Selbermach Mittwoch 316 (21.04.2021)

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Pinky Gloves hört auf wegen Drohungen und Angriffen gegen die Gründer und auch gegen Familienangehörige

Ich hatte hier bereits über „Pinky Gloves“ berichtet

Jetzt haben die Gründer mitgeteilt, dass sie aufhören, der Gegenwind war zu stark und wurde auch persönlich:

Der Text:

Wir hatten zu keinem Zeitpunkt vor, jemanden zu diskreditieren oder einen natürlichen Prozess zu tabuisieren. Die Entwicklung unseres Produkts und die Kommunikation dazu war nicht durchdacht. Menschen machen Fehler – Und mit Fehlern muss man umgehen, man muss daraus lernen und man sollte auch die Chance bekommen, an Fehlern zu arbeiten.

Gemeinsam mit Ralf haben wir uns dazu entschieden, dass die Pinky Gloves vom Markt genommen werden und haben hierfür entsprechend alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet. Wir stellen sämtliche Einkaufs- und Vertriebsaktivitäten ein.

Wir entschuldigen uns bei allen, deren Gefühle und Emotionen verletzt wurden. Wir können nachvollziehen, dass sehr viele darüber verärgert sind. Wir begrüßen nach wie vor, dass eine wichtige Debatte angestoßen wurde, wo die sachliche und konstruktive Debattenkultur hoffentlich wieder die Oberhand gewinnt.

Was uns nachhaltig sehr trifft, ist die Tatsache, dass wir einer heftigen Welle an Hass, Mobbing und Gewaltandrohungen, bis hin zu Morddrohungen, ausgesetzt sind. Wir werden auf offener Straße attackiert und beschimpft. Wir haben uns die Kritik zu Herzen genommen und sie verstanden. Wir halten das nicht mehr aus und sind mit unseren Kräften am Ende. Bitte hört damit auf, uns, unsere Familien und Unterstützer:innen anzugreifen und zu bedrohen.

Eugen & Andre

 

Das ist schon harter Tobak. Und wenn es so stark ins persönliche geht sicherlich die Frage, ob man sich das antun möchte. 

Aber es zeigt auch eine deutliche Militanz der Szene, und das aus einem vollkommen nichtigen Anlass. 

Klar kann man sagen, dass sie einfach noch etwas durchhalten hätten sollen. Aber wenn es Angriffe auf offener Straße gibt und Familienmitglieder angegriffen werden ist das sicherlich einfacher gesagt als getan.

Auf der Basis würde es wahrscheinlich auch kein Laden einfach so ins Programm nehmen, er will ja auch nicht zur Zielscheibe der örtlichen SJWs werden, die dann im Laden randalieren. 

Man muss dabei sicherlich auch bedenken, dass sie noch ein sehr kleiner Laden sind, das macht es wesentlich schwieriger als wenn man wie etwa Truefruits immerhin schon eine gewisse Große erreicht hat. 

Für eine tolle Übersicht zu dem Thema Pinky Gloves und die „kritischen Stimmen“ bitte einmal bei Arne vorbei schauen. 

Weil er da schon gut gesammelt hat konzentriere ich mich mal auf ein paar Reaktion unter dem Post bei Instragram von Pinkygloves:

Konstruktive Kritik ist gut. Gewalt- bis Morddrohungen sind FERNAB von Gut und böse! Geht’s noch? Alles Gute euch trotzdem! Fand das Produkt blödsinnig, aber DAS habt ihr im Leben nicht verdient!

 

und

Verifiziert

Ich fand zwar das Produkt absolut sinnfrei, aber möchte gleichzeitig betonen, dass mich diese Debatte hier um euer Produkt nochmal zum Nachdenken anregt, wie wir in Zukunft miteinander umgehen sollten. Aus konstruktiver Kritik wird inzwischen viel zu schnell Empörung und aus Empörung wird Hass. Und da muss auch ich mir an die Nase fassen, wie man auch in Zukunft damit verantwortungsbewusst umgeht. Ich finde euren Schritt stark und wünsche euch, dass die Leute euch in Ruhe lassen und verstehen, wie Fehlerkultur funktionieren sollte in diesem Fall. Ihr habt euch entschuldigt, Konsequenzen gezogen und jetzt sollte das Kapitel damit beendet sein. 💯

und

Danke das ihr eure Fehler einseht und das Produkt vom Markt nimmt. Das ihr so eine Hasswelle abbekommt habt tut mir sehr leid.

und

Okay das Produkt war weder gut durchdacht noch angebracht. Die dadurch abgestoßene Debatte ist gut und der Schritt von euch, das Produkt vom Markt zu nehmen der Einzug richtige Schritt. Das finde ich gut. Der shitstorm ist jedoch einfach ne Nummer zu viel. Ich wünsche euch viel Kraft dabei das hinter euch zu lassen.

und

Ich bin zwar Feministin, aber das was an Hass auf euch zugerollt kam ist asozial! Konstruktive Kritik ja, aber wie sollen wir ein grundlegendes Problem angehen, wenn Hass mit Feminismus verbunden wird? Ein Rückschritt für euch und für den Feminismus meines Erachtens. Alles Gute auf euren weiteren Wegen! #stopthehate

 

Immerhin: Es wird erkannt, dass da zuviel Druck aufgebaut worden ist. Aber dennoch immer wieder: Gut das ihr das Produkt vom Markt nehmt. Erstaunlich wie wenig man bereit ist ein Produkt, welches man einfach nur nicht kaufen muss und das keinen Erfolg haben wird, wenn Frauen es ablehnen, so ablehnen kann. 

Erstaunlich auch, dass sie das anscheinend als eine Art freiwilligen Schritt sehen, der aufgrund einer bestimmten Erkenntnis eintritt, wenn doch eigentlich recht klar ist, dass sie sich hier einem ganz erheblichen Druck beugen und einfach nur einen PR-Text veröffentlich haben, damit der Hass aufhört.

Der letzte Kommentar weicht etwas ab, weil er immerhin erkennt, dass hier Grenzen überschritten worden sind das dies mit dem Feminismus in Verbindung steht und diese Art der „Cancel Culture“ auch für den Feminismus gefährlich werden kann. 

