Deutschtürkische Wähler wenden sich von der SPD ab

Eine kurze Meldung, die ich aber ganz interessant finde:

Die SPD verliert einer Studie zufolge immer mehr deutsch-türkische Stammwähler.

Wie die unionsnahe Konrad-Adenauer-Stiftung mitteilte, profitieren der eigenen Untersuchung zufolge vor allem CDU und CSU. Während 2015 noch rund die Hälfte der Deutschtürken in Wahlumfragen angegeben habe, die SPD wählen zu wollen, seien es 2019 nur noch 13 Prozent gewesen. Demgegenüber stieg die Zustimmung für die Union im selben Zeitraum von 17 auf 53 Prozent. Begründet wird das Wählerverhalten unter anderem mit der sinkenden Bindung an Gewerkschaften und der stärkeren Fokussierung türkischstämmiger Wählerinnen und Wähler auf konservative Werte.

Ich kann mir vorstellen, dass dies früher mehr Sinn gemacht hat. Da haben sich konservative Werte weniger mit der SPD gebissen, weil sie eben in dem Bereich Arbeitervertretung relativ neutral waren. Jetzt, wo Arbeitervertretung immer mehr aus dem Fokus gerückt wird und Frauenförderung und LBTGQ höhere Bedeutung hat weder die konservative Türkin, bei der der Mann das Geld verdienen soll noch der Mann etwas davon. 

Wäre interessant, ob den durchschnittlichen Deutschtürken eine intersektionale Politik anspricht. Er hat ja hier auch eine gewisse Opferstellung, aber gleichzeitig dürfte dem konservativeren Teil das, was da noch dabei ist, auch nicht wirklich liegen. 

Gibt es da Äußerungen  zu, die jemand kennt?

48 Gedanken zu “Deutschtürkische Wähler wenden sich von der SPD ab

  1. Also ich habe lustigerweise mit einem Kollegen aus einer anderen Firma die letzte Woche zusammengearbeitet. Da wir herausfanden, dass wir auf der gleichen Schule waren, haben wir uns prächtig verstanden und uns natürlich auch über Politik unterhalten. Seiner Ansicht nach, herrscht bei vielen, hierzulande lebenden Türken, eine Art Doppelmoral vor. Sie wählen oft Erdogan in der Türkei und die SPD hierzulande. Und er sagte mir, dass die Wahl hierzulande die eher nach logischen Gesichtspunkten bestimmte Wahl ist, während die Wahl in der Türkei die eher emotionalere Wahl sei. Also kann man bei vielen Türken hierzulande nicht mit Emotion (Moral und dem anderen Müll) punkten, da sie hierzulande nicht emotional zu Hause sind und deshalb auch nicht von Emotionen angesprochen werden. Zudem hat mir mein Kollege noch mal bestätigt, dass die hierzulande lebenden Türken eben nicht Opfer sein wollen. Das bedeutet eine Partei die Ausländer zu Opfern macht, würde gar nicht in das emotionale Selbstverständnis eines stolzen Menschen passen.
    Dann die Unterstützung. Wir hatten beide besprochen, dass die meisten Spätkaufs, selbstständigen Bäckereien und natürlich Imbissbuden von Türken betrieben werden. Das zeigt natürlich auch eine gewisse Geisteshaltung. Man WILL etwas erreichen und nicht von Almosen leben. Die Vorstellung, dass der Staat für einen aufkommt, scheint mir, entgegen der Propaganda von AfD und NPD, überhaupt nicht zu den hierzulande lebenden Türken in den Sinn zu kommen. Natürlich bleibt die Frage, ob dies wirklich für alle gilt. Immerhin habe ich nur mit Leuten die einen Job ausüben zu tun, andere fallen durch das Raster. Allerdings haben meine ehemaligen türkischen Schulkameraden allesamt erfolgreiche Karrieren zustande gebracht, egal ob Polizist, Inhaber eines Friseursalons oder der türkische Gemüsehändler. Von daher bezweifle ich, dass viele dieser Männer Stütze beziehen. Übrigens ist die Heiratspolitik der konservativ geprägten Türken generell ein starker Selektor dafür, dass die Männer eben keine Stütze beziehen, sondern beruflich auf eigenen Beinen stehen und eigenes Geld verdienen. Welcher Vater würde seine Tochter schon einem Hartz IV Empfänger zur Frau geben?

