Selbermach Samstag 324 (23.01.2021)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Kleinkindersprache

Fräulein Schmidt brabbelt immer mehr vor sich hin und es wird auch immer verständlicher.
Aber mitunter muss man auch wirklich aufpassen, was sie meint und was sie gerade verarbeitet.

Neulich beschäftigte sie, dass Hasen keine Fische essen sollen. Und sie selbst auch nicht. Gut, dass Fischstäbchen ja keine Fische sind.

Aber auch sonst neigt sie dazu einen in ihrer Kindersprache schon klare Anweisungen zu geben, was man alles machen soll oder wie sie gerade spielen soll. „Kopf“ etwa heißt, dass ich sie auf die Schulter nehmen soll und mit ihr durch die Wohnung rennen soll, was ihr viel Spass macht, weil ich sie dabei hin und herschaukele und sie sich lachend festhält.

Und mal darf dann eben auch der Papa etwas nicht oder die Mama nicht. Ich zB darf eher zu ihr in ihr Spielzelt, die Mama aber nicht! (die mit dem immer dicker werdenden Bauch da auch gar nicht hineinklettern möchte)

Gerade sind auch alle möglichen Figuren in Büchern Mama oder Papa, etwa ein Ritter, der gleich als Papa identifiziert wurde oder auch ein Mann, der gerade eine Frau küsste, aber immerhin war die Frau, die er küsste dann auch die Mama. Vielleicht ist es schlicht nur die Mann/Frau Schiene, die sie da verarbeitet.

Auch Mädchen/Junge beschäftigt sie und sie fragt nach wer was ist. Sie versteht, dass sie selbst ein Mädchen ist, dass der Papa nicht auch ein Mädchen ist schien sie aber etwas zu stören. Da haben wir ja schon das Gefühl, das andere Geschlecht zu sein!

Man gewöhnt sich im Gegenzug auch dieses Sprechen in dritter Person an etwa „der Papa muss dir jetzt die Schuhe anziehen“. Dabei würde sie es denke ich mit „ich“ genau so gut verstehen. Aber irgendwie ist es verführerisch

„Mädchen sind reifer als Jungs“

Pinkstinks hat einen tatsächlich interessanten Artikel zu den „Reifeunterschieden“ von Jungs und Mädchen:

Aber je länger ich mich mit diesem Phänomen beschäftige und je mehr ich derlei Zusammenhänge in den Lebenswelten meiner eigenen Kinder beobachte, desto mehr frage ich mich, was das eigentlich heißen soll: Mädchen sind reifer als Jungen. Was bedeutet das? Wofür steht es? Was wird dadurch impliziert?

Mittlerweile habe ich gelernt, dass es für diese Annahme durchaus wissenschaftliche Belege gibt. So beginnt die cerebrale Reorganisation von Synapsen hin auf ein Erwachsenengehirn bei Mädchen durchschnittlich im Alter von 10-12, bei Jungen jedoch erst zwischen 15 und 21 Jahren. Neuronale Langverbindungen, durch die wir in der Lage sind, komplexe Sachverhalte aufzunehmen und abzuspeichern, bilden sich also höchstwahrscheinlich zu geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Zeiten. Darüber hinaus ist das Gehirn von Jungen während der Pubertät weniger stark durchblutet als das von Mädchen. Dass die Durchblutung des Gehirns bei Erwachsenen signifikant geringer ist als bei Kindern, ist schon länger bekannt. Aber dass es hierbei in der Spätpubertät zu deutlichen Unterschieden zwischen Mädchen und Jungen kommt, weiß man erst seit einigen Jahren und spekuliert seitdem darüber, inwieweit eine geringere oder bessere Durchblutung des orbitofrontalen Kortex als verantwortliche Hirnregion für Sozialverhalten und Emotionsregulierung das geschlechtsspezifische Verhalten beeinflusst.

Es spricht also biologisch einiges dafür, dass pubertierende Mädchen reifer sind als pubertierende Jungen. Das ist die eine Seite der Medaille.

