Marinov „Beim Menschen ist das Geschlecht binär und unveränderlich“: Der bevorstehende Kampf (Teil 5)

Ein interessanter Artikel von Georgi Marinov stellt die wissenschaftlichen Argumente dafür zusammen, dass das Geschlecht binär und unveränderlich („In Humans, Sex is Binary and Immutable“) ist.

Er bietet sich aus meiner Sicht für eine Besprechung in mehreren Teilen an:

Bisherige Teile:

Weiter geht es:

The Coming Battle

Aus dem Text:

The reasoning outlined above rests on two assumptions.

First, population genetics is true, and second, common descent from the original self-replicators is true. That “population genetics is true” means that our knowledge of inheritance mechanisms is broadly correct, i.e. we understand molecular biology sufficiently well, and “random” events (mutations and gamete segregation) are truly random, i.e. they happen with no foreknowledge of their future consequences. If these assumptions are accepted, what I have argued here regarding the binary nature of biological sex in humans is incontrovertibly true. It follows directly from the basic relationship between genes, organisms, recombination and reproduction. If mutations are random and undirected, then genetic material is the key entity in the center of the evolutionary process, not organisms. The inverse is also true—if the binary nature of biological sex in humans is to be denied, that automatically requires the rejection of one or both of these assumptions, for otherwise the binary nature of sex cannot be denied. As these assumptions are foundational for modern science, a troubling realization follows—a direct attack against the hard sciences can be expected from the people who deny the binary nature of human sex.

Und in der Tat tobt hier ja bereits ein ganz erheblicher Kampf, in dem immer wieder der Versuch gemacht wird biologische Konzepte zu ächten und für wissenschaftlich widerlegt zu erklären, auch wenn da auf Nachfrage wenig kommt. Weil da so wenig ist, was tatsächlich kommen kann bedient man sich der „Cancel Culture“. Es wird ein Bild erzeugt, in dem die Biologie des Menschen quasi beliebig ist, ein reines Spektrum ohne jede Häufung, Mann und Frau sollen in diesem Konzept vollkommen unklare Begriffe sein. Vererbung wird mit einer „Reduzierung auf die Fortpflanzung“ gleichgesetzt und als etwas dargestellt, was Menschen entwertet und auf ihre Funktion begrenzt.

So far it has not happened, but there have been warning signs and it might just be a matter of time and of little understanding of the deep philosophical contradictions involved. Certain parallels can perhaps be made with battles over the teaching of evolution, but there is one critical difference—the ideas in question here are coming directly from within the highest ranks of academia, where they appear to have significant institutional support, and, as recent years have demonstrated, their proponents are more than willing to use aggressive tactics outside the scholarly realm to silence their critics. There is also little understanding of the seriousness of the situation within the scientific community, which, whether for political reasons or due to lack of awareness, has been willingly supporting outright “bio-denialism.”

In der Hinsicht ist es faszinierend wie etwa die amerikanische Demokratische Partei es schafft, sich zum einen als die Partei darzustellen, die der Wissenschaft folgt und zum anderen bei der Biologie und den Geschlechtern statt auf die Wissenschaft zu hören den intersektionalen Theorien folgt.

Es ist erstaunlich welche „Sprengkraft“ die Darwinschen Theorien“ hier erneut erzeugen, zunächst bei den Religiösen, jetzt bei denen, die ihre sozialen Theorien angegriffen sehen.

Vor dem Hintergrund ist es schade, aber wohl nicht verwunderlich, dass Schüler die Schulen immer noch mit einem recht lückenhaften Wissen über eine der wichtigsten Theorien, der Evolutionstheorie, verlassen. Gerade die sehr wichtige sexuelle Selektion, verbunden mit intrasexueller und intersexueller Konkurrenz, kennt kaum jemand, die Wirkungen der Hormone erst recht nicht.

I hope that this text will help prevent the potential damage by providing the plain statement of the fundamental biological facts that, until now, did not exist, and that it will serve as the foundation for pushing back against the insanity.

