Mark Bray: Antifa – The Anti-Fascist Handbook (Gastbeitrag)

Dies ist ein Gastbeitrag von El Mocho

Ich bin auf das „Anti Fascist Handbook“ zufällig in einer Literaturliste gestoßen. Da ich selten irgend
welche theoretischen Äußerung von Antifa gestoßen bin, habe ich es mir mal näher angesehen, der
Titel „Handbook“ verspricht ja zumindest konzentrierte, knappe Informationen.



Nachdem ich es nun noch einmal kursorisch gelesen habe, hatte ich eigentlich keine Lust mehr,
etwas darüber zu schreiben. Die Argumentation erschien mir dermaßen simpel und unkomplex, dass
sich eine nähere Auseinandersetzung damit eigentlich nicht lohnt.
Der Inhalt des Buches lässt sich kurz wie folgt zusammenfassen: Wir (selbsterklärte Antifa) sind die
Guten, und Andersdenkende sind die Bösen. Alle Andersdenkenden sind im Grunde Nazis. Auch
wenn sie sich gemäßigt und liberal geben, ebnen sie nur den Nazis (gewollt oder ungewollt) den Weg
zur Errichtung eines 4. Reiches und zu einem neuen Holocaust. Das muss um jeden Preis verhindert
werden. Wenn es ohne Gewalt geht durch Demos und politische Arbeit OK., wenn das aber nicht
reicht muss man auch Gewalt anwenden, ohne Rücksicht auf Verluste.
Gut die Hälfte des Buches besteht auch aus einem historischen Abriss über die Vorgänger der Antifa,
so wie sie der Autor Mark Bray sieht, vom Beginn des 20ten Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Es
wird relativ wenig über die neue, bessere Gesellschaft gesprochen,die man errichten will, muss in
einem Handbuch für die politische Praxis vielleicht auch nicht sein. Hauptziel der Antifa ist jedenfalls
nicht die neue Gesellschaft, sondern der Kampf gegen die Faschisten.
Ein paar interessante Punkte finden sich dann aber doch, von denen ich zwei darstellen möchte. Der
erste ist die Frage der Redefreiheit; wie man es legitimieren kann, Andersdenkende an der Äußerung
ihrer Meinung zu hindern?
Zunächst einmal stellt Bray fest, dass es im bürgerlichen Staat keine absolute Redefreieheit gibt:
„We must recognize the complete rightlessness of the Guantanamo detainees, the de jure
restrictions on the free speech of the country’s millions of prisoners, and the restricted voting rights
of many formerly incarcerated. All this and not to mention the de facto restrictions on the speech of
the country’s millions of undocumented immigrants, most of whom are too fearful of deportation to
express themselves.“
Antifa haben jedenfalls weit darüber hinausgehende Ziele:
„Antiauthoritarians seek to abolish prisons, states, and the very notion of citizenship—thereby
eliminating this black hole of rightlessness. … While the creation of a classless society would
eliminate the majority of crime stemming from capitalist antagonisms, antifa argue that methods of
restorative justice should replace police and prisons in addressing conflicts that persist.“
Also in der antiautoritären Gesellschaft, nach der die Antfas streben, würde es keine
Gefängnissemehr geben, da es Kriminalität nur im Kapitalsmus mit seinen Widersprüchen gibt. Und
daher natürlich auch keine Beschränkungen der Redefreiheit.
Zusammenfassend:
„Even if you agree that shutting down fascist organizing constitutes an infringement upon the free
speech of fascists, it is still patently obvious that anti-fascists advocate for far more free speech in
society than liberals, both quantitatively and qualitatively. … The debate revolves around the
legitimacy of the “universal” principle that society should not limit speech on political grounds. When
understood as a value rather than a law, it is clear that anti-fascism opposes this principle in its
absolutist form (i.e., that all abridgements of speech are wrong). Instead, many anti-fascists make the

illiberal argument: “no free speech for fascists.” From their perspective, the safety and well-being of
marginalized populations is the priority.“
Da kann man dann nicht mehr viel sagen. Sicher wäre es besser gewesen, wenn man während der
Weimarer Republik früher und härter gegen die Nazis vorgegangen wäre, aber legtimiert das z.B.
Bernd Lucke am lehren an der Hamburger Uni zu hindern? Ist er ein Nazi? Oder einer der den Nazis in
die Hände arbeitet?
Es bleibt irgendwie alles im Beliebigen, aber dies mit aller Entschlossenheit.
Ähnliches gilt auch für die zweite wichtige Frage, die nach der Legimität von Gewalt in politischen
Auseinandersetzungen.
Bray betont zunächst, dass Gewalt für die Antifa nicht zentral, aber denoch wichtig ist: „The vast
majority of anti-fascist tactics involve no physical violence whatsoever. … In truth, violence
represents a small though vital sliver of anti-fascist activity.“
Begründung ist als erstes der historische Hinweis auf den Nationalsozalismus:
„Anti-fascists make a historical argument based on the accurate observation that “rational debate”
and the institutions of government have failed to consistently halt the rise of fascism. Given that fact,
they argue that the only hope to prevent a sequel is to physically prevent any potential fascist
advance.”
Und wer ein “potential fascist” ist, versteht sich offenbar von selbst.
In jedem Fall ist die Gewalt der Antifa als defensiv, als Gegenwehr zu verstehen:
„The first and perhaps most important point to make is that most anti-fascist organizing is literal self-
defense. Most of the antifa groups that formed in the eighties and nineties consisted of punks and
anarchists who had to defend themselves from a growing white-power skinhead menace.“
Diese Situation ist heute wohl nicht mehr gegeben. Wenn Antifa bei irgendwelchen Pegida-
Demonstrationen auftauchen sind sie (bzw. die Gegendemonstraten insgesamt) normalerweise in
deutlicher Mehrheit, ganz zu schweigen von irgendwelchen Übergriffen auf AfD-Parteibüros usw.
Interessant ist in diesem Zusammenhang der Punkt des „Machismo“ der Antifa:
„As the Norwegian antifa Dag remarked, “Whenever violence is part of the political struggle you will
have problems with machismo.”
Auch bei der Antifa scheint sich ein Modell durchgesetzt zu haben, nach dem Frauen die Gegner
ausforschen, während die Männer in der Kneipe tranken, bis es Zeit für Action ist (kommt einem
irgendwie bekannt vor).
Um dieser Tendenz entgegen zu wirken, versuchte man, feministisches Denken mit der Antifa-
Ideologie zu verbinden. Bray weißt in diesem Tusammenhang auf den deutschen Terroristen Klaus
Viehmann (von der Bewegung 2. Juni) hin, dessen Buch „ DREI ZU EINS – Klassenwiderspruch,
Rassismus und Sexismus“ von 1991 offenbar wichtig gewesen ist, s. auch hier:
https://www.nadir.org/nadir/initiativ/id-verlag/BuchTexte/DreiZuEins/DreiZuEinsViehmann.html
„Whether excluded from militancy or critiqued for taking part, women face a variety of gendered
challenges when they take an active part in the anti-fascist movement. That is part of the reason why
some German antifa have created feminist groups called “fantifa.”

Von denen ich noch nichts gehört habe. „Fantifa“ in Deutschland?
Zusammenfassend möcte ich sagen, dass ich Leute wie diesen Bray und seinesgleichen für
brandgefährlich halte. Wer sich das Recht herausnimmt, an der an der Äußerung von unliebsamen
Meinungen mit Gewalt zu hindern, wer meint, das staatliche Gewaltmonopol nach eigenem Belieben
außer Kraft setzen zu können, der stellt sicheigentlich außerhalb des Staates und außerhalb aller
demokratischen Auseinandersetzungen. Daneben fallen natürlich auch all die ideologischen Begriffe
der Identitätspolitik: Patriarchat, Sexismus, Rassismus, Trans-Phobie, Islamophobie usw.
Der Staat hat jeden Grund, gegen diese Leute vorzugehen.

83 Gedanken zu “Mark Bray: Antifa – The Anti-Fascist Handbook (Gastbeitrag)

  1. Danke!

    Weißt du was über diesen Mark Bray? Da scheint es verschiedene zu geben, ich habe spontan nichts über den Autor finden können.

    „Sicher wäre es besser gewesen, wenn man während der Weimarer Republik früher und härter gegen die Nazis vorgegangen wäre“

    Das halte ich für einen linken/linksradikalen Mythos, einen gefährlichen! Die „Nazis“ waren anfangs ja nicht als „die Bösen“ erkennbar und sie waren auch nicht schräger oder gewaltbereiter als die Kommunisten. Also wie hätte man das begründen sollen? Es ist genau dieser „den Anfängen wehren“-Unsinn, den die Antifa jetzt als Begründung für Aktionen gegen jeden anführt. Einfach jeder der nicht ihrer Meinung ist, läuft Gefahr eine neue NSDAP zu unterstützen! Alles Bürgerliche ist gefährlich!

