Marinov „Beim Menschen ist das Geschlecht binär und unveränderlich“: Einleitung und gegenteilige Ansichten (Teil 1)

Ein interessanter Artikel von Georgi Marinov stellt die wissenschaftlichen Argumente dafür zusammen, dass das Geschlecht binär und unveränderlich („In Humans, Sex is Binary and Immutable“) ist.

Er bietet sich aus meiner Sicht für eine Besprechung in mehreren Teilen an:

This article says nothing novel. It discusses a fact as well-established as the billions of years of evolution that shaped our species. We live in a world,however, that increasingly ignores such truths, and in which the combinationof awareness and courage to set the record straight appears rare.

Das ist in der Tat einer der traurigen Punkte: Wissenschaftlich ist es eigentlich recht klar, dass es bei Menschen genau zwei Geschlechter gibt. Zwar natürlich in gewissen Ausprägungen, aber aufgrund der Anzahl der Geschlechtszellen (Eizellen, Sammenzellen) dennoch binär.

A disclaimer: I am not a tenured faculty member and have no job security; Iam well aware that my career prospects could be jeopardized by this essay. I also write from a perspective—not widely shared—that anyone who pledges allegiance to any political party or ideology cannot rightly call himself a scientist. Political and ideological loyalties, in my view, violate the epistemic practices scientists are supposed to follow.

Die Cancel Culture lässt Grüßen. Es ist immer schade, dass solch eine simple Sache tatsächlich solche Folgen haben kann.

Denying the Sex Binary

In late 2018, the current U.S. presidential administration circulated a memo directing government agencies to adopt a definition of gender “determined by the genitals that a person is born with.” Much outrage followed, even including protest rallies at prestigious medical schools. More than 2,600 scientists signed astatement claiming that “[t]here are no genetic tests that can unambiguouslydetermine gender, or even sex.” Nature, the world’s premier science journal,ran an editorial stating that “the research and medical community now sees sex as more complex than male and female”‘ and “the idea that science can make definitive conclusions about a person’s sex or gender is fundamentally flawed.” 3

Bei dem Statement der Wissenschaftler scheint es sich um dieses zu handeln. Häufig geht es eben um Transsexuelle oder Intersexuelle oder sehr seltene Sonderfälle, die aber eben alle keine anderen Geschlechter darstellen.

These are remarkable statements as they are equivalent to outright denial of humans’ biological nature. Numerous publications promoted such positions. Nature had previously published an editorial titled “Sex Redefined,” boldly stating that “[t]he idea of two sexes is simplistic. Biologists now think there is a wider spectrum than that.” 4 Popular science magazines such as Scientific American and National Geographic told readers that “the science is clear and conclusive: sex is not binary,” 5 a view even more aggressively pushed in mainstream media, where we regularly read that “biologists now think the idea of two sexes is inaccurate.” 6

„Sex redefined“ habe ich hier besprochen.

Much has been written by feminist authors about the non-binary nature of “gender,” where “gender” is defined as something “socially constructed,” distinct from sex. But biological sex itself is also under attack. Feminist philosophers such as Judith Butler and Anne Fausto-Sterling initially advanced the view that both gender and sex are “socially constructed,” denying the objective reality of binary biological sex, and academic writings promoting this view continue to be produced.7

Zu Judith Butler. Zu Fausto Sterling habe ich nur vereinzelte kurze Sachen, etwa

Usually this is done by taking a list of criteria for dividing humans into two sexes – anatomical / gonadal / hormonal / chromosomal / genetic / genomic / brain/ neural sex—and matching that list to examples of “intersex” conditions not fitting neatly on either side, supposedly discrediting the binary. But the topics that truly matter for understanding sex—gametes, reproduction, and evolutionary selection pressures—are missing from such treatments.

In der Tat ist das ganz beliebt: Es gibt sehr seltene Mischgruppen, wo eine klare Zuordnung nicht funktioniert. Ich verweise dazu auch auf „Fuzzy Sets“ oder unscharfe Gruppen

Yet this has become mainstream, and an unquestionable dogma too, even within the hard sciences. This is disastrous, as the objective truth is that sex in humans is strictly binary and immutable, for fundamental reasons that are common knowledge to all biologists taking the findings of their discipline seriously. Denying that sex in humans is binary attacks the very foundations of the biological sciences. This needs to be properly summarized and openly articulated.

