Audis Mitarbeiter, die Audianer_innen, sollen zukünftig gendern

Ein Bericht in der Augsburger Zeitung führt an, dass Audi nunmehr wohl innerhalb des Konzerns gendern möchte und dies auch seinen Mitarbeitern nahe legt:

Jahrhunderte lang sollten sich Frauen im generischen Maskulinum, also bei verallgemeinernden männlichen Personen- und Berufsbezeichnungen, „mitgemeint“ fühlen. Dabei machen sie mehr als die Hälfte der gesamten Bevölkerung in Deutschland aus. Hinzukommen all jene Menschen, die sich keinem binären Geschlecht – sprich Mann oder Frau – zuordnen wollen oder können. Laut der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) sind das bundesweit 100.000 bis 120.000 Personen. Auch die sollten sich im generischen Maskulinum alle „mitgemeint“ fühlen. Seit einiger Zeit wird das generische Maskulinum jedoch zunehmend infrage gestellt. Und auch immer mehr Unternehmen in Deutschland wollen in ihrer Kommunikation alle Menschen und ihre geschlechtliche Identität gleichermaßen berücksichtigen. Zum 1. März hat nun der Ingolstädter Automobilhersteller Audi begonnen, zu gendern.

Man merkt, die Schreiberin des Artikels ist ein Freund des Genderns. Allerdings ist es gegenwärtig eher immer noch eine Kunstsprache, die für die meisten im täglichen Gebrauch viel zu umständlich ist. Das wird denke ich eine Verbreitung über enge Kreise hinaus sehr schwierig machen. Ich bezweifele, dass der typische Bandarbeiter bei Audi seine Sprache großartig umstellen will oder darin, ob männlich, weiblich oder divers, einen großen Vorteil sieht. 

Wie Denise Mathieu, Leiterin Diversity Management, und Antonia Wadé aus der Projektgruppe „Gendersensible Sprache“ berichten, haben sie ein Jahr lang intensiv an der Planung und Umsetzung der Richtlinien gearbeitet, die Audi ihren Beschäftigten ab sofort für die interne und externe Kommunikation an die Hand gibt. In dem dreizehnseitigen Dokument, das den Titel „Vorsprung beginnt im Kopf“ trägt, werden mehrere Möglichkeiten aufgezeigt.

Es ist die Frage, ob es eine kluge Idee von einem Unternehmen ist, sich eine Diversity Managment Abteilung zu geben und die dann auch noch mit Anhängern solcher Theorien zu besetzen. Denn dann kommen solche Vorschläge nach „einem Jahr intensiver Arbeit“ dabei heraus, die dann im Raum stehen und eine Entscheidung verlangen.

Was an dreizehn Seiten zu gendergerechter Sprache ein Jahr dauert wäre eine andere Frage. Ich vermute mal es wird die zu erwartenden Ausführungen enthalten, also etwa eine Einleitung wie dieser Artikel nur etwas länger, ein Überblick über die Möglichkeiten und einen Vorschlag zur Umsetzung. 

So können sowohl Begriffe verwendet werden, die das Geschlecht unsichtbar machen, wie neutrale Bezeichnungen, Partizipformen oder Passivkonstruktionen, als auch eine Variante, die alle Geschlechter bewusst sichtbar macht.

Immer ein gutes Mittel: Zeigt man den Leuten welche fürchterlichen Formen des Gendern es gibt, dann erscheint der „Gender Gap“-Unterstrich plötzlich als eine interessante Wahl. Ich vermute mal hätte man alle Formen bei der Belegschaft zusammen mit „Wir lassen alles wie es ist“ zu einer anonymen und geheimen Wahl gebracht, dann wäre das Ergebnis gegen das Gendern erfolgt. Aber hier hat man es mit der Darstellung, dass Audi etwas machen muss in den verschiedenen Möglichkeiten zur Wahl gestellt und anscheinend hat dann der Unterstrich gewonnen. 

Hier hat sich Audi für den sogenannten „Gender Gap“ entschieden, den Unterstrich. Beispiel: Audianer_innen. „Der Gender Gap schafft Raum für alle nicht-binären Geschlechtsidentitäten“, erklärt Wadé. Außerdem sei er noch nicht belegt wie das Gendersternchen, das vor allem bei IT-Anwendungen zu Problemen führen könne.

Ich bin mal gespannt, wann die ersten Werbungen mit Unterstrich kommen, denn bei Werbungen geht es ja tatsächlich um etwas. Gut, „Vorsprung durch Technik“ muss man nicht gendern und auch sonst kann man sich wahrscheinlich drum drücken. 

„Audiander_innen“ klingt jedenfalls schrecklich. 

 

Audi beginnt aus Gründen der Wertschätzung, Offenheit und Integrität zu gendern

Der Anstoß zur Verwendung geschlechterneutraler Sprache kam nicht nur aus der Diversity-Abteilung, die für Vielfalt im Unternehmen verantwortlich ist, sondern ebenso aus anderen Bereichen der Belegschaft, sagt Mathieu. So hätten sich die Beschäftigten eine Anleitung gewünscht, wie sie ihre Arbeit, zum Beispiel im Vertrieb, diskriminierungsfrei erledigen können. Mit dem Leitfaden wolle man nun für eine Einheitlichkeit in der Kommunikation sorgen. Sabine Maßen, Vorständin für Personal und Organisation bei Audi, betont: „Wertschätzung, Offenheit, Verantwortung und Integrität sind die Basis unserer Unternehmenskultur.

Es würde mich interessieren, da mehr darüber zu erfahren inwiefern die Belegschaft da tatsächlich den Wunsch hatte zu gendern oder ob sie den Auftrag hatten ihre Arbeit diskriminierungsfrei zu machen und dafür notgedrungen Anweisungen wollten. 

Dies machen wir auch in unserer Sprache deutlich.“ Gendersensibel zu kommunizieren sei eine Frage des Respekts und Ausdruck einer Haltung gegen Diskriminierung und für Vielfalt. Der Mutterkonzern Volkswagen nutzt übrigens – zumindest in der Kommunikation nach außen – noch keine genderneutrale Sprache. Eine Sprecherin teilte hierzu auf Nachfrage mit, dass man derzeit prüfe, „wie sich diversitysensible Sprache nachhaltig umsetzen lässt“. Man wolle eine Lösung erarbeiten, die auf breite Akzeptanz stößt.

Bei Volkswagen schiebt man das Thema also noch etwas raus und nutzt vielleicht auch Audi mal als Versuchsballon. 

Bei der Entwicklung des Leitfadens arbeitete der Ingolstädter Automobilhersteller mit der Organisation Prout at Work zusammen, eine Stiftung, die LGBT*IQ-Themen am Arbeitsplatz sichtbar machen will, das heißt, Anliegen von Menschen, die sich nicht mit der heterosexuellen Norm und deren Geschlechterrollen identifizieren. Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Dalia aus dem Jahr 2016 beträgt der LGBT-Anteil in Deutschland 7,4 Prozent – der höchste in der Europäischen Union.

Deutschland hat den höchsten LGBT-Anteil in der EU? Wobei da ja auch immer die Definition relevant ist. Dennoch wäre das interessant. 

Audi beginnt zu gendern: „Sprache prägt unser Denken.“

Für Jo Labecka, zuständig für Unternehmenspartnerschaften bei Prout at Work, ist genderinklusive Sprache eine Herzensangelegenheit. Jo gehört selbst zur Queer-Community, will keinem bestimmten Pronomen zugeordnet und am liebsten beim Vornamen genannt werden. Jo ist 34 Jahre alt, kommt ursprünglich aus Polen und hat bereits einige schlechte Erfahrungen hinter sich.

Jo klingt für mich sehr anstrengend. Ich hoffe, dass ich beruflich davon verschont werde alles zu gendern. Und das ich wenig mit Leuten zu tun habe, die besondere Sprachregelungen wünschen. 

„Ich habe mich anfangs in der Arbeitswelt versteckt. Das hat mich viel Kraft gekostet. Ich will nicht, dass andere das Gleiche durchmachen müssen wie ich und ihr Potenzial nicht frei entfalten können.“ Umso wichtiger ist es Jo, dass Unternehmen veraltete Rollenbilder überwinden. Sprache sei hierbei von besonderer Bedeutung. „Sprache prägt unser Denken. Erst wenn wir etwas lesen, hören und sprechen, wird es Wirklichkeit“, findet Jo.

Man wird sehen, ob das wirklich etwas ändert. Die meisten Leute werden schlicht wenig Kontakt zu Diversen haben und es als unbequem empfinden. Ob sie positiv darauf reagieren, wenn Leute auf diese Art zu sprechen, die ja sonst keinerlei Vorteile bringt, besteht oder ob sie nicht eher den Leuten zumindest unterbewußt vorwerfen, dass sie ihr Leben kompliziert machen wird abzuwarten sein. 

Eine weitere große deutsche Firma, die gendersensible Sprache nutzt, ist das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim. Bereits 2015 hat die Firma Empfehlungen zu „wertschätzender Kommunikation“ herausgegeben und war nach eigener Aussage damit eines der ersten Unternehmen in Deutschland. Die Firma empfiehlt das Gendersternchen, vorgeschrieben ist es aber nicht. Man will innerhalb des Unternehmens vor allem ein Bewusstsein für Vielfalt schaffen und zu Debatten anregen, sagt ein Sprecher von Boehringer Ingelheim.

