Nocheinmal: Landeslistenwahl der Grünen im Saarland, Frauenquoten und das Streben nach Macht

Die Grünen in Saarland und das (derzeitige) Scheitern des Frauenstatuts war bereits Thema hier.

Ich möchte aber noch einmal darauf zurückkommen, weil mir zwei Sachen besprechenswert erscheinenen:

1.Das Ereignis macht die Schwächen einer Frauenquote sehr deutlich und die „Personaldecke“ der weiblichen Grünen scheint eher schwach zu sein

Nach der Wahl tauchte dieses, auch schon hier in den Kommentaren besprochene Video, der inzwischen wohl bei den Grünen ausgetretenen Kandidatin für Platz 2 auf:

Eine Frau, die anscheinend keinerlei Ahnung von den Themen hat und sich anscheinend mit vielen Fragen inhaltlich nicht beschäftigt hat. Das kann man in gewisser Weise sympathisch und ehrlich finden, aber immerhin will sie in den Bundestag und ihre einzige Qualifikation scheint ihr Geschlecht zu sein, so wie sie sich hier präsentiert. Sie hat eigentlich für den dritten Listenplatz kandidieren wollen, da aber ja die Plätze bei den Grünen abwechselnd vergeben werden sollen ist sie quasi auf den zweiten Platz vorgerückt. Bisher haben die Grünen aus dem Saarland wohl nie mehr als einen Platz bekommen, so dass  eigentlich nur der erste Platz relevant war, bei sehr guten Ergebnissen dann jetzt eben vielleicht auch noch der zweite, aber der dritte war wahrscheinlich vollkommen chancenlos. Ínsofern konnte man da wahrscheinlich jede Frau hinsetzen. Aber dennoch erstaunlich, dass sie keine bessere hatten. Die Frage, wie man Umweltschutz und Soziales vereinbart ist ja nun auch nicht gerade neu, sie wurde seit einiger Zeit in den Medien diskutiert. Und zumindest ein „Ich würde immer den Umweltschutz priorisieren, denn wir haben nur einen Planeten“ oder „Arme müssen natürlich unterstützt werden, aber umweltschädliches Verhalten muss gleichzeitig spürbar belastet werden“ ist ja nun auch nicht so schwer als Position zu vertreten.
Es wäre interessant, ob die Personaldecke der grünen Frauen tatsächlich darauf ausgerichtet ist bei Wahlen größere Erfolge zu haben oder ob da plötzlich eine Menge Frauen in die Politik gespült werden, die sich nie wirklich dafür interessiert haben, aber die man eben braucht um die Listen paritätisch zu besetzen. Es hätte eine gewisse Ironie, wenn die Grünen, die sich die Quote auf die Fahnen geschrieben haben, gleichzeitig indirekt den Beweis erbringen, dass diese unqualifizierte Personen nach oben bringen.

2. Es zeigt, dass Systeme, die man auf den ersten Blick für sicher hält, immer anfällig für Personen sind, die Macht wollen und denen die gutgemeinten Regeln des Systems dabei im Weg sind

Die Grünen Frauen im Saarland haben sich anscheinend für vollkommen sicher gehalten, und das obwohl es schon Gerüchte darüber gab, dass Hubert Ulrich „zurück an die Macht“ wollte.

Das jemand einfach eine Mehrheit gegen die Frauen schaffen konnte und die einfach nicht wählen würde, das die Frauen sich die Landesplätze insofern nicht einfach untereinander aufteilen konnten und jede interne Konkurrenz unter Frauen vermeiden konnten, so dass nur eine Frau für diese Position in der Liste kandidiert hat, damit hat dort anscheinend keiner gerechnet. „Das Frauenstatut sichert uns doch hinreichend ab“ werden sie gedacht haben.