    Ich sehe das sogar andersherum (auch wenn Crumar mir da sicher widersprechen wird 🙂 ), ich gehe eher davon aus, dass die Radikalisierung, der Aufbau der SA usw. durch die roten Schlägertrupps befördert, vielleicht sogar erst durch diese nötig wurde. Die Kommunisten waren nämlich durch eine konkurrierende und zunehmend erfolgreiche „Arbeiterpartei“ bis aufs Blut provoziert. Hitler hatte damals einfach das ansprechendere Marketingkonzept, der internationalistische Klassen- und Revolutionsunsinn griff halt bei vielen einfachen Arbeitern nicht (deshalb ja auch immer die Bevormundung der Arbeiter in real existierenden kommunistischen Staaten, nix Emanzipation und Arbeiterräte, da herrschten immer nur die Kader, anders ist das System nämlich gar nicht stabil zu bekommen).

    Hat man erstmal solche Schlägertrupps, dann setzt man sie natürlich auch ein (und der Rechtsstaat zieht i.d.R. den kürzeren) Ist man an dem Punkt angekommen, ist die Demokratie bereits im Todeskampf, weil man Macht nicht mehr über das Werben um Zustimmung gewinnt, sondern indem man seine Gegner mundtot macht. Es ist genau das, was die Antifa derzeit versucht zu praktizieren, Dank der Propagandamedien sogar recht erfolgreich.

    • Im Buch heißt es über den Autor, dass er als Historiker am Dartmouth College in New Hampshire lehrt, offenbar eine alte und angesehene Universität an der Ostküste. Außerdem gehört er zu den Organisatoren von „Occupy Wallstreet“.

      Er erwähnt auch irgendwo seine jüdischen und irischen Vorfahren, die in den USA diskriminiert wurden.

      • Danke, dann hatte ich den doch im Suchergebnis, konnte mir nur nicht vorstellen, dass so jemand so ein Buch schreibt.

        Er erwähnt auch irgendwo seine jüdischen und irischen Vorfahren, die in den USA diskriminiert wurden.“

        Natürlich, was sonst 🙂

        Wie mit den Gendertrullas, die auf irgendeiner überbezahlten staatlichen Stelle hocken, ihren dümmlichen Hobbies nachgehen und laut jammernd alle anderen beschimpfen. Manche Menschen sind echt gestört.

  2. Da ich mich viel mit Faschistischen Konzepten befasse und dem Faschismus selbst nahe stehe(geistig, ich mache keinerlei Parteiarbeit oder sonstige Aktionen ) , muss ich mich fast äußern.

    Zunächst möchte ich auf den historischen Kontext eingehen. Im damaligen Deutschland gab es Gewalt von beiden Seiten und beide wollten an die Macht, da gab es weder gut noch böse in meinen Augen. Was die rechten damals hatten, ist folgendes,gerade anfangs waren sie die kleinere Gruppe, hier ging man teilweise als Ausgleich mit mehr Brutalität und Militarismus vor. Das gibt es heute noch genau so. Oft sind Rechte demos kleiner, man versucht dafür als eine Art militärischer Stoßtrupp aufzutreten. Fit gehalten wird sich mit Kampfsport, ansonsten werden Waffen gehortet und man versucht militärisch aufzutreten. Häufig peitschen Lieder mit entsprechendem Inhalt die Stimmung. Im Rechtsrock behandeln viele Lieder diesen Kampf mit zahlenmäßiger Unterlegenheit, den man trotzdem gewinnt. Das soll nicht heißen, dass es dir Gewalttaten im NS Regime nicht gab. Hätten Kommunisten allerdings gewonnen, Wäre es unter Umständen ein Staat wie China oder die UDSSR geworden.

    Das Klischee, dass Kapital oder Staat die rechten unterstützen halte ich für einen weiteren Mythos.

    Das Kapital lebt vom Konsums, denn nur mit erfolgreichen Transaktionen läuft das auf Wachstum ausgerichtete System. Nazis sind normalerweise auch antikapitalistisch ( normale Rassisten lasse ich jetzt mal weg). Das sind nicht die Leute, die ungehemmten Konsum am laufen halten. Da man Oft sogar versucht ein eigenes System zu errichten, wären Rechte hier sogar deutlich schlimmer. Siehe hierzu Kommunen wie Jamel. Des weiteren werden Rechte im Mainstream völlig ausgegrenzt. Also hier auch nicht anschlussfähig. Gerade Linke und der Mainstream sind da heute deutlich enger. Gerade Medien pushen ja förmlich ein linkes Bild, ob es nun real ist oder nicht. Linke und teilweise auch Antifa werden als Retter gehyped. Gewalt gegen Rechte oder gewalt durch Linke wird bewusst nicht gezeigt.
    Kommunismus ist natürlich eine Art Anttithese zum Kapitalismus, allerdings allerdings sind viele gemäßigte Linke sehr kapitalistisch, weswegen die Linke im gesamten eher anschlussfähig ist. Viele linke sind auxh weniger kommunistisch, sondern wollen ungehemmten Konsum für alle.

    Auch der Staat zeigt sich immer immer linker. Die CDU wird zunehmend sozialdemokratisch und rechts davon darf es nichts geben, also gibt es keine konservative Politik mehr. Auch Aussagen wie “ Danke Antifa “ werden zunehmend salonfähig. Linke Treffpunkte werden nicht nur toleriert, man befürwortet sie. Rechte werden zu verdrängen versucht. Der Staat hasst rechtes Gedankengut. Es handelt sich eher um krude Theorien einiger Linksextremer.

    Beispiel für solche Dinge in Amerika wäre blm, würde von linken als Krawallmöglichkeit genutzt. CNN berichte von “ fiery but peaceful Protests“

    Gewalt wird allerdings denke ich immer ein Mittel von Leuten sein, die nicht liberal sind. Ansonsten ist solch eine Ideologie nicht durchsetzbar, da immer irgendwer dagegen ist. In der Demokratie geht es zwar auch für viele nicht nach ihrem Kopf, allerdings verfolgt sie kein bestimmtes Ziel oder eine Utopie, daher kann dort der einzelne tun ,was er will ohne das große Ganze zu gefährden. Und ja jeder darf mitmachen ist eine Art ideal, das aber weniger mit Inhalten gefüllt ist als eine faschistische oder kommunistische Utopie.

    • Du stehst dem Faschismus nahe?

      Darf ich mal nach deiner Erziehung fragen? Die muß genauso autoritär und individualitätsfeindlich gewesen sein wie der Faschismus. Sonst würdest du solch einer Ideologie nicht anhängen.

      Hitler meinte übrigens mal, daß die NSDAP eine linke Partei sei.

      Auch der Kommunismus kann, wie man sieht, sehr autoritär und individualitätsfeindlich daherkommen. Deshalb sind diese Ideologie-Diskussionen auch müßig. Jedes autoritäre System, egal ob politisch, religiös oder sonstwas spiegelt die autoritären Erziehungserfahrungen seiner Anhänger wider, die nichts anderes kennen und sich daher in solchen Systemen wohlfühlen.

      Ist so ähnlich wie mit einer Prostituierten, die sich einbildet, alles unter Kontrolle zu haben und den Job angeblich gern zu machen. Als Kind wurde sie sexuell mißbraucht, verdrängt das aber geflissentlich. Solange sie die emotionale Realität ihrer Kindheit verdrängt, findet sie das Prostituiertendasein normal.

      • Eher durchschnittlich. Weder sind meine Eltern Faschisten, noch sind sie 68er und ich rebellieren so. Ich bin übrigens auch kein angehängter der Gesellschaft mit Jogginghose und Bierdose. Ich sehe nur, wie diese Mischung aus libertärer Demokratie und leck-mich-am-Arsch-Kapitalismus einfach einen entsprechenden Menschen hervorbringt. Linke Ideologien halte ich erstens für realitätsfern und zweitens oft menschenfeindlich. Faschismus sehe ich teilweise als dritten Weg. Trotzdem bin ich gegen Verbrechen in diesen Regimen und halte mich an Gesetze der BRD. Ich bin auch kein Geschichtsrevisionist oder dergleichen. Also bin im Rahmen der Gesetze.

        Ich sehe Faschismus auch als eher
        links, kann dir da ein paar Bücher empfehlen.
        Faschismus ist insofern rechts, als dass er von einer Ungleichheit der Menschen ausgeht.
        Das halte ich auxh für richtig denke auxh, insofern sind Menschen eher rechts, was aber nur wenige sich trauen zu sagen.

