13 Gedanken zu “Was ist mit unseren Schurken passiert?

  1. Sehr treffende Analyse,
    Rey ist so eine schlechte Heldin, weil sie keine ernstzunehmende Heldenreise macht. Es ist mehr so, als wollte Kathleen Kennedy zeigen wie toll und selbstständig Frauen sein können. Und natürlich im Prinzip auch besser, denn während Luke seinen Jedi Mindtrick nach jahrelangem Training das erste Mal in Eppisode IV anwendet, kann Rey keine zwanzig Filmminuten, nachdem sie das erste Mal etwas von der Macht erzählt bekommt, gleich einen Sturmtrooper herumkommandieren, als wäre er Lassie? Und das erste Mal als sie ein Laserschwert im Kampf benutzt besiegt sie gleich den Antagonisten? Wozu soll man sich da ernsthaft noch die nächsten beiden Teile ansehen?

  2. Das hat er sehr gut und richtig analysiert. Männliche Bösewichte dürfen nicht gegen Frauen gewinnen,

    Through a media literacy lens, it’s easy to decipher the visual and subtextual meaning of this promo ad: Men have power and strength; women are weak and can at best hope to survive violence. This messaging of subordination is apocalyptically bad for women and girls, who for the umpteenth time get to see violence against them normalized and played for entertainment. It’s also harmful to boys and men, who learn yet again that, for them, “strength” is defined only within the boundaries of a toxic masculinity that essentially encourages male abuse and control of women.

    und auch als Bösewicht Frauen nicht weh tun, weil das – selbstredend beleglos – gesellschaftlichen Frauenhass fördert!

    Wenn aber Natalie Portman in einem Interview sagt wie zufriedenstellend es war Männer bei Dreharbeiten immer wieder Ohrfeigen zu geben, ist das natürlich völlig normal und transportiert keine gefährliche Botschaft:

    https://www.eonline.com/videos/214187/natalie-portman-slaps-thor-men-around

    Ich frage mich ob die Drehbuchschreiber das bewusst oder unbewusst machen.

  3. Die Analyse ist passend.
    Deswegen mag ich auch Warhammer 40k, Frauen spielen da kaum eine Rolle und dort wo sie eine spielen werden sie selbstverständlich regelmäßig umgebracht. Der Exterminatus kommt ohne Ansehen der Person.
    In historischen Romanen die nicht im Westen verfilmt wurden sind Frauen auch keine Übermenschen, daher gucke ich lieber solche Filme und lass den US/GB/DE Scheiß weg.
    Aber ich finde es gut, dass Hollywood mit der Zeit die globale Dominanz verliert, von daher ist der aktuelle Trend nur zu begrüßen. Je mehr Männer von diesem Müll genervt sind, desto mehr Männer suchen den Halt in Kulturen, die noch nicht so verweiblicht sind.

  4. Ich habe mir gerade noch mal Herr der Ringe „Die Gefährten“ angesehen. Und das Gute war, dass nur zwei Frauen auftauchen und das nur kurz. Übrigens auch keine Schwarzen oder Schwulen. Nun ja, Herr der Ringe ist ja auch von einem toxischen weissen religiösen Mann geschrieben worden. Um auf Herr der Ringe zu kommen, kann ich nur feststellen, dass der Kick weg ist. Es gibt eine bezeichnende Szene und eine bezeichnende Figur, die den ganzen dritten Block der Trilogie bezeichnen: Wie eine ganze Uniformhühnerversammlung im Kommandoraum der Rebellen sitzt und man sich fragt, was soll das jetzt. Und die lächerliche afro-asiatische Liebesgeschichte, für die eine eigentlich völlig belanglose Figur unvermittelt eingeführt wird, so dass man sofort das Gefühl hat, da will wohl jemand Quoten erfüllen. Über die beiden Hauptfiguren, die sich gegenüberstehen, schweigen wir mal, die kann man gar nicht ernst nehmen. Bei vielen von den Frauenfiguren hat man das Gefühl, die sind reingeschrieben worden, weil man welche brauchte. Auch Adam Driver als Schurke ist eher schwach, kein Vergleich mit der Darth Vader-Figur. Man kann nur hoffen, dass die Neigung Hollywoods, jetzt PC-Kino zu machen, viele Filmemacher dazu bewegt, eine Nummer kleiner zu agieren, sich abzunabeln und was eigenes zu machen, ohne sich dem öffentlichen Druck zu mehr Diversität zu beugen. Solange die Charaktere stimmig in eine Handlung eingebaut sind, ist das alles okay, wenn es aber offensichtlich wird, dass man dem Zeitgeist huldigt, wird Scheisskino produziert. Es gibt tolle weibliche Schurken – die Oberschwester aus „Einer flog übers Kuckucksnest“, Kathy Bates als Hardcorefan oder Bette Davis als durchgeknallter Ex-Star, genau wie Heldinnen. Beste Beispiele sind S. Weaver oder N. Rapace, vor allem weil man diesen das abnimmt. Bei Star Wars wirkt die Hauptfigur wie ein kleines Mädchen, dem man ein leuchtendes Plastikschwert in die Hand gedrückt hat. So macht man so eine Spielfilmreihe kaputt.