Aber Herr Ulrich scheint ja ein sehr einfaches System zu haben: Der Grünenverband Saarlouis aus dem er kommt ist der Mitglieder stärkste, mich würde es nicht wundern, wenn da eine Menge Karteileichen vorhanden sind, die einfach nur das Ziel haben, dass sie Ulrich eine gewisse Macht verleihen, ohne das sie groß an Politik interessiert sind. Das gibt viele Delegierte, damit die Möglichkeit Leute abzuwählen und Politik zu gestalten. Tatsächlich waren dafür in dem kleinen Saarland wohl nur 750 Leute erforderlich, wenn ich es richtig gelesen habe. Das ist ja durchaus eine überschaubare Zahl, wenn man passende Versprechungen machen kann, wenn man damit nach oben kommt.

Natürlich hätten die Frauen übrigens das Gleiche machen können: Massenhaft weibliche Mitglieder anwerben und dann nicht nur jede ungerade Position mit Frauen besetzen, sondern jede Position, was bei den Grünen unproblematisch möglich ist, weil nur die Frauenplätze geschützt sind und Männerplätze nicht. Aber das wäre ja Arbeit gewesen, da hat man sich lieber auf der Quote ausgeruht, für die man nicht kämpfen muss in der Annahme, dass kein Grüner von diesem guten Pfad abweichen kann.

Aber mit einem hinreichenden Willen zur Macht interessiert einen dieser „Gute Pfad“ eben nicht und es gibt irgendwann immer jemanden, der die Macht will.

Das ist natürlich in Systemen, in denen es etwas  nur eine Partei gibt, und nicht andere, in die man wechseln kann, noch ausgeprägter. Es ist ein Fehler auch all derer, die meinen, dass ein „richtiger Kommunismus“ noch nicht existiert hat, weil dort ja alle an einem Strang ziehen würden für das Gute des Proletariats, und die nicht erkennen, dass da immer ein Stalin lauert, der die Macht an sich reizen will und den es nicht interessiert, dass man doch für „das Gute“ arbeitet. (Sichheitshalber: Nein, Ulrich ist kein Stalin, ganz und gar nicht)

Es wäre interessant, warum die Grünen die Regeln auf diese Weise gestaltet haben, die ja bei der Abwahl einer Frau auf einer Position in der Tat das Risiko eröffnet, dass dann ein Mann gewählt wird. Vielleicht wollten sie es nicht übertreiben, damit nicht ein Gericht die Regelung evtl kassiert. Vielleicht wollten sie nicht zuviel Mißtrauen gegen Männer ausstrahlen, vielleicht dachten sie, dass es ja klar ist, dass man Frauen dann wenigstens noch fragt, vielleicht dachten sie sich schon, dass es schwierig sein könnte immer genug Frauen zu finden.

50 Gedanken zu “Nocheinmal: Landeslistenwahl der Grünen im Saarland, Frauenquoten und das Streben nach Macht

  1. Feministinnen haben immer wieder behauptet, das mit einer Quote die Qualität besser wird (das konnte zwar niemand glauben und wurde ja auch nie belegt) und warum sollte Feministinnen bei sowas lügen?

    • Es gebietet schon der gesunde Menschenverstand und auch die Lebenserfahrungen, dass Quoten nicht zu einer Erhöhung der Qualität führen können.

      Dazu muss man nur mal eine Frau oder mehrere Frauen in seinem Umfeld fragen, die wirklich was auf der Pfanne haben, was die denn davon halten. Zu 100% wird man dann zu hören bekommen, dass sie auf keinen Fall wegen einer Quote irgendwas erreichen wollen, sondern weil sie die besten Qualifikationen oder Berufserfahrungen für diesen Posten haben.

      Der zweite und wichtigere Punkt ist jedoch, dass es ja erforschte Ursachen gibt, warum denn in z.B. Politik, Führungsposten oder MINT-Berufen der Frauenanteil geringer ist. Es sind eben die Präferenzen der Frauen – diesen Trend sieht man im Übrigen in JEDER freien Gesellschaft. Also woher sollen denn die Frauen kommen? Es kann nur dazu führen, dass dann Frauen notwendiger Weise auf höhere Posten gehievt werden, um diese blöde Quote zu erfüllen – wären sie dafür geeigneter als männliche Bewerber, wären sie bereits auf diesen Posten.