 

Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin der Grünen

Die Grünen haben wie zu erwarten war bei der Wahl zwischen einem Mann und einer Frau die Frau als Kanzlerkandidatin auserkoren (bzw Habeck und Baerbock haben das untereinander entschieden). Aus meiner Sicht war das kaum anders möglich, die Grünen hätten stark an Glaubwürdigkeit verloren, wenn sie einem Mann den Vortritt gelassen hätten.  

Habeck muss bewußt gewesen sein, dass ihm hier ein echter Machtkampf viel zu stark beschädigen würde, interessant ist insofern allenfalls, inwieweit er dafür einen Posten rausgehandelt hat.

Wenn ich es richtig verstehe, dann müsste Baerbock sowieso den Parteivorsitz aufgegeben, wenn sie Kanzlerin wird, weil Posten und Ämter zu trennen sind.

Interessant ist insoweit, dass Baerbock dem „Realoflügel“ zugehört, dieser hätte also dann wie auch bei der letzten Regierungsbeteiligung die „Macht“ hatte.

Zu ihrem Lebenslauf:

Sie ist 1980 geboren, wäre damit theoretisch die Jüngste Bundeskanzlerin mit dann 41 Jahren. (Merkel ist mit 50 Kanzlerin geworden, Kohl mit 52)

Regierungsverantwortung hatte sie bisher noch nicht (typisches Gegenargument: Die hatte Obama auch nicht).  Sie ist seit 2013 im Bundestag.

Ihre Positionen laut Wikipedia:

Energie-, Klima und Umweltpolitik

Baerbock forderte einen Kohleausstieg bis 2030, ein Tempolimit von 130 Kilometer pro Stunde, und „spätestens ab 2030“ nur noch die Neuzulassung neuer emissionsfreier Autos. Die „Agrarsubventionen sollen sich am Gemeinwohl orientieren, nicht mehr an der Fläche. Bäuerinnen und Bauern sollten mit Klimaschutz Geld verdienen können“, außerdem sollen Tierbestände und Fleischproduktion „sehr deutlich reduziert werden“.[37] Für sie sei „Klimapolitik kein Gegensatz zur Wirtschaft“, und es gehe darum, den „Industriestandort Deutschland ins 21. Jahrhundert zu führen – im Lichte des Pariser Klimaabkommens“. Sie ist für die Produktion von klimaneutralem, also ohne Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2) produziertem europäischem Stahl und hält Klimazölle für denkbar. Innerdeutsche Flüge sollen durch eine Verbesserung des Bahnnetzes „bis 2035 überflüssig werden“. Weiterhin gelte für die Grünen der „Grundsatz der Technologieoffenheit“.[38]

Europäische Flüchtlingspolitik

Anlässlich des gleichzeitig stattfindenden Weltflüchtlingstags und des EU-Gipfels forderte Baerbock am 20. Juni 2019, dass die Staats- und Regierungschefs „endlich ein großzügiges Kontingent für die legale Flucht nach Europa beschließen“ sowie eine gemeinschaftliche Verteilung von Geflüchteten und ein Sofortprogramm zum Aufbau einer europäischen Seenotrettungsmission beschließen sollten.[39]

Nach einem Großbrand im griechischen Flüchtlingslager Moria im Jahr 2020 forderte Baerbock, dass Deutschland 5000 schutzbedürftige Menschen aufnehmen solle, und die griechischen Lager evakuiert und die Menschen in Sicherheit gebracht werden sollen, und äußerte „Deutschland muss handeln – nicht erst seit heute, sondern schon seit Jahren“. Außerdem schlug sie vor, Erstaufnahmeeinrichtungen an den EU-Außengrenzen aufzubauen, an denen Flüchtlinge „schnell registriert, einer Sicherheitsprüfung und einem Datenabgleich unterzogen“ werden können, um sie schnellstmöglich in der EU verteilen und dann Asylverfahren einleiten zu können.[40][41][42]

Außenpolitik

Baerbock fordert „ein stärkeres gemeinsames europäisches Engagement in der Verteidigungspolitik“. „Europa kreist seit Jahren um sich selbst, die Trump-Administration hat der Welt den Rücken gekehrt. Die Lücke, die entstanden ist, füllen autoritäre Staaten“, sagte sie. Wenn der Westen also Staaten wie China, Russland oder der Türkei nicht das Feld überlassen wolle, müsse Europa seine „Friedensrolle“ in der Welt wieder ernster nehmen.[43] Weiterhin fordert Baerbock den Abzug aller US-Atomwaffen aus Europa.[44]

Im Januar 2021 kritisierte Baerbock die landeseigene Umweltstiftung von Mecklenburg-Vorpommern, die auch den Weiterbau der Ostseepipeline Nord Stream 2 gegen Eingriffe der USA abschirmen soll. In der FAZ äußerte sie:

„Dass mit russischen Geldern eine Stiftung unter dem Deckmantel des Klimaschutzes finanziert wird, die einzig und allein zur Fertigstellung der Pipeline dient, ist einfach ungeheuerlich. Nicht nur klimapolitisch, sondern vor allem geostrategisch.“[45]

Wirtschaftspolitik

Der „Industriestandort Deutschland“ solle gehalten werden, aber Wachstum müsse „im Sinne einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft, innerhalb der planetaren Grenzen“ erfolgen, und Wohlstand solle in einem „umfassenderen“, auch das Ökologische mit einbeziehenden Sinne definiert werden. Klimaschutzziele sollen mit der Wirtschaftspolitik „verzahnt werden“, und u. a. Gründungsförderung, Digitalisierung, schnellerer Ausbau der Infrastruktur und Netze befördert werden.[46]

Eine Schuldenbremse hält Baerbock für gerechtfertigt. Gegenüber dem Deutschlandfunk sagte sie 2020: „Natürlich brauchen wir eine Verankerung auch grundgesetzlich dafür, dass wir nicht Schulden ins Endlose machen können.“ Sie warf konservativen Parteien und der SPD auf kommunaler Ebene vor, das „Geld zum Fenster herausgeschmissen [zu] haben“, etwa für Wohnungsbau. Allerdings müsse die derzeit existierende Schuldenbremse „erweitert“ werden, um Investitionen in „Daseinsvorsorge, Krankenhausfinanzierung, Schulfinanzierung, auch die ganzen Infrastrukturprojekte im Klimabereich“ zu ermöglichen.[47]

Sie hat laut Wikipedia 2 Töchter (* 2011, * 2015).