Interessant wäre wie die Umsetzungsrate ist oder ob man es im wesentlichen ignoriert. 

 

Obgleich die Diskussionen komplizierter würden, seien die Erfahrungen insgesamt positiv. Diversität zu leben, sei allerdings ein „Marathon“. Das weltweit agierende Pharmaunternehmen erhofft sich durch eine offene Firmenkultur und Inklusion auch einen Wettbewerbsvorteil. „Wenn Teams zu homogen sind, denken alle gleich. Das bremst“, ist sich der Sprecher sicher.

Umfrage der Jobplattform Stepstone: 78 Prozent arbeiten lieber in einem diversen Umfeld

Dass sich Menschen lieber bei Unternehmen bewerben, die für Vielfalt stehen, bestätigt eine repräsentative Studie der Online-Jobplattform StepStone aus dem vergangenen Jahr. 11.000 Menschen wurden befragt, 78 Prozent gaben an, dass sie lieber in einem diversen Umfeld arbeiten. 70 Prozent meinten, dass Faktoren wie mehr Frauen in Führungspositionen einen positiven Einfluss auf wirtschaftlichen Erfolg haben. Eine länderübergreifende StepStone-Studie mit 15.000 Befragten kam zu dem Ergebnis, dass Deutschland im Vergleich zu den beiden anderen größten Volkswirtschaften Europas, England und Frankreich, in Sachen Diversität und Chancengleichheit noch weit hinterherhinkt.

Gendern als Wettbewerbsvorteil? Ich vermute eine umgekehrte Kausalität: Nur sehr große Unternehmen, denen es gut geht, können so etwas umsetzen. Und die sind eben bei Arbeitnehmern aufgrund hoher Löhne etc beliebt. 
Auch interessant: Wir haben anscheinend gleichzeitig die meisten LBTG*IQ Anteil in Europa aber auch die meiste Unterdrückung. Wie das zusammenpasst wäre interessant. 

(…)

Dass niemand den Unternehmen und Mitarbeitenden bindende Vorschriften bei gendersensibler Sprache macht, sieht Jo Labecka realistisch. „Es wäre schön, wenn das in der Praxis stärker eingefordert würde, aber das ist fast unmöglich.“ Würde man die Menschen dazu zwingen, wäre dies wohl eher kontraproduktiv.

„Die Leute würden sich dagegen wehren – und das ist das Letzte, was wir wollen.“ Petra Weitzel von der dgti wird in ihrer Forderung deutlicher: „Bei den meisten Unternehmen endet das Thema ‘divers’ in der Stellenausschreibung. Bei formellen Dokumenten und in der gesamten Kommunikation nach innen und außen muss gendersensible Sprache berücksichtigt werden.“ Sprache sei ein mächtiges Instrument. „Entweder sie symbolisiert weiter das Patriarchat oder sie hilft, es aufzubrechen.“

„Wer nicht gendert, der symbolisiert das Patriarchat“. Naja. aber immerhin verstehen sie, dass zu viel Druck eher Widerstand hervorruft. 

 

97 Gedanken zu “Audis Mitarbeiter, die Audianer_innen, sollen zukünftig gendern

  1. Denise Mathieu, Leiterin Diversity Management, und Antonia Wadé aus der Projektgruppe „Gendersensible Sprache“ sind so überflüssig wie dem Papst seine Eier.

    „Sprache prägt unser Denken. Erst wenn wir etwas lesen, hören und sprechen, wird es Wirklichkeit“, findet Jo. Keiner braucht Jo, das ist hiermit die Wirklichkeit.

    • Vorausgesetzt, du kannst verhindern, dass irgendjemand darüber spricht oder schreibt, kannst du Jo so viel verprügeln wie du willst. Das ist dann nämlich nicht real.

      Wenn Jo im Wald erschossen wird und keiner spricht drüber, ist Jo dann wirklich tot?

      Taubstummen Analphabeten kann man nicht helfen. Da sie die Folgen der „Hilfe“ nicht beschreiben können, ist es auch keine.

      Das ist so dumm…

    • „Erst wenn wir etwas lesen, hören und sprechen, wird es Wirklichkeit“

      Das gilt für das was wir glauben zu Wissen. Nur weil immer behauptet wird das Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld bekommen. Es ist deswegen nicht wirklich so, aber die Menschen glauben es.

      Propaganda funktioniert genau so.

    • „Gendersensibel“

      Ich kann nur immer wieder darauf hinweisen, daß das ein heimtückischer, doppeldeutiger Kampfbegriff ist, der die Mimosenhaftigkeit bestimmter akkreditierter Opferstatusgruppen zum Maßstab aller Dinge machen will (Details s. Sensibel ist das neue woke). Das ganze ist zutiefst undemokratisch, weil bereits die Sprache und damit die elementare Kommunikation zu einem Bekenntnis zu einer Ideologie umfunktioniert wird.

      • Man sollte den Begriff „geschlechterbetonend“ oder „geschlechterhervorhebend“ vrewenden und gleichzeitig auf das Framing durch „gendersensibel“ hinweisen.

        • Ja, dieses Framing ist echt widerlich. Daran erkennt man aber eben Ideologen mit totalitären Ansprüchen: die eigenen Standpunkte immer mit positiven Attributen versehen, um damit gleich jeden davor zurückschrecken zu lassen, sie zu kritisieren. Wer will schon genderunsensibel oder geschlechterungerecht sein?

          Entlarvend, in welcher historischen Kontinuität sich diese Mischpoke da bewegt. Denn genau aus demselben Grunde nannte die DDR die Mauer, mit der sie die eigenen Bürger einsperrte, ja auch „antifaschistischen Schutzwall“. Jaha, kritisier mal so was! „Bist du etwa gegen den Schutz vor Faschismus? Bist du gar FÜR Faschismus?!“

          • Billy, die Frage lautet vollständig: „Bist du für oder gegen den Faschismus?“
            Wenn es nämlich darum geht, die Wahrheit auf den Kopf zu stellen, dass die Mauer gebaut worden ist, um die „Republikflucht“ zu verhindern, dann lauert auf der anderen Seite mindestens der böse Faschist, der die unschuldige Bevölkerung der DDR zu penetrieren gedenkt (mit Faschismus).

            Die Bösen sind jenseits der Mauer z.B. der „geschlechtergerechten“ Sprache – das sind also per se die Ungerechten.
            Da muss im Gegenzug ständig die Mauer geschleift werden, nämlich die des „Patriarchats“.

            Billy, wenn man die Hacken seiner roten Halbschuhe drei Mal zusammenschlägt, dann erscheint das „Patriarchat“, das die unschuldige Bevölkerung penetriert hat und aber gebannt werden kann, indem man geschlechtergerechte Sprache verwendet.

            Wie der Faschist auf der anderen Seite der Mauer erscheint auch das Patriarchat erst in dem Augenblick als Beschwörung des BÖSEN (TM), wenn das Mittel verfügbar und im Alleinbesitz derjenigen ist, die in der Lage sind, das BÖSE (TM) zu erkennen und zu bannen.

            Wie schön, dass die Kräfte des GUTEN (TM) und GERECHTEN (TM) genau dann entstanden sind, als es ihnen gelang, DAS BÖSE (TM) kenntlich zu machen. INDEM sie es als DAS BÖSE (TM) beschworen haben.

            Entscheidend ist hier nicht die Konstruktion oder das „framing“ von „Scheinalternativen“ oder „false dichotomies“, sondern die fungierende Ebene befindet sich eine Abstraktion darüber.
            Die VertreterI*_:nnen einer manichäischen Sicht haben ihre manichäische Weltanschauung zur Grundlage einer VHB gemacht.
            Sie sind die GUTEN (TM) und GERECHTEN (TM) und kämpfen gegen DAS BÖSE (TM) und UNGERECHTE (TM).

            Die Hacken der roten Halbschuhe drei Mal zusammenschlagen und auf ein Ergebnis zu hoffen ist ein Kindermärchen (und es ist auch für Kinder geschrieben).
            Wir sind Erwachsene, die sich mit Kindermärchen herumschlagen.
            Das ist die abtörnende Wahrheit.

            Wie gesagt: „Bist du für oder gegen den Faschismus?“ Gaga.
            „Black lives matter!“ Auf welcher Demo oder in welcher Realität wurde das Gegenteil „Black lives don´t matter!“ behauptet?
            Wenn „Kinder an die Macht!“ Realität geworden ist (und keiner hat es zur Kenntnis genommen), dann entsteht unsere bizarre Realität.

            Mythische Bannflüche von (N-) Wörtern, drei Mal die Hacken zusammenschlagen, HexHex, Expelliarmus!
            Man muss nur die Hacken seiner roten Halbschuhe drei Mal zusammenschlagen und sich ein Haus wünschen – so entsteht ein HAUS.
            Problem des sozialen Wohnungsbaus gelöst! 🙂

            Wie bringt man Kindern die Verwendung von Erwachsenensprache bei?
            Wie zeigt man Kindern, dass sie Kindersprache und Kinderdenken verwenden?
            Vor allem, wenn es sich um narzisstisch verseuchte Rotzlöffel handelt?