Ein guter Einstieg, ich mache demnächst weiter

39 Gedanken zu “Marinov „Beim Menschen ist das Geschlecht binär und unveränderlich“: Einleitung und gegenteilige Ansichten (Teil 1)

  1. Ein Linker hat mir mal erzählt, Geschlecht sei ein von alten, weißen Männern erfundenes soziales Konstrukt.

    Ein anderer Linker hat mir erzählt, dass es sehr viele Geschlechter gibt, und dass das Geschlecht der Frauen vom Geschlecht der Männer unterdrückt wird.

    Wieder ein anderer Linker hat mir mal erzählt, schon Kinder wüssten, welches Geschlecht sie seien und dass man ihnen deshalb sofort Hormone geben müsste, wenn sie Tennis statt Fußball spielen.

    Und noch ein Linker hat mir erzählt, dass Geschlecht nur ein Nebenwiderspruch im Kampf gegen das patriarchal-kolobialistische, imperialistische System des kapitalistischen Westens ist.

    Ich glaube all diesen Linken. Linke wissen alles. Ihre Worte sind wie Manna, das vom Himmel regnet.

    Ein weißes, patriarchales Blog voller Biologisten ohne Frauenquote wird mich nie überzeugen!

    • Gute Satire.

      Aber immer noch kein Grund, einem inhumanen Neoliberalismus das Wort zu reden und linke Politik als solche zu dämonisieren.

      Du verdankst Linken – und vor allem dem „Unrechtsstaat“ DDR – immerhin, daß dein Treiben heute legal ist. Die schlimme kommunistische DDR hat im Einigungsvertrag dafür gesorgt, daß das wiedervereinigte Deutschland den Homoparagrafen endgültig ausgemerzt hat.

      Linke denken zwar einigen Irrsinn bzgl. der Geschlechtsthematik, aber der Unrechtsstaat DDR hat immerhin zwanzig Jahre vor dem Rechtsstaat BRD die Prügelstrafe in Schulen verboten. Und in der BRD haben wiederum linke Parteien dafür gesorgt, daß man in diesem Punkt mit dem Unrechtsstaat DDR gleichzog.

      Linke bewirken und bewirkten so viel Gutes in den letzten 150 Jahren, daß es um so ärgerlicher ist, daß sie Irrlehren wie Feminismus, Genderwahn, Gendersprache, Trans-, Homo-Ideologie und Islamophilie etc. anhängen, nur um eine primitive Gewissensonanie zu betreiben.

        • Was für ein passender Vergleich, denn schließlich weiß jedes Kind, es starben bis zu sechs Millionen Juden an der deutschen Mauer. /sarcasm

          Und ja, es war nicht alles schlecht – vor allem für Männer war die Lage in der DDR nach Scheidungen um Welten besser als in der BRD.
          Das vermeiden die Feministinnen natürlich anzusprechen.
          Die sehr auffallend damit beschäftigt sind, eine gesamtdeutsche Geschichte unter Auslassung der DDR zu konstruieren, weil sonst ihre flotten Behauptungen a la „Frauen durften erst X im Jahr Y“ als peinliche Halbwahrheiten/Lügen auffliegen würden.

      • Ich frage mich wirklich was du hier noch machst? Wieso gehst du nicht nach Nordkorea, da ist es wunderbar? Da kannst du deine Ideologie mal so richtig entspannt ausleben.

      • Ja, in der DDR war nicht alles schlecht. Beim Kaiser übrigens auch nicht. Selbst Hitler haben die meisten halbwegs überstanden. Aber zum Thema: „….so viel Gutes….“ Die Prügelstrafe haben sie verboten…..wow. Dafür haben sie einem das Wunschstudienfach verboten, wenn man keinen Bock auf die FDJ hatte. Und den Wehrdienst zu verweigern war in der BRD schon problematisch, aber in der DDR? Und die Frauenrechte erst. Die durften in jedem Job arbeiten. Neben dem Hausfrauenjob. Und wenn man ein bißchen einen auf Rockband machen wollte, braucht man nur die entsprechende Befähigungspappe inkl. Vorspielen bei den Bonzen. Und der Homoparapraph war aufgehoben, aber Schwule in der NVA wurden von der Stasi ins Visier genommen. Und Bautzen war ein netter Ort. (Und erzähl jetzt nix von Stammheim…..). Aber den letzten vier Zeilen des letzten Absatzes stimme ich zu. PS: Tja, die Linken haben die guten Ideen, aber die Kapitalisten setzen sie um. Oder so ähnlich…..

