Gewalt gegen Männer im letzten Jahr in Berlin stark gestiegen?

Eine interessante Anfrage in Brandenburg zu häuslicher Gewalt zeigt Steigerungen insbesondere bei Gewalt gegen Männer:

Die Anzahl der Fälle innerfamiliärer/partnerschaftlicher Gewalt hat sich im Auswertungszeitraum gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres von 13.700 auf 14.051 Fälle erhöht.
Dies entspricht einem Anstieg um insgesamt 351 Fälle (+2,6 Prozent). Der festgestellte Anstieg konzentriert sich dabei überwiegend auf den Zeitraum vor dem Beginn der SARS-CoV2 Eindämmungsmaßnahmen (+ 6,4 Prozent). Sowohl im Zeitraum während der ersten SARS-CoV-2 Eindämmungsmaßnahmen als auch nach den Lockerungen wurde dagegen nur ein geringer Anstieg der Fallzahlen verzeichnet (+ 1,8 Prozent bzw. + 2,2 Prozent)

Also allgemein ein geringer Anstieg. Interessant ist aber die Aufschlüsselung nach Geschlecht:

Zuerst die Zahlen der Frauen:

Die Anzahl der innerfamiliärer/partnerschaftlichen Gewalt gegen Frauen:
Die Anzahl der Fälle innerfamiliärer/partnerschaftlicher Gewalt gegen Frauen hat sich im Auswertungszeitraum gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres von 9.112 auf 9.255 Fälle erhöht. Dies entspricht einem Anstieg um insgesamt 143 Fälle (+ 1,6 Prozent). Der niedrigste Anstieg wurde mit + 0,6 Prozent im Zeitraum während der SARS-CoV-2 Eindämmungsmaßnahmen festgestellt. Im Zeitraum davor und danach wurde jeweils ein höherer Anstieg der Fallzahlen registriert (+ 1,1 bzw. + 2,3 Prozent).

Das ist interessant, weil der Lockdown immer als das gefährliche dargestellt wurde.

Dann die Männer:

Die Anzahl der Fälle innerfamiliärer/partnerschaftlicher Gewalt gegen Männer hat sich im Auswertungszeitraum gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres von 3.179 auf 3.374 Fälle erhöht. Dies entspricht einem Anstieg um insgesamt 195 Fälle (+ 6,1 Prozent).
Der Anstieg der innerfamiliären/partnerschaftlichen Gewalt gegen Männer lag damit rund viermal so hoch wie bei der innerfamiliären/partnerschaftlichen Gewalt gegen Frauen. Ein besonders hoher Anstieg wurde im Zeitraum vor dem Beginn (+ 15,0 Prozent) und während (+10,3 Prozent) der ersten SARS-CoV-2 Eindämmungsmaßnahmen festgestellt. In den darauffolgenden Zeiträumen lag der Anstieg jeweils deutlich niedrige

Eine Vervierfachung im Anstieg im Vergleich zu den Frauen. Das ist schon eine sehr starke Steigerung. Bedenkt man noch, dass es häufig auch bei beiden Partnern zu Gewaltvorfällen kommt relativiert es die geringe Steigerung bei den Frauen vielleicht sogar noch mehr.
Hier noch mal die beiden Tabellen neben einander, erst die Frauen, dann die Männer:

Vielleicht hat sich auch nur die Meldebereitschaft der Männer gesteigert, weil sie weniger ausweichen können als sonst. Es scheinen aber nach diesen Daten die Männer eher diejenigen gewesen zu sein, für die sich die Gefahr innerhalb der Coronazeit gesteigert hat.

Interessant auch sexuelle Gewalt:

Anzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung bei der Polizei von Frauen:

Die Anzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen hat sich im Auswertungszeitraum gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres von 2.009 auf 2.012 Fälle erhöht. Dies entspricht einer Zunahme um 3 Fälle. Für die beiden Zeiträume vor dem Beginn (+ 3,7 Prozent), und nach der Lockerung (+ 8,9 Prozent), der SARS-CoV-2 Eindämmungsmaßnahmen wurde ein Anstieg der Fälle verzeichnet, während in den beiden Zeiträumen der schärferen Maßnahmen ein Rückgang der Fallzahlen festgestellt wurde (- 16,3 bzw. – 13,1 Prozent).

