„Mädchen sind reifer als Jungs“

Pinkstinks hat einen tatsächlich interessanten Artikel zu den „Reifeunterschieden“ von Jungs und Mädchen:

Aber je länger ich mich mit diesem Phänomen beschäftige und je mehr ich derlei Zusammenhänge in den Lebenswelten meiner eigenen Kinder beobachte, desto mehr frage ich mich, was das eigentlich heißen soll: Mädchen sind reifer als Jungen. Was bedeutet das? Wofür steht es? Was wird dadurch impliziert?

Mittlerweile habe ich gelernt, dass es für diese Annahme durchaus wissenschaftliche Belege gibt. So beginnt die cerebrale Reorganisation von Synapsen hin auf ein Erwachsenengehirn bei Mädchen durchschnittlich im Alter von 10-12, bei Jungen jedoch erst zwischen 15 und 21 Jahren. Neuronale Langverbindungen, durch die wir in der Lage sind, komplexe Sachverhalte aufzunehmen und abzuspeichern, bilden sich also höchstwahrscheinlich zu geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Zeiten. Darüber hinaus ist das Gehirn von Jungen während der Pubertät weniger stark durchblutet als das von Mädchen. Dass die Durchblutung des Gehirns bei Erwachsenen signifikant geringer ist als bei Kindern, ist schon länger bekannt. Aber dass es hierbei in der Spätpubertät zu deutlichen Unterschieden zwischen Mädchen und Jungen kommt, weiß man erst seit einigen Jahren und spekuliert seitdem darüber, inwieweit eine geringere oder bessere Durchblutung des orbitofrontalen Kortex als verantwortliche Hirnregion für Sozialverhalten und Emotionsregulierung das geschlechtsspezifische Verhalten beeinflusst.

Es spricht also biologisch einiges dafür, dass pubertierende Mädchen reifer sind als pubertierende Jungen. Das ist die eine Seite der Medaille.

Und aus einem der verlinkten Artikel:

Es war schon immer gängige Meinung, dass Mädchen schneller zur Reife gelangen als Jungen. Jetzt haben Wissenschafter der Universität Newcastle in England dies auch beweisen können. Die in der Pubertät durch Hormone ausgelöste Umstrukturierung des Gehirns geschieht bei weiblichen Jugendlichen im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren. Bei jungen Männern beginnt diese hingegen erst mit fünfzehn. Abgeschlossen ist der Prozess dann im Alter von zwanzig Jahren. Fest steht: Das auffällige Verhalten von Jugendlichen ist eine Folge der Gehirnreifung. Bislang ist man immer davon ausgegangen, es seien die Hormone, die in dieser Zeit verrückt spielen. Die Teenager beginnen zu provozieren und zu rebellieren. Die Kinderzimmertür wird geschlossen, der persönliche Zugang für die Eltern auch.

Für ihre Untersuchungen hat das Forscherteam die Gehirne von 121 jungen Menschen im Alter zwischen vier und vierzig Jahren untersucht. Ursprünglich war geplant, die Speicherung von Informationen des Gehirns mittels Magnetresonanztomographie zu untersuchen.

Durch Zufall stolperten die Wissenschafter über eine ganz andere Entdeckung: Sie fanden heraus, dass das Gehirn in der Pubertät beginnt sich zu «säubern». Insbesondere kürzere Verbindungen wurden entfernt, weit entfernte blieben dagegen eher stabil, dokumentierten die Forscher in der Fachzeitschrift «Cerebral Cortex». Diese Reorganisation des Gehirns trat bei Mädchen eben früher auf als bei Jungen.

«Das Gehirn konzentriert sich in dieser Zeit auf die Langstreckenverbindungen, diese sind schwer zu schaffen und aufrecht zu erhalten, aber entscheidend für ein effizient und schnell arbeitendes Gehirn», so Marcus Kaiser, ein Mitglied des Teams der Universität Newcastle.

Das Aufrechterhalten dieser fernen Verbindungen macht dann das ausgereifte erwachsene Gehirn aus, das in der Lage ist, komplexe Zusammenhänge mittels unterschiedlicher Informationen zu interpretieren. Co-Autor Sol Lim von der Seoul University in Südkorea ergänzt: «Der Verlust einer nahen Verbindung während der Gehirnentwicklung kann tatsächlich helfen, die Gehirnfunktion zu verbessern, indem die Reorganisation des gesamten Netzwerkes effizienter wird.» Statt viele Leute nach dem Zufallsprinzip nach dem Weg zu fragen, sei es sinnvoll, sich nur bei ein paar wenigen Menschen, die schon lange an diesem Ort leben, zu erkundigen.

Frauen neigen darüber hinaus auch dazu, mehr Verbindungen zwischen den beiden Hemisphären des Gehirns zu haben. Die Forscher glauben, dass die frühere Reorganisation bei Mädchen das Gehirn effizienter arbeiten lässt und damit ein reiferer Zustand für die Verarbeitung der Umwelt schneller erreicht wird.

Die Unterschiede an sich sind interessant, aber natürlich muss es bei Pinkstinks auch daran liegen, dass Frauen benachteiligt werden:

Die andere ist die, die für mich über die Jahre immer deutlicher geworden ist und mich immer mehr abstößt: Nämlich die Tatsache, dass die Sozialhygiene einer Gruppe, die Konfliktlösungsbemühungen und die Gesprächsbereitschaft Mädchen aufgrund ihres Geschlechts zugeschrieben und von ihnen erwartet wird. Mädchen sind einfach reifer als Jungen hat in diesem Zusammenhang durchaus misogynen Charakter.

Es schiebt einseitig Verantwortung zu und bestraft Mädchen und junge Frauen für unangepasstes Verhalten. Zum Beispiel für Wut, die sich nach außen gegen widrige Umstände und problematische Personen richtet. Die Gesellschaft erwartet von Frauen und Mädchen ruhiges, ausgleichendes Verhalten und reagiert mindestens irritiert, wenn die Betreffenden anders reagieren.

Diese Konditionierung beginnt sehr früh und hat dann eben nichts mehr mit Biologie zu tun. Bereits im Alter von zwei Jahren sind Mädchen sozialer, kompetenter und selbstständiger als Jungen im gleichen Alter. Weil es von ihnen erwartet wird. Weil man sie darauf konditioniert und abweichendes, erratisches Verhalten nicht toleriert und modifiziert. Mädchen werden auf Kurs Richtung Kümmern, Verantwortlichkeit und Ausgleich gebracht. Zugleich wird Mädchen sind reifer als Jungen als Entschuldigung für unangemessenes Verhalten von Jungen herangezogen. Für Boys will be Boys. Für Wenn er dich ärgert, dann mag er dich vielleicht. Für ein ganzes Verhaltenssetting, dass wir mit Begriffen wie Rebell, Rowdy, Outcast, Genie, kleiner Racker, Raufbold, Haudegen und anderen bezeichnen.