        • „Geschlechterbetonend“ geht leichter von den Lippen und kann schnell auch mal zu „geschlechtsbetonend“ verkürzt werden. Ja, den Begriff werde ich mir angewöhnen.

          „Geschlechtersensibel? Du meinst geschlechterbetonend. So spreche ich nicht, denn ich will genau das Gegenteil davon, nämlich über das Geschlecht von Personen hinwegsehen „

  2. Also dass da nach so langer Zeit nur 13 Seiten heraus kommen wundert nun wirklich niemanden, der sich in der Branche bewegt.
    Das ist geradezu Standard….
    Aber der entscheidende Punkt ist, dass man sobald man diese Hornochsen bittet eine Idee zu dem Thema zu formulieren, natürlich eine Empfehlung zu Schluckaufstern und Unterstrich bekommen wird. Das ist eine eins zu eins Korrelation. In Ermangelung von Zahlen Daten und Fakten.
    Ich bezweifle jetzt mal dass die Belegschaft von Audi sonderlich divers ist. Witzigerweise findet man sofort heraus Wieviele Frauen in den Toppositionen vertreten sind, aber eher schwer was eigentlich die Basis ist. Ich würde mal im Unternehmen vermuten, dass es unter 20 Prozent Frauen sind. Was die Gruppe des Buchstabensalats L-usw-usf. betrifft ist das schwer zu schätzen. Ich bin im Job allerdings schon relativ vielen davon begegnet, was möglicherweise damit zu tun hat, dass die sexuelle Seite in der Branche eher uninteressant ist und sich das technische Personal eher wenig um das Privatleben anderer kümmert. Mithin also wahrscheinlich friedlicher und konfliktärmer als irgendwelche Verwaltungen ist.
    Im Großen und ganzen vermute ich aber, dass eher wenige im Unternehmen dem Unsinn folgen werden.

    • Habe vor zwei Jahren eine Betriebsbesichtigung bei Volkswagen gemacht. Sehr interessant, wir konnten uns den gesamten Produktionsprozess anschauen.

      Man sieht schon eine ganze Reihe von Frauen, aber mehr als 25% sind es sicher nicht.

  3. Dafür werden die Audianer_innen am Band sicherlich viel Verständnis haben.

    Wir wollen, dass alle mitgemeint sind, deswegen meinen wir alle Männer in Zukunft einfach nicht mehr mit.

  4. Warum die explizite Hervorhebung weiblicher und diverser Personen als „Gendersensible Sprache“ gilt ist mir seit langem ein Rätsel. Jede Verwendung von „Audianer_innen“ impliziert doch jetzt erst einmal, dass zwischen männlichen, weiblichen und sonstigen Audi-Mitarbeitys* Unterschiede AUFGRUND der Geschlechtsidentitäten zu bestehen scheinen – sonst müsste ich ja nicht in jedem zweiten Satz daran denken, diese noch einmal bewusst hervorzuheben.

    Am Ende wieder ein schönes Beispiel für die aktuelle Identitätspolitik: Während der Durchschnittsmensch auf der Straße in 95% der Zusammenhänge gerade keine Unterscheidungen aufgrund eines bestimmten Merkmals (hier: Geschlecht) macht, wird „von oben“ entschieden, dass eben diesem Merkmal doch eigentlich in jeder Alltagssituation eine enorme Bedeutung zukommt.

    *Das Entgendern nach Phettberg („Audianys“) wäre natürlich auch hier die eleganteste Lösung 😉

    • „Unterschiede AUFGRUND der Geschlechtsidentitäten zu bestehen scheinen“

      Absolut richtig, das ist der reinste und extremste Sexismus, den man sich vorstellen kann. Vor allem „verdeckt“ (wie sie immer so schön sagen) diese Diktion das Männliche. „Gendersensibel“ ist es, weil damit endlich die angebliche männliche Unterdrückung gebrochen wird, indem der Spiess einfach mal umgekehrt wird. Das hirn- und sinnlose Geschwafel der Gender-Sekte dazu soll diese – eigentlich offen zutage liegende Offensichtlichkeit – übertünchen (a la „Niemand hat vor eine Mauer zu bauen, es handelt sich hier um ein Brücke zur Verständigung“).

      • Und das ist eben auch der Grund, warum sich bei der „Diskussion“ um das Gendern gerade nicht eine neue generische Form durchsetzt (wie z.B. diejenige nach Phettberg) sondern eine, die zusätzlich spaltet. Es geht nicht um „Gerechtigkeit“ sondern um eine Machtdemonstration.

        • Warum sollte man überhaupt eine neue generische Form einführen? Es gibt doch schon eine!

          Wenn überhaupt, sollte man eine alleinig männliche Form einführen. Die gibt es nämlich nicht, im Gegensatz zur alleinig weiblichen Form. Die jetzt vorhandene männliche Form steht im Schatten der generischen.

    • Wie groß ist der Frauenanteil bei Audi eigentlich?

      Und wenn man was für Frauen tun wollte, um sie sichtbar zu machen, wäre es nicht klüger, keine Männer mehr einzustellen, bis Parität erreicht ist?

  5. „Jahrhunderte lang…“

    Hier werden Legenden erschaffen!!

    Feminismus =

    Ich vermute unsere Firma wird den Scheiß irgendwann auch machen. Aktuell steht zwar an einigen Stellen das allgemein die männliche Form verwendet wird, aber alle Geschlechter mit gemeint sind, aber das reicht den Feministen vom Betriebsrat und der IGM ja nicht. Die sprechen mittlerweile auch schon von Ingenieur_innen. Kam auch schon vor das sie in das alte „Ingenieurinnen und Ingenieure“ verfielen, sich dann aber währenddessen an das Neusprech erinnerten und nach „Ingenieurinnen“ abbrachen. Natürlich sehr angemessen bei bestimmt >85% Ingenieure. Die dürfen sich mitgemeint fühlen. Etwas das man Frauen nicht mehr zumuten kann.

    • „Laut der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) sind das bundesweit 100.000 bis 120.000 Personen.“

      Und weil diese 120 Tsd. sich nicht nur mitgemeint fühlen wollen, sollen die anderen 80 Mio jetzt anstelle einer Form die niemals als exklusiv vorgesehen war, bis Feministinnen es anfingen es zu behaupten, eine neue Form verwenden, die auch nur alle Personen mitmeint, das schreiben und sprechen verkompliziert, die Menschen ärgert, vom Großteil abgelehnt wird und keine wirklich neuen oder relevanten Informationen enthält.

      • Korrektur:

        Und weil diese 120 Tsd. sich nicht nur mitgemeint fühlen wollen sollen*

        Es ist ja nicht mal gesagt das die Mehrheit der 120 Tsd. das überhaupt will.

        • Da sind nicht diese 120k Transen schuld, die ziehen nur die logische Schlussfolgerungen aus der aktuellen Lehrmeinung. Und um ehrlich zu sein nicht mal das, die meisten von denen wollen ja gerade explizit das eine sein, oder halt das andere. Schuld sind die Feministinnen die zu erst mal das generische Maskulinum abgeschossen haben. Ohne diese hätten wir überhaupt kein Problem mit der Inkluasion von Sondergeschlechtern, sind alle gemeint, alle egal als was sie sich sehen. Hier arbeitet sich die feministische Linguistik an einem Problem ab das sie selbst, aus eigener Dummheit, geschaffen hat.

          • „aus eigener Dummheit, geschaffen hat.“

            Sozial konstruiert ist das Problem definitiv, das ist eine von oben, durch Inhaberixe von politischen, medialen oder hier wirtschaftlichen Machtpositionen erzwungene Änderung der Semantik der deutschen Sprache.

            Das war aber keine Dummheit, sondern sehr clever, um nicht zu sagen strategisch genial. Wir leben in einer Opferstatuskultur (ich empfehle wieder mal die hervorragende Analyse Microaggression and Moral Cultures von Campbell und Manning über den Aufstieg der Opferstatuskultur). Die sprachlichen Deformationen sind wegen ihrer Auffälligkeit eine permanent wirkende Gehirnwäsche, die diese Opferstatuskultur zur unhinterfragbaren Doktrin macht. Und für diejenigen, die die Opferstatuspyramide verwalten oder dort oben stehen, ist das ein gigantischer Deal wie Trump sagen würde, es verschaffte Macht und Pöstchen ohne Ende.

            Ohne mal richtig die rote Karte gezeigt zu bekommen – wie damals Gilette – wird sich nichts ändern, dazu sitzen die Opferstatuspriesterinnen viel zu fest im Sattel.

