Frauenfeindlichkeit im Bundestag

Eine Umfrage unter weiblichen Bundestagsabgeordneten zu Hass.

Aus dem Spiegel:

Frauenfeindlichkeit im ­Bundestag durch AfD gestiegen
Viele weibliche Bundestagsabgeordnete erleben Tag für Tag Frauenfeindlichkeit – auch innerhalb des Parlaments. Eine SPIEGEL-Umfrage zeigt: Eine besondere Quelle der Anfeindungen ist die AfD.

Viele Parlamentarierinnen des Bundestags erleben alltäglich Frauenfeindlichkeit. Das zeigt eine SPIEGEL-Umfrage unter allen 222 weiblichen Bundestagsabgeordneten.

Die Kombination von Hass und AfD ist schuld ist aus meiner Sicht interessant, weil sie – bei aller Abneigung, die ich gegen viele politische Positionen der AfD habe – schön aufzeigt, dass hier in guten Hass und schlechten Hass unterschieden wird.

Denn zweifellos dürfte die AfD ja gleichzeitig die am meisten gehasste Partei im Bundestag sein, die systematisch ausgegrenzt wird, die auf Twitter sehr häufig mit #noafd bezeichnet wird und deren Abgeordnete bei einer objektiven Ermittlung, wer den meisten Hass gegen sich hat, wohl recht leicht gewinnen würden. 

„Zu Recht“ würde dann viele sagen, sie verbreiten ja auch ihrerseits Hass und ernten nur was sie sehen bzw sie vertreten eben Positionen, die sie hassenswert machen. 

Wenn man eine Hassumfrage macht, bei der ermittelt würde, das die  AfD besonders viel Hass aushalten muss, dann würde der Bundestag selbstverständlich nicht fordern, dass Hass gegen Afdler besonders unter Strafe gestellt wird. 

Dort ist es nicht vom Inhalt loszulösen. 

Sie wurden gefragt, ob und wie sie Frauenfeindlichkeit erleben, wie sie die gesellschaftliche Situation einschätzen und ob sie Handlungsbedarf sehen. 64 Abgeordnete, also ein gutes Viertel, haben Fragen beantwortet. Sie stammen aus allen Fraktionen, nur AfD-Frauen antworteten nicht.

64 Frauen haben geantwortet, man darf annehmen, dass darunter viele sind, die sich gerade besonders verfolgt fühlen. Hier spricht einiges dafür, dass eine gewisse Selbstselektion innerhalb der Befragten stattgefunden hat. 


69 Prozent der Politikerinnen sagen, sie erlebten »frauenfeindlichen Hass als Bundestagsabgeordnete«. 64 Prozent bekommen entsprechende Nachrichten, meist online, einige aber auch per Post. 36 Prozent haben »Angriffe auf sich, ihre Büros oder ihren Wohnsitz« erlebt. Genau die Hälfte, 50 Prozent, musste die Bundestagsverwaltung oder die Polizei einschalten. Fast ein Drittel, 30 Prozent, erhöhte die Sicherheitsmaßnahmen bei Veranstaltungen.

Da würde mich ja mal die Quote bei den Männern interessieren. Und inwiefern die Positionen, die die jeweiligen Frauen einnehmen Zustimmung in der Bevölkerung erfahren. Natürlich: Hass und Drohungen sind nie okay.

Aber ich hasse ja alle Umfragen, die eine besondere Schutzwürdigkeit von Frauen ermitteln, indem sie nur Frauen befragen. 

Auch innerhalb des Bundestags herrscht der Umfrage zufolge bisweilen eine frauenfeindliche Atmosphäre. Dafür sorgt nach Ansicht der Parlamentarierinnen im Bundestag vor allem die AfD: Die meisten Befragten verweisen in ihren Antworten ausdrücklich auf die Rechtsaußen-Fraktion als Quelle von Anfeindungen.

Ich vermute mal Ausführungen, die kritisch gegenüber dem Feminismus sind, werden dabei bereits als Frauenfeindlichkeit definiert. Es wäre interessant, wenn man da mehr Details aus der Umfrage entnehmen könnte, wenn da jemand mehr findet, dann gerne Bescheid sagen. 


72 Prozent bejahten die Frage, ob sie Frauenfeindlichkeit innerhalb des Parlaments erlebten. Wenn eine Frau rede, werde der Lärmpegel höher, es werde gequatscht, laut und derb dazwischengerufen. Die weibliche Sitzungsleitung werde nicht begrüßt, Parlamentarierinnen würden ungefragt geduzt. Im Plenum und selbst in den kleineren Ausschüssen habe Sexismus und Antifeminismus eine neue Qualität erreicht, seit die AfD im Bundestag vertreten sei.

Wäre interessant, dass mal objektiv zu ermitteln. Es scheint ja aber auch unmögliche Zwischenrufe gegen Männer zu geben:

Hier mal ein paar Zusammenschnitte von Auseinandersetzungen:

Die weiblichen Bundestagsabgeordneten sorgen sich fraktionsübergreifend vor einem gesellschaftlichen Rückschritt in Deutschland. So empfinden 61 Prozent »die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen als Rückschritt für die Stellung und Freiheit von Frauen«.

Es ist eben ein Nachteil einer Demokratie, dass  man auch konservativere Parteien aushalten muss. 


Rund drei Viertel der weiblichen Abgeordneten (73 Prozent) fordern, dass Behörden Frauenhass als eigene Kategorie bei Ermittlungen einführen. Bislang ist das nicht der Fall. 34 Prozent sprechen sich zudem für eine Ergänzung des Paragrafen 46 im Strafgesetzbuch zu strafverschärfenden Motiven aus: Künftig sollten neben rassistischen, antisemitischen oder sonstigen menschenverachtenden Beleidigungen auch »geschlechtsspezifische« Beleidigungen erwähnt werden.

Das würde interessant werden. Das geschlechtsspezifische Beleidigungen auch Männerabwertungen umfassen und man „Frauenhass“ nicht gesondert einführen kann, sondern es geschlechtsneutral gehalten werden müsste, kommt denen wahrscheinlich gar nicht in den Sinn.