In der Biologie werden andere Gründe neben der „Konditionierung“ diskutiert: Zum einen müssen Mädchen mit ihrer Geschlechtsreife evtl bereits Verantwortung für eigenen Nachwuchs übernehmen, was eine Selektion auf eine frühere Reifung begünstigt.

Zum anderen nimmt eine spätere Reifung Jungs eher aus der intrasexuellen Konkurrenz heraus, in der sie in jungen Jahren noch kaum eine Chance hätten. Deswegen sind in einem gewissen Zeitraum auch teilweise Mädchen noch stärker als Jungs, weil es ein Überlebensvorteil sein kann, noch etwas länger schwach zu sein, wenn man ansonsten tatsächlich kämpfen muss. Auf diese Weise haben Jungs also noch etwas mehr Zeit sich spielerisch auf die körperlich härtere Konkurrenz vorzubereiten. 

Aber dennoch erstaunlich, dass es bei Feministen eine Unterdrückung ist auf einen Kurs für Verantwortung gebracht zu werden und ernster genommen zu werden. Es ist eigentlich genau das, was sie ansonsten als negativ anführen: Frauen wird keine Verantwortung zugetraut und sie werden nicht ernst genommen, während Männer dazu erzogen werden Verantwortung zu übernehmen und Anführer zu sein.

Und natürlich kann es ein sehr effektiver Weg sein, eine Frau spielerisch zu ärgern um für sie interessant zu sein, aber das ist eine andere Sache. 

Das „Mehr“ an Erwachsenheit wird hier aus meiner Sicht auch etwas überdramatisiert, denn natürlich verlangt man auch von einem 15jährigen Jungen mehr und der darf sich nicht alles herausnehmen. Er mag vielleicht im Schnitt in einigen Sachen noch verspielter sein als Mädchen aber auch die bleiben ja gleichzeitig noch Kinder, sie spielen nur andere Spiele (und sind eher an den älteren Jungs interessiert). 

 

Mit Blick auf Geschlechtergerechtigkeit gibt es unzählige Gründe, warum ich diese Konditionierung ablehne. Die drei wichtigsten will ich kurz benennen:

Zum einen zahlt es auf die ganze Mental-Load-Problematik ein und etabliert Frauen als zwangsverpflichtete Kümmerin für Familie, Gruppe und Gesellschaft, die alles im Kopf haben und sich für alle zuständig fühlen müssen.

Die Mental Load, jetzt auch schon bei 12jährigen. In einer Familie ist das ja alles schon deswegen eingeschränkt, weil die Kinder üblicherweise einen Altersunterschied haben. Ein älterer Bruder wird eher auf seine jüngere Schwester aufpassen müssen und eine ältere Schwester eher auf ihren jüngeren Bruder. In vielen Fällen wird es aber im Schnitt  – was auch die Erfahrungen mit meinen Nichten bestätigt – vielen Mädchen eher Spass machen, kleinere Kinder zu betreuen. 

Zum anderen ist Mädchen werden früher reif als Jungen eine Art benevolenter Sexismus, der das Interesse älterer Männer an jüngeren Frauen und Mädchen scheinlegitimiert. Also nicht die Tatsache, dass erwachsene Menschen selbstverständlich Beziehungen eingehen können, die einen (großen) Altersunterschied überbrückt, sondern der Umstand, dass Männer Partnerinnen nach der “halbes Alter plus sieben”-Regel auswählen. Oder sich in Beziehungskonstellationen begeben, die die Autorin und Journalistin Alena Schröder mal “Der mittelalte Mann und das Mädchen” genannt hat.

Das dürfte eine nette Apex Fallacy sein, denn die wenigsten Männer können sich Frauen nach der „Halbes Alter plus Sieben“ Regel aussuchen. Es sind üblicherweise Hollywoodstars oder sonstige Männer mit Status (oder eben Game) die das hinbekommen, weil Status eben für Frauen interessant ist. Er hat auch glaube ich nicht verstanden, dass die „(Alter /2) +7“ Formel kein Muss ist, sondern üblicherweise ein Untergrenze vorgeben soll unter der es „zu Jung“ wird. 

Dazu hatte ich auch schon ein paar Artikel:

Und zuletzt die Verlogenheit der Inkonsequenz. Wenn Mädchen und Frauen sowohl aufgrund der biologischen Gegebenheiten als auch der gesellschaftlichen Vorgaben reifer, verantwortungsvoller und erwachsener sind, dann müsste es im Interesse aller liegen, ihnen mehr Macht zu übertragen. Mehr Führungsverantwortung, mehr Gestaltungsmöglichkeiten, mehr Kompetenz. Bezeichnenderweise wird Mädchen sind reifer als Jungen aber nie dazu herangezogen, um Mädchen mit mehr Autorität und Macht auszustatten, sondern immer nur, um sie einzubinden, zurückzuhalten und für Dinge verantwortlich zu machen, für die sie womöglich gar nicht verantwortlich sein wollen.

Nils, sie sind selbst nach deinen Ausführungen nicht grundsätzlich reifer, verantwortungsvoller und Erwachsener, sondern sie sind es bis 15 und dann holen die Jungs auf. 

Gebt den Kindern das Kommando“ mag ja eine nette Forderung sein, aber eine Quote für Führungspositionen, die an unter 18 jährige vergeben wird dürfte selbst für Feministen wenig Sinn machen. 

Aber das kommt davon, wenn man jeden Sachverhalt nur darauf überdenkt, ob Männer ungerechte Vorteile haben oder Frauen deswegen mehr haben müssen oder diskriminiert werden. 

Mädchen sind reifer als Jungen ist ein vergiftetes Lob, das Mädchen und Frauen in die Pflicht nimmt, anstatt ihnen Möglichkeiten zu eröffnen. Damit der geschlechterungerechte Status Quo nicht angetastet wird und alles so bleibt wie es ist.

Jedes in die Pflicht nehmen eröffnet auch Möglichkeiten. Wenn man etwas draus macht und später auch weiter in der Pflicht stehen möchte und nicht die Konkurrenz aufholt und evtl sogar überholt, weil sie lieber in der Pflicht steht und andere Vorstellungen von einer Life-Work-Balance hat

62 Gedanken zu “„Mädchen sind reifer als Jungs“

  1. Mädchen sind reifer als Jungen ist ein vergiftetes Lob

    Wären die Geschlechter getauscht, würde man die Unterstellung, dass Jungs reifer – also besser – als Mädchen wären, als Misogynie werten.