      • Genau was haben die Sozialisten und Kommunisten nicht alles tolles erreicht, Gulags, Arbeitslager, Überwachungsstaat, Armut, ethnische Säuberungen, 1 Parteien Diktatur, die Unterordnung des Menschen unter ein Volks-Kollektiv.

        Das klingt ja fast wie bei den Nazis,
        aber das kann ja nicht sein.
        Hm ich steh da gerade auf dem Schlauch, was heißt Nazi nochmal ausgeschrieben?

  2. Das ist das wahre „flat-earther“-tum unserer Zeit. Und sogar „Nature“ und „Science“ machen den Kotau vor diesem kruden Anti-Wissenschaftskult!

    Aber wenn es um den „Klimawandel“ geht, ist man auf einmal ganz wissenschaftlich und hat eine Glaskugel, was man auf Jahrzehnte tun muss ….

    Das ist alles so unfassbar krank im kollektiven Schädel…., perfekt dazu passt der allgemein verbreitete abartige Israelhass, als Sahnehaube obendrauf.

  3. Die Beispiele zeigen sehr schön, daß selbst die Naturwissenschaften immer esoterischer werden und ein Fall für den Sektenbeauftragten darstellen.

    Man sieht hier sehr schön, wie wissenschaftliche Neutralität und Indifferenz durch Gesinnungsdruck deformiert werden. Daß Wissenschaftler eben auch nur Menschen sind, die sich Moden fügen. Man denke nur an die Rassenbiologie der Nazis.

    Als philosophisch veranlagter Mensch bin ich immer wieder schockiert, wie wenig die geistige Elite in der Lage dazu ist, all die völlig willkürlichen Verknüpfungen und Wertungen im Zusammenhang mit der Gender-Ideologie zu durchschauen.

    Ergo: Nur zwei Geschlechter zu postulieren bedeutet keineswegs eine Diskriminierung, „Transphobie“ oder Ähnliches. Genauso wie eine Pathologisierung von Homosexualität eben auch keineswegs „Homophobie“ bedeutet oder daß man Schwule kastrieren möchte und dergleichen. Es zählen allein die Argumente – nicht die richtige, fortschrittliche Gesinnung.

    Hier sieht man sehr gut, wie Ideologien funktionieren: Mittels Paranoia und Belastungseifer werden die die eigene Ideologie bedrohenden Anschauungen und Argumente in den Dreck gezogen und entstellt. Auch die Menschen, die so denken. Das war schon immer so und lange, bevor der Begriff Cance Culture entstand.

    Was ist mit unseren Wissenschaften los?

    Der Geschlechtsbegriff verdankt sich weder Genen, Chromosomen, Hormonen oder sonst irgendetwas. Er verdankt sich dem Phänomen der Fortpflanzung und der unmittelbar, vorwissenschaftlich erlebbaren Polarität von Mann und Frau.

    Das muß man auch immer wieder einigen Mikrobiologie-fixierten Kritikern der Gender-Ideologie klarmachen, zu denen auch der Blogautor zählt.

    Macht Euch erst mal klar, was der Geschlechtsbegriff überhaupt bedeutet. Natürlich gibt es auch diverse (mikro)biologische, genetische Unterschiede von Mann und Frau die mit dem Geschlecht korrelieren. Aber der Geschlechtsbegriff war lange vor der Kenntnis dieser Zusammenhänge da und er verdankt sich ganz anderen Erfahrungen. Daher sind diese mikrobiologischen Untersuchungen schlicht irrelevant und scholastisch.

    Von Wissenschaftlern an Universitäten kann man erwarten, daß sie diese simplen Dinge verstehen. Und hier zeigt sich auch sehr gut, wofür wir die Geisteswissenschaften brauchen. Was ich hier vorgeführt habe, ist begriffliche Reflexion.