        • Ungleichheit soll hier nicht als Rechtfertigung gewisser Verbrechen gelten. Allerdings denke ich, Menschen, die von anderen teilen der Welt kommen, sind genetisch und kulturell anders. Das soll allerdings nicht weniger wert heißen. Allerdings halte ich Gleichmacherei für weltfremd.

        • Du hast bezeichnenderweise nichts Handfestes über deine Erziehung gesagt. Obwohl ich dich explizit dazu befragt habe. Hast du Gewalt erfahren? Waren deine Eltern autoritär.

          Du lehnst ja offenbar die Demokratie ab und sehnst dich nach einem starken Führer, wie das bei Faschisten üblich ist. Ich erkenne durchaus an, daß dir ein menschlicher Faschismus ohne Verbrechen vorschwebt. Das wird aber schwierig ohne Gewaltenteilung, Wahlen und mit einer autoritären Führungsfigur.

          Du kannst dich ja mal fragen, was deine Erziehung mit deinen politischen Ansichten zu tun hat. Und damit meine ich nicht, ob du Klavierunterricht hattest, sondern die emotionale Situation des Kindes, das du mal warst.

          • Erklär mal bitte die unterschiedlichen Formen des Missbrauchs/der Erziehung die dazu führen, dass Kinder später schwul oder transsexuell, oder gewalttätig, oder faschistisch, oder linksextrem werden.
            Wie muss man zum Beispiel sein Kind erziehen/ missbrauchen, damit es zu einem schwulen Faschisten wird?

          • @Adrian :

            „Wie muss man zum Beispiel sein Kind erziehen/ missbrauchen, damit es zu einem schwulen Faschisten wird?“ Es in rosafarbener SS-Uniform ständig mit regenbogenfarbenen Rutenbündeln züchtigen, musikalisch untermalt von Gloria Gaynor? Obwohl – dann wird es vielleicht nur „kinky“;)

          • Weil es da nix spektakuläres gab. Mein Vater war in einer normalen Mainstream-Partei, meine Mutter uninteressiert. Ich würde als Kind 2 mal übers Knie gelegt mit der flachen Hand auf den Po. Nicht ideal aber keine krasse Sache. Ansonsten ein eher kumpelhaftes Verhältnis mit meinem Vater, eher eng, habe mit ihn oft Sachen besprochen, die man mit ihm vielleicht nicht bespricht.
            Mein Vater war im Vertrieb tätig, meine Mutter als Verkäuferin. Was magst noch wissen?

          • @Adrian

            Du gehörst zu den Leuten, die glauben, die menschliche Psyche funktioniere wie eine Klospülung. Man kann ja viel über Frauen lachen, die nicht wissen wo Norden und Süden ist etc, aber wie dumm hier einige Männer in psychologischen Dingen sind, ist wirklich erschreckend und eine Form pathologischer Männlichkeit.

            @Truth

            Warum erzählst du ständig etwas über Berufliches deiner Eltern? Das ist völlig uninteressant und irrelevant. Das mit dem Verdreschen ist schon sehr viel ergiebiger und erklärt gut, warum du eine autoritäre und gewalttätige Regierungsform wie den Faschismus präferierst. Du kennst es halt nicht anders aus der Kindheit.

            Empfindest du keine Wut auf deinen Vater/deine Mutter, der/die dich verdroschen hat? Hast du kein Mitgefühl mit dem Kind, das du mal warst?

            Es wird schnell vorbei sein mit deiner Begeisterung für den Faschismus, wenn du deine wahren Gefühle nicht weiter unterdrückst, wie du es in der Kindheit tun mußtest.

            http://alice-miller.com/de

          • „Das mit dem Verdreschen ist schon sehr viel ergiebiger und erklärt gut, warum du eine autoritäre und gewalttätige Regierungsform wie den Faschismus präferierst. “

            Kinder übers Knie zu legen war Standard seit Jahrtausenden bis in die 70er des letzten Jahrhunderts. Und wurde auch bei Kindern angewandt, die später Demokraten geworden sind.

          • Nochmal ein Vater war 90% der Zeit nicht autoritär und ist eher als Kumpel aufgetreten. Ich würde 2 mal in 29 Jahren geschlagen.
            Beruf erwähne ich, weil es viel über soziale klasse sagt, die die Lebenswirklichkeit prägt. Habe viele Freunde, die andere als Unterschicht sehen würden. Die hatten eine ganz andere Kindheit. Sa schwankte es oft zwischen Terror ( den man als autoritär sah) und alles Scheißegal. Das natürlich damit geprägt, dass wenig Richtung da war.

            Es ist natürlich nicht so, dass dies immer bei Arbeitern der Fall ist. Allerdings haben disziplinierte Eltern oder welche, die gesellschaftlich etabliert sind andere Umgangsformen und ein anderes Leben. Und ja leider musste ich oft merken, ich bin nicht wie meine Freunde und anbiedern ist da eher nicht.

            Andere Leute, die mich prägten waren zb mein Trainer im Thai Boxen
            Völlig unpolitisch und außerhalb vom Ring sehr sanft könnte ich sagen.

      • Über die Wurzel spreche ich hier in anderen Kommentaren, sehe ihn als dritten Weg zwischen Kommunismus und Kapitalismus. Kommunismus sehe ich auf zwei Fronten als Problem: erstens beinhaltet er eine gewisse gleichmacherei, zweitens denke ich, in vielen ethischen Fragen ist der Mensch eher rechts. Denke z.B. man sieht schön eine eigene Rasse und sieht sich dieser näher. Außerdem denke ich, Kulturen sollten als solche bestehen bleiben, weil sie einen Mehrwert für Menschen besitzen. Das gilt natürlich auch für andere Kulturen ( z.B. in Afrika etc). Es gibt natürlich vielvölkerstaaten, allerdings funktionieren Konstrukte in der Form oft nicht, beispielsweise Jugoslawien.
        Andererseits bin ich absoluter Antikapitslist( was auch jeder echte faschist ist wie H*tler, Mussolini, Mosley sehe ich auxh in der abstufung). Sehe einfach, dass es Menschen zu konsumeristischen Drohnen macht, denen jede ideale fehlen. Jetzt kommt aber genau das Problem. Um Fortschritt zu haben, muss man in Grenzen Wettbewerb zulassen. Hier muss man immer schauen, was man da zugesteht ( zb Deutschland ging mir später zu weit Richtung Kapital, abgesehen von den Verbrechen). Der Staat sollte hier ein Makromanagement betreiben, aber Wettbewerb in Grenzen zulassen und keine komplette Planwirtschaft betreiben. Wie weit er nun genau was kontrolliert, muss immer wieder ausgehandelt werden. Das ist mit der schwierigste Spagat. Auf der anderen Seite sollte nicht nur das Wirtschaftswachstum gesehen werden. Das lehne ich als Selbstzweck ohnehin ab. Ein Mindestmaß an Wirtschaft word natürlich benötigt, damit das Volk ernährt werden kann, auch Dinge wie eine Krankenversicherung halte ich für essentiell, Dekadenz und statussymbole sollten aber abgelehnt werden.
        Auch wenn ich Faschismus als links sehe, ist mein Menschenbild eher rechts. Ich gehe von einer Ungleichheit aus und auch, dass es teilweise verschiedene Klassen und verschiedene Begabungen gibt und bin hier wieder gegen kommunistische Gleichmacherei, hier sollte die Regierung aber zwischen den Klassen moderieren und eine Gemeinschaft aufbauen. Diese lebt von den verschiedenen Begabungen.
        Hier würde ich den Bogen zur Freiheit schlagen, auch hier bin ich zwischen den beiden Systemen. Ich bin gegen absolute Freiheit, gerade wenn es die Freiheit isr ein Idiot zu sein. In der Hinsicht bin ich nicht liberal. Allerdings sollte der Staat auch hier nur Makromanagement betreiben und nicht zum Überwachungsstaat werden. Freiheit ist für mich die Freiheit, meine Begabungen und Fähigkeiten auszuschöpfen, dabei sollte jeder maximal gefördert werden. Der Mehrwert sollte hier aber nicht in Geld liegen, sondern was man in seine Gemeinschaft bringen und diesen Leuten erreichen kann.
        Letztes Thema ( gibt mehr aber das interessiert dixh sicher auch sehr) Ausländer. Ich habe es ja kurz erwähnt. Kultur ist wichtig. Das geht beim Essen los und schließt zig Traditionen ein, klar ändern die sich, das ist auch ok. Allerdings sehe ich da durch Vermischung Leute, die da keine echte Kultur mehr haben und daher keine Richtung. Dies sollte auch wichtiger als Wachstum in der Wirtschaft sein. Damit meine ich, dass man nicht Fastfood essen sollte, weil keine Zeit zum kochen bleibt. Da Sehe ich essen in der Familie als wichtiger. Sehe viele konservative Politiker da als Widerspruch. Auf der einen Seite immer Wirtschaft, Wachstum, mehr Geld aber dann Konsequenzen ablehnen.
        Um Kultur zu erhalten muss das Volk erhalten bleiben. Das Thema soll hier nicht angeschnitten werden, aber ich bin pro Asyl und da gegen Obergrenze, die Leute brauchen Hilfe. Gehe wegen den Regeln hier nicht tiefer ein. Habe da aber auch Konzepte. Ansonsten sollten Zuwanderer ( die man begrenzen sollte ) nicht ihre Herkunft vergessen. Anpassung ja, aber ich bin Ethnopluralist.
        Die Politik sehe ich den volk verpflichtet, sollte da aber klar führen und zum Wohle aller unpopuläre Entscheidungen treffen.
        Wenn du fragen hast, frag.