Ich nehme Vorschläge für weitere wissenschaftliche Studien/Texte die ich auf diese Weise, also in Teilen, besprechen sollte, entgegen.

21 Gedanken zu “Marinov „Beim Menschen ist das Geschlecht binär und unveränderlich“: Der bevorstehende Kampf (Teil 5)

  1. Eine Frage, die mich seit Langem quält:
    Wann und warum haben sich die schlechten von den guten Menschen abgespaltet, und haben sich in Geschlechter aufgeteilt? Und sich zudem noch verschiedene Namen und Frisuren gegeben?
    Ich kenne die Theorie von dem Matriarchat, das dann von der Religion des patriarchalischen Juden- Gottes sabotiert wurde (vor ca 4000 Jahren). Aber diese „Theorie“ ist ja auch geschlechterbasiert.

      • Pardong, falsch geantwortet, nach meinem Wissensstand behauptet „feministische Wissenschaft“ die Existenz von blühenden matriarchalischen Gesellschaften. Komm grad ins Schleudern.

        • Das hat leider nicht nur feministische Wissenschaft verbrochen, daran war marxistische genauso „schuld“. Genauer gesagt waren es Friedrich Engels und August Bebel. Ersterer stütze sich u.a. (neben Morgan) auf die Mythenforschung von Johann Jakob Bachofen, die zum „Mutterrecht“ führte und verwurstete dies im „Der Ursprung der Familie, des Privateigenthums und des Staats“ und Bebel stützte sich ab der neunten Auflage von „Die Frau und der Sozialismus“ auf Engels. Und dieses Werk wurde richtig populär.

          Engels kann ich insofern in Schutz nehmen, weil über die menschliche Vorgeschichte zu diesem Zeitpunkt wenig bekannt war und er dies erstens anmerkte und zweitens die Selbstverständlichkeit äußerte, bei besserem Kenntnisstand müsste seine Theorie weiterentwickelt werden. Fand nicht statt

          Damit wurde dann aber ein (sakrosankter) Kanon etabliert, der diesen Feministinnen die Legitimation gab, von einem frühzeitlichen Matriarchat auszugehen – zumindest, solange der „real existierende Sozialismus“ existierte.
          Die Geschichte war auch wirklich verlockend, denn sie bekamen frei Haus geliefert, was sie gerne hören wollten unter dem Banner einer progressiven Theorie.

          Das Problem ist, nicht nur im Marxismus spukt dieser Quatsch noch immer herum, sondern auch in MGTOW hat sich das unter „Briffaults Gesetz“ inzwischen selbst unter denen verselbstständigt, die sich auf Evolutionspsychologie berufen.

          Es heißt: „The female, not the male, determines all the conditions of the animal family. Where the female can derive no benefit from association with the male, no such association takes place.“
          Der Kurzschluss ist, dieses Verhalten 1:1 auf Menschen zu übertragen.

          Schimpansen haben keine Feldwirtschaft erfunden und auch keine Sakralbauten, es gibt keine Tradierung der Herstellung von Werkzeugen und auch Bonobos haben keine gezielten Wanderungen zur Herstellung von Paar-Konstellationen (als erweiterte Familie) betrieben.
          Was anders herum bedeutet, beide Theorien sind im „Übergangsstadium“ stecken geblieben.

          • Der Punkt ist, sowohl Marxisten, als auch EvoPsych MGTOW müssen zurück ans Zeichenbrett.
            Wenn es dieses „Matriarchat“ nie gegeben hat, dann sind wir aufgefordert, eine bessere Geschichte zu abzuliefern.

  2. Es wird ein Bild erzeugt, in dem die Biologie des Menschen quasi beliebig ist, ein reines Spektrum ohne jede Häufung, Mann und Frau sollen in diesem Konzept vollkommen unklare Begriffe sein.

    Genauso agiert man bei der „Dekonstruktion“ des Rassebegriffs.

    Anstatt Dämme zu bauen, „dekonstruiert“ man einfach den Begriff des Hochwassers.

