„Trojanische Pferde der Wokeness“

Sebastian Wessels hat ein Buch mit dem Titel „Im Schatten guter Absichten“ geschrieben

Daraus hat er in einem neueren Beitrag eine interessante Passage in seinen Blog gestellt:

Ein zentraler Mechanismus der Wokeness-Ideologie beruht auf dem strategischen Einsatz von Begriffen mit doppelten Bedeutungen. Alle ihre tragenden Begriffe treten in mehreren Bedeutungsvarianten auf, die von unterschiedlicher theoretischer (bzw. theologischer) Tiefe und in unterschiedlichen Phasen der Indoktrinierung anschlussfähig sind. Die mehr oberflächlichen, naiven Bedeutungen sind ansprechend für Neulinge und anschlussfähig an den Liberalismus; die tieferen bilden die Gedankenwelt der fortgeschrittenen Ideologen, die sich von derjenigen normaler Menschen im Liberalismus drastisch unterscheidet. Die Doppelbegriffe tarnen diese Realitätsferne der Theorie und Forderungen und verkleiden sie zunächst als etwas Harmloses. Je tiefer man dann in die Theorie und zugehörigen Kreise eintaucht, desto mehr wird man mit den weniger harmlosen Gehalten vertraut. Dieser Mechanismus ist für das Verständnis der »Social Justice«-Ideologien und der Mechanismen ihrer Verbreitung wesentlich.

Mit gefällt die Metapher des trojanischen Pferdes in diesem Zusammenhang ganz gut. Ein anderer Name wäre wohl „Motte and Bailey“ oder im deutschen eher „Feld und Festung“. Ich hatte ein paar Artikel dazu:

Da wird eher betont, dass sie sich auf die harmlosere Definition oder Bedeutung zurückziehen, wenn sie angegriffen werden, man kann es aber auch andersrum sehen, dass sie nämlich in den Außenbereichen als harmlos auftreten und tatsächlich aber sehr gefährliche und radikale Theorien vertreten. Da passt das Bild des trojanischen Pferds besser, weil in der Tat der „Kampf für das Gute“ als Bild steht und es aber in Wahrheit ein „Vergiftetes Geschenk“ ist, weil sie hauptsächlich Gruppen gegeneinander stellen und damit neue Feindseligkeiten eröffnen.

Nehmen wir den Begriff »Antirassismus« als naheliegendes Beispiel. »Antirassismus« hat eine Bedeutung, die für den Neuling verständlich und ansprechend ist, und eine andere, deutlich davon unterschiedene, weit tiefere Bedeutung für den arrivierten Gläubigen. Der Neuling denkt sich: »Antirassismus? Na, klar bin ich gegen Rassismus. Bin dabei!«

Auch gern in der Form „wer gegen uns ist ist gegen Antirassismus, ist Rassist, ist ein Nazi“ verwendet. Aber in der Tat ist es den intersektionalen Theorien vollkommen gelungen diesen Raum für sich zu monopolisieren: Wer heute Interesse an der Arbeit für Antirassismus oder Frauenrechte oder „Minderheitenrechte“ bzw „Opferrechte“ hat, der kommt nicht an ihnen vorbei. Das ist bei Feminismus und Antirassismus offensichtlich, aber selbst Männerrechte sind auf diese Weise besetzt, nur das dort eben die Büßerpeitsche geschwungen werden muss und es den Männern dadurch besser gehen soll, dass sie endlich von ihrer toxischen Männlichkeit lassen.

In diesem Moment weiß er noch nicht, dass »Antirassismus« für fortgeschrittene Theorievertreter bedeutet, alle Weißen für Rassisten und Diskriminierung für die beste Form der Antidiskriminierung zu halten, eine authentische Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Vertretern verschiedener »Rassen« für unmöglich zu halten, sich zu einem lebenslangen Bemühen zu verpflichten, immer und überall Rassismus zu sehen, und sein liberales und humanistisches Welt- und Menschenbild zugunsten eines kollektivistischen, dystopischen und revolutionären aufzugeben. Den Worten der Theorievertreter ist dies zwar relativ leicht zu entnehmen – James Lindsay wies einmal darauf hin, dass sie sich manchmal selbst ein Bein stellen, indem sie zu früh zu viel verlangen. Doch die meisten Neulinge übersehen die Warnzeichen zunächst oder nehmen sie nicht ernst. Sie nehmen anfangs einfach das auf, was sich in ihr noch liberales Weltbild und Leben einfügen lässt, halten dies für das Wesentliche und ignorieren den Rest.

Ich vermute mal man kann viele Warnzeichen am Anfang auch ganz gut ignorieren, wenn man sich zb auf Antirassismus konzentriert und noch keinen Kontakt mit radikaleren Vertretern hat, die sich darüber profilieren wollen, dass sie andere, die noch keine Ahnung haben, als Rassistinnen etc bezeichnen. Aber um so tiefer man in das Thema hineingeht um so eher merkt man eben, dass es Spielregeln gibt, was man sagen darf und was nicht und wie man akzeptiert wird und wie nicht. Die intersektionalen Theorien sind in der Hinsicht ein interessantes Abbild klassisch weiblicher Hierarchien, die weniger als männliche schlicht statusorientiert sind sondern über das Befolgen sozial vorgegebener Regeln und die eigene Anpassung aber auch die Möglichkeit sie vorzugeben und ihre Einhaltung einzufordern definiert sind. Wo sonst die Queen Bee den richten Kleidungsstil und was sonst cool ist vorgibt muss man sich nun in dem Labyrinth der möglichen Diskriminierungen bewegen und aufpassen, dass einen niemand bei einem Fehltritt erwischt.

Das ist kaum überraschend, da selbst Gegner der Wokeness diese in neun von zehn Fällen so kritisieren, als hätte sie einfach die Prinzipien des Liberalismus nicht verstanden. Man wirft etwa Aktivisten vor, Männer und Frauen oder auch Weiße und Nichtweiße nicht mit gleichen Maßstäben zu messen, als wäre das eine Inkonsistenz oder Heuchelei. Es ist keine Inkonsistenz oder Heuchelei, sondern im Rahmen des woken Weltbildes völlig richtig und gewollt. Dies ist kein liberales Weltbild, sondern ein kollektivistisches, das davon ausgeht, dass sich die hierarchisch angeordneten Identitätsgruppen im Krieg befänden und sozialer Fortschritt danach verlange, die jeweils unteren zum Sieg zu führen. Die liberale Forderung nach gleichen Maßstäben ist in diesem Kontext die absurde Forderung, Alliierte und Feinde gleich zu behandeln.

Ja, man muss verstehen, dass ein ganz anderes Spiel gespielt wird, in dem es gar nicht darum geht, dass man fair gegenüber der anderen Gruppe ist. Es ist in der Tat eher wie ein Kampf, bei dem der Feind eh schon böse und unfair ist und alle Trumpfe in der Hand hat und die eigene Seite (also die Seite der durch die woken Theorien geschützten Minderheiten) quasi am Boden liegt. Was für ein Beispiel kann man da bringen? Es wäre wahrscheinlich so wie wenn man den Star Wars Rebellen sagen würde, dass sie doch bitte Fair gegen das Imperium spielen sollen und sich gefälligst auf eine normale Raumschlacht einlassen sollen, wenn auf der einen Seite eine unglaubliche Flotte von Sternenzerstörern steht und auf der anderen Seite ein paar X-Wings und ein paar Mon Calamari Cruiser. Es wäre so als würde man sagen, dass man in diesem Universum wohl kaum etwas gegen die Zerstörung von Alderaan sagen könnte, wenn man selbst terroristische Akte unterstützt, bei denen eine mondgroße Raumstation mit tausenden von Menschen an Bord zerstört wird.

