Frauenförderung, Frauenquoten etc 1

Kennt wer ähnliche Geschichten?

7 Gedanken zu “Frauenförderung, Frauenquoten etc 1

  1. Eine Bekannte aus der SAV (Sozialistischen Alternative Voran!) meinte mal, dass es sie sehr nerve, dass man ständig versucht, sie für irgendwelche Aufgaben heranzuziehen, damit die Frauenquote erfüllt wäre. Sie ist sehr engagiert, hat aber einfach bereits genug zu tun.

    Generell gilt:

    Für jede Frau, die eine Stelle aufgrund einer Quote erhält, geht ein Mann leer aus, der es verdient hätte.

    • Naja, über verdient kann man ja immer streiten. Aber dass die, die den Job machen sollen, den auch wollen, ist schon eine Voraussetzung finde ich.

  2. Da gibt es ja den bekannten Fall aus Berlin:

    Die HU hat vor anderthalb Jahren eine Professur für „Reine Mathematik“ ausgeschrieben, die sie jetzt aber offenbar gar nicht braucht. Denn trotz vierundvierzig männlichen und weiblichen Bewerbern aus dem In- und Ausland und einer fertigen Berufungsliste hat die Fakultät das Berufungsverfahren jüngst ergebnislos beendet.

    Das erstaunt umso mehr, weil die neue Stelle ausdrücklich der „Verbesserung der Studienbedingungen und der Lehre“, der Betreuung der Studierenden also, gewidmet war. Dafür gibt es einen besonderen Finanztopf des Bundes und der Länder. Konkret ging es an der HU um eine vorgezogene Neuberufung. Der bald ausscheidende Lehrstuhlinhaber und der oder die Neue sollten ab kommendem Wintersemester bis Frühjahr 2016 die wachsende Zahl von Studierenden im Doppel versorgen.

    Das Vorhaben war in der geschlechtsneutralen Stellenausschreibung für „Bewerber und Bewerberinnen“ allerdings mit dem „Ziel der Förderung der Chancengleichheit von Frauen“ verbunden. Dieser fast floskelhaft klingende Hinweis sollte laut Unileitung allerdings ein Wink mit dem Zaunpfahl sein. Denn damit sei von vornherein „absehbar und rechtzeitig erkennbar“ gewesen, dass Männer keine Chance hätten, meint die Leiterin des Präsidialbüros im Nachhinein gegenüber einem verdutzten Beschwerdeführer. Also entweder eine Frau oder keiner.

    [..]

    Tatsächlich nahm die Auswahlkommission, die mit Professoren der HU und Auswärtigen besetzt war, „Andeutungen“ über eine hochschulamtliche Männerdiskriminierung, zur Kenntnis, „aber nicht zu Protokoll“, wie Teilnehmer berichten. Denn den meisten von ihnen erschien ein Abweichen von einer geschlechtsneutralen Bestenauslese „juristisch zu zweifelhaft“, wie der Freiburger Mathematiker Martin Ziegler dieser Zeitung erklärt. Er stellt klar: „An einem Verfahren, das männliche Bewerber benachteiligt, hätte ich mich nicht beteiligt.“ Dass am Ende jedenfalls ein Mann auf Platz eins kam, ist zumindest nach der Wahrscheinlichkeitsrechung kaum überraschend, weil sich ja viel weniger, nämlich nicht mehr als fünfzehn Frauen (von 44 Bewerbern) beworben hatten.

    [..]

    Denn das proklamierte „Ziel der Förderung der Chancengleichheit von Frauen“ ist keineswegs nur dann erreicht, wenn sie in jedem Falle den Vorrang vor Männern bekommen. Das Grundgesetz (Artikel 33) erklärt vielmehr „Eignung, Befähigung und fachliche Leistung“ zu den einzigen Wettbewerbskriterien beim Zugang in den öffentlichen Dienst.

    Viele Hochschullehrerinnen für Geschlechterstudien wollen diese Rechtslage auf Nachfrage lieber nicht kommentieren.

    [..]

    Der Pressesprecher der Humboldt-Universität, Hans-Christoph Keller, sucht die Nichtberufung des Besten und damit den Abbruch des Auswahlverfahrens mit dem Vorbild eines exklusiven „Professorinnenprogramms des Bundes und der Länder“ zu rechtfertigen.

    https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/berliner-mathematik-professur-maennerdiskriminierung-an-der-humboldt-universitaet-13006311.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

    Entweder eine Frau oder gar keiner.

    Irgendwo hatte ich auch mal etwas über irgendeine Wahlveranstaltung bei den Grünen gelesen. Die männlichen Bewerber haben Wahlkampf betrieben, man brauchte aber auch noch drei Frauen. Die mussten überredet werden. Eine wollte, glaube ich, die Versicherung nichts tun zu müssen, die andere wollte nicht selbst fahren müssen oder so und die dritte hatte wahrscheinlich auch noch Sonderwünsche. Erinnert sich da sonst noch jemand dran oder, noch besser, hat einen Link?

  3. Da kann ich wahrscheinlich in ein paar Wochen oder Monaten was erzählen.
    In meiner Behörde gibt es sechs Abteilungen. Drei Abteilungsleiterinnen und drei vakante Stellen, die kommissarisch mit Männern besetzt sind. Die Behördenleitung hat ebenfalls eine Frau.

    Mal sehen, wann wir da wen bekommen…

  4. Bei uns in der Firma war eine mittlere Leitungsposition frei. Die Chefetage wollte unbedingt eine Frau, weil die Stelle schon lange weiblich besetzt war. Fünf Kandidatinnen wurden angesprochen, alle sagten ab. Bei einigen der Kandidatinnen waren vor allem die Frauen in der Abteilung froh über die Absagen. Sie hatten fachlich und menschlich einen schlechten Ruf.

    Schließlich wurde ein Mann aus einem anderen Unternehmensbereich genommen und nach einem Jahr wieder gefeuert, weil er es nicht konnte. Nun hat der langjährige Stellvertreter der alten Chefin die Stelle, ein Mann. Was von Anfang an die beste Lösung gewesen wäre.

  5. Indirekt: DDR, eine Spezialschule, die sich sehr eltitär entwickelt hatte. Vorgabe war eigentlich ein hoher Anteil von Arbeiterkindern, in Wirklichkeit waren die Eltern fast durchgängig studierte Staatsbedienstete (SED-Parteiapparat, Stasi, NVA-Offiziere u.a.m.) und Akademiker. Das Problem löste man wie folgt:
    – Die SED war per Definition eine Arbeiterpartei, ihre hauptamtlichen Mitarbeiter deshalb Arbeiter.
    – NVA lief ohnehin unter Arbeiter.
    – Stasi: „Schwert und Schild der Partei“, Rest s.o.
    – Staatsbedienstete: Ich bin nicht ganz sicher, aber es war ja ein Arbeiter- und Bauernstaat, also wer weiß…
    – die Akademiker waren wissenschaftliche Mitarbeiter, Behördenbürokraten auch Mitarbeiter, ergo: Mitarbeiter.

    Arbeiter und Mitarbeiter.

    Vielleicht kann man daraus ja lernen. Bzw. die Gender-Fraktion scheint bereits in diese Richtung zu gehen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie hoch beim Menschen die Fähigkeit zum Selbstbetrug ist, dass die innere Anpassung selbst dann erfolgt, wenn sie dem echten Erfolg diametral engegenläuft.

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