    • „…dass die hierzulande lebenden Türken eben nicht Opfer sein wollen. Das bedeutet eine Partei die Ausländer zu Opfern macht, würde gar nicht in das emotionale Selbstverständnis eines stolzen Menschen passen.“

      Das war auch meine erster Gedanke. Ich denke die 3. und 4. Generation Türken sehen sich teiweise eher schon als gut inkludiert an und wollen sich nicht mit den Flüchtlingen gleichsetzen, für die sich die SPD stark macht. Im SPD Zukunftsprogramm lässt sich dazu lesen: „Wir werden die Genfer Flüchtlingskonvention verteidigen. Pushbacks sind eine eklatante Verletzung des Völkerrechts. Seenotrettung ist eine Verpflichtung aus dem internationalen Seerecht und darf nicht kriminalisiert werden. Im Rahmen eines umfassenden Ansatzes sollten legale Migrationswege geschaffen und die Ursachen von Flucht und Vertreibung bekämpft werden. Wir werden eine Brücke zu lokalen Akteuren bauen und die Aufnahmebereitschaft von europäischen Kommunen und Städten fördern und unterstützen.“
      Hier liegt der Fokus auf der Migration von Menschen aus Nordafrika, Afrika und Kriegsländern. Türkische Bürger trifft das weniger (auch wenn es wegen der aktuellen politischen Lage eine Fluchtursache gibt), sie sind eher Teil einer fortbestehenden Migration, die sie vielleicht selbst auch oft für gelungen halten. Kann es sein, dass die neue Flüchtlingsklientel auch als unliebsame Konkurrenz seitens türkischer Mitbürger wahrgenommen wird? Schließlich haben türkische Mitbüger auch einige Nischen besetzt, in denen Konkurrenz weniger geduldet wird. Das mit dem Mulitkulti stellt sich zudem immer mehr als falscher Zauber heraus. Silvester in Köln scheint bei vielen schon vergessen zu sein.

      • Eigentlich sind sich Türken und Araber nicht grün, was wegen der historischen Grundlage verständlich ist. Genau wie Schwarze und Araber nicht die besten Freunde sind. Dazu kommen die Animositäten zw. schwarzen Christen und schwarzen Muslimen. Aber der woke weisse Idiot glaubt, er hat alles im Griff, indem man die migrantische Muschiparade mit dem geschwätzwissenschaftlichen Hintergrund als Erklärbärinnen aufmarschieren lässt, die die Multikultiträume der Linksrotgrünen auch unter den Migranten verbreiten sollen. Klappt aber wohl immer weniger.

    • Das ist schon eine Weile bekannt, beispielsweise aus der Studie „Deutsch-türkische Lebenswelten“ von vor einigen Jahren. Dort wurde auch das Wahlverhalten (Sonntagsfrage) für beide Länder abgefragt. In Deutschland würden ca. 85% links wählen, in der Türkei gleichzeitig über 60% AKP (also mehr als in der Türkei selbst). Für mich war die naheliegende Erklärung immer, dass das vor allem eine strategische gegenüber einer Wertewahl ist. Deswegen fand/finde ich die „linke“ Ansicht, die ja auch in den USA verbreitet ist, dass man nur weniger Weiße braucht, um die Vorherrschaft der Demokraten für immer zu sichern, weil alle Migranten automatisch links/demokratisch wählen, völlig verquer, wenn man die tatsächlichen Überzeugungen der Betreffenden berücksichtigt. Auch bei der letzten US-Wahl hat man ja gesehen, dass Trump bei „Nichtweißen“ dazugewonnen hat.
      Das ist eben das Problem, das man sich einhandelt, wenn man Leute nicht überzeugt, sondern entweder erpresst (diskursiv) oder „kauft“ (Verzicht auf notwendige Kritik).

  2. Tja, es steht zu befürchten, dass sich auch Deutsche mit türkischen Wurzeln eher als „alter weisser Mann“ identifizieren als als queerer POC. Womit sie natürlich recht haben – ich bin immer wieder aufs neue begeistert, wie man sich heute unter der Schirrmherrschaft der Antirassisten wieder mit der Frage beschäftigen soll wer denn weiss ist. Die entsprechenden Ausführungen aus der Kolonialzeit wurden in meiner Jugend als merkwürdig, aus der Zeit gefallen und ablehneneswert verstanden.
    Jetzt muss man sich ganz schön umstellen. Aber wenn es der Weltverbesserung dient….

    • Gibt schon Türken, die sich mit den Woken identifizieren. Hatte mal mit einer Türkin, die bei den Linken Mitglied ist ne Weile eine Sexaffäre. Die war genauso verstrahlt wie die meisten deutschen Woken. War auch psychisch etwas angeschlagen aber der Sex war dafür gut.

    • dass sich auch Deutsche mit türkischen Wurzeln eher als „alter weisser Mann“ identifizieren als als queerer POC.