In einem Gastbeitrag im Tagesspiegel zusammen mit Gesine Agena plädierte sie für einen „feministischen Aufbruch“:

Wir beide haben Töchter. Wir sehen, wie sie krabbeln, laufen, sprechen lernen, wie sie die Welt entdecken und diese in Frage stellen: Warum scheint tagsüber die Sonne und nachts der Mond? Warum ist jenes so und anderes so – und muss das so sein? Und wir selbst fragen uns auch: Warum ist das so? Und muss das so?

Vor 100 Jahren wurde das Frauenwahlrecht eingeführt. Artikel 3 des Grundgesetzes verkündet feierlich: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Ja, Frauen haben die gleichen Rechte wie Männer. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Eigentlich. Aber die  Realität sieht anders aus: In Deutschland sind Macht, Geld und Zeit unterschiedlich zwischen den Geschlechtern verteilt. Frauen sind in Kultur, Medien, Politik unterrepräsentiert. Patriarchale Prägungen wirken tief in das Denken und Handeln von Männern und Frauen hinein. Und sie werden täglich reproduziert.

Also eine ganz klassische feministische Perspektive. Die Frauen, gefangen in der Geschlechterrolle, während die Männer die Macht haben.

Und mehr: Um uns herum sehen wir einen Rollback, der doppelt zum Problem wird: In jenen Ländern, in denen Frauenrechte zurückgestutzt  werden – wie in Russland, in Polen, in den USA  – werden die Regierungen autoritärer. Frauenrechte sind ein Seismograph für den Zustand der liberalen Demokratie.

Wenn wir diese Entwicklung sehen, macht uns das wütend. Wenn wir lesen, wie Frauen von Netzwerken wie LOL in Frankreich auf Twitter diffamiert werden, wenn wir Tweets lesen, in denen Männer uns in der Anonymität des Netzes mit Vergewaltigung drohen, in denen wir verhöhnt werden, macht uns das wütend. Wir können nicht glauben, dass wir Frauen immer noch um all das kämpfen müssen, was für Männer selbstverständlich ist. Und gegen das, was Frauen seit Jahrhunderten wiederfährt: sexualisierte Gewalt.

Also auch hier eine eher binäre Einteilung  mit Frauen, die keine Rechte haben und Männern auf der anderen Seite, die privilegiert sind.

Wir wollen, dass unsere Töchter das nicht mehr hinnehmen müssen. Wir wollen, dass sie angstfrei leben können, in einer Welt ohne Sexismus und ohne Gewalt. Wir wollen, dass sie frei entscheiden, nicht in Klischees gepresst werden, dass sie jede Position erklimmen können, die sie wollen. Unsere Töchter sollen mit den gleichen Chancen aufwachsen wie die Söhne anderer. Deswegen muss das nächste Jahrzehnt ein feministisches werden. Deswegen formulieren wir einen feministischen Aufbruch 2030, einen Plan für die kommenden zehn Jahre.

Wer wäre nicht für gleiche Chancen? Wobei das dann eben auch für Männer gelten sollte.

Ja, zugegeben, davon ist nicht alles neu. Aber genau das ist das Problem. Das Wissen, wie es gehen kann, ist längst da. Aber wir müssen handeln. Jetzt. Damit wir in zehn Jahren sagen können:

2030: Die Hälfte der Macht gehört den Frauen

Die Hälfte der Macht bis 2030. Da muss sie dann ein ziemliches Tempo vorlegen.

Nach der letzten Bundestagswahl ist der Frauenanteil des Parlaments auf 30 Prozent gesunken. Dabei ist etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung weiblich! Spätestens jetzt ist es Zeit für ein Paritégesetz. Wir schlagen ein Modell vor, das von unserer Fraktion im Brandenburger Landtag eingebracht wurde: Es zielt auf eine gleichberechtigte Besetzung der Listen und der Wahlkreise, denn nur dann wird die Parität auch Realität. Dass das kompliziert ist, ist klar. Trotzdem: Der Bundestag sollte loslegen. Aber es geht nicht nur um die Parlamente. Es geht um die Macht in Wirtschaft, Medien, Kultur und Wissenschaft. 2030 soll der Frauenanteil endlich bei 50 Prozent liegen. Die Hälfte der Macht den Frauen!

Das wäre dann nicht Chancengleichheit, sondern Ergebnisgleichheit.

Schutz vor Gewalt für jede Frau

Jede vierte Frau wird einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt. Meistens finden die Angriffe im eigenen Zuhause statt. Und das ist kein neuer Befund, sondern jahrzehntealte bittere Realität. Damit finden wir uns nicht länger ab. ‚Nein heißt Nein‘ ist Gesetz und muss so auch durchgesetzt werden. Dafür brauchen wir vor allem mehr Prävention. Schon in Schulen und Universitäten muss über Gewalt und Geschlechterrollen aufgeklärt werden. Wir brauchen eine umfassend geschulte und für den Umgang mit Opfern sensibilisierte Polizei und Justiz. Außerdem fordern wir einen Rechtsanspruch für alle Frauen auf Schutz und Unterstützung und eine Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Frauenhäuser. Nie wieder soll hier Frau aus Kapazitätsgründen abgewiesen werden; ihr Schutz soll in einem Geldleistungsgesetz festgeschrieben werden.

Da hat sie öffentliches Recht studiert, aber anscheinend nicht erfasst, dass ein Rechtsanspruch für  nur ein Geschlecht so seine Tücken hat. Insofern könnte das einige Neuerungen auch für Männer geben.

Gewaltprävention betrifft aber auch das Internet: Um Frauen vor Hass und digitaler Gewalt in Form von Herabsetzung, Rufschädigung oder Erpressung zu schützen, fordern wir mehr Programme für digitale Bildung und Medienkompetenz. Wir benötigen mehr Beratungs- und Anlaufstellen für Opfer von Cybermobbing und Gewalt im Netz sowie gut geschultes Personal der Strafverfolgungsbehörden. Das Recht gilt auch im Netz.