Hier könnte man anführen, dass damit genau die Risiken eingetreten sind, vor denen feministische Organisationen gewarnt haben: Im Lockdown haben sich die Frauen nicht getraut sich zu melden.

Aber es könnten auch schlicht die Zahlen zurück gegangen sein.

Noch mal die Tabelle auch hierzu:

Und bei den Männern:

Die Anzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Männern hat sich im Auswertungszeitraum gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres von 234 auf 247 Fälle erhöht. Dies entspricht einer Zunahme um 13 Fälle (+ 5,6 Prozent). Für die beiden Zeiträume vor dem Beginn (+ 61,8 Prozent) und nach der Lockerung (+ 7,8 Prozent) der
SARS-CoV-2 Eindämmungsmaßnahmen wurde ein Anstieg der Fälle verzeichnet, während in den beiden anderen Zeiträumen ein Rückgang der Fallzahlen festgestellt wurde (- 21,2 bzw. – Prozent).

Ein Anstieg um +61,8 Prozent bei Frauen würde überall in den Zeitungen sein. Natürlich ist bei geringen Zahlen auch eher mal ein hoher Sprung drin.
Hier auch die Tabelle dafür:

Auch hier kann es natürlich sein, dass mangelnde Ausweichmöglichkeiten Anzeigen attraktiver machen.

11 Gedanken zu “Gewalt gegen Männer im letzten Jahr in Berlin stark gestiegen?

  1. Die vielfach beschworene extreme Zunahme der männlichen Gewalt gegenüber Frauen im Rahmen von Corona-Lockdowns ist ausgeblieben. Dieser Befund wurde mittlerweile nicht nur in Berlin, sondern auch in den anderen untersuchten Landesteilen, sogar in Österreich erhoben.

    Das Framing, nach dem Männer im häuslichen Umfeld wie eingesperrte Raubtiere wüten, nachdem sie sich hemmungslos besoffen haben, erweist sich als reine Erfindung des Staatsfeminismus.
    Dabei war es das zentrale Thema des Ministeriums für alle außer Männer in Zeiten von Corona. Nicht die Nöte der eingesperrten Kinder, die nicht vernünftig lernen und spielen durften, standen im Mittelpunkt, auch nicht das Elend der Alten, die einsam sterben und vorher mit ihren Topfpflanzen reden mussten, weil kein Besuch mehr kam – nein, das vorgeblich Böse im Kern des Mannes und der Männlichkeit wurde über der Bevölkerung ausgeschüttet.

    Und jetzt stellen wir fest, das stimmt alles nicht. Trotzdem prangen weiter die Plakate an jeder Ecke, mit denen suggeriert wird, Frauen seien so hart getroffen durch diese Männlichkeit in ihrer Welt. Trotzdem werden weiterhin einseitige Maßnahmen gefordert und gefördert und selbst die im feministisch-industriellen Komplex lächerlich erscheinende Unterstützung für das „Forum soziale Inklusion“ mit Kratzen, Beißen und Haareziehen bekämpft. Keiner kommt auf die Idee, Hotlines für Männer zu schalten, Schutzräume für die einzufordern, die von ihrer Partnerin und dem staatsfeministischen Apparat nicht nur körperlich misshandelt werden, sondern denen ihre Familie, ihr Heim, ihr Leben genommen wird.

    In der Weihnachtswoche ist Ulli Zelle von der Berliner Abendschau durch die Stadt gefahren und hat Obdachlosen meist unter der Brücke kleine Geschenke übergeben – fast nur Männer dort. Da war einer dabei mit einem durch Alkohol, Wind und Kälte zerklüfteten Gesicht, der dann den kleinen Mini-Weihnachtsbaum vom rbb in der Hand hielt, sich hilflos rechtfertigte, warum es rund um seinen Schlafsack so wenig festlich aussähe. Dann erzählte mit einem Restleuchten in den Augen in die Kamera, in drei Tagen dürfe er wieder sein Kind sehen.