      Das Streben nach guten Umsätzen und Profit kennt keine Geschlechter. Selbst wenn man einen talentierten Affen hätte, der sämtliche menschliche Kandidaten ausstechen würde, dann würde der Affe den Posten bekommen, da er potentiell mehr Umsatz generiert oder ein gutes Händchen für Geschäfte hat.

      Quoten können daher nur Schaden anrichten.

      Der Zwang einer paritätischen Besetzung in der Politk wurde konstruiert. Warum müssen Frauen denn zu 50% vertreten sein? Es suggeriert, Männer würden für Frauen keine Politik betreiben oder sie benachteiligen. Männer taten das nie, Frauen hingegen schon – siehe das Familienministerium.
      Bislang konnte mir noch keiner erklären, warum ein Parlament ein Abbild der Verhältnisse der Gesellschaft sein muss. Erstes geht das gar nicht vollständig und zweitens ist ein Mensch, der nicht für alle Menschen im Land Politik betreiben kann, völlig unggeeignet, irgendeinen Posten zu bekleiden oder an politischen Abstimmungen teilzunehmen. Nähme man dies als Maßstab, wären die Grünen fast geschlossen aus sämtlichen Parlamenten raus.

  2. „Die Frage, wie man Umweltschutz und Soziales vereinbart ist ja nun auch nicht gerade neu, sie wurde seit einiger Zeit in den Medien diskutiert.“

    Den Ökos geht es nicht um Umweltschutz, sondern um Raffgier. Jede Besteuerung von Konsumgütern ist eine Umverteilung von arm nach reich. Das ist sie auch dann wenn sie mit Ökoblabla „begründet“ wird; die soziale Wirkung tritt ja auch dann ein und das Ökoblabla ist bedeutungsloses weißes Rauschen. Insofern ist die einzig mögliche Antwort auf die Frage „gar nicht“. Die Medien diskutieren das nicht weil sie grün verseucht sind.

    • „Die Frage, wie man Umweltschutz und Soziales vereinbart (…)“

      Unvergessen Anton Hofreiter, der Hartz4 um 16 Euro aufstocken wollte, damit sich Bedürftige luxurioese, dafuer aber sinnlose Bio- Produkte leisten können.

    • @anorak2

      „Jede Besteuerung von Konsumgütern ist eine Umverteilung von arm nach reich.“

      Wobei es da noch den Vorschlag gibt, die Einnahmen aus den Ökosteuern wieder gleichmäßig rückzuverteilen, so dass insgesamt eine Umverteilung von reich nach arm daraus wird.

      Problem: Es funktioniert nur, solange die Steuern NICHT bewirken, was sie eigentlich bewirken sollen!

      Nehmen wir man an nach der Bundestagswahl beschlösse eine Schwarz-Grüne Koalition eine Steuer auf konventionell erzeugte Nahrungsmittel, so dass der Preisunterschied zu Bio-Lebensmitteln überkompensiert wird – mit Rückverteilung*. Dann werden die Leute natürlich anfangen letztere mehr zu konsumieren. Wenn der Bio-Anteil bei 90% liegt, hat man somit nur noch ein Zehntel zum Rückverteilen, aber die Mehrkosten für die Verbraucher bleiben genauso hoch**.

      *Werden die natürlich niemals beschließen, aber nehmen wir man mal unrealistischerweise an, dass sie es täte…
      **Normalerweise führt Mehrproduktion zu niedrigeren Kosten, aber das muss nicht ausreichen, um die Mehrkosten hinreichend zu senken***. Bei der Biolandwirtschaft ist aber eher das Gegenteil zu befürchten, da diese vom Pestizideinsatz der konventionellen Landwirte profitiert und auch organischen Dünger von ihnen bezieht, was bei einem Bioanteil > 90% nicht mehr ginge.
      ***Humanprogress.org hat mal einen wissenschaftlichen Artikel verlinkt, der behauptet, dass im Falle von Energieeffizienz mehr Energieeinsparungen billiger sind (was die Investitionskosten angeht) als weniger Energieeinsparungen und sogar negative Kosten verursachen können (da z.B. ein Passivhaus etwa keine Heizung mit Heizkessel und so braucht). Finde ich allerdings leider nicht mehr.

