Auslandsaufenthalte

Mit dem Brexit ist das Vereinigte Königreich auch aus dem Erasmusprogramm ausgetreten und es brachte mich darauf, dass wir hier Auslandsaufenthalte noch gar nicht als Thema hatten.

Ich finde das Erasmusprogramm und Studienaufenthalte im Ausland eine großartige Sache, weil sie einem erlauben seine eigene Gesellschaft neu zu bewerten und andere Lebensweisen kennenzulernen. Ich glaube, dass einem ein Auslandsaufenthalt auf jedem Fall etwas für das eigene Leben bringen kann und einem viele neue Sachen vermitteln kann. Zudem bringt einem das Erasmus ja, einfach weil Erasmusstudenten sehr viel Zeit auch miteinander verbringen auch in Kontakt mit Leuten aus der ganzen Welt.

Zudem kommt hinzu, dass umgekehrt auch Studenten aus anderen Ländern nach Deutschland kommen, die Sprache (besser) lernen und (hoffentlich) mit einer gewissen Verbindung zu dem Land in ihr Land zurückkehren. Gerade für eine Gemeinschaft wie die EU ist es denke ich auf jeden Fall sehr gut investiertes Geld ein solches Programm zu unterhalten und ich würde jedem raten, einmal eine gewisse Zeit in einem anderen Land zu leben, wenn man es irgendwie einrichten kann. Man wird immer feststellen, dass etwas, was man als selbstverständlich voraussetzt und von dem man dachte, dass man es nur auf eine bestimmte Weise machen kann, in einer anderen Kultur anders funktioniert. Man lernt andere Mentalitäten, andere Einstellungen kennen und ich glaube das ist eine gute Sache. Natürlich werden die meisten eh in ein Land gehen, zu dem sie bereits eine gewisse positive Beziehung haben, aber eine andere Kultur schätzen zu lernen ist eine gute Sache und eine Erweiterung der

Natürlich wäre ich auch gar nicht mit Südländerin zusammen, deren erster Aufenthalt in Deutschland auch im Rahmen eines Erasmussemesters stattfind und die es so schön fand, dass sie später noch mal wiedergekommen ist – eigentlich nur für eine gewisse Zeit, aber dann kam ich dazwischen. Insofern bin ich da vielleicht auch etwas befangen, was eine Bewertung des Erasmusprogramms angeht.

Welche Erfahrungen habt ihr mit einem Auslandsaufenthalt gemacht bzw wie steht ihr dazu?

15 Gedanken zu “Auslandsaufenthalte

  1. Ich bin ganz ohne Erasmus ins Ausland gereist. Sogar in Länder außerhalb der EU, so mit Reisepass und Zollkontrolle. Das funktioniert, auch wenn die EU etwas anderes behauptet.

  2. Ich habe die reichliche Freizeit im Studium genutzt um Skandinavien zu Fuß und per Fahrrad zu erkunden. Erasmus habe ich nicht genutzt (hab so schon genug Zeit verbummelt)

  3. Ich sehe es genau so wie oben im Haupt-Artikel beschrieben.

    Es kommt aber ein wenig auf die Wahl des Auslands an. Ich hab mal zwei Jahre in der alemannischen Schweiz gearbeitet. Das bringt intellektuell und kulturell nicht viel, finde ich. Ich hab auch mal ein Jahr in Holland gearbeitet – hat mir auch nicht viel gebracht.

    Und es bringt wohl auch nichts, wenn man nach Nord-Korea geht oder in den Kongo. Aber wenn man die richtigen Länder auswählt, dann ist so eine Zeit im Ausland schon sehr ergiebig.

    • Ich finde, der Aufenthalt in der alemannischen Schweiz bringt einem enorm etwas: Man lernt, dass ein „deutsches“ Leben ohne EU und in einer echten Demokratie möglich ist.

  4. Ich verstehe das Problem nicht ganz Die Briten können den eigenen Studenten doch jetzt e.g. ein Hume-Programm anstelle des Erasmus-Programms anbieten. Und die EU-Studenten können doch für ein Semester oder zwei auch nach GB gehen.

  5. Ich habe immer wieder gehört, dass längere Aufenthalte in einem ferneren Ausland – z.B. USA, Australien – jungen Leuten kurz vor oder nach dem Abitur sehr viel gebracht hat, dh. sie nach einem Jahr sehr gereift und verändert zurückgekommen sind. Ich habe mich als junger Mensch leider nicht getraut.

  6. Grundsätzlich ist das Programm nicht schlecht. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, das die „Internationalen“ die per Erasmus kommen teilweise eine recht isolierte Gruppe bilden und damit deutlich weniger mit dem Gastland in Kontakt treten als bei individuellen Aufenthalten.

    Dafür haben Sie dann natürlich mehr Kontakt mit weiteren Nationalitäten – aber eben alles Erasmus Leute – also eine sehr homogene Gruppe junger Leute.

    Ähnlich den Rucksacktouristengruppen im Hostel in Australien. Da lernt man ja auch eine Menge Leute aus aller Herren Länder kennen, aber halt nur solche die es sich leisten können – und die sich auf überraschende Weise ähneln.

    Vielleicht verstärken solche Programme den Eindruck, dass weltweit alle Menschen recht gleich sind überproportional – da sich dort Gleiche treffen.
    Wie im Diplomatenviertel oder in der Bay Area.

    Andererseits ist es trotzdem positiv zumindest mal die kleinen Unterschiede zu erleben.

  7. Filmtipp: L’Auberge espangnole
    https://de.wikipedia.org/wiki/L%E2%80%99auberge_espagnole
    Ein französischer Student verbring ein Jahr in Barcelona mit dem Erasmus-Programm und erlebt dabei Höhen und Tiefen einschl. Liebesaffäre. Der Film gibt m.E. sehr gut wieder, was man so im Ausland erleben kann. Sowohl Auslandsaufenthalt (für Partnersuche und Lebenserfahrung allgemein) als auch den Film kann ich nur empfehlen.

  8. „Ich glaube, dass einem ein Auslandsaufenthalt auf jedem Fall etwas für das eigene Leben bringen kann und einem viele neue Sachen vermitteln kann.“

    Definitiv. Egal ob es im Rahmen eines Studiums ist oder zum arbeiten, es ist nicht zu vergleichen mit einem Urlaubsaufenthalt. Es erweitert das eigene Denkspektrum enorm.

  9. Keine Ahnung, habe ich nie gemacht. Habe ja bislang immer neben Vollzeit Stelle studiert. Entweder abends oder jetzt Fernstudium, trotzdem lebe ich noch. Finde das allerdings lustig, vor allem wenn Personaler nach Auslandsaufenthalten fragen, sicher weil sie selbst nur gebummelt haben. Nein habe ich nicht, ich konzentriere mich auf Arbeit und Studium, tut mir leid.

  10. Ich sehe halt das Problem, dass die ohnehin „weltgewandten“ Leute so etwas machen, während die welche es nötig hätten das nicht von selbst tun. Das sieht man ja an den Versuchen der EU, Azubis Reisegutscheine zu schenken. Früher waren die Handwerkslehrlinge bzw. Gesellen diejenigen die – für damalige Verhältnisse – weit herumgereist sind.

    Mancher Großstädter interessiert für irgendwelche Tempel in Indien mehr als für den arbeitslosen Inder 2 Häuser weiter…

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