Sommertage, Mittagspausen und die Benachteiligung der Frau beim Lebenszeitverdienst.

Neulich las ich wieder einen Artikel dazu, dass Frauen aufgrund der Kinderbetreuung im Leben so und so viel tausend Euro verlieren, die Männer dann mehr haben.

Ich musste gestern daran denken:

Morgens habe ich Fräulein Schmidt in die Kita gefahren und bin danach ins Büro zum arbeiten. Lange Anzughose und Hemd, dem Wetter nach ohne Krawatte. Südländerin ist mit Schmidt Junior zuhause geblieben, sie ist ja noch in Elternzeit. Ich hole dann in meiner Mittagspause so gegen 13:30 Fräulein Schmidt aus der Kita ab und fahre sie nach Hause wo sie gleich auf die Schaukel stürmt. Papa muss anschubsen, was er natürlich gerne macht. Fräulein Schmidt ist glücklich. Südländerin hat uns schon kommen sehen und bringt im Sommerkleid Schmidt Junior im Kinderwagen schlafend mit in den Garten, dann holt sie noch einen Kinderpool und füllt ihn über den Gartenwasserschlauch. Fräulein Schmidt bekommt eine Schwimmwindel um und planscht vergnügt im Pool. Südländerin holt noch eine Garten-Picknickdecke auf der dann später Schmidt Junior liegen kann. Sie hat sich noch mit einer Frau aus dem Geburtsvorbereitungskurs verabredet, die bringt auch ihr Baby und ihre Tochter mit, die nur ein Jahr älter ist als Fräulein Schmidt. Die beiden werden dann im Garten rumtoben, während die Mütter mit den Babys im Garten sitzen, Kuchen essen und etwas klönen. Ich esse noch schnell etwas Kleines im Garten, dann wollen Fräulein Schmidt und Schmidt Junior noch etwas Aufmerksamkeit, die ich ihnen gerne gebe.

Der Garten ist zumindest im Schatten sehr angenehm. Wir haben gemeinsame Konten und Südländerin wird dank öffentlichen Dienst auch keine Karrierenachteile erleiden. Auch wenn ihre Verdienst über das Leben geringer ausfällt als meiner. Ich fahre wieder ins Büro.

Damit soll kein Neid ausgedrückt sein und ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich durch Südländerin benachteiligt werde. Ich gestehe ebenso vollkommen zu, dass die Betreuung eines Säuglings keineswegs nur aus „mit Freundin mit Kaffee und Kuchen im Garten sitzen, während das andere Kind spielt und das Baby schläft oder ansonsten friedlich ist“ besteht. Mir ist natürlich bewußt, dass Babys schreien, schlecht drauf sind, rumgetragen werden wollen und dann genau in diesem Moment das andere Kind beschließt irgendwelchen Blödsinn zu machen, bei dem man besser dahinter stehen sollte oder es ihm verbieten sollte.  Genauso gibt es auch angenehme Tage im Büro und der Job kann einem Spass machen etc. Dennoch finde ich dieses „Sie verdient weniger Geld, der Mann mehr und sie hat damit alle Nachteile“ einfach zu kurz gegriffen, wenn man nicht gleichzeitig auch sieht, dass es eine einmalige Zeit sein kann und durchaus auch sehr angenehme Zeiten mit sich bringen kann, die viele berufliche Tätigkeiten durchaus uninteressant erscheinen lassen können. Aber das kann man eben nicht so einfach messen.

55 Gedanken zu “Sommertage, Mittagspausen und die Benachteiligung der Frau beim Lebenszeitverdienst.

    • Das gilt aber höchstens für eine kleine Schicht von Frauen. Ich denke, die steigende Unzufriedenheit bei Frauen resultiert eher aus der konsumistischen Liberalität der letzten Dekaden welche frau zuviel Wahlmöglichkeiten gebracht hat.

      Egal was und wie Frau sich entscheidet: sie wird nicht nur angreifbar sondern hat zudem ständig diesen bohrenden Zweifel im Hinterkopf, ob ihre Entscheidung richtig war.

      Muss ein scheiß Gefühl sein…

  1. „Sie hat weniger Gehalt, aber geht es ihr deswegen schlechter?“ ist eine Perspektive, die für aufgeschlossene Menschen zwar interessant, aber für feministisch geprägte Menschen viel zu komplex ist.

