Beförderungen und das Risiko einer Scheidung: Frauen in hohen Positionen haben ein höheres Scheidungsrisiko als Männer

Eine interessante Studie:

We study how promotions to top jobs affect the probability of divorce. We compare the relationship trajectories of winning and losing candidates for mayor and parliamentarian and find that a promotion to one of these jobs doubles the baseline probability of divorce for women, but not for men. We also find a widening gender gap in divorce rates for men and women after being promoted to CEO. An analysis of possible mechanisms shows that divorces are concentrated in more gender-traditional couples, while women in more gender-equal couples are unaffected.

Quelle: All the Single Ladies: Job Promotions and the Durability of Marriage

Aus der Studie:

Man sieht, dass die Frauen eher eine kürzere Ehezeit hatten, die Männer hingegen eher noch eine etwas längere.

Aus einer Besprechung der Studie:

Getting a top job dramatically increases women’s chances of divorce, even in egalitarian countries. Why isn’t it the same for men?

Having a successful and enjoyable career alongside a fulfilling romantic relationship is a life goal for many of us. But even in the most gender-equal countries, finding a partnership that lasts is trickier for high-flying women than men.

In Sweden, which ranks first in the EU’s gender equality index thanks to factors like generous parental leave, subsidised daycare and flexible working arrangements, economists recently studied how promotions to top jobs affected the probability of divorce for each gender. The result: women were much more likely to pay a higher personal price for their career success.

“Promotion to a top job in politics increases the divorce rate of women but not for men, and women who become CEOs divorce faster than men who become CEOs,” summarises Johanna Rickne, a professor at Stockholm University and co-author of the research, which was published earlier this month in American Economic Journal.

The paper, which looked at the lives of heterosexual men and women working for private companies with 100 or more employees, found that married women were twice as likely to be divorced three years after their promotion to CEO level compared to their male counterparts. In the public sector, using three decades’ worth of records, women mayors and parliamentarians promoted after an election doubled their chances of splitting from their partners; 75% were still married eight years after the vote compared with 85% of those who didn’t get promoted, while there was no evidence of a similar effect for men. Female medical doctors, police officers and priests who progressed in their careers also followed the trend.

Natürlich muss man erst einmal anführen, dass die meisten noch verheiratet waren. Aber von 85% auf 75% ist schon ein deutlicher Wert. Insbesondere wenn die Chancen sich bei den Männern nicht verändern.

While Rickne’s research did not measure which party initiated divorce in each case, one theory is that the husbands of top managers who got promoted found the situation harder to deal with than wives who were married to high-performing men. She points out that the marriage market has not kept up with the labour market when it comes to gender equality, since it is “still seen as quite unusual for men to be the main supportive spouse in someone else’s career”.

“I think this norm changing is pretty far off,” she adds. Her team’s research, she argues, might therefore act as a lesson about what lies ahead for other countries that are moving towards more egalitarian economies.

Und weiter:

So how might women aiming for top jobs mitigate their chances of entering into a relationship that destabilises when they reach the top of their career ladder?

Rickne points out that, even in egalitarian countries like Sweden, women still tend to marry older men who start out having more money than them, harking back to traditional “prince in the fairytale” narratives that “try and teach us to find as successful a husband as possible”.

“High-income high-status women – they don’t marry a low-income man who wants to be a house husband. They tend to seek an even more high-income husband. But thinking forward to your possibilities in the labour market, this might not be ideal,” she argues. “Maybe try and get into a more egalitarian relationship from the start.”
Couples who were closer in age and took a more egalitarian approach to childcare were less likely to divorce following a wife’s promotion.
Her research in Sweden found that divorces after promotions were most likely in couples where the wife was younger than her husband by a larger margin and took a bigger share of parental leave (which, in Sweden, partners legally have the right to split evenly between them).

Couples who were closer in age and took a more egalitarian approach to childcare were less likely to divorce following a wife’s promotion. The paper calls for more research to explore the conditions that might encourage “women at the top of the ability distribution to expand their choice set of partners to ‘marry down’ and for men to do the opposite”.

Leider gar nicht diskutiert wird, dass die Frauen der beförderten Männer vielleicht jetzt einfach einen statushöheren Mann hatten, der ihnen ein angenehmeres Leben geboten hat und sie von der Arbeit freigestellt hat während die Männer der beförderten Frauen diesen Luxus nicht hatten, weil sie selbst Karriere gemacht haben bzw die beförderten Frauen dann, wenn der Mann seine Karriere hinten an gestellt hatte, plötzlich einen statusniedrigeren Mann hatten und dies für sie teilweise weniger attraktiv war.

Ein Tweet dazu:

I imagine a woman telling her female friends that her husband stays home and changes diapers hits a bit differently from telling them he bought her a high priced luxury bag.

Der Status des Ehepartners ist unter Frauen eben auch ein Statusobjekt.

