16 Gedanken zu “Was macht eine Frau/ einen Mann attraktiv?

  1. Stell die Frage doch Susanne Kaiser oder den FAZ Redakteuren https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/susanne-kaisers-buch-politische-maennlichkeit-17159950.html#void

    Mt einem Buch namens „Politische Männlichkeit“, das verhängnisvolle restaurative Tendenzen in zusehends von Gleichberechtigung geprägten Gesellschaften aufzeigt, hat man als Verlag gewiss das Momentum auf seiner Seite. Der Sturm auf das Kapitol hat selbst hartnäckigen Beschwichtigern in drastischer Weise vor Augen geführt, dass autoritäre, spaltende und chauvinistische Politik auf direktem Wege in den Extremismus führen kann. Ein Kerl, der mit Büffelhörnern durch die Hallen tanzt, ein anderer, der seine Stiefel auf dem Schreibtisch einer mächtigen Politikerin plaziert: Hier sieht man Karikaturen traditioneller Mannsbilder beim Versuch, sich verloren geglaubten Raum zurückzuerobern.

    Die unerschöpfliche Frage, was Männlichkeit heute eigentlich genau ist und was sie sein könnte, ist nicht Susanne Kaisers Thema; sie hat Stoff genug gefunden in jenem Bereich, der heute gern „toxische Männlichkeit“ genannt wird. Tief ist sie eingestiegen in deren Abgründe und präsentiert nun eine akribische Darstellung dunkelmännlicher Milieus, die, wenn sie nicht gleich direkt miteinander verbunden sind, sich doch gegenseitig befruchten. Von kuriosen Selbstetikettierungen sollte man sich nicht täuschen lassen: Weder handelt es sich bei „Pick-up Artists“ um galante Womanizer noch bei „Incels“, den „involuntary celibates“, also unfreiwillig zölibatär Lebenden, um harmlose Nerds. Beide Gruppierungen teilen den verächtlichen Blick auf Frauen – mit dem Unterschied, dass die einen meinen, alle kriegen und unterwerfen zu können, während die anderen keine kriegen und den Frauen das nicht verzeihen.

    Das „gut organisierte Netzwerk misogyner Akteure, die global agieren“, ist laut Kaisers Analyse ebensolchem gekränkten Anspruchsdenken entwachsen. Für diese Männer haben sich, dem Siegeszug des Feminismus geschuldet, die Herrschaftsverhältnisse umgekehrt: Die wahren Unterdrücker seien längst die Frauen. Indem sich Männer als Opfer und strategische Minderheit inszenierten, legitimierten sie Gewalt als Widerstand. Dass verbale Gewalt in den sozialen Medien zu bestimmt neunzig Prozent von Männern ausgeht, ist bekannt. Mit Recht betrachtet Kaiser das reflexhafte Niederbrüllen weiblicher Stimmen im Netz als „das gut organisierte Werk misogyner Trolle und Hater“, obgleich nicht wenige Freaks vorm Rechner ihren Frauenhass auch ganz einsam und unorganisiert ausleben dürften.

    Immer häufiger jedoch schlägt verbale Gewalt in reale um. Kaiser verweist auf eine Studie, der zufolge in den Vereinigten Staaten bei einem Drittel der Massenschießereien der vergangenen zehn Jahre die Täter auch frauenfeindliche Motive hegten. Die „Mannosphäre“ im Internet ist ihre Echokammer, wo sie von Gleichgesinnten gefeiert werden. Als „König der Incels“ verehrt wird Elliot Rodger, der 2014 in Kalifornien sechs Menschen tötete und es vor allem auf Frauen abgesehen hatte, weil diese ihm „Sex, Spaß und Vergnügen“ verwehrt hätten; „Going ER“ gilt inzwischen als Ausdruck dafür, es Rodger gleichtun zu wollen.

    Manches spricht dagegen, vieles aber auch dafür, Taten wie diejenigen Rodgers als Terrorismus einzustufen. So folgen, wie Kaiser aufzeigt, viele Anschläge längst bestimmten Mustern. Gerade das umfassende Pamphlet Rodgers, aus dem Kaiser insgesamt zu ausführlich zitiert, legt freilich nicht nur eine Art terroristischer Ideologie offen, sondern den wahnhaften Narzissmus und Sadismus eines Menschen, der davon träumt, den Großteil der Frauen dieser Welt in ein KZ zu sperren und ihnen von einem Wachturm aus beim Verhungern zuzusehen. So gefährlich solche gescheiterten Existenzen auch werden können, das Patriarchat lässt sich auf ihren Schultern nicht errichten. Einen Vernichtungskrieg gegen alles Weibliche wollen nur die allerwenigsten Misogynen anzetteln, den Einfluss von Frauen zurückdrängen aber alle.