    Der Niedergang der Wissenschaft, die politisch-korrekte Deformation ist allerdings auch eine Parabel für den ganzen Rest der Wissenschaft. Stichwort Psychologie, wo auch der größte Scheiß behauptet und als wissenschaftlich geframet wird. Weil die Leute zwar vordergründig plausible Studien und Experimente veranstalten, aber gar nicht reflektieren können über die häufig selektiven Parameter, Variablen, ideologisch bedingte Grundannahmen und Wertungen, das selektive Design etc.

    Die Experimente zur Wahrnehmung des generischen Maskulinums sind aus diesen Gründen auch nichts weiter als ein schlechter Witz.

    Wir leben im Zeitalter der naiven Wissenschaftsgläubigkeit.

    http://alice-miller.com/de

  4. „Yet this has become mainstream, and an unquestionable dogma too, even within the hard sciences.“

    Ist das denn wirklich so? Oder scheint es nur so weil die MSM eine entsprechende Illusion erzeugen und als Realität verkaufen?

  5. Im Bekanntenkreis habe ich einen Biologen. Universitäre Bildungsblase, verbeamtet, lehrend. Eigentlich ein rationaler Mensch und nicht so schnell zu erschüttern. Der bemerkt in der Studierendenschaft Veränderungen. Keine positiven, sondern, dass das von ihm vermittelte Wissen über Biologie teilweise angezweifelt wird und ‚im eigenen Sinne‘ verändert wird. Sprich: der Einfluss von Genderwissenschaften macht sich bemerkbar. Auf meinen Rat hin, hat er sich da jetzt mal umgeschaut und war entsetzt über die Strukturen, die mit einer großen Anzahl an Gender-Lehrstühlen hier geschaffen wurde. Dann hat er sich etwas umgeschaut und in die Inhalte reingeschaut. Seither schrillen bei dem die Alarmglocken über die ideologischen und faktenfreie Beeinflussung der Studentinnen. Weiteres Entsetzen kam auf, als er merkte, wie wenig sich gegen diese Theorien machen lässt, denn sein Faktenwissen wird einfach ignoriert oder angezweifelt (weil vom alten weißen Mann).

    Das ist alles kein Witz, dass ist bittere Realität.
    Und mir wird immer bewusster, wie 1933 passieren konnte, wie die Rassentheorie der Faschisten um sich griff, wie die HJ (FFF) so groß werden konnte, wie sich die Vernichtung einer unliebsamen „Rasse“ vollzog. Die Parallelen zwischen Addi dem abgebrochenen Kunstmaler und Anna der abgebrochenen Juristin, beide scheitern an ihren Vorstellungen etwas zu sein, was sie nie erreichen werden, sind schon gegeben. Die Günen, SPD und Gender-Affen sind keine Nazis, aber sie beherrschen die Massen nach deren Prinzipien.

    • Das Tragischste: die Medien spielen den Haupttreiber und dort ausgerechnet der ÖR (ohne dessen Propaganda wären die neuen Totalitären nichts), der ja etabliert wurde, um eine Wiederholung der Geschichte zu verhindern.

      Und es zeigt sich schön, was ich schon seit 20 Jahren predige: der Nationalsozialismus wurde nur oberflächlich und in seinen Äußerungen und Symbolen bekämpft, die psychologischen Ursachen, sowie die Dynamik wurden nicht ansatzweise verstanden.

      Es gibt ja jetzt noch Leute, die glauben, totalitäre Ideologien würden an unserem Grundgesetz zerschellen: sie tun es nicht! Es reicht, einige Richter auszutauschen und dem Staatsanwalt die richtige Weisung zu geben. Wenn dann das Medienorchester auch noch klatscht, wird Unrecht zu Recht und ein Gesetz ohne Not plötzlich komplett anders ausgelegt, manchmal sogar einfach ignoriert oder zeitgeistmäßig „nachgebessert“.

      Etwas Tröstliches hat die Entwicklung dennoch: sie findet nicht nur in Deutschland statt, sondern zeigt, dass kapitalistische Systeme, sofern sie keine basisdemokratische Erdung und keine fähigen Medien haben, nicht nur im monetären Sinne zur Instabilität neigen. Es zeigt also, dass die Deutschen nicht der einmalige Ausnahmefall in der Geschichte, sondern aufgrund der Umstände lediglich besonders früh dran waren (und leider trotzdem nicht viel draus gelernt haben).