    Dann doch lieber auf gleichem Niveau: „Für jeden Euro, der von einem Mann ausgegen wird, werden 4 Euro von einer Frau ausgegeben. Wo haben die das Geld her, wenn es ihnen doch so schlecht geht?

      • Ich rechne eher mit „Das stimmt gar nicht“
        Was dann auch durch „Zähl mal die Geschäfte-nur-für-Frauen im nächsten Einkaufszentrum“ nicht geändert werden kann.

    • ich such ja immer noch nach harten Zahlen oder irgendwelchen Papers für dieses „Frauen geben 70% des Geldes aus“ .. hab noch nichts gefunden

      • Such stattdessen nach „Kaufentscheidungen“… denn hier handelt es sich um ein typisches „Missverständnis“ der Masku-Bubble

          • schönes Chart .. aber selbe Frage, wo kommt das her, wie wurde das ermittelt, sind das in irgendeiner Weise belastbare Zahlen? Und ja, „Kaufentscheidungen“ sind im Prinzip die gleiche Kategorie .. derjenige der bestimmt, wofür Geld ausgegeben wird (und wofür nicht) ist effektiv derjenige, der das Geld ausgibt.

          • „„Kaufentscheidungen“ sind im Prinzip die gleiche Kategorie .. derjenige der bestimmt, wofür Geld ausgegeben wird (und wofür nicht) ist effektiv derjenige, der das Geld ausgibt.“

            Das ist aber auch mit Vorsicht zu genießen. Nur weil zB die Frau bestimmte Sachen in den Einkaufswagen packt bedeutet das nicht, dass sie das alleine entschieden hat. Er kann genau so gesagt haben, dass er gerne ein bestimmtes Brot lieber mag als das andere und deswegen packt sie es eben in den Wagen

          • genau deshalb frag ich ja öfter mal nach … das ist für mich so ein bisschen das maskulistische GPG, oft behauptet, nie (oder nur sehr schlecht) belegt.
            Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass es Haushalte gibt, in denen das so läuft, er arbeitet sich den Arsch ab, und sie verballert die Knete. Aber so pauschal, als genereller Trend hab ich da meine Zweifel …

          • Und vorallem sind 70 oder 80 % der Kaufentscheidungen überhaupt nicht gleichbedeutend mit Anteil am Haushaltseinkommen/ausgegebenen Geld. Wieviele verschiedene Kaufentscheidungen fallen allein bei Lebensmitteleinkäufen (gar nicht seperat aufgeführt? Hm, worunter haben die das wohl gepackt?) an, überwiegend von geringfügigem Wert?

          • Da fehen mir wesentliche Entscheidungen, die einen großen Teil des Haushaltsbudgets ausmachen.

            1.) Wohnung
            Eine langfristige Entscheidung, die wohl in den allermeisten Fällen gemeinsam entschieden wird. Aber wer hat hier welche Anforderungen, die dann gegeneinander abgewogen werden müssen?

            2.) Lebensmittel

            3.) Körperpflege / Hygiene / Kosmetik

          • Selbst ein blindes Semikolon findet manchmal einen Tabstop (o.s.ä.): Der Einwand ist berechtigt.

            Ich trage mal folgenden Artikel (von 2009) zur Spurensuche bei:
            https://www.diepresse.com/510110/studie-frauen-geben-mehr-fur-konsum-aus-als-manner

            „Studie: Frauen geben mehr für Konsum aus als Männer

            Das weibliche Geschlecht gibt pro Jahr knapp zwölf Billionen Dollar aus[…]
            Wird Geld ausgegeben, steckt meist eine Frau dahinter: 70 Prozent der globalen Konsumausgaben [! Hervorhebung von mir] werden von Frauen getätigt.“

            Man beachte allerdings drei Dinge:
            1. „Nicht beantwortet wird in der Studie, ob die Frauen das Geld für sich oder für ihre Männer und Kinder ausgeben.“

            (Das weiß man bei den Konsumausgaben der Männer natürlich auch nicht. Die Vermutung, dass Frauen mehr für andere mit einkaufen, liegt aufgrund der klassischen Rollenverteilung allerdings nahe.)

            2. „Ebenso offen ist, wer das Geld zuvor verdient hat.“
            (Hier liegt die Vermutung nahe: Zu einem gewissen Anteil ein Mann.)