Und aus einem der verlinkten Artikel:

Es war schon immer gängige Meinung, dass Mädchen schneller zur Reife gelangen als Jungen. Jetzt haben Wissenschafter der Universität Newcastle in England dies auch beweisen können. Die in der Pubertät durch Hormone ausgelöste Umstrukturierung des Gehirns geschieht bei weiblichen Jugendlichen im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren. Bei jungen Männern beginnt diese hingegen erst mit fünfzehn. Abgeschlossen ist der Prozess dann im Alter von zwanzig Jahren. Fest steht: Das auffällige Verhalten von Jugendlichen ist eine Folge der Gehirnreifung. Bislang ist man immer davon ausgegangen, es seien die Hormone, die in dieser Zeit verrückt spielen. Die Teenager beginnen zu provozieren und zu rebellieren. Die Kinderzimmertür wird geschlossen, der persönliche Zugang für die Eltern auch.

Für ihre Untersuchungen hat das Forscherteam die Gehirne von 121 jungen Menschen im Alter zwischen vier und vierzig Jahren untersucht. Ursprünglich war geplant, die Speicherung von Informationen des Gehirns mittels Magnetresonanztomographie zu untersuchen.

Durch Zufall stolperten die Wissenschafter über eine ganz andere Entdeckung: Sie fanden heraus, dass das Gehirn in der Pubertät beginnt sich zu «säubern». Insbesondere kürzere Verbindungen wurden entfernt, weit entfernte blieben dagegen eher stabil, dokumentierten die Forscher in der Fachzeitschrift «Cerebral Cortex». Diese Reorganisation des Gehirns trat bei Mädchen eben früher auf als bei Jungen.

«Das Gehirn konzentriert sich in dieser Zeit auf die Langstreckenverbindungen, diese sind schwer zu schaffen und aufrecht zu erhalten, aber entscheidend für ein effizient und schnell arbeitendes Gehirn», so Marcus Kaiser, ein Mitglied des Teams der Universität Newcastle.

Das Aufrechterhalten dieser fernen Verbindungen macht dann das ausgereifte erwachsene Gehirn aus, das in der Lage ist, komplexe Zusammenhänge mittels unterschiedlicher Informationen zu interpretieren. Co-Autor Sol Lim von der Seoul University in Südkorea ergänzt: «Der Verlust einer nahen Verbindung während der Gehirnentwicklung kann tatsächlich helfen, die Gehirnfunktion zu verbessern, indem die Reorganisation des gesamten Netzwerkes effizienter wird.» Statt viele Leute nach dem Zufallsprinzip nach dem Weg zu fragen, sei es sinnvoll, sich nur bei ein paar wenigen Menschen, die schon lange an diesem Ort leben, zu erkundigen.

Frauen neigen darüber hinaus auch dazu, mehr Verbindungen zwischen den beiden Hemisphären des Gehirns zu haben. Die Forscher glauben, dass die frühere Reorganisation bei Mädchen das Gehirn effizienter arbeiten lässt und damit ein reiferer Zustand für die Verarbeitung der Umwelt schneller erreicht wird.

Die Unterschiede an sich sind interessant, aber natürlich muss es bei Pinkstinks auch daran liegen, dass Frauen benachteiligt werden:

Die andere ist die, die für mich über die Jahre immer deutlicher geworden ist und mich immer mehr abstößt: Nämlich die Tatsache, dass die Sozialhygiene einer Gruppe, die Konfliktlösungsbemühungen und die Gesprächsbereitschaft Mädchen aufgrund ihres Geschlechts zugeschrieben und von ihnen erwartet wird. Mädchen sind einfach reifer als Jungen hat in diesem Zusammenhang durchaus misogynen Charakter.

Es schiebt einseitig Verantwortung zu und bestraft Mädchen und junge Frauen für unangepasstes Verhalten. Zum Beispiel für Wut, die sich nach außen gegen widrige Umstände und problematische Personen richtet. Die Gesellschaft erwartet von Frauen und Mädchen ruhiges, ausgleichendes Verhalten und reagiert mindestens irritiert, wenn die Betreffenden anders reagieren.