          • @mitm
            Sie haben sich aber klar als neue Oberschicht markiert, was gefährlich ist. Als Oberschicht steht sie auf sehr tönenden Füssen, da sie jegleiche Logik und Vernunft verachten muss. Und sie hat sich jetzt mit JEDEM WORT angreifbar gemacht. Insofern ist es alles andere als genial mit dem grössten Freiheitsventil, das die Menschen besitzen, der SPRACHE anzufangen, diese als erstes in Ketten zu legen. Entweder gibt es eine ganz schnelle Durchsetzung der ganzen Gesellschaft hin zu progressiv-totalitären Strukturen, oder diese Revolution wird schmählich scheitern, mit kaum einem Wimmern. Dieser Erfolg jetzt mit Sprache und flächendeckender Kontrolle der Institutionen verdammt sie zur Eile bei der Übernahme der wirklichen Kontrolle. Und hierfür wird eine bisher völlig ungesehene Gewalttätigkeit notwendig werden, um den massenhaften Dissenz zu bändigen.

      • Vor allem interessant, dass man sich hier auf die Schätzungen einer eindeutigen und hundertprozentigen Lobbygruppe verlässt im Artikel. Dass nach nunmehr über zwei Jahren, in denen es die Möglichkeit gibt, sich neben männlich und weiblich auch als divers eintragen lassen zu können, sich gerade mal eine eher niedrige dreistellige Zahl von Menschen gefunden hat, die diese Möglichkeit wahrnahm, könnte man ja als Indikator für die Lebenswirklichkeit betrachten. Ist halt nur nicht so sexy, wenn man das Bestreben, diese autoritäre und totalitäre Ideologie auch noch wohlwollend zu pushen, in seinem Text derart schlecht verstecken kann, wie die Autorin. Da beruft man sich also weniger auf nachprüfbare aber für die Erreichung ideologisch propagandistischer Ziele weniger hilfreiche Zahlen, sondern auf die bloßen „Schätzungen“ einer diesbezüglich zweifelsfreien Interessengruppe.

        Nur mal so als Beispiel: Frag mal drei Leute, wie viele Menschen im Feuersturm von Dresden zu Tode gekommen sind. Frag einen Historiker und er wird dir eine Zahl nennen, die zwar im Wesentlichen eine Schätzung ist, aber die auf Recherchen beruht. Frag einen Rechtsextremen und er erzählt dir irgendwas von zig Millionen. Frag Joe Biden und er sagt dir etwas von so ca. 120 Menschen. Welchen der drei du nun in deinem Text als „Experten“ zitierst, hängt nun schließlich ganz davon ab, was die Intention ist, die du mit der Erwähnung einer solchen Zahl verfolgst… 😉

        • Welchen der drei du nun in deinem Text als „Experten“ zitierst, hängt nun schließlich ganz davon ab, was die Intention ist, die du mit der Erwähnung einer solchen Zahl verfolgst…

          Du bist nicht auf dem neuesten Stand billy. Der ethisch-verantwortungsbewusste Wissenschaftler von heute (es muss mindestens „responsible“, „ethical“ oder „aware“ sein!) tut natürlich nichts dergleichen, denn sich auf einen bestimmten Experten festzulegen ist mindestens eine Diskriminierung und Unterdrückung der anderen.

          Der Wissenschaflter von Welt tut folgendes: Er nimmt den Mittelwert der Antworten von Historiker, Rechtsxtremen und Joe Biden. Das Ergebnis muss (!) dann ziemlich genau sein, denn schließlich hat man viel mehr Information berücksichtigt. So funktioniert Wissenschaft heutzutage!

      • Sind die überhaupt befugt für die 120000 Transen zu sprechen? Gab es eine Wahl? Vielleicht spreche ja auch ich für die? Sagt ja keiner, dass der Sprecher auch eine Transe sein muss.
        Und ich sage, dass die Transen das nicht wollen. Wer mir nicht glaubt kann einfach die 120000 Transen fragen.

  6. Kein Wunder, dass die Audianer_innen beim neuen Totalitarismus vorneweg mitmachen.
    Die Arbeiter-Belegschaft könnte es in Zukunft ja schliesslich für omme geben. Das müsste man von der Vergangenheit her noch ganz gut wissen.

  7. Es ist auch total bezeichnend, dass es das „Premium-Segment“ des Volkswagenkonzerns ist, welches sich mit diesem Klassenkampf von oben ums Geschlechtliche gleichschaltet.

    Nur leider wird der Konzern massiv schrumpfen müssen, die Bonzenschicht dürfte nach der ökologischen Wende sehr viel dünner ausfallen als es heute kaufkräftige Kundschaft gibt.

  8. Paar schnelle Gedanken dazu:

    1) Wenn nicht näher ausgeführt, verstehen die meisten Befragten bei einer Arbeitsplatz-Umfrage wahrscheinlich etwas völlig anderes unter „diversem Umfeld“, z.B. vielfältiger Tätigkeitsbereich, abwechselnde Aufgaben, etc. Ob da wirklich explizit nach DIE (Diversity, Inclusion, Equity) gefragt wurde, möchte ich bezweifeln.

    2) Ich kenne es von Unternehmen, dass solche „sozialen Projekte / Ideen / Änderungen“ meist von *einem* einzelnen Initiator ausgehen und nicht selten aus dem Sekretariat der entsprechenden Firma stammt. Ggf wird dann noch mit sozialem Druck a la „Warum macht ihr nicht mehr dafür, ist doch eine gute Sache!“ nachgelegt und bevor man sich auf Arbeit diesen Stress gibt, gibt man lieber nach.

    3) Mich würde interessieren, wieviel die DIE-Abteilung und vor allem das 13-seitige Dokument gekostet hat. Meine Vermutung ist, dass man von dem Geld besser und mehr für die Arbeiterschaft hätte tun können.

    • „Warum macht ihr nicht mehr dafür, ist doch eine gute Sache!“ nachgelegt und bevor man sich auf Arbeit diesen Stress gibt, gibt man lieber nach.“

      Wer sich nicht wehrt, wird solange untergebuttert, bis es selbst ihm zuviel wird. Man denkt ja jedes Jahr: schlimmer kann es nicht werden und zuverlässig passiert dann genau das.

      Wenn diejenigen, auf die eine Firma nicht verzichten kann, nicht den Mund aufmachen, der Rest wird es erst Recht nicht tun. Ich bedaure, dass gerade Ingenieure oft gesellschaftliche und soziale Weicheier sind.

      Ich kämpfe hier in der Firma (mit jedem Jahr mehr) darum, noch deutsch sprechen zu dürfen. Zwar ist die Belegschaft zu 90% deutschsprachig, aber der Konzern wirbt ohne Nachdenken und Richtlinien Englischsprachler an, was alle anderen nötigt, bei einer solchen Person auf englisch umzuswitchen, mit der Folge, dass die gesamte Kommunikation immer mehr dahin abdriftet, weil *kann ja jeder* (und wer nicht, traut sich meist nicht, was zu sagen). Ich gehöre da zu den wenigen die opponieren und rummaulen. Schon deshalb weil ich nichtmal böse wäre, wenn ich endlich einen Grund hätte, mich nach was anderem umzuschauen 🙂 Aber: es wirkt. Zumindest zeitweilig sorgt es beim mittleren Management für Mehrarbeit, weil die ihre Mails plötzlich in zwei Sprachen abfassen müssen usw., um niemanden zu verärgern, ich hoffe dass das letztendlich zu einem Umdenken (in meine Richtung) führt. Falls nicht: auch egal, wer nichtmal den Versuch macht, darf auch danach nicht jammern.

        • Und was, glaubst Du, hätte der Schmiedegeselle im Mittelalter davon gehalten, wenn sein Meister ihn hätte nötigen wollen, Latein zu sprechen?

          Wissenschaftler mögen gerne Englisch sprechen (ich bin selber einer), aber Ottonormalmensch hat nicht fünf Jahre an der Uni englische Fachliteratur gelesen. Wobei die Unsitte, wie selbstverständlich davon auszugehen, dass jeder ausreichend Englisch spricht, wohl zu großen Teilen auch aus dem Managementbereich stammt.

          • Okay, fair enough, da hast Du recht. Problematisch wird es dann aber immer noch, wenn das mittlere Management diese Erwartungshaltung auf die unteren Ebenen überträgt.

            @Androsch: Ist das bei euch so?

          • „… vom „mittleren Management“ kann man wohl Englischkenntnisse erwarten.“

            Sicherlich, aber kann man auch erwarten, dass sie es genauso gut/leicht können wie deutsch?
            Ich bild emir ein, dass mein Englisch ganz passabel ist, trotzdem ist es für mich anstrengender und zeitaufwändiger, Kommunikation auf englisch zu führen, und ich glaube nicht, dass ich da die Ausnahme bin.
            Wer in einem internationalen Großkonzern anheuert, weiß, worauf er sich einlässt. Bei allen anderen halte ich es aber für sinnvoll, deutsch als Norm beizubehalten, schon aus Effektivitätsgründen.

          • @Renton
            @El_Mocho

            Der Druck geht nicht nur vom mittleren Management aus (ich bin als Entwickler ja nur untere Charge), sondern auch von vielen politisch korrekten Kollegen, die sich darüber freuen, mit ihren Englischkenntnissen prahlen und damit beweisen zu können, wie entgegenkommend sie sind. Das Problem ist, ähnlich wie beim Gendern, dass man sich outen muss, wenn man nicht mitmachen will und jeder Angst hat, als ungebildet oder unhöflich zu gelten.