    Das ist Gutmenschentum heute. Wer hätte gedacht, daß unsere Gesellschaften einmal derartig durchdrehen und paranoiden Gutmenschen das Feld überlassen?

    Vor dem Hintergrund ist es schade, aber wohl nicht verwunderlich, dass Schüler die Schulen immer noch mit einem recht lückenhaften Wissen über eine der wichtigsten Theorien, der die Evolutionstheorie, verlassen.

    Mit solchen Klagen sollten sich Leute zurückhalten, die den Begriff der Transzendenz und andere fundamentale philosophische Sachverhalte nicht verstehen. Die „Beweise“ für metaphysische Postulate fordern etc.

    Es gibt auch eine schockierende geisteswissenschaftliche Unterbeleuchtung. 🙂

    PS: Über die Evolutionstheorie muß man eigentlich nicht viel wissen. Denn Unwissen darüber ist weniger das Problem als ideologische Verblendung, Gutmenschentum etc.

    Man kann Gender-Leute durch 10 Volkshochschulkurse über die Evolutionstheorie schleusen. Viele wird das nicht beeindrucken. Ist so ähnlich wie mit KZ-Besuchen für Rechtsextreme, die sich dort entweder amüsieren oder vieles leugnen.

    Wer verstehen will, warum so viele Menschen die Unwahrheit lieben und für lebensnotwendig halten, der bilde sich auf dieser Seite fort:

    http://alice-miller.com/de

    Die Angst vor der Wahrheit muß ja Gründe haben. Niemand kommt so auf die Welt.

    • Du bist echt von allen guten Geistern verlassen.

      Klar, Beweise für esoterisches Geblubber zu verlangen ist böse. Lass doch lieber jeden Spinner schwurbeln und man hat ihm gefälligst zu glauben.

      Ist Dir klar, dass Du Dir mit der Forderung, man solle Deine privaten Halluzinationen und Wahnvorstellungen bezüglich irgendwelchen „metaphysischen“ Quatsches und/oder Gottes gefälligst ernst nehmen, zugleich jegliches Recht nimmst, andere für ihre eigenen Wahnvorstellungen (Patriarchat, Genderkacke usw.usf.) zu verurteilen?
      Oder gilt hier wie immer: Deine Ansichten sind korrekt, alle die andere Ansichten vertreten sind minderbemittelt?

      • Lieber Seb,

        ich danke dir noch einmal für die Demonstration deines eminent großen Unwissens bezüglich Philosophie. Du verstehst die einfachsten Argumentationen nicht. Und das ist für atheistische Fundamentalisten typisch.

        Kleiner Tip: Ich postuliere nirgends irgendwelche metaphysischen Dinge, jedenfalls nicht in einem wissenschaftlichen Sinne.

        Also dein Intelligenzniveau ist wirklich erschreckend. 🙂

        Emotional wirkst du auf mich wie ein bärtiger Islamist, der nicht damit klarkommt, daß Leute Atheisten sind und für sich beanspruchen, auch ohne Kopftuch etc. ein moralisches Leben führen zu können.

        Ich freue mich auf den Tag, an dem die atheistischen Fundamentalisten in der Moderne ankommen.

        Bilde dich mal ein bißchen fort. 🙂

  3. @seb:

    Was ist dir denn für eine Laus über die Leber gelaufen? So viel Wille zur möglichst negativen und missverstehenden Interpretation…

    Die Hälfte von dem was du schreibst (oder besser: unterstellst) behauptet Kirk nicht, und die andere Hälfte sind mehr oder weniger freie Assoziation.

    Die Beiträge von Kirk gefallen mir sprachlich besser als viele andere hier, sie sind kurzweilig und manchmal regen sie auch zum Nachdenken an. Dass er viel Unsinn schreibt: geschenkt, das tun viele andere hier ebenso. Über seine alice-miller Besessenheit und die entsprechende Website-Schleichwerbung kannst du ja wohl locker drüberlesen.