  3. Ich finde es öffnet einen Blick auf die völlige Unfähigkeit die da versucht Politik zu machen.
    Alleine der Vorwurf an den Hubert Ulrich er habe sich im Vorfeld Mehrheiten besorgt ist so derartig absurd. Was denn sonst? Was glauben die alle wie Politik funktioniert. Man marschiert in den Bundestag, sagt man habe da ein ganz tolles Gesetz und wäre einer von den Guten, bitte für mich stimmen?

  4. Es hätte eine gewisse Ironie, wenn die Grünen, die sich die Quote auf die Fahnen geschrieben haben, gleichzeitig indirekt den Beweis erbringen, dass diese unqualifizierte Personen nach oben bringen.

    Das Wesen von Quoten ist, dass die Qualifikation den quotierten Attributen untergeordnet wird. Damit reduziert sich die Chance, dass die Besten auf den vorderen Plätzen landen. Das muss gar nicht bewiesen werden. Vielmehr muss das umgedeutet werden, was man unter „die Besten“ versteht.
    Die Beste (Listenplatz 1) kann bei den Grünen nur eine Frau sein qua Statut. Also ist sie faktisch die Beste. Wenn die niemand wählt, dann sind die Wähler einfach nicht willens oder in der Lage, die Beste zu wählen.
    Ich glaube, so nähert man sich am ehesten einem Verständnis der feministischen Schneeflöckchen-Kausalitäten, die unser Land beherrschen.

    Wenn in der Gemengelage nun Herr Ulrich einfach grüne Politik macht, ohne sich vorauseilend und selbstkasteiend der sexistischen Frauenstatut-Direktive (Männer dürfen nicht auf Platz 1 stehen; Männer dürfen nur reden, wenn Frauen auch etwas zu sagen haben etc. pp.) zu unterwerfen und damit in der Partei große Zustimmung erlangt, dann leite ich daraus keine Machtgier ab. Denn er ist ja nicht verantwortlich dafür, dass grüne Frauen nur rumstottern und keine Peilung haben. Auch ist er nicht verantwortlich dafür, dass generell nur sehr wenige kompetente, kluge und rhetorisch gewandte Frauen in die Politik gehen. Der macht halt nur einfach grüne Saar-Politik.

    Und genau da greift wieder die oben beschriebene feministische Umdeutung: Weil er sich nicht vorsätzlich noch blöder stellt als die Frauen um ihn herum, wird das als Machtgier interpretiert.

    Das Schlimmste an Quoten ist gar nicht, dass sie so viel Müll nach oben spülen, das Schlimmste ist, dass der Müll zum Goldstandard umgedeutet wird.

    • „Wenn die niemand wählt, dann sind die Wähler einfach nicht willens oder in der Lage, die Beste zu wählen.“

      Ich denke, dass langfristig mit dieser moralistischen Argumentation versucht wird, Demokratie endgültig auszuhebeln. Es gibt eine moralische Elite (die üblichen Opfergruppen), nur die dürfen noch „gewählt “ werden. Wozu dann eigentlich ein plumpes Computerprogramm reichen dürfte, um die Quoten auszurechnen.

  5. Sie hat eigentlich für den dritten Listenplatz kandidieren wollen, da aber ja die Plätze bei den Grünen abwechselnd vergeben werden sollen ist sie quasi auf den zweiten Platz vorgerückt

    Woher hast Du diese Information? Ich habe mir ziemlich viele (vermutlich alle) Original-Berichte über den Parteitag angesehen, insb. von Reportern des Saarländischen Rundfunks. Da ist nirgends erwähnt, daß Gaydukova eigentlich auf Platz 3 wollte oder nur dort kandisiert hatte.