Man kann sich andere Szenarien überlegen, die vielleicht besser passen, aber es wäre der kleine Underdog, der um sein Überleben kämpft gegen den bösen Unterdrücker, der alle Trümpfe in der Hand hat und verlangt, dass die andere Seite fair spielt.

Dies ist ein fundamentales Missverständnis, das sich aber aus zwei Gründen aufdrängt. Erstens weil das tatsächliche Weltbild der Wokeness recht weit von alltäglichen Denkweisen entfernt ist, so dass man sich in gewissem Umfang damit beschäftigen muss, um zu verstehen, von welchen Prämissen die Theorievertreter ausgehen. Zweitens weil die Wokeness insofern an den Liberalismus anschlussfähig ist, als sie seine Prinzipien und Mechanismen zu nutzen weiß, um sich auszubreiten und ihre eigenen Regeln durchzusetzen.

Eine Doppelmoral aufzuzeigen kann natürlich dennoch etwas bringen. Das Argument fruchtet zwar nicht bei den Vertretern dieser Theorien, aber dennoch bei anderen, die damit eher deren Natur entdecken. Natürlich kann man damit íntersektionale Fanatiker nicht überzeugen, aber man kann sie zwingen quasi aus dem trojanischen Pferd zu steigen und deutlich zu machen, dass sie Troja niederbrennen wollen (um im Bild zu bleiben).

Die erwähnten Begriffe mit unterschiedlichen Tiefenebenen sind ein wichtiger Teil dieser auf Transformation zielenden Anschlussfähigkeit. Immer bildet ein naives Verständnis, das für Neulinge plausibel und moralisch ansprechend ist, nur die Spitze des Eisbergs des tieferen, breiteren und revolutionären Begriffsverständnisses der Fortgeschrittenen.

Es ist eben eine Besetzung der klassischen „guten“ Themen und die Umdeutung der bisherigen Ansätze in die Ansätze von Leuten, die nicht verstanden haben, was sie damit eigentlich anrichten. Der Tonfall der woken Theorien ist ja gerne belehrend. Es wird nicht diskutiert, es wird erklärt, wie es ist. Die woken Theorien sind richtig, sie sind der einzige Weg und man bringt Leute auf den richtigen Pfad. Das kann man freundlich machen („ich weiß du bist ein guter Mensch, der nicht rassistisch sein will, aber wir alle haben leider über unsere Gesellschaft ganz ohne unser Verschulden Rassismus verinnerlicht und/oder unterstützen unbewußt rassistische Gedanken. Wir müssen diesen verborgenen Anteil, den wir aufgrund unserer Privilegien nicht erkennen können, akzeptieren und bekämpfen, indem wir PoCs zuhören, was sie stört“) oder weniger freundlich („wenn du das so weitermachst, dann bist du ein widerlicher Rassist, in dem Verhalten liegt eine Microaggression gegen Pocs und du stützt damit den allgegenwärtigen Rassismus und ich bin dafür, dass dich alle Mitglieder unserer Gruppe blocken und von dir abwenden, wenn du deinen Fehler nicht einsiehst. Jeder, der weiterhin etwas mit dir zu tun haben will, obwohl du ein Rassist bist, ist selber ein Rassist und muss auch ausgeschlossen werden, willst du das?“) In der freundlichen Variante kann man ja durchaus einsteigen und es ist ja auch verständlich, dass man auch an sich selbst arbeiten muss. Es erlaubt einem auch, sich besser zu fühlen und davon auszugehen, dass man die eigene Schuld beseitigt hat und damit – im Idealfall – Macht über andere Sünder erlangt.

Ein weiteres Beispiel wäre »Diversity«. Naiv versteht man darunter einfach Vielfalt; eine bunte Gruppe von Leuten mit verschiedenen Hintergründen. Die tiefere Bedeutung dagegen ist: Eine Gruppe von Leuten aus verschiedenen klar definierten Identitätsgruppen, welche »kritisches Bewusstsein« haben, also die Gesellschaft durch die Brille der Theorie als großes Unterdrückungssystem betrachten und das Ziel verfolgen, dieses zu Fall zu bringen. Ein paar konservative Frauen, Schwarze und Schwule zählen nicht als »Diversity«. Was ist »Inklusion«? Offenheit und Beteiligungsmöglichkeiten für alle, würde man meinen. Die tiefere Bedeutung ist: Einführung eines engen theoriekonformen Systems von Sprach- und Verhaltensregeln in einem sozialen Raum und Ausschluss aller, die sich dem nicht fügen. Ganz in diesem Sinn rechtfertigen etwa öffentlich-rechtliche Medien die Einführung von Gendersprache damit, dass sie »alle ansprechen« wollten. Eine knappe Mehrheit der Bevölkerung, Männer und Frauen zu etwa gleichen Teilen, lehnt Gendersprache jedoch ab und fühlt sich von ihr somit nicht »angesprochen«, sondern abgestoßen. Das beunruhigt Theorievertreter nicht, denn aus ihrer Sicht ist »Diversity«, »Inklusion« und alles andere Gute nur unter dem Regime der Theorie möglich. Wo die Theorie nicht ist, ist Unterdrückung. Dem Regime der Theorie widersetzen würden sich nur die, die die Unterdrückung aufrechterhalten wollen, und auf die muss man natürlich keine Rücksicht nehmen. Das Denken ist so total auf diese binäre Antithese von Unterdrückung und »Social Justice« verengt, dass von seiner Warte aus nicht vorstellbar ist, die Theorievertreter könnten selbst unterdrückerisch wirken.

In der Tat heißt „Inklusion“ und „Diversity“ schlicht nur „möglichst viele Vertreter der in unserem System als Opfer betrachteten Gruppen, allerdings nur, wenn diese unsere Theorien teilen“.
Wo weniger in den Theorien erfahrene denken würden, dass eine Gruppe mit weißen, schwarzen, hetereosexuellen und Schwulen Männern und Frauen doch sehr divers wäre würde ein erfahrener Theoretiker erkennen, dass eine Gruppe mit nur schwarzen Frauen deutlich diverser sein kann, weil jedes Mitglied der Gruppe einen „Diversity Element“ bei gleichzeitiger Abwesenheit von Merkmalen „privilegierter Gruppen“. Die weitere Regel wäre allenfalls, dass man nach „Schweregrad“ der Diversity Elemente Veränderungen fordern darf: In einer Gruppe schwarzer Frauen dürfte man etwa fordern, dass darunter auch (schwarze) Lesben und Transsexuelle sind, aber nicht, dass auch ein (schwarzer) Mann dazu kommt. Beachten muss man noch, dass Hierarchien sich etwas verändern, wenn es um bestimmte Themen geht: bei dem Thema Rasse müssen die Diversity Elemente aus diesem Bereich sein, bei dem Thema „Frauen“ hingegen sollte etwa ein Transsexueller hinzukommen, da die Nichtberücksichtigung von Transfrauen darauf hindeuten könnte, dass man sie nicht als vollwertige Frauen akzeptiert etc.

Das diese Art der Zusammensetzung ein Kampf gegen die Unterdrückung ist hat schon etwas groteskes. Aber Kritik daran wäre dann eben Rassismus etc.

Wie weit das gehen kann, zeigen kommunistische Regime, die es noch nach Jahren der autoritären Herrschaft von Parteibonzen fertiggebracht haben, sich als Underdogs zu inszenieren, die sich gegen die Mächtigen der »Bourgeoisie«, »Faschisten«, »Imperialisten« etc. verteidigen müssen.