            3. Ungeklärt bleibt, was genau als Konsumausgaben gilt, was nicht, und wie das Verhältnis aussieht.

          • 2. „Ebenso offen ist, wer das Geld zuvor verdient hat.“
            (Hier liegt die Vermutung nahe: Zu einem gewissen Anteil ein Mann.)

            Wie aus Untersuchungen der OECD hervorgeht, beträgt der Anteil des Mannes am Haushaltseinkommen von Paaren in Deutschland beachtliche 77 Prozent. Das ist der höchste Wert aller Industrienationen. In Frankreich sind es 63 Prozent, in Schweden 62 Prozent. Die Erwerbstätigenquote von Frauen in Deutschland lag 2015 bei fast 70 Prozent, bei Männern betrug sie laut Statistischem Bundesamt rund 78 Prozent. Allerdings sagt diese Rate nichts über die Menge der geleisteten Arbeitsstunden aus.

            https://www.welt.de/wirtschaft/article163561028/Die-grosse-Illusion-der-Ganztagsschule.html

            Die Vermutung ist richtig

          • Man müsste eigentlich den Lebensstandard von Männern und Frauen untersuchen. Was man unter darunter versteht, wäre natürlich zu definieren.

            Letztlich kann man aber sagen, dass die feministische Fixierung aufs Erwerbseinkommen interessengeleitet und deshalb abzulehnen ist.

          • @ FS

            Das wird man sicherlich nicht tun, zumindest nicht mit dafür üblichen Methoden. Eines der Kriterien zur Beurteilung des Lebensstandards einer Gruppe kann nämlich z. B. die durchschnittliche Lebenserwartung im Verhältnis zu einer Vergleichsgruppe sein. Schauen wir mal, wie das in unserem Patriarchat so aussieht… Oops, Frauen werden im Schnitt signifikant älter als Männer. Natürlich muss man dann genauer hinschauen, was die Faktoren sind, die zu diesen Durchschnittswerten führen. Nun, Männer sterben weit häufiger bei Ausübung ihrer Erwerbsarbeit, sterben verfrüht an Krankheiten, Versehrungen oder körperlichem Verschleiß durch Arbeit, es wird dennoch jährlich weit mehr Geld für die Gesundheit von Frauen aufgewendet, als die von Männern und Männer nehmen sich etwa dreimal so häufig das Leben.

            Man sieht also: es muss die schiere Hölle sein, in unserer Gesellschaft als Frau leben zu müssen.

          • @Billy

            Und kaum war das Patriarchat eingeführt: „Gut untersucht und auch für spätere neolithische Kulturen Mitteleuropas nachgewiesen ist jedoch die unterschiedliche Lebenserwartung der Geschlechter. Während im Mesolithikum Männer und Frauen eine ähnlich hohe Lebenserwartung hatten, sank diese mit der Neolithisierung speziell für die Frauen drastisch ab. Frauen starben in der Bandkeramik im Schnitt ein Jahrzehnt früher als Männer.“

            Zum Glück für uns Männer hat sich seitdem nichts geändert, weil das Patriarchat ungebrochen fortexistiert – leugnen hilft da nichts, Zahlen können nicht lügen. 😉

            Aus: Brigitte Röder: Jungsteinzeit: Frauenzeit? – Frauen in frühen bäuerlichen Gesellschaften Mitteleuropas

          • Das Frauen 70-80% der privaten Kaufentscheidungen treffen ist aber keine Freiheit, sondern eine Frauenbürde und das Frauen länger leben und mehr für ihre Gesundheit getan wird, dient nur dazu das sie Männern länger dienen können.

      • Seit wann ist es in feministischen Gesprächen relevant, dass eine Statistik fundiert ist oder gar stimmt?
        Solange „Ein von drei Frauen…“ an jeder Ecke platziert wird, ist „70% der Konsumentscheidungen“ vollkommen legitim.

  2. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Männer, die das Geld für Frauen erarbeiten, als Ausbeuter und herrschendes Geschlecht gelten.

