Gendergerechte Sprache in universitären Arbeiten

Gerade macht die Uni Kassel von sich reden, weil sie es anscheinend zulässt, dass für nicht gegenderte Sprache in universitären Arbeiten ein Punktabzug vorgenommen wird:

Die Uni Kassel sagt, geschlechtergerechte Sprache sei kein Streitthema in ihrem Haus. Ein Professor dagegen meint, das Thema sei ein „Wespennest“. Weil Studenten, die das generische Maskulin verwenden, Punkte abgezogen werden können, droht nun Ärger.
An der Universität Kassel ist Streit um geschlechtergerechte Sprache ausgebrochen – ein Student berichtet, er sei schlechter benotet worden, weil er in einer Arbeit ausschließlich das generische Maskulin verwendet habe. Das berichtet die „Hessische Niedersächsische Allgemeine“.

Lukas Honemann habe das Gefühl, dass „die Leute auf eine Linie eingeschossen werden“, sagte der 20-jährige Lehramtsstudent, der zudem Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Kreistag des Landkreises Kassel ist, der Zeitung. In Gesellschaftswissenschaften sei gegenderte Sprache verpflichtend. Die Entscheidung, ob man in seinen Arbeiten gendere oder nicht, müsse aber freiwillig bleiben: „Politische Akte dürfen nicht benotet werden.“ Teils zögen Dozenten aber sogar dann Punkte ab, wenn in Fußnoten darauf hingewiesen werde, dass zwar das generische Maskulin verwendet wird, damit aber alle Geschlechter gemeint seien.

Auf der Webseite der Universität findet sich dazu Folgendes: Es gebe zwar „keine hochschulweit geltende, einheitliche Regelung zur Verwendung von geschlechtergerechter Sprache“ – gleichwohl stehe es „Lehrenden grundsätzlich frei, die Verwendung geschlechtergerechter Sprache als ein Kriterium bei der Bewertung von Prüfungsleistungen heranzuziehen“

Ich halte das für vollkommen falsch. Jedenfalls abseits von Fächern wie Gender Studies, wo man es vielleicht noch als Studieninhalt verkaufen kann. Aber in jedem anderen Fach kann einem die Sprache in dieser Form nicht vorgeschrieben werden, es gelten die allgemeinen Regeln. 

 

Es solle dabei jedoch auf „Verhältnismäßigkeit“ geachtet werden. Zudem solle „frühzeitig“ und „transparent“ kommuniziert werden, dass geschlechtergerechte Sprache als Kriterium herangezogen werde. Außerdem wird angeregt, Infomaterial zur Verfügung zu stellen, „damit sich Studierende, die mit dem Thema noch nicht vertraut sind, einlesen können“.

Wenn man bedenkt, dass es dort so viele verschiedene Richtungen gibt, wie man es machen könnte, dann wäre in der Tat ein Sprachleitfaden das Mindeste, wenn man so einen Blödsinn überhaupt zulassen möchte. Frühzeitig wäre schon deswegen gut, damit man dagegen klagen kann. Denn sonst droht ein erheblicher Nachteil für das eigene Studium.

Die Zeitung, laut der manche Uni-Mitarbeiter nur noch Interviews gäben, wenn ihre Aussagen gegendert würden, zitiert Sylke Ernst, Leiterin der Stabsstelle Gleichberechtigung, mit dem Satz, „Lehrende“ könnten „zum Beispiel in Hausarbeiten Punkte abziehen und so eine schlechtere Note geben, wenn die Geschlechtsbezeichnungen nicht korrekt sind“. Bislang habe sie dazu keine Beschwerden erhalten – „dieses Vorgehen wird an der Universität auch nicht als Problem thematisiert“.

Schade, dass sie da nicht mal ein paar Beispiele nennen. Wenn es klare sprachliche Fehler sind würde ich einen Abzug ähnlich wie bei vielen Rechtschreibfehlern ja noch verstehen. 