Dazu kommt, dass sich die Partnerschaft mit der beförderten Frau auch für den Mann mit höheren Status weniger lohnen könnte: Beide sind gestresst, beide haben keine Zeit etc. Er ist gleichzeitig auch für andere Frauen interessanter, während die statushohe Frau nicht im gleichen Maße im Partnerwert steigt.

Und natürlich kann es daneben bei den Männer auch die Einteilung „Frau für die Familie, Geliebte für den Sex“ geben, die für die beförderten Frauen wahrscheinlich weniger interessant ist, aber „ehebewahrend“ sein könnte.

Frauenförderung, Frauenquoten etc 1

Kennt wer ähnliche Geschichten?

Reformen in der katholischen Kirche und „Maria 2.0“

Die katholische Kirche ist erneut von Mißbrauchsvorwürfen stark belastet, gerade durch ein Gutachten zu diversen (wenn auch teilweise länger zurückliegenden) Mißbrauchsfällen

Hier scheint nach wie vor innerhalb der Kirche ein erheblicher Widerwille zu bestehen solche Vorfälle aufzuklären, eine staatliche Aufklärung nachhaltig zu unterstützen und für den Fall, dass die Vorwürfe sich bestätigen, die Leute auch intern zu maßregeln. Statt dessen scheinen diesen nach wie vor hohe Ämter offen zu stehen. 

Das ist insofern interessant, weil eine Kirche natürlich immer das Gute vertreten soll und gerade die christliche Kirche sich auf die Fahnen geschrieben hat, dass man die Schwachen beschützen soll und Unrecht nicht hinnimmt. Natürlich: Auch das Vergeben von Taten bei Buße wäre Teil des Glaubens, aber das würde ja auch ein Eingestehen der Tat und eine Buße erfordern, die ich so nicht wahrnehme. 

Statt einer Aufklärung macht man anscheinend aber eher die Türen zu und regelt alles nur untereinander. Damit hat sich die katholische Kirche ein erhebliches Imageproblem eingefangen, an das aber anscheinend auch keiner wirklich ran will. Ein Leben im Zölibat ist allerdings auch kein Zuckerschlecken und eine unterdrückte Sexualität tut ohnehin niemanden gut. Vielleicht ist es diese Lage, die dann auch dafür sorgt, dass man lieber nicht zu viel Staub aufwirbeln will. 

Eine Reform fordert bereits seit längerem die Frauenbewegung „Maria 2.0“. Da die Tagesschau über einen „Thesenanschlag“ berichtete greife ich das hier mal auf:

Sie fordern, Frauen für Weiheämter zuzulassen und sexuellen Missbrauch aufzuklären: In Deutschland hat die Initiative „Maria 2.0“ für eine Reform der katholischen Kirche demonstriert. Die Leitung hat Glaubwürdigkeit verspielt, sagen die Frauen.

Die katholische Reformbewegung „Maria 2.0“ hat mit einem Thesenanschlag an Dom- und Kirchentüren im gesamten Bundesgebiet ihre Forderungen nach Reformen in der Kirche untermauert. Aktionen gab es unter anderem in München, Würzburg, Augsburg, Köln, Mainz und Freiburg.

In den sieben Thesen, die an zahlreichen Dom- und Kirchentüren aufgehängt wurden, kritisiert die Bewegung „eklatante Missstände in der katholischen Kirche“ und nennt Klerikalismus und Machtmissbrauch sowie den Umgang mit sexualisierter Gewalt bis hin zur Vertuschung. Außerdem spricht sie sich für den Zugang von Frauen zu allen Ämtern in der Kirche aus und für eine erneuerte Sexualmoral.


Konkret fordert „Maria 2.0“ „eine geschlechtergerechte Kirche mit dem Zugang für alle Menschen zu allen Ämtern sowie die Aufklärung, Verfolgung und Bekämpfung der Ursachen von sexualisierter Gewalt“. Außerdem geht es der Initiative um die Aufhebung des Pflichtzölibats und eine neue katholische Sexualmoral. Diese solle nicht mehr „lebensfremd und diskriminierend“ sein, sondern wertschätzend gegenüber allen Formen „selbstbestimmter, achtsamer Sexualität und Partnerschaft“.

Darüber hinaus wenden sich die Thesen gegen „Prunk, dubiose Finanztransaktionen und persönliche Bereicherung kirchlicher Entscheidungsträger“. Diese hätten das Vertrauen tiefgreifend erschüttert. Kirche müsse verantwortungsvoll und nachhaltig das ihr anvertraute Vermögen nach christlichen Prinzipien verwalten. Die Kirchenleitung habe Glaubwürdigkeit verspielt, heißt es weiter.

Da schlagen die konkrete Thesen an die Türen der Kirche aber irgendwie scheint es kein Artikel, der darüber berichtet, für wichtig zu halten, diese einfach mal abzudrucken.