Diese Konditionierung beginnt sehr früh und hat dann eben nichts mehr mit Biologie zu tun. Bereits im Alter von zwei Jahren sind Mädchen sozialer, kompetenter und selbstständiger als Jungen im gleichen Alter. Weil es von ihnen erwartet wird. Weil man sie darauf konditioniert und abweichendes, erratisches Verhalten nicht toleriert und modifiziert. Mädchen werden auf Kurs Richtung Kümmern, Verantwortlichkeit und Ausgleich gebracht. Zugleich wird Mädchen sind reifer als Jungen als Entschuldigung für unangemessenes Verhalten von Jungen herangezogen. Für Boys will be Boys. Für Wenn er dich ärgert, dann mag er dich vielleicht. Für ein ganzes Verhaltenssetting, dass wir mit Begriffen wie Rebell, Rowdy, Outcast, Genie, kleiner Racker, Raufbold, Haudegen und anderen bezeichnen.

In der Biologie werden andere Gründe neben der „Konditionierung“ diskutiert: Zum einen müssen Mädchen mit ihrer Geschlechtsreife evtl bereits Verantwortung für eigenen Nachwuchs übernehmen, was eine Selektion auf eine frühere Reifung begünstigt.

Zum anderen nimmt eine spätere Reifung Jungs eher aus der intrasexuellen Konkurrenz heraus, in der sie in jungen Jahren noch kaum eine Chance hätten. Deswegen sind in einem gewissen Zeitraum auch teilweise Mädchen noch stärker als Jungs, weil es ein Überlebensvorteil sein kann, noch etwas länger schwach zu sein, wenn man ansonsten tatsächlich kämpfen muss. Auf diese Weise haben Jungs also noch etwas mehr Zeit sich spielerisch auf die körperlich härtere Konkurrenz vorzubereiten. 

Aber dennoch erstaunlich, dass es bei Feministen eine Unterdrückung ist auf einen Kurs für Verantwortung gebracht zu werden und ernster genommen zu werden. Es ist eigentlich genau das, was sie ansonsten als negativ anführen: Frauen wird keine Verantwortung zugetraut und sie werden nicht ernst genommen, während Männer dazu erzogen werden Verantwortung zu übernehmen und Anführer zu sein.

Und natürlich kann es ein sehr effektiver Weg sein, eine Frau spielerisch zu ärgern um für sie interessant zu sein, aber das ist eine andere Sache. 

Das „Mehr“ an Erwachsenheit wird hier aus meiner Sicht auch etwas überdramatisiert, denn natürlich verlangt man auch von einem 15jährigen Jungen mehr und der darf sich nicht alles herausnehmen. Er mag vielleicht im Schnitt in einigen Sachen noch verspielter sein als Mädchen aber auch die bleiben ja gleichzeitig noch Kinder, sie spielen nur andere Spiele (und sind eher an den älteren Jungs interessiert). 

 

Mit Blick auf Geschlechtergerechtigkeit gibt es unzählige Gründe, warum ich diese Konditionierung ablehne. Die drei wichtigsten will ich kurz benennen:

Zum einen zahlt es auf die ganze Mental-Load-Problematik ein und etabliert Frauen als zwangsverpflichtete Kümmerin für Familie, Gruppe und Gesellschaft, die alles im Kopf haben und sich für alle zuständig fühlen müssen.

Die Mental Load, jetzt auch schon bei 12jährigen. In einer Familie ist das ja alles schon deswegen eingeschränkt, weil die Kinder üblicherweise einen Altersunterschied haben. Ein älterer Bruder wird eher auf seine jüngere Schwester aufpassen müssen und eine ältere Schwester eher auf ihren jüngeren Bruder. In vielen Fällen wird es aber im Schnitt  – was auch die Erfahrungen mit meinen Nichten bestätigt – vielen Mädchen eher Spass machen, kleinere Kinder zu betreuen. 