Programme für digitale Bildung und Medienkompetenz? Was sollen die bringen? Und wer soll da unterrichtet werden?

Equal Pay und Equal Pension

Frauen verdienen immer noch etwa 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen und bekommen im Durchschnitt 60 Prozent weniger Rente als Männer.

Das alte Thema „Equal Pay“. Da scheint sie in der klassischen feministischen Version der Argumentation steckengeblieben zu sein ohne die Gegenargumente wahrzunehmen.

Das liegt vor allem daran, dass Frauen überwiegend in Jobs arbeiten, die schlechter bezahlt werden. Hier muss es dringend eine Wende geben. Wenn wir wollen, dass unsere Töchter nicht mit der gleichen Rentenlücke leben müssen wie die heutige Generation, müssen wir dringend etwas ändern: Soziale Berufe wie jene in der Pflege und Erziehung müssen anständig entlohnt werden. Bund, Länder und Kommunen können hier mit gutem Beispiel vorangehen und Beschäftigte in diesen Bereichen besser bezahlen.

Das wird interessant. Denn dann muss sie den Kommunen entweder Gelder zur Verfügung stellen, damit die das stemmen können, oder die Krankenkassenbeiträge müssen steigen, was bei der Bevölkerung wenig populär sein wird.

Außerdem muss das Ehegattensplitting für neu geschlossene Ehen abgeschafft und stattdessen eine Familienförderung in Form einer Kindergrundsicherung eingeführt werden.

Das Ehegattensplitting abzuschaffen wird interessant. Ich vermute, dass da auch viele Frauen dagegen sind, weil dann eben die Hausfrauenrolle oder die Halbtagstätigkeit schwerer zu finanzieren sein wird. Den meisten Frauen ist ja bewußt, dass das ein Privileg ist und nicht etwa eine Unterdrückung. Es hängt davon ab, ob das Familieneinkommen stimmt.

Die Kindergrundsicherung könnte zudem interessante Auswirkungen auf den Unterhalt haben, wenn es eine Art Erhöhung des Unterhalts ist.

Partnerschaftliche Aufteilung von Betreuung und Beruf

Eine gleichberechtigte Aufteilung von Erziehung und Beruf ist von vielen Paaren gewünscht, oft scheitert sie jedoch an schwierigen Rahmenbedingungen. Und dieses Scheitern geht zu Lasten der Frauen: Sie stecken in der Erwerbsarbeit zurück, sie leisten den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit.  Zwar nehmen auch immer mehr Männer Elternzeit. Oft bleibt es aber bei den zwei Monaten, die vorgeschrieben sind, um das volle Elterngeld ausschöpfen zu können. Wir wollen deshalb eine andere Arbeitszeitpolitik durchsetzen, mit der sich Eltern die Erziehung und den Beruf partnerschaftlicher aufteilen können und in der sie auch über das erste Lebensjahr hinaus Auszeiten aus dem Beruf für die Betreuung ihrer Kinder nehmen können. Und wir wollen die Kita-Betreuung quantitativ und qualitativ ausbauen, um die Familien zu unterstützen.

Kitas ausbauen finde ich super. Mal sehen wie sie die Arbeitszeiten ändern wollen. In vielen Bereichen ist eine Flexibilität schwierig, es muss eben ein Angestellter oder ein Verkäufer im Laden sein, um Kunden zu bedienen.

Reproduktive Gesundheitsversorgung für alle Frauen

Werdende Mütter müssen die Wahl haben, wie und wo sie ihr Kind entbinden wollen. Die Qualität der Versorgung vor, während und nach der Geburt muss gesichert sein. Es kann nicht sein, dass Hebammen wegen unzumutbarer Versicherungskosten, schlechter Bezahlung oder schlechter Arbeitsbedingungen ihren Beruf aufgeben müssen. Um den Hebammenberuf zu erhalten, braucht es eine Reform der Ausbildung hin zu einer Akademisierung des Berufs und bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen. Vor allem müssen sie besser bezahlt werden.

Eine Akademisierung des Hebammenberufs wird interessant. Es dürfte dann für viele Frauen, die bisher Hebammen geworden sind, eher uninteressant werden. Und bessere Bezahlung bedeutet erst einmal, dass die Krankenkassen mehr Geld haben müssen.

Zur sexuellen Selbstbestimmung gehört auch die freie Information zu Schwangerschaftsabbrüchen und eine gute Versorgung in allen Regionen mit Kliniken und Praxen, die diese anbieten. Ungewollt schwangere Frauen brauchen Unterstützung und Hilfe in Wohnortnähe und im Internet, keine Bevormundung und Strafe. Der Paragraph 219a ist und bleibt ein Überbleibsel aus einer rückständigen Zeit und muss endlich aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden. Dafür werden wir auch weiterhin kämpfen.

Da habe ich keine Probleme mit.

Frauen weltweit sind gleichberechtigt

Kriege werden in der Regel von Männern beschlossen und angeführt, auch an diplomatischen Verhandlungen und Friedensgesprächen in der internationalen Politik nehmen überwiegend  Männer teil. Dabei sind Frauen und Kinder sind die Leidtragenden in den Krisen- und Kriegsgebieten und als Zivilisten besonders betroffen von Gewalt, Vergewaltigung und Mord. Es ist dringend geboten, hier in den nächsten zehn Jahren umzudenken und Frauen zur Hälfte an der internationalen Politik teilhaben zu lassen.

Die Männer sind hingegen als Zwangsverpflichtete und nicht als Zivilisten die Leidtragenden.

Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit

Um all das zu erreichen, brauchen wir vor allem auch: Solidarität unter Frauen. Und hier müssen wir uns auch an die eigenen Nase fassen: Immer noch vorhandene patriarchale Strukturen bestimmen nicht nur das Denken und Handeln von Männern, sondern auch von Frauen. Wir selbst können uns davon manchmal nicht freimachen und steigen ein auf die Abwertungsmechanismen. Aber gerade jetzt ist die Zeit der Frauen. Wir wollen patriarchale Muster überwinden. Deswegen laden wir alle Frauen ein, als Teil eines feministischen Aufbruchs mit einer neuen Schwesterlichkeit für Gleichberechtigung und Feminismus zu kämpfen.