    Um die gerade numerierten Plätze können sich gemäß Frauenstatut Männer und Frauen bewerben. Die Plätze werden eben gerade nicht „abwechselnd vergeben“, sonst würde das Matriarchat nicht so gut funktionieren. Sonst hätten wir z.B. nicht ca. 60% Frauen unter den grünen Bundestagsmitgliedern (Direktkandidaten dürften keine Rolle spielen).

    • Ich hatte es so gelesen, müsste man schauen, ob ich die Quelle noch finde.
      Ich hatte es so verstanden, dass sie fest davon ausgingen, dass auf dem ersten Platz die dafür kandidierende Frau gewählt wird. Zum den zweiten Platz kämpfen dann die Männer, also sinnlos sich das als Frau zu bewerben. Platz drei ist relativ uninteressant, da bisher darüber noch nie jemand in den Bundestag eingezogen ist. Zudem ein Frauenplatz. Man wird Frauen gesucht haben, die ihn füllen

        • inzwischen gelöschte Nachricht der Grünen …

          OK, das klärt diesen Punkt. Interessant zu wissen wäre noch, wer außerdem für Platz 3 kandidiert und wer im Vorfeld für Platz 2 kandidiert hatte, also wie die Bewerberlage insgesamt aussah.

          Es ist ja offenbar hoch hergegangen bei dem Parteitag, nicht zuletzt weil es seit langem zwei sich bekämpfende Flügel gibt. Was da genau passiert ist, wer welche Annahmen und Absichten hatte, wie die Stimmung wechselte, können höchstens Zeugen vor Ort so halbwegs glaubwürdig berichten, sofern sie aufgepaßt haben und auch sofort alles aufgeschrieben haben. Das tun die wenigsten Privatpersonen, Reporter natürlich von Berufs wegen. Deswegen sind ja die offensichtlich ideologisch korrumpierten Berichte der SR-Reporter so ein Ärgernis.

          Die bisherige Landesvorsitzende Tina Schöpfer hatte ja für den Spitzenplatz kandidiert und war gescheitert. Bei so einem „Mißtrauensvotum“ war es plausibel, daß sie auch nicht mehr für den zweiten Platz antrat, da drohte ihr die gleiche Blamage.

          Nach dem Scheitern von Schöpfer hatte Jeanne Dillschneider für den Spitzenplatz kandidiert, bekam aber weniger Stimmen als Ulrich, aber immerhin ein Drittel, was kein Gesichtsverlust ist. Sie hätte also locker noch für Platz 2 Kandidieren können, was sie nicht tat (vermutlich aus Verärgerung oder weil wie eigentlich gar nicht für den Bundestag kandidieren wollte).

  6. Ich habe irgendwo einen Kommentar von einem offenbar Einheimischen gelesen, wonach Ulrich schon immer sehr aktiv in der Partei gewesen ist und regelmäßig zur Stelle war, wenn etwas zu tun war. Insofern war er in der Partei bekannt wie ein bunter Hund. Wenn man die Arbeit macht, baut man natürlich auch Netzwerke auf und gewinnt das Vertrauen der Leute.

    Bei Gaydukova war das grundsätzlich ähnlich. In der kurzen Zeit, in der sie Mitglied war, hat sich sich vor Ort wohl auch um einiges gekümmert. Es ist aber ein Riesenunterschied, sich pragmatisch in der Lokalpolitik um wenige konkrete Probleme zu kümmern oder sich in der Bundespolitik mit existenziellen Fragen aus 23 heterogenen Themenkomplexen zu befassen.

    Vor allem bedingt das ein ganz anderes Auftreten. Nicht umsonst beklagte der Politikwissenschaftler Thomas Meyer eine „Theatralisierung von Politik“, wegen der Politiker regelrecht Schauspielunterricht nehmen müssen.

    • Bei aller Liebe, aber die Dame sprach doch nicht mal richtig deutsch. Wie will die dann z.B. auch nur die Inhalte eines Parteiprogramms oder gar die eines Gesetzes verstehen?