    Und wie ging noch mal der Spruch, wonach Buben länger brauchen, aber dafür besser werden? Obwohl: Männer bleiben das ganze Leben lang Kinder. Man schaue sich nur mal den Spieltrieb an, mit dem sich Männer irgendeinem Hobby widmen, z.B. Modelleisenbahn. Ein Mann, der sein inneres Kind verloren hat, ist tot.

    • Besonders Frauen eben.
      Bei Nils wäre in jedem Fall dasselbe Fazit heraus gekommen. Was viel über Nils und wenig über ein Thema sagt.
      Zum Thema Spieltrieb: Das hat ja viele Gründe. Unter anderem die weit stärkere Bindung an Dinge statt Menschen, die eben in der Hirnreife angelegt wird. Daraus ergibt sich unheimlich viel was die Welt erklärt.

      Und es ist Frauen genauso ein Rätsel wie es Männern schleierhaft ist wie man sein Denken und Handeln stets wieder auf die Frage „was denken die anderen“ ausrichten kann. So sind wir eben. Eine dimorphe Spezies.
      Im übrigen bin ich zur Zeit froh dass ich zwei präpubertäre Söhne habe und keine Tochter dabei ist.

    • @ uepsi

      Interessant an der Sache mit dem Spieltrieb ist natürlich, dass man den in der Beurteilung von uns Menschen gerne auslegt als Indiz für die Unreife und damit einhergehend auch geistigen Unterentwicklung von Männern im Vergleich zu den diesbezüglich im Mittel eher neutraleren Frauen, während man etwa bei der Beurteilung von Spezies einen ausgeprägten Spieltrieb als Indikator für hohe Intelligenz annimmt. Beispiele wären hierbei die uns Menschen sehr bekannten Hunde und Katzen, beides Tierarten von recht hoher Intelligenz und diese einhergehend mit ausgeprägtem Spieltrieb.

      Dies begründet sich darin, dass Spielen vor allem auch eine aktive Art des Erforschens und Erfahrens der Umwelt ist, was in der Regel mit hoher Intelligenz korreliert.

      • Die Korrelation zwischen Spieltrieb und Entdeckungen und Erfindungen würde ja auch geleugnet werden. Dabei ist der Zusammenhang mehr als offensichtlich.

      • Nicht weniger interessant finde ich allerdings, wie man sich jetzt plötzlich auf Biologie und Wissenschaft beruft, wenn als Ergebnis die „natürliche“ Überlegenheit der Mädchen herauskommt.
        Dabei ist Geschlecht und damit doch auch die körperliche und geistige(geschlechtsspezifische) Entwicklung nur ansozialisiert.

        Wenn man weiß, wie diese Feministinnen ticken, weiß man spätestens nach dem ersten Absatz, dass sich ein Weiterlesen nicht wirklich lohnt. 😉

    • Bzgl. „Spieltrieb“ im Erwachsenenalter: ich bin mir inzwischen nicht mehr ganz sicher, ob man da zumindest so verallgemeinernd zwischen den Geschlechtern unterscheiden kann. Man findet zwar weniger Frauen bei den Modelleisenbahn-Fans, aber dafür deutlich mehr Frauen unter den Puppen-, My Little Pony- und Teddybärsammlern, den Dog-Dancern usw. Und auch in der Gamer und Geek Community finden sich immer mehr weibliche Fans. Candy Crush & Co. spielen deutlich mehr Frauen / Mädchen als Männer / Jungen usw.
      Je mehr Muße man für den Spieltrieb hat, umso mehr wird dieser ausgelebt.

      • „Und auch in der Gamer und Geek Community finden sich immer mehr weibliche Fans. Candy Crush & Co. spielen deutlich mehr Frauen / Mädchen als Männer / Jungen usw.
        Je mehr Muße man für den Spieltrieb hat, umso mehr wird dieser ausgelebt.“

        Auhauherha! Candy Crush und Co. haben mit Gamer-Community soviel zu tun, wie das durch die Luft fliegen lassen aufgeblasener und sich dann schnell entleerender Luftballons mit angewandter Raketenphysik. Spiele, in die man sich reinknien muss, die einen beschäftigen, in denen man auch nach der dreißigsten vernichtenden Niederlage gegen einen Bossgegner zu sich immer und immer wieder sagen muss „aber jetzt leg ich ihn bestimmt!“, da sind nach wie vor Jungen / Männer in klarer Mehrheit vorhanden.

        Und wenn es dabei nach der Muße ginge, hätte sich ja eigentlich die Gaming-Community aus den Kreisen bürgerlicher Hausfrauen der 80er und 90er Jahre entwickeln müssen. Wer bitte schön hätte mehr Muße zum Zocken gehabt, als die??? 😛

        • „Auhauherha! Candy Crush und Co. haben mit Gamer-Community soviel zu tun, wie das durch die Luft fliegen lassen aufgeblasener und sich dann schnell entleerender Luftballons mit angewandter Raketenphysik.“
          Ich habe mit dieser fast schon reflexhaften Reaktion gerechnet.^^ Und deswegen Gamer & Geeks und Candy Crush & Co. in zwei unterschiedlichen Sätzen aufgeführt. ^^ Stimmt, Gamer und Candy Crush Spieler sind unterschiedliche Kategorien (mit personellen Überlappungen). Beiden liegt aber derselbe inhärente Spieltrieb zugrunde. Oder willst Du behaupten, Gamer zocken nicht primär aus Freude am Spiel?
          Was die Hausfrauen anbelangt: ich glaube, das hat auch, aber nicht nur, damit zu tun, wie Computerspiele vermarktet werden bzw. wurden. Pong u. ä. wurde für die ganze Familie vermarktet; die Konsolen zunehmend hinsichtlich männlicher Prä-/Teens und Twens. Die jetzt als Ü30 Jährige das weiterführen und zu der riesigen Industrie und Kultur gemacht haben, was Videospiele heute sind.
          Den damaligen Hausfrauen wäre es nicht im Traum eingefallen, Videospiele als auch nur ansatzweise als einen für sie geeigneten und sozial akzeptierten Zeitvertreib anzusehen.
          Anders als die grausige Anita S. & ihre Handlanger vermute ich nicht, dass Videospiele weibliche Spieler bewusst ausgrenzen, sondern dass Mädchen & Frauen z. T. andere Präferenzen ggü. Spielen haben als Jungen & Männer. Die dann z. B. bei My Sims, Mario Party, Just Dance und eben Candy Crush etc. ausgelebt werden können. Und dass ernsthafte Gamer, ungeachtet des Geschlechts (also anders als Fräulein „Mir geht’s nur um Geld und Aufmerksamkeit“ Saarkesian), sehr ähnliche Ansprüche an die Qualität von Spielen, was die Story, Grafik, Spielbarkeit (usw.)… v. a. aber die Spielfreude anbelangt, legen. Es muss halt jeweils zum individuellen Spieltyp passen.