Aber es wird ja irgendwann ein machtversessener Seminarleiter einen Sachverhalt bilden, bei der ein Enby, ein Mensch mit wechselnden Pronomen und Lann Hornscheidt  zu behandeln sind und dann radikalen Punktabzug geben und spätestens dann wird es auch mal eine Gerichtsverhandlung dazu geben.

Das sehen manche von der Zeitung Befragte anders. Frauke Kruckemeyer, Professorin für Landschaftsökologie und nachhaltige Raumentwicklung, sagte demnach, es sei „bedenklich, über eine von außen organisierte formale Maßnahme einen Sprachgebrauch zu reglementieren und darüber zu bestrafen“. Ein Professor, der nicht namentlich genannt werden wolle, sagte, das Thema Gendern sei „ein Wespennest“. Der Staatsrechtsprofessor Christoph Gröpl aus Saarbrücken mahnte sogar, das Vorgehen der Uni sei womöglich „rechtlich unvertretbar.“

Das dürfte der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache freuen – Walter Krämer sagte der Zeitung, er hoffe darauf, dass ein Betroffener „den Mut“ aufbringe zu klagen. „Dann finanzieren wir einen Prozess bis zum Bundesverfassungsgericht.“

Das wäre ein gute Sache. 
Aus meiner Sicht haben sie gute Chancen. Aber es muss sich eben erst einmal einer finden, der das Risiko eingeht. Bei einer Arbeit lässt sich ja vielleicht noch etwas finden, bei dem man den Schein nicht wirklich braucht. Aber natürlich legt man sich damit auch schnell mit einem System an und die Benotung von Arbeiten ist ohnehin nur sehr eingeschränkt überprüfbar. Zwar kann man einen Fehler wie einen Abzug für nicht richtig gendern herausgreifen und korrigieren. Aber eben nur, wenn er nach außen kommuniziert wird. Wenn einfach die Arbeit einen Grad schlechter bewertet wird ohne auch die Genderung abzustellen ist dies weitaus schwieriger anzugreifen. 

43 Gedanken zu “Gendergerechte Sprache in universitären Arbeiten

  1. Ein Frauenbeauftragte zur Akzeptanz des Gendern zu befragen, ist genauso sinnvoll wie einen GEZ-Mitarbeiter zur Akzeptanz einer Zwangsgebührenerhöhungen zu befragen.
    Man kann leider gleich davon ausgehen das sie ihre Realität nicht mit der Realität der anderen abgleichen oder direkt lügen.
    Vielleicht ist sie hier ja eine Ausnahme und die meisten anderen Frauenbeauftragte sind nicht so ideologisch verbohrt, nur scheinen es die normalen jedem Interview aus den Weg zu gehen zu können.

    • Es ist ja nicht so, als würden die konservativen Parteien da nicht mitmachen. Wir sind eine Gesellschaft ohne Sorgen, selbst Corona ist lächerlich im Vergleich zu einer echten Krise, daher machen sie immer weiter. Solange man die Generisten nicht mit echter Gewalt beseitigt, solange machen sie weiter. Game of Thrones hat schön gezeigt wie man mit Fanatikern umgehen muss. Da dies aber hierzulande nicht absehbar ist, werden wir diese Typen wohl weiterhin ertragen müssen.
      Wird eh uninteressanter, da der Anteil an männlichen Studenten rasant abnimmt.

    • So langsam nähert sich der Zeitpunkt, an dem man als Bürger das Recht auf Widerstand in Anspruch nehmen kann: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung [FDGO] zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“ Grosse Teile unserer staatlichen Organe haben den demokratischen und verfassungsgemässen Weg schon lange verlassen und sich selbst illegitimiert. Es wäre also irgendwann an der Zeit, dass der Bürger sich seine Rechte wieder zurückholt. In diesem Rahmen wäre auch der Einsatz von – so mild als möglicher – Gewalt gerechtfertigt. Es stellt sich nur die Frage, wann der richtige Zeitpunkt erreicht ist, dass er irgendwann eintritt, steht für mich eigentlich ausser Frage.