          • Ist das gut oder schlecht?
            Weiß aber, ich bin neuen Kopie von mussolini etc. Die Idee des dritten Weges herrschte aber schon damals. Gerade Briten sahen es teilweise als Schutz gegen Stalin.
            Natürlich ändert sich sowas auxh immer. Viele linke waren z.b. antisemiten.

            Denke das muss sich der Zeit anpassen.

          • „Ist das gut oder schlecht?“

            Ein Kennzeichen des Postmodernismus ist Neudefinition von Begriffen.
            Es ist mir unklar, warum Du die von Dir vertretene Einstellung als faschistisch bezeichnest.

          • Faschismus sah sich schon immer als dritten Weg zwischen Marxismus und Kapitalismus. Einzelne Ideologien wichen da immer ab. Natürlich ist die Idee schon älter, weswegen die modernisiert werden muss. Habe da auch nicht Nur von anderen Autoren gelesen,sondern von H*tler und Mussolini direkt. Und ja wie gesagt gewisse Dinge wie partei, die zwischen allen moderiert. Bin mir allerdings über gewisse Punkte und Handlungen der beiden sehr unschlüssig. Besonders, da sich da auxh Einstellungen geändert haben. Anfangs war die Bewegung eher links, später ja eher auf der Seite des Kapitals. Wer da so meine Vorbilder sind, da will ich nicht so drauf eingehen hier. Anfangs redete H… auch von eher ethnopluralistisxhen Positionen. Aber wie gesagt, ich bin da nicht für alles von den beiden. Gerade bei den nazis war Rassismus definitiv eine wichtige Säule. Ich sehe zwar Rassen, ziehe daraus aber andere Konsequenzen, Rassen gibt es aber ganz klar für mich.

            Gerade musikalisch bin ich auxh eher in der Schiene,höre gerne St*hlgewitter u.a.

          • Ansonsten umgebe ich mich oft mit Leuten, die deutlich härtere Einstellungen vertreten und unterhalte Kontakte zu Parteien.

  3. Du schilderst das klassische paranoide Weltbild von Extremisten, egal ob links oder rechts.

    Aber wir sollten uns auch dafür interessieren, wie solch paranoide Störungen entstehen. Niemand kommt so auf die Welt. Jede Paranoia spiegelt die völlig berechtigte Panik eines Kindes vor Mißhandlungen durch seine Eltern wider.

    Wenn es ohne Gewalt geht durch Demos und politische Arbeit OK., wenn das aber nicht reicht muss man auch Gewalt anwenden, ohne Rücksicht auf Verluste.

    Solch eine Einstellung kann nur jemand haben, der genau dieses Erziehungsmuster als Kind erlebt hat. Die Eltern „erziehen“ das Kind – und wenden notfalls Gewalt an, wenn es „nicht anders geht“.

    Menschen, die als Kinder nicht geschlagen wurden, verspüren auch keinerlei Zwang, ihre eigenen Kinder zu schlagen oder sich gewalttätigen Ideologien anzuschließen.

    Wir kommen in unserer Gesellschaft nicht weiter, wenn wir die Ursachen für Gewalt, Kriminalität und Extremismus leugnen.

    Auch ein Krimineller handelt ja nach dem Antifa-Muster: Ich bin Opfer. Es geht nicht anders. Ich kann mir das Recht herausnehmen, mich widerrechtlich zu bereichern. Notfalls mit Gewalt.

    Ich finde es immer wieder traurig, daß viele Menschen die Ursachen unserer gesellschaftlichen Probleme nicht sehen wollen. Eine Gesellschaft wird umso humaner und friedlicher, je respektvoller sie mit ihren Kindern umgeht. Es gibt immer noch mehr als genug Kinder in unserem Lande, die geschlagen und mißhandelt, mißbraucht werden. Obwohl elterliche Gewalt gegen Kinder seit 2000 illegal ist.

    Der weit überwiegende Rest der Welt hat noch nicht solche Gesetze und solch ein Bewußtsein – und sieht eben auch entsprechend aus.

    http://alice-miller.com/de

  4. Die Antifa-Szene ist – und das hören sowohl Antifa-Aktivisten als auch Antifa-Kritiker meist nicht gerne – im Guten wie im Schlechten einer anderen ambivalenten Gruppierung ähnlich, nämlich der Polizei.

    Zu den guten Seiten sowohl von Polizei als auch von Antifa gehört, dass nicht wenige Polizisten wie Antifa-Aktivisten ihre körperliche Gesundheit (oder sogar ihr Leben) riskieren um andere Menschen vor Gewalt zu schützen, und das auch in ganz konkreten gefährlichen Situationen.

    Beide, Antifa wie Polizei, ermitteln, sammeln Informationen und sind darin auch meist durchaus professionell. Antifa-Arbeit ist in erster Linie Recherche- und Informationsarbeit.

    Beide, Antifa und Polizei, haben aber auch eine Schattenseite, sie fungieren auch als Repressionsinstrumente, (sie sind nicht nur Repressionsinstrumenmte, aber eben auch Repressionsinstrumente).

    Bei beiden, Polizei und Antifa, kommt es manchmal zu unnötigen, nicht durch den Schutz anderer Menschen oder durch reine Selbstverteidigung zu rechtfertigenden Gewalttaten gegen andere Menschen, wiewohl die Mehrheit ihrer Aktivitäten in beiden Fällen nicht gewaltsam sind.

    • Ich habe die Polizei noch nie als Repressionsinstrument erlebt und fühle mich durchaus von ihr geschützt.

      Bei der Antifa ist das gänzlich anders. Ein Haufen von infantilen Größenwahnsinnigen und Paranoikern.

      Die Antifa hat noch niemanden vor Gewalt geschützt, wie das die deutsche Polizei tagtäglich macht.

      Dein Posting ist ein weiterer Nachweis deiner ideologischen Verwirrung und des fragwürdigen Geisteszustandes vieler Linker.

      • Hi Kirk,

        „Ich habe die Polizei noch nie als Repressionsinstrument erlebt“

        Du hast nicht viel Demonstrationserfahrung und auch sonst nicht viel Erfahrung bzgl. außerparlamentarischem politischen Aktivismus, nicht wahr?

        „Die Antifa hat noch niemanden vor Gewalt geschützt,“

        Doch, Personen, die von gewaltbereiten Rechten bedroht werden, zu unterstützen und zu schützen, ist eine wesentliche Aktivität von Antifa-Aktivisten.

        „Dein Posting ist ein weiterer Nachweis deiner ideologischen Verwirrung und des fragwürdigen Geisteszustandes vieler Linker.“

        Dass differenzierte und fundierte Analysen dir nicht so liegen, weiß ich doch.

        • Kirk ist Geschichte. Ich bin jetzt genderfluid.

          Kannst du irgendeinen konkreten Fall nennen, wo ein Menschen von Rechtsextremen attackiert und er daraufhin von Antifa-Leuten beschützt wurde?

          Ich war mal bei einer Pegida-Demo. Die Polizisten dort waren in Ordnung.

          Wenn du die Polizei als „repressiv“ erlebst, liegt das womöglich daran, daß die Polizei einfach Gesetze durchsetzt und linksradikale Kindergartenaktionen unterbindet.

          Du hast ja schon eindrücklich bewiesen, daß du paranoid bist und einem entsprechenden linksradikalen Weltbild huldigst, das so tut, als sei in Demokratien kein Fortschritt, kein Ausgleich möglich etc.

          Was du als „politischen Aktivismus“ bezeichnest, ist nichts als Paranoia und Narzißmus.

          • @ Kirk

            „Kirk ist Geschichte. Ich bin jetzt genderfluid.“

            So, so. Aber homophob bist du immer noch, oder?

