Noch einmal: Kostenlose Tampons

Der Lawen4cer schreibt auf Twitter:

 

Ich versuche mich mal an einer Antwort:

Für Feministen:

  • Eine Periode ist etwas was Frauen betrifft (und evtl Transmänner aber das wird in dem Fall nicht so hervorgehoben). Sie haben damit einen Nachteil gegenüber Männern. Es darf nicht sein.
  • Menstruation ist etwas, was üblicherweise diskret behandelt wird. Es ist aber auch etwas weibliches. Wenn Frauen etwas diskret behandeln müssen ist das frauenfeindlich und wertet Frauen ab. Es muss also in die Öffentlichkeit (siehe auch hier)
  • Frauen könnten in die Situation kommen, dass sie einmal keinen Tampon/keine Binde haben und das ist ein Skandal, denn Männer haben das Problem nicht
  • Alles drei zusammen ergibt, dass die Gesellschaft diese Probleme beseitigen muss. Dazu muss Aufmerksamkeit auf die Periode gelenkt werden, der Staat muss sich bewusst werden, dass er sie bezahlen muss und es muss eine möglichst breite Versorgung über all ohne Sonderkosten bereit gestellt werden. Alles andere ist eine Diskriminierung.

Warum mich diese Kampagnen stören:

  • Es wird etwas zu einem großen Problem aufgebauscht, was keines ist. Ein Tampon oder eine Binde in einer Handtasche oder Hosentasche unterzubringen ist kein großes Problem, man hat zwischen den Perioden genug Zeit zum nachfüllen um dann nicht überrascht zu werden. Ansonsten kann man in den meisten Gegenden recht unproblematisch welche kaufen oder sich von Freundinnen oder Bekannten etwas leihen. Zur Not (so sagten mir Frauen) überbrückt man eben mit Klopapier etc
  • Sie ist zu einseitig auf Frauen bezogen: Ich könnte noch verstehen, wenn man es in einen weiteren Rahmen eingebettet hätte. Etwa alle dringend benötigten Sanitärartikel, wie Klopapier oder Babywindeln müssten kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Aber die einseitige Fixierung auf „Frauenprodukte“ finde ich zu offensichtlich parteilich, dass ich es nicht unterstützen kann
  • Wir leben in einem sehr reichen Land mit einem guten sozialen Netz. Tampons sind billig. Ich glaube hier werden Horrorstories aus Ländern mit einem weitaus schlechteren Sozialsystem auf Deutschland übertragen. Aber selbst wenn man „Periodenarmut“ annimmt, dann wäre eine generelle Verteilung von Tampons ebenso nicht erforderlich. Meinetwegen kann man hier spezielle Programme für Bedürftige einrichten oder in Schulen einen Spender aufstellen oder eine Bezugsmöglichkeit im Sekretariat der Schule einrichten, aber das bedeutet nicht, dass man überall Tampons und Binden verteilen muss
  • Ich glaube, dass die Einrichtung kostenloser Spender durch die öffentliche Hand auch ein wenig effizienter und im Verhältnis deutlich teurerer Dienst ist. Als alter Kapitalist gehe ich davon aus, dass der freie Markt das wesentlich besser hinbekommt.