Immerhin waren sie auf der Homepage zu finden:

1. #gerecht – gleiche Würde – gleiche Rechte
In unserer Kirche haben alle Menschen Zugang zu allen Ämtern. Denn Menschenrechte und Grundgesetz garantieren allen Menschen gleiche Rechte – nur die katholische Kirche ignoriert das. Mannsein begründet heute Sonderrechte in der Kirche.

2. #partizipativ – gemeinsame Verantwortung
In unserer Kirche haben alle teil am Sendungsauftrag; Macht wird geteilt. Denn der Klerikalismus ist heute eines der Grundprobleme der katholischen Kirche und fördert den Machtmissbrauch mit all seinen menschenunwürdigen Facetten.

3. #glaubwürdig – respektvoller Umgang und Transparenz
In unserer Kirche werden Taten sexualisierter Gewalt umfassend aufgeklärt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen. Ursachen werden konsequent bekämpft. Denn viel zu lange schon ist die katholische Kirche ein Tatort sexueller Gewalt. Kirchliche Machthaber halten immer noch Informationen zu solchen Gewaltverbrechen unter Verschluss und stehlen sich aus der Verantwortung.

4. #bunt – leben in gelingenden Beziehungen
Unsere Kirche zeigt eine wertschätzende Haltung und Anerkennung gegenüber selbstbestimmter achtsamer Sexualität und Partnerschaft. Denn die offiziell gelehrte Sexualmoral ist lebensfremd und diskriminierend. Sie orientiert sich nicht am christlichen Menschenbild und wird von der Mehrheit der Gläubigen nicht mehr ernst genommen.

5. #lebensnah – ohne Pflichtzölibat
In unserer Kirche ist die zölibatäre Lebensform keine Voraussetzung für die Ausübung eines Weiheamtes. Denn die Zölibatsverpflichtung hindert Menschen daran, ihrer Berufung
zu folgen. Wer diese Pflicht nicht einhalten kann, lebt oft hinter Scheinfassaden und wird in existentielle Krisen gestürzt.

6. #verantwortungsvoll – nachhaltiges Wirtschaften
Unsere Kirche wirtschaftet nach christlichen Prinzipien. Sie ist Verwalterin des ihr anvertrauten Vermögens; es gehört ihr nicht. Denn Prunk, dubiose Finanztransaktionen und persönliche Bereicherung kirchlicher Entscheidungsträger haben das Vertrauen in die Kirche tiefgreifend erschüttert und schwinden lassen.

7. #relevant – für Menschen, Gesellschaft und Umwelt.
Unser Auftrag ist die Botschaft Jesu Christi. Wir handeln danach und stellen uns dem gesellschaftlichen Diskurs. Denn die Kirchenleitung hat ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Sie schafft es nicht, sich überzeugend Gehör zu verschaffen und sich im Sinne des Evangeliums für eine gerechte Welt einzusetzen.

Teilweise ja durchaus berechtigte Forderungen, aber die katholische Kirche wird den Teufel tun sie umzusetzen. Denn sie muss die Wirkungen weltweit im Auge behalten und kann nicht in einem Land plötzlich Priesterinnen oder gar eine Papstin zulassen und in anderen nicht. Sie riskiert damit eine Schisma, also eine Kirchenspaltung, wenn dies den Traditionellen nicht gefällt.

Genau das war ja das letzte Ergebnis von an Kirchentüren geschlagenen Thesen. Gegenwärtig ist Religion eher Tradition als wirkliche rationale Abwägung, welche der Kirchen einem besser gefällt und ich vermute mal, dass die katholische Kirche eher Mitglieder verliert, denen Religion relativ egal ist und die die Kirchensteuer nicht mehr zahlen wollen und nicht solche, die wegen der Skandale etwas in die evangelische Kirche übertreten. 

Und gerade der Prunk und das Erhabene mögen auch viele Leute ansprechen, die zu etwas aufblicken wollen, Teil von etwas großes sein wollen und die in den Priestern gerade Autoritätspersonen sehen wollen.

Dabei wäre die Aufhebung des Zölibats ja kirchlich sehr einfach zu begründen. Zum einen haben es viele andere christliche Kirchen, wie die evangelische und die orthodoxe auch nicht, zum anderen gibt es Bibelstellen, die gerade fordern, dass der Priester verheiratet ist. Und es würde Priesterstellen sicherlich auch interessanter für Leute machen, die ein „normaleres Leben“ führen wollen, zu dem ja Sex einfach dazu gehört. 