      Das ist ein guter Punkt. Die SPD hat ihre ehemalige Kompetenz als Partei für Arbeiter und Angestellte aufgegeben und konzentriert sich jetzt auf gesellschaftsspalterische, meist sexistische Kämpfe aus den Twitter-Charts. Die erträumten 15 Prozent, die das vielleicht wählen, machen das nur noch aus Gewohnheit, wie sie auch das Telekom-Tastentelefon im Mietmodell von 1988 nicht abbestellen und jeden Monat dafür 5 Euro abdrücken. Die hören damit erst auf, wenn kein Wählton mehr kommt oder Thierse austritt.

      Warum sollten Deutschtürken mit Interesse an Arbeit und Familie SPD wählen? Bei denen stehen doch die Kinder und Frauen weiter zu ihren Männern und achten es, wenn die ehrliches Geld mit ehrlicher Arbeit für eine ehrliche Familie anschaffen. Und wenn in dieser Familie Kinder großgezogen werden dürfen, die so der staatsfeministisch präferierten Sammelbetreuung entkommen können.

      Wieso sollten sie Männlichkeit überwinden oder Väter aus dem Famlienrecht streichen wollen? Die spüren doch, dass sich die SPD inzwischen im Kern gegen den arbeitenden Mann und gegen Väter richtet.

    • @Frank2

      Die Linksidentitären schreiben zwar aus den USA ab, aber bei der dortigen Definition von „White“ oder jeder anderen Definition von „Race“ stoppt die Liebe zum Plagiat natürlich.
      Denn „White“ ist (alle nachfolgenden Hervorhebungen von mir):
      White – A person having origins in any of the original peoples of Europe, the Middle East, or North Africa.“
      https://www.census.gov/topics/population/race/about.html

      Damit kann sich ein Großteil der hiesigen Linksidentitären bereits abschmatzen, einen Platz in der Opferpyramide zu bekommen. Streng genommen müsste man Türken in „Weiße“ und „Asiaten“ auseinander dividieren (keine Ahnung, auf welchem Kontinent bspw. Ferda Ataman geboren ist).
      Unsere „Asians“ wäre zum großen Teil Türken und Kurden.
      Die Afro-Deutschen wiederum würden gar nicht in die Kategorie „Black“ fallen, sondern da in der Regel mit einem weißen Elternteil versehen, wären sie „Two or more races“ (vornehm für „gemischtrassig“).

      Monoethische und -kulturelle Deutsche fielen unter die Kategorie: „American Indian or Alaska Native – A person having origins in any of the original peoples of North and South America (including Central America) and who maintains tribal affiliation or community attachment.“
      Weiße Deutsche wären also „German Natives“ oder die indigene Bevölkerung.
      Komisch wäre, die US-Ethno-Nationalisten, die einen eigenen weißen Bundesstaat in den USA wollen, würden damit in unserem Kontext praktisch Reservate für weiße Deutsche fordern. 🙂

      Lustig ist auch, Christian ist nach der deutschen Definition in einem „Haushalt mit Migrationshintergrund“ bereits als Deutscher in der Minderheit, denn er hat mit „Südländerin“ eine Frau mit „Migrationshintergrund und eigener Migrationserfahrung“ geheiratet.
      Zusätzlich hat der Schlingel auch noch zwei Personen mit ihr gezeugt, die damit einen „Migrationshintergrund ohne eigene Migrationserfahrung haben“ (früher: Kinder).
      Er ist also in Zukunft in einem Haushalt, der nur noch zu 25% Deutsch ist und damit völlig überfremdet. 😉
      Nach der US-Definition haben lediglich zwei Weiße geheiratet und zwei weiße Kinder in die Welt gesetzt.
      Wie langweilig!

      Man kann die Linksidentitären mit der US-Definition richtig ärgern und bitte konsequent alles ins Deutsche übersetzen! Immer z.B. Kritische Rassentheorie und nicht den englischen Begriff verwenden. Auf Deutsch klingt das so wunderbar Nazi, bspw. jemanden als „kritische Rassentheoretikerin“ vorzustellen. Nazi, aber bitteschön „kritisch“! 🙂

      • @crumar
        „Er ist also in Zukunft in einem Haushalt, der nur noch zu 25% Deutsch ist und damit völlig überfremdet.“

        Analog zur „Selbstradikalisierung“ hätten wir hier eine „Selbstüberfremdung“ 😀

        Diese Identitätspolitik ist ein Füllhorn für Satire. Zum Glück für diese Rassisten gibt es ja ein Heer von ÖRR-Pseudokomikern, die dafür sorgen werden, dass darüber eben kein Witze gerissen werden.

