Vorwürfe gegen Joss Whedon

Der Regisseur Joss Whedon hat Ärger, er soll Schauspielern gegenüber ein unakzeptables Verhalten gezeigt haben.

Angefangen hat wohl der Schauspieler Ray Fisher mit diesem Tweet:

In einem Beitrag dazu heißt es

Actor Ray Fisher accused director Joss Whedon of “gross, abusive, unprofessional, and completely unacceptable” behavior on the set of the 2017 film “Justice League,” in a tweet that quickly went viral on Wednesday.

Fisher also claimed in his tweet on Wednesday that former Warner Bros. co-president of production Jon Berg, and former DC Entertainment president and chief creative officer Geoff Johns, both “enabled” Whedon’s alleged behavior on “Justice League.” Berg and Johns also served as producers on “Justice League,” and the film’s poor performance was a factor in both executives exiting their positions leading the DC Films unit at the studio.

Fisher offered no corroboration for his claims, and attempts to reach his representatives for further clarification went unanswered.

Whedon had no comment. A representative for Warner Bros. did not immediately respond to a request for comment.When reached for comment on Wednesday afternoon, Berg told Variety that it was  “categorically untrue that we enabled any unprofessional behavior.”

“I remember [Fisher] being upset that we wanted him to say ‘Booyaa,’ which is a well known saying of Cyborg in the animated series,” Berg added.

Ehrlich gesagt kannte ich Ray Fisher dem Namen nach nicht, ich dachte erst es wäre eine Frau und es ging um sexuelle Vorwürfe, eine Abwandlung des guten alten Grundsatzes, dass gerade männliche Feministen (Whedon sieht sich als Feminist) die schlimmsten sind, aber es scheint nur der Vorwurf zu sein, dass er sehr viel von seinen Schauspielern verlangt und dabei wenig Rücksicht auf sie nimmt. 

Das ist ja bei Regisseuren nicht unüblich. Hier etwa eine Darstellung, was James Cameron bei „The Abyss“ alles so gemacht hat:

Oder hier Coppola 

Dennoch würden viele Schauspieler einiges dafür geben in einem James Cameron Film mitzuspielen.

Da er sich auch gleich noch mit anderen Vorgesetzen von Warner Bros angelegt hat kam mir eher der Gedanke, dass er es bedauert, dass er in den schlecht laufenden DC Filmen feststeckt und aus der Rolle des Cyborgs raus will.  Es könnte interessant sein, wenn sie ihn feuern, ihm trotzdem das Geld zahlen müssen und er frei für andere Rollen ist. Aber das ist natürlich bloße Spekulation.

Wie bei anderen Anschuldigungen gegenüber Regisseuren gilt hier wahrscheinlich auch: Ein Regisseur kann ein Arschloch sein, solange die Filme genial werden. 

Und natürlich kam ein weiterer Gedanke: Kann Ray Fisher als Schwarzer es sich im allgemeinen Klima Hollywoods eher herausnehmen solche Kritik zu bringen, weil man ihn weniger angreifen darf und er erwarten kann besser behandelt zu werden? 

Aber auch das ist natürlich Spekulation. 

Der Fall wurde noch einmal aktuell, nachdem eine „Buffy“-Schauspielerin auch in das gleiche Horn stieß:

In February 2021, Buffy the Vampire Slayer and Angel actor Charisma Carpenter alleged that Whedon had „abused his power on numerous occasions“, calling him a „vampire“ and „casually cruel“. In a tweeted statement, Carpenter said that Whedon had called her „fat“ and asked her „if [she] was going to keep it“ upon learning of her pregnancy, mocked her religious faith, and repeatedly threatened to fire her. Carpenter also revealed that she had participated in Warner Media’s Justice League investigation.[306] Buffy co-stars Amber Benson and Michelle Trachtenberg confirmed Carpenter’s allegations. On social media, Benson wrote „Buffy was a toxic environment and it starts at the top. [Charisma Carpenter] is speaking truth“ and Trachtenberg wrote „we know what he did“ and alleged his behaviour towards her as a teenager was „Very. Not. Appropriate.“ [sic] Buffy star Sarah Michelle Gellar also lent her support and distanced herself from Whedon

Der Beitrag von Carpenter:

Klingt nach einem Regisseur, der das Projekt über alles setzt, auch über einen vernünftigen Umgang mit den Schauspielern und der eine Schwangerschaft schlicht als eine Unterbrechung seiner Pläne sehen kann, die ihm nicht passt. 

Gleichzeitig ist Carpenter auch als Frau eine Person, die sich leichter der Opferposition anschließen kann und ihre Karriere scheint mir auch nicht mehr so erfolgreich zu sein. 

Aus einem Spiegelartikel dazu:

Sarah Michelle Gellar, die in »Buffy« von 1997 bis 2003 als Titelfigur auftrat, pflichtete Carpenter bei: »Obwohl ich stolz bin, meinen Namen mit Buffy Summers in Verbindung zu bringen, möchte ich nicht für immer mit dem Namen Joss Whedon in Verbindung gebracht werden«, schrieb Gellar. Sie konzentriere sich während der Pandemie auf ihre Familie und wolle deshalb keine weitere Aussage machen. Sie unterstütze alle Betroffenen und sei stolz darauf, dass diese sich ausgesprochen haben.

Michelle Trachtenberg, die Gellars Schwester spielte, bedankte sich in den sozialen Medien bei Gellar. »Ich bin jetzt als 35-jährige Frau mutig genug, dies neu zu veröffentlichen«, schrieb sie und spielte damit auf Whedons »nicht angemessenes Verhalten« an, das sie als Teenager-Schauspielerin erlebte.

Der klassische Satz „Ich unterstütze alle Betroffenen und bin stolz darauf, dass diese sie ausgesprochen haben“ dürfte auch kaum zu umgehen sein, wenn heute ein solcher Vorwurf kommt. Denn ansonsten ist man schnell in Gefahr seinerseits in die Schußlinie zu kommen. 

Es wäre interessant etwas mehr zu den Vorwürfen zu hören.  Hier noch einmal Die Texte:

„Was er getan hat war sehr schlecht“. Irgendwie will so recht keiner mit der Sprache raus. Und immerhin hat es Gellar und Trachtenberg auch ins Rampenlicht gebracht. 

Mal sehen, was die Untersuchungen noch ans Licht bringen und wie es sich auswirkt. 

Die Studies müssen hier schon etwas vorsichtig sein, denn sie haben durchaus ein Interesse an Regisseuren, die einen gewissen Perfektionismus haben, etwas großartiges schaffen wollen und die Schauspieler dabei enorm fordern. Sie verleihen den Schauspielern mehr gegen den Film gerichtete Macht, wenn sie die Regisseure schwächen. 

Gleichzeitig bringt es einem auch nichts, wenn gute Schauspieler nicht mehr für einen arbeiten wollen, weil der Regisseur sich nicht vernünftig verhält.