Noch einmal: Kostenlose Tampons

Der Lawen4cer schreibt auf Twitter:

 

Ich versuche mich mal an einer Antwort:

Für Feministen:

  • Eine Periode ist etwas was Frauen betrifft (und evtl Transmänner aber das wird in dem Fall nicht so hervorgehoben). Sie haben damit einen Nachteil gegenüber Männern. Es darf nicht sein.
  • Menstruation ist etwas, was üblicherweise diskret behandelt wird. Es ist aber auch etwas weibliches. Wenn Frauen etwas diskret behandeln müssen ist das frauenfeindlich und wertet Frauen ab. Es muss also in die Öffentlichkeit (siehe auch hier)
  • Frauen könnten in die Situation kommen, dass sie einmal keinen Tampon/keine Binde haben und das ist ein Skandal, denn Männer haben das Problem nicht
  • Alles drei zusammen ergibt, dass die Gesellschaft diese Probleme beseitigen muss. Dazu muss Aufmerksamkeit auf die Periode gelenkt werden, der Staat muss sich bewusst werden, dass er sie bezahlen muss und es muss eine möglichst breite Versorgung über all ohne Sonderkosten bereit gestellt werden. Alles andere ist eine Diskriminierung.

Warum mich diese Kampagnen stören:

  • Es wird etwas zu einem großen Problem aufgebauscht, was keines ist. Ein Tampon oder eine Binde in einer Handtasche oder Hosentasche unterzubringen ist kein großes Problem, man hat zwischen den Perioden genug Zeit zum nachfüllen um dann nicht überrascht zu werden. Ansonsten kann man in den meisten Gegenden recht unproblematisch welche kaufen oder sich von Freundinnen oder Bekannten etwas leihen. Zur Not (so sagten mir Frauen) überbrückt man eben mit Klopapier etc
  • Sie ist zu einseitig auf Frauen bezogen: Ich könnte noch verstehen, wenn man es in einen weiteren Rahmen eingebettet hätte. Etwa alle dringend benötigten Sanitärartikel, wie Klopapier oder Babywindeln müssten kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Aber die einseitige Fixierung auf „Frauenprodukte“ finde ich zu offensichtlich parteilich, dass ich es nicht unterstützen kann
  • Wir leben in einem sehr reichen Land mit einem guten sozialen Netz. Tampons sind billig. Ich glaube hier werden Horrorstories aus Ländern mit einem weitaus schlechteren Sozialsystem auf Deutschland übertragen. Aber selbst wenn man „Periodenarmut“ annimmt, dann wäre eine generelle Verteilung von Tampons ebenso nicht erforderlich. Meinetwegen kann man hier spezielle Programme für Bedürftige einrichten oder in Schulen einen Spender aufstellen oder eine Bezugsmöglichkeit im Sekretariat der Schule einrichten, aber das bedeutet nicht, dass man überall Tampons und Binden verteilen muss
  • Ich glaube, dass die Einrichtung kostenloser Spender durch die öffentliche Hand auch ein wenig effizienter und im Verhältnis deutlich teurerer Dienst ist. Als alter Kapitalist gehe ich davon aus, dass der freie Markt das wesentlich besser hinbekommt. 

„Die Ehefrau durfte bis in die 70er Jahre nicht ohne Erlaubnis des Ehemannes arbeiten“

Gerade stieß ich in einer Diskussion wieder auf das Argument, dass Frauen bis in die 70er eine Erlaubnis des Ehemannes benötigten um Arbeiten zu dürfen und war mir sicher, dass ich einen Artikel dazu habe. Hatte ich aber anscheinend nicht oder habe ihn nicht gefunden. 

Immerhin ist es in den Kommentaren diskutiert worden:

Dummerjan

(1) Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung.
[2] Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist.

(2) Jeder Ehegatte ist verpflichtet, im Beruf oder Geschäft des anderen Ehegatten mitzuarbeiten, soweit dies nach den Verhältnissen, in denen die Ehegatten leben, üblich ist.“


Daraus willst Du die gesetzliche Hausfrauenehe konstruieren?
Das ist schierer Unsinn. Was dort steht heißt übersetzt:
DIe Frau führt den Haushalt und der Mann hat dort die Klappe zu halten und das Geld dafür zur Verfügung zu stellen. Doort steht kein „soll, muß“ o.ä.
Der Palandt von 1953 enthielt bereits einen Verweis darauf, daß eben der von Dir gezogene Schluß auf eine Hausfrauenpflicht nicht zu ziehen sei und auch dem Grundgesetz widerspräche (gilt auch für BGB 1358). Aber auch vorher bestand diese Pflicht nicht, jedoch war immer der Haushaltsführungsvorbehalt durch den Ehemann einklagbar. Es war aber eine Untersagung erforderlich und nicht, wie so oft behauptet, eine Genehmigung der Berufstätigkeit der Ehefrau, was völlig verschiedene Dinge sind.
Und mal ehrlich: Hast Du eine Idee davon was es Anfang des Jahrhunderts bedeutete Arbeiten zu gehen (12h Tag) und einen Haushalt zu führen? Letztlich handelte es sich hier um eine gesetzliche Rollenzuweisung: Wenn Du Ehefrau und von Mann unterhalten, dann DU Haushalt. Und es galt auch umgekehrt: Wenn Du Ehemann, dann bitte unterhalte Frau und Kinder.
Wir haben ähnliche Rollenzuteilungen auch heute noch: Für Kinder. Gern können wir diese Kinderdiskriminierung abschaffen…

vR direkt darunter:

Das Privileg der Hausfrauenehe war in der Tat ein Privileg, das die Frauen lange verteidigt haben.