Zum anderen ist Mädchen werden früher reif als Jungen eine Art benevolenter Sexismus, der das Interesse älterer Männer an jüngeren Frauen und Mädchen scheinlegitimiert. Also nicht die Tatsache, dass erwachsene Menschen selbstverständlich Beziehungen eingehen können, die einen (großen) Altersunterschied überbrückt, sondern der Umstand, dass Männer Partnerinnen nach der “halbes Alter plus sieben”-Regel auswählen. Oder sich in Beziehungskonstellationen begeben, die die Autorin und Journalistin Alena Schröder mal “Der mittelalte Mann und das Mädchen” genannt hat.

Das dürfte eine nette Apex Fallacy sein, denn die wenigsten Männer können sich Frauen nach der „Halbes Alter plus Sieben“ Regel aussuchen. Es sind üblicherweise Hollywoodstars oder sonstige Männer mit Status (oder eben Game) die das hinbekommen, weil Status eben für Frauen interessant ist. Er hat auch glaube ich nicht verstanden, dass die „(Alter /2) +7“ Formel kein Muss ist, sondern üblicherweise ein Untergrenze vorgeben soll unter der es „zu Jung“ wird. 

Dazu hatte ich auch schon ein paar Artikel:

Und zuletzt die Verlogenheit der Inkonsequenz. Wenn Mädchen und Frauen sowohl aufgrund der biologischen Gegebenheiten als auch der gesellschaftlichen Vorgaben reifer, verantwortungsvoller und erwachsener sind, dann müsste es im Interesse aller liegen, ihnen mehr Macht zu übertragen. Mehr Führungsverantwortung, mehr Gestaltungsmöglichkeiten, mehr Kompetenz. Bezeichnenderweise wird Mädchen sind reifer als Jungen aber nie dazu herangezogen, um Mädchen mit mehr Autorität und Macht auszustatten, sondern immer nur, um sie einzubinden, zurückzuhalten und für Dinge verantwortlich zu machen, für die sie womöglich gar nicht verantwortlich sein wollen.

Nils, sie sind selbst nach deinen Ausführungen nicht grundsätzlich reifer, verantwortungsvoller und Erwachsener, sondern sie sind es bis 15 und dann holen die Jungs auf. 

Gebt den Kindern das Kommando“ mag ja eine nette Forderung sein, aber eine Quote für Führungspositionen, die an unter 18 jährige vergeben wird dürfte selbst für Feministen wenig Sinn machen. 

Aber das kommt davon, wenn man jeden Sachverhalt nur darauf überdenkt, ob Männer ungerechte Vorteile haben oder Frauen deswegen mehr haben müssen oder diskriminiert werden. 

Mädchen sind reifer als Jungen ist ein vergiftetes Lob, das Mädchen und Frauen in die Pflicht nimmt, anstatt ihnen Möglichkeiten zu eröffnen. Damit der geschlechterungerechte Status Quo nicht angetastet wird und alles so bleibt wie es ist.

Jedes in die Pflicht nehmen eröffnet auch Möglichkeiten. Wenn man etwas draus macht und später auch weiter in der Pflicht stehen möchte und nicht die Konkurrenz aufholt und evtl sogar überholt, weil sie lieber in der Pflicht steht und andere Vorstellungen von einer Life-Work-Balance hat

Zum Stand der Heterosexualität (aus Sicht einer lesbischen Forscherin)

Ich hatte mir den Artikel schon vorgemerkt und Arne hatte ihn gestern auch als Thema:

Warum heterosexuelle Beziehungen so schlecht für uns sind, laut einer Sexualforscherin

Aus dem Artikel:

She feels sorry for straight people, especially straight women, who typically report some of the lowest sexual satisfaction in society, Ward told Insider. But she also feels sorry for straight men, who are pigeon-holed into toxic-masculine culture that teaches them they both need, and yet should also demean, women.

Die „lowest sexual satisfaciton“ bezieht sich wahrscheinlich auf die hier besprochene Studie die aber gar nichts darüber sagt, sondern nur ermittelt hat, wie häufig die betreffenden beim Sex kommen. Insbesondere da Studien gleichzeitig anführen, dass Lesben sehr wenig Sex haben sagt das wenig aus.