Der „Kampf für den kleinen Mann“ oder „für das Gute gegen die Mächtigen“ ist halt eine sehr simple Botschaft, die man erstaunlicherweise auch mit Macht gut aufrechterhalten kann. Die Partei hat dann eben immer recht und verteidigt nur das Allgemeinwohl.

In taktischer und psychologischer Hinsicht kann man besagte Doppelbegriffe auch als trojanische Pferde beschreiben. Die naive Bedeutung ist für die meisten Menschen vollkommen einleuchtend, und sobald man dem Pferd wohlwollend und naiv die Tür geöffnet hat, beginnt die tiefe Bedeutung ihren Einfluss geltend zu machen. Von da an ist es schwer, an irgendeinem Punkt »stopp« zu sagen, denn man hatte sich selbst anfangs freudig zu dem politischen Ziel bekannt, das der Begriff ausdrückt. Es ist um ein Vielfaches schwerer, von einer Position zurückzutreten, die man bereits öffentlich eingenommen hat, als auf dem beschrittenen Weg jeden Tag ein paar Zentimeter weiterzugehen. Ersteres ist ein Kraftakt und Risiko des Gesichtsverlusts, Letzteres geschieht wie von selbst. Dafür sorgen die Aktivisten im Haus, für die es nicht schwer ist, ihre ständig wachsenden Forderungen als Notwendigkeiten der Verfolgung des Ziels auszugeben, zu dem sich Chef und Belegschaft bereits bekannt hatten. Wer A sagt, muss auch B sagen. Immer hängen moralisch die Damoklesschwerter über den Köpfen: Ihr wisst doch, wie wichtig Diversity ist. Wenn ihr wirklich Diversity wollt, müsst ihr uns auch dieses zugestehen, denn ohne dieses kann es keine Diversity geben. Seid ihr etwa nicht mehr für Diversity, war das nur ein Lippenbekenntnis? Wollt ihr etwa nichts gegen Rassismus tun? Dachtet ihr, das wird ein Spaziergang? Ihr wollt Gerechtigkeit, aber es darf nichts kosten? Stört euch die Unterdrückung der Frauen nicht?

Eine in der Tat sehr einfache, aber äußerst effektive Vorgehensweise:

  1. wir sind die Guten und wollen das Gute
  2. Alles Gute folgt unseren Theorien und jede Abweichung gefährdet den Einsatz für das Gute
  3. Wer unsere Theorien nicht umsetzt ist damit einer von den Bösen und muss bekämpft werden

Das war schon häufig ein Erfolgsrezept für „Moralische Unterdrückung“ die in einem Zeitalter, in dem man sofort einen Internetmob loshetzen kann (und damit den Guten gleich Gelegenheit gibt sich zu profilieren) wieder äußerst effektiv ist.

Eine weitere wertvolle Metapher für die Funktionsweise dieser doppelbödigen Begriffe ist die von Motte und Bailey. Sie nimmt Bezug auf einen Typ mittelalterlicher Burgen. »Bailey« ist eine Art Burghof außerhalb einer kleinen Festung, in dem gewirtschaftet wird. Die Motte ist die eigentliche Festung auf einer Anhöhe. Die beiden stehen für zwei Positionen, die Theorievertreter je nach Situation in Diskussionen einnehmen. Wenn sie angegriffen werden, ziehen sie sich in die Motte-Position zurück, die leicht zu verteidigen ist, aber sonst wenig abwirft. Die Motte-Position entspricht der naiven Begriffsbedeutung, der jeder zustimmt.

Und unter diesem Namen war es hier, wie oben verlinkt, auch schon besprochen worden.

Zum Beispiel: Es gibt sozial konstruierte Geschlechterrollen, die den Chancen der Menschen zur Selbstentfaltung möglicherweise unnötige Grenzen auferlegen und die wir in diesem Fall verändern können und sollten. Jeder weiß das, jeder stimmt dem zu, niemand bestreitet das ernsthaft. Wenn die Gender Studies angegriffen werden, können sie daher einfach behaupten, dass es ihnen doch nur um dies gehe, und sofort ist der Angreifer entwaffnet. Ist der Angriff vorbei, beziehen sie dann wieder die Bailey-Position: Biologisches Geschlecht gibt es gar nicht, die Geschlechter per se sind sozial konstruiert und nicht angeboren, sondern zugewiesen, Geschlecht ist ein Spektrum, an der Vagina ist nichts inhärent Weibliches, Männer können gebären, an Familie und Heterosexualität ist nichts Natürliches und so weiter. Solche Positionen sind im Rahmen wissenschaftlicher Rationalität unmöglich zu verteidigen, aber man kann herrlich damit wirtschaften. Jeder Unterschied und jede Komplementarität zwischen Männern und Frauen erscheint von ihr aus gesehen als Auswirkung eines Unterdrückungssystems, das überwunden werden muss, und die Theorieanhänger sind die Experten, denen im Rahmen dieses gigantischen Überwindungsprogramms Ressourcen und Autorität zufließen.

Ja, leider verdrängen diese Positionen immer mehr tatsächliche Wissenschaft, die allerdings auch wesentlich komplizierter ist. In der Tat kann man ja unproblematisch gegen zu starre Geschlechterrollen sein, es sind weit eher Häufungen um die Mitte oder anders gesagt Normalverteilungen mit einer deutlichen Verteilung.

Aber daraus folgt eben weder, dass man diese Häufungen auflösen kann noch das sie Ergebnis eines Unterdrückungssystems sind.

Insofern ein guter Artikel, hat jemand vielleicht das gesamt Buch schon gelesen und kann was dazu sagen?

55 Gedanken zu “„Trojanische Pferde der Wokeness“

    • Was lässt sich dagegen sagen, dass Farbige gegenüber Weißen privilegiert seien?
      Welche Argumente gibt es da, außer: „Es gibt Situation X, in der Weiße im Schnitt besser gestellt sind als Farbige?“

      10 der 10 bestbezahlten NBA Spieler sind farbig.
      https://www.sportskeeda.com/basketball/top-10-highest-paid-nba-players-2020-21

      Beleg für: Es gibt Situation Y, in der Farbige im Schnitt besser gestellt sind als Weiße.

      Dies sind die Treffer auf bing für „coolest man in america“:

      7 Farbige, 4 Weiße.
      12% der Bevölkerung stellen 64% der cool guys.

      Antirassismus ist wie Feminismus: einfache Schwarze/Frauen werden geopfert, um das Leben von sowieso privilegierten Schwarzen/Frauen noch weiter zu pimpen.

      • Es gibt in den USA und Europa *) Rassismus gegen Schwarze, der sich manchmal in ungerechter Behandlung von Schwarzen niederschlägt. Rassismus gegen Weiße mit den gleichen Folgen gibt es auch, aber signifikant seltener. Das ist Alltagswissen und muss wirklich nicht mit Statistiken belegt werden. Man darf nur nicht falsche Schlussfolgerungen daraus ziehen.

        *) in Afrika mag es das Umgekehrte geben, aber da leben wir nicht

        • Rassismus gegen Weiße ist signifikant seltener? Die ständigen unbegründeten Vorwürfe als Weißer sei man ein Rassist hältst du also für eine faire Behandlung? Ich nicht.

          Der einzige Unterschied könnte vielleicht sein, das dabei häufiger der Rassismus von Weißen gegen Weiße ausgeht. Andererseits, dass das ausschließlich so ist,da bin ich mir nicht sicher.