          • „Ich habe mit dieser fast schon reflexhaften Reaktion gerechnet.^^ “

            Hihi! Ich vermute, du bist „vom Fach“ und kennst derlei endlose Forendiskussionen, was Gaming ist bzw. sein soll und was nicht. 🙂

            Mein Punkt sollte auch eher dahin gehen, dass natürlich auch Frauen gerne mal ihre Zeit mit Spielen welcher Natur auch immer verbringen, es aber nicht in solch intensiver Natur als Hauptzeitvertreib machen wie Männer / Jungen. Während Männer durchaus Stunden in ihre Spiel versinken können (explizit nicht nur in Videospiele), bleibt spielerische Unterhaltung bei Frauen vergleichsweise untergeordnete Form des Zeitvertreibs. Und wenn dann eben derselbe Level in Candy Crush zum zweiten Mal in Folge nicht geschafft wurde, wird die Anwendung beendet und das Smartphone wieder für das verwendet, für was es Frauen tendenziell weit lieber verwenden als für Spiele: Klatsch mit Freundinnen.

            Also selbstverständlich haben Männer Spieltrieb nicht exklusiv, aber ich würde behaupten, dass er beim männlichen Geschlecht schon ausgeprägter ist als bei Frauen, welche wiederum ihre Freizeit weit stärker in Dinge investieren, welche man unter „sozialer Interaktion“ subsummieren kann.

          • Also aus meiner Spielerfahrung (Brett- aber auch Videospiele), teit sich die Gamer Community in Taktik-/Strategiespiele (werden auch gerne als „Kennerspiele“ bezeichnet) und Gesellschaftsspiele. In der ersten Gruppe gibt es knapp 20% Frauen , in der zweiten knapp 20% Männer, der Rest wird jeweils durch das Andere Geschlecht ausgefüllt.
            Natürlich ist das nur meine persönliche Beobachtung und soll nichts in Richtung Allgemeingültigkeit aussagen.

        • „Candy Crush und Co. haben mit Gamer-Community soviel zu tun, wie das durch die Luft fliegen lassen aufgeblasener und sich dann schnell entleerender Luftballons mit angewandter Raketenphysik.“
          Ist dasselbe Prinzip, nur dass der Lufballon keine Leitwerke hat.

          • Darum ja auch genau der Vergleich. Das Prinzip ist dasselbe, nur wird es durch die Handlung weder auf seine Hintergründe geprüft noch findet die Anwendung in einer Art statt, die über das vorsichtige mit dem Fingernagel an der Oberfläche eines dicken Baumstammes Kratzen hinaus geht.

  2. „Nämlich die Tatsache, dass die Sozialhygiene einer Gruppe, die Konfliktlösungsbemühungen und die Gesprächsbereitschaft Mädchen aufgrund ihres Geschlechts zugeschrieben und von ihnen erwartet wird. Mädchen sind einfach reifer als Jungen hat in diesem Zusammenhang durchaus misogynen Charakter.“

    Ich erinnere mich, dass Lucas Schoppe, seines Zeichens Lehrer, mal geschrieben hat, dass sich Jungen im Bereich von Konflikten auch schon im Teenageralter durchaus lösungsorientierter und nicht selten sozialadäquater verhalten als Mädchen. Das mag auch schon mal in Gerangel münden, welches ab einer gewissen Intensität von Erwachsenen ausmoderiert werden sollte, aber meist sind dann die Fronten geklärt. Mädchen hingegen entwickeln schon früh genau das Verhalten, welches sie auch mehrheitlich als Frauen beibehalten: gegen unliebsame Personen Koalitionen schmieden, lästern, zicken, mobben und alles natürlich schön hintenrum. Hier wird mal wieder aufgrund der beständigen Annahme, Mädchen und Frauen seien einfach die sozialeren und rundum besseren Menschen die Realität in ihr komplettes Gegengeil verkehrt. Genau wie auch in der Passage:

    „Bereits im Alter von zwei Jahren sind Mädchen sozialer, kompetenter und selbstständiger als Jungen im gleichen Alter. Weil es von ihnen erwartet wird. Weil man sie darauf konditioniert und abweichendes, erratisches Verhalten nicht toleriert und modifiziert. Mädchen werden auf Kurs Richtung Kümmern, Verantwortlichkeit und Ausgleich gebracht.“

    Unser ganzes Bildungssystem krankt maßgeblich daran, dass es genau das, was hier in typisch feministischer Jammerarienmanier belegfrei behauptet wird, faktisch und äußerst effektiv zum Nachteil von Jungen betreibt. Und trotz der immer deutlicher werdenden Resultate dieser Schieflage kümmert es keine Sau, dass ausgerechnet die Gruppe, aus der die klare Mehrheit der überdurchschnittlich intelligenten Menschen stammen, in unserem Bildungssystem kaputt-gegendermainstreamt wird.

    • „dass die Sozialhygiene einer Gruppe, die Konfliktlösungsbemühungen und die Gesprächsbereitschaft Mädchen aufgrund ihres Geschlechts zugeschrieben und von ihnen erwartet wird. Mädchen sind einfach reifer als Jungen hat in diesem Zusammenhang durchaus misogynen Charakter.“

      Ja was denn nun? Eben noch hat man festgestellt, dass Mädchen aus biologischen Gründen früher entwickelt sind und nun ist es plötzlich wieder nur eine Zuschreibung?

      Wenn jemand wirklich kompetenter ist als andere zur Lösung bestimmter Probleme, warum sollte hm dann nicht diese Aufgabe zukommen? Warum ist es misogyn, von Frauen zu erwarten, dass sie ihre Stärken einsetzen? Dass Männer für Frauen Schweine zerlegen, Müll abtransportieren und dafür sorgen, dass der Strom nicht ausfällt wird doch auch stillschweigend erwartet, ohne das jemand eine Benachteiligung der Männer daraus ableitet.

      • „Warum ist es misogyn, von Frauen zu erwarten, dass sie ihre Stärken einsetzen?“

        Weil JEDE Erwartung an Frauen misogyn ist.
        Frauen sollen FREI sein und nicht mit Erwartungen und Beurteilungen konfrontiert werden.