          • Der total plumpe Versuch des gaslightens hier ist höchstens für die ganzen männerhassenden Feministinnen, die den ÖRR und die Medien bevölkern, lustig. Die freuen sich ganz besonders daran, dass diese Pseudo-Satire ihre Existenz verleugnet und ihren Männerhass zu etwas Berechtigtem macht.

            Den absolut gleichen „Humor“ findet man bei Nazis und Antisemiten.

          • „Warum gibt es keine weiblichen Incel-Gruppen, die Männerhass verbreiten?“

            Die weiblichen Incel-Gruppen sind Teil des Feminismus. Es ist gesellschaftlich akzeptiert über Männer herzuziehen.

          • Der Hass der hier gezielt auf Incels fokussiert wird, siehe auch Tatort, ist wirklich bemerkenswert, da Incels öffentlich so gut wie gar nicht zu Wort kommen. Da muss man schon gezielt nach suchen.

            Man kann natürlich auch jeden Mann, der Feminismus kritisiert, unterstellen keine Freundin und keinen Sex zu haben, was sicherlich auch getan wird, um so überall Kommunisten Incels zu sehen.

            Der Doppelstandard dabei ist natürlich auch wieder offensichtlich. Frauen dürfen nicht für ihr Sexleben verurteilt werden und Männer werden gezielt für ihr (nicht vorhandenes) Sexleben beschämt. Wie überaus progressiv. Und dann werden Männer auch noch dafür kritisiert, das es ihnen, auch den unattraktiven, so wichtig ist Sex mit Frauen haben zu wollen.

        • @Alex

          1. Es gibt die Rassentrennung, Rassenungleichheit, Rassenkategorien, Rassenstandpunkt, Rassensozialisation, Rassenfrage, Rassenverhältnisse, Rassenframe, Rassenzugehörigkeit, Rassenhierarchie, Rassenvoreingenommenheit, Rassengefahr, rassenbewußtes Verhalten, Rassendiskriminierung, Rassenaspekte, Rassenbürde, Rassenbefangenheit, Rassenprobleme, Rassengerechtigkeit, Rassenunterschiede, Rassenidentität, Rassengerechtigkeit, Rassenspannungen, Rassenprivilegien, Rassenklima und Rassenvorurteile.

          2. All das gibt es natürlich, aber eines – und das dürfen wir alle nieeeeeee vergessen – gibt es nicht: Die Rasse. Das ist wie die Aufforderung, jetzt bitte nicht an einen rosa Elefanten zu denken… 😉

          Alle zusammengesetzten Begriffe stammen aus: R. DiAngelo „Wie müssen über Rassismus sprechen“ – gemeinhin gilt dies als „progressiv“ (Tipp: Ist es aber nicht).

          3. Wenn man die obige Definition heranzieht: „White – A person having origins in any of the original peoples of Europe, the Middle East, or North Africa.“, können wir per Definition – als Weiße – einen gemeinsamen „Rassenstandpunkt“ haben. Wie auch immer der sich entwickelt haben mag, denn wir sprechen sehr wahrscheinlich keine gemeinsame Sprache, beziehen uns nicht auf die gleiche Kultur oder haben per se gemeinsame Interessen.
          Wie auch bei den „weißen Privilegien“ handelt es sich hier um eine plumpe Unterstellung.

          „Diese Identitätspolitik ist ein Füllhorn für Satire. Zum Glück für diese Rassisten gibt es ja ein Heer von ÖRR-Pseudokomikern, die dafür sorgen werden, dass darüber eben kein Witze gerissen werden.“

          Mit beiden Punkten liegst du m.E. richtig.
          Aber es würde so einen Spaß machen, diese Plagiatoren, Opportunisten und Revisionisten zu verarschen! 🙂

      • „Damit kann sich ein Großteil der hiesigen Linksidentitären bereits abschmatzen, einen Platz in der Opferpyramide zu bekommen. Streng genommen müsste man Türken in „Weiße“ und „Asiaten“ auseinander dividieren (keine Ahnung, auf welchem Kontinent bspw. Ferda Ataman geboren ist).“

        Das mag in der Theorie so sein, aber ein Großteil der Linksidentitären gefällt sich schon genug damit Hass auf alle Weißen und alles was Weiße geschaffen haben zu frönen und alle Farbigen als hilfsbedürftige Opfer zu sehen, die man als privilegierter Weißer nun zu helfen hat. Und wenn die das gar nicht wollen, dann ja nur weil sie das rassistische System noch nicht erkannt haben.