          • „Rassismus gegen Weiße ist signifikant seltener?“

            Davon würd ich mal ausgehen 🙂 Ich hab im normalen Leben noch nie welchen erlebt. Da die Mehrheit der Bevölkerung selbst weiß ist, würde das bedeuten sie sind gegen sich selbst rassistisch. Kommt vor, ist aber selten.

            „Die ständigen unbegründeten Vorwürfe als Weißer sei man ein Rassist hältst du also für eine faire Behandlung?“

            Wokeness ist eine Form von Rassismus, aber sie neu und ihre Tragweite kann noch nicht abgeschätzt werden. Derzeit ist sie ein Phänomen der Medien und „Intellektuellen“, aber nichts was im Alltag eine Rolle spielt und soweit ich das beurteilen kann bisher nicht im Entferntesten mehrheitsfähig.

          • @anorak2

            „Ich hab im normalen Leben noch nie welchen erlebt“

            Soll keine Tirade gegen Dich werden, aber ich muss mich etwas ereifern:
            Seit ca 5 Jahren ist es in den Medien Konsens, dass Weisse fuer alles Elend auf der Welt verantwortlich sind, sie nie irgendwelche Kultur Leistungen erbracht haben, die nicht von Frauen oder Schwarzen gestohlen wurden. Also täglich wird diese AgitProp- Maschine mit Millionen/Milliarden Steuergeldern angeworfen. Und Du behauptest, dass das in Deinem Alltag keine Rolle spielt?

          • In meinem Alltag spielt es auch keine Rolle, außer, wenn ich die falschen Nachrichten gucke oder den falschen Radiosender höre, bei denen mich das Gegendere nervt.

            Aber in der Supermarktkasse hat mich noch niemand wegen Geschlecht, Hautfarbe oder so mies behandelt oder mir vorgeworfen, auf Kosten meiner Freundin zu leben oder die Kassiererin zu unterdrücken 🙂

          • Darauf wollte ich hinaus. Wir werden seit Jahren medial mit Rassismus gegen uns konfrontiert. Und dabei ist es egal, ob dieser Rassismus von Weißen oder Nicht-Weißen ausgeht.

            In meinem Alltag spielt es auch keine Rolle, außer, wenn ich die falschen Nachrichten gucke oder den falschen Radiosender höre, bei denen mich das Gegendere nervt.

            Also weil du, statt in freier Entfaltung zu leben, Meideverhalten an den Tag legst, um Rassismus zu entgehen, betrifft dich Rassismus nicht? 😉

            Wokeness ist eine Form von Rassismus, aber sie neu und ihre Tragweite kann noch nicht abgeschätzt werden.

            Was meinst du mit „Tragweite“? Mediale Reichweite oder Wichtigkeit? Wichtigkeit in den Medien und/oder der Öffentlichkeit oder privat für dich persönlich?
            Und kommt es auf die (öffentliche?) Tragweite an, so lange du persönlich benachteiligt und/oder diffamiert wirst?
            Wenn du die Mietwohnung nicht bekommst, weil du ein weißer alter Mann bist, ist die mediale Reichweite egal. Benachteiligt wirst du nämlich trotzdem.

        • „Das ist Alltagswissen und muss wirklich nicht mit Statistiken belegt werden“

          Aus der selben Wissenskategorie, in der auch „Frauen werden in unser Gesellschaft unterdrückt“ ist?
          Das weiß auch jeder Alltägliche…

          • Insoweit, dass ich im realen Leben schon rassistische Sprüche gegen Schwarze gehört habe, aber gegen Weiße noch nie. Gegen Deutsche schon („Kartoffel“), aber das war ja nicht gefragt.

            Dass es auch Rassismus gegen Weiße geben kann, weiß ich aus Medien und Internet, und verorte das vor allem in den USA.

          • Das Patriarchat ist also auch wahr, weil man schon mal gehört hat, wie jemand „Frauen können das nicht“ gesagt hat.

            OK

          • @weiss_auch_nicht Sexismus gegen Frauen != „Patriarchat“
            Es gibt Vorurteile gegen Frauen, und manchmal werden Frauen deswegen benachteiligt. Das ist bis dahin durchaus analog zum Rassismus gegen Schwarze.

            Das bedeutet aber nicht, dass die ganze Gesellschaft von Männerbündelei durchzogen sei, oder was auch immer der Begriff „Patriarchat“ in den Augen seiner Verfechter bedeuten mag. Ebensowenig wie der vorhandene Rassismus gegen Schwarze bedeutet, dass unsere Gesellschaft eine Herrschaft der Weißen auf dem Rücken der Schwarzen sei, oder was für krude Thesen die woke Ideologie dadrauf konstruiert. Man darf eben nicht das Kind mit dem Bade ausschütten, weder sorum noch sorum.

            Außerdem gibt es auch Vorurteile gegen Männer, und Männer werden deswegen manchmal benachteiligt. Das kommt etwa gleich häufig vor wie gegen Frauen. Hier ist deshalb auch das Ende der Analogie.

          • @ Anorak und Fans, zeigt mir einen Artikel aus den deutschen MS- Medien, in denen „POC“ als „Schweine“ , „Rassisten“, A-loecher“ bezeichnet werden. Und dann lügt mir noch mal ins Gesicht, dass ihr die entsprechenden Spiegel- Artikel von Stokowski (die sich allen Ernstes fuer eine Farbige hält) gegen Weisse nicht gelesen habt.

          • Also ich lese Artikel von Strokopwski aus Prinzip nicht, denn wenn alle, die ihre Artikel scheiße finden, sie einmal zwölf Monate lang kollektiv nicht läsen, wäre sie binnen Jahresfrist wegen Erfolglosigkeit entlassen und würde für ihren Scheiß auch keine reichweitenstarken Abnehmer mehr finden.

            @anorak2: Ich finde, Du hast sehr differenziert und klug gesprochen, und oute mich in dieser Angelegenheit als Dein Fan 🙂

          • @ Renton,
            Warum liest Du denn Artikel von der Stokowski nicht, Du kennst sie ja offenbar? Könnte es daran liegen, dass Du doch mal ganz am Anfang einen gelesen hast, und Dir ihr Rassismus und Sexismus übel aufgestossen ist? Warum behauptest Du dann aber, dass das in Deinem Alltag keine Rolle spielt?
            Ich werde täglich damit konfrontiert, Spiegel, taz, ZEIT sind die übelsten Dreckschleudern.
            Und das spielt in Deinem Alltag keine Rolle?
            Ich bezweifle das.

          • @Blue Jaw

            Wahrscheinlich habe ich mal einen Artikel von Strokopwski vollständig gelesen, ja. Aber die meisten bekomme ich nur in rezipierter Form hier bei Christian mit, und das lese ich mir in der Regel auch nicht komplett durch.

            „Warum behauptest Du dann aber, dass das in Deinem Alltag keine Rolle spielt?“

            Weil wir, scheint’s, ein unterschiedliches Verständnis von „Alltag“ und „eine Rolle spielen“ haben. Ich werde mit vielem, was ich nicht ausstehen kann, hier oder an ähnlichen Orten im Internet täglich konfrontiert, aber das bleibt auf einer rein intellektuellen Ebene; und ich suche diese „Konfrontation“ ja auch, mir würde also vielleicht sogar etwas fehlen, wenn ich das nicht hätte. Aber das sehe ich nicht als etwas an, dass in meinem Alltag „eine Rolle spielt“. Alltag sind für mich die Begegnungen mit Nachbarn, Freundin, Familie, Unbekannten (z.B. Supermarktkassierer), mit denen ich etwas „Richtiges“ zu tun habe, und deren Meinung ist mir hundertmal wichtiger als die von Strokopwsi & Co – ja, sogar die Meinung des Supermarktkassierers. Das andere ist mein Hobby, zwar ein alltägliches, aber keines, dem ich große Bedeutung beimesse.