  2. Danisch hatte dazu schon was und seiner Meinung nach ist die Praxis illegal (er führt das länger aus, Recht ist ja sein Steckenpferd), aber damit, Rechtskonformität durchzusetzen, ist er ja bei seiner eigenen Doktorarbeit an der lesbischen Genderpriester-Nulpe im Verfassungsgericht, Susanne Baer, gescheitert (und wie sich mittlerweile rausgestellt hat, höchstwahrscheinlich am Kryptoverbot der Amis und den kriminellen Machenschaften der Geheimdienst-Staatsmafia):
    https://www.danisch.de/blog/2021/03/29/der-kriminelle-verfassungsfeindliche-feminismus-an-der-universitaet-zu-kassel/

    • Na ja, wenn man Danischs Doktorarbeit liest, stellt man schnell fest, dass die wirklich nicht substanzvoll ist, viel Blabla enthält und keinen wissenschaftlichen Wert hat. Er mag ja recht haben, was die Unfähigkeit vieler Richter, Wissenschaftler und Politiker angeht, aber seine Doktorarbeit ist vollkommen zu Recht abgeschmettert worden und er kann sich da ständig aufregen, wie gefährlich man ihn angeblich wegen seiner Kryptografiekenntnisse einschätzte, aber von diesen Kenntnissen merkt man in der Doktorarbeit ja überhaupt nichts, weil sie nur Geschwurbel ist. Ich habe Informatik studiert, bin aber kein Kryptografieexperte, und ich konnte aus der Doktorarbeit keinerlei Kenntnisgewinn schöpfen, weil die fachlich so unheimlich dünn ist, dass man die nicht mal als Diplomarbeit durchgehen lassen könnte. Das Gutachten, das die Doktorarbeit in der Luft zerreißt, ist mMn vollkommen korrekt.

      • Ich bin kein Informatiker.
        Aber wenn ein Informatiker, der kein Kryptographieexperte ist, eine Doktorarbeit im Bereich der Kryptographie aus einer Zeit mit einem Wissensstand von vor fast 30 Jahren so plump in einem Kommentar abschmettert, finde ich das durchaus komisch.

        Ich kann das Urteil mit meinen Kenntnissen nicht abschließend bewerten, finde aber schon, dass diese Aussage sehr einfach wirkt.
        Vor allem, wenn man auch die von Danisch mehrfach beschriebene Chronologie der Ereignisse betrachtet.

      • Danke für die Einschätzung, Klopfer.

        Das erklärt zumindest ein bißchen, warum Danisch immer derartig plump und narzißtisch gekränkt auf den Geisteswissenschaften herumhackt. Natürlich ist vieles dort Stuß, aber eben längst nicht alles. Und Danisch betreibt zumeist eine undifferenzierte Fundamentalkritik und insinuiert, daß man die Geisteswissenschaften abschaffen könne.

        Na ja. Danisch ihm sein Blog ist schon recht interessant. Aber ihm täte mal gut, etwas aus dem Prollmodus herauszukommen. 🙂

  3. Unsere Gesellschaft erschafft sich immer mehr Pseudoprobleme.

    Anatol Stefanowitsch fordert übrigens immer wieder auf Twitter zynisch, daß man ihm doch mal einen Fall vorlegen solle, wo ein Student tatsächlich für korrektes Deutsch Gender-Abstinenz Punktabzug bekommen habe.

    Das ist die Geisteshaltung der Gender-Freaks. Die haben null Gespür für den Totalitarismus des Gender-Gedönses.

    Denen ist das völlig egal. Die sind völlig skrupellos. Mal abgesehen davon, daß sie nicht das Geringste von unserer schönen deutschen Sprache verstehen.

    Da bin ich immer wieder schockiert, zumal ich selbst weder Belletristik lese noch irgendein Lingufach studiert habe, aber den sicheren Eindruck habe, daß ich zehnmal mehr von der Thematik verstehe als diese Gender-Freaks.