      • Lässt sich bei zwei Halbsätzen schlecht beurteilen. Das war wohl einfach nicht ihr Interessengebiet. Vielleicht hätte man sie zu ihrem Kleid befragen sollen.

      • „wann das begonnen hat? (Falls es kein Phänomen der Menschheitsgeschichte ist.)“

        letzteres In einem nicht unerheblichem Ausmaß.
        Mit dem Aufkommen des Fernsehens als Leitmedium in den 1960ern gewann es aber eine andere Qualität, Quellen dazu s. Crashkurs Mediokratie

    • @mitm also ne sorry aber mit Herrn Ulrich keim Vergleich. Denke zwar, du meinst nicht meinen Kommentar, aber habe das, was du hier schilderst auvh geschrieben.

      Herr Ulrich ist nicht nur sehr bemüht, er ist gerade hier in Saarlouis sehr bekannt, auch außerhalb der Grünen kennt man ihn und er ist geschätzt. Das ist kein Vergleich.

      Beispiel: Erweiterung Gewerbegebiet Lisdorfer Berg. Ob man nun dafür ist, ist echt eine andere Sache. Die Grünen waren dagegen, CDU und FDP machen gemeinsame Plakate für das Gebiet. Die Diskussion kocht jetzt hoch. Herr Ulrich ist schpn vor mehreren jahren alleine rund gelaufen und hat am Türen geklingelt. Da ging es nicht einmal darum, die Grünen zu wählen, es war ein Bürgerentscheid. Ihm ging es einfach um die Sache. Er ist wirklich der Top-Mann im Saarland.

      Wie gesagt, ihm geht es um die Sache und gerade Leute, die vielleicht nicht für die Grünen sind, könnten ihn vielleicht trotzdem mögen.

  7. Wäre mal interessant, warum Gaydukova ausgetreten ist. Aus Scham über ihren Auftritt? Oder weil sie dieses ständige Theater ums Geschlecht ablehnt?

    Solche Geschlechterkämpfe in aller Öffentlichkeit und Verbohrtheit auszutragen, dürfte strategisch eher unklug sein. Erst Baerbock gegen Habeck, jetzt das Gezeter um Ulrich und irgendwelche chancenlosen Quotenfrauen. Man bietet damit das Anschauungsmaterial, was Frauenpolitik in der Realität bedeutet. Gestern hatte ich einen Tweet zum neuen Vielfaltsstatut gepostet. Gleiche Baustelle, aber mehr Spaltungspotential.

    Da ist auch keiner mehr, der den Laden zurückpfeift. Gerät das jetzt alles außer Kontrolle?

  8. Ich kenne die Frau nicht, aber offensichtlich war sie überfordert. Die Grünen möchte ich bei dieser Gelegenheit mal fragen, ob sie sich bewusst sind, dass sie gerade eine Frau verheizt haben. Es ist doch durchaus möglich, dass das eine sehr sympathische Frau ist, die sich aber in politischen Fragen nicht gut auskennt. Es ist schlimm, wenn man so vorgeführt wird. Eine kompetente Parteileitung hätte die Frau vor diesem Desaster geschützt und gesagt: Hör mal mach das nicht. Du kennst dich zu wenig aus, die politischen Gegner werden dich zerreissen.

    Das wirft wieder mal ein ganz schlechtes Licht auf die Grünen. Inkompetenz gepaart mit sturer Dogmatik.

    • Völlig richtig, ich finde die Frau auch sympathisch, wesentlich sympathischer als grüne Frauen sonst.

      Wahrscheinlich hat man ihr gesagt, dass sie als Migrantin bei den Grünen schnell Karriere machen kann.

      Ich habe meiner farbigen Frau aus Kolumbien auch gesagt, sie sollte zu den Grünen gehen, in ein paar Jahren kann sie Parlamentspräsidentin werden. Aber sie ist Katholikin und ist gegen Abtreibung und Homoehe, also wurde das nichts.