    Ich stellte mir die Frage, ob das Kind eigentlich so einen sehen und treffen will. Und warum solche Schicksale den Männern und Frauen in einer feministischen Welt offenbar scheißegal sind.

    In diesem Jahr will die Cheffin des Ministeriums gegen Männer Bürgermeisterin werden. Da wird es bald eng unter den Brücken von Berlin.

    • „Das Framing, nach dem Männer im häuslichen Umfeld wie eingesperrte Raubtiere wüten, nachdem sie sich hemmungslos besoffen haben, erweist sich als reine Erfindung des Staatsfeminismus.“

      Dabei nicht vergessen: es ist egal wie die Bedingungen sind, feministisch sozialisierte Deppen sind immer davon überzeugt, dass Männer ständig damit beschäftigt sind entweder ihre oder einfach irgendwelche Frauen zu verprügeln. Als es diese recht heftigen Buschbrände in Australien gegeben hat und dort über die Feuerwehrleute zahlreich berichtet wurde, wie sie in Schichten von teils jenseits der 24 Stunden permanent ihr Leben riskierten, um andere Menschen und deren Hab und Gut zu retten, sahen sich einige feministische Schreiberinnen auch getriggert von dieser Aufmerksamkeit für diese Männer – komisch, dass sich Berichte über Menschen, die ihr eigenes Leben zum Wohle anderer riskieren, fast immer ausschließlich um Männer drehen… – und steigerten sich in Hasstiraden, in denen sie voller „Mitgefühl“ mit deren Frauen darüber sinnierten, wie wohl diese ganzen Feuerwehrmänner den Stress, den sie so tagein tagaus erfuhren, verarbeiten würden. SPOILER: Natürlich nur, indem sie, kaum dass sie nach Hause kommen, sofort über ihre Frauen herfallen und sie erst einmal richtig vermöbeln. Es ist also egal, ob Männer sich langweilen oder überarbeitet sind, in jedem Fall kompensieren sie dies, indem sie Frauen verdreschen. Immer! Überall! Ohne Gnade! Muss man wissen!

      Es ist schon erstaunlich, zu was für einem grotesken, menschenfeindlichen Bild unserer Gesellschaft diese Ideologie scheinbar unausweichlich führt. Wenn man nur mal betrachtet, dass selbst unter Knastis Typen, die Frauen Gewalt angetan haben sehr weit unten in der Rangordnung stehen, dass selbst kaltblütige Killer es als besondere Überwindung bezeichnen, eine Frau umzubringen, fast auf einer Stufe mit der Tötung eines Kindes, dann sollte jedem mit der Menge an Hirnmasse einer Küchenschabe verständlich werden, wie abwegig die Vorstellung ist, dass es unter Männern sehr weit verbreiteter Usus sein soll, Frauen zu schlagen. Und die Vorstellung ist schon geradezu absurd weltfremd, dass Männer, die gerade einen vollen Tag lang unter körperlich forderndsten Bedingungen und unter höchstem psychischen Druck gearbeitet haben, zu Hause, statt nur noch aufs Bett zu fallen, schon im Fallen einzuschlafen und die nächsten 24 Sunden durchzupennen, lieber erst einmal ihren Frauen gepflegt ein paar aufs Maul hauen, einfach nur so, weil’s sich grad angeboten hat. Solche Phantasien können wirklich nur noch einen Nährboden haben: kultivierter, lang und gut gedüngter Männerhass.

      • Zum Thema Schlaghemmung:

        „Wenn dir das nächste mal eine kommt, ihr Mann hätte sie geschlagen… grinse sie breit an und sage ihr, was für ein Aas sie gewesen muss, ihn so weit getrieben zu haben!“

        Das würde ich jetzt nicht direkt unterschreiben, geht aber in die Richtung. Der männliche Schläger ist anders als der weibliche nicht stolz auf seine Gewalttaten.