    Wäre ich Student, würde ich unter eine Hausarbeit schreiben:

    „Werte Damen und Herren, ich verzichte auf die unfaßbare Vollidiotensprache, die gemeinhin als ‚geschlechtergerecht“ bezeichnet wird, da die damit verbundenen Postulate und Begründungszusammenhänge eine Beleidigung für jeden denkenden Menschen sind.

    Und ich schreibe in der bewährten Rechtschreibung, die noch nicht von Bürokraten und Dilettanten deformiert wurde.“

    🙂

    • Wenn sich jemand meldet, und das so dort einreicht beteilige ich mich an den Prozesskosten. Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass die Gegenseite einen Prozess verhindern wird – man käme wahrscheinlich damit durch.

      Wobei, dieser Weg ist der Falsche: man müsste der Uni die Rechtslage nach Danisch (falls das so stimmt) hochoffziell um die Ohren hauen, die entsprechenden Dozenten unterrichten und bei Uneinsichtigkeit die Mittel kürzen.

  4. Solange sich die Genderei nur auf Personen(gruppen) bezieht, dürfte das in MINT-Fächern nur ein marginales Problem sein, das man größtenteils umgehen kann.

    Wie ist das bei Stecker:innen?

    (Ich bin ja der Ansicht, dass man Gender*innendeutsch, wo immer es geht, lächerlich machen sollte.)

  5. Ich plädiere dafür, den Ausdruck „gendergerecht“ zu vermeiden, weil er das Framing der Gendersprech-Befürworter unterstützt: Das Vermeiden des Gendersprechs sei „ungerecht“, macht Frauen unsichtbar usw.
    Passender ist „geschlechterhervorhebende“ oder „geschlechterbetonende“ Sprache. Hier wird die schriftlich fixierte Fetischisierung der Geschlechterfrage bei allen Themen deutlicher.

    • „Sexistensprech“ trifft es mE. Es ist ja der reine Sexismus und dass es dagegen gerichtet sei, ist ganz offensichtlich maximal verdreherisch gelogen (wie immer bei diesen Extremisten, das ist deren Art Propaganda zu machen)

    • Genderfaschistische Sprache oder gendertotalitäre Sprache sind die Begriffe, die ich benutze.
      Ich halte es für grundfalsch denen auf inhaltlicher Ebene zu begegnen. Die konkreten Inhalte sind denen selbst vollkommen egal. Der gesamte Sinn & Zweck der Übung ist es, Dir etwas von ganz oben herab zu befehlen und Dich zum Gehorsam zu bringen – willst ja schließlich einer von den femischistischen „gerechten“ Bessermenschinnen sein… es geht einzig und allein um die totalitäre Ausübung von Macht.

  6. Interessant ist in diesem Fall auch, wer hier was sagt: „Lukas Honemann habe das Gefühl, dass „die Leute auf eine Linie eingeschossen werden“, sagte der 20-jährige Lehramtsstudent,“ – angehende Lehrer und Lehrerinnen werden dies in die Schule tragen und dort umsetzen. Lehrer idelogisch beeinflussen um damit an die Schüler heranzukommen, das ist einfach perfide. Hier wird eine Sprachdiktatur in die Schule getragen. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass im Fach Deutsch für Lehramt Gender gelehrt wird (außer man nimmt Bezug auf den Duden), aber gerade in Pädagogik, Soziologie, Wirtschaft oder anderen „weiche“ Fächern kann ich mir da einen gewissen Zwang vorstellen.

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es in den Schule starke feministische Bestrebungen von einzelnen Lehrerinnen aus gibt. Aktuelle Schulbücher sind diesbezüglich wesentlich diverser gestalltet als die bisherigen, wobei nicht umbedingt sprachlich gegendert wird. Dies ist eher bei Texten und Arbeitsblättern von NGOs zu finden, z.B. wenn man auf Material von ATAC oder der Bundeszentrale für politische Bildung zurückgreift.