            „Kannst du irgendeinen konkreten Fall nennen, wo ein Menschen von Rechtsextremen attackiert und er daraufhin von Antifa-Leuten beschützt wurde?“

            Ich kannte seit meiner Jugend viele Antifa-Gruppen in meiner Umgebung, von daher kenne ich viele Beispiele, wo Antifa-Aktivisten Flüchtlings- bzw. Asylbewerberheime nach konkreten Hinweisen auf Bedrohungen bewacht und geschützt haben, ebenso diverse religiöse Einrichtungen.

            Und ich kenne mehrere Fälle, bei denen Personen, die von gewaltbereiten Rechten bedroht oder geschlagen wurden, bei der jeweiligen lokalen Antifa-Gruppe um Unterstützung gebeten und diese auch erhalten haben oder bei denen eine lokale Antifa-Gruppe einer Person, die von gewaltbereiten Rechten bedroht oder geschlagen wurde, spontan Unterstützung angeboten hat.

            Eine Person, die von gewaltbereiten Rechten bedroht wurde und sich von der Polizei im Stich gelassen fühlte, habe ich einmal selbst an eine lokale Antifa-Gruppe weitervermittelt.

            Und dass die Unterstützung und der Schutz von Menschen, die von gewaltbereiten Rechten bedroht werden, zu typischen Antifa-Aktivitäten gehört, ist auch kein besonderes Szene-Geheimnis, Kirkie, dies ist innerhalb der Linken allgemein bekannt.

            Das ist übrigens auch einer der Gründe dafür (neben anderen positiven Seiten der Antifa-Bewegung, wie z.B. ihre oft gute Recherche- und Aufklärungsarbeit zu rechten Gruppen/Organisationen/Strömungen), dass die Antifa-Bewegung quer durch das gesamte linke Spektrum hindurch – auch dort, wo einige Antifa-Aktivitäten kritisch oder sogar sehr kritisch gesehen werden – fast niemals als ausschließlich negativ wahrgenommen wird.

            Den meisten Linken ist bewusst, dass, falls sie oder Menschen, mit denen sie zu tun haben, in eine Situation geraten sollten, von gewaltbereiten Rechten bedroht zu werden, sie von einer lokalen Antifa-Gruppe in der Regel Unterstützung erhalten würden. Dies gilt übrigens nicht nur für Linke oder für Menschen mit Migrationshintergrund, auch gewöhnliche Konservative oder Liberale würden in den meisten Fällen Unterstützung erhalten, falls sie von gewaltbereiten Rechten bedroht würden und bei einer lokalen Antifa-Gruppe nach Unterstützung fragen würden (es sei denn, sie wären fanatisch anti-links oder wären als Antifa-Hasser bekannt, dann vermutlich eher nicht).

            Dass die Antifa-Bewegung positive Seiten besitzt, ist übrigens auch der Grund dafür, dass die Anti-Antifa-Dämonisierungspropaganda, die von einigen Liberalen, Neoliberalen, Konservativen und Rechten praktiziert wird, innerhalb aller Strömungen der Linken wirkungslos verpufft. Zwar gibt es in der Antifa-Bewegung leider auch gewaltbereite Personen, aber die Mehrheit der Antifa-Aktivisten wird von Menschen, die mit ihnen Kontakt haben, in der Regel als freundlich und hilfsbereit erlebt. Die meisten realen Antifa-Aktivisten entsprechen eben nicht den dämonischen Gestalten, die in der Anti-Antifa-Propaganda dargestellt werden. Vor diesem Hintergrund tendieren Linke dazu eher die positiven Aspekte der Antifa-Bewegung wahrzunehmen. Wollte man eine begründete Kritik an kritikwürdigen Aspekten der Antifa-Bewegung an Linke vermitteln, dann hätte man diese Ambivalenz und wahrnehmungspsychologische Differenz zu berücksichtigen, ansonsten kann dies nicht funktionieren.

            „Ich war mal bei einer Pegida-Demo. Die Polizisten dort waren in Ordnung.“

            Du warst also einmal in deinem Leben auf einer Demonstration und es gab dabei kein Fehlverhalten von Polizisten. Großartig.

            Ich war sogar schon auf vielen Demonstrationen, bei denen es m.E. kein Fehlverhalten der Polizei gab.

            Und ich war außerdem auf vielen anderen Demonstrationen, auf denen es eben doch ein Fehlverhalten von Polizisten gab, manchmal nur von einzelnen oder wenigen, manchmal auch von vielen Polizisten.

            „Wenn du die Polizei als „repressiv“ erlebst, liegt das womöglich daran, daß die Polizei einfach Gesetze durchsetzt und linksradikale Kindergartenaktionen unterbindet.“

            Ich denke, wir brauchen für das Phänomen individueller oder kollektiver Polizeigewalt schon etwas komplexere Erklärungsmodelle.

            „Du hast ja schon eindrücklich bewiesen, daß du paranoid bist“

            Immer wieder amüsant, wie das Psychologisieren bei dir das Argumentieren ersetzt.

            „und einem entsprechenden linksradikalen Weltbild huldigst,“

            „Linksradikal“ definiere ich für mich persönlich übrigens als radikalen Humanismus von links, der versucht soziale Probleme von ihrer Wurzel her zu verstehen. Dies setzt natürlich differenziertes und multiperspektivisches Denken voraus – leider nicht so deine Stärken.

            „das so tut, als sei in Demokratien kein Fortschritt, kein Ausgleich möglich etc.“

            Doch, in echten Demokratien schon, ich bin überzeugter Direktdemokrat (und daher Gegner von Staat und Kapitalismus).

            „Was du als „politischen Aktivismus“ bezeichnest, ist nichts als Paranoia und Narzißmus.“

            Ich bin ein Verfechter dessen, was man als direkte gewaltfreie Aktion bezeichnet und bin übrigens der Ansicht, dass dies der einzige Weg ist, auf dem die Männerrechtsbewegung vorwärts kommen kann.

            Möchtest du ein paar Buchtipps zum Thema?

          • @Leszek
            Offenbar besteht das Problem der Antifa in einem miserablen Marketing. Aber gut, das ist bei Antikapitalisten ja auch nicht anders zu erwarten 😁

    • Das „Gute“ an der Antifa ist, dass sie eine selbsternannte Exekutive und Judikative ist, die nicht immer gewalttätig wird, sondern nur manchmal?

      Weiß ja nicht…

    • Also Polizei und Antifa unterscheiden sich in einem fundanetalen Punkt:
      Die Polizei ist durch das Gesetz legitimiert. Sie darf Gewalt anwenden, aber nur in einem eng umfassten Rahmen.

      Wodurch wird die Antifa legitimiert?
      Welche Instanz kontrolliert die Antifa?
      Wer verurteilt deren Vergehen?

      • Die Antifa wird mittlerweile durch die links-grüne Parteien- und Lobbylandschaft de facto nicht nur legitimiert, sondern auch durch den Steuerzahler finanziert.

      • Naja eine legitimierung durch das Gesetz ist eher inhaltslos. Das haben sich auch nur Menschen ausgedacht, damit ist es einer selbstlegitimation der Antifa nicht unähnlich, wenn man von einer größeren Anzahl absieht, die da vielleicht für etwas gestimmt haben. Ein Wechsel hingegen zeichnet sich durch Abkehr von der aktuellen Mehrheit aus und kommt somit immer zunächst von einer Minderheit. Um Änderungen durchzusetzen muss man sich also zunächst auch immer teilweise selbst legitimieren.
        Die Legitimation der Masse kommt sozusagen immer später im Falle des Erfolgs.
        Das ist Das Problem, wenn es keinen Gott gibt. Du hast keine höhere macht zur Rechtfertigung.

        • Naja eine legitimierung durch das Gesetz ist eher inhaltslos.

          Nicht in einer Demokratie.

          „Ein Wechsel hingegen zeichnet sich durch Abkehr von der aktuellen Mehrheit aus und kommt somit immer zunächst von einer Minderheit. Um Änderungen durchzusetzen muss man sich also zunächst auch immer teilweise selbst legitimieren.“

          Sich selbst legitimieren heißt also Gewalt gegen andere ausüben, die sich der eigenen Willkür nicht unterordnen?

          „Die Legitimation der Masse kommt sozusagen immer später im Falle des Erfolgs.“

          Wenn du nicht so schwammig-abstrakt formulieren würdest, würde dir selbst auffallen, dass da etwas nicht stimmen kann. „Legitimation durchs Volk“, wenn man schon an der Macht ist, nennt man „Unterwerfung“. Das System, welches die Antifa anstrebt ist totalitär, allerdings sind die ohnehin zu dumm, um es in Gang zu setzen, bedauerlicherweise haben sie Leute wie Leszek, die sich vermutlich gedanklich schon auf eine Karriere als Kader vorbereiten. Lebensfremde Bücherwürmer, offenbar mit einem bemerkenswerten Hass auf normale Menschen. Sie hängen einer gestörten Ideologie an, die immer gescheitert ist und es auch zukünftig wird, weil seine Proponenten zu blöde sind, aus den Fehlern zu lernen (anders ist nicht zu verstehen, wieso jemand die faschistische „Antifa“ verteidigt und sich dabei auch noch für gut hält).