  3. „Neulich las ich wieder einen Artikel dazu, dass Frauen aufgrund der Kinderbetreuung im Leben so und so viel tausend Euro verlieren, die Männer dann mehr haben.“

    Gelogen mit einem Zweck.
    Hier wird das klassische Nullsummenspiel in feministisch aufgemacht: Ein Geschlecht verliert (Frau), ein Geschlecht gewinnt (Mann).
    Während tatsächlich für das Paar ein Kind ein finanzieller Mehraufwand ist, der ausgerechnet in eine Zeit fällt, in der die Erwerbsarbeit für die Frau herabgesetzt werden muss.
    D.h. jedoch, dieser finanzielle Mehraufwand kann seitens der Frau ebenso wenig hälftig gedeckt werden, wie eine Beteiligung an 50% des Familieneinkommens ohne Kind.
    Wenn man sich schon auf eine rein ökonomische Sichtweise versteift, dann lebt die Frau in dieser Zeit „auf Kredit“ und zwar von finanziellen Transfers des Mannes.
    „Finanzielle Transfers“ können anders herum in Stunden Erwerbsarbeit ausgedrückt werden, die vom Mann in Richtung Frau fließen.

    • Das ist alles so schlecht. Männer verdienen das Geld und Frauen geben es aus. Die Häuser oder Mietwohnungen in denen Frauen und Männer zusammen leben werden auch größtenteils von Männern bezahlt, aber es sind Frauen die diese zeitanteilig mehr nutzen, da die Männer ja ihre Privilegien haben und für irgendeine Firma malochen.

      Ich bin mir sicher das Esther Vilar dazu einen passenden Kommentar hat, welch bemerkenswerte Leistung Frauen vollbracht haben, Tätigkeiten die sie im Schlafanzug oder Freizeitklamotten erledigen können, als den schlechtern Deal in den Köpfen der Menschen zu verankern.

      • @Matze

        Jup.
        Vor allem, als gäbe es „Kinderbetreuung“ als Wert an sich, bzw. diese sei eine unmittelbar zu entlohnende Arbeit.
        Woher kommt das Geld für den Schlafplatz, die Nahrung, das Spielzeug und die Kleidung des Kindes und woher kommt die frei verfügbare Zeit für „Kinderbetreuung“?
        Woher kommt das Geld für den Schlafplatz, die Nahrung und die Kleidung der Frau und woher kommt ihre frei verfügbare Zeit für „Kinderbetreuung“, die „Kinderbetreuung“ erst möglich macht?

        Ich finde es faszinierend, was in den Hirnen der (klein-)bürgerlichen Feministinnen als unveräußerliches Recht angesehen wird.
        In ihrem Hirn sind sie für ihre eigene Reproduktion und die Hälfte des Kindes einfach nicht zuständig – das hat von irgendwem geleistet zu werden, aber doch nicht von ihnen! Selbstredend sind es ihre Kinder, aber mit dem Eigentum ergeben sich für sie keine (finanziellen) Verpflichtungen.
        Das ist konservatives Gedankengut, welches sich als „progressiv“ missversteht.

        • Wie man gerade sieht, bedeutet „Frauen in die Politik“ so viel wie „Ein Land wie eine Familie führen“.

          Oder wie es in dem „Baerbock – Das Drama des unbegabten Kindes“ neulich hieß:

          Zu dem Narzissmus des mittelmäßigen Bürgerkinds kommt bei den Grünen noch ein zweites Prinzip, das in diesem Milieu auch über tiefe Wurzeln verfügt, und dem der Soziologe Helmut Schelsky schon in den Siebzigern einen Namen gegeben hatte: Die Arbeit tun die anderen.

          Wenn es so etwas wie eine Die-Arbeit-tun-die anderen-Partei gibt, dann die Grünen.

          Und das ist für mich das Problem:
          Wer eine Feministin heiratet, hat selbst Schuld.
          Wer von einer Feministin regiert wird, nicht. (Zumindest nicht zwangsläufig – nur wenn er Grünen-oder-SPD-oder-CDU-Wähler ist).

          Jede Politik, die die Überzeugung „Die Ressourcen sind einfach irgendwie immer da“ als Ausgangspunkt nimmt, wird ein Land in Grund und Boden reiten.

        • Hier, gerade via Arne hereingekommen der identische Hirnriß in einer „Studie“ der University of Notre Dame:

          „Es zahlt sich aus, egoistisch zu sein, zumindest für Ehemänner. Das sind die Ergebnisse einer neuen Studie, die gerade von Forschern der University of Notre Dame veröffentlicht wurde. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass „unsympathische“ verheiratete Männer, die es vermeiden, im Haushalt mitzuhelfen, in der Regel ein höheres Einkommen haben als Ehemänner, die fleißig im Haushalt mithelfen.