Mal sehen wie die Frauen reagieren.

Diesen Abschnitt fand ich noch interessant:

Baerbock hat entscheidenden Anteil daran, dass die Partei so geschmeidig daherkommt, trotz Doppelbelastung als Politikerin und Mutter. „Ich habe zwei kleine Kinder und ich will nicht aufhören Mutter zu sein, bloß, weil ich Spitzenpolitikerin bin. Und es wird Momente geben, da bin ich nicht da, weil es da wichtiger ist, dass ich bei meinen Kindern bin.“

Ob ein solcher Satz von einem Mann ähnlich durchgegangen wäre? Und ob es letztendlich möglich sein wird?

Kinder und Kanzleramt – lässt sich das vereinbaren? Die Regierungschefin in Neuseeland, Jacinda Ardern, macht es vor. Baerbock macht nicht den Eindruck, als würde sie daran zweifeln. Sie sieht es als Aufgabe von Politik an, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern – auch in der Spitzenpolitik. Eine junge Mutter im Kanzleramt kann außerdem die Familienpolitik und die damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Fragen vorantreiben – Role-Model sein.

Mal sehen, ob ihr das gelingt. Immerhin reagiert die Presse üblicherweise nicht sehr positiv, wenn zB wichtige politische Themen zu regeln sind und Politiker sich dann frei nehmen statt and der Lösung dieser zu arbeiten.

„Ich halte nichts davon, alles schön zu reden und zu sagen, das kriegt man alles easy hin, so einen Rund-um-die-Uhr-Job und kleine Kinder,“ erklärt Baerbock. „Und ich habe das Glück, dass mein Mann mir viel abnimmt.“ Ihre Tochter hat sie mal gefragt, ob eigentlich auch Frauen Elternzeit nehmen können.

Das immerhin könnte für Männerpolitik interessant sein.

Die weiblichen Geschlechtsorgane sind den männlichen Geschlechtsorganen deutlich überlegen (was Wickeln angeht)

Wenn man zuerst eine Tochter hat und danach einen Sohn bekommt, dann wir deutlich, dass die weiblichen Geschlechtsorgane den männlichen deutlich überlegen sind – einfach was die Einfachheit des Wickelns angeht.

Bisher war ich eher der Meinung, dass der Penis der Mercedes unter den Geschlechtsorganen ist, aber der Schlaucheffekt beim Wasserlassen auf der Wickelkommode belehrte mich schnell eines besseren.

Wo bei einem Mädchen alles sauber nach unten in die Wickelauflage sickert oder der Radius zumindest vergleichsweise klein ist, kann es bei einem Jungen in alle Richtung spritzen und eine erhebliche Reichweite haben, einen selbst erwischen, das Baby selbst erwischen, das Umfeld erwischen und man muss das Baby neu anziehen, sich umziehen und den Boden wischen.

Ich empfehle also nachhaltig Mädchen, wer einen einfacheren Start haben möchte.

„Die Unschuldsvermutung gilt nicht nur für Männer“

Stokowski weist zu recht darauf hin, dass die Unschuldsvermutung nicht nur für Männer (=richtiger: Nicht nur für Leute, die Sexualstraftaten begangen haben sollen) gilt:

Eine Frau, die öffentlich von Übergriffen erzählt und den Täter benennt, muss damit rechnen, dass ihr nicht geglaubt wird und sie der Lüge bezichtigt wird. »Unschuldsvermutung« ist ein Zauberwort, das alle Erzählungen, die außerhalb des Gerichtssaals stattfinden, zu Staub zerfallen lassen soll. Aber mit der Unschuldsvermutung ist es so eine Sache.

Denn die Unschuldsvermutung gilt auch für Frauen, die Männern Übergriffe vorwerfen. Man muss erst mal davon ausgehen, dass sie nicht lügen: Wer erklärt, dass eine Frau, die von Übergriffen spricht, lügt und das Ansehen dieser Person zerstören will, wirft der Frau mindestens üble Nachrede vor – und das wäre dann auch eine Straftat, die diese Frau begehen würde.

Richtig ist, dass die Unschuldsvermutung für alle Menschen gilt, die einer Straftat beschuldigt werden. Sie gilt insbesondere für den Staat, der immer berücksichtigen muss, dass jemand unschuldig sein kann und das er insbesondere Anspruch auf ein faires Verfahren hat, in dem der Staat ihm seine Schuld beweisen muss und nicht er seine Unschuld.

Wer sagt, dass man den Beschuldigen einer Sexualstraftat nicht vorverurteilen soll, weil eben die Unschuldsvermutung besteht, der muss dann ebenso den Beschuldiger nicht als jemanden, der eine mittelbare Freiheitsberaubung oder eine Verleumduung begehen will, vorverurteilen, weil die Unschuldsvermutung besteht.

Stokowski weiter:

Das bedeutet nicht, dass man jedem Menschen alles glauben muss. Es bedeutet aber, dass mehr Gewalt passiert als Gerichtsurteile bestätigen können und dass man dementsprechend natürlich Meinungen zu Fällen haben darf. Eine solche Meinung kann zum Beispiel sein: Ich neige dazu, Frauen zu glauben. Oder: Ich sehe die Auftritte oder Filme dieser Person inzwischen mit einem schlechten Gefühl. Oder: Ich wünsche mir, dass dieser Fall eines Tages aufgeklärt wird.

Eine Meinung zu haben hat wenig mit der Unschuldsvermutung zu tun. Denn diese gilt erst einmal nur für den Strafprozess, dessen Regeln müssen die Leute für ihre persönliche Meínung zu einem Fall aber nicht gelten lassen. Sie können in der Tat voreingenommen sein, sie können auch die bereits bekannten Fakten bewerten und darüber zu einer Einschätzung des Falls kommen. Sie können auch der Auffassung sein, dass weder eine Straftat vorliegt, noch eine Verleumdung bzw eine mittelbare Freiheitsberaubung, etwa weil der Sachverhalt bereits keine strafbare Handlung hergibt oder der Vorsatz nicht bewiesen werden kann, etwa weil beide eine bestimmte Wahrnehmung des Falls gehabt haben können.