      • „sie sollte zu den Grünen gehen, in ein paar Jahren kann sie Parlamentspraesidentin werden“

        Du bist ja selbstlos, meinste, dann wärste ihr noch gut genuch?
        Sie würde ca das Dreifache Deines Gehalts verdienen, mit Leuten parlieren, die Du nur aus Zeitungen kennst, und langsam auf den Gedanken kommen, dass Deine väterliche Brut- Sorge auch von einer Nanny erledigt werden könnte.
        😉

    • Ja, ich glaube auch, dass die sympathisch ist. Allerdings bin ich aus dem Alter raus, dass ich anderen vorwerfe, dass sie Frauen nicht vor sich selbst schützen.
      Ich bin nämlich ein Frauenfreund und nehme die für voll. Wenn die volljährig sind, sollten auch Frauen den Mist ausbaden, den sie sich einbrocken.
      Kann doch nicht sein, dass da im Hintergrund ein paar wegquotierte Kerle sitzen, die sich um betreutes Politisieren kümmern.

      • Würde für einen Mann genau so zutreffen. Was ist das für eine Partei, die jemanden, der völlig überfordert ist, der Presse zum Frass vorwirft? Das zeigt die totale Inkompetenz. Es gibt doch in jeder Partei solche Leute, die dabei sind und völlig ungeeignet für ein Amt sind. Es geht nicht um Frauenschutz, sondern die Inkompetenz einer Partei, die eine solche Kandidatin aufstellt.

  9. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass bei allen Parteien, bei denen die Landeslisten hohe Relevanz haben, ein regionaler Proporz kräftig greift. Wenn man ein „guter“ Kandidat ist (das ist ja per Definition in der Politik schon sehr subjektiv) und aus einem kleinen Bezirksverband kommt, dann hat man oft das Nachsehen ggü. Schlaftabletten aus einem großen BV.

  10. Haben diesen Fall von Mansplaining mal der Gender-Blockwartin gemeldet:

    Die Frage, wie man Umweltschutz und Soziales vereinbart ist ja nun auch nicht gerade neu, sie wurde seit einiger Zeit in den Medien diskutiert. Und zumindest ein „Ich würde immer den Umweltschutz priorisieren, denn wir haben nur einen Planeten“ oder „Arme müssen natürlich unterstützt werden, aber umweltschädliches Verhalten muss gleichzeitig spürbar belastet werden“ ist ja nun auch nicht so schwer als Position zu vertreten.

    Ich finde die grüne Frau übrigens hochqualifiziert. Je weniger Erfahrung, desto besser ist man für das Kanzleramt geeignet. Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen.

  11. „Die Frage, wie man Umweltschutz und Soziales vereinbart ist ja nun auch nicht gerade neu, sie wurde seit einiger Zeit in den Medien diskutiert.“

    Da zeigt sich der Wert des Mund haltens.

    Da lief eine (Desinformations)Kampagne.
    Mit Sicherheit kein Diskurs.
    Den, der nach ‚Medienkonsum‘ heute nicht blöder ist als davor, den muss der Herrgott erst noch zurechtzimmern.

    • Es ist eigentlich eine zentrale Frage jeder Umweltpolitik und das dort übliche Spannungsfeld.

      Umweltschutz kostet Geld. Wer zahlt bzw wie federn wir das für die ab für sich das nicht leisten können. Auch der Vorwurf, dass die Grünen eine Partei für die besserverdiener sind, die sich ein ökologisches Gewissen leisten könnte, ist nun wirklich nicht neu.

  12. „Die Frage, wie man Umweltschutz und Soziales vereinbart ist ja nun auch nicht gerade neu, sie wurde seit einiger Zeit in den Medien diskutiert. Und zumindest ein „Ich würde immer den Umweltschutz priorisieren, denn wir haben nur einen Planeten“ oder „Arme müssen natürlich unterstützt werden, aber umweltschädliches Verhalten muss gleichzeitig spürbar belastet werden“ ist ja nun auch nicht so schwer als Position zu vertreten.“

    Die richtige Antwort (zumindest national gedacht) ginge in Richtung eines Verweises aufs Energiegeld wie im Wahlprogramm.