          „Das ist Das Problem, wenn es keinen Gott gibt. Du hast keine höhere macht zur Rechtfertigung.“

          Das ist überhaupt kein Problem, zumindest für alle, die ihre Mitmenschen nicht verachten. Das Mehrheitsprinzip ist aus diesem Dilemma entstanden. Es wird nur chronisch von allerlei Besserwissern mißachtet, die Antifa ist da nur einer von vielen Playern, eher ein kleinerer, nützliche Idioten für die wirklich Mächtigen.

          • :Das Mehrheitsprinzip ist aus diesem Dilemma entstanden.“
            Auch die Mehrheit kann eben falsch liegen, Mathematik legt man ja auch nicht demokratisch fest.
            „Sich selbst legitimieren heißt also Gewalt gegen andere ausüben, die sich der eigenen Willkür nicht unterordnen?“

            Das kann es definitiv heißen, muss es aber nicht. Der Staat legitimiert sich auch durch Gewalt.

            „Legitimation durchs Volk“, wenn man schon an der Macht ist, nennt man „Unterwerfung“.“

            Soweit ich weiß wollten mach dem Krieg weiterhin viele den Führer. Ist das nicht in dem Fall auch nur Unterwerfung.

            Das Problem hieran und am mehrheitsprinzip ist, dass vielen Leuten alles egal ist und sie sich nicht für das Handeln in der Politik interessieren. In der folge wissen sie ja auch nicht, welches System ideal wäre.
            Auch von deiner tollen Demokratie gibt es ja unzählige Ausprägungen. Da verstehen viele gar nicht die Unterschiede in jedem System. Würden die alle vonm Volk festgelegt bzw von den Menschen,die heute leben? Gerade heutige wahlbeteiligungen sprechen nicht dafür, dass das Volk dafür ist, maximal apathisch.

    • Meines Wissens ist die Polizei an Gesetze gebunden, die die Antifa für sich ja nicht gelten lassen wollen.
      Auch wenn es bei der Polizei Übergriffe gibt, werden die doch i.d.R. geahndet. Ich ordne mich jedenfalls lieber der Polizei unter als irgendwelchen selbsternannten Kämpfern gegen Faschismus.

    • Und jetzt noch den wesentlichen Unterschied: Polizei ist an Gesetze gebunden und hat normalerweise kein Feindbild, außer Leute, die gegen diese Gesetze verstoßen, die werden festgenommen und vor Gericht gestellt. Da dort Menschen arbeiten, gibt es manchmal Kompetenzüberschreitungen, die zuweilen nicht optimal aufgeklärt werden, die dürften aber die Ausnahme sein.

      Die Antifa ist hingegen so eine Gruppe, die Gesetze überschreitet. Dauernd. Aus Prinzip. Weil sie sich an keine Regeln halten will, von der Hausbesetzung bis zum Migrantenschmuggel. Die Antifa hat ein Feindbild welches dumm und unterkomplex ist, sie macht dumme und gewalttätige Sachen gegen „das System“ (also das, was andere aufgebaut haben), entglast, fackelt ab, blockiert legale Demos, verprügelt und bedroht alle, die sie als „Nazis“ ansieht (im Zweifel alle, die ihr bei irgendwas widersprechen).

      Deine Behauptung, die würden andere vor Gewalt schützen, dürfte bei denen die absolute Ausnahme sein (außer natürlich die eigenen Gauner vor Polizeizugriff). Natürlich bilden die sich ein, präventiv „Nazis“ zu bekämpfen und dadurch die Menschen (Bürgerliche natürlich nicht, die sind pfui) zu schützen, das ist ungefähr dasselbe Niveau wie Leute die vorbeugend Kommunisten verprügeln, die „Antifa“ ist in erster Linie ein faschistischer Verein. Ein gewalttätiges, gesetzloses Rutenbündel im Kampf gegen den politischen Gegner, zumindest ist es das, was ich primär von denen mitbekomme. Rohe ungewaschene gewalttätige Primitivideologen. Wenn wenigstens das Ziel anstrebenswert wäre, aber nein, Vulgärmarxisten und Anarchisten ohne die geringste Tiefe und Bodenhaftung.

      Deine Auslassung ist von daher mehr als schräg und sagt viel mehr über dich, als dir lieb sein kann. Und ich hatte dich mal für einen Intellektuellen gehalten…

    • Ich habe den Eindruck, dass Du die „Recherche-Arbeit“ der Antifa ein wenig überschätzt und verklärst.

      Aus meiner Erfahrung (mich selber als im eher klassischen und nicht-tagesaktuell-geschlechts-und-rassen-fixierten Sinne als überwiegend links bezeichnend) zumindest aus der Metal- / Extrem-Metal-Szene läuft das i.d.R. so ab:

      (Einschub: tatsächlich gibt es da auch einen Teil wirklich gute Aufklärungsarbeit die sich mit den echten und nicht nur imaginierten rechten & teils gefährlichen Strukturen auseinandersetzt, das will ich nicht bestreiten. Es wird nur schnell jegliche Verhältnismäßigkeit verloren und dann steht eine Band die vor 20 Jahren auf irgendeinem Cover irgendeine Rune abgebildet hat auf einer Stufe mit echten und gefährlichen Neonazis wie „Absurd“ etc.)

      1. Die Antifa hat – korrekterweise – mitbekommen, dass es tatsächlich einige, von der normalen Szene wie auch der gesamten Gesellschaft weitgehend unbeachtete rechte Metal- und NSBM-Bands gibt, die i.d.R. unter Ausschluss der Öffentlichkeit auftreten.

      2. Die Antifa geht in ihrem „alle-Nazis-außer-uns-Wahn“ fürderhin davon aus, dass daher JEDE Metal-Band, mindestens aber jede Black- oder Viking/Folk-Metal-Band „irgendwie rechts“ ist. Dass weit über 90% der Veranstalter, Bands und Fans sich entweder deutlich gegen Rechts ausspricht, mindestens aber vollkommen unpolitisch ist, ist der Antifa vollkommen egal (jede Party und jedes Konzert/Festival das ich in über 20 Jahren mit organisiert haben oder bei dem ich Gast war, verbietet z.B. explizit Shirts/Merchandise usw. von bekanntermaßen rechten Bands usw. und bei Nichtbeachtung fliegt man ohne Diskussion raus).

      3. Die Antifa findet (natürlich) bei jeder der „verdächtigten“ Bands irgendein „nordisches Symbol“, irgendeinen aus dem Zusammenhang gerissenen Textschnipsel oder irgendeine personelle Verknüpfung über x Ecken (mindestens zu jemandem, den sie vorher schon einmal diskreditiert haben).

      4. Die Antifa setzt „normale“ Konzertveranstalter und Clubbesitzer unter massiven Druck (bzw. sorgt für entsprechenden öffentlichen Druck), die von ihnen verdächtigten Bands „auszuladen“, sobald eine der Bands von ihrem „Index“ in „ihrer Region“ aufzutreten droht. Echte rechte Bands trifft das natürlich nicht, denn die haben ihre eigenen Veranstalter und Venues, bei denen sich niemand um ein paar krähende Punks und Hippies kümmert und wo die sich auch gar nicht hintrauen.

      Ich weiß nicht wie viele Male ich diesen Ablauf inzwischen erlebt habe, dass Bands, die – unter Leuten die sich tatsächlich auskennen und nicht nur die Wahnvorstellungen anderer Antifas abgeschrieben oder ein bisschen im Internet „recherchiert“ haben – vollkommen unverdächtig sind, auf diese Art „gecancelt“ wurden.

  5. @ El_Mocho

    „Also in der antiautoritären Gesellschaft, nach der die Antifas streben, würde es keine Gefängnisse mehr geben, da es Kriminalität nur im Kapitalsmus mit seinen Widersprüchen gibt.“

    Mark Brays Annahme ist nicht, dass es keine Kriminalität mehr geben würde, sondern signifikant weniger. Und er verweist als Alternative zum Gefängnis auf Restorative-Justice-Methoden.

    Du hast ja selbst zitiert:

    „While the creation of a classless society would eliminate THE MAJORITY of crime stemming from capitalist antagonisms, antifa argue that METHODS OF RESTORATIVE JUSTICE SHOULD REPLACE police and prisons in addressing conflicts that persist.“ (Hervorhebungen von mir.)

