„Das Erbe unserer Großmütter: Die Herausforderungen der weiblichen Vorfahren hinterlassen Spuren in den gleichgeschlechtlichen Beziehungen der modernen Frauen“

Klingt nach einer interessanten Studie der Zusammenfassung nach:

Investigations of women’s same-sex relationships present a paradoxical pattern, with women generally disliking competition, yet also exhibiting signs of intrasexual rivalry. The current article leverages the historical challenges faced by female ancestors to understand modern women’s same-sex relationships. Across history, women were largely denied independent access to resources, often depending on male partners’ provisioning to support themselves and their children. Same-sex peers thus became women’s primary romantic rivals in competing to attract and retain relationships with the limited partners able and willing to invest. Modern women show signs of this competition, disliking and aggressing against those who threaten their romantic prospects, targeting especially physically attractive and sexually uninhibited peers. However, women also rely on one another for aid, information, and support. As most social groups were patrilocal across history, upon marriage, women left their families to reside with their husbands. Female ancestors likely used reciprocal altruism or mutualism to facilitate cooperative relationships with nearby unrelated women. To sustain these mutually beneficial cooperative exchange relationships, women may avoid competitive and status-striving peers, instead preferring kind, humble, and loyal allies. Ancestral women who managed to simultaneously compete for romantic partners while forming cooperative female friendships would have been especially successful. Women may therefore have developed strategies to achieve both competitive and cooperative goals, such as guising their intrasexual competition as prosociality or vulnerability. These historical challenges make sense of the seemingly paradoxical pattern of female aversion to competition, relational aggression, and valuation of loyal friends, offering insight into possible opportunities for intervention.

 

Und ohne große Korrektur direkt aus deepl:

Untersuchungen der gleichgeschlechtlichen Beziehungen von Frauen zeigen ein paradoxes Muster: Frauen mögen im Allgemeinen keine Konkurrenz, zeigen aber auch Anzeichen von intrasexueller Rivalität. Der aktuelle Artikel nutzt die historischen Herausforderungen, mit denen weibliche Vorfahren konfrontiert waren, um moderne gleichgeschlechtliche Beziehungen von Frauen zu verstehen. Im Laufe der Geschichte war Frauen der unabhängige Zugang zu Ressourcen weitgehend verwehrt, sie waren oft auf die Versorgung durch männliche Partner angewiesen, um sich und ihre Kinder zu ernähren. Gleichgeschlechtliche Partner wurden so zu den primären romantischen Konkurrenten der Frauen im Wettbewerb um die begrenzten Partner, die fähig und bereit waren, zu investieren, um Beziehungen zu gewinnen und zu erhalten. Moderne Frauen zeigen Anzeichen dieses Wettbewerbs, indem sie diejenigen, die ihre romantischen Aussichten bedrohen, ablehnen und angreifen, wobei sie besonders auf körperlich attraktive und sexuell ungehemmte Gleichaltrige abzielen. Frauen sind jedoch auch auf gegenseitige Hilfe, Informationen und Unterstützung angewiesen. Da die meisten sozialen Gruppen in der Geschichte patrilokal waren, verließen die Frauen bei der Heirat ihre Familien, um bei ihren Ehemännern zu wohnen. Die weiblichen Vorfahren nutzten wahrscheinlich reziproken Altruismus oder Gegenseitigkeit, um kooperative Beziehungen mit nicht verwandten Frauen in der Nähe zu ermöglichen. Um diese für beide Seiten vorteilhaften kooperativen Austauschbeziehungen aufrechtzuerhalten, vermieden Frauen möglicherweise konkurrierende und nach Status strebende Gleichaltrige und bevorzugten stattdessen freundliche, bescheidene und loyale Verbündete. Vorzeitliche Frauen, die es schafften, gleichzeitig um romantische Partner zu konkurrieren und kooperative Frauenfreundschaften zu bilden, wären besonders erfolgreich gewesen. Frauen könnten daher Strategien entwickelt haben, um sowohl konkurrierende als auch kooperative Ziele zu erreichen, wie z.B. ihre intrasexuelle Konkurrenz als Prosozialität oder Verletzlichkeit zu tarnen. Diese historischen Herausforderungen machen das scheinbar paradoxe Muster von weiblicher Abneigung gegen Konkurrenz, beziehungsbezogener Aggression und Wertschätzung loyaler Freunde verständlich und bieten Einblicke in mögliche Interventionsmöglichkeiten.

Könnte mir jemand den Volltext schicken?

MITM zu „Altersarmut ist ein Frauenproblem“

Schon häufig habe ich zum Thema „Altersarmut ist ein Frauenproblem“ diskutiert und dabei üblicherweise darauf verwiesen, dass dort der Versorgungsausgleich bzw. die Witwenrente schlicht vergessen wird.

Die Hausfrau eines Beamten in hoher Position hat vielleicht keine eigenen Rentenanwartschaften abgesehen von den Kinderbetreuungszeiten angesammelt haben, ist aber zu keiner Zeit von Armut bedroht und kann ein sehr angenehmes und abgesichertes Leben führen.

Einen interessanten Beitrag dazu auf seiner Seite hat MITM neulich in den Kommentaren verlinkt. Ich zitiere mal daraus:

Als altersarm definieren kann man Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Nach den letzten Zahlen des Statistischen Bundesamts sind 415.568 Männer und 484.278 Frauen betroffen. Die Frauenquote unter den Altersarmen beträgt somit 53.8%. Das ist eine knappe Mehrheit, die Darstellung „Altersarmut ist ein Frauenproblem“ ist somit eine grobe Verfälschung dieser Quote.

Für eine sachliche Bewertung des Problems müßte aber die Altersstruktur der Bevölkerung berücksichtigt werden: wegen der signifikant höheren Sterblichkeit von Männern weist die Bevölkerungspyramide für die Altersgruppen ab 65 Jahre einen deutlichen Frauenüberschuß aus. Bei den großen Altersgruppen von 70 – 80 Jahren kommen 115 – 130 Frauen auf 100 Männer, bei den kleineren Altersgruppen ab 80 kommen 150 bis über 300 Frauen auf 100 Männer.

Daher ist der Anteil der Personen, die von Altersarmut betroffen sind, bei Männern höher als bei Frauen. Wenn überhaupt, dann sind also Männer und nicht Frauen bei dem Risiko Altersarmut aufgrund des Geschlechts benachteiligt. Insofern laufen auch Versuche, die nicht vorhandene Benachteiligung von Frauen infolge Kindererziehung zu erklären, ins Leere. Es scheint je nach ideologischer Prägung kaum vorstellbar zu sein, daß auch Väter in die Kindererziehung investieren und deswegen weniger Karriere als Männer ohne Kinder machen. Das Risiko, wegen Kindern im Alter weniger Rente zu beziehen, ist somit für Männer ebenfalls vorhanden. Die implizite Behauptung, ausschließlich Frauen seien davon betroffen, ist reine Propaganda.

Nun ist „Keine Grundsicherung bekommen“ vielleicht die Definition von „Nicht von Altersarmut betroffen“, und da macht der Beitrag deutlich, dass es keineswegs ein Frauenproblem ist, sondern eher sogar noch ein Männerproblem. Allerdings wäre es interessant etwas mehr zu Bezügen von Männern und Frauen gerade in Kombination mit dem Einkommen des noch lebenden Partners zu kennen. Bzw eine Aufschlüsselung der gemeinsamen Einkommen von Rentnern, die in einem Haushalt leben und die Höhe der Witwenrenten etc.