    • Jeep.
      Du selbst bemerkst auch schon nicht mehr, wie die Dauerbeschallung der MSM mit Gendersprech auf dich einwirkt. Und so schreibst du dann von „Studierendenschaft“, statt korrektes Deutsch zu verwenden. Denn richtig ist ja „Studentenschaft“. 😉

        • Den Euro zahl ich gerne – hier mal ’nen Huni 100 voraus 😝

          Bei dem Wort Studierendenschaft ruhten meine Finger einige Sekunden über der Tastatur bis klar war, hier muss ein Trigger hin. Denn in einer Sache haben die Gender-Affen recht: Sprach kann beeinflussen. Nur wird der Einfluss im Alltag durch das Gendergedöns überbewertet und die Sprachanwandlungen sind mit den normalen Ansprüchen nicht kompatibel.

    • das hast du aber überall, nicht nur bei der postmodernen Neolinken. Wissenschaftsfeindlichkeit, gepaart mit einem grundlegenden Unverständnis was denn dieses komische Wissenschaftsding überhaupt ist, findet sich überall. Könnt Ihr euch noch an Sarah Palin erinnern? Kandidatin für das Vizepräsidentenamt? Ich saß damals vorm Fernseher and dachte mir „Haha, die Amies, das können die doch nicht ernst meinen, so eine intellektuell herausgeforderte Dame in so ein Amt zu bringen“ .. und heute haben wir hier Analena B, die über Kobolde in Autobatterien schwafelt.
      Neulich hat sich auf Youtube ein Video von Gunnar Kaiser in die Empfehlungen geschlichen, wer den nicht kennt, das ist ein Schriftsteller der sich selbst auch gerne als Philosoph sieht, ich würde den eher am rechten Rand einordnen, sich selbst sieht er wohl als Liberalen. Warum ich auf den komme: das Video war eine viertel Stunde krudes Geschwurbel über die Gefahr, dass die „Wissenschaftssphäre“ ein Primat über „politisch-demokratische Entscheidungsfindungen“ erlangen könnte, also eine Wissenschaftsdiktatur, die direkt in einer Technokratie enden müsse. Was genau das ist, war nicht so ganz klar, aber klingt erst mal gefährlich. Als herausragendes Beispiel und gewissermaßen Speerspitze dieser gefährlichen Bewegung wurde Professor Harald Lesch identifiziert … den hat Kaiser offensichtlich echt in’s Herz geschlosssen.

      • „ich würde den eher am rechten Rand einordnen, sich selbst sieht er wohl als Liberalen“
        Von links außen sieht alles aus wie rechter Rand.
        Und ja, er ist ein Liberaler.

        • Und ja, er ist ein Liberaler.

          Und wie so viele Liberale geht er völlig in seinem Fetisch des heiligen Individuums auf. G. Kaiser – ebenso wie M. Esfeld in dem verlinkten Video – versteht weder die Grenzen von trial & error noch die Skalierungseffekte in unüberblickbaren und global vernetzten modernen Gesellschaften.

          Bei systemischen Problem eine Stunde lang über die Wichtigkeit und Bedeutung des Individuums und seiner Befindlichkeiten zu diskutieren ist eine Themenverfehlung. Passt wie Arsch auf Eimer zu einer Gesellschaft, die am liebsten um den eigenen Bauchnabel kreist (was an anderer Stelle heftig als „Narzißmus-Gesellschaft“ beklagt wird).

          Ich teile im wesentlichen die Einschätzung von Seb bezüglich der ganzen Sache.

          • @pingpong:

            »… die Grenzen von trial & error noch die Skalierungseffekte in unüberblickbaren und global vernetzten modernen Gesellschaften«

            Du bist bei dem Thema halt leider auch bloß ein one trick pony mit szientistischem Schwurbelvokabular. Das hast Du schon vor einem halben Jahr geschrieben, und die Differenz der Standpunkte wird sich auch durch eine weitere Iteration nicht beheben lassen.

          • Du bist bei dem Thema halt leider auch bloß ein one trick pony mit szientistischem Schwurbelvokabular.

            Immerhin schreibe ich zum Thema – bei dir warten wir gespannt ob noch was entsprechendes kommt oder ob es bei diesem nichtssagendem OT bleibt.