        • Wie hier schon oft geschrieben worden ist, verdankt sich der „Hass auf alle Weißen“ a. der wiederkehrenden religiösen Freizeitbeschäftigung des „50 Shades of Flagellantentum“ und b. dem Totalversagen der Schulen und Universitäten in Sachen Allgemeinbildung und speziell historischer Kenntnisse. Sowie daran anschließend (religiotisch) c. die Erfindung eines manichäischen „Täter-Opfer“-Schemas unter konsequenter Ausblendung jeder diesem entgegen stehenden historischen Tatsache.
          Womit es d. wieder möglich wird, die „Bürde des weißen Mannes“ zu beschwören und vorzugsweise von diesem finanzierte Institutionen („xxx-Studies“) sowie Behörden für Migration etc. zu gründen, in denen derer von Farbe mit Immatrikulationshintergrund ein gedeihliches Auskommen finden.

          Letztere Gruppe hat ein existenzielles Interesse daran, „hilfsbedürftige Opfer“ zu finden und zu erhalten. Wenn es eine Eigenschaft gibt, die solche Institutionen an „Opfern“ zwangsläufig nicht leiden kann, dann ist es der Eintritt in die Mündigkeit.
          Denn mündige Bürger reimen sich auf Selbstabschaffung.
          Das erklärt weiterhin das Doppeldenk, nachdem es zwar „rassistisch“ ist, jemanden zu fragen, „ob er von hier“ ist, weil man ihn als „Anderen“ konstruiert.
          Aber nur zu den „Anderen“ zu gehören, eine Jobgarantie per Quote bspw. im öffentlichen Dienst verschafft.
          So entsteht in Zukunft absehbar bspw. die ganz große „TV-L-Berlin-Identität“, die uns alle gehörig bereichern wird, bzw. zur Selbstbereicherung dient.

  3. Vor mehr als 20 Jahren hat mir ein Freund absolut überzeugend dargelegt, dass die CDU die bessere, ja die eigentliche Arbeitnehmerpartei ist und die SPD da gar nichts leistet. Der wusste ganz genau, was er wollte, ein echter Pragmatiker und Arbeiter bei einem der grossen Industriekonzerne Deutschlands.
    Diese Erkenntnis kam „den Türken“ wohl ein wenig später, vielleicht hat man ja aus Gewohnheit länger an der SPD festgehalten. Wahrscheinlich wird die identitäre Linie der SPD die jetzt vollends vergrätzt haben.
    Natürlich werden da viele andere Effekte eine Rolle spielen, die Loyalisten Erdogans zB müsste als gute Faschisten der ihnen in die Hände spielenden SPD weiterhin die Stimme geben. Oder macht auch da die CDU den besseren Deal? Bei so einer Figur wie dem Laschet könnte man sich das durchaus vorstellen.

  4. Das ganze hat zwei Seiten. Einmal Weltbild und Wertesystem der Migranten, das sie aus der Heimat mitbringen, dann ihre politischen Interessen in Deutschland. Ersteres ist konservativ, letztere werden eher von SPD und Grünen vertreten.

    Ist der Migrant einmal in Deutschland etabliert, tritt das traditionelle Wertesystem in den Vordergrund (Besonders natürlich bei Muslimen). In sofern erscheint es mir auch verständlich, dass der Fußballer Mesut Özil, der in Deutschland geboren ist und häufig dafür kritisiert wurde, dass er die deutsche Nationalhymne nicht mitsang, jetzt wo er in der Türkei spielt, die türkische Hymne natürlich singt.

    Ich habe auch schon gehört, dass die Kinder von Deutschtürken, die in die Türkei zurück gegangen sind weil sie meinten, dort bessere Chancen zu haben (bzw. nicht diskriminiert zu werden) nach einiger Zeit nach Deutschland zurückkommen, weil sie sich nicht an Korruption und Schlamperei gewöhnen können.
    Sind halt in Deutschland sozialisiert.

    Das Problem liegt aus meiner Sicht eher bei Grünen und SPD. Wenn man in erster Linie die Interessen jener Migranten vertritt, die sich erst noch etablieren wollen (bzw. die überhaupt erst noch nach Deutschland kommen wollen), gräbt man sich auf mittlere Sicht die Wählerschaft ab. Wer einmal hier ist (mit Familie), der hat eigentlich kein Interesse daran, dass immer mehr Migranten nachkommen (deren Lebensunterhalt er über Steuern finanzieren muss, bzw. mit denen er um Sozialleistungen konkurriert).
    Deshalb macht es aus Sicht von SPD und Grünen auch Sinn, für immer neuen Nachschub an Migranten zu sorgen.