Man wird Leuten, die nicht am strafrechtlichen Verfahren beteiligt sind, auch nicht verbieten können, eher oder immer einem bestimmten Geschlecht glauben zu können, auch wenn das weniger eine Meinung, sondern eher eine ideologische Position ist.

Das Problem ist: Solange keine Namen genannt werden, gibt es eine breite Öffentlichkeit, die bereit ist zu sagen, wie schlimm es ist, dass Frauen immer noch so viel Gewalt erfahren und dass endlich etwas passieren muss. Sobald allerdings Namen von mutmaßlichen Tätern genannt werden, verschiebt sich die Diskussion auf die Frage, ob hier die Karriere eines unschuldigen Mannes zerstört werden soll.

Das eine abstrakte Diskussion etwas anderes ist als eine konkreter Fall ist eigentlich wenig überraschend. Es ist erstaunlich, dass Stokowski den Unterschied nicht versteht.

In einer abstrakten Diskussion über sexuelle Gewalt wird ja nicht bestritten, dass es solche Fälle gibt und das sie für die Betroffenen schlimm sind.

Bei der konkreten Situation muss man aber natürlich die Umstände des jeweiligen Falls bewerten und schauen, ob sie einen überzeugen.

Sie greift da den „Luke Fall“ auf. Interessanterweise führt sie an, dass es da wohl sogar ein Verfahren gegeben hat:

 Ein Presseanwalt ließ später mitteilen, dass es ein Verfahren gab und dass dieses trotz Beschwerde rechtskräftig mangels hinreichenden Tatverdachtes zugunsten des Mannes eingestellt wurde.

Die Schilderung nochmal bei Stokowski:

Im ersten Fall erzählte eine Journalistin und Podcasterin von der Beziehung zu einem Mann, der direkt nach einem Gespräch über ihr Unwohlsein in der Beziehung körperlich übergriffig geworden sei. Er habe sie aufs Bett gedrückt, ihre Hose runtergezogen und angefangen an ihr »rumzuspielen«, bis er aufhörte und sagte, »boah, ich wollt dich jetzt einfach vergewaltigen, aber ich hab’s dann doch nicht gemacht«, woraufhin er eine Panikattacke bekommen hätte – »und dann hatte ich Mitleid mit ihm und hab ihn getröstet«.

Eine Schilderung an anderer Stelle, die ich hier zitiert hatte:

Als sie beide gemeinsam im Bett lagen, habe sie mit ihm darüber gesprochen, wie verletzt sie sei und distanzierte sich von ihm. Genervt davon, habe er zunächst angefangen, sie zu schütteln und kitzeln. Er habe ihren Oberkörper auf das Bett gedrückt, ihr die Hose ausgezogen und angefangen, an ihr “herumzuspielen”, wie sie sagt. “Ich war gerade kurz davor, dich zu vergewaltigen”, habe er demnach zu ihr gesagt und dann von ihr abgelassen. Das sei nur eine von vielen Geschichten, die sie selbst zunächst verdrängt habe.

Da merkt man bei ihr etwas die Belastungstendenzen heraus, denn in der anderen Version leitet er von kitzeln zu sexuellen Kontakt ein, während sie beide in einem Bett liegen, er zieht sie aus, merkt, dass sie keine Lust hat und hört auf, bevor er wirklich begonnen hat. . In dem hier verlinkten Beitrag sagt sie auch noch zu dem rummachen „Ich lag einfach so dar und dachte mir „Ja komm, lass es jetzt einfach über dich ergehen“.Seine Äußerung kann gerade deutlich machen, dass er gemerkt hat, dass sie nicht wollte und das beinahe übersehen hat und darüber erschrocken ist. Es lässt in der Version auch wen man ihre Äußerungen so als wahr übernimmt, einen ganz erheblichen Interpretationsspielraum und soweit ersichtlich sagt sie selbst auch nicht, dass sie vergewaltigt worden ist, sie sagt nicht, dass sie deutlich gemacht hat, dass sie nicht wollte, sie sagt nicht wie ihre Hose ausgezogen wurde etc.

Insofern hat der Artikel von Stokowski schon einen verleumderischen Anteil.

 

 

Selbermach Samstag 336 (17.04.2021)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Ist das männliche Geschlecht erfunden? (Gastartikel)

Dies ist ein Gastartikel von „Alter Freund“

Ich bin kein Freund von Gender, Gendern heißt Spalten, aber sie haben mich mit ihren Argumenten nachdenklich gemacht. Und bin dann zu dem Schluss gekommen, dass nicht das weibliche Geschlecht erfunden wurde, sondern das männliche. Die Begründung ist ganz einfach, alle menschlichen Föten sind zuerst weiblich, die zukünftigen männlichen Föten werden erst im späteren Verlauf transformiert.Genau hier setze ich an mit dem üblichen Argument der sozialen Konstruktion, und sage, dass diese Transformation selbst nur sozial konstruiert ist. Es finden da zwar schon gravierende Veränderungen am „männlichen“ Fötus statt, aber diese Veränderungen rechtfertigen nicht einfach so das Einführen eines neuen Geschlechts „männlich“. Es ist also eine Erfindung der Wissenschaft, nicht der Natur.Nun kann ich mir in etwa vorstellen was Evolutionsbiologen sagen werden, aber ganz egal was sie an Argumenten bringen warum das männliche Geschlecht eben doch real ist, das sind nur Ordnungs-Schemata und Kategorisierungen, die von Menschen erfunden wurden.


In der Elektrotechnik gibt es z.B. die Kenngrösse „j“, die als Wurzel von -1 definiert ist. Mathematisch ist das unmöglich, negative Zahlen können keine Wurzel haben, aber wenn man sich mal darauf einlässt, kann man bestimmte, sehr komplizierte Berechnungen mit der Hilfe von „j“ stark vereinfachen.
Genau das machen die Evolutionsbiologen auch. Sie sagen, dass bestimme Merkmale x,y,z zu der neuen Kategorie „männlich“ zusammengefasst werden. Das erleichtert die Übersicht sehr und man kann die Fortpflanzung viel einfacher erklären. Das Geschlecht „männlich“ existiert aber nicht wirklich, genausowenig wie die Wurzel aus -1.Für Gender bedeuted das, dass eigentlich sämtliche vorgeworfene Verbrechen der „Männer“ in Wahrheit Verbrechen der Frauen sind.