            Bei uns ist das zum Glück noch keine offiziell erzwungene „Konzernsprache“ (dann würde ich mir eine andere Anstellung suchen), wie das wohl bei manchen Autokonzernen sein soll (die zahlen aber auch viel besser, da schluckt man vielleicht eher diese Kröte).

            Dass man das auf die unteren Ebenen trägt, ist aber nicht neu. Mein Vater war Techniker und reparierte Kopierer, die hatten dem kurz vor der Rente auch noch ein englisches Ticketsystem aufgezwungen und der konnte fast kein Wort Englisch mehr. Damals fand ich das noch irgendwie witzig, jetzt wo ich selbst betroffen bin, nicht mehr so.

            Ich sags mal ganz hart: wenn wir nicht um unsere Sprache kämpfen, werden wir sie früher oder später verlieren. Ich kenne Leute die das sogar begrüßen würden, damit endlich das monosprachliche europäische Großreich Realität werden kann (das im Wesentlichen auch an der Sprachhürde scheitert und die mediale Gleichschaltung behindert).

          • „Wobei die Unsitte, wie selbstverständlich davon auszugehen, dass jeder ausreichend Englisch spricht, wohl zu großen Teilen auch aus dem Managementbereich stammt.“

            In Deutschland beherrschen über 60% der Bevölkerung Englisch. Das ist gar nicht so schlecht, der Anteil ist nur in den skandinavischen Ländern und den Ländern mit Englisch als Muttersprache höher.

          • Betonen sollte man in Androschs Aussage aber auch das „ausreichend“. Ich glaube nicht, dass 60 % der Deutschen Business-Englisch beherrschen. Das dürfte wohl eher irgendwo im einstelligen Prozentbereich zu verorten sein. Und selbst Englisch in einer Qualität, dass man sich damit ohne ständige Verrenkungen durch den Alltag wurschteln kann, dürfte nur von einer Minderheit der Deutschen beherrscht werden. Zwischen Englisch gelernt haben und Englisch WIRKLICH sprechen können, ist ein himmelweiter Unterschied.

        • Ich mag einfach nicht den ganzen Tag englisch sprechen.

          Ich kann auch nicht wirklich mehr als Schulenglisch (und halt ein bisschen Informatik-Pidgin), ich bin noch ein Wendekind, hab das erst ab der siebten Klasse gehabt und war nie längere Zeit im Ausland, wo ich das hätte lernen können. Büffeln für die Klausur und dann wieder vergessen. Für englische Texte brauche ich mehr Zeit und Konzentration, beim Lesen, aber erst Recht beim Schreiben. Wenn ich mich verbal artikulieren muss, klingt das vermutlich wie bei einem Achtjährigen. Sprachen (außer Programmiersprachen 🙂 ) waren ohnehin nie mein Ding.

          Davon abgesehen lehne ich es auch ideologisch ab. Leute die hier in Deutschland leben, sollen gefälligst auch unsere Sprache lernen, ist immerhin die Amtssprache (und bleibt es hoffentlich auch). Man tut den Kollegen damit ja einen Bärendienst, denn wo, außer auf Arbeit, können die die Sprache im Alltag benutzen und lernen?

          Ich sehe auch nicht ein, wieso ich meinen Kindern die schwierige deutsche Sprache beibringen soll, wenn sie dann später im Beruf nur noch auf englisch radebrechen sollen. Ich will das nicht, Sprache ist immer der Hauptkulturträger, gibt man sie auf, ist die entsprechende Kultur zum Tode verurteilt.

          „die Wissenschaftssprache unserer Zeit“

          Das ärgert mich mindestens genauso wie das Gendern im Wissenschaftsbetrieb. Es verhindert z.B. wirkungsvoll, dass ich (und andere Normalos) mich mit (ohnehin ausreichend komplizierten) wissenschaftlichen Veröffentlichungen beschäftige. Ich finde die nichtmal, weil ich die akademischen englischen Begriffe für ein Thema meist nicht kenne.

          Das ist im Endeffekt nur eine Folge des amerikanischen Imperiums. Wenn unsere Regierung nicht so vollkommen inkompetent wäre und noch ein Interesse an diesem Land und seiner Entwicklung hätte, würde sie alle wichtigen Sachen, gerade im Wissenschaftsbereich, übersetzen lassen und ausreichend Dolmetscher zur Verfügung stellen. Das ist allemal einfacher und billiger als allen die entsprechende Sprache aufzunötigen, bei der sie mangels Eloquenz und Praxis doch immer strukturell gegenüber den Muttersprachlern benachteiligt sind.

          • Nein natürlich soll niemand, der es bei der Arbeit nicht braucht, Englisch sprechen müssen, das liegt mir auch fern.

            Ich habe sicher gut Reden, denn ich lerne Sprachen schnell und leicht, habe in Englisch Abitur gemacht.

            Aber generell erweitern Sprachkenntnisse den Horizont ganz erheblich, und Erwerb von Fremdsprachen sollte gefördert werden.

            Und Englisch, ja mein Gott, Spanisch ist leichter zu lernen und wäre vielleicht als Weltsprache geeigneter (spanische Muttersprachler gibt es 500 Millionen, weit mehr als englische). Aber Englisch spricht eigentlich immer jemand. Ich hatte mit Kunden aus Japan und Finnland zu tun, was glaubst du, wie wir uns verständigt haben? Natürlich auf Englisch.

          • @Androsch Kubi
            „Davon abgesehen lehne ich es auch ideologisch ab. Leute die hier in Deutschland leben, sollen gefälligst auch unsere Sprache lernen“

            Ich finde es ganz schön, die Möglichkeit zu haben, in einem Land zu arbeiten dessen Sprache man nicht beherrscht. Wenn Englisch die Brücke bauen kann, warum nicht?

            Als Tourist in Ländern deren Sprache ich nicht zufällig beherrsche bin ich auch drauf angewiesen, dass die Leute Englisch sprechen.

            „die Wissenschaftssprache unserer Zeit
            Das ärgert mich mindestens genauso wie das Gendern im Wissenschaftsbetrieb.“

            Es ist ganz praktisch dass Forscher aus verschiedenen Ländern ihre Ergebnisse miteinander austauschen können. Wenn es da Sprachbarrieren gäbe wäre das schwieriger. Englisch hat da heute die Rolle, die früher Latein hatte.

            „Das ist im Endeffekt nur eine Folge des amerikanischen Imperiums.“

            Nein, es ist primär die Folge des Britischen Empire, das die Sprache dieses kleinen Inselstaats am Rande Europas über die Welt verbreitete. Dass eine der ehemaligen britischen Kolonien später selbst eine Weltmacht wurde, hilft allerdings zusätzllich.

            Sieh das Positive: Deutsch und Englisch sind eng verwandt, wir haben es deshalb sehr leicht mit dem Erlernen. Die erste Sprache die auf dem Mond gesprochen wurde war zwar nicht unsere, aber ein Cousin.

          • @El_Mocho „Spanisch ist leichter zu lernen“ Findest du??? Für deutsche Muttersprachler ist Englisch als germanische Sprache doch definitiv naheliegender.

          • @El Mocho

            „Aber Englisch spricht eigentlich immer jemand.“

            Hehe, ich habe mir die Bemerkung eben noch verkniffen, aber man merkt wirklich den gymnasial-akademischen Hintergrund bei Dir. Du müsstest Dich mal mit meiner Schwester unterhalten; die Brummifahrer, die in ihrem Betrieb abholen und anliefern, sprechen sehr oft weder Deutsch noch Englisch, und wenn der polnische Kollege gerade nicht da ist, geht’s nur mit Händen und Füßen 🙂

            Ich selbst war vor zwanzig Jahren in Kiew mal Lebensmittel einkaufen, was soll ich sagen: Zum Glück fand sich ein alter Mann, der ein paar Brocken Deutsch sprach 🙂 Inzwischen sprechen dort sicherlich mehr Menschen Englisch, aber dass man immer jemanden findet – ich würde mich da jedenfalls nicht darauf verlassen 😛

          • @ Renton

            Ja, das kommt wirklich immer sehr darauf an, wo man ist. Die Franzosen sind ja für ihre schon regelrecht notorische Ablehnung fremder Sprachen berüchtigt. Da kriegt man es politisch wohl einfach nicht durch, Englisch als Pflichtfach durchzusetzen.

            Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das aber auch z. B. in Italien teils schwer werden kann. Die Italiener haben zwar nicht diesen schon teils an Chauvinismus grenzenden Nationalstolz wie die Franzosen, aber Englisch mögen die auch nicht so gerne sprechen; sogar die jungen Generationen. Ich hatte mal den, bei dem wir regelmäßig Urlaub machten mal gefragt, ob die in Italien in den Schulen nicht Englisch fest als Schulfach haben. Der meinte: „Doch, doch! Aber sie haben dann meist keine Lust es zu sprechen.“

            Womit dann auch für Italiener ein wunderbarer, alle Klischees, die man über Südländer im Allgemeinen und Italiener im Besonderen so hat, bestätigender Grund gefunden ist, warum die oft kein Englisch „können“. 😀

          • @anorak2
            „Ich finde es ganz schön, die Möglichkeit zu haben, in einem Land zu arbeiten dessen Sprache man nicht beherrscht. Wenn Englisch die Brücke bauen kann, warum nicht?“

            Ich denke, ich habe ausreichend dargelegt, warum. Dieser ganze Globalismus-Schei**dreck von „ich kann doch leben und arbeiten wo ich will“ ist ein riesiger Fehler, ein Hirnschmus urbaner Eliten. Wer woanders hinzieht, soll sich gefälligst auch der lokalen Kultur und den Gegebenheiten anpassen und das kann er nur, wenn er auch die Sprache beherrscht. Die Amtssprache sollte er wenigstens draufhaben, denn Ämter machen überall auf der Welt den Menschen das Leben schwer.