    Da ich Restorative-Justice-Methoden ebenfalls gut finde, möchte ich dich dbzgl. auf einen Kommentar von mir bei Lucas Schoppe hinweisen, falls dich das Thema interessiert, nachzulesen unter diesem Artikel von Lucas Schoppe:

    https://man-tau.com/2017/04/27/muetter-im-gefaengnis-double-peine/

    In dem Kommentar versuche ich die Möglichkeiten und Grenzen von Restorative Justice auszuloten.

    • Eine der vielen Kindergartigkeiten von Linksradikalen und Antifaspasten ist es, Kriminalität auf den „Kapitalismus“ zurückzuführen, was auch immer das genau sein mag.

      Mich macht der Kapitalismus jedenfalls nicht kriminell.

      Und auch in der DDR geschahen Morde und Verbrechen.

      Jeder Schwerkriminelle hat ebenso schwere Mißhandlungen in der Kindheit erlebt. Wer das leugnet, kann auch wieder in den Kindergarten gehen und bis drei zählen und sich am Sack kraulen.

      Je autoritärer und ausschließender die Marktwirtschaft, desto eher werden solche Menschen mit so einem Schicksal auch kriminell. Das war es aber auch schon.

      Soziale Maßnahmen können Kriminalität lindern, aber eben nicht abschaffen.

      Antifa-Sozialismus ist Kindergarten und leugnet komplett die Individualität und Geschichtlichkeit von Menschen.

      • „Jeder Schwerkriminelle hat ebenso schwere Mißhandlungen in der Kindheit erlebt.“

        Ausschließlichkeitsbehauptungen sind immer falsch 😉
        (schöne Contradictio in adiecto)

  6. @ El_Mocho

    „Der Inhalt des Buches lässt sich kurz wie folgt zusammenfassen: Wir (selbsterklärte Antifa) sind die Guten, und Andersdenkende sind die Bösen. Alle Andersdenkenden sind im Grunde Nazis.“

    Ist es da ein bißchen mit dir durchgegangen?
    Das sagt Mark Bray nicht nur nicht, in seinem Buch gibt es auch einen eigenen Abschnitt zum sogenannten Slippery-Slope-Argument.

    • Sorry, genau darauf läuft seine ganze Argumentation doch hinaus. Die Notwendigkeit, ein Viertes Reich und einen neuen Holocaust zu verhindern, legitimiert Gewalt. Das mag so pauschal noch angehen, aber man ist in diesem Fall ja dem Urteilsvermögen von Bray und seinen Genossen ausgeliefert, die in eigener Vollkommenheit entscheiden, wer die Faschisten sind. Und zu den Faschisten gehören auch Unterstützer des Patriarchats, der Islamophobie, der Transphobie, des Heterosexismus, alle möglichen Rassisten usw. Ich wäre da durchaus mit dabei.

      „Islamophobie“ ist ein Begriff der islamistischen Propaganda, „Heterosexismus“ ist ein Begriff aus der feministischen Propaganda (Butler), der wissenschaftlich nicht begründbar ist. Leute die an solchen Schwachsinn glauben, maßen sich an, ihn mit Gewalt durchzusetzen? Kann doch wohl nicht sein.

      ich sehe eigentlich keinen Unterschied, ob man sagt Islamophobe und Heterosexisten müssen mit Gewalt bekämpft werden, oder ob man sagt, die Feinde der nordischen Rasse müssen bekämpft werden; beides ist Unsinn, der nie Gewalt legitimieren kann.

  7. Ich habe versucht, den Text in eine (für mich) lesbare Form zu bringen… eventuell übersteht meine Formatierung das Wirken dieses Eingabetextfelds:

    Ich bin auf das „Anti Fascist Handbook“ zufällig in einer Literaturliste gestoßen. Da ich selten irgend welche theoretischen Äußerung von Antifa gestoßen bin, habe ich es mir mal näher angesehen, der Titel „Handbook“ verspricht ja zumindest konzentrierte, knappe Informationen. Nachdem ich es nun noch einmal kursorisch gelesen habe, hatte ich eigentlich keine Lust mehr, etwas darüber zu schreiben. Die Argumentation erschien mir dermaßen simpel und unkomplex, dass sich eine nähere Auseinandersetzung damit eigentlich nicht lohnt. Der Inhalt des Buches lässt sich kurz wie folgt zusammenfassen: Wir (selbsterklärte Antifa) sind die Guten, und Andersdenkende sind die Bösen. Alle Andersdenkenden sind im Grunde Nazis. Auch wenn sie sich gemäßigt und liberal geben, ebnen sie nur den Nazis (gewollt oder ungewollt) den Weg zur Errichtung eines 4. Reiches und zu einem neuen Holocaust. Das muss um jeden Preis verhindert werden. Wenn es ohne Gewalt geht durch Demos und politische Arbeit OK., wenn das aber nicht reicht muss man auch Gewalt anwenden, ohne Rücksicht auf Verluste. Gut die Hälfte des Buches besteht auch aus einem historischen Abriss über die Vorgänger der Antifa, so wie sie der Autor Mark Bray sieht, vom Beginn des 20ten Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Es wird relativ wenig über die neue, bessere Gesellschaft gesprochen,die man errichten will, muss in einem Handbuch für die politische Praxis vielleicht auch nicht sein. Hauptziel der Antifa ist jedenfalls nicht die neue Gesellschaft, sondern der Kampf gegen die Faschisten. Ein paar interessante Punkte finden sich dann aber doch, von denen ich zwei darstellen möchte. Der erste ist die Frage der Redefreiheit; wie man es legitimieren kann, Andersdenkende an der Äußerung ihrer Meinung zu hindern? Zunächst einmal stellt Bray fest, dass es im bürgerlichen Staat keine absolute Redefreieheit gibt:

    „We must recognize the complete rightlessness of the Guantanamo detainees, the de jure restrictions on the free speech of the country’s millions of prisoners, and the restricted voting rights of many formerly incarcerated. All this and not to mention the de facto restrictions on the speech of the country’s millions of undocumented immigrants, most of whom are too fearful of deportation to express themselves.“

    Antifa haben jedenfalls weit darüber hinausgehende Ziele:

    „Antiauthoritarians seek to abolish prisons, states, and the very notion of citizenship-thereby eliminating this black hole of rightlessness. … While the creation of a classless society would eliminate the majority of crime stemming from capitalist antagonisms, antifa argue that methods of restorative justice should replace police and prisons in addressing conflicts that persist.“

    Also in der antiautoritären Gesellschaft, nach der die Antfas streben, würde es keine Gefängnisse mehr geben, da es Kriminalität nur im Kapitalsmus mit seinen Widersprüchen gibt. Und daher natürlich auch keine Beschränkungen der Redefreiheit. Zusammenfassend:

    „Even if you agree that shutting down fascist organizing constitutes an infringement upon the free speech of fascists, it is still patently obvious that anti-fascists advocate for far more free speech in society than liberals, both quantitatively and qualitatively. … The debate revolves around the legitimacy of the „universal“ principle that society should not limit speech on political grounds. When understood as a value rather than a law, it is clear that anti-fascism opposes this principle in its absolutist form (i.e., that all abridgements of speech are wrong). Instead, many anti-fascists make the illiberal argument: „no free speech for fascists.“ From their perspective, the safety and well-being of marginalized populations is the priority.“

    Da kann man dann nicht mehr viel sagen. Sicher wäre es besser gewesen, wenn man während der Weimarer Republik früher und härter gegen die Nazis vorgegangen wäre, aber legtimiert das z.B. Bernd Lucke am lehren an der Hamburger Uni zu hindern? Ist er ein Nazi? Oder einer der den Nazis in die Hände arbeitet? Es bleibt irgendwie alles im Beliebigen, aber dies mit aller Entschlossenheit. Ähnliches gilt auch für die zweite wichtige Frage, die nach der Legimität von Gewalt in politischen Auseinandersetzungen. Bray betont zunächst, dass Gewalt für die Antifa nicht zentral, aber denoch wichtig ist:

    „The vast majority of anti-fascist tactics involve no physical violence whatsoever. … In truth, violence represents a small though vital sliver of anti-fascist activity.“

    Begründung ist als erstes der historische Hinweis auf den Nationalsozalismus:

    „Anti-fascists make a historical argument based on the accurate observation that „rational debate“ and the institutions of government have failed to consistently halt the rise of fascism. Given that fact, they argue that the only hope to prevent a sequel is to physically prevent any potential fascist advance.“

    Und wer ein „potential fascist“ ist, versteht sich offenbar von selbst. In jedem Fall ist die Gewalt der Antifa als defensiv, als Gegenwehr zu verstehen:

    „The first and perhaps most important point to make is that most anti-fascist organizing is literal self- defense. Most of the antifa groups that formed in the eighties and nineties consisted of punks and anarchists who had to defend themselves from a growing white-power skinhead menace.“