Eigentlich sollte die entsprechende Regel §1358 BGB bereits 1958 fallen. Nach der zehnjährigen Erprobungsphase der BRD-Gesetze, die zum großen Teil aus den alten Gesestzesvorschriften der vorangegangenen deutschen Reiche übernommen worden sind, sollten alte Zöpfe, u.a. auch der §1356, fallen.

Man muss dazu wissen, dass dieses Gesetz zuvor, vor Gründung der BRD, ausschließlich zum Schutz des Kindswohls angewendet wurde: gab es ein versorgungsbedürftiges (kleines!) Kind, dann konnte der Ehemann vor dem Vormundschaftsrichter ein Urteil beantragen, das es der Frau untersagte, eine ansonsten unanfechtbare Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Nur der Richter konnte (und nur unter ganz bestimmten Umständen) der Frau die Tätigkeit zugunsten des Kindes untersagen, der Ehemann selbst – konnte das nie! Insofern bestand aus Männersicht schon eine hohe Hürde, um evtl Meinungsverschiedenheiten zu klären: der Rechtsweg zum Gericht war angesagt.

Es hat bis 1958 (und auch danach) keinen einzigen Fall in der BRD gegeben haben, in dem der §1358 BGB von einem Mann gegen seine Frau vor Gericht angewendet wurde! Für die Männer und Frauen der BRD hat der § nie eine Rolle gespielt!

Das Gesetz war insofern bereits seit langem anerkannt völlig überflüssig. Es konnte weg.
1958 sollte das er fallen: die – überwiegend Männer- des Deutschen Bundestages wollten den §1358 BGB nicht verlängern. Er wäre 1958 sang- und klanglos ausgelaufen. Verschwunden.

Aber: aus den Reihen der CDU-Frauenunion kam in letzter Sekunde erheblicher Widerstand. Es ging den Frauen dabei nicht darum, dem Patriachen in der Ehe den rein theoretischen Rechtsweg zum Vormundschaftsrichter zu erhalten. Ach was!

Warum habend die Frauen also so an der Bestimmung festgehalten?

Die nur auf dem Papier bestehende und nie angewendete Möglichkeit, mit diesem § einer Frau eine Erwerbstätigkeit richterlich untersagen zu lassen, war die eine Seite der Medaille. Die andere Seite hieß, insbesonder in Verbindung mit dem § 1356 BGB: Frauenprivileg, und zwar erheblich! Die Frauen wollten dieses Privileg nicht aufgeben! Auf Grund des zähen anhaltenden Widerstands der CDU-Frauenunion fielen diese Vorschriften darum letztlich erst 1977, lange nachdem die Wirtschaftswunderjahre und die Zeit der Vollbeschäftigung vorbei waren.

Das Hausfrauenprivileg:
Man muss sich dazu daran erinnern, dass es in den 50ern einen gehörigen Frauenüberschuss gab. Kriegsbedingt waren Männer – knapp. Weil sie tot waren. Oder verschollen. Die Männer die noch da waren, waren in Zeiten des Wirtschaftswunders gesuchte Arbeitskräfte. Vollbeschäftigung, steigende Löhne, es ging aufwärts! Zunächst begründete also das Ehefrauendasein einen gewissen bürgelichen bequemen Wohlstand auf Grundlage des Erwerbseinkommens des unterhaltsverpflichteten Ehemanns.

Der Anteil der Arbeit, die mit der Hausfrauentätigkeit verbunden war, reduzierte sich in den 50er Jahren erheblich: die Wirtschaftswunderanschaffungen Waschmaschine, Elektroherd, Kühlschrank und Staubsauger erleichterten den Hausfrauenalltag enorm! Die Zahl der kinderreichen Familien nahm rapide ab: die Anzahl der Kinder/Familie sank, und der Arbeitsaufwand für die Kinder nahm entsprechend auch ab. Ein durchaus angenehmes Leben! Eine sehr verlockende Chance also für jede Frau, sich einen der noch zu habenden, ledigen, heiratsfähigen und wirtschaftlich zukunftsträchtigen Männer zu angeln, und dann von diesem sofort nach Recht und Gesetz VOLL versorgt zu werden.

Jeder der in Saft und Kraft und Lohn und Brot stehenden Männer war, kein Wunder, selbstverständlich ein beliebtes und begehrtes Objekt der Begierde für die große Mehrheit der heiratswütigen Kriegerwitwen und ledigen Frolleins: Wirtschaftswunder, Vollversorgung bis ans Lebensende, DAS bedeutete das Privileg, eine verheiratete Hausfrau sein zu dürfen!

Den Frauen in den 50er Jahren war immer durchaus bewusst, welche Vorteile sie auf Grund der Hausfrauenehe nach dem damaligen BGB hatten. Sie wussten, dass dies ein echtes Frauenprivileg war und haben entsprechend lange um ihren Erhalt gekämpft.