    • Nicht zu vergessen das Lieblingsspielzeug vieler Frauen ist ja der eigene Körper an dem ständig neue Klamotten, Frisuren, Make up usw. ausprobiert werden. Wenn man bei einer 1-2 stündigen Zugfahrt ohne Mühe mehrere Frauen findet, die während der Zeit mindestens 3 mal ihre Haarknoten lösen oder umdekorieren, ist das kein Spieltrieb ? Der Spieltrieb von Männer fällt nur so auf, weil er auf Aspekte der Umwelt gerichtet ist, wie halt die Modellbahn, das Motorrad.. Frauen, die sich nun mal in erster Linie für sich selbst interessieren (und ihre Einbindung ins soziale Umfeld, was unmittelbar mit ihrer Wirkung auf andere und Beurteilung durch andere zu tun hat), müssen zwangsläufig einen Spieltrieb haben der mehr auf sich selbst gerichtet ist.
      Und ja wieder ein klassisches Beispiel wie einem an sich wertfreien Begriff, wie Sozialkompetenz ein positiver Wert zugeschrieben wird, speziell wenn er auf Frauen angewendet wird. Auch lästern, mobben intrigieren, Psychospiele usw. fordern hohe soziale Fähigkeiten und Gespür.

      • Ganz klassisch. Männer für Dinge, Frauen für Menschen. Letzteres erklärt paradoxerweise auch die Begeisterung für Gäule und Köter. Speziell beim ersteren wird die wilde undressierte Art des Zossen erst durch ihre Hand gebändigt. Nur sie kann das leisten. Natürlich ist der Klepper auch ihr menschlicher Freund.
        Nebenbei wird natürlich auf jedem Reiterhof intrigiert, dass die Konkubinen am chinesischen Hofe vor Neid erblassen würden. Insofern ist es ein perfektes Soziotop für Frauen.
        Dabei kommt natürlich wenig Sichtbares heraus. Richtig geritten wird selten und sportlicher Wettbewerb wird auch nicht angestrebt.
        Deswegen kommt es uns so vor als ob diese Hobbies nicht in gleicher Weise stattfänden. Tatsächlich wird dort enorm viel Zeit und nochmehr Geld verbraten

        • @Sebastian: das heißt Pferd und Hund. Die Tiere können nichts für ihre Besitzer.

          Die heutige gynozentrische Ausrichtung des Reitsports als Freizeitbeschäftigung ist eher neuen Datums und lässt sich hierzulande auf Anfänge in den 1970igern zurückführen. Im professionellen Reitsport (ja, den gibt es – in Deutschland sogar sehr wichtige Garanten für olympisches Edelmetall) ist der Männeranteil (noch) deutlich größer als bei den Freizeitreitern. Übrigens einer der wenigen sportlichen Disziplinen, in denen Frauen und Männer direkt gegeneinander antreten. Je nach Disziplin (z. B. Military-Reiten, Zugpferd usw. ) überwiegen sogar eher die Männer, in anderen herrscht zumindest halbwegs Parietät. Der Reitsport leidet jedoch zunehmend an männlichem Nachwuchsmangel.
          Beim Hund ist es ähnlich; in manchen Bereichen überwiegen (noch) eher die Männer (z. B. Schutz-, Wach- und Jagdhundausbildung), in anderen die Frauen.
          Generell gibt es in der Tierhaltung sehr unterschiedliche Geschlechterverteilungen bei den Liebhabern der jeweiligen Tiere: in der ernsthaften Aquaristik, Terraristik, Vogelhaltung usw. überwiegen bis auf bestimmte Bereiche (z. B. Axolotl, Leopardgecko) die Männer, bei Kleinsäugern im „Fancy“ Bereich eher die Frauen.

          • „Die heutige gynozentrische Ausrichtung des Reitsports als Freizeitbeschäftigung ist eher neuen Datums und lässt sich hierzulande auf Anfänge in den 1970igern zurückführen.“

            Die Immenhof-Filme sind deutlich älter.

          • @Durin, den Tieren ist es völlig schnurz mit welchem menschlichen Wort ich sie belege.
            Und deine Auslassungen ändern nichts daran, dass a) der Frauenanteil stieg als es auf das Ergebnis nicht mehr ankam (Beruf) und b) die Frauen den sportlichen Wettbewerb hier meiden.

        • @Sebastian: den Tieren kann es leider nicht „schnurz“ sein, weil diesen abfälligen Worten so viel Apathie, Ignoranz und Wut, vielleicht auch Angst, mitschwingt, die nicht unbedingt auf ein gutes bzw. zumindest neutrales Verhältnis zu Tieren schließen lässt.
          Übersteigerter sportlicher Ehrgeiz (samt Gewinnstreben =>Zucht) findet sich auch des Öfteren in bestimmten Disziplinen unter Reiterinnen, bei denen das Pferd dann nur noch zum austauschbaren Mittel zum Zweck wird. Reiten als Beruf war aufgrund des technologischen Fortschritts schon recht frühzeitig ins Hintertreffen geraten, ehe Reiten als Freizeitbeschäftigung zur weiblichen Domäne wurde.
          @anorak2 : Der erste Immendorf-Film stammt von 1955. Die Popularität von Ponyhöfe & Co. fing idT ab dieser Zeit des wachsenden Wohlstands an (zusammen mit steigendem Export von Isländerpferden), nahm aber wie erwähnt v. a. ab den 1970igern deutlich zu. So wurde uns das jedenfalls im Studium in möglicher Korrelation mit dem steigenden Anteil von Tiermedizinstudentinnen erklärt.

          • @Durin Worte schaffen Realität…. lass uns das unbedingt ernst nehmen 😀
            Und Pferde waren bis in den 2. WK hinein in der westlichen Welt ein wesentlicher Teil des Alltags. Erst nach dem Krieg ließ das nach. In Osteuropa sind Pferde immer noch Teil des Alltags auf dem Land.
            Die massenhafte Verwendung von Zossen zur Freizeitbeschäftigung ist ein klares Phänomen der Nachkriegszeit mit einem deutlichen Boom in den letzten 10 Jahren. Den Spaß kann sich auch nur die obere Mittelschicht leisten. Und wie so oft dürfte das vom Gatten querfinanziert sein.