„It really looks like straight men and women don’t like each other very much, that women spend so much time complaining about men, and we still have so much evidence of misogyny,“ or woman-hating behavior, said Ward of her findings. „From an LGBT perspective, [being straight] looks actually very tragic.“

Es ist natürlich einfacher in heterosexuellen Beziehungen über das andere Geschlecht zu lästern, in lesbischen Beziehungen muss man dann eher über den konkreten Partner lästern, weil man ja das gleiche Geschlecht hat. Aber auch dort ist ja nicht alles super.

Ward interviewed almost 100 men, women, and non-binary people of varying sexual orientations about their thoughts on heterosexuality, and a common theme emerged: Straight women put straight men on a pedestal, even though it doesn’t benefit them to do so.

„I find it depressing to see what my straight female friends put up with regarding treatment from men. I really sympathize with these women, but at the same time it makes me feel alienated from them. Our lives become so different when theirs revolves around attachment to a cruel, insensitive, self-centered, or simply boring man,“ a queer white female from Europe told Ward for her book.

Heterosexuelle Frauen mögen ihre Partner. Und das ist schlecht für sie. Ach so. Das es ihnen nicht gut tut scheint rein mit der dann angeführten Studie zur Orgasmushäufigkeit erklärt zu werden. Im Gegenzug könnte man den Lesbian Bed Death anführen, den sie da anscheinend ausblendet.

„It’s that straight culture is based in a presumption that men and women are really different kinds of people, that they want different things, that they have different interests, and that they are sort of opposite. And they come together sexually and romantically because opposites attract,“ Ward said of the gender binary, or idea that „man“ and „woman“ are the only two genders.

Man kann auch mit Leuten, die unterschiedlich sind, gut zusammen leben und man kann sich auch durchaus ergänzen, wenn man die richtige Person dafür findet.

Heterosexual men are encouraged to objectify women and smother their own feelings

Similar to the gender-role constraints straight women face, Ward said masculine standards are suffocating straight men.

In her book, Ward wrote of the „misogyny paradox,“ which refers to boys‘ and mens‘ struggle to appreciate and respect women in a culture where they’re also applauded and considered more masculine for hating and objectifying women.

Young men are also taught sex with women will make them manlier, but they aren’t taught how to make that experience pleasurable, or even pleasant, for the women involved.

Vielleicht hat die Autorin auch schlicht ein Problem mit Männern. Sie hat jedenfalls eine sehr negative Einstellung ihnen gegenüber.

Warum sollte man Frauen nicht wertschätzen oder respektieren und sie trotzdem als sexuell ansprechend sehen? Frauen hassen macht mich auch nicht maskuliner noch definiere ich mich dadurch als Mann.

Ihre Meinung über heterosexuellen Sex scheint auch sehr einseitig zu sein.

Then there’s the issue of communicating needs and feelings, something that has been coded as a „feminine.“ Men, as a result, are subtly and explicitly encouraged not to open up emotionally, leaving their partners in the dark.

Ach so. Männer lassen ihre Partner im Dunklen.

Person 1: „Hast du was Schatz?“

Person 2: „Nein!“

Finden die meisten Männer weit eher dunkel.

Ganz zu schweigen von Kommunikation wie:

Person 1: (auf der Autobahn): Hast du Hunger?

Person 2: Nein.

Person 1: ….

(eine halbe Stunde später)

Person 1: Warum bist  du nicht an der Haltestelle abgefahren? Ich muss dringend auf Toilette!

Aber gut, die Debatte um unterdrückte Gefühle bei Männern hatten wir hier ja schon häufiger.

„Men and women are defaulting into these gender categories,“ Ward said.

„I think that if men could recognize that equity and feminism are actually really central to a healthy and happy relationship, if that’s something they want, then they might be able to move further in that direction,“ said Ward.

Moderner Feminismus im Sinne der intersektionalen Theorien ist aus meiner Sicht sehr schädlich für eine glückliche Beziehung.

Through her research, Ward found that the concepts of heterosexuality and homosexuality came into existence in the 19th century. Before then, people didn’t consider the gender or sex of the person they were having sex with as way to label themselves.

„Before then, people engaged in homosexual sex acts but it was just considered an act, not a type of person,“ that you had to label, Ward said. When a person had sex with the opposite sex it was for reproductive purposes, for example, while sex with the same sex was pleasure-based and not for reproduction.