    • Ich denke, das mit der Begeisterung für Migranten seitens der SPD und Grünen ist noch viel simpler. Die wollen damit einfach ein weniger an Deutschland erreichen, die Menschen, die sie dafür benutzen sind ihnen absolut egal. Es geht nur um das Ausleben ihres Hasses auf Deutschland und um sonst nichts. Und dann sind dann noch die paar Geschäftemacher, die an der Unterbringung sich eine goldene Nase verdienen (denke: System a la Nüsslein), die diese Idiotie dann in dem mainstream verankern und normalisieren.
      Oder anders gesagt: Es war einem als Deutschem ja schon immer peinlich im Ausland mit Deutschen reden zu müssen. Diese neurotischen Deutschlandhasser wollen sich die befreiende Urlaubssituation auch nach Deutschland holen, wie andere italienischen Espresso. Ein absolut perfektes Beispiel dafür wäre diese Grüne, deren Name zur Hälfte an einen berüchtigten Nazi erinnert, die ihrer hasserfüllten „Freude“ hier einschlägig Luft gemacht hat. Da für diese Leute die Deutschen sowieso das Allerletzte sind, ist ihnen auch völlig egal, dass diese Migranten homophob, machohaft und demokratiefeindlich sind. Diese Leute haben absolut kein Interesse an der Integration der Migranten, für sie ist das eine Art Feuer mit Feuer zu bekämpfen. Die einzige gemeinsame Wertevorstellung dürfte der Antisemitismus sein, bei dem man sich ja aus Feigheit absolut nicht ertappen lassen möchte.

      • Passt.
        Mal abgesehn davon, dass man sich mit den Einwanderern ein sicheres Wählerreservoir geschaffen hatte und damit natürlich auch sichere Jobs.
        Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

        • „Mal abgesehn davon, dass man sich mit den Einwanderern ein sicheres Wählerreservoir geschaffen hatte“

          Das halte ich tatsächlich für den Hauptgrund für die Förderung von illegaler Einwanderung durch rational orientierte Machtpolitiker wie Merkel: Stimmvieh ranschaffen (die Nummer mit der moralisch ringenden „Ich stehe hier, ich kann nicht anders“- Pfarrerstochter hab ich ihr sogar bis ca 2017 noch abgekauft).
          Die Parteien, die es schaffen, sich glaubhaft als „Retter“ zu inszenieren, können für die nächsten Dekaden mit einem um Millionen erhöhten Wählerpotential rechnen.
          Deutsche und integrierte Türken sind einfach zu gebildet, zu kritisch, sich der Mißstände und ihrer Rechte zu sehr bewusst (grade die Selbstständigen), die Regierungsparteien brauchen aber mehr dankbare, unkritische, finanziell vom Staat abhängige Wähler, die idealerweise aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse Kritik nicht verstehn, Integration ist vielleicht auch gar nicht so sehr gewollt.

          Neulich irgendwo gelesen, dass die Regierung sich das von den US- Dems abgeschaut hat, die warn wohl vor 20 Jahren noch mehrheitlich gegen illegale Einwanderung aus Mexiko, inzwischen haben sie ne Wende um 180 Grad hingelegt, Grund: Import von Wählerstimmen.

          Ein noch tieferer Grund: Es soll hier wie dort nie wieder einen Machtwechsel geben, der für eine Demokratie ja essentiell ist, da soll tiefenbetoniert werden.
          Wer berufen ist, die Welt zu retten, einem auf Jahrzehnte ausgelegten Masterplan folgt, kann demokratische Prozesse überhaupt nicht brauchen.

          Frage: Massenhafter Import von Wählerstimmen dürfte einen klaren Grundgesetzbruch darstellen (ob man den nun nachweisen kann, da bei Bedarf von „Migrant“ wieder auf „Flüchtling“ umgelabelt wird…), kennt jemand den anwendbaren GG- Artikel?

      • „Die wollen damit einfach ein weniger an Deutschland erreichen, die Menschen, die sie dafür benutzen sind ihnen absolut egal“

        Das sagen sie ja auch mehr oder weniger offen.

  5. Aus dem SPD-Zukunftsprogramm:

    Auch die Kinder und Enkel der damals so genannten „Gastarbeiter*innen“ der 60er Jahre erfahren noch heute Diskriminierung im Alltag. Wir werden Anerkennungsstrukturen schaffen.

    Jede Wette, dass die damals von niemandem so genannt wurden. Die Sozis haben sich hier komplett vergendert.

    Die Aussage „Wir werden Anerkennungsstrukturen schaffen“ bedeutet, dass sie die Wählergruppe auch auf ihrer abzuarbeitenden Liste hatten, aber ihnen nichts dazu einfiel. Oder versteht einer, was gemeint sein könnte?

    • Das ist doch ganz einfach! Das bedeutet: „wir diskriminieren die Anderen, für Euch!“
      Die bekämpften „Strukturen“ sind angeblich rein diskriminatorisch. Die Antistrukturen dazu diskriminieren die andere Seite, um den „gerechten“ Ausgleich zu schaffen, in Sinne eines Nullsummenspiels.