Die Hausfrauenehe war nie das Unterdrückungsinstrument, zu dem u.a. die HERstory-Geschichtsschreibung sie verzerren will. Sie war, wie gesagt, ein Frauenprivileg! Was sie eigentlich immer noch geblieben ist, bis heute.

Wenn es nach dem Willen der Männer gegangen wäre, dann wäre dieses Privileg schon vor Jahrzehnten, 1958, abgeschafft worden…

Dummerjan wieder:

https://dejure.org/gesetze/BGB/1356.html 

Dort: Ältere Fassung
Palandt Kommentar zum BGB aktuell 76. Auflage 2016
Die einschlägige Fassung ist die 11. Auflage von 1953
Uwe Wesel, Geschichte des Rechts, 2. Aufl. 2001, Rdnr. 334 S. 557; zur Entstehungsgeschichte des GlBerG vgl. Ramm, Juristenzeitung 1968, S. 43 Fn. 7


II. Buch. II. Abschnitt. Ehe.

Der Ehemann als Schützer des Hauses hat diese Befugnis, denn sonst läßt sich ein Eindringen von Unlauterkeiten und Schlechtigkeiten in das Haus nicht verhüten (§ 1354 BGB.). Daraus ergibt sich endlich, daß der Ehemann einer geistes-kranken Frau die nötigen Vorsichtsmaßregeln anwendenmuß, um das Publikum zu sichern, und daß er dafür nach § 832 verantwortlich ist 1 ).

Daher kann auch der Ehemann seiner Frau den Betrieb eines Geschäfts insofern verbieten, als es die eheliche Wohnung mit in Anspruch nimmt. Will sie das Geschäft anderswo aufmachen, so kann der Mann sie nicht direkt hindern, er kann es aber indirekt tun, indem er eine Ordnung des Hauswesens einführt, welche mit dem Geschäft unverträglich ist.

Dem muß sich die Frau fügen, sofern die Bestimmung des Mannes nicht mißbräuchlich ist. Fügt sie sich nicht, so kann er ihr Unterhalt und Zusammenwohnen verweigern. In einem Falle kann er sich auch außerhalb des häuslichen Kreises in die Geschäftsangelegenheiten der Frau einmischen: er kann ein Dienstverhältnis, welches die Frau zu persönlichen Leistungen verpflichtet, kündigen, falls er nicht seinerzeit die Zustimmung hierzu erteilt hat, ist aber bei der Kündigung an die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts gebunden (§ 1358 BGB.). Auch ein Werkvertrag oder ein Auftragsgeschäft, welches die Frau zu persönlichen Leistungen verpflichtet, gehört hierher, z. B. wenn sich eine Sängerin zu einem Gastspiel, eine Architektin zu einem Hausbau, eine Dilettantin zu einer Wohltätigkeitsvorstellung verpflichtet hat. Die Kündigung erfolgt kraft persönlichen Übergriffs aus der Sphäre des Mannes in die der Frau.

III. Die tatsächliche Übung des Hausstandes führt zum Besitz des Mannes an den dem Hausstand anvertrauten Sachen, nach den Grundregeln des Besitzes 2 ). Ein Mitbesitz der in Gemeinschaft lebenden Frau liegt vor, aber ein Mitbesitz untergeordneter, der Eigenart der Ehefrauenstellung entsprechender Art 3 ). “ aus Lehrbuch des Bürgerlichen Bechts
Von Dr. Josef Kohler
Geheimer Justizrat
ord. Professor an der Universität Berlin
Dritter Band, erster Teil
Familienrecht
Berlin
Carl Heymann
1915

Gern vergessen wir auch die Schlüsselgewalt der Frau im Haushalt gegen die auch der Ehemann nur gerichtlich vorgehen konnte:
„1. Wenn der Mann die Schlüsselgewalt der Frau beschränkt oder ganz aufhebt, und wenn die Frau behauptet, daß hierin ein Mißbrauch seines Rechts liegt, so kann das Ehegericht eingreifen und die entziehende oder beschränkende Verfügung des Mannes aufheben (§ 1357 BGB.) 3 ).
„(ebenda) https://de.wikipedia.org/wiki/Schl%C3%BCsselgewalt
M.a.W. zur Deckung des Haushaltsbedarfes durfte die Ehefrau auch ohne dessen Einwilligung beliebige Rechtsgeschäfte vornehmen. Diese waren bis zum gegenteiligen bescheid rechtsgültig. Auch das wurde abgeschafft. Zur Erleichterung vieler Ehemänner.

Recht ist kein Rosinenpicken in Paragrafen, sondern ein abgestimmtes Verhältnis von Rechten und Pflichten.