Das sind reichlich bescheuerte Theorien, ich hatte hier bereits etwas dazu geschrieben.

Klar gab es vor der Erfindung von sicheren Verhütungsmitteln auch Ausweichsexualität mit dem gleichen Geschlecht, da dieses eben nicht schwanger werden konnte. Aber Verfolgung von Homosexuellen gab  es ja nun schon deutlich länger als erst im 19 Jahrhundert.

Man nehme diese zwei Stellen aus der Bibel (vor dem 19 Jahrhundert): (3 Buch Moses):

Lev 18,22 EU: Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.

Lev 20,13 EU: Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.

But everything changed when Hungarian journalist Karl Maria Kertbeny coined the terms „heterosexual“ and „homosexual“ in the 1860s. Psychotherapists began to suggest heterosexuality was a superior „type“ because it allowed for procreation, while homosexuality didn’t have the same utility, BBC previously reported.

Thus a romanticized narrative of the gender binary, or idea that there are two genders of man and woman, was born. This story taught people that opposite-sex attraction, love, and family planning was the most natural way to do things, and it endures to this day in the form of straight rituals like the gender reveal party and lavish wedding ceremonies

Ja, andere Gründe dafür Heterosexualität als eine ganz normale Sache zu sehen kann es auch nicht geben. Welches Prinzip sonst könnte uns dazu bringen, Sex bei der es zu einer Fortplanzung kommen kann zu bevorzugen?

 

„Multirassisches Weißsein“

Eine Autorin bei der Washington Post führt Beispiele von „Trumpisten“ an, die nicht weiß sind und versucht das in die intersektionalen Theorien zu bringen:

What are we to make of Tarrio — and, more broadly, of Latino voters inspired by Trump? And what are we to make of unmistakably White mob violence that also includes non-White participants? I call this phenomenon multiracial whiteness — the promise that they, too, can lay claim to the politics of aggression, exclusion and domination.

(….)

 

Trump, by contrast, knows nothing of the history of Latinos in the United States and rarely even pretends to find value in Latinos’ distinct identities. Rather than offering his non-White voters recognition, Trump has offered them multiracial whiteness.

Rooted in America’s ugly history of white supremacy, indigenous dispossession and anti-blackness, multiracial whiteness is an ideology invested in the unequal distribution of land, wealth, power and privilege — a form of hierarchy in which the standing of one section of the population is premised on the debasement of others. Multiracial whiteness reflects an understanding of whiteness as a political color and not simply a racial identity — a discriminatory worldview in which feelings of freedom and belonging are produced through the persecution and dehumanization of others.

Also schlicht die Idee, dass auch Nichtweiße an „weißer Überlegenheit“ teilhaben können und gegen Schwarze sein können. 
Das passt nicht wirklich zu den intersectionalen Theorien – da können PoCs ja keine Rassisten sein – also werden aus den Farbigen dort eben Weiße als „politische Farbe“. 

„Multirassisches Weißsein spiegelt ein Verständnis von Weißsein als politische Farbe und nicht einfach als rassische Identität wider – eine diskriminierende Weltsicht, in der Gefühle von Freiheit und Zugehörigkeit durch die Verfolgung und Entmenschlichung anderer erzeugt werden.“

Ein interessanter Satz: Sie könnte auch sagen, dass Trump eben gerade keine Identitätspolitik betreibt, in seiner Ideologie Rasse relativ egal ist. Aber das klingt nicht so unterdrückerisch und für intersektionale Theoretiker ist es natürlich auch schon Verfolgung und Entmenschlichung anderer, wenn man ihre Theorien nicht anerkennt. 

Es ist für diese Denkrichtung einfach vollständig unvorstellbar, dass Trump als Milliardär eine Bewegung anstoßen könnte, die weit eher auf Klassenfragen setzt: Wir müssen Arbeitsplätze zurückholen, wir dürfen uns die Preise nicht durch Einwanderung kaputt machen lassen, wir müssen „die da oben“ entmachten, die Bestechlichkeit und die Korruption eindämmen („Drain the Swamp“), wieder den „Normalen Amerikaner“ nach vorne bringen. Und  davon können sich eben alle Arbeiter angesprochen fühlen, egal welchen ethnischen Hintergrund sie haben.
Im Gegenzug bedienen die Demokraten eben eher vieles, was virtue Signalling ist. Und bei Studierten besser anzukommen scheint. 