      Eine praktische Massnahme wäre: auf Rechtschreibung und Grammatik, auf Eignungstests wird verzichtet, um diese Migranten zu „fördern“. Genauso wie es in den USA geschieht. Dass dies eine anti-empanzipatorische und absolut reaktionäre Politik ist, die diese Migranten nur benachteiligen wird, ist jetzt schon vollständig absehbar.

      Hier wird absolut hervorragend erklärt, warum die Identitätspolitik Integration verhindert und nur zu einer neuen Klassengesellschaft führen kann:

      https://andrewsullivan.substack.com/p/killing-the-sat-means-hurting-minorities

      Das ist genau das, was hierzulande als „Sozialdemokratie“ bezeichnet wurde: gesellschaftliche egalitäre Struktur durch objektive Massstäbe bei der Bildung.

        • oh shit, das war vorher nicht….. Ah, man muss aus Andrews Twitter kommen dann geht es:

          Phänomenaler Aufsatz, eine perfekte Fürsprache für die Sozialdemokratie! Nie was Besseres gelesen!

      • Kein Wunder, dass immer mehr Asylschmarotzer nach Deu kommen, solche Aussagen wirken wie Scheisshaufen auf Schmeissfliegen. Und unsere Migrantenlobbyvereine sorgen schon dafür, dass sich das bei den Flüs rumspricht. Das System zur Migrationsförderung funktioniert perfekt, „Seenotrettung“, soziale Vergünstigungen, Quotenregelungen, Opferkult, alles passt perfekt. Und irgendwann ist es zu spät. Und die dummen Sozen und ihre Verbündeten machen mit.

  6. Vielleicht ist es tatsächlich so, daß sich für viele Deutschtürken die SPD in den letzten fünft Jahren zu sehr verschwult hat. Es geht ja nur noch um irgendwelche Minderheiten, Gendersternchen und Feminismus.

    Das törnt konservative Türken eher ab. Bei der CDU ist zwar auch einiges im Gange, aber die kommt einfach bodenständiger rüber, konservativer, eben nicht so verschwult.

    Man wählt ja auch sehr personenbezogen. Was für ein Typus Mensch ist in der jeweiligen Partei vorherrschend?

    Ein Grund könnte auch die sehr deutliche Positionierung von Deutschtürken in linken Parteien gegen Erdogan sein.

    Trotzdem müßte man sich die Untersuchung mal genauer angucken, denn so ein drastischer Wählerwechsel ist schon kurios.

    • „verschwult“ halte ich für eine eher unglückliches Wort, auch wenn viele Türken mit schwulsein eher ein Problem haben, es gibt nicht wenige schwule Türken. Ich würde es auch eher so sehen, dass die SPD Schwule gar nicht mehr so im Fokus hat, weil ja tendenziell eher biologisch ein Mann (also toxisch), sondern die bei den Grünen mehr Resonanz haben. Eigentlich fällt mir niemand mehr ein, die SPD wählen könnten, außer ältere Menschen, die den ganzen Driss im Web nicht so mitbekommen und medial überfordert sind. Naja und vielleicht noch die paar verblendeten Menstruationsverarmende.

      • Der Begriff ist eher metaphorisch zu sehen. Er meint einfach „schwach“, „tuntenhaft“ „affektiert“. Halt so, wie sich viele Szeneschwulen gerne geben.
        Wer aus einem Land kommt, wo man als Mann stark sein muss (und soll), der mag so ein Getue halt nicht besonders.

    • Ich habe darauf gebaut, daß man den Begriff „verschwult“ metaphorisch versteht. Natürlich geht es auch um Homos und sogenannte LBGTIQ-Leute, denen sich die SPD anbiedert.

      „Verschwult“ meint aber, daß diese Partei einfach keine Eier mehr hat. Einen neuen Helmut Schmidt sucht man dort vergebens. Stattdessen betreibt die SPD eine Art Hypochonder-Politik in bezug auf schreiende Minderheiten, die sich unterdrückt fühlen, statt eine Psychotherapie zu machen. 🙂

      Den linken Parteien mangelt es an gesunder Männlichkeit, während es den rechten Parteien an gesunder Weiblichkeit mangelt.

      (Wobei „rechts“ auch CDU/CSU und FDP mit einschließt.)

      • „Verschwult“ meint aber, daß diese Partei einfach keine Eier mehr hat.

        Ok, schon lange nicht mehr.