      • lang und gut gedüngter Männerhass

        ,, oder unerfüllte Träume Sehnsüchte ? käme auf den Versuch an.

        Meine ich jetzt ohne Ironie, dieses ständige kreisen der Gedanken um sexuelle Gewalt muss ja irgendwo herkommen.

  2. „Vielleicht hat sich auch nur die Meldebereitschaft der Männer gesteigert, weil sie weniger ausweichen können als sonst.“

    Das wäre eine Erklärung. Eine andere wäre, dass Frauen aggressiver geworden sind weil sie gar nicht mehr bzw. nicht mehr angstfrei shoppen und im Cafe mit Freundinnen Latte trinken konnten…

    • Das ist tatsächlich für viele Frauen eine Große psychische Belastung. Da sie wegen geringerer Anfälligkeit, zumal wenn jung, die Krankheit kaum fürchten müssen, also daher keine Ängste haben müssen.
      Damit ist tatsächlich ihr Hauptproblem das der Sinn des Lebens, der zentrale Lebensinhalt verloren geht, wenn der Dreiklang aus shoppen, ins Cafee gehen und posen (also sich sexy zeigen) wegfällt.
      Erst gestern wieder auf einem großen Bahnhof ein paar verlorene Mädchen gesehen, die entsprechend gestylt, aber etwas verloren durch die verwaisten Hallen gingen um einen Kaffee to go abzuholen. Wenn keine Männer glotzen ist die Freude am eigenen Körper doch irgendwie nur halb.

      • „keine Ängste haben müssen“

        Ängste sind bei Frauen fest eingebautes Feature. Ihre Eierstöcke zwingen sie dazu Ängste zu haben. Männer gehen im Vergleich viel angstfreier durchs Leben (und bleiben deswegen auch öfters auf dem Weg des Lebens vorzeitig tot liegen). Von daher werden Frauen aktuell mehr Ängste haben.

        „Damit ist tatsächlich ihr Hauptproblem das der Sinn des Lebens, der zentrale Lebensinhalt verloren geht, wenn der Dreiklang aus shoppen, ins Cafee gehen und posen (also sich sexy zeigen) wegfällt.“

        Ja, die psychischen Langzeitfolgen für die ganzen Girlies von heute werden auch viel zu wenig beachtet. Typisch Patriarchat halt, denkt nie an die Frauen 😀

        Witzigerweise dürfte Jutta Allmendinger recht haben, wenn sie eine fundamentale Re-Traditionalisierung aufkommen sieht. Moderne Weiblichkeit, also als Deko insgesamt Aushängeschild einer Überflussgesellschaft sein zu dürfen und dabei den eigenen Körper zu präsentieren, lässt sich derzeit nicht ausleben.

        Und es ist nicht wahrscheinlich, dass sich daran so schnell was ändert. So wie vorher wird es nie wieder werden.

        Bald werden die Girlies danach schreien von den Eltern verheiratet zu werden, damit sie wenigstens materiell abgesichert sind, wenn sie gefrustet auf der Couch sitzend ein Zalando-Paket nach dem anderen bestellen…

  3. Zur Erinnerung: Tagesschau.de, 12.07.2020
    „Häusliche Gewalt nimmt vielerorts zu“
    https://www.tagesschau.de/inland/haeusliche-gewalt-corona-101.html

    Kurzfassung:
    Zunahme in Berlin, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern
    Rückläufige Zahlen in NRW und Niedersachsen (Hierfür drei Sätze im ganzen Text)

    Falls jemand die Bevölkerungszahlen vergleichen möchte:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland
    Unter 2.4 Humangeographie / Verwaltungsgliederung

    Und natürlich das kleine Schmankerl:
    „In den anderen Bundesländern wurde weder ein Anstieg noch ein Rückgang der Fälle beobachtet – was allerdings nicht bedeutet, dass es nicht mehr Fälle gegeben hat.“

    Wer noch mehr Framing möchte, kann unter dem Artikel auf die Links klicken.

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