Kampfzone Kindergarten: „Rabenmutter ist nicht, wer sein Kind in die Kita bringt. Sondern, wer es als Letztes abholt“

Ein interessanter Artikel zur intrasexuellen Konkurrenz unter Frauen in Bezug auf die Kinderbetreuung:

Ein Artikel auf „Brigitte.de“ hat die Kampfzone Kita hervorragend beschrieben. Rabenmutter ist nicht, wer sein Kind in die Kita bringt. Sondern, wer es als Letztes abholt. Es ist ein tägliches Schneckenrennen in Gange, bei dem jede Mutter nur ein Ziel hat: bloß nicht als Letzte kommen. Dabei war meine Erfahrung: je später der Nachmittag, desto mehr Erzieher, die das Kind bespaßen können.

Wäre interessant, ob das so ist. Wobei in dem gegenwärtigen Kindergarten das aus meiner Sicht auch nicht ideal wäre. Fräulein Schmidt ist häufig die Vorletzte, ein Kind ist meist noch da. Wenn ich es schaffe, sie selbst abzuholen, dann sind die beiden meist in einer gewissen „Warteposition“, alle anderen Kinder wurden eben schon abgeholt und anscheinend löst das auch irgendwas aus, bei dem die Kinder darauf warten, dass sie abgeholt werden und nicht mehr so richtig spielen. Gut, sie schlafen auch nach dem Mittagessen erst einmal einen Stunde und dann kommt vielleicht einfach das Ganze nicht mehr so richtig im Gang. Aber mitunter habe ich auch schon, wenn sie mich wahrnehmen, wenn ich den Gang zum Kita-Gebäude hochgehe, ein triumphierendes „Fräulein Schmidts Papa!!“ gehört und die Kleine kommt mir entgegen gelaufen, sobald die Tür aufgeht.

Das Spielen mit den Kindern  macht ihr auf alle Fälle Spass und ist auch zum „mit anderen umgehen lernen“ aus meiner Sicht sehr wichtig, aber das Spielen mit den Kindergärtnerinnen in ihrem gegenwärtigen Kindergarten begeistert sie nicht so. 

Insofern hätte ich es auch nicht gerne, dass Fräulein Schmidt dort zu lange alleine ist. Wobei ich es auch nicht unbedingt so schlimm finden würde, wenn es für ein kurze Zeit ist und nicht anders geht. Aber ich könnte die Mütter, wenn es so wäre, wie im Artikel beschrieben, durchaus verstehen. 

Das ständige Vergleichen kennt keine Gewinner

Leider können die Eltern diese Vorzüge nicht genießen: So blickt die Mutter mit der Vier-Stunden-Betreuung auf die Mutter herab, die ihr Kind sechs Stunden in die Kita gibt. Und die Mutter, die ihr Kind acht Stunden oder mehr betreuen lässt, beruhigt sich, dass ihr Kind erst mit zwölf Monaten in die Krippe kam und nicht schon mit sechs Monaten, wie manch anderes Kind. Eine Rabenmutter guckt, ob die andere nicht noch schwärzer ist.

Da bin ich mal gespannt, ob ich so etwas noch wahrnehme. Schmidt Junior (ich glaube das wird der Name) wollen wir auch mit ca. einem Jahr in die Betreuung geben, damit Südländerin wieder anfangen kann. Wir werden insoweit nicht in der Form in das „Wettrennen“ einsteigen. Aber ich kann mir vorstellen, dass es in bestimmten „Schichten“ durchaus stattfindet: In vielen Bereichen wird es schlicht eine Notwendigkeit sein, da die Frau arbeiten muss. Aber andere werden natürlich den Kampf darum austragen, dass es wichtiger ist das Kind zu betreuen und man reduziert hat vs. diejenigen, die Karriere machen wollen und das wichtiger finden. 

Das ständige Vergleichen und Verurteilen kennt keine Gewinner. Denn es zehrt allen Müttern an den Nerven. Auch ich als Vater werde oft mit diesen Sticheleien konfrontiert. Spüre die mitleidigen Blicke anderer Mütter, wenn ich mit meinem Kind früh das Haus verlasse oder es spät abhole. Höre freche Fragen wie „Warum kriegt ihr denn dann überhaupt Kinder, wenn ihr sie weggebt?“ und das Gerede von „Fremdbetreuung“ und den „armen Kindern“.

Die Diskussion hatte ich auch schon. Ich habe einen Artikel dazu, finde ihn aber gerade nicht. Es war dieses „Du gehst Vollzeit arbeiten? Ich nehme mir Zeit für mein Kind, dass ist doch ganz klar wichtiger“. Bei dem ich dachte „Du hast halt auch einen Scheiß Job“ aber natürlich auch bei jedem „Papa morgen nicht arbeiten?“ und bei der Freude, wenn ich sie von der Kita abhole oder es schaffe mittags noch kurz nach Hause zu kommen nur um gar nicht zum Essen zu kommen, weil sie mich gleich im Beschlag nimmt, wieder ein schlechtes Gewissen bekomme bzw mich auf das Wochenende mit ihr freue („Morgen muss Papa nicht arbeiten“)

Doch all das trifft mich nicht im Geringsten. Als Mann ist mir die Meinung anderer zumeist egal. Und die von Kindergartenmüttern mit Schuldkomplex erst recht. Die einzige Frage, die für mich zählt, ist: Geht es meinen Kindern gut? Und solange meine Kinder spätestens am Sonntagvormittag fragen, wann denn das Wochenende endlich vorbei ist, habe ich ein verdammt gutes Gefühl, wenn ich am Montagmorgen die Tür hinter unserer Kita schließe und zur Arbeit gehe.

Das fragt unsere nicht. Aber sie ist vielleicht auch einfach noch zu jung. Sie freut sich schon auf die Kita und die Kinder dort und man merkt, dass ihr das Spielen mit den anderen Kindern gut tut. Ich habe auch kein schlechtes Gewissen sie dort hin zu geben. Aber es ist auch schön Zeit mit ihr zu verbringen.