        • „@Durin Worte schaffen Realität…. lass uns das unbedingt ernst nehmen 😀
          Und Pferde [sic]“
          Immerhin haben meine Worte dazu beigetragen, dass Du Dich doch auf einmal des neutralen Wortes „Pferde“ befleissigst (ehe die „Zossen“ später wieder auftauchen).^^
          Auch eben wegen der historischen Bedeutung von Hund und Pferd sollte man diesen nicht abwertend begegnen.
          Herzulande gibt es übrigens auch noch Arbeitspferde; ich selbst besitze eins.
          Allerdings ist diese Rolle weltweit gesehen rückläufig, wohingegen die Freizeitnutzung immer mehr überwiegt. Die Finanzierung des Freizeitpferds stammt nicht unbedingt vom Gatten, sondern wird jenseits der Zahnarztgattin und Millionärsfrau selbst aufgebracht. Oder in jüngeren Jahren vom Papi…

          • Ich denke mal du stehst dem Thema Gendersprache entsprechend positiv gegenüber…. Ich nicht.
            Finanzierung? Überlege mal ganz gut was das bedeutet, wenn ein Paar zusammenlebt und prinzipbedingt im gleichen Wohlstand lebt (wohnen, essen, Urlaub) und sie alleine für den Parkplatz des Gauls im Jahr irgendwas zwischen 3- und 5000 € plus Hufschmied plus Tierarzt plus Equipment plus Fahrtkosten aufbringt…. Wer finanziert dieses Hobby wenn Frauen doch im Mittel deutlich weniger Geld durch Erwerbsarbeit verdienen? Ich kenne keinen Mann der ein derart exorbitant teures Hobby finanziert und erst recht es nicht innerhalb einer Beziehung genehmigt bekäme.

        • @Sebastian: da liegst Du in allen Annahmen daneben.
          Erst einmal halte ich persönlich überhaupt nichts von einer „Gendersprache“ (da wäre ich im falschen Kommentarbereich ^^), sondern weise nur auf eine zumindest neutrale, angemessene Wortwahl gegenüber Tieren hin.
          Zweitens: meine Frau finanziert sich seit jeher ihr Pferd selbst, ohne dass ich dazu finanziell beisteure. [Mein eigenes Pferd ist, da in Arbeit, kostenneutral.] Umgekehrt unterstützt meine Frau meine ungewöhnliche und nicht grade billige Tierhaltung, die als Hobby begann und sich inzwischen zu einem rentablen Nebengewerbe entwickelt hat, seit jeher engagiert. In einer einmaligen, inzwischen überwundenen Notlage hat sie mir diesbezüglich sogar finanziell ausgeholfen. Es ist nicht alles so S/W, wie Du es darstellst.

          • Die Denke „Es ist für Tiere und ihre Behandlung wichtig wie du sie nennst“ unterscheidet sich höchstens in Nuancen von dem magischen Denken, dass bei Gendersprache postuliert, dass die Rollenerwartungen von grammatikalischen Feinheiten bestimmt werden. Es ist beides Unsinn.
            Zweitens ist mir wirklich völlig gleichgültig wie deine Frau ihre Tiere finanziert. In aller Regel verdienen die Männer in den Beziehungen mehr Geld. Wenn eine Frau in einer Beziehung mehr Geld für ihr exorbitant teures Hobby ausgibt und trotzdem denselben Lebensstandard genießt (und in der Regel wesentlich mehr Geld für Bekleidung und Körperpflege investiert), dann finanziert de Facto der Mann diesen Lebensstandard eben nicht zu gleichen Teilen, sondern zu einem höheren Teil. Das ist ganz einfach. Die eigentlich einzige Ausnahme sind Single Frauen (die meiner Beobachtung aus diversen Gründen da allerdings nicht so selten sind), die das unglücklicherweise alleine finanzieren müssen.

          • @ Durin

            Ich möchte deinen Einsatz für einen zumindest neutralen Sprachgebrauch in Bezug auf Tiere hiermit ausdrücklich unterstützen! 😉

            @ Sebastian

            Sprache formt nicht immer Realität, diese Totschlagargumente der Genderasten, Intersektionalisten und allgemein Neopostmodernisten will hier im Forum wohl kaum einer pauschal unterschreiben. Aber Sprache ist im Zweifel durchaus ein Spiegel der Realität. Und eine gewohnheitsmäßige Verwendung im üblichen Sprachgebrauch als geringschätzig empfundener Worte lässt dann schon auch mal auf eine entsprechend geringschätzige Haltung einer Person in Bezug auf die so Attributierten schließen.

            Also ich will dir definitiv nix unterstellen und das hier diskutierte Thema auch nicht unnötig hochhängen, aber im Alltag sind Leute, die gewohnheitsmäßig Hunde als Köter bezeichnen, in der Regel auch diejenigen, die sich über wirklich alles aufregen, was nur im Entferntesten damit zu tun hat, eine tief verwurzelte Aversion (wenn nicht direkt ausgewachsenen Hass) gegen Hunde haben und auch keinerlei Gewissensbisse haben, dem Nachbarshund mal eine bis zum Platzen mit Rattengift vollgestopfte Wurst über den Zaun zu reichen, verärgert darüber, dass – wohlgemerkt – HERRCHEN oder FRAUCHEN zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren vergessen haben, auf dem Bürgersteig vor seinem Haus eine dort hinterlassene Notdurft des Tieres entfernt zu haben.

        • @Sebastian:
          „Die Denke „Es ist für Tiere und ihre Behandlung wichtig wie du sie nennst“ unterscheidet sich höchstens in Nuancen von dem magischen Denken, dass bei Gendersprache postuliert, dass die Rollenerwartungen von grammatikalischen Feinheiten bestimmt werden. Es ist beides Unsinn.“
          Es besteht ein deutlicher Unterschied zwischen weltfremden und unpraktisch en Formulierungen, die möglichst viele Geschlechter umfassen / eine Ideologie vertreten etc. wollen und der bewussten Wahl von abfälligen Bezeichnungen wie“ Köter“, „Gaul“, „Zosse“ usw. über die gängigen, wertneutralen Begriffe wie Pferd und Hund. Und das hat nichts mit Magie zu; und zum Unsinn wird es erst, wenn man sich darauf als Ausrede versteift. Entweder fehlt Dir das sprachliche Feingefühl (was ich in Hinblick auf unseren bisherigen Diskurs bezweifle) oder Du willst plakativ Deine persönliche Verachtung gegenüber diesen Tieren kundtun. Vielleicht im Irrglaube, dass Dir diese ostentativ „kernig-markige“ Ablehnung von Tieren Sympathien bei gleichgesinnten Peers einbringt, die auch nichts mit Tieren anfangen können. Oder damit keiner auf den Gedanken kommt, dass Du in einem unbeobachten Moment auch mal ein freundliches Pony streichelst. 😉

          „Zweitens ist mir wirklich völlig gleichgültig wie deine Frau ihre Tiere finanziert“
          Offenbar nicht, sonst würdest Du es nicht derart vehement erwähnen. ^^
          Deine anschließende Erklärung kann ich weder nachvollziehen noch mittels eigener Beobachtungen / Erfahrungen bestätigen. Ich stimme Dir hinsichtlich hiesiger übertrieben weiblicher Ausrichtung des Pferdereitens als Freizeitbeschäftigung zu, sehe einiges aber anders.

