexuellen Männern].“

    Ich habe das ganze noch nicht zu Ende überlegt, aber angesichts dieser Statistik habe ich erstmal ein gewisses Grundverständnis, Schwule (nicht Homosexuelle, @Christian, bzw. eigentlich, wie hier schon angemerkt, Männer mit 1+ Sexualkontakt(en) zu einem anderen Mann) von der Blutspende auszuschließen.

  8. „schließlich wird jede Blutkonserve auf Infektionskrankheiten wie HIV getestet“

    Ja und? Kein Test hat eine Erkennungsrate von 100%! Steht übrigens auch irgendwo auf einer Seite vom Roten Kreuz zu dem Thema. Der Ausschluß von Homosexuellen soll das Risiko nur weiter verringern, daß eine Konserve infiziert ist. Und das halte ich durchaus für legitim, und das ist auch keine Diskriminierung, wie einige behaupten. Erstens gibt es kein Recht, Blutspender zu sein, und zweitens gibt es einen guten Grund, gewisse Bevölkerungsgruppen hier anders zu behandeln. Diskriminierung wäre es nur, wenn es keinen Grund gäbe.

    • „schließlich wird jede Blutkonserve auf Infektionskrankheiten wie HIV getestet“

      Ja und? Kein Test hat eine Erkennungsrate von 100%!

      Ja und? Nicht nur Schwule können an HIV erkranken und es weitergeben.

      Wenn ich vor die Wahl stehen würde, entweder eine hiv-kontaminierte Blutspende zu erhalten oder zu verrecken, wäre mit die Blutspende lieber. An HIV sterben muss mittlerweile niemand mehr.

      • Nun ja, Du lässt halt schlicht die statistische Tatsache außer acht, dass knapp 1.25% der Bevölkerung knapp 66% der HIV-Infektionen „unter sich aufteilen“, und dass (je nachdem wie hoch man die Anzahl schätzt) grob 5-8% der Schwulen HIV-positiv sind, während es in der Gesamtbevölkerung ungefähr 0,1% sind.

        Das kann man aus „moralischen“ Gründen einfach ignorieren, oder man kann die Risikoabschätzung vor irgendwelche kuschligen Idealvorstellungen stellen und einfach einsehen, dass es dabei nicht um die Befindlichkeiten von Schwulen sondern um die Sicherheit von sowohl Transfusionsempfängern als auch den Personen, die mit den Blutkonserven hantieren müssen, geht. Niemand will damit Schwule herabsetzen, das hat Gründe warum Risikomanagement in der Medizin eine extrem hohen Stellenwert hat. Wer das Risiko für vernachlässigbar hält, könnte genau so gut dafür plädieren, dass man Spritzen und OP-Besteck einfach ungereinigt beim nächsten Patienten benutzen kann, die Wahrscheinlichkeit für eine Übertragung von HIV usw. ist ja im Einzelfall marginal 😉

        Inwiefern Blutspenden ein „Privileg“ darstellt und wie das Diskriminierung darstellt, es nicht zu dürfen, verstehe ich eh ohnehin nicht. Da hat doch mit Sicherheit einfach nur jemand nach einem Grund gesucht, sich als Opfer darstellen zu können. Erstaunlicherweise kam die Empörung über diese statistisch sehr gut begründbaren Vorschriften übrigens in aller Regel von den selben Personen, die in anderen Fällen ohne jegliches Problembewusstsein alle „alten weißen Männer“ oder alle „cis-Männer“ in Sippenhaft nehmen, ohne dass es dafür irgendwelche begründeten Annahmen gäbe.

        • So ist es. Und in dem Zusammenhang ist mir wieder sauer aufgestoßen, dass in den Medien nur moralisch argumentiert wurde. Solch simple Rechnungen wurden nicht einmal angestoßen.
          Ähnlich ist es zur Zeit bei Covid-impfungen für Kinder. Die Rechnung dabei ist eigentlich simpel das Verhältnis von potentiellem Nutzen zu potentiellem Schaden muss hinreichend groß sein. Da aufgrund der Verläufe bei Kindern jeglicher Nutzen stark gegen Null geht sind die Nebenwirkungen egal ob nur selten ein mathematischer Killer. Dieser Aspekt wird in meinem Empfinden auch kaum in den Medien behandelt. Es geht immer um das Ziel als Erwachsener von einer Impfung der Kinder zu profitieren.

  9. Ich finde, dass Risikogruppen für AIDS oder auch Hepatitis natürlich von der Blutspende ausgeschlossen werden müssen.

    Diskriminierend ist das nicht, da Blut spenden dürfen nun wirklich nicht ein Privileg ist oder mit nennenswerten EInnahmen verbunden ist.