        • In Afrika leben durchaus dauerhaft Menschen mit europäischer Abstammung, aka Weiße. Und die erleben durch ihre Hautfarbe nicht unbedingt nur Vorteile. Siehe etwa die staatlich propagandierte gewaltsame Vertreibung weißer Farmer in Zimbabwe und zunehmend auch in anderen Ländern Afrikas, z. B. SA.
          Werden schwarze Menschen in Europa anders als weiße Menschen behandelt? Ja, weil sie nach wie vor, bis auf wenige urbane Ballungsgebiete und Branchen, in der Minderheit sind. Dieser „Exotenstatus“ kann Vorteile mit sich bringen, aber auch Nachteile. Und aufgrund der seit 2015 medial und politisch ständig am Köcheln gehaltenen Flüchtlingskrise nimmt man Menschen mit unterschiedlichem ethnischen Erscheinungsbild zunehmend mehr wahr, im Guten wie im Schlechten.
          Dennoch ist die europäische Situation mEn durch die völlig unterschiedliche historische Ausgangslage eine gänzlich andere als in den USA. Was von der internationalen woken Fraktion unter 1:1 Anwendung amerikanischer Begriffe in europäischen Gesellschaften vollkommen ignoriert wird. Was dabei auch (bewusst?) ignoriert wird: eine ähnliche Hautpigmentierung bedeutet nicht, dass man es mit einer homogen Gruppe zu tun hat. Wie sich z. B. Nord- und Westeuropäer ggü. Ost- und Südeuropäern ( Stichwort „Pollacken“), verschiedene afrikanische Ethnien, Araber ggü. Schwarzafrikanern, Asiaten ggü. Nicht-Asiaten, oder Afroamerikaner ggü. Schwarzafrikanern und Schwarzen aus der Karibik (und vice versa) verhalten, zeigt schnell die Grenzen dieses „S/W“ – Denkens hinsichtlich iRassismus – Definition auf. Sich dabei auf „strukturellen“ Rassismus, Machtungleichverhältnisse usw. herausreden zu wollen, verbietet sich meines Erachtens und zeigt nur die Schwächen dieses Weltbilds auf. Mich stört auch die immer häufigere Doppelmoral. Wer Worte wie Mohr, Zigeuner usw. verbieten will, sollte mit dem gleichen Furor abwertenden Begriffen wie Alman oder Kartoffel als Bezeichnung von Deutschen eine Absage erteilen.

        • „Rassismus gegen Weiße mit den gleichen Folgen gibt es auch, aber signifikant seltener.“

          Leider wird ja jede schlechte Idee von den Progressiven aus den USA importiert. Also mal sehen ob das so bleibt. Denn wenn sowas hier zu einem Standard wird:

          dann hat zukünftig jeder Weiße der zur Schule ging Rassismus erlebt.

          • Ich denke es ist wichtig zwischen rassistischen Äußerungen und Diskriminierung zu unterscheiden. Ersteres sind Worte zweiteres Taten. Von Frau Stockowski kann kaum jemand diskriminiert werden – zumindest nicht durch Lesen ihrer Texte. Insofern halte ich es für plausibel, dass die Wahrscheinlichkeit für rassistische Diskriminierung für Fremde in D in der Vergangenheit grösser war als für Deutsche. Diskriminierung durch den Staat trifft – im Moment noch – hauptsächlich Männer – unabhängig von der Herkunft.

    • Noch einmal zum Begriff, bevor wir etwas anderes diskutieren.
      Privileg ist ursprünglich ein, wie Wiki beschreibt: „Ausnahmegesetz, Vorrecht“ oder auch „Vorrecht“, „Sonderrecht“ gewesen, stammt aus dem lateinischen privus (einzeln, besonders) und dem Genitiv von lex legis (Gesetz).

      Das tatsächlich existiert habende Adelsprivileg verweist auf die Gesellschaft, in die man in einen privilegierten Stand einfach nur hineingeboren worden ist und somit diese Privilegien erbte.

      Im Kontext der Erleuchteten meint „Privileg“, einen unverdienten und ungerechtfertigten Vorteil zu genießen. Statt einer sozialen Schicht wird aber die Biologie herangezogen, die offensichtlich der soziale Konstruktivist schlechthin ist /sarcasm.

      Nun ist aber einen Vorteil zu genießen per se kein Privileg und einen Nachteil zu haben nicht automatisch der Beweis für eine vorliegende „Diskriminierung“.
      Wenn die Eingangsvoraussetzung für einen NBA Spieler eine Körpergröße von 1,95 m ist, dann hat der mit einer von 1,75 m einen Nachteil, ist jedoch nicht automatisch „diskriminiert“, sondern er ist benachteiligt.

      Hier hat nach der Ideologie des Erleuchteten die Biologie (Geschlecht, Hautfarbe, sexuelle Orientierung) die Funktion von „Stand“ in der feudalen Gesellschaft übernommen, ohne dass diese Gesellschaft überhaupt noch existiert (bzw. in den USA jemals existiert hat).
      Zweitens wird eine von der Selbstvermarktung getriebene hyperbole Sprache kultiviert (von Nachteil zu Diskriminierung zu Unterdrückung), die dichotome Gegensatzpaare von „Privileg – Unterdrückung“ entwirft, welche suggerieren, erstere basieren auf letzterer.
      Auf eine Beweisführung, dass es sich so verhält wird in der Regel verzichtet.

      „Privileg“ ist im Kontext der Woken also nichts anderes als eine Privilegienunterstellung oder eine Privilegienbehauptung.

      • “ sondern er ist benachteiligt.“
        [nitpick]
        Nein.
        Er hat einen Nachteil.
        Es gibt keinen Akteur (was „benachteiligt“ impliziert), in dessen Willkür dieser Nachteil begründet liegt.
        [/nitpick]

        • @w_a_n

          Nachteil <haben vs. benachteiligt werden.
          Korrekt beobachtet.
          Deshalb: Man ist benachteiligt oder man wird benachteiligt.
          Ein Behinderter im Rollstuhl ist benachteiligt, da er nicht gehen kann – er wird benachteiligt, wenn ihm die Teilnahme am öffentlichen Leben durch zahllose Barrieren unmöglich gemacht wird.
          Dadurch haben aber die „Gehenden“ nicht automatisch ein „Privileg“ auf seine Kosten und „diskriminieren“ ihn.

          • @crumar

            du schummelst da das Schicksal als ungenannten Akteur in die Sache.

            „benachteiligt“ ist wie „geschlagen“. Auch da kann man sagen: „Jemand ist geschlagen“ und „Jemand wird geschlagen“ und der Unterschied ist nicht, dass es in einem Fall keinen Schläger gibt.

            Aber noch mehr gespaltene Haare ist die Sache nicht wert.
            Außer natürlich, dass die Betonung der Abwesenheit eines aktiven Parts wichtig wäre, um klar zu machen, dass es keine Diskriminierung ist.

          • „du schummelst da das Schicksal als ungenannten Akteur in die Sache.“

            Kann man mir vorwerfen, aber was sind denn viele der „isms“ der modisch Intersektionalen denn anderes? „Ableism, heightism, lookism“ zum Beispiel – sind Produkt von Schicksal oder Folgen der genetischen Lotterie.
            Es ist ja objektiv richtig, dass man es als 1,50 m großer Mann auf dem Partnermarkt schwerer hat, als ein Mann mit einer Körpergröße von 1,90 m.

