Fräulein Schmidt und die Geschlechter

Wo wir gestern bei Mann sein waren kann ich gleich noch mal darüber berichten, wie sich gerade für Fräulein Schmidt die Welt der Geschlechter ergibt.

Gerade jetzt mit Schmidt Junior auf der Welt taucht natürlich mehr an Geschlechtern in ihrer Welt auf. Neulich habe ich ihr erklärt, dass Schmidt Junior ein Junge ist und sie ein Mädchen. Mama ist auch ein Mädchen, und Papa ist ein Junge. Das hat ihr nicht gefallen. Ich glaube weil ich weniger da bin idealisiert sie mich eher als die Mama und möchte mitunter eher sein wie ich. Sie wandte also empört ein, dass sie auch ein Junge sei.

Immerhin hat sie jetzt verstanden, dass sie eine Schwester ist. Aber das Schmidt Junior ein Bruder , sogar ihr Bruder, ist, das dauert wohl noch etwas. Schmidt Junior hat, wenn sie eine Schwester ist, gefälligst auch eine Schwester zu sein.

Auch sonst bekommen erstaunlich viele Sachen eine gewisse geschlechtliche Zuordnung. Ein nicht näher zuzuordnender Fuchs in einem Buch ist etwa ein Mama Fuchs oder ein Papa Fuchs. Der Bagger an der Baustelle vor dem Kindergarten ist ein Papa-Bagger, der daneben stehende kleine Muldenkipper hingegen ein Fräulein Schmidt Bagger (eine besondere Ehre glaube ich). Mitunter hat es etwas mit Größe zu tun, mitunter aber auch gar nicht.

Mal sehen, ob ich noch hinter das System komme

22 Gedanken zu “Fräulein Schmidt und die Geschlechter

  1. In ein paar Monaten bis Jahren wird sie vermutlich ebenfalls einen „Pillemann“ haben wollen (Zitat: Nachbarin im zarten Alter von dreieinhalb Jahren). Nein, das ist kein Anlass, tätig zu werden. Das geht vorüber. 😉

  2. „Neulich habe ich ihr erklärt, dass Schmidt Junior ein Junge ist und sie ein Mädchen. Mama ist auch ein Mädchen, und Papa ist ein Junge.“

    Oh je. Willkürliche Zuteilung der Geschlechter im Hause Schmidt! Wenn ab September die Grünen regieren, wird das hoffentlich verboten!

  3. Hast Du gar nichts gelernt, Christian?
    Wenn Fräulein Schmidt ein Junge sein will, dann ist er ein Junge.
    Hör auf ihn so patriarchalisch zu unterdrücken!

  4. Für mich war eine Zeit lang so ziemlich alles, was weich war, „die“ – und alles was hart war, „der“. Ich hatte z.B. einen „der Ball“ (das war ein Fußball) und einen „die Ball“ (das war ein bunter Gummiball). Natürlich auch „der Auto“ und „die Teddy“. Aber ich war flexibel. Mein Papa war auch manchmal „die Papa“, wenn er sich grad frisch rasiert hatte und so toll geduftet hat.

    Und dann hatte ich eine (kurze) Phase, in der ich grundsätzlich alle Endungen weggelassen habe und alles ein „das“ gewesen ist. „Das Mamm“, „das Papp“.

    Natürlich kann ich mich nicht daran erinnern, aber meine Mutter hat so eine Art Tagebuch geführt. Vor ein paar Jahren hab ich mir das mal durchgelesen – das war ziemlich interessant.

    Ich denke, das ist alles ein Experimentieren beim Erlernen von Sprache. Einfach mal ausprobieren, was passiert, wenn man etwas irgendwie „falsch“ sagt. Ob man korrigiert wird … bzw. wie sehr „falsch“ es sein muss, damit es bemerkt wird … das biologische Geschlecht spielt da sicherlich noch keine Rolle.

    • Und dann hatte ich eine (kurze) Phase, in der ich grundsätzlich alle Endungen weggelassen habe und alles ein „das“ gewesen ist. „Das Mamm“, „das Papp“.

      Na danke. Immerhin wissen wir jetzt, wem wir dieses Gendersprech zu verdanken haben. 😀

      • Naja – ich bin „Baujahr“ 75 – ich glaube nicht, dass mir das jemand abgeguckt hat.

        Und außerdem habe ICH bereits vor Erreichen des Kindergartenalters vernünftig sprechen gelernt. Die Gendersprech-Leute haben ihre Experimentierphase hingegen erst JETZT. Wobei ich allerdings bezweifle, dass die JEMALS vernünftiges Deutsch hinkriegen werden.

  5. Eines der Themen an die ich mich aus meiner eigenen Kindheit nicht mehr erinnere. Bei unserer Tochter war es so, dass sie erst nicht glauben wollte, dass sie ein Mädchen ist. Neulich habe ich sie mal daran erinnert und da meinte sie, das sei deswegen gewesen, weil sie ihre eigene Stimme jungenhaft fand. Wie auch immer sie auf sowas kam. Scheint mir manchmal, als ob das mit dem freudschen „Penisneid“ nicht ganz aus der Luft gegriffen ist. Vielleicht liegt es auch tatsächlich oft daran, dass sie den Vater aufregender finden (weil mehr Action und weniger oft zu Hause) und wie er werden wollen, bis plötzlich diese unveränderbare Andersartigkeit bewusst wird. Im besten Fall wechselt die Sehnsucht dann darin, später ein solches Exemplar zu ergattern 🙂

  6. Das mit den Geschlechtern kommt im Kindergarten. Weil sozialisiert und so. Ist ja seit einem Jahr alles zu; aber irgendwann stellt Fräulein Schmidt auch fest, dass Jungs alle doof und die Mädchen blöde Zicken sind (erklärte mir jüngst ungefragt eine 4jährige; da war sie nicht die erste).

    Wieso bist Du eigentlich weniger da? Machst Du zum Arbeiten die Türe vom Homeoffice zu? Wir haben da ja gerade so eine fürchterlich gefährliche Pandemie, mit Leichenbergen auf den Straßen und so…

  7. Lies mich ein wenig lächeln, meinen Dank dafür.
    Viel Glück mit Ihrer Familie und in jedem Fall beste Grüße an die Mutter!
    (so von wegen Muttertag)

  8. Cousine von mir geht mit der Tochter von einer anderen Cousine von mir spazieren im Tierpark.
    Da sind u.a. Wildscheine, eine Gruppe Frischlinge und ein großes.
    „Mama-swein?“ – „Ich glaube nicht, dass das die Mutter ist, die hat ja keinen dicken Euter.“
    „Papa-swein?“ – „Das glaube ich auch nicht, der hat ja keine langen Hauer.“
    „Tante-swein?“ – „Ja, das kann sein.“
    Wie jeder normale Mensch (also meine Kleincousine jedenfalls) haben auch Frischlinge eine Tante, die ab und zu auf sie aufpasst.

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