    Ich muss hierbei immer an einen Basistext von T. Adorno denken: „Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung“ – für mich bedeutet dies, dass es strikt zu hinterfragen gilt unter welchem idelogischen Geist die Kinder erzogen werden. Der einschränkende und diktatorische Genderfaschismus gehört für mich nicht in die Schule, nicht an Unversitäten und gehört auch im Alltag nicht angewandt.
    Im Studium habe ich mich gerne mit diesem Text auseinandergesetzt. Es hat auch gedauert, bis ich ihn richtig verstand. Heute verstehe ich, warum 1933 möglich war. Geholfen hat mir dabei das Erstarken der feministischen und genderideologischen Übergriffe auf die Gesellschaft, ausgehend von Medien und Politik und NGOs und dass daran keine Kritik zulässig ist. Die Geschichte wiederholt sich, zumindest ideologisch. Und nein, der Mann ist (noch?) nicht der neue Jude, aber der Feminismus/Genderismus ist der neue Faschismus.

    • Die Gefahr sehe ich auch. Allerdings macht mir das Schicksal der DDR Hoffnung: Trotz jahrelanger Indoktrination schon ber Kindern konnte sich das System nicht halten. Die Funktion des damals als permanentes Korrektiv wirkenden Westfernsehens erfüllt heute bei uns das Internet – solange es noch nicht weiter eingeschränkt wird.

    • „Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass im Fach Deutsch für Lehramt Gender gelehrt wird“
      An der Humboldt-Uni waren (ich weiß nicht, ob es immer noch so ist) einige Germanistik-Professorinnen und -Dozentinnen gleichzeitig Lehrstuhlinhaber und Dozentinnen am Institut für Gender Studies. Da gab es auch Vorlesungen und Seminare, die sowohl für Deutschstudenten als auch für GS-Studenten ausgelegt waren und denen man aufgrund der Modul-Anforderungen des Bachelorstudiums kaum vollständig entrinnen konnte. Vermutlich die nutzlosesten Lehrveranstaltungen, die ich je besucht habe.

  7. Das Gendern ist für viele geistig eher unterbelichtete Gestalten eine wunderbare Möglichkeit, von ihren intellektuellen Mängeln durch Wohlverhalten abzulenken und sich so Vorteile zu erschleichen. Die gesellschaftlich breit angelegte – und erwünschte – Verdummung wird vorangetrieben. Gendern kann nämlich jeder Idiot.

    • Es ist die konsequente Fortführung der Methode im Unterricht den Lehrer zu wiederholen und auswendig Gelerntes in Klausuren wieder zu geben. Kommt mir bekannt vor…

  8. Eigentlich wird mit dem Vorgehen konsequent weitergeführt, was bisher gängige Praxis ist: Dass es nämlich wichtiger ist sich konform zu verhalten, als über Talent zu verfügen und zu kultivieren. Mit den sichtbaren Folgen für das Funktionieren unserer Gesellschaft.

  9. Der Westen degeneriert: „Am Brauer College, einer Sekundarschule im australischen Bundesstaat Victoria, waren indessen sämtliche männliche Schüler Ausgestoßene der Woche. Laut eines Berichts der Plattform 9News mussten sich alle Schüler in der Aula versammeln, um einen Film über Respekt für Frauen anzuschauen. Anschließend wurden alle männlichen Schüler aufgefordert aufzustehen, um sich symbolisch für die unangemessenen und verletzenden Verhaltensweisen ihres Geschlechts gegenüber Mädchen und Frauen zu entschuldigen. Es kam zu einem Aufschrei von Schülern und Eltern, und die Schulleiterin Jane Boyle musste sich für diesen seltsamen pädagogischen Ansatz entschuldigen.“ Quelle: achgut.com

    • Es fehlt in der Breite der Gesellschaft die Einsicht, dass Kollektivismus an sich abzulehnen und zu verdammen ist. Das Verhalten eines Menschen färbt nicht auf andere ab, die zufällig mit diesem irgendwelche Merkmale wie Geschlecht oder Herkunft teilen. Kollektivismus wird auch nicht richtig, wenn es mal vermeintlich die Richtigen trifft.