Und vR wieder auf die Frage nach Quellen:

@Matze:
leider nicht ausreichend. Diese Dinge habe ich vor bald 2 Jahren gelesen, in einem Fachartikel, im Zusammenhang mit den anderen Mythen über die „Trümmerfrauen“, die es so nicht gegeben hat, und die weitestgehend falschen Schauergeschichten „Frauen durften kein Konto haben und Vergewaltigung in der Ehe war legal!“.

Ein Satz damals, den der wohl juristisch versierte Artikelverfasser so brachte: „Es wäre mal eine Aufgabe für einen Rechtshistoriker herauszufinden, ob es jemals in der Geschichte der BRD einen solche Fall gegeben hat, wo ein Mann vor Gericht gegangen ist um seiner Frau die Arbeitsaufnahme untersagen zu lassen. Ich persönlich habe jedenfalls keinen Fall gefunden. Vielleicht ist ja jemand anderes erfolgreich!“ (so in etwa stand das da, zitiert aus dem Langzeitgedächtnis).

Ich habe ad hoc nur etwas über den 1358 bei wikimannia gefunden: http://de.wikimannia.org/1358_BGB
Hier wird darauf hingewiesen, dass die zeitgenössische Kommentierung ausdrücklich die Nichtanwendung von 1358 ZWINGEND geboten sah, wegen der überragenden Bedeutung des Art 3 Grundgesetz. Die 50-er Jahre-Juristen waren nach damaliger herrschender Meinung der Auffassung, dass §1358 BGB nicht(mehr) anwendbar war! Zumindest was die Möglichkeit der Beschränkung der Berufsausübung einer Ehefrau betraf.

Das würde auch erklären, warum es gar keine tatsächlichen Anwendungsfälle mehr in der BRD gegeben hat.

Es scheint mir also relativ leicht, unter Verweis auf diese alten BGB-Kommentare festzustellen: kein Mann hatte in der BRD seit Inkratftreten des GG jemals das Recht, seiner Frau die Berufsausübung zu verbieten! Und keiner hat es je vor Gericht versucht!

Über die Einflussnahme der CDU-Frauenunion zur Erhaltung des Hausfrauenprivilegs und der Verschiebung des Gesamtpakets der Abschaffung der §§1356, 1358 usw BGB habe ich so ratz fatz bislang nichts gefunden. Ich fürchte, dass ich nach dem Artikel suchen muss, den ich vor langer Zeit gelesen habe. Das wird schwierig – keine Ahnung wo und wann das genau war…. Oder ich müsste in zeitgenössischer Presse, Archiven und Parlamentsprotokollen recherchieren. Wozu mir leider Zeit und Möglichkeiten fehlen.

Und hier noch mal die Regelungen des BGH in den jeweiligen Fassungen:

a) 1900

§ 1354 BGB i.d.F. v. 18.8.1896, RGBl 1896, 195 m.W.v. 1.1.1900

1Dem Manne steht die Entscheidung in allen das gemeinschaftliche eheliche Leben betreffenden Angelegenheiten zu; er bestimmt Wohnort und Wohnung.

2Die Frau ist nicht verpflichtet, der Entscheidung des Mannes Folge zu leisten, wenn sich die Entscheidung als Mißbrauch seines Rechtes darstellt.

§ 1356 BGB i.d.F. v. 18.8.1896, RGBl 1896, 195 m.W.v. 1.1.1900

1Die Frau ist, unbeschadet der Vorschriften des § 1354, berechtigt und verpflichtet, das gemeinschaftliche Hauswesen zu leiten.

2Zu Arbeiten im Hauswesen und im Geschäfte des Mannes ist die Frau verpflichtet, soweit eine solche Thätigkeit nach den Verhältnissen, in denen die Ehegatten leben, üblich ist.

 

b) ab 1958 BGB

§ 1356 BGB i.d.F. des Gleichberechtigungsgesetz v. 18.6.1957, BGBl I 1957, 609 m.W.v. 1.1.1958

1Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung.

2Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist.

3Jeder Ehegatte ist verpflichtet, im Beruf und Geschäft des anderen Ehegatten mitzuarbeiten, soweit dies nach den Verhältnissen, in denen die Ehegatten leben, üblich ist.

c) ab 1977

§ 1356 BGB i.d.F. des Ersten Gesetzes zur Reform des Ehe- und Familienrechts (1. EheRG) v. 14.6.1976, BGBl I 1976, 1421 m.W.v. 1.1.1977

(1) 1Die Ehegatten regeln die Haushaltsführung im gegenseitigen Einvernehmen.

2Ist die Haushaltsführung einem der Ehegatten überlassen, so leitet dieser den Haushalt in eigener Verantwortung.

(2) 1Beide Ehegatten sind berechtigt, erwerbstätig zu sein.

2Bei der Wahl und Ausübung einer Erwerbstätigkeit haben sie auf die Belange des anderen Ehegatten und der Familie die gebotene Rücksicht zu nehmen.