    Von daher ist es richtig und wichtig, dass Kaisers Buch auch die reaktionären politischen Bewegungen in ausgewählten Staaten unter die Lupe nimmt. Eingehend befasst sie sich etwa mit Polen, wo Nationalisten und religiöse Fundamentalisten eine unheilvolle Allianz eingegangen seien. Gerade hier allerdings zeigt sie sich nicht ganz faktensicher. So ist zwar im Sommer 2020 Präsident Duda knapp im Amt bestätigt worden, dies war jedoch, anders als Kaiser schreibt, keine Wiederwahl der nationalkonservativen Regierung; in Polen hat der Präsident vor allem repräsentative Funktionen, weshalb der autoritäre Umbau der polnischen Gesellschaft dann auch nicht zuvörderst von Duda ausgeht, sondern vom PiS-Parteichef Kaczyński, als dessen Marionette Duda gilt.

    Wenn es ansonsten etwas zu bemängeln gibt an Kaisers verdienstvollem Werk, dann ist es – neben dem fehlenden Register – die Tatsache, dass sie für ihre deprimierende Zeitdiagnose keine Lösungen anbietet. Doch auch hier mag wieder der Blick nach Amerika helfen: Wie das Beispiel Trump veranschaulicht, erledigt mit etwas Glück am Ende mancher Dunkelmann sich selbst.

    Susanne Kaiser: „Politische Männlichkeit“. Wie Incels, Fundamentalisten und Autoritäre für das Patriarchat mobilmachen. Suhrkamp Verlag, Berlin 2020. 268 S., br., 18,– €.

    Ich glaube, für Feministinnen ist der Hass auf Männer der stärkste Grund sich mit ihnen zu beschäftigen.

  2. was macht einen Mann für mich als Frau attraktiv:

    körperlich: ergänzende Unterschiedlichkeit, eine andromorphe Gestalt, Kraft und Stärke, natürlicher, männlicher Ausdruck in Bewegung, Mimik, Stimme, Geruch

    mental: angenehmes Wesen; Charisma und männliche Ausstrahlung, natürliches Selbstbewußtsein, verbunden mit der Fähigkeit zu ausgewogener Selbstkritik, zu Humor, sowie die Fähigkeit, auch einmal über sich selbst lachen zu können, Intelligenz und Tat-Kraft, Ehrlichkeit, Mut und die Fähigkeit, dauerhaft langfristig anspruchsvolle Ziele anzugehen, und diese selbst gegen äußere Widerstände intelligent beizubehalten; die aufgeschlossene Bereitschaft, lebenslang dazuzulernen;
    langfristig begehrenswert zu sein, und auch mich langfristig begehren zu können

  3. Weibliches Begehren, so Meana, wird aktiviert, wenn eine Frau sich überwältigend begehrt fühlt, nicht rational betrachtet.

    Ihrer Ansicht nach ist der zarte, zögerliche Kerl, der höflich über Sie nachdenkt und fragt, ob dies oder jenes in Ordnung ist, ein Kerl, der vielleicht die Erwartungen Ihrer Geschlechterpolitik (behandelt mich als gleichwertig; ist mir gegenüber respektvoll; kommuniziert mit mir) und die Vorlieben Ihrer Eltern erfüllt, aber er kann Sie auch in ein sexuelles Koma versetzen – nicht trotz dieser Qualitäten, sondern wegen ihnen.

    http://meinnaturwissenschaftsblog.blogspot.com/2021/01/what-do-women-really-want.html

    • Was du nicht mit übersetzt hast, ist der erste Satz, der enthält, wovon sie alles andere ableitet: „Marta Meana, a researcher at the University of Nevada, has argued provocatively that the organizing principle of female sexuality is the desire to be desired.“ — Das Begehren, begehrt zu werden, erklärt nämlich auch die Studienergebnisse, die von Prof. Manfred Spitzer in seinem Artikel „Die Wissenschaft vom Flirten“ referiert wurden, den ich hier letztens mal verlinkt und halb zitiert, halb zusammengefasst hatte. Das meiste Interesse hatten die Studienprobandinnen an denjenigen Männern, über deren Antipathie oder Sympathie ihnen gegenüber (und zwar anhand des Betrachtens von Fotos von ihnen) sie vorher _nicht_ informiert wurden.

  4. Interessante Frage. Ich hab festgestellt, dass ich auf Frauen stehe, die einerseits auf eigenen Füssen stehen (also gerade nicht den „Versorger“ in mir suchen), aber halt trotzdem mich (als Mann) wollen.
    Offenbar ist hauptsächliches Attraktivitäts-Kriterium tatsächlich „sie will mich“ 😉

  5. Liebe ist körperlich.

    Es ist unterschiedlich, aber immer erst das Aussehen. Für mich ist es manchmal eine Zahnlücke, der Mund, das Lächeln. Es können die Haare sein, ihre Hände, ihr Duft, ihre Bewegungen. Ihre Figur, die Form, der Arsch. Ihr Humor, ihre Klugheit, ihre Wachheit. Schwer zu sagen. Wenn Sie dann noch charmant ist und mir Gesten und Worte der Zuneigung bezeugt, dann bin ich beinahe schon geliefert.

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