      • Es heißt doch immer, dass der Westen von der Ausbeutung der dritten Welt profitiert. Das hieße, dass hierzulande ein weißer einheimischer dem schwarzafrikanischen Flüchtling was schuldig wäre.

        • „Es heißt doch immer, dass der Westen von der Ausbeutung der dritten Welt profitiert.“

          Das halte ich in der Form für falsch. Der Westen ist nicht wegen Ausbeutung wohlhabend, sondern wegen der Industrialisierung, und die ist selbstgeschaffen. Zu den reichsten Ländern der Erde gehören Länder, die noch nie Kolonien hatten, wie zB Norwegen, Schweden, Dänemark, Kanada.

          Afrika ist (überwiegend) arm, weil dort die Industrialisierung noch nicht stattgefunden hat. Die leben also im gleichen Zustand wie unsere Vorfahren bis vor 200 Jahren.

          „Das hieße, dass hierzulande ein weißer Einheimischer dem schwarzafrikanischen Mgirgnaten was schuldig wäre.“

          Ex falso … Was mir übrigens auffällt ist, dass viele hier „Schwarze“ mit „arikanische Einwanderer“ gleichsetzen. Ich hab keine Statistik, aber gefühlt die Mehrzahl der dunkelhäutigen Menschen in Deutschland sind Deutsche.

          • Naja, der Kongo hat die weltweit größten Cobaltvorkommen. Ohne Cobalt keine Computer, Handys oder Interkontinentalraketen. Eigentlich müsste der Kongo so reich wie Saudi Arabien sein. Die USA aber hat dort die Regierung gestürzt und eine Marionette eingesetzt, die der Ausbeutung durch den Westen nicht im Wege steht.

          • @uepsilonniks Klar gibt es politische Machenschaften des Westens, und es gab die Kolonialisierung Afrikas die dem Kontinent natürlich übel mitgespielt hat. Aber das sind nicht die Ursachen der dortigen Armut. Der Grund ist nicht niedrige wirtschaftliche Produktivität, nicht weil sie von uns künstlich niedergehalten wird sondern weil sie noch auf einem vorindustriellen Niveau ist; ich hoffe dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das steigt. Der Besitz von Bodenschätzen allein macht aber nicht reich. Die Neandertaler hatten auch viele Bodenschätze.

          • @ Anorak2

            „Klar gibt es politische Machenschaften des Westens, und es gab die Kolonialisierung Afrikas die dem Kontinent natürlich übel mitgespielt hat.“

            Das muss man tatsächlich klar differenzieren. Im Zuge der Kolonialisierung Afrikas wurden übelste Verbrechen begangen, das galt aber nicht immer und überall so. Einige Länder Schwarzafrikas befinden sich heute etwa auf dem Stand des späten europäischen 19. Jahrhunderts. Diesen Stand haben sie nicht trotz sondern Dank der Kolonialisierung. Ohne diese wären dieselben Länder wohl noch immer auf dem Stand vorgeschichtlicher Menschheitsepochen. Dies wird in diesen Gegenden Afrikas auch heute noch von den Menschen dort so gesehen und diese halten tatsächlich ihre ehemaligen Kolonialherren und die von ihnen mitgebrachten Traditionen in Ehren.

            Das eine relativiert nicht das andere, aber es GAB eben beides.

            „Der Grund ist niedrige wirtschaftliche Produktivität, nicht weil sie von uns künstlich niedergehalten wird sondern weil sie noch auf einem vorindustriellen Niveau ist; ich hoffe dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das steigt. Der Besitz von Bodenschätzen allein macht aber nicht reich. Die Neandertaler hatten auch viele Bodenschätze.“

            Das erscheint mir etwas monokausal. Ein großes Problem vor allem schwarzafrikanischer Länder ist vor allem deren politische „Elite“, die vor allem aus Diktatoren, nepotistischen Parasiten und knapp und einfach schieren Arschlöchern besteht. Dieses Pack wird sehr wohl sehr reich mit den Bodenschätzen afrikanischer Länder. Und zwar indem sie mit jenen lukrativ schachern, die dann wie Heuschrecken über die Länder herfallen. Kein westlicher Konzern hätte die Möglichkeit, mal eben in Afrika tausende Menschen zu Hungerlöhnen und unter unmöglichsten Bedingungen arbeiten zu lassen und dabei gleichzeitig große Flächen ihrer Länder in auf Jahrhunderte nicht mehr nutzbare Mondlandschaften zu verwandeln, würden sie dafür nicht großzügig freie Hand durch sich bereitwillig schmieren lassende Regenten bekommen.

            Aus intersektionaler Sicht stellt sich nur das Problem dar, dass diese Regenten in sehr großer Zahl – was in Ländern mit weit über 90 % schwarzem Bevölkerungsanteil wenig überrascht – schwarz sind. Das passt natürlich nicht in das Narrativ, dass an allem Schlechten auf der Welt stets der weiße, heterosexuelle Mann Schuld ist. Also muss die Beteiligung korrupter Schweine unter den Schwarzen schlank ignoriert und so getan werden, als hätten wir immer noch koloniale Verhältnisse.

    • Dass das nicht für jeden einzelnen Weißen und jeden einzelnen Farbigen zutrifft. Deshalb ist der Umkehrschluss „Weiße für eine Weile als Kollektiv benachteiligen stellt nur Gerechtigkeit her“ falsch, sondern schafft in Wirklichkeit zusätzliche Ungerechtigkeit.

      Außerdem ist „Privilegien“ mehrdeutig. Es gibt in westlichen Demokratien keine formelle Benachteiligung von Schwarzen. Was es gibt sind gelegentliche Vorurteile im Alltag, durch die manchmal Benachteiligungen entstehen können. Die beste Gegenmaßnahme dagegen ist Abbau solcher Vorurteile durch Aufklärung, aber nicht irgendeine „Behandlung“ von Weißen, weil diese in ihrer Mehrheit nichts dafür können und nicht davon profitieren, auch nicht unabsichtlich. Außerdem sind Angehörige anderer demographischer Gruppenn von solchen Vorurteilen auch manchmal betroffen, manchmal auch Weiße wegen ihrer Hautfarbe, manchmal wegen anderen Merkmalen.

      • Kommt immer darauf an. Schwarze in einer mehrheitlich weißen Gesellschaft werden immer wieder auf ihre Andersartigkeit gestoßen, das ist sicher richtig. Wenn mal irgend eine Kassiererin oder ein Fahrkartenkontrolleur zu meiner schwarzen Frau unfreundlich ist, ist er sofort ein racista (Rassist). Dass zu mir auch gelegentlich Leute (meiner eigenen Hautfarbe) unfreundlich sind, spielt da keine Rolle.

        Migranten empfinden es ja oft als Rassismus, wenn an sie fragt, wo sie herkommen. Das gilt natürlich nur für die in Deutschland aufgewachsenen Kinder der Migranten, die nicht so recht wissen, wo sie hin gehören. Ich bin in Südamerika etliche Male gefragt worden, wo ich her komme, und habe das immer als freundliches Interesse an mir verstanden. Im übrigen muss man da als erkennbarer Ausländer fast immer den Gringo-Preis bezahlen, also das Dreifache der Einheimischen. Das ist natürlich auch Diskriminierung, aber bei Weißen darf man es ja, weil die die Macht haben.

        Wir sollten uns darauf nicht einlassen. Ein Schwarzer in Deutschland ist immer noch mit größter Wahrscheinlichkeit kein Deutscher, also kann man ihn selbstverständlich fragen, wo er her kommt.