 

Multiracial whiteness promises Latino Trump supporters freedom from the politics of diversity and recognition. For voters who see the very act of acknowledging one’s racial identity as itself racist, the politics of multiracial whiteness reinforces their desired approach to colorblind individualism. In the politics of multiracial whiteness, anyone can join the MAGA movement and engage in the wild freedom of unbridled rage and conspiracy theories.

„Multirassisches Weißsein verspricht Latino-Trump-Anhängern Freiheit von der Politik der Vielfalt und Anerkennung. Für Wähler, die den bloßen Akt der Anerkennung der eigenen rassischen Identität selbst als rassistisch ansehen, verstärkt die Politik des multirassischen Weißseins ihren gewünschten Ansatz des farbenblinden Individualismus.“

Also etwas kürzer: Trump wäre etwas für alle, die gerade nicht ihre  „rassische Identität“ als wichtig ansehen und eher wollen, dass alle gleich behandelt werden. Was ja auch durchaus ein vernüftiger Ansatz ist.  

„In der Politik des multirassischen Weißseins kann jeder der MAGA-Bewegung beitreten und sich in der wilden Freiheit der ungezügelten Wut und Verschwörungstheorien engagieren.“

Das kann er allerdings auf der anderen Seite auch: Dort kann er etwa die ungezügelte Wut auf Weiße, Männer, heterosexuelle etc ausleben und sich Verschwörungstheorien wie dem Patriarchat hingeben. 

Multiracial whiteness offers citizens of every background the freedom to call Muslims terrorists, demand that undocumented immigrants be rounded up and deported, deride BLM as a movement of thugs and criminals, and accuse Democrats of being blood-drinking pedophiles.

Was ja auf der anderen Seite so viel anders nicht wäre, nur eben mit anderen Gruppen. 

Here, the politics of exclusion, violence and demonization are available to all. If you want to speak Spanish and celebrate a quinceañera in your family, go ahead. If you want to be a Proud Boy, be a Proud Boy. Trump doesn’t care. As long as you love him, he’ll love you.

Warum nur kann das für Leute attraktiver sein als die linke Identitätspolitik?

America’s racial divide is not simply between Whites and non-Whites. Thinking in terms of multiracial whiteness helps us recognize that much of today’s political rift is a division between those who are drawn to and remain invested in a politics of whiteness and those who seek something better.

„Amerikas rassische Kluft besteht nicht einfach zwischen Weißen und Nicht-Weißen. In Begriffen des multirassischen Weißseins zu denken, hilft uns zu erkennen, dass ein Großteil der heutigen politischen Spaltung eine Spaltung zwischen denen ist, die sich zu einer Politik des Weißseins hingezogen fühlen und darin investiert bleiben, und denen, die etwas Besseres suchen.“

Das scheint mir sehr dich an dem zu sein, was man in den intersektionalen Theorien erkennen sollte, aber es verfehlt dann im letzten Teil doch wieder das Ziel. Denn sie machen es sich einfach und erklären alles, was sonst noch an Problemen vorhanden sein kann eben schlicht auch zu „whiteness“, dann eben als Machterhalt oder was auch immer. Es darf keine Problem daneben geben, also ist alles „whiteness“

 

We witnessed this very divide in Georgia, when a significant segment of White voters broke with Georgia’s White majority, joining a multiracial coalition that sent Raphael Warnock and Jon Ossoff to the U.S. Senate, following the leadership of Black women whose organizing made that electoral victory possible.

This is the hopeful side of the shifting and diverging politics of whiteness. In the post-Trump era, the challenge will be to prevail over the extremism of Trump’s White majority while trying to prevent the politics of whiteness from becoming an increasingly multiracial affair.