Nicht wir Männer haben die Frauen „unsichtbar“ gemacht, sie haben uns Frauen mit grosser Klitoris unsichtbar gemacht, indem sie uns zu „Männer“ deklarierten.
Nicht wir Männer haben die Frauen verskavt, sie haben uns ausgegerenzt und dann für ihre Zwecke missbraucht, haben uns ausgegrenzte Frauen mit grosser Klitoris zu ihren Nutztieren gemacht.
Nicht wir Männer sind an allem Übel in der Welt schuld, es sind die Frauen. Denn wer ist mehr schuld?
Diejenigen, die willkürlich eine Gruppe von Frauen wegen ihrer grossen Klitoris ausgrenzen, oder diejenigen Frauen, die so ausgegrenzt werden?

Gleichstellungsstiftung und die „Männerquote“

Die Taz berichtet über Ärger bei der Gleichstellungsstiftung:

Die zentralen Aufgaben der Stiftung sollen vor allem durch den Stiftungsrat bestimmt werden, der ausschließlich aus Mitgliedern des Bundestags und der Familienministerin bestehen soll. Zivilgesellschaftliche Organisationen sollen nur beratend im Beirat vertreten sein. Dergestalt aber, schreibt der Juristinnenbund, sei die Stiftung „nicht geeignet, eine von politischen Mehrheiten unabhängige und an fachlichen Kriterien orientierte Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern“ zu sichern.

Klar, die wollen den dauerhaft mit Feministen besetzen und nicht irgendwann CSU oder gar AfD Leute an der Spitze haben.

Auch Barbara Stiegler, Mitglied im Expertinnennetzwerk „Gender Mainstreaming Experts International“, befürchtet, dass die Arbeit der Stiftung „sehr stark von den politischen Kräfteverhältnissen im deutschen Bundestag geprägt sein wird.“ Der „starke Arm der Politik“ sei unübersehbar.

Eine Stiftung des Bundes darf natürlich nicht von der Politik bestimmt sein. Es sei denn es gibt eine Garantie, dass die Politik ewig auf die richtige Weise feministisch ist.

Zudem verstoßen die Vorgaben zur paritätischen Besetzung der Stiftungsgremien laut Juristinnenbund gegen Artikel 3 des Grundgesetzes – sie führten zu einer „ungerechtfertigten Männerquote“. Gezielte Förderung sei dann erlaubt, wenn es um den Ausgleich struktureller Nachteile gehe.

Klar, das darf natürlich nicht sein. Vielleicht wenn man kontrollieren könnte, dass es nur feministische Männer sind, die wissen, dass sie den Mund halten müssen. Aber man ist wahrscheinlich zB aus dem BMFSFJ etwas verwöhnt.

Dass sich im Themenbereich Gleichstellung vor allem Frauen qualifiziert hätten, mit denen die Gremien dann also auch besetzt würden, habe jedoch nichts mit der strukturellen Benachteiligung von Männern zu tun. Zudem müssten bei der Besetzung Menschen berücksichtigt werden, die sich nicht als Frau oder Mann verstünden.

Natürlich hat der Unterschied, der für Frauen positiv ist, nie etwas mit Benachteiligung zu tun. Daraus kann man natürlich nichts ableiten.

Auch was die geplante Finanzierung angeht, gibt es Kritik. Mindestens Teile der Mittel für die Bundesstiftung sollen offenbar über den Haushalt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend abgewickelt werden. „Keinesfalls“ aber, so Barbara Stiegler, dürften die „relativ wenigen Mittel für Gleichstellung“ des BMFSFJ umgewidmet werden. Der Stiftung solle eine jährliche Mindestzuweisung über 7 Millionen Euro zugesichert werden, zudem solle ermöglicht werden, dass nicht ausgeschöpfte Mittel ins Stiftungsvermögen fließen können.

Die Stiftung und was sie eigentlich bewirken soll, bleibt mir noch etwas unverständlich. Es soll anscheinend irgendwas zusätzliches geben, aber bloß nicht anderen etwas wegnehmen, also: Feministinnen nichts wegnehmen.

Die frauenpolitische Sprecherin der Grünenfraktion im Bundestag, Ulle Schauws, forderte, die Stiftung müsse sowohl politisch wie institutionell unabhängig arbeiten können und brauche einen intersektionalen Ansatz. „Wissenschaft und Zivilgesellschaft müssen Teil des Gremiums sein“, sagte sie. Zudem gehe Gleichstellung auch Männer an – Quoten aber dürfe es nur bei struktureller Benachteiligung geben, und das sei bei Männern nicht der Fall

Natürlich braucht es einen verpflichtenden intersektionalen Ansatz und damit ist ja auch klar, dass Männer, zumindest weiße Männer, da nichts zu sagen haben.

 

Pinky Hygienehandschuh #pinkygloves

Ich schaue mir ganz gerne die Höhle der Löwen an, auch wenn die frühere Begeisterung etwas nachgelassen hat und ich das Original Shark Tank besser fand. Aber im Lockdown und mit einem Säugling kann man eh nicht viel machen.

Also begaben sich die Finanzexpertin Südländerin und der Hobby Startupbewerter Schmidt mit dem relativ ruhigen und friedlich an seinem Schnuller saugenden Schmidt Junior vor den Fernseher und harrten der Investitionsangebote die da kommen sollten.

Ein Angebot war ein pinker, etwas übergroßer Plastikhandschuh mit einer Art Klettverschluss, den zwei Entwickler vorstellten.

 

Sie wollten die bescheidene Summe von 30.000 Euro für 20% und führten an, dass man damit ohne sich schmutzig zu machen ein Tampon entfernen könnte und dann über das leichte Abziehen des Handschuhs diesen dann ganz hygienisch verschlossen habe. Es sei die Lösung für alle Situationen, wo kein Papierkorb in der Nähe ist und man könnte damit alles ganz diskret abwickeln.