    Oben schrieb jemand „für eine Tasse Tee“ Blut spenden. So schwer ist es nicht, an eine Tasse Tee zu kommen, ohne Blut zu spenden. Oder verdient jemand damit ernsthaft Geld? Doch selbst dann muss der Schutz vor AIDS vorgehen.

    Ich glaube, es geht der AIDS-Hilfe hier eher um Symbolpolitik: Schwule sollen nicht mehr mit AIDS in Verbindung gebracht werden (Im Moment werden sie ja in den Medien ständig als so normal wie Heteros dargestellt.). Genau das aber ist ein Risiko für Schwule, die sich das HI-Virus noch nicht eingefangen haben, die sind dann weniger vorgewarnt und unterschätzen womöglich die Gefahr.

    Die ist zwar bei Heteros definitiv auch gegebem, und auch wir Heteros müssen uns konsequent davor schützen, aber das Risiko ist für männliche Homosexuelle auch meines Wissens nach sehr viel höher.

    Wir haben heute beim Thema „Homosexualität“ eine eingenartige Situation, die nur auf irrationalen Glaubensgrundsätzen beruhen kann:

    Wer sagt, dass AIDS statistisch gesehen Schwule viel mehr betrifft als Heteros, wird schnell als „homophob“ gestempelt. Wer die Homo-Ehe oder das Homoadoptionsrecht kritisiert, wie es z.B. Birgit Kelle oder Prof. Ulrich Kutschera getan haben, wird schnell dämonisiert, angefeindet oder sogar angezeigt.

    Wenn es aber wirklich in Sachen Rechte Homosexueller um die Wurst geht, darf man sie eigenartigerweise selbst dann nicht in Schutz nehmen, wenn es ihnen wirklich an den Kragen geht: Als David Berger, der selbst homosexuell ist (Er schrieb damals das Buch „Der heilige Schein“ über Homosexuelle in der Kirche), nach seinem Outing für ein Schwulen-Magazin arbeitete, kritisierte er den Islam für die offensichtlich starke Homosexuellenfeindlichkeit dieser Weltreligion und warnte vor der Islamisierung.

    Er wurde dann aber genau dafür (meines Wissens nach von anderen schwulen Männern desselben Magazins!) gefeuert.

    Und genau da haben wir wieder das, was wir heute bei vielen Themen haben: Sachliche Gespräche sind kaum noch möglich, selbstständig denken und rational argumentieren auch nicht.

    Im Fußballstadion bei dieser EM überall Regenbogenfarben aber Werbung von irgend so einer Katar-Airline.

    Überall Widersprüche, überall Propaganda, und Engagement ist immer zu propagandistischen Zwecken dar und immer dann, wenn sie nur Gratismut erfordert.

  10. Sind nicht ca. 60% der HIV-Neuinfektionen bei Schwulen zu verzeichnen? Obwohl sie nur ca. 2,5% der Bevölkerung ausmachen?

    Na ja. Ich hätte nichts gegen das Spenden, sofern man Sicherheitsstandards einhält.

    Mehr ärgert mich der verlogene Umgang mit dem Thema Homosexualität. Also das zwanghafte Naturalisieren und Verknüpfen mit dem Ideal der Toleranz, Legalität. Beides sind zwei voneinander unabhängige Fragen, die aber wie bei Ideologien üblich miteinander verknüpft werden. („Du bist homofop, wenn du Homosexualität pathologisierst.“)

    „Du bist gegen Gleichberechtigung, wenn du gegen Gleichstellung bist oder biologische Unterschiede von Mann und Frau postulierst.“ Ideologien arbeiten immer mit diesen Mitteln, um bestimmte Bereiche der Realität bzw. des Meinungsspektrums auszublenden und zu delegitimieren.

    Jens Spahn war übrigens meines Wissens auch mal Meßdiener. Und ist ein braver, konservativer Katholik. Was mag er bei den Meßdienern wohl erlebt haben?

    • „Und ist ein braver, konservativer Katholik. Was mag er bei den Meßdienern wohl erlebt haben?“

      Vermutlich wurde er missbraucht und ist deswegen schwul geworden.

  11. Wenn die Chinesen kommen, hat sich das mit den Schwulen wohl erledigt. Die verstossen gegen sozial korrektes Benehmen, das gibt Punktabzüge.

  12. Ich darf auch nicht Blut spenden, da ich Mitte der 1980er Jahre mal in England gelebt habe. Damit bin ich potentieller BSE-Überträger bis heute. So what? Wenn sie mein Blut nicht wollen, dann halt nicht.

  13. Typisch Linkender.
    Realität kann so einer gar nicht.
    Dabei brauchts nicht mal die Zahlen, bei ausreichender Beschäftigung mit der Bienchen und Blümchen Thematik sollte man sich das selbst zusammen reimen können.
    Sogar ein Arne.

    Lesbenblut ist vermutlich das unaidsigste.
    Erwartbar.

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