            „Als Tourist in Ländern deren Sprache ich nicht zufällig beherrsche bin ich auch drauf angewiesen, dass die Leute Englisch sprechen.“

            Tourist ist Tourist, Arbeitsmigrant ist Arbeitsmigrant.
            Als Rucksacktourist kommt man m.W. auch in vielen Ländern nicht umhin, wenigstens einige Brocken der Lokalsprache zu lernen. Da die Mehrheit der Menschen sich aber nur auf ausgetrampelten Pfaden bewegt, gibt es da natürlich ausreichend englische Schnittstellen. Kann es ja auch, habe ich auch schon genutzt.

            „Es ist ganz praktisch dass Forscher aus verschiedenen Ländern ihre Ergebnisse miteinander austauschen können. Wenn es da Sprachbarrieren gäbe wäre das schwieriger. Englisch hat da heute die Rolle, die früher Latein hatte.“

            Das könnten sie auch über Dolmetscher. Einem Nicht-Muttersprachler wird i.d.R. die Wendigkeit und Tiefe in der fremden Sprache fehlen, außerdem muss er immer Zusatzaufwand treiben, während die „Natives“ einfach nur drauflosplappern. In jedem Fall eine mehrfache Benachteiligung. Aber gut, das ist ein Problem der Wissenschaftler, sollen die machen, was sie für richtig halten.

            Aber wenn Wissenschaftler nur auf englisch veröffentlichen, dann kann das Wissen auch viel schwieriger in die Bevölkerung eindringen. Ist einfach so. Das wirkt sich u.U. negativ aufs Bildungsniveau aus. Ich steck schon auf, wenn jemand mit englischen Studien ankommt. Ich kann die Texte nicht überfliegen, wie ich es im Deutschen kann, ich muss einen Haufen Aufwand treiben, um die Feinheiten und Fußangeln zu verstehen, die da lauern, sonst blamiere ich mich mit einem Zitat am Ende mehr, als es meiner Argumentation nutzt. Also lasse ich es normalerweise, denn diesen Aufwand zu treiben fehlt mir fast immer die Zeit. Und wohlgemerkt gehöre ich zum studierten Teil der Bevölkerung, der auch ständig beruflich mit Englisch konfrontiert ist.

            „Nein, es ist primär die Folge des Britischen Empire“

            Nein:
            „Das Deutsche hatte später – beinahe ein Jahrhundert lang – den Status einer der drei weltweit führenden Wissenschaftssprachen (neben Englisch und vor Französisch), da im 19. Jahrhundert und beginnenden 20. Jahrhundert zahlreiche Erfindungen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse im deutschsprachigen Raum entstanden.“
            https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftssprache#Historischer_%C3%9Cberblick

            Englisch hat sich erst nach dem zweiten WK durchgesetzt, warum wohl? Richtig, weil wir besetzt waren. Und weil alles außerhalb des amerikanischen Imperiums wirtschaftlich keine große Rolle spielte und somit an den wichtigen Schnittstellen immer jemand englisch sprach.

            Ich hab nichts gegen Fremdsprachen, aber ich werde mich mit Händen und Füßen wehren, wenn man mir sowas im Alltag aufdrücken will. Der Selbsthass der Deutschen ist ja fast schon legendär, aber was zu weit geht, geht zu weit.

          • @El_Mocho

            „Aber generell erweitern Sprachkenntnisse den Horizont ganz erheblich, und Erwerb von Fremdsprachen sollte gefördert werden.“

            Fördern ja, fordern nein. Es gibt genug Leute, denen das Spaß macht (90% davon sind Frauen), die muss es auch geben und die können gerne als Schnittstellen fungieren. Ich fand schon den Fremdsprachenzwang in der Schule eine Zumutung. Erst Russisch, welches ich mit der Wende und einer schlechten 3 als Zensur sofort abwählte, dann Englisch und zum Abitur musste ich dann noch Französisch lernen. Eine Sprache die ich intensiv hassen gelernt habe, weil da alles anders ausgesprochen wird, als geschrieben und ich da durchgehend herzhafte Lacher auslöste.

            Ich bin eher naturwissenschaftlich interessiert, ich will mit dem Sprachquark einfach nichts zu tun haben, zumindest ihn nicht aufgenötigt bekommen.

            Ich kommentiere mittlerweile auch die Quelltexte in unserer Software auf deutsch. Für die meisten Informatiker eine Unmöglichkeit, aber für mich sehr viel effizienter und treffsicherer. Außerdem ein guter Schutz gegen Outsourcing und englischsprachige Kollegen 🙂

            Ich vermute, früher oder später wird eine K.I. die Übersetzung übernehmen, auch simultan (gibts vielleicht sogar schon, aber offensichtlich noch nicht für die Masse). Dann werden die entsprechenden Probleme schrumpfen, ganz verschwinden werden sie vermutlich nie.

          • „Einem Nicht-Muttersprachler wird i.d.R. die Wendigkeit und Tiefe in der fremden Sprache fehlen, außerdem muss er immer Zusatzaufwand treiben, während die „Natives“ einfach nur drauflosplappern. In jedem Fall eine mehrfache Benachteiligung.“

            Wäre Esperanto oder Sona die Weltsprache, dann wäre das kein Problem. Die sind nämlich konstruierte Sprachen und so konstruiert, dass sie viel leichter erlernbar sind als natürliche Sprachen, und trotzdem kann man damit alles ausdrücken (zumindest bei ersterer, die letztere ist glaub ich noch nicht ganz fertig, weil sich so wenige dafür interessieren), insbesondere letztere (für die es leider nur in der englischen Wikipedia einen Eintrag gibt). Außerdem gibt es noch kaum Muttersprachler dieser Sprachen.

  9. „Deutschland hat den höchsten LGBT-Anteil in der EU? Wobei da ja auch immer die Definition relevant ist. Dennoch wäre das interessant. “

    Das kann man gar nicht sinnvoll messen, weil die Definitionen aller 4 Buchstaben (von den Sonderzeichen gar nicht zu reden) unscharf ist und die Erhebung auf Selbstauskunft basieren muss.

    Ganz sicher dürfte aber sein, dass die übergroße Mehrheit der LGBT+*@$€ „Community“ stinknormale LGB, deswegen im Gender-Vokabular „Cis“ sind und mit dem „Gender-Gap“ gar nicht bezeichnet werden.

  10. Und dann stelle sich mal jeder vor, die Machtverhältnisse ändern sich, alles was mit Gendern zu tun hat wird wieder abgeschafft stattdessen wird die Herrensprache wieder eingeführt. Na den Aufschrei will ich noch miterleben…

  11. Ich möchte in diesem Zusammenhang noch mal auf das Interview mit Walter Benn Michaels in der Zeit hinweisen: „Diversity kann Ungleichheit rechtfertigen“

    https://www.zeit.de/politik/2019-07/us-wahlkampf-demokraten-vielfalt-identitaetspolitik-klassenkampf-oktopus/komplettansicht

    Da wird die Motivation der Unternehmensleitungen schon verständlich. Wer wird denn noch höhere Löhne oder bessere Arbeitsbedingungen fordern, wenn wir so tolle Sprachregelungen und Diversity-Programme haben? Wir sind ein progressives Unternehmen.

    Dazu passt auch dies: http://www.informationliberation.com/?id=61403

    Bei Amazon hat man erkannt, dass möglichst diverse Belegschaften sich weniger gewerkschaftlich engagieren. Ein Schelm wer böses dabei denkt.

    • „wer böses dabei denkt“

      Dieser böse Gedanke ist nicht neu, sondern grundlegend für das Verständnis heutiger sozialer Verhältnisse. Er läuft bei mit unter dem Label/Tag „Asymmetrische Sensibilisierung“, also ins Absurde gesteigerte Sensibilisierung in der kulturellen und identitären Dimension (zumindest für akkreditierte Opferstatusgruppen), bei weitgehender Empathielosigkeit in der ökonomischen Dimension, also für ökonomische Verlierer.

      Richtig bewußt gewurden ist mir diese Asymmetrie 2018, als Robert Pfaller sein Buch „Erwachsenensprache“ veröffentlicht hat. Es ist ganz gut hier beschrieben: https://www.novo-argumente.com/artikel/sprecht_wie_mimosen_handelt_wie_bestien

  12. Als privatwirtschaftliches Unternehmen darf Audi die interne und externe Kommunikation handhaben, wie es ihm passt, aber auf eigene Verantwortung und nur den VW-Aktionären verpflichtet.
    Die Gendersprache bei Behörden oder Universitäten ist da weit bedenklicher.
    Die unternehmerische Freiheit erlaubt es Unternehmen auch, beispielsweise Klingonisch als Firmensprache einzuführen. Ob die Kunden das so wollen, ist eigenes Risiko. Qapla‘

    „Sprache prägt unser Denken. Erst wenn wir etwas lesen, hören und sprechen, wird es Wirklichkeit“

    So ein Blödsinn! Realitätsverweigerung und magisches Denken.
    Wenn mein Kaffee kalt ist, kann ich ihn noch so viel beschwören, er wird nicht mehr heiß.