  5. Jupp, Recht hat der Mann. Sigourney Weaver in Alien oder Linda Hamilton in Terminator 2 sind Beispiele für Heldinnen in gelungenen Filmen. Der These des Videos folgend nicht zuletzt, weil sie echte Gegner hatten und nicht nur Opfer.

    Ich musste am Ende des Videos, als die Rede von Heldinnen war, die sich mühelos durch Gegnerhorden kämpfen, an einen anderen Bereich der Populärkultur denken: Computerspiele. Ist es nur mein Eindruck, dass der Schwierigkeitsgrad von Computerspielen abnimmt? Ich habe aus der FarCry-Reihe die Teile I-IV gespielt. Der erste war definitiv der schwierigste, auch noch bei nochmaligem Durchspielen später. Es gab Level, die ich im höchsten Schwierigkeitsgrad dutzende Male probieren musste, bevor ich sie schaffte. Ein bestimmtes Speziallevel erwies sich im höchsten Schwierigkeitsgrad sogar als völlig unschaffbar für mich. Far Cry 2 war schon einfacher, und FarCry 3 & 4 habe ich von Beginn an auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad gespielt und fand die Spiele immer noch viel zu leicht.

    Was ich sagen will: Vielleicht ist „Vereinfachung“ ein generelleres Phänomen als nur bei Heldinnen im Film.

    • „Ist es nur mein Eindruck, dass der Schwierigkeitsgrad von Computerspielen abnimmt? “
      Lustig, das habe ich mir auch letztens gedacht. Es gibt irgendwie nur noch ultrahart und butterweich als Auswahl. Ich habe den Eindruck, dass es nur noch um das Spielerlebnis geht und nicht um die Herausforderung.

    • @Renton:

      »Ist es nur mein Eindruck, dass der Schwierigkeitsgrad von Computerspielen abnimmt?«

      Bei praktisch allen Computerspielen, die ich kenne, kann man den Schwierigkeitsgrad einstellen. Für mich ist das inzwischen mehr eine Frage von: wieviel Lebenszeit will ich aufwenden, bis die Story wieder ein Stück voranschreitet. Ich kann mich nicht erinnern, ein Spiel jemals auf Dauer höher als »Normal« gespielt zu haben, und ich hatte immer Respekt vor dem Freund, der seinerzeit Civ2 nur im »Gottmodus« gespielt hat. 🙂

      • Ich glaube, Du hast mich nicht richtig verstanden, @djad. „Einstellbarer Schwiergkeitsgrad“ bedeutet ja nur „im vorgegebenen Rahmen einstellbar“, und dieser Rahmen scheint sich Richtung „leicht“ zu verschieben.

        • Ok. Mir stellt sich die Frage, wie subjektiv eine solche Wahrnehmung ist. Ist das auf FarCry beschränkt? Wie ist es mit Serien wie Deus Ex, GTA, Elder Scrolls oder Gothic/Risen? Wie ist es bei den Strategiespielen? Gibt es einen Lerneffekt des Spielers über den Verlauf der Serie hinweg? Gibt es Marktzwänge aufgrund der Konkurrenz? Ich glaube, dafür ließe sich eine Diplomarbeit beauftragen. 🙂

          • Ich glaube, bei der FarCry-Reihe hängt es auch damit zusammen, dass nach dem ersten Teil das Spiel nicht nur für PC, sondern auch für Konsole entwickelt wurde. Auf Konsole kann man bei einem Egoshooter nach meiner Erfahrung bedeutend weniger gut zielen als mit der Maus am PC.

          • @renton, djad:

            Es dürfte viel damit zusammenhängen dass Spiele aus dem Nerdkeller zum Massenphänomen geworden sind. Bei Produktionskosten von mehreren 100 Millionen Dollar will man auf Nummer sicher gehen, das ist etwas ganz anderes als bei einem Erstlingswerk wie Far Cry. Will sagen, früher war die Bandbreite des Schwierigkeitsgrades insgesamt höher, es gab sehr leichte und sehr schwere Spiele. Heute hat sich das alles ein bisschen nivelliert.

            Das erste Deus Ex war in meiner Erinnerung ziemlich leicht. Das erste Gothic war leichter als Gothic 2, was aber nicht viel heißt da die Gothic Teile allgemein eher harte Nüsse sind. Manche anderen frühen Rollenspiele oder Dungeon Crawler sind so richtig verzweifelt-in-die-Tastatur-beißen schwer.

            Gibts allerdings heute auch noch, die modernen Doom Teile sind im höchsten Schwierigkeitsgrad knallhart. Aber diese Serie hat ja auch einen Ruf zu verlieren und dürfte eher untypisch sein 😉

  6. Auch sehr zu empfehlen. Disney hat seine Finger mittlerweile in vielen Dingen drin.

    Wird interessant ob sie sich für die Fans oder für woken ideologischen Bullshit entscheiden.
    Die Antwort ist für mich nicht eindeutig, da ich schon oft genug gesehen habe wie ‚die Institution‘ sich gegen jede Vernunft lieber auf die Seite woken Gesellschafts-Umerzieher und Totalitaristen gestellt hat.

  7. Danke – genau das hab ich mir auch gedacht, als ich die letzten Star Wars gesehen hab. Das ist völlig zutreffend, und dem gibt es nichts hinzuzufügen.

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