            Das hast Du schon vor einem halben Jahr geschrieben

            Vor einem Jahr.

            und die Differenz der Standpunkte wird sich auch durch eine weitere Iteration nicht beheben lassen.

            Schwacher Witz, wenn die liberalen Individualitäts-Fetischisten sich beharrlich weigern andere Standpunkte überhaupt wahrzunehmen. M. Esfeld lässt sich in dem video lang und breit darüber aus, dass man eine bestimmte Sache nicht absolut setzen sollte. Ironischerweise scheint ihn die Vorstellung, dass jemand im Kreis der Familie Kommunist sein kann, innerhalb seines Dorfes Grüner, auf Ebene des Landkreises Sozialdemokrat und auf Ebene des Staates Freiheitlicher (und das ganze völlig widerspruchsfrei), zu überfordern. Das ist oft ein Problem mit den Liberalen: Sie verstehen nicht, dass eine Einstellung oder ein Standpunkt nichtssagend ist, solange man nicht spezifiziert auf welchen Maßstab oder Größenordnung es sich bezieht. Gilt insbesondere für alle Arten von politischen Einstellungen.

          • .“G. Kaiser – ebenso wie M. Esfeld in dem verlinkten Video – versteht weder die Grenzen von trial & error noch die Skalierungseffekte in unüberblickbaren und global vernetzten modernen Gesellschaften.“

            Ich versteh das nicht, und du nach Wahrscheinlichkeit auch nicht.
            Erinnert mich an Ex- Kumpels, die auf jeden Zweifel mit „strategische Geo- Politik!!!“ geantwortet haben.

          • @blue jaw:

            Wenn du etwas genauer ausführen könntest welche konkreten Punkte du nicht verstehst, kommt vielleicht eine Diskussion zustande.

            Die Schwierigkeit im Umgang mit Wahrscheinlichkeiten, Statistik usw besteht darin, dass das zugrundeliegende mathematische framework sich quasi ausschließlich mit 2 Fällen auseinandersetzt: Dem trivialen Fall n=1 sowie dem unrealistischen Fall n=unendlich. In der wirklichen Welt benehmen sich viele Dinge anders als man es von der Theorie her erwarten würde, weil weder der Fall n=1 noch der Fall n=unendlich zutrifft: Die Realität spielt sich irgendwo dazwischen ab.

            Es gibt also sehr viel Unsicherheit in der Welt, fehlende Informationen, verrauschte Daten, unvollständiges Verständnis usw. Interessanterweise ist für fast alle normalen Menschen dennoch in fast jeder Situation klar, welche Aktionen aufgrund(!) dieser Unsicherheit getroffen werden sollten. Zumindest dann, wenn ihr ungesunder Menschenverstand noch nicht die Oberhand über den gesunden gewonnen hat.

      • @Andreas:

        »… das Video war eine viertel Stunde krudes Geschwurbel über die Gefahr, dass die „Wissenschaftssphäre“ ein Primat über „politisch-demokratische Entscheidungsfindungen“ erlangen könnte, also eine Wissenschaftsdiktatur, die direkt in einer Technokratie enden müsse.«

        Du meinst vielleicht ein anderes Video, aber in Gunnar Kaisers Interview mit Michael Esfeld, der übrigens ein sehr kluger Wissenschaftstheoretiker ist, kommt m. E. recht gut rüber, was mit dieser »Gefahr einer Wissenschaftsdiktatur« gemeint ist:

        Und nein, Gunnar Kaiser ist ganz bestimmt nicht »rechts«.

        • Es ist sogar völlig egal ob er rechts ist oder nicht: Er ist schlicht und einfach ein Scharlatan, der den sich für etwas gebildeter haltenden und nicht komplett wahnsinnigen „Querdenkern“ mit seiner „sanfter Sozialpädagogen-Masche“ das Geld aus der Tasche zieht.
          Könnte er mit einer anderen Masche mehr Geld machen, würde er halt die predigen. Die selbe Art von Mensch wird auch Verkäufer von Akasha-Kristallen oder Orgonit-Pumpen und trägt dazu im exakt identischen erleuchteten Duktus groben Unfug vor.

          Solche Typen widern mich maßlos an, alleine von dieser typischen Art zu sprechen kriege ich unbezwingbaren Brechreiz.