    Bezeichnenderweise hast Du von den 3 Fragen damit – ebenso wie die durch den Ausschnitt Vorgeführte – auch nur eine „bearbeitet“, und das, obwohl Du sogar soviel Nachdenk-Zeit hattest, wie Du Dir nehmen wolltest. (Ich fand die Erste völlig bescheuert und die Letzte ausm Stehgreif schwer)

    „Es hätte eine gewisse Ironie, wenn die Grünen, die sich die Quote auf die Fahnen geschrieben haben, gleichzeitig indirekt den Beweis erbringen, dass diese unqualifizierte Personen nach oben bringen.“

    Du siehst, was Du sehen möchtest. Also zum Beispiel nicht wirklich die beiden anderen Frauen, die sich zur Wahl gestellt hatten.

    Ist es denn wahrscheinlich, dass sie (oder die Ausgetretene) sich auch so blamiert hätten wie Hubert Ulrich hier ab 1:36?

    Eher nein

    • Also ich finde nicht, dass der Herr sich irgendwo blamiert. Die Antwort auf die Frage „Was lieben sie an sich selbst?“ geht niemanden etwas an ausser dem Protagonisten selbst. Blamabel ist an der gegebenen Antwort „Nächste Frage“ gar nichts. Eher fand ich den Schwenk von den Sachfragen zum persönlichen unangenehmem und unpassend.

      • Das sind genau die Art Standardfragen, auf die bereits jeder Minderjährige, der sich bloß nur um einen Ausbildungsplatz bewirbt, vorbereitet sein MUSS.
        Und das weißt Du auch…

        • Wenn einem ein Personaler eine derart schwachsinnige Frage wie „Was lieben Sie an sich selbst“ stellt, dann geht man, einen gewissen Rest an Selbstachtung vorausgesetzt, sofort wieder raus. Und bei uns fragt man so etwas auch keine potentiellen Auszubildenden – allerdings werden auch keine Quotenfrauen auf die Bewerber losgelassen.

        • Die Standardfragen lauten „Was sind Ihre drei größten Stärken/Schwächen?“, kein gefühlsduseliges „Was lieben Sie an sich?“ Typisch, dass Du das als unterschiedslos darstellst.

  13. Bitte flehentlich um Antwort auf folgende Frage: was ist besser Platz 2 für Dorothee Bär oder Platz 2 für Irina Gaydukova? Bin ratlos!

  14. Pingback: Frauenkwoten machen kwotenfrauen | Schwerdtfegr (beta)

  15. Bin nur zufällig hier hereingeschneit, aber nur eine Bemerkung zu Hubert U.: ich weiß zufällig aus berufener Quelle (ist keine üble Nachrede!), dass der Herr schon vor über 20 Jahren mit Karteileichen und erfundenen Wählerlisten kräftig Politik gemacht hat, ähnlich wie die Linke heute (wohl kein saarländisches Hobby, ging bei denen auch munter in RLP); also in Sachen korrupte Machtspiele hätten die besagten Frauen noch einiges von ihm zu erlernen, ob das für das „Geschäft“ als notwendig/wünschenswert erachtet wird, überlasse ich Euch….

  16. Angebliche Änderungen von Mitgliedern des Ortsverbands Saarlouis
    Gaydukova sei von Ulrich und seinen Leuten „ins Feuer geschickt“ worden. „Die hätten besser eine Sonnenblume kandidieren lassen.“ Weiter heißt es, Gaydukova sei die Freundin der Frau eines engen politischen Vertrauten von Ulrich – was der ganzen Sache noch eine zusätzliche sehr saarländische Note gibt.
    https://faz.net/aktuell/politik/inland/gruene-im-saarland-heillos-zerstrittener-landesverband-17410505.html

    Alles ein abgekartetes Spiel.

  17. Pingback: „Warum Frauenquoten auch keine Lösung sind“ | Alles Evolution

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