    • „Sprache prägt unser Denken. Erst wenn wir etwas lesen, hören und sprechen, wird es Wirklichkeit“ Das ist, einfach gesagt, Quatsch.
      Unumstritten ist aber, dass Sprach einen Einfluss auf den Menschen hat, sich Dinge vorzustellen oder danach auch zu handeln. Allerdings sehe ich ebenso wie du, dass dies keinefalls immer zutrifft und die Gendersprachregelungen einfach übergriffig sind. Nach der Aufregung um Nazibegriffe in unserer Sprache („Nacht und Nebel Aktion“) muss eigentlich jedem Vollpfosten klar sein, dass ein ideologischer Übergriff auf unsere Alltagssprache zu vermeiden ist. Jedes Unternehmen, dass sich darauf einlässt, macht eher einen Rückschritt, als den vielgerühmten Fortschritt.

      • Unumstritten ist aber, dass Sprach einen Einfluss auf den Menschen hat, sich Dinge vorzustellen oder danach auch zu handeln.

        Sich Dinge vorzustellen ja – aber Sprache hat doch nicht zwangsläufig Einfluss auf das Handeln. Das ist doch der Steinmeiersche Trugschluss: Wer Hassrede führt, der wird nicht häufiger physisch gewalttätig. Wer Western schaut, wird nicht häufiger schießwütig. Wer Gendersprache ablehnt, kann Frauen und Sonstige genauso mögen und achten. Da gibt es keine Kausalität. Die wird einfach nur unterstellt, um den Sprechenden klassifizieren und moralisch einzuordnen.

        Es entsteht in der Öffentlichkeit eine Sprachpolizei, die eine mentale Maskenpflicht verordnet. Damit keine „schlimmen“ Ausdrücke oder Unsichtbarmachungen oder gar freie Reden austreten.

    • „Die unternehmerische Freiheit erlaubt es Unternehmen auch, beispielsweise Klingonisch als Firmensprache einzuführen. Ob die Kunden das so wollen, ist eigenes Risiko. Qapla‘ “

      Ganz so einfach ist das nicht. Wenn man nicht gerade regen Kontakt mit Klingonen hat, hätte jeder Arbeitnehmer, von dem man dann auch diese Sprache einfordert und der sich gegen Klingonisch als Firmensprache zur Wehr setzt, gute Aussichten auf gerichtlichen Erfolg.

    • „Erst wenn wir etwas lesen, hören und sprechen, wird es Wirklichkeit“ IN UNSERER VORSTELLUNG.

      So ergänzt stimmt es dann. Diese Depp/en verwechseln Realität und Vorstellung, weil sie ihre Vorstellung für die Realität halten.

  13. Meinen ersten und letzten Audi hatte ich 1984. Ein Audi 80 1,6 mit 85 PS. bei KM 100.000 war wirklich alles kaputt. Wasserpumpe, Nockenwelle, Kühler, Bremsen, Tacho usw.
    Später habe ich zum Spaß den Fuhrpark in Konzernen untersucht. Audi hatte die größten Probleme von allen.
    Nie wieder kaufe ich so nen Schrott. Durch gendern wird das bestimmt besser, aber ganz bestimmt ohne mein Geld. Die können mich mal.

        • Mein Golf V war jetzt auch nicht schlecht. Schnell, relativ zuverlässig (typische VW Krankheiten) und gut verarbeitet. Nur die neueren Modell gefallen mir nicht mehr und die Haptik ist schlechter, dafür Preise realtiv nach oben. Einfache Hütte gibt es nicht mehr, überall teurer anfälliger Schnick Schnack verbastelt. Das will ich nicht bezahlen. Zudem hatte ich den Anspruch an einen TDI, dass der 200tkm schafft, war aber nix. Und dann lass mal PumpDüse repariern. Hatte die Idee einen Lada Niva oder Dacia zu kaufen, weil einfach nur Auto oder einen alten W123 (ist aber kein dolles Winterauto). Ich finde VW noch immer gut, aber es gibt eben auch andere nette Autos.

          VW habe ich mir gekauft, weil es zumindest in Teilen in D gefertigt wird. Du kannst nicht für Gerechtigkeit kämpfen und dann dem heimischen Arbeiten in den Rücken fallen. Aber nach solchen Eskapaden wie bei Audi und bei VW mit ihrer Werbung die allen (außer dem Kunden) gerecht wird, war es mir dann auch egel. Keiner muss Audi fahren.

      • Mein Vater hatte auch mal einen VW. Bereits im ersten Winter ging bei Frost die Klappe des Kofferraums nicht mehr auf. In der Werkstatt hat der Monteur zu ihm gesagt: „Wenn Sie einen Wagen brauchen, der auch im Winter funktioniert, dann müssen Sie einen Japaner fahren.“

      • Mazda 🙂 12 jährigen gekauft und in 8 Jahren eine Batterie und einige Kleinteile. Öl und Benzin und gut war es. Okay, 2 Satz Reifen, aber das war es dann. 2000 Euro Wertverlust 🙂 Besser war nur mein alter 1300er.

  14. So hätten sich die Beschäftigten eine Anleitung gewünscht, wie sie ihre Arbeit, zum Beispiel im Vertrieb, diskriminierungsfrei erledigen können.

    Ein geiler Satz. Hochqualifizierte Audi-Squaws und künftig auch Volkswagende wissen nicht mehr, wie sie ihre Arbeit diskriminierungsfrei erledigen können. Früher hätte man gedacht: Na, dann diskriminiere doch einfach niemanden. Da aber Diskriminierung neuerdings nicht mehr von Personen ausgeht, sondern über das subjektive Empfinden des sich diskriminiert Fühlenden definiert wird, ist es gar nicht mehr möglich, diskriminierungsfrei zu agieren.

    Wenn künftig das Diskriminierungsempfinden über Geschlecht, Hautfarbe und Herkunft hinausgeht, wenn ich mich als Linkshänder auch endlich benachteiligt und unsichtbar gemacht fühlen darf, dann wird menschliche Kommunikation unmöglich. Denn mein Gegenüber muss ja für die Ansprache wissen, dass ich Linkshänder bin, da es sonst meine Besonderheit unsichtbar macht.

    Die zarten Rehkitze und Verbalmimosen müssen lernen, menschliche Ansprache auszuhalten. Alte weiße Männer scheinen die einzigen zu sein, die wissen, wie das geht.

    • „Die zarten Rehkitze und Verbalmimosen müssen lernen, menschliche Ansprache auszuhalten.“

      Leider wird ihnen momentan überall vermittelt, dass sie genau das nicht müssen, sondern dass es ihr gottgebenenes Recht ist, Sonderbehandlungen zu erhalten…

  15. „Sprache sei hierbei von besonderer Bedeutung. „Sprache prägt unser Denken. Erst wenn wir etwas lesen, hören und sprechen, wird es Wirklichkeit“

    Auch wenn ich hier Klischees bemühe: Das erscheint mir eine verbreitete Ansicht bei Frauen* zu sein. Sie kreist in dichtem Nebel um sich selbst und benötigt alleingelassen eine Selfie-Frequenz von 5 pro Tag um sich ihrer eigenen Existenz selbst zu vergewissern.

    Und sie ist glücklich wenn über sie positiv oder gar neidvoll gesprochen wird. Und zufreden wenn wenigstens über sie gelästert wird. Weil wenn über sie gesprochen wird, existiert sie.

    Insofern steht „gendern“ wohl für feminisieren.

    * Hier gemeint sind Menschen mit angeborenen Eierstöcken 🙂

  16. *lol* Ein Jahr intensiver Arbeit haben ein dreizehnseitiges Dokument hervorgebracht?

    Naja, kein Wunder, wenn „Wertschätzung, Offenheit, Verantwortung und Integrität“ die Basis von deren Unternehmenskultur sind.

    Ich empfehle AUDI dringend, die Unternehmenskultur um die Werte „Fleiß“ und „Effizienz“ zu ergänzen, sonst gehen sie als Industriekonzern trotz aller staatlichen Subventionen bald den Weg alles irdischen.

    • Daran habe ich auch gedacht. Schätze, jeder hier im Forum kennt die üblichen Quellen für solchen Schwachfug und könnte in seiner Freizeit in kürzester Zeit so ein Pamphlet zusammenstöpseln. Sind ja eh immer die gleichen Buzzwords und Hohlphrasen.

      Aber ist schon ein geiles Geschäftsmodell. Ein Jahr Geld kassieren für vollkommene Nichtleistung hat schon was.

    • „Werte „Fleiß“ und „Effizienz““

      Das ist aber White Supremacy, der pure Rassismus. Absolutes No-Go für inklusive Audianer_*Innen!