Weniger Ernst kann man glaube ich die Sorgen anderer Wähler kaum nehmen. Entweder sind sie weiße Rassisten oder sie wollen weiße Rassisten sein, nur eben mit anderer Hautfarbe. 

„Joe Biden erklärt Wissenschaft zum Fokus seiner Präsidentschaft“

Aus dem Spiegel:

Diese Personalie hat es in sich: Der künftige US-Präsident hat den Biologen Eric Lander als wissenschaftlichen Berater ernannt – und ihm erstmals Kabinettsrang verliehen. Ein deutliches Zeichen in Richtung Trump.

(…)

Die Wissenschaft werde in seiner Regierung immer in vorderster Reihe stehen, kündigte Biden an. Lander und sein Team von »weltberühmten Wissenschaftlern« sollten dafür sorgen, dass »alles, was wir tun, auf Wissenschaft, Fakten und der Wahrheit basiert«. Ihre »zuverlässige Beratung« werde von entscheidender Bedeutung sein, um die Corona-Pandemie zu beenden, die Wirtschaft wieder anzukurbeln und »die Lebensqualität aller Amerikaner zu verbessern«.

Lander, der das Broad-Institut des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Harvard-Universität leitet, erklärte auf Twitter, er fühle sich »geehrt« und sei »gespannt« auf seine neue Aufgabe. Joe Biden habe ein Team von brillanten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen zusammengestellt und »hebt die Rolle der Forschung hervor«.

Lander selbst ist als Biologe interessant, er scheint sich auch mit Neurobiologie beschäftigt zu haben, wenn ich auch zu Geschlechterthemen selbst zu ihm nichts gefunden habe.

Aber Wissenschaftler ist natürlich solange Gender Studies als solche gelten, ein sehr vager Begriff.

Gibt es was zu den übrigen Mitgliedern des Teams?

Biologische Theorien zu den Geschlechtern als schlechte Memes

Ich hatte dargestellt, dass die intersektionalen Theorien viel an sich haben, was sie als Theorien leicht „transportierbar“ macht.

Dagegen haben die biologischen Theorien zu den Geschlechtern vieles an sich, was sie eher schwer transportierbar macht:

  • Sie geben keine moralische Orientierung: Aus der Biologie kann man nichts moralisches herleiten. Nichts ist gut oder schlecht, weil es auf eine bestimmte Art ist, im Gegenteil das wäre ein naturalistischer Fehlschluss
  • Sie setzen keine scharfen Grenzen, sondern zeigen allenfalls Unterschiede im Schnitt auf, die üblicherweise Normalverteilungen mit sich überlappenden Trägern und abweichenden Mittelwerten bilden. Die Verteilungen können auch noch verschieden flach sein etc. Damit sind die Abgrenzungen weit weniger klar
  • die Biologische Kränkung ruft Widerstand hervor: Es wird vorgehalten, dass die Theorien den „Freien Willen“ nicht beachten, man müsste sich eingestehen, dass auch die eigene Biologie Einfluss auf einen hat
  • In der Erklärung braucht man schnell ein hohes Wissen über evolutionäre Biologie, insbesondere natürliche und sexuelle Selektion, aber auch um die Wirkung von Hormonen, Hormonrezeptoren, Genen etc.
  • Es gibt viele Fehlvorstellungen über diese Theorien, die eine Abwertung oder eine Abwehr erleichtern, etwa ist sexuelle Selektion nahezu unbekannt so dass angenommen wird, dass man alles mit natürlicher Selektion begründen muss, das auf Gene selektiert wird, wird nicht verstanden, dass Gruppenselektion nicht klappt wird nicht verstanden, es wird davon ausgegangen, dass Biologie einen Essentialismus zur Folge haben muss (alle Männer sind so, alle Frauen sind so), es wird einem Sozialdarwinismus vorgeworfen
  • Studien aus der Biologie sind oft ohne Hintergrundwissen schwer verständlich. 
  • Der Kausalzusammenhang gerade in dem Zusammenspiel mit sozialen Faktoren ist schwierig darzustellen. 
  • Es gibt keine klaren guten oder bösen Gruppen. Es gibt keine Opfer und keine Täter. Es gibt nur Unterschiede.