      • Kollektivismus wird ja durchaus (von genau den selben Leuten!) mit Vehemenz abgelehnt, wenn es ideologisch passt. Männer als generelle Gefahr hinzustellen, weil Bruchteile von Promille von ihnen Fehlverhalten zeigen, ist vollkommen OK, ja geradezu Pflichtübung . Mathematisch genauso „korrekt“ Mütter als generelle Gefahr für ihre Kinder hinzustellen ist hingegen eine sichere Methode verhöhnt und beschimpft zu werden. Vollkommen faktenbasiert Menschen bestimmter Herkunft im Durchschnitt krimineller als Einheimische zu nennen: Wird einfach weggeleugnet und Du bist der Nazi, anstatt das man sich sinnvollerweise bemüht das zu erforschen und Abhilfe zu schaffen.

        Es sind halt klassische Doppelstandards, und die braucht man auch wenn man sich z.B. für einen progressiven Feministen halten, gleichzeitig aber z.B. völlig unkritisch vor einer eisenzeitlichen, rechtsradikalen Ideologie wie dem Islam buckeln können möchte bzw. muss.

  10. Wenn einfach die Arbeit einen Grad schlechter bewertet wird ohne auch die Genderung abzustellen ist dies weitaus schwieriger anzugreifen.

    Da sehe ich genau das zentrale Problem. Wenn einer keine sexualisierte Sprache (im Folgenden SS) benutzt, dann riskiert er eine unterschwellige Ablehnung des Professors oder Dozenten, die sich in seiner Note niederschlägt.

    Jenseits von Eindeutigem wie mathematischen Ableitungen kann immer Sympathie in die Bewertung einfließen. Und wieso sollte ein Student ein schlechteres Ergebnis riskieren, nur um seinen persönlichen Stolz auszuleben? So durchsetzt die SS langsam das ganze universitäre System.

    Eigentlich könnte die SS nur gerichtlich gestoppt werden. Und wenn dann viele wieder die richtige Sprache benutzen, erledigt sich der Spuk vielleicht irgendwann. Aber sie sollten mit einem entsprechenden Grundsatzurteil wedeln können.

  11. (Ich bin ja der Ansicht, dass man Gender*innendeutsch, wo immer es geht, lächerlich machen sollte.)

    Sehe ich auch so. Entweder verarschen durch Planübererfüllung. 🙂 Oder eben konsequent das normale Deutsch anwenden. Auch indem man „weggendert“, wenn man Texte mit künstlichen Gerundien oder Doppelnennungen vorliest oder sich darauf bezieht.

    Für mich ist es ja immer wieder das größte Rätsel des Universums, daß diese Gender-Freaks nicht in der Lage sind, normalen Menschen und vor allem auch Frauen beim Sprechen zuzuhören – und die daraus nötigen Schlüsse zu ziehen.

    Ich war ja schon immer kritisch. Aber wenn man sieht, was dieses Gender-Linguistenpack an der Uni alles für einen unwissenschaftlichen Unsinn vertritt, verliert man auch den letzten Respekt vor der Institution Universität und vor der Wissenschaft.

  12. Außerdem wird angeregt, Infomaterial zur Verfügung zu stellen, „damit sich Studierende, die mit dem Thema noch nicht vertraut sind, einlesen können“.

    Haha wie nett. Letztendlich steht da ja: „Viele Studenten gendern nicht, weil sie schlecht informiert sind. Wenn die Studenten erst mal gut genug informiert sind, werden sie einsehen, dass Gendern richtig ist.“ Und wenn das nicht hilft? Vielleicht wird ja dann ein Gulag eingerichtet. In den USA ist man ja auch schon weiter.

  13. Mich würde mal interessieren, wie dort in Seminaren gesprochen wird. Gelten da auch diese Regeln, wird das auch bewertet und halten sich die Profs selbst daran?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.