          • @Durin
            „„Zweitens ist mir wirklich völlig gleichgültig wie deine Frau ihre Tiere finanziert“
            Offenbar nicht, sonst würdest Du es nicht derart vehement erwähnen. ^^
            Deine anschließende Erklärung kann ich weder nachvollziehen noch mittels eigener Beobachtungen / Erfahrungen bestätigen. Ich stimme Dir hinsichtlich hiesiger übertrieben weiblicher Ausrichtung des Pferdereitens als Freizeitbeschäftigung zu, sehe einiges aber anders.“

            Ich habe darauf reagiert, weil du auf meine (ugegeben nicht belegte) Aussage mit dem Klassiker: „kann nicht stimmen, in meinem Einzelfall ist das nämlich nicht so“ reagiert hast. Dass das durchaus sein kann ziehe ich null in Zweifel, nur verdient die Durchschnittsfrau nun einmal weniger in der Beziehung und desweiteren haben 99% der Männer kein eigenes Pferd.

        • @Billy Coen: Danke Dir!
          Dein Beispiel bzgl. hauptsächlich er Verwendung des Wortes „Köter“ seitens Hundehassern und Kynophobikern trifft des Pudels Kern (um mal so ein richtig olles Wortspiel anzubringen). ^^

        • @Sebastian: Wenn wir männliche Züchter, Pferdetrainer, Rennpferdbesitzer, Pferdewirte, Polo-Spieler, Pferdeführer usw. mit ein berechnen, sind deutlich mehr als 1% der hiesigen Pferde im Besitz von Männern.
          In der heutigen Gesellschaft hat das Pferd für die meisten Männer aber nun mal einen anderen Stellenwert als früher. Als Transportmittel und Statussymbol taugen Auto & Motorrad den meisten eher.
          Das von Dir beschriebene „Zickenbiotop“ (woher kommt sonst wohl der Begriff „Stutenbissigkeit“?^^) tut auch ein übriges, interessierten Jungen bzw. Männern den Spaß am Reitsport auszutreiben (selbst wenn man als Hahn im Korb manchmal Vorteile genießt) . Projekte seitens Reitvereinen, Buben das Reiten zielgruppengerecht in reinen Jungengruppen beizubringen, stießen vielerorts auf großes Interesse. Aber auch auf den Widerstand „emanzipierter“ Mütter, die nicht verstehen wollen, warum ihre Töchter da nicht mitmachen dürfen.
          It’s complicated…

    • „dass sich Jungen im Bereich von Konflikten auch schon im Teenageralter durchaus lösungsorientierter und nicht selten sozialadäquater verhalten als Mädchen.“ Das kann ich aus eigener Beobachtung, wenn auch nur als anekdotische Evidenz, bestätigen. Wenn sich kluge, engagierte männliche Teenager für etwas wirklich begeistern, dann wird das z. T. mit einer Ernsthaftigkeit und Konsequenz durchgezogen, die viele gleichaltrige Mädchen hinter sich lässt. Leider sind das nicht unbedingt Interessensfelder (z. B. Technik, Computer, Auto/Motorrad, ausgefallene Tierhaltung, Sport, Musik usw.), die für die unmittelbaren schulischen Leistungen von Vorteil sind, sich im späteren Leben aber auszahlen können. Ein bekannter Endoskopie-Experte meinte mal, dass die Konsolenspiel-Zocker unter seinen Studenten sich deutlich geschickter als der Rest beim Erlernen der Endoskopie-Techniken anstellen. Der Professor hat übrigens früher nach Eigenaussage selbst gern ein bissl intensiver gezockt…;)

  3. Immer wieder faszinierend, wie es Feminist innen schaffen, aus Ungleichheiten vermeintliche Diskriminierung und Benachteiligung zu konstruieren.

    Die spätere Reifung von Jungen kann ich aus meiner Erfahrung bestätigen. Die wird wohl auch niemand ernsthaft bestreiten.
    Wenn ich mich so an die 7. oder 8. Klasse erinnere, da waren die Mädchen schon wesentlich weiter, die Jungen dagegen noch nervige Kindsköpfe (was sich z.B. durch das exzessive Nutzen von Wasserspritzpistolen im Klassenzimmer geäußert hat).
    Aber in den folgenden Jahren haben sie aufgeholt, zu großem Teil überholt.

    Dieser Versuch, die unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten zu nutzen, um Männer und Frauen gegeneinander auszuspielen, zeigt wieder einmal, dass Feminismus vor allem auf Spaltung und Hetze aus ist.

    • „Wenn ich mich so an die 7. oder 8. Klasse erinnere, da waren die Mädchen schon wesentlich weiter, die Jungen dagegen noch nervige Kindsköpfe“

      Dass die Pubertät bei Mädchen früher beginnt steht ja in jedem Biologie-Buch. Aber ob das mit früherer geistiger Reife korreliert hab ich Zweifel.

      „(was sich z.B. durch das exzessive Nutzen von Wasserspritzpistolen im Klassenzimmer geäußert hat).“

      Ach, und die Mädchen haben da nicht mitgemacht? 😉

      • Wie die meisten anderen Mädchen sah ich mich gezwungen, mir zur Selbstverteidigung so ein Ding zuzulegen. Ich habe es aber nie eingesetzt, und mich lieber ferngehalten.

        Es war schon ein grundsätzlicher Unterschied, wie Jungen und Mädchen damit umgingen. Wenn ich keine Ausnahmen übersehen habe, benutzten alle Jungen diese Pistolen recht offensiv, während die Mädchen möglichst nichts damit zu tun haben wollten.

        • Also bei uns wäre das wahrscheinlich nicht erlaubt gewesen, schon der einmalige Einsatz von Wasserbomben gab Ärger…

          Wasserpistolenkämpfe sind in unserem zuhause übrigens ein unverzichtbarer Sommerspaß; aktuell ist speziell die Grundschülerin überdies im Nerf-gun-Fieber (insofern sinnig als dass ihr einziger Berufswunsch bislang Polizistin ist/war. Also neben professionellem youtuber oder Gamer oder sowas in der Art^^)

          • Es war nicht erlaubt.
            Aber es gab immer wieder unbeaufsichtigte Pausen, in denen einer damit anfing, und viele weitere mitmachten.
            Ich erinnere mich nicht mehr an Einzelheiten, glaube aber schon, dass die eine oder andere Wasserpistole dann auch mal von einem Lehrer konfisziert wurde. Ob es darüber hinaus Verweise oder andere Disziplinarmaßnahmen gab, weiß ich nicht mehr.

          • Bei uns gab es keine Wasserpistolen, aber eine Phase mit medizinischen Spritzen aus der Drogerie (mit Kanüle, aber im Schutzröhrchen damit man sich nicht selbst was injiziert). Ich hab keine genauen Erinnerungen wer da mitgemacht hat, aber ich meine doch dass Mädchen auch dabei waren.