Gerne ergänzen

Redhandday – Aktion gegen Kindersoldaten

Am 12.2.2021 war Redhandday – Politiker, Promis etc malen sich eine Hand rot an, was nehme ich an an eine blutige Hand erinnern soll und sprechen sich gegen Kindersoldaten aus. Das ist zweifellos eine gute Auktion, wenn sie auch an der konkreten Situation nichts ändern wird. Immerhin mag es einzelne für das Problem sensibilisieren.

Ich habe die Aktion über Twitter wahrgenommen und fand es einfach mal interessant zu schauen, wie ein Problem dargestellt wird, was ganz überwiegend Jungs oder junge Männer betrifft.
Hier etwas zu den Zahlen:

There is not enough data on girls’ association with armed forces and groups, and 2019 data from the UN-led Monitoring and Reporting Mechanism (MRM) on the six grave violations against children in conflict, for example, shows that only 8% of the 4,594 CAAFAG identified in 11 countries were girls.

Also etwa 92% Jungs.

Bei Kampagnen, die zu 92% Mädchen betreffen würden, würde man glaube ich sehr deutlich machen, dass gerade Mädchen betroffen sind.

Mal sehen wie es bei Jungs ist. Ich verlinke mal die „Top Tweets“ unter dem Hashtag #Redhandday

Frau Jelpke von den Linken (die neulich  vermeiden wollte, dass man Hass gegen Männer von Feministinnen aus Versehen strafbar macht) wendet sich erst einmal nur gegen die Bundeswehr und hält es Geschlechtsneutral

Terre des Hommes hält es geschlechtsneutral und schließt auch Transpersonen ein.

Künast hält es mit „Kindern“ neutral

Ricarda Land spricht auch nur von Kindern.

Die Linke bleibt auch bei Kindern und im Video „Kindersoldat:innen“

Herr Bartsch bleibt auch bei Kindern

Man muss einige Zeit scrollen, dann kommt immerhin ein Tweet, der auf Jungen abstellt:

Er bleibt aber recht einsam

Sucht man nach „#Redhandday Jungen“ dann findet man meist Tweet, die von „Mädchen und Jungen“ oder „Jungen und Mädchen“ sprechen.

Jetzt ist natürlich auch nichts dagegen zu sagen, dass man sich allgemein gegen Kindersoldaten wendet und es bei Jungen und Mädchen verurteilt. Zumal ein Tweet, gerade ein solcher, der ja eine Teilnahme an einer solchen Aktion ist, auch nicht zuviel Platz für Differenzierung bietet.

Insofern sollte man es auch nicht überbewerten. Aber ich wollte es zumindest mal festhalten und bei Auftauchen einer ähnlichen Aktion mit umgekehrter Geschlechterbetroffenheit mal vergleichen.

Selbermach Samstag 328 (20.02.2021)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

„Liebe Männer hier eure Chance. Nennt mir eine Sache bei der ihr ungerechter behandelt werdet. Dienst an der Waffe und Sorgerecht ist bekannt“

Meine Retraditionalisierung in der Corona-Krise

Momentan tritt bei uns eine starke „Retraditionalisierung“ ein. Südländerin ist schon im Mutterschutz und betreut Fräulein Schmidt an den Tagen, in denen diese nicht in die Kita kann (sie haben einen etwas eingeschränkten Betrieb). Sie kocht auch üblicherweise dann und ich komme in der Mittagspause für eine Stunde oder 45 Minuten nach Hause. Wenn es passt hole ich vorher Fräulein Schmidt aus der Kita ab. Ich esse schnell etwas, spiele etwas mit dem gegenwärtig noch süßesten Kind der Welt und verschwinde dann wieder zur Arbeit.

Das ist insbesondere schön, weil ich die Kleine sonst quasi nur morgens sehe, abens schläft sie üblicherweise schon, wenn ich komme. Sie freut sich dann immer riesig und fragt Mama schon, wann ich endlich komme bzw ist enttäuscht, wenn die Mama sie von der Kita abholt.

Es macht Spaß, auch wenn sie mich dann meist etwas belagert und es eigentlich gar nicht mag, wenn ich zu lange esse. Sie weiß ja, dass ich dann bald wieder los muss.

Erst einmal wird Südländerin nach der Geburt des Kindes (wir brauchen dringend einen Blognamen, Junger Schmidt, was ja das Gegenstück zu Fräulein wäre, klingt bescheuert. Jüngling Schmidt wie hier vorgeschlagen klingt auch etwas merkwürdig. Hat jemand eine gute Idee?) ein Jahr aussetzen, insofern könnte mir der Mittagsstisch noch etwas erhalten bleiben. Aber wenn sie wieder arbeitet, dann wird es natürlich schwierig. Vielleicht schaffe ich es dann noch schnell etwas zu kochen und wir „enttraditionalisieren“ in der Hinsicht etwas.

Aber die Mittagspause zuhause zu verbringen und die Kinder dann auch etwas mehr zu sehen ist schon ein toller Luxus.