        • Ich verlasse mich bei der Einschätzung, ob jemand nicht aus Deutschland kommt, mehr aufs Gehör als aufs Aussehen. Jeder, der später als im Alter von ca. 12 nach Deutschland gekommen ist, behält einen hörbaren Akzent.

          Davon ab kann auch jeder in Deutschland geborene Schwarze auf die Frage, wo er herkommt, ja einfach seinen Geburtsort und jetzigen Wohnort angeben, falls davon abweichend. So, wie ich auch 🙂

          • Ja, das wäre der wohlwollende Umgang mit einer Frage nach Herkunft, die im besten Falle dann beide Beteiligten zum Lachen bringt. So läuft es wohl auch in der Mehrheit der Fälle, in denen ein Mensch einen anderen nach dessen Herkunft fragt und dieser, wider Erwarten, nicht aus Bumbumkechi stammt sondern aus Castrop-Rauxel. Das Problem sind die überempfindlichen Aktivisten, die mit dem Gefühl der andauernden Diskriminierung durchs Leben gehen und ständig verbissen nach Gründen für dieses Gefühl suchen. Die antworten dann unter Umständen gar nicht, sondern ziehen direkt ihr Smartphone, öffnen die Twitter-App und müssen, noch während der andere entgeistert daneben steht, der ganzen Welt in einem ellenlangen Thread darüber berichten, wie sie so ein widerlicher Protonazi gerade tausendfach retraumatisiert hat.

            Allein die Dominanz eben dieser dissozialen Arschlöcher im medialen und politischen Diskurs führt zu dieser enormen Vergiftung des Themas und darüber auch der Gesellschaft.

          • „Protonazi“

            🙂

            Fühlt sich hier gerade noch jemand inspiriert, Beleidigungen mit „Proto-“ zu bilden? Protodenker, Protologiker? Oder vielleicht Protoamöbe? Hm, hoffentlich meldet sich Semikolon bald mal wieder 😛

      • „Die beste Gegenmaßnahme dagegen ist Abbau solcher Vorurteile durch Aufklärung“

        Vorurteile lassen sich nicht durch kluges Gelaber abschaffen, zumal unverfälschte Statistiken nicht unbedingt dazu nützen, Vorurteile loszuwerden, mitunter werden sie dadurch sogar untermauert (siehe z.B. Kriminalitätsstatistik Schwarze in den USA oder Statistiken zum IQ). Mich nervt schon der paternalistische Ansatz daran, die Arroganz, man selbst sei aufgeklärt und andere nicht.

        Am besten und konfliktfreiesten funktionieren homogene Gesellschaften! Das schließt kleine Minderheiten nicht aus, aber sie müssen klein sein und die Last des Andersseins klaglos ertragen, sich ansonsten soweit als möglich assimilieren.

        „Diverse“ Gesellschaften funktionieren nur in einem erstklassig organisierten und balancierten Staat, (oder wenn die verschiedenen Gruppen sich zumindest aus dem Weg gehen können, weil genug Platz, wie in den USA). Außerdem ist zusätzlich eine freiheitlich-individualistische Ideologie vonnöten, die eine Klammer bildet und alles zusammenhält. Dummerweise sind Menschen aber sehr kollektivistisch veranlagt, so dass diese Ideologie immer ein Stück weit im Widerspruch zu menschlichen Natur aufrecht erhalten werden muss.

        Letzteres hat in den USA stets mehr schlecht als recht funktioniert und dient verschiedenen Dummköpfen bei uns jetzt fatalerweise dazu, auch unsere Gesellschaften entsprechend umzugestalten. Just in dem Augenblick, wo die Soße in den USA anfängt richtig überzukochen…

        Man kann die Mehrheit der Menschen nicht umerziehen. Selbst mit ständiger Propaganda nicht. Das ist wie ein Gummi, den man spannt, bei der erstbesten Gelegenheit schnappt er auf seinen Grundzustand zurück. Deshalb lügen ja auch die Medien derart über Migrantengewalt, verfälschen die Namen usw. damit ja niemand eine Zuordnung vornehmen kann. Dummerweise untergraben sie damit gleichzeitig ihre eigene Glaubwürdigkeit (wie jede Propagandaorganisation).

        • Ich sehe das ähnlich. Bestes Beispiel für einen derart straff organisierten Staat wäre z.B. Singapur, der die kontrollierte Durchmischung u.a. durch Vorgabe ethnischer Verteilungsverhältnisse bei der Wohnungsvergabe regeln will. Das klappt aber je nach Ethnie nur unterschiedlich gut und verhindert trotzdem nicht völlig die Bildung bestimmter ethnischer Ballungen. Sobald man aber da den Druck weglässt (siehe Tito und Jugoslawien, oder Teile Berlins, Duisburg usw.), fliegt einem die ganze „Diversity“ um die Ohren.
          Befürworter einer möglichst heterogenen Gesellschaft führen immer wieder auf, dass der tägliche Umgang mit anderen Menschen hilft, Vorurteile abzubauen. Das mag stimmen, kann aber auch den gegenteiligen Effekt haben und diese vertiefen bzw. verschlimmern, was zur weiteren Abschottung führt. Meine bisherigen Erfahrungen mit Roma, Sinti usw. in verschiedenen Ländern waren z. B. so negativ (u.a. übelste Tierquälerei), dass ich statt meiner vorherigen Unvoreingenommenheit eher den Wunsch verspüre, möglichst wenig mit ihnen zu tun haben zu wollen. Wahrscheinlich macht mich das auch zum Rassisten, aber soll ich, als rationaler Mensch, nur aus ideologischen Gründen gänzlich meinen Erfahrungen zuwider handeln?

        • For the record, ich habe mit rassischen oder autoritären Weltbildern nichts am Hut. Mein Statement sollte eine liberale Auffassung beschreiben und begründen, und klarstellen dass Wokeness nicht deren Fortsetzung, sondern ihr Gegenteil ist.

  1. „als wäre das eine Inkonsistenz oder Heuchelei. Es ist keine Inkonsistenz oder Heuchelei, sondern im Rahmen des woken Weltbildes völlig richtig und gewollt“

    Wie definieren dann Woke Inkonsistenz oder Heuchelei?

  2. „heißt „Inklusion“ und „Diversity“ schlicht nur „möglichst viele Vertreter der in unserem System als Opfer betrachteten Gruppen, allerdings nur, wenn diese unsere Theorien teilen“.
    Dieses Prinzip sieht man gut in dem Wandel, in den USA von „African American“ zu „PoC oder „black“ als Begriff. Waehrend African American die Geschichte der systematischen Unterdrueckung und den Civil Rights Kampf beinhaltet, geht es bei „PoC“ nur noch darum Vorteile zu erlangen, da sich selbst priviligierte Vertreter sich da subsummieren lassen, wie etwa die US Vizepraesidentin, Kind von akademischen Einwanderern.

  3. Also ich habe das ganze Buch gelesen!
    Ich finde, dort wo er „empirisch“ argumentiert, sich also auf empirische Untersuchungen bezieht, gefällt mir das Buch super gut.
    Aber es hat einfach auch viele Teile drin, die zwar ev. auf den ersten Blick nachvollziehbar erscheinen, wo aber einfach jegliche empirische Unterfütterung fehlt für seine Thesen und die sich eben nicht rein argumentativ, also mit einer stringenten Logik beweisen lassen, sondern wo tatsächlich nur empirische Untersuchungen weiterhelfen würden.
    Gut zeigt sich dies m.E. auch bei seinem neusten Text über die „Pseudo-Realität“, man kann das als einen „journalistischen Essay“ durchgehen lassen, aber mit wissenschaftlicher Forschung hat das m.E. nix zu tun.
    https://www.homoduplex.de/pseudo-realitaet/

    • In meinen Augen sind Essays oft erhellender als Balkendiagramme. Allerdings finde ich bei seinem schon den Satz „Realität ist, dass die meisten Machtpositionen von Männern besetzt werden“ sehr problematisch. Wenn man schon diese Konstellationen in einem Text hinterfragt und zwischen „Realität“ und „Pseudo-Realität“ unterscheiden möchte, dann muss man schon tiefer gucken und nicht einfach feministische Stereotype übernehmen, selbst wenn sie einem seit Babyalter eingeleiert wurden.