      • ALso Mädchen genossen (fast) immer die Aufmerksamkeit der Jungs, die sich in der Regel durch einen Wasserschwal, der auf Eine niederging, äußerte. Also aktiv machen, das war nicht so das ding, aber keinen Spritze abzubekommen, das war schon „niederträchtig“…

  4. Wenn es sich bei diesem Urteil um ein »vergiftetes Lob« handelt, dann wird Pinkstinks das anders gelagerte Urteil von Esther Vilar doch sicherlich als heilsame, therapeutische Beschimpfung begrüßen:

    »Spätestens mit zwölf Jahren – einem Alter, in dem die meisten Frauen beschlossen haben, die Laufbahn von Prostituierten einzuschlagen, das heißt, später einen Mann für sich arbeiten zu lassen und ihm als Gegenleistung ihre Vagina in bestimmten Intervallen zur Verfügung zu stellen – hört die Frau auf, ihren Geist zu entwickeln. Sie läßt sich zwar weiterhin ausbilden und erwirbt dabei allerlei Diplome – denn der Mann glaubt, daß eine Frau, die etwas auswendig gelernt hat, auch etwas weiß (ein Diplom erhöht also den Marktwert der Frau) -, doch in Wirklichkeit trennen sich hier die Wege der Geschlechter ein für allemal.« (Der dressierte Mann, S. 22 der einbändigen Neuausgabe der Trilogie)

    • Ja das stimmt, man macht immer wieder die Erfahrungen, wenn es mal bei einer Party, einem geselligen Treffen oder so, zu wirklich tiefschürfenden, philosophischen Gesprächen kommt, über Gott und die Welt, wie man so sagt, dann sind da ganz schnell fast nur noch Männer beteiligt, Frauen die Zuhörerinnen, die mehr oder weniger gelangweilt oder fasziniert staunen über was man sich so alles Gedanken machen kann.

  5. Nils brauchte mal wieder einen Keks und was ist da besser als eine bekannte Tatsache (Mädchen sind präpubertär schneller in der Entwicklung) so zu framen, dass etwas mitleidig-jammeriges dabei rauskommt.

    „Bezeichnenderweise wird Mädchen sind reifer als Jungen aber nie dazu herangezogen, um Mädchen mit mehr Autorität und Macht auszustatten, sondern immer nur, um sie einzubinden, zurückzuhalten und für Dinge verantwortlich zu machen, für die sie womöglich gar nicht verantwortlich sein wollen.“

    Also wenn jetzt ein reiferes Mädchen auf die jüngeren Geschwister aufpassen soll, wird sie dann nicht von den Eltern mit Autorität und Macht ausgestattet? Dass sie dann natürlich nicht dafür verantwortlich sein will, wenn die Geschwister in der Zeit das Haus auf den Kopf stellen weil das reifere Mädchen zu sehr mit Instagram beschäftigt ist; geschenkt.

    Interessanter wäre das Artikelthema gewesen wenn eine Pinkstinks-Frau etwas darüber geschrieben hätte. Vielleicht sollte Nils sich bei Pinkstinks nicht so manspreading-mäßig in den Vordergrund drängen. auch wenn ihm die kekse schmecken.

    • Also wenn ich mir dein Blog so anschaue… wer außer dir wäre hier ausgezeichnet im Stande, die von dir gestellte Frag profunde zu beantworten? Ich dachte, der kleine Niels wäre inzwischen schon längst einer deiner Duzfreunde… 😛

    • „Entweder, er ist so dumm, oder er stellt sich so dumm.“
      Weder das eine noch das andere. Er hat halt eine Wirklichkeit für sich selbst konstruiert und passt alles darum an, dass diese Wirklichkeit passt. Im Prinzip wie das geozentrische Weltbild. Das war ziemlich kompliziert mit all den gedanklichen Verrenkungen, nur weil die Erde halt im Mittelpunkt des Universums stehen musste. Das heliozentrische Weltbild war da weitaus leichter.

        • Ja, denn das war ein Narrativ weißer alter und heteronormativer Männer.
          Auch mit der messbaren Entfernung von der Erde zur Sonne wollten sich diese Männer nur zum Standard machen. Der Kilometer ist die konstruierte männliche Norm und das weibliche nur eine Abweichung davon. Deshalb ist die Erfindung des Nanometers eine Verzwergung von Weiblichkeit und sexistisch. Aber immer daran denken: das Schwarze Loch scheibt man groß und das weiße Loch klein und kursiv – weil es sich mit der Weiblichkeit in Wirklichkeit auch so verhält.
          Ich glaube, wir können uns darauf einigen, die sogenannte „astronomische Einheit“ ist die hegemoniale Männlichkeit, mit der der weiße CIS-Dude das Universum, die Schwarze Masse und die Schwarzen Löcher penetriert.

  6. „Aber dennoch erstaunlich, dass es bei Feministen eine Unterdrückung ist auf einen Kurs für Verantwortung gebracht zu werden und ernster genommen zu werden.“

    Wen wundert das in Zeiten, in denen es bereits als unerträgliche Zumutung für eine Frau gilt, sich den Namen des eigenen Kindes zu merken.

  7. „Zum einen müssen Mädchen mit ihrer Geschlechtsreife evtl bereits Verantwortung für eigenen Nachwuchs übernehmen, was eine Selektion auf eine frühere Reifung begünstigt.“

    Well yeah, but: wann die Geschlechtsreife eintritt, hängt u.a. stark mit der Ernährungslage zusammen; die längste Zeit über bekamen Mädchen ihre erste Periode im Schnitt erst mit 16/17 Jahren, jetzt sind wir mehr so bei 12.

    Und wie isses bei den Jungs? Weiß ich interessanterweise gar nicht so genau. Ich glaube nur, das Alter beim ersten Samenerguss aka Eintritt der Geschlechtsreife hat sich im Verhältnis weniger deutlich nach vorne verschoben.

    „In vielen Fällen wird es aber im Schnitt  – was auch die Erfahrungen mit meinen Nichten bestätigt – vielen Mädchen eher Spass machen, kleinere Kinder zu betreuen.“
     
    Ich habe nicht den Eindruck, dass Jungs das weniger gern machen, honestly. Es wird sicher seltener von ihnen erwartet, plus ältere Brüder sollen insgesamt auch weniger häufig geworden sein als ältere Schwestern, aber seit geraumer Zeit (unter normalen Umständen) finden sich in jeder Klasse auch min. 2 Schüler, die ihr Praktikum ganz freiwillig im Kindergarten absolvieren, bspw.

  8. Pingback: Gründe für Geschlechterunterschiede in STEM: Geschlechtsunterschiede bei kognitiven Fähigkeiten (Teil 2) | Alles Evolution

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