Natürlich habe ich der bei diesem Produkt erfahreneren Südländerin den Vorrang in der Bewertung gegeben. Ihr klares Urteil: Das Produkt ist für sie vollkommen uninteressant. Die euphorische Anpreisung der Entwickler, dass es seinen Weg in jede Damenhandtasche finden würde, teilt sie nicht.

Ich führe an, dass es mir wie jeder Einweghandschuh aussieht, vielleicht ohne den Klettverschluss. Ich bezweifele, dass man es als Produkt schützen kann, ein Handschuh mit Verschluss, darauf wird man kein Patent bekommen. Aber immerhin, ich könne mir vorstellen, dass es vielleicht etwas für Frauen ist, die eher Campen gehen als Südländerin oder das man es sich für entsprechende Situationen kauft.

Das kann sich Südländerin auch noch vorstellen, aber sie wird keine Kundin.

Ich rechne mit Absagen der Löwen, aber die Fragen nach, dass es ja etwas merkwürdig sei, dass da gerade zwei Männer das entwickeln, ob da auch Frauen beteiligt wären? Die Entwickler bestätigen, dass zum einen ihre Frauen ihnen Feedback gegeben hätten, aber auch Mitarbeiterinnen daran beteiligt waren und Testpersonen ganz begeistert davon waren.

Sie geben an, dass bei herkömmlichen Gummihandschuhen das Abziehen zu schwer wäre und es daher schwieriger sei, dass Tampon sauber unter zu bringen ohne das es zu Spritzern kommt.

Mich überzeugt es nicht richtig. Aber Ralf Dümmel, einer der bei Investoren beliebtesten Löwen, ist interessiert. Er und noch ein anderer männlicher Löwe sind bereit den Deal zu machen.

„Dümmel hat den Vorteil, dass er das schnell in die Supermärkte bringen kann, die Produktionskosten für ein paar Handschuhe können nicht hoch sein, der bekommt die 30.000 € da schon wieder raus“ fachsimple ich. Südländerin bleibt eher skeptisch. Sie gesteht zu, dass es ein kleines Investment ist und das sich die Produkte ja lange halten und neben anderen Hygienebeuteln liegen können, mit dem Hype aus der Höhle der Löwen werden die Geschäfte es reinnehmen und Leute werden es auch kaufen. Ob es langfristig was ist, da sind wir beide eher skeptisch.

Andere scheint hingegen der Deal richtig aufgewühlt zu haben. Haben die gesagt, dass Frauen ihre Periodenprodukte diskret entsorgen sollen und angedeutet, dass es jeder Frau peinlich sein muss, wenn sie das nicht in speziellen Packungen macht? Haben sie angedeutet, dass man nicht mit seinem Blut in Berührung kommen soll und damit die heilige Menstruation, mit das weiblichste was es gibt, als schmutzig dargestellt? Haben Männer gemeint, sie wüssten etwas bezüglich der Periode besser als Frauen?

Es hagelt Tweets:

 

 
 
 
 
 
 
Überhaupt arbeiten sich sehr viele daran ab, dass da Männer etwas entwickelt haben und verbinden das gleich damit, Männern Schmutzigkeit vorzuwerfen, es als Angriff gegen Frauen an sich zu bewerten und die beiden Entwickler für die letzten zu halten.

 

Ich hatte in einem anderen Artikel zu Menstruationsblut und Feministen schon mal geschrieben:

Ein der merkwürdigeren Ideen im Feminismus ist, dass nichts, dass im Zusammenhang mit Frauen steht, irgendwie schlecht sein kann oder in irgendeiner Form eine Abwertung erfahren kann.

Die Menstruation ist dabei so weiblich, wie etwas nur sein kann, also sind alle Reaktionen darauf, die in irgendeiner Form als Unbehagen verstanden werden können, nach dieser Einstellung sexistisch.

Im Feminismus wird insofern dafür geworben, dass Menstruationsblut etwas ganz normales ist (was es ja auch ist) und demnach in keiner Weise abgewertet werden darf.

Natürlich gibt es andere Hygienebeutel zuhauf, was ja grundsätzlich nahelegt, dass ein gewisser Markt dafür vorhanden ist. Dieser hier hat nur eine Zusatzfunktion und ist Pink. Aber das ist anscheinend schon ein ungeheurer Angriff. 

Aus meiner Sicht wird es der Markt regeln. Wenn es Leute interessant finden, dann wird es das Produkt weiterhin geben. Wenn es die Leute nicht interessant finden, dann muss sich das Produkt ändern oder untergehen.  Vielleicht hat Pinky Gloves sogar Glück und nach dem alten Grundsatz, dass es keine schlechte Publicity gibt mögen viele Frauen die Dinger ablehnen, aber es reicht ja, wenn ein kleiner Teil, für die sie interessant sind, dadurch von ihnen erfahren haben und sie kaufen. 

Die Aufregung darüber scheint mir vollkommen überzogen. Aber ich bin ja auch ein Mann. 

Im Spiegel malen Feministinnen ein düsteres Bild:

 

Durch so ein Produkt fangen Frauen überhaupt an zu denken, sie bräuchten so etwas, damit sich Männer nicht vor ihren Tampons im Mülleimer ekeln. Und da geht es eben um mehr. Eine Mutter schrieb uns, dass ihre Tochter sie gefragt habe: Mama, muss ich das benutzen? Dieses Produkt sagt Frauen: Bitte hinterlasse nichts von dir und deiner Menstruation sichtbar im Badezimmermülleimer oder in deiner Hand auf dem Weg zum nächsten Mülleimer. Dein benutztes Tampon ist anstößig und will kein Mann sehen. Eigentlich ist das ein Produkt, das Männerseelen »beschützt«, aber Frauen kaufen sollen. Selbst in deinem eigenen Mülleimer bist du damit nicht mehr sicher vor gesellschaftlichen Erwartungen. Nicht nur das Produkt ist unnötig, es suggeriert auch so vieles, was einfach falsch sind.

Ich glaube ja, dass Frauen untereinander da viel strikter sind und eher auf die Einhaltung von Regeln und „Stilfehler“ achten. 

Und das eben auch bei auch selbst. Insofern scheint mir da einiges Projektion zu sein.

Selbermach Mittwoch 315 (14.04.2021)

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