      Was ist denn Macht? Eine Diskussion, die ich immer wieder mit meiner marxistisch-feministischen Mutter geführt hatte. Die lief immer darauf hinaus, dass sie am Ende darauf bestand, dass der mächtig sei, der über Geld oder materiellen Besitz verfüge. Ich vertrete hingegen die Auffassung, dass derjenige Macht hat, der bestimmen kann, wie andere ihr Leben verbringen, was sie tun und denken. Sonst wäre Trump noch dran und Weinstein nicht im Knast.

      Und da kommen die Frauen ins Spiel. Nicht nur, dass sie mit ihrer Hand an der Wiege und der totalitären Dominanz im Erziehungs- und Bildungsbereich die menschliche Prägung und das Denken bestimmen, dass sie ihre Jungen in den Krieg und ihre Männer zum Schneeschaufeln aufs Dach schicken, dass sie die Früchte der Erwerbsarbeit ihrer Männer abschöpfen und im Nagelstudio verbraten, dass sie generell über die Verwendung eines Großteils des Familieneinkommens bestimmen – sie dominieren auch das gesellschaftliche Leben, lassen sich Frauenparkplätze und Frauenhäuser bauen und planen wie in München sogar schon feministische Mobilitätskonzepte.

      Und die Männer? Die kriegen mal 400.000 Euro für einen inklusiven Verein als Brotkrumen auf den Boden geworfen, und selbst die werden vorher noch abgefangen.

      Macht? Na, das grenzt schon an Verhöhnung.

      • Gespräch unter Frauen.

        „Also, bei uns zuhause hat mein Mann das Sagen. Er bestimmt alle wichtigen Dinge. Ich nur die unwichtigen.“
        „Was bestimmst du denn?“
        „Wofür wir das Haushaltsgeld ausgeben, was es zu essen gibt, wohin wir in den Urlaub fliegen…“
        „Hä? Und über was bestimmt dein Mann?“
        „Wie es mit Corona weitergeht, ob die Türkei der EU betritt…“

        🙂

  4. Wer heute die Bestimmungshoheit hat, der kann damit die Massen virtuell und in der Folge auch real hinter sich versammeln. Wer die Begriffe Gerechtigkeit, Gleichheit in seinem Sinne besetzt und seine Interpretation durchsetzt, der kann sich als der einzig Gute und der Erleuchter positionieren. Eben woke.

    Ich finde, Feministen haben diese Methode durch langjährige Übung am effektivsten ausgefeilt. So subtil, wie sie gerade Gleichberechtigung mit Gleichstellung ersetzen, wie sie komplett von Frauen beherrschte Gesellschaftsbereiche und Unternehmen, in denen zwei von drei Aufsichtsräten männlich sind, als patriarchale Unterdrückungsfirmen brandmarken oder ernsthaft 100%-Frauen“quoten“ bejubeln, die faktisch eine vollständige feministische Machtübernahme darstellen.

    Und noch böser: Wie sie auf der individuellen Ebene über das Verhalten ihrer Söhne, ihrer Männer oder Partner, ihrer Kollegen und komplett Fremder bestimmen. Bis in so intime Bereiche, dass es breit gesellschaftlich geächtet wird, in der Bahn die Beine zu spreizen, wenn die Hosennaht die Eier klemmt. Sie erreichen, dass es als verwerflich gilt, verträumt einer schönen Frau hinterherzuschauen. Sie schaffen es, dass Jungen und Männer im Sitzen pissen und dabei über ihre „Erbschuld“ reflektieren.
    Sie schreiben unsere Welt um, damit künftig beim Vorlesen Kinder nur noch die weibliche Form der Wörter zu Ohren bekommen.

    Und all das untermalen sie ernsthaft mit der Behauptung, sich wehren zu müssen, aus der Unsichtbarkeit herauskommen zu wollen, die patriarchale Unterdrückung zu beenden.

    Das ist an sich schon irre genug. Aber komplett irre ist, dass das eine riesige Mehrheit von Männern und Frauen so übernimmt.

    • Ich bezweifle, dass es eine Mehrheit übernimmt. Viele betreiben vermutlich Rosinenpickerei, wenn es ihnen passt, machen sie mit, sonst ignorieren sie es.

      Fatal ist, dass die Massenmedien immer mehr davon übernehmen, weil dadurch der Wahnsinn als normal empfunden wird und zumindest der Eindruck entsteht, es würden tatsächlich Mehrheiten dahinter stehen. Ich sehe das in der Realität aber zum Glück (noch) nicht abgebildet (außer vielleicht in Berlin).

      • Vielleicht hast du recht bei solchen Extremformen wie Gendersprache oder 100%-Quoten. Allerdings glaube ich, dass die Bevölkerung fast komplett durchsetzt ist von der Mär der Jahrhunderte oder gar Jahrtausende währenden Unterdrückung und Benachteiligung der Frauen.
        Und diese Legende dient bei allem als moralischer Anker für die Auswüchse der feministischen Forderungshaltung und Aggression. Dafür, dass Männer und Frauen durchgeknallte Parolen wie #KillAllMan langmütig weglächeln.
        Ich behaupte, Frauen wurden nie pauschal benachteiligt – weder in der Höhle mit ihrem Kind an der Brust, noch als Hausfrau™ beim Einschalten ihrer Miele.

  5. Danke, wichtiges Thema und gute Analyse.

    Und es macht klar, wie wichtig die Sprache tatsächlich ist, denn eigentlich sind ja die Worte die trojanischen Pferde. Man bringt sie in den „Diskurs“, um dann schrittweise ihre Definition zu ändern und die Menschen rabulistisch in eine fiese Denkfalle zu navigieren.

    Andere Worte, die im Diskurs sind, werden hingegen mit derselben Methode herausgedrängt, um dem Gegner die Möglichkeit zu nehmen, sich wie gewohnt zu artikulieren, er muss die (umdefinierten) neuen Begrifflichkeiten benutzen, sonst wird er niedergeschrien. Und sobald er sich darauf einlässt, hat er so gut wie verloren. Lässt er sich nicht darauf ein, findet hingegen kein Gespräch statt und er muss u.U. mit einem aktivistischen Mob und willigen Mitläufern rechnen, die ihm das Leben zur Hölle machen. Siehe aktuell: Thomas Gottschalk und Janine Kunze.

    • Zum Thema Gottschalk/Kunze: Hier die Sicht einer sich davon betroffen sehenden Person.
      Inwiefern man die Aussagen nachvollziehen kann möge jeder selbst beurteilen.

      Als kleine Randbemerkung: Man achte auf die gesprochene Genderlücke (*/:/_) des Gastes.

      • Er kommt sympathisch rüber, aber faktisch vertritt er halt die aktuelle political correctness in Reinform. Er ist damit weder ein Fürsprecher der Zigeuner noch der Schwulen, sondern eben der PC-Szene. Was mir auffällt ist dass sie vom „Z-Wort“ sprechen, als ob das Wort ein Tabu sei. Also noch wird sie verkauft.

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