          Die Studie, die sich ausschließlich auf heterosexuelle Ehen konzentriert, zeigt, dass egoistische Ehemänner, die sich vor der Hausarbeit drücken, „mehr Ressourcen“ haben, die sie für ihre Karriere einsetzen können. Folglich verdienen sie in der Regel auch mehr Geld.“

          Arne dazu: „Davon abgesehen habe ich den Eindruck, dass hier Korrelation und Kausalität mal wieder verwechselt wurden: Wenn ich im Beruf ständig Überstunden mache, um mir und meiner Partnerin ein angenehmes Leben zu finanzieren, kann ich mich natürlich nicht in derselben Zeit auch um den Haushalt kümmern. Warum ich dann von Wissenschaftlern als Egoist dargestellt werde, könnte ich nicht nachvollziehen.“

          Nicht die Frau ist „egoistisch“, keinen (ökonomischen) Beitrag zum „angenehmen Leben“ abzuliefern, sondern der Mann, der dieses ermöglicht.
          Die Realität einmal auf den Kopf gestellt.

          In dieser (klein-) bürgerlichen Gedankenwelt existiert die Verantwortung für die eigene Reproduktion nicht – zumindest, wenn es Frauen betrifft.
          Ist dies gesetzt – und nur so funktioniert das – dann erscheint „Haushalt“ völlig voraussetzungslos als „Arbeit“, an dem sich der Mann zusätzlich zu beteiligen hat. Nämlich additional zu der (Erwerbs-) Arbeit, den Haushalt samt dort lebender Frau erst finanziert zu haben.

          Ich habe keine Ahnung, ob es überhaupt gelingen kann, diesen Hirnriß zu „dekonstruieren“.

          • „Nicht die Frau ist „egoistisch“, keinen (ökonomischen) Beitrag zum „angenehmen Leben“ abzuliefern, sondern der Mann, der dieses ermöglicht.
            Die Realität einmal auf den Kopf gestellt.“

            Ich würde nicht einmal die Realität als auf den Kopf gestellt bezeichnen, denn faktisch ist auch in dem Bild niemand pauschal egoistisch. Die Frau, die eine geringere Erwerbsquote hat, als ihr Partner und die so gewonnene mehr zur freien Verfügung stehende Zeit nutzt, sich um familiäre Angelegenheiten zu kümmern, hält ja faktisch somit dem Mann den Rücken zur Ausübung einer höheren Erwerbsquote frei. Genauso wie der Mann ihr den Rücken durch sein Mehr an erwirtschaftetem Einkommen freihält, um sich mehr um familiäre Angelegenheiten kümmern zu können. Das ist nichts anderes als klassische Arbeitsteilung, die in klarer Regel partnerschaftlich getätigt wird, ohne dass sich einer von beiden ernsthaft als Opfer des anderen fühlt (es sei denn, die Frau findet zu feministischer Erleuchtung und somit zu der Erkenntnis, dass natürlich IMMER nur ihre Arbeit wirkliche Arbeit ist, während er sich nur den ganzen Tag irgendwo vergnügt; aber dennoch ist natürlich stets festzuhalten, dass Feminismus Frauen und Männern nützt und keinesfalls toxisch ist).

            Erschütternd ist es, wie an diesem Beispiel wieder einmal zu sehen, mit welcher Selbstverständlichkeit Zahlen über partnerschaftliche Aufgabenverteilungen erhoben werden, nur mit dem erkennbaren Ziel, am Ende irgendwie darüber Männer runterzuputzen, zu dämonisieren.

            Denn mal Hände hoch, wer ernsthaft glaubt, dieselben „Wissenschaftler“ hätten auch über „egoistische Frauen“ polemisiert, wäre die Erhebung zu einer genau umgekehrten Verteilung von Hausarbeit unter den Geschlechtern gekommen! Machen wir uns nix vor: Dann wären ebenfalls die Männer die Egoisten, die ihre Frauen schuften und das Geld ranschaffen lassen, während sie selbst zu Hause faul Däumchen drehen. Die bei solchen „Studien“ herauskommenden Ergebnisse sind für die Schlussfolgerung, die aus ihnen gezogen wird, vollends irrelevant, denn die Schlussfolgerung steht schon vor allem anderen fest: Männer sind Schweine! Die Ergebnisse liefern bestenfalls die Herausforderung, wie man aus ihnen zu der feststehenden Schlussfolgerung, dass Männer Schweine sind, überleiten kann. Und um das zu bewerkstelligen, da haben ja inzwischen Genderstudies reichlich für Handwerkszeug gesorgt, letztlich ist das Erzeugen von Handwerkszeug, wie man aus allem den Nachweis männlicher Minderwertigkeit ableiten kann, wesentlicher Hauptzweck, wenn nicht gar einzige Existenzgrundlage dieser „Wissenschaft“.