    Diese Situation ist heute wohl nicht mehr gegeben. Wenn Antifa bei irgendwelchen Pegida- Demonstrationen auftauchen sind sie (bzw. die Gegendemonstraten insgesamt) normalerweise in deutlicher Mehrheit, ganz zu schweigen von irgendwelchen Übergriffen auf AfD-Parteibüros usw. Interessant ist in diesem Zusammenhang der Punkt des „Machismo“ der Antifa:

    „As the Norwegian antifa Dag remarked, „Whenever violence is part of the political struggle you will have problems with machismo.“

    Auch bei der Antifa scheint sich ein Modell durchgesetzt zu haben, nach dem Frauen die Gegner ausforschen, während die Männer in der Kneipe tranken, bis es Zeit für Action ist (kommt einem irgendwie bekannt vor). Um dieser Tendenz entgegen zu wirken, versuchte man, feministisches Denken mit der Antifa- Ideologie zu verbinden. Bray weißt in diesem Tusammenhang auf den deutschen Terroristen Klaus Viehmann (von der Bewegung 2. Juni) hin, dessen Buch … DREI ZU EINS – Klassenwiderspruch, Rassismus und Sexismus“ von 1991 offenbar wichtig gewesen ist, s. auch hier: https://www.nadir.org/nadir/initiativ/id-verlag/BuchTexte/DreiZuEins/DreiZuEinsViehmann.html

    „Whether excluded from militancy or critiqued for taking part, women face a variety of gendered challenges when they take an active part in the anti-fascist movement. That is part of the reason why some German antifa have created feminist groups called „fantifa.“

    Von denen ich noch nichts gehört habe. „Fantifa“ in Deutschland? Zusammenfassend möcte ich sagen, dass ich Leute wie diesen Bray und seinesgleichen für brandgefährlich halte. Wer sich das Recht herausnimmt, an der an der Äußerung von unliebsamen Meinungen mit Gewalt zu hindern, wer meint, das staatliche Gewaltmonopol nach eigenem Belieben außer Kraft setzen zu können, der stellt sicheigentlich außerhalb des Staates und außerhalb aller demokratischen Auseinandersetzungen. Daneben fallen natürlich auch all die ideologischen Begriffe der Identitätspolitik: Patriarchat, Sexismus, Rassismus, Trans-Phobie, Islamophobie usw. Der Staat hat jeden Grund, gegen diese Leute vorzugehen.

  8. @ El_Mocho

    „Um dieser Tendenz entgegen zu wirken, versuchte man, feministisches Denken mit der Antifa-Ideologie zu verbinden.“

    Es gibt allerdings keine von allen Strömungen der Antifa-Bewegung getragene Ideologie, da Antifa keine Organisation oder Ideologie darstellt, sondern ein Arbeitsfeld, auf dem Gruppen, die VERSCHIEDENEN linken Strömungen angehören, aktiv sind.

    Dies hatte ich ja kürzlich bereits ausgeführt, in diesem Strang:

    https://allesevolution.wordpress.com/2021/03/13/welche-buecher-sollten-hier-noch-besprochen-werden/

    „Bray weißt in diesem Zusammenhang auf den deutschen Terroristen Klaus
    Viehmann (von der Bewegung 2. Juni) hin, dessen Buch „ DREI ZU EINS – Klassenwiderspruch, Rassismus und Sexismus“ von 1991 offenbar wichtig gewesen ist, s. auch hier:“

    Das Buch war wichtig speziell für die autonome Szene (und daher auch für die autonome Antifa-Szene). Das Buch war eine der frühesten Auseinandersetzungen mit dem ursprünglichen, aus dem US-amerikanischen Black-Feminism stammenden Intersektionalitätsmodell, das die Strukturkategorien „Class, Race und Gender“ beinhaltete. Dies ist in der damaligen autonomen Szene breit debattiert worden.

    „Von denen ich noch nichts gehört habe. „Fantifa“ in Deutschland?“

    Ja, es gab und gibt in Deutschland eine kleine Minderheit sogenannter feministischer Antifa-Gruppen (Fantifa-Gruppen), also Antifa-Gruppen, die rein weiblich sind und in der nur Feministinnen aktiv sind. Diese Gruppen befassen sich u.a. schwerpunktmäßig mit Recherchen zum Thema „Frauen in der radikalen Rechten in Geschichte und Gegenwart“.

    • „Es gibt allerdings keine von allen Strömungen der Antifa-Bewegung getragene Ideologie,“

      Sie sind alle antikapitalistisch, antiliberal und antiwestlich.

      • @ Adrian

        Also ich würde nur die antiimperialistische Unterströmung der Antifa-Bewegung (meist als rote Antifa bezeichnet) als antiwestlich klassifizieren, bei den anderen Strömungen der Antifa-Bewegung wüsste ich nicht, worauf sich der Ausdruck antiwestlich beziehen soll.
        Und speziell die antideutsche Unterströmung der Antifa-Szene ist ja nun ganz eindeutig prowestlich.

          • @ Adrian

            „Antiwestlich sein bedeutet, die westliche Welt als die Wurzel allen Bösen anzusehen.“

            Gut, dann ist offenbar keine der verschiedenen Strömungen der Antifa-Bewegung antiwestlich. Eine so platte Analyse haben noch nicht mal die Antiimps.

          • „Eine derartig platte Analyse haben alle Antifanten.“
            Wahrscheinlich ist es meistens eher so, dass die Behauptungen der Antifanten, ohne die Annahme, dass der Westen die Wurzel alles Bösen sind, keinen Sinn ergibt oder Letzteres aus ersteren logisch folgt. Denn solche Behauptungen sagt kaum jemand offen und will meist auch nicht wahr haben, dass er sie faktisch glaubt. Das würde auch erklären, warum Leszek den Zusammenhang abstreitet.

            Es gibt aber sicher Ausnahmen. Schließlich gibt es AUSSERHALB der Antifa das 1619-Projekt (glaube ich von der New York Times), das behauptet, dass die USA auf der Sklaverei gegründet sei und der Unabhängigkeitskrieg nur diese retten sollte und so. Und die Antifa-Leute sind eher noch irrationaler als die Leute außerhalb.

  9. „the safety and well-being of marginalized populations is the priority“

    Wenn überhaupt, dann sollte die Sicherheit und Gesundheit aller Menschen wichtig sein, nicht nur der angeblich marginalisierten. Außerdem setzt deren Sichtweise voraus das es immer marginalisierte Gruppen gibt. Doch wer marginalisiert die und mit welchen Ziel? Was sind die Voraussetzungen um als marginalisiert zu gelten? Schaut man sich zudem den Westen an, findet man eindeutig eine Hervorhebung von diesen angeblich marginalisierten Gruppen. Keine Serie ohne – für die Story völlig unwichtiges – Homo-Paar, bald immer mehr Transsexuelle und immer häufiger ist das Kampf-, Mechaniker-, Hacker-As eine Frau… ohne das man es so in dieser Häufigkeit in der Realität vorfindet.

    Alles Ideologie, alles Bullshit.

  10. Wenn ich mir das so alles durchlese, die Texte, den Link, die Kommentare, dann komme ich zu dem Schluß, dass auch Antifeministen legitimiert sind Gewalt als probates Mittel gegen Feministinnen, deren Unterstützende und feministisch-ideologische Parteien einzusetzen. Die Antife, so könnte man sie bezeichnen, ist damit im Kern eine durch den gesellschaftlichen Umbruch hin zu einer besseren Gesellschaft notwendige Gruppierung. Ohne die aktive Einbringung antfeminstischen Widerstandes, wird es keinen modernen Staat, keine gesellschaftliche Entwicklung und keine Verbesserung der Lebenssituation der breiten Bevölkerung geben.
    Es lebe die AntiFe!

  11. @Christian

    Kannst Du im Text bitte noch die überflüssigen Zeilenumbrüche korrigieren? Die Lesbarkeit des Gastbeitrags wird durch die Umbrüche vermindert.

    • Versteh ich nicht, was ist da der Hintergrund, wo kommt da „Antifaschismus“ vor? Was sollte die Polizei da und wieso ziehen die wieder ab?

      • Der „wortgewaltige“ christliche „Fundamentalist“ (Laie oder mit offizieller Funktion?) betreibt „antifaschistische“ Tempelaustreibung gegen von ihm als solche deklarierte, „erkennbar gefährliche“ FASCHISTEN…

  12. Übrigens gibt es ein recht aktuelles Buch von Andy Ngo über die Antifa in Nordamerika:

    Soweit ich weiß, ist Andy Ngo selbst Aktivist, insofern sollte man seine Analysen und Bewertungen kritisch hinterfragen — aber auch mit der Möglichkeit rechnen, dass er über Einblicke in die Szene verfügt, über die man nicht verfügen kann, wenn man kein Aktivist ist.

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