  17. Es freut mich, dass sich Audi für mehr Gendergerechtigkeit einsetzt. Ich hoffe, das beschränkt sich nicht nur auf Formulierungsmätzchen, sondern Audi trägt endlich dafür Sorge, dass sich die Gleichstellungsbeauftragte nicht nur, wie üblich, die frauenpolitischen Rosinen herauspickt (https://www.audibkk.de/ueber-uns/karriere/wir-als-arbeitgeber/im-fokus-die-gleichstellungsbeauftragte-der-audi-bkk/), sondern sich auch für Gendergerechtigkeit für die männlichen Beschäftigten kümmert. Bei lediglich einem Männeranteil von 30% scheint mir das doch ein sehr männerfeindliches Unternehmen zu sein.

  18. Das ist ein reines Akademikerthema aus der Personalabteilung,
    in dem Unternehmen in dem Ich Arbeite kommen von dort auch die * in alle internen Mitteilungen.

    Aber kein Schwein in der normalen (schriftlichen) Kommunikation unterhalb des Vorstandes nutzt den scheiß.
    Und am Band (da wo dei Wertschöpfung stattfindet) ist es sowieso jedem sch***** Egal.

    Audi „Vorsprung durch Anbiederung an den/die/das grünen akademischen Zeitgeist_in.“ wäre doch ein netter Werbeslogan.

    • „sowieso jedem sch***** Egal“

      Der Aberwitz ist hier ja gerade, daß hier eine kleine aktive Minderheit von ggf. nur wenigen Personen die HR-Abteilung und andere Leitunsstrukturen unterwandert hat und den ganzen Laden unter ihre Kontrolle bringt. Und zwar mit einer Ideologie, die im Kern zutiefst männerfeindlich ist, was aber geschickt hinter einigen moralgeladenen Phrasen verborgen wird.

      “ Und am Band (da wo dei Wertschöpfung stattfindet)“

      … merkt keiner, daß ihm das Fell über die Ohren gezogen wird.

      • Das klingt ja schon nach einem Opfer-Narrativ: Einige wenige unterwandern und die armen Konzernchefs wissen sich dann nichtanders zu helfen, als die absurdesten Frauenforderungen zu unterstützen? Ich fürchte die Wahrheit ist weit bitterer. Das sind längst nicht mehr ein paar wenige Durchgeknalltinnen

  19. Ich denke das Thema „Sprache bestimmt das Denken“ (bzw. „Sprache konstituiert überhaupt erst Realität“) sollten wir mal intensiver behandeln.

    Vielleicht schreibe ich was dazu, muss allerdings erstmal einiges nachlesen.

    • Das fand ich zum Thema ganz interessant

      it’s easy to overstate how much influence the richness or poverty of our language has on our perceptions. Instead, as Orwell implied in the Newspeak appendix to 1984, the size of vocabulary makes it easier to remember what we’ve seen. For example, our culture provides us with vivid building blocks for memories about whites being mean to blacks — e.g., Emmett Till — but tries to keep from us terms for, say, hate hoaxes

  20. Go woke – go broke…

    Und wie macht man denn ein Auto woke, so ganz konkret? Außer natürlich in der Werbung, wo man die Zielgruppe exkludieren könnte, die Geld für ein Auto hat und nicht dumm genug ist, einen Akkuwagen zu kaufen.

  21. Hand aufs Herz: Cui Bono? Bringt das Gendern, Gendersensibilität, Anti-Rassismus-Training usw. woke Aktivitäten einem großen Unternehmen wirklich etwas? Gibt es einen so gewaltigen bislang ungenützten Pool an begnadeten nichtbinären LGBT etc. Arbeitnehmern bzw. zahlungskräftigen Kunden, damit sich das Ganze rentiert? Außer den Wachowskis Geschwistern (und deren letzter großer Erfolg ist auch schon etwas her) fallen mir nicht wirklich international relevante Vertreter ein, die einen so großen Aufwand rechtfertigen. Oder hat man nur Angst vor Shitstorms? Und ist diese Angst wirklich gerechtfertigt?

    • Das ist mal eine gute Frage.
      Nein, es bringt dem Unternehmen gar nichts. Die Vermutung, dass es dem Unternehmen durch niedrigere Löhne nutzen würde (s.o. dargestellt) ist auch abenteuerlich und will nur eine Erklärung liefern.

      Die einzige Erklärung, die hinhaut, ist die der sozialen Distinktion. Die Soziale Gerechtigkeit ist die neue Art und Weise, sich abzusetzen und klarzumachen, dass man besser ist als der Pöbel. Das machen deren Vertreter ja andauernd klar, mit den Schähnungen als Abgehängte, Deplorables, Hinterwäldler, Dummköpfe usw usf
      Es ist also ein Zeichen von Überlegenheit woke zu sein. Es ist der neue Ausweis „dazu zu gehören“, zur neuen Oberschicht nämlich.
      Und deshalb fängt das bei Audi an und nicht bei VW und schon gar nicht bei Skoda.

      Der Siegeszug der Wokeness ist das neue Klassenmerkmal der Oberschicht im heraufziehenden Neofeudalismus. Der tiefere Grund dafür, die Ursache, ist mMn in der masslosen Bevorzugung der Habenden durch den Ausfall der Bepreisung des Geldes (auch Nullzinspolitik genannt), was einer Abschaffung des Kapitalismus gleichkommt. Weswegen die Wokeness auch als Wiedergänger des Kommunismus erscheint.

      • Was aber, wenn sich die soziale Distinktion als geschäftsschädigend und als finanzieller Nachteil erweist? Vor allem im internationalen Wettbewerb mit Konkurrenz aus anderen Ländern (z. B. China und Russland), in denen dieses Thema einen geringeren Stellenwert hat? Geht man dann lieber „broke, but woke“ unter, oder zieht man vorher die Reißleine? Und warum ist man so versessen darauf, diese schlussendlich nachteilige Mentalität auch außerhalb der USA zu verbreiten, anstatt sie dort einzudämmen, ehe sie die Gesellschaft weiter spaltet?

        • Die von @El-Mocho u.a. aufgeführte Erklärung, dass mittels Diversity & Co. die verschiedenen Gesellschaftsklassen im Sinne der oberen 10.000 gegeneinander ausgespielt würden und somit leichter zu kontrollieren wären, hat eine gewisse Logik, nur: damit erzeugt man langfristig ein gesellschaftliches Pulverfass, das irgendwann explosiv und destruktiv hochgehen würde. Siehe aktuell USA.

    • Das ganze hat zwei Gründe:
      1. Angst vor Klagen via AGG
      2. Shitstorm < erwarteter Werbeeffekt
      Naja und selbst wenn sich die Vorhersage 2. nicht erfüllt, ist ja nur der Deutsche Markt betroffen… *SEUFZ*

  22. Pingback: Audio stultitia | Schwerdtfegr (beta)

  23. Irgendwo muss man ja die Quotenfrauen beschäftigen. Da lässt man sie halt monatelang mi Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen so einen Quatsch ausarbeiten, damit sie wenigstens das Gefühl haben, was tun zu dürfen.

  24. >>> Laut der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und
    >>> Intersexualität (dgti) sind das bundesweit 100.000 bis
    >>> 120.000 Personen.

    Sind Trans- und Intersexuelle tatsächlich alles Frauen? Denn das Wort „Person“ ist ja weiblich und bei Befürwortern des Genderns darf man ja wohl davon ausgehen, dass diese das Wort ansonsten gegendert hätten.

    • Noch ein Beleg mehr, dass das Weibliche die normale Grundform der Existenz ist. Wir erinnern uns: die feministische Theorie geht davobn aus, dass alles Männliche abartig, unmenschlich und in jeder anderen Weise aus der Art geschlagen ist. Beim „Gendern“ geht es um die Verdrängung des Männlichen. Der Rest ist Salamitaktik und Lügen, Lügen, Lügen.

    • Du lachst. Das ganze ist tatsächlich in der Vorstandsrichtlinie Nr. 69 (!!) festgeschrieben. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man drüber lachen.

      • Inzw. kann man nur noch darüber lachen. Die Chinesen werden irgendwann den ganzen dekadenten Laden übernehmen, denn die interessieren sich herzlich wenig für „woken“ Unsinn. PS: Das mit der „69“ ist wirklich ein Zufall. Jetzt muss ich noch mehr lachen.

  25. Wo sind die guten, alten Zeiten hin, als diese ganzen Transformatoren nichts anderes als geistesgestörte Freaks waren. Heute sind sie der Nabel der Welt und führend beim Kampf des Abartigen gegen das Normale.

  26. Ich vermute, dass diese beiden hochintellektuellen woken Hühnchen noch nie in ihrem Leben einen Schraubenschlüssel in der Hand hatten oder an einer Blechpresse gestanden haben, aber wahrscheinlich ein elitäres mindestens fünfstelliges Gehalt so ab 80.000 Euro beziehen. Ein wahrhaft fürstlicher Lohn für das Produzieren geistigen Bullshits. Da kann jede Fliessbandarbeiterin, die in einem Monat mehr zum Wohl der Gesellschaft beiträgt als diese beiden Schlitzparasiten, nur von träumen.

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