        • „In ihrem Hirn sind sie für ihre eigene Reproduktion und die Hälfte des Kindes einfach nicht zuständig – das hat von irgendwem geleistet zu werden, aber doch nicht von ihnen! Selbstredend sind es ihre Kinder, aber mit dem Eigentum ergeben sich für sie keine (finanziellen) Verpflichtungen.“

          Japp, ist genau wie bei der Reproduktion im Sinne von Fortpflanzung. Verpflichtungen bitte keine für die Frau; wenn sie es wünscht, kann sie ihre Schwangerschaft beenden oder das Kind nach der Geburt weggeben. Der Mann aber hat die Pflicht, für ihre Entscheidung geradezustehen: So wie die Kinder ihr gehören, gehört ihr das Recht zur Entscheidung, und ein Mann wird in die Pflicht genommen.

  4. Neulich las ich wieder einen Artikel dazu, dass Frauen aufgrund der Kinderbetreuung im Leben so und so viel tausend Euro verlieren, die Männer dann mehr haben.

    Was haben Menschen, die einen solchen Artikel verfassen, eigentlich für ein Bild einer Familie? Eine reine, lieblose Zweckgemeinschaft, in der alles 50/50 verteilt sein muss, ohne dass Menschen miteinander reden und sich effizienter organisieren? Warum dieses ständige Fokussieren auf (angebliche) Nachteile (natürlich nur der Frau) ohne zu fragen, ob die Frau nicht auch Vorteile genießt, es so will oder vielleicht gar glücklich ist? Ich meine, was muss man für ein Menschenbild haben, um in Allem krampfhaft irgendwas schlechtes sehen zu wollen? Was motiviert diesen scheinbar tief sitzenden Hass?

      • Der Artikel ist ja auch angereichert mit allerlei Propagandaplattitüden, um bloß nicht an der Heiligkeit der Frauen und der Schlechtigkeit von Männern zu kratzen.

        Interessant zunächst die wie Zwischenüberschriften eingestreuten Links auf andere Artikel, die allesamt in den Bereich Jammerfrauenartikel fallen.

        Und dann wird natürlich von „Experten“ eine Kausalität suggeriert, Frauen würden nur deshalb besserverdienende Partner suchen, weil sie selbst ja, nur weil sie Frauen sind, so schlecht verdienen und sich anders gar nicht mehr ihr Leben finanzieren könnten. Dass die Kausalität andersherum wesentlich plausibler ist – also mehr Verdients oft auch mit mehr Erwerbsanteil zu tun hat und Frauen gerne besserverdienende Partner haben, um sich weniger Erwerbsanteil bzw. wohligere Jobs nach vorrangig Eigeninteressen und aus beidem folgend weniger eigenen Verdienst leisten zu können – das lassen wir lieber mal gar nicht erst als Gedanken zu. Denn sonst könnte die nächste „Begründung“ mit den tradierten Geschlechterrollen einen ganz anderen Spin bekommen, als den gewiss angestrebten, dass diese Rollen natürlich patriarchal aufoktroyiert sind und somit natürlich die Männer daran Schuld sind, dass Frauen gar keine andere Wahl haben, als sich ihre Partner in nicht unerheblichem Ausmaß auf Basis überaus oberflächlicher Kriterien auszuwählen.

        • „Und dann wird natürlich von „Experten“ eine Kausalität suggeriert, Frauen würden nur deshalb besserverdienende Partner suchen, weil sie selbst ja, nur weil sie Frauen sind, so schlecht verdienen und sich anders gar nicht mehr ihr Leben finanzieren könnten. “

          Die andere Erklärung ist, das natürlich Männer nicht damit klar kommen, wenn ihre Frau mehr verdient. Frauen sind da so vorausschauend, das sie auf Datingportalen deswegen auch eher Männern antworten, die gem. Jobangaben auf ein höheres Gehalt schließen lassen.