        Klicke, um auf hamburger_programm.pdf zuzugreifen

        Seite 41:
        „Wenn wir gleiche Teilhabe für Frauen und Männer verwirklichen wollen,müssen wir alle Lebensbereiche umgestalten: Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“
        Hamburger Programm
        Grundsatzprogramm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
        Beschlossen auf dem Hamburger Bundesparteitag der SPD am 28. Oktober 2007.

    • Menstruationsverarmende, Gendernde, Ewiggestrige, Arbeitskämpfende, Träumende, Verblenderinnen, uvm. die sich im Betroffenheitsschleim dieser Partei suhlen.

    • Und sobald die SPD an Bedeutung verliert, werden sich auch die Feministinnen abwenden, in andere Parteien eintreten und die ebenfalls auf Identitätspolitk ausrichten.

    • Es gibt da alte Familientraditionen. Bei uns waren auch alle in der SPD, die Erzählungen meines Opas von Schlägereien mit der SA und Kommunisten aus der Weimarer Zeit sind mir unvergesslich. Als er starb, trat mein Vater ein, damit einer aus der Familie in der Partei ist. Ich bin dann natürlich auch eingetreten und habe mich nicht wohl gefühlt als ich austrat, aber es ging nicht mehr.

  7. Der neueste tweet vom SPD-Vorstand …

    „Sie wirbt für intersektionellen Feminismus.“

    Hey, wäre das nicht eine tolle Kanzlerkandidatin?!

  8. Es ist doch ganz einfach so, dass ein großer Teil der „Deutsch-Türken“ wie jeder andere auch einfach nur ziemlich viele Steuern und Sozialabgaben zahlen. Das bekommen sie jeden Monat mit dem Gehaltsnachweis präsentiert. Sie merken gleichzeitig genauso, dass es in weiten Teilen Deutschlands mit ihrem meist durchschnittlichen Gehalt nicht so einfach ist, sich eine Wohnung und ein Auto zu finanzieren. Mit der tollen Idee der SPD, das Ehegattensplitting abzuschaffen, belastet sie genau diese besonders häufig verheiratete Gruppe nochmal stärker.

    Die SPD müsste tatsächlich mal wieder eine Politik machen für wahlberechtigte deutsche Staatsangehörige, die auch grundsätzlich bereit wären sie zu wählen (v.a. Angehörige der unteren Mittelschicht). Grünen-Stammwähler werden wohl nicht zur SPD wechseln, wenn sie auch das Original wählen können. Desillusionierte Nichtwähler schon eher. Deswegen ist es auch nicht hilfreich, die Hälfte der Bevölkerung (Männer) damit zu beleidigen, dass sie angeblich für die gleiche Arbeit 20 Prozent mehr Gehalt als Frauen bekommen.

    Die SPD müsste mal mit der Idee einer echten und erheblichen Senkung der Abgaben für alle ARBEITSeinkommen ankommen. Das müssten dann aber schon ein 10 ProzentPUNKTE weniger Abgaben (Steuern/Sozialabgaben) für Durchschnittseinkommen sein. Das heißt die Grenzsteuersätze müssten deutlich flacher ansteigen und ihr Maximum deutlich später erreichen. Wenn man das ordentlich verkauft, dann kann man an der ein oder anderen Stelle sicher auch wieder stärker zulangen.

    Aktuell wird die Mittelschicht nunmal von oben und unten ausgenommen. Die Reichen profitieren von niedrigen Kapitalertragssteuern, haben eh schon viel Geld, dass sie mit etwas Geschick nahezu steuerfrei geerbt haben. Die Deutsch-Türken, die sich in der 2. oder 3. Generation in die Mittelschicht hochgearbeitet haben geben 50 Prozent ihrer Arbeitseinkommen an den Staat und die Sozialversicherung ab, zahlen hohe Mieten und erben meist wenig bis nichts, was sie noch unter mehreren Geschwistern aufteilen. Die Flüchtlinge aus Syrien stehen dann finanziell mit allen Zuwendungen praktisch genauso gut da, egal ob sie sich integrieren oder nicht.

  9. Das Problem ist halt, dass es keinen besonderen Grund gibt, SPD zu wählen. Wenn man für Feminismus und Multikulturalismus ist, wählt man die Grünen. Wenn man für Vermögenssteuer und stärkere Kontrolle der Wirtschaft ist, wählt man die Linke. Was soll ´s also?

    Sozialdemokratische Politik heißt (nach meinem Verständnis), die Menschen in die Lage zu versetzen, sich selber zu helfen. Nicht, ihnen einfach zu geben, was sie brauchen(wie es die Linken wollen), das schafft nur Abhängigkeiten. Ich sehe das bei der SPD aktuell nicht.

  10. Pingback: Taz muss auch noch was tazu sagen – apokolokynthose

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