Kleinkindersprache

Fräulein Schmidt brabbelt immer mehr vor sich hin und es wird auch immer verständlicher.
Aber mitunter muss man auch wirklich aufpassen, was sie meint und was sie gerade verarbeitet.

Neulich beschäftigte sie, dass Hasen keine Fische essen sollen. Und sie selbst auch nicht. Gut, dass Fischstäbchen ja keine Fische sind.

Aber auch sonst neigt sie dazu einen in ihrer Kindersprache schon klare Anweisungen zu geben, was man alles machen soll oder wie sie gerade spielen soll. „Kopf“ etwa heißt, dass ich sie auf die Schulter nehmen soll und mit ihr durch die Wohnung rennen soll, was ihr viel Spass macht, weil ich sie dabei hin und herschaukele und sie sich lachend festhält.

Und mal darf dann eben auch der Papa etwas nicht oder die Mama nicht. Ich zB darf eher zu ihr in ihr Spielzelt, die Mama aber nicht! (die mit dem immer dicker werdenden Bauch da auch gar nicht hineinklettern möchte)

Gerade sind auch alle möglichen Figuren in Büchern Mama oder Papa, etwa ein Ritter, der gleich als Papa identifiziert wurde oder auch ein Mann, der gerade eine Frau küsste, aber immerhin war die Frau, die er küsste dann auch die Mama. Vielleicht ist es schlicht nur die Mann/Frau Schiene, die sie da verarbeitet.

Auch Mädchen/Junge beschäftigt sie und sie fragt nach wer was ist. Sie versteht, dass sie selbst ein Mädchen ist, dass der Papa nicht auch ein Mädchen ist schien sie aber etwas zu stören. Da haben wir ja schon das Gefühl, das andere Geschlecht zu sein!

Man gewöhnt sich im Gegenzug auch dieses Sprechen in dritter Person an etwa „der Papa muss dir jetzt die Schuhe anziehen“. Dabei würde sie es denke ich mit „ich“ genau so gut verstehen. Aber irgendwie ist es verführerisch