    Ich lese seine Beiträge gerne, ist eine gute Abwechslung und es wäre doch schade wenn das Forum hier zu eintönig würde, meinst du nicht? Also nimms mit Humor, dann ist es nicht so bitter.

  4. Mit solchen Klagen sollten sich Leute zurückhalten, die den Begriff der Transzendenz und andere fundamentale philosophische Sachverhalte nicht verstehen. Die „Beweise“ für metaphysische Postulate fordern etc.

    Im Lichte seiner übrigen Einlassungen und Zurschaustellung gerade zu kindlich-naiven Gottes- und Bibelglaubens hier wüsste ich nicht, was an meiner Interpretation des Geschreibsels zu beanstanden sein soll.
    Ich hätte natürlich auch schreiben können: Mach den Kopp zu, Religiot 😉

    • Ich speichere mir viel zu wenige dieser Threads.

      Denn sie eignen sich hervorragend dazu zu veranschaulichen, was atheistischer Fundamentalismus ist.

      Bibelglaube? Was glaube ich denn alles in der Bibel? Erzähl‘ mal.

      Historiker, also Wissenschaftler, halten die Figur Jesu Christi für real. Und weniger fanatischen Menschen erschließt sich das sofort, wenn sie ein Evangelium lesen. Das kann sich niemand einfach so ausdenken.

      Es wäre traurig, wenn dich dein atheistischer Fundamentalismus davon abhielte, die Wahrheiten, die Jesus verkündet, zu studieren.

      Hausaufgabe: Lerne zu unterscheiden zwischen der Figur Jesu Christi und dem, was Jahrhunderte danach kam und sich Kirche oder Christentum nennt. Damit hat Jesus nämlich nichts zu tun.

      • Man geht davon aus, dass es um diese Zeit herum eine mehr oder weniger bedeutsame historische Figur „Jesus“ gegeben hat, das stimmt. So gut wie kein normaler Mensch geht aber davon aus, dass die Bibel, egal ob AT oder NT, sonderlich viel Fakten enthält. Das leuchtet auch wohl jedem ein, der sich die Mühe mal die ganzen diametralen Widersprüche innerhalb des selben Buches oder zwischen den „Evangelien“ zu bemerken.

        Was Du für real hältst weiß ich nicht. Vermutlich alles, denn Deine eigene Fantasie muss ja noch weit unterhalb des Niveau von Fix-und-Foxi-Comics liegen, wenn Du Dir nicht einmal vorstellen kannst, dass sich jemand einen sprachlich und inhaltlich in der Sonderschüler-Liga spielenden banalen, aus anderen Religionen zusammengepfuschten Müll wie die Evangelien tatsächlich „ausdenken“ kann. Wäre nicht zufällig eine Massenhysterie an dieses Buch gekoppelt, könnte es sich noch nicht einmal mit dem jämmerlichen Auswurf von L. Ron Hubbard messen 😉

  5. Meines Wissens ist die Rückdatierung des Judentums auf 2000 v.u.Z. historisch falsch, zumindest unbelegt, und stützt sich auf die gleichen Methoden wie der YEC, in dem einfach die Ahnenreihen der Bibel mit den Altersangaben für bare Münze genommen werden.
    Ich bin da aber auch nicht tiefer eingestiegen – so aus der Erinnerung würde ich sagen, dass die ältesten Belege für das Judentum auf 600-700 v.u.Z. zurückreichen, das davor verliert sich in mündlicher Überlieferung.

  6. Man geht davon aus, dass es um diese Zeit herum eine mehr oder weniger bedeutsame historische Figur „Jesus“ gegeben hat, das stimmt.

    Wer genau geht davon aus und gestützt auf welche Belege?

    Fakt ist doch wohl, dass es außerhalb des Christentums keine Belege für eine solche Figur gibt. Es gibt wohl 4 Stück, die immer wieder aufgezählt werden, und diese Textbelege passen auf eine Postkarte, wie der Kritiker der theologischen Bibelexegese, Detering, gezeigt hat (man höre dazu auch diesen Podcast.

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