          • Und? Ist Dir damit geholfen, wenn ich zudem kundtue, dass ich den Typen auch inhaltlich erbärmlich finde? Es sei hiermit getan. Er hat, wie viele Kritiker derzeit, mit einigem was er sagt Recht, redet aber eben auch verdammt viel Stuß, weil seine Zielgruppe == Brötchengeber den eben hören will. Und kommt auch bei seinen gelegentlichen im Grundsatz richtigen Annahmen meist zu falschen Schlüssen.

            Wenn Du glaubst, dass ich mir jetzt Teile meines Wochenende dadurch versaue, mich durch seine ca. tausend Stunden Geschwafels durchzuwurschteln um Dir spezifische Kritikpunkte anhand bestimmter Stellen in bestimmten Videos zu präsentieren: Das wird nicht passieren, ich werde mir nicht einmal das mir bislang nicht bekannte Video aus diesem Thread anschauen. Selbst das Leben im noch-Lockdown ist zu schade dafür. Ich gucke mir übrigens auch keine Videos von Maßnahmenbefürwortern an. Wenn ich überhaupt Youtube schaue, dann zu ca. 95% Schach, vor allem seitdem die Lady das ebenfalls gucken mag 😉

            Es hat übrigens durchaus einen Grund, dass diese ganzen Leute – Herr Kaiser ist in seiner Szene (die ich nicht als insgesamt „rechts“ sondern eher als ein Sammelbecken ganz „erstaunlicher“ Gestalten bezeichnen würde) ja nur einer von vielen – vor Corona praktisch kein Mensch kannte und noch weniger anschaute: Die sind einfach nicht besonders gut in dem was sie tun, und dienen ihrer Zielgruppe ausschließlich und akut zur Bestätigung der eigenen Gefühlswelt. Sobald der ganze Spuk vorbei ist, wird man auch nie wieder von denen hören.

          • @ Seb:

            Ok, hab‘ verstanden, dass Du ihn halt nicht leiden kannst. Dann kuck ihn halt nicht. Aber für ein ungetrübtes Sachurteil über ihn spricht das auch nicht, ganz abgesehen davon, dass das auch nichts über die Leute aussagt, die er interviewt.

          • @Andreas:

            Da sind wir wohl unterschiedlicher Ansicht. Unter »krudem Geschwurbel« verstehe ich was anderes. Kaiser greift halt etwas lehrerhaft die »Technokratie«-Debatte aus den 1970er und 80er Jahren wieder auf und wendet sie auf Lesch und die Corona-Krise an. Ich kann nachvollziehen, wenn einem der Vortragsstil auf den Sack geht, Texte solchen Inhalts sollte man m. E. schriftlich bloggen und nicht podcasten. In der Sache hat er meiner Meinung nach recht.

  6. Das ist bei Demi Debil alias Demi Lovato noch nicht angekommen. Was ich so paradox finde, ist die Tatsache, dass Menschen, die sich für Napoleon, Hitler oder gleich für ein halbes Dutzend andere halten, in der Psychiatrie landen, während jemand, dem plötzlich einfällt, dass er gar kein Geschlecht hat oder beide, als Spitze der Evolution gilt und von den (woken) Medien gefeiert wird. (Ich spreche nicht von biologischen Zwittern.) Da liegt in beiden Fällen eine schwere Störung vor, die behandelt werden muss. Aber bei uns gehen diese Gestörten (sorry) demonstrieren und machen einen Riesenaufriss.

  7. Es gibt nur Zwei Geschlechter jede andere Behauptung ist Mummpiz, Humbug, unwisschenschaftlich, oder schlicht und ergreifend falsch.

    Der Zweck von Geschlechter in der Biologie ist die Fortpflanzung.
    Wie soll denn diese „dritte Geschlecht“ an der Fortpflanzung beteiligt sein?

    Jeder DNS Schnipsel zeigt, dass es nicht mehr als zwei Geschlechter geben kann.
    Die DNS ist eine DOPPPEL-Helix. keine Trippelhelix eine drittes Geschlecht kann es nicht geben.

    Es gibt zwei Geschlechter nicht eins und nicht drei sonder Zwei.
    Selbst Pflanzen die sich selbstbestäuben haben einen männlichen Teil und einen weiblichenTeil, sonst würde das nicht funktionieren.

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