          • 😉

            Ja, oder so…

            Hauptsache die Erklärung lässt Frauen weiterhin als so arm und dabei doch so gut und Männer irgendwie als Unterdrücker erscheinen.

    • „Warum dieses ständige Fokussieren auf (angebliche) Nachteile (natürlich nur der Frau) ohne zu fragen, ob die Frau nicht auch Vorteile genießt, “

      Diese Frage kann man kürzer fassen: „Warum Feminismus?“
      Es ging beim Feminismus noch nie um das Quid-pro-Quo zwischen den Geschlechtern.

  5. Aber Christian! Merkst du denn nicht, wie du im Patriarchat Karriere machst und alle Frauen dieser Welt unterdrückst, wie du ökonomisch besser gestellt bist, wie du keine unbezahlte Carearbeit leistest, wie du dich auf dein soziales Frühableben hinarbeitest und deine Frau in Altersarmut zurücklässt – du bist schuldig, weil du ein Mann bist! Jetzt kapier‘ das doch endlich und kämpfe nicht immer so verbissen gegen die einzige Wahrheit auf Erden an.

  6. Tatsächlich bekommt die Frau in der Zeit ja Elterngeld und Kindergeld. Und rentenmäßig bekommt sie einen vollen Punkt. Je nach Job kann sie damit sogar schon mehr verdienen…

  7. Die kleine werden so schnell groß und man verpasst so viel.
    Ich hätte gerne mehr Zeit mit meinem Kind verbracht, aber im Beruf kürzer treten ging finanziell nicht.

  8. Sag mal Christian: Du hast doch wahrscheinlich an heißen Tagen sowohl im Auto als auch im Büro nonstop die Klimaanlage laufen, oder nicht?

    Wie angenehm ist es denn IM Haus, welche Geräte kannst Du da empfehlen?
    (bin gerad dabei aufzurüsten. Ist nämlich die erste Schwangerschaft, wo ich ganz übern Sommer kommen muss)

    • Wie angenehm ist es denn IM Haus, welche Geräte kannst Du da empfehlen?

      Das wäre DEINE Chance, dem Missverhältnis „Wer trifft die Kaufentscheidung“ im Bereich Elektronik entgegenzuwirken, denn selbstverständlich ist so ein Missverhältnis Ausdruck eines patriarchalen Unterdrückerregimes, welches Frauen benachteiligt. Also mach dich lieber selbst schlau.
      Oder möchtest du etwa weiterhin klassische Rollenbilder reproduzieren? Bist du so unselbstständig, dass du bei so einer Entscheidung auf männliche Hilfe angewiesen bist?

      You go girl!

      • Ich hab ganz kürzlich zwei Klarstein-Ventilatoren (Skypillar & Waterfall) bei Otto bestellt. Mal sehen, wie weit wir damit kommen werden…

        Anfang des Monats hatt ich außerdem Glück, dieses Mini-Teil hier:

        für je 27 Euro zu erstehen, und ich bin überrascht, dass eins davon im Solobetrieb tatsächlich bereits die Stickigkeit zumindest im kleineren Kinderzimmer deutlich verringern kann (ist jetzt angenehmere Luft als ohne bei noch rund 10 Grad weniger Außentemperatur).

        Im weitesten Sinne Technik und eine Empfehlung verdienen imho auch speziell-kühlende Mikrofasertücher (sorry, wieder nicht verfügbar, aber man findet sicher ähnliches):

        Und für den Feierabend-Biergenuss im Garten (aber auch als Mitbringsel für seine engsten Freunde, die man ja hoffentlich bald wieder treffen wird) freute sich der Gatte über folgende von mir getroffene Kaufentscheidung:

        Als enttäuschend empfand ich hingegen die Kühlmatten, die speziell unserer Hundedame helfen sollten 😔

  9. Mit der Partnerin ein Familienunternehmen gegründet, zwei Söhnen ermöglicht, sich zu gebildeten, aufgeklärten Menschen zu entwickeln, ihnen das Studium ermöglicht, die Hütte abgezahlt, miterleben dürfen, dass sich die Söhne mit 22 und 23 Jahren in guten Berufen etablieren. Viel geschafft, um das Geld bereitzustellen. Sich sich auf den Partner verlassen können, der das in großer Verantwortung abdeckt. Das alles gestalten in großer Zuneigung und gegenseitigem Respekt und mit der Bereitschaft zu Kompromissen und mit Abstand zur Mode des überbordenden Hedonismus. Schließlich dafür gesorgt, dass die zunehmend hilfsbedürftigen Eltern ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden erleben konnten. Dafür haben wir beide uns gegenseitig nichts vorzuwerfen. Wir betrachten dies retrospektiv als Glück der guten wie auch schwierigen Tage. Das gilt auch für die Familien unseres Umfelds, der Geschwister, die das sehr ähnlich leben.
    Mit großem Argwohn sehen wir die, die diese Grundlagen einer funktionierenden Gesellschaft grundsätzlich dekonstruieren wollen, deren Ansinnen Zwietracht ist. Wo gegenseitige Verantwortung ist, gibt es keine Opfer in dieser opferideologisieren Welt. Mit großer Abscheu beobachten wir, dass die Gendergläubigen und feministischen Ideologen darauf setzen, ihr erbärmliches Dasein von den Steuern von uns, unseren Kindern und ihren Partnerinnen finanzieren zu lassen und das in zunehmenden Maße. Ob sie wissen, dass das was sie dekonstruieren wollen dann nicht mehr als steuerzahlende Melkkuh zur Verfügung steht? Der Sozialrichter Jürgen Borchert hat dazu korrekt festgestellt: „Kindergeld ist Rückgabe von Diebesgut. Fakt ist, dass in Deutschland Arbeitnehmer – und gerade die jungen mit Kindern – im weltweiten Vergleich mit am härtesten durch Steuern und Abgaben belastet sind.“ Und Klonovsky (jawohl Klonovsky!) fasst ebenso korrekt zusammen: „Auf den Zügen der kinderlosen Endvierzigerin liegt eine Melancholie, die auch durch den ausschließlichen Konsum launiger Genderstudies nicht zu tilgen ist.“ Solche Exemplare kennen wir auch und sie werden nicht weniger, Nicht selten arbeiten sie an der Dekonstruktion unseres Lebensentwurfes, ausgestattet mit unserem Geld.

  10. Kurzum: Feministinnen hassen alles, was wir als natürliche Weiblichkeit ansehen – und was viele Frauen auch genießen.

    Feministinnen sind erst glücklich, wenn die natürliche Weiblichkeit durch Gleichstellungspolitik, Genderpropaganda etc. zerstört wurde.

    Und Feministinnen laufen mit der immergleichen Patriarchatsschablone und den immergleichen negativen Zwangsdeutungen durch die Welt.

    Das eigentliche Problem aber stellen all die männlichen Weicheier und unkritischen Frauen dar, die diese Ideologie hofieren und keine Zivilcourage zeigen.

    Ohne all die Muttersöhnchen in der Politik könnte die Gendrifizierung unserer Gesellschaft verhindert werden. Immerhin haben wir die Möglichkeit, feministische Schundblätter wie den „Spiegel“, „Süddeutsche“ etc. nicht mehr zu kaufen. Und feministische Parteien kann man auch links liegen lassen.

    PS: Ich finde es immer lustig, sich vorzustellen, so ein Journalisten-Milchbubi liest so einen Kommentar. Die leben in ihrer ganz eigenen Welt aus Paranoia und Gutmenschentum. Man fragt sich schon, wie unsere Gesellschaft da mal die Kurve kriegen soll. Ich sehe nicht, daß die etablierten Medien irgendwann mal die Kurve kriegen geschweige denn, daß sie wieder an Glaubwürdigkeit gewinnen.

  11. Also, da die Südländerin vermutlich auch von deinem Geld lebt, kann ich die Benachteiligung nicht sehen. Die können vermutlich nur Beziehungsunfähige sehen, die in der Mann/Frau-Kategorie verhaftet sind. Meine Frau lebt momentan fast6 komplett von meinem Geld, kann sich beruflich um orientieren, und wenn nicht gerade Corona wäre, was die Kindergartenzeiten etwas unzuverlässig gemacht hat, wäre sie mit der Aufteilung total glücklich. Wäre ich auch, wenn ich nicht mehr das Geld verdienen, sondern mich das Haus und die Kinder kümmern könnte. Wäre mal was Neues, wo ich bei meinen Großen beides tun musste.

  12. Pingback: Ein Familienvater hat sich nichts vorzuwerfen | uepsilonniks

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