Die Akzeptanz dafür, dass jemand auf einer Party keinen Alkohol trinkt und weitere evtl blöde Fragen

Stokowskis Kolumnen sind ja irgendwie immer recht zusammenhangslose Passagen über irgendwas, was ihr nicht past. Diesmal ist es die fehlende Akzeptanz dafür, dass jemand auf einer Party keinen Alkohol trinkt.

Die ist aus meiner Sicht vergleichsweise leicht zu erklären:

Alkohol ist eine Regelüberschreitung bzw erlaubt uns Verantwortung abzugeben. Man war eben etwas betrunken. Da wir Gruppentiere sind sind wir immer besorgt, dass uns jemand negativ bewertet. Und Verantwortung an den Alkohol abzugeben ist grundsätzlich etwas negatives. Also ist es am einfachsten, wenn alle mitmachen.

Die Allermeisten dürften (aber vielleicht habe ich auch nur zu vernünftige Bekannte) ein Nein da akzeptieren, solange sie einen Grund bekommen, ganz problemlos bei Schwangerschaft und Stillen, auch dann, wenn man am nächsten Tag wichtige Termine hat und mit dem Auto dahin muss, Medikamente erst recht etc.

Ohne erkennbaren Grund wirkt derjenige aber schnell als Spielverderber, der „Vernünftiger“ ist, was es eben schwerer macht Verantwortung abzugeben bzw Verhalten auf den Alkohol zu schieben. Also versuchen die Leute gerne jemanden zu überzeugen, etwa „doch auch mal Spass zu haben“ oder „dabei zu sein“.

Kann das nervig sein? Natürlich. Macht es, wenn die Leute darauf bestehen, dass man „Mitmacht“ Sinn einen Grund vorzuschieben. Macht es häufig einfacher.

Stokowski leitet ein mit:

Es gibt vermeintlich harmlose Fragen, die sich sehr schlecht für Small Talk eignen, oder sagen wir: für Small Talk, der für beide Seiten angenehm ist. Das sickert für die Frage »Woher kommst du denn nun wirklich?« an nicht weiße Menschen so langsam ins kollektive Bewusstsein, für die Frage »Warum bist du eine Frau über 30 und hast keine Kinder?« noch längst nicht, und für die Frage »Warum trinkst du keinen Alkohol?« ebenso wenig.

Tatsächlich sind Fragen über eine ethnische Herkunft der Familie oft durchaus ein guter Smalltalk-Gegenstand. Südländerin beispielsweise wird es häufig gefragt und redet dann sehr gerne über Südland. Aber sie hat natürlich auch dort gelebt, die Staatsbürgerschaft und liebt ihr Heimatland. Das mag anders sein als bei Leuten mit Migrationshintergrund, die das Gefühl haben, dass sie in Deutschland nicht wirklich dazu gehören oder als Ausländer gesehen werden. Dennoch haben sich aus einer besser gestellten Frage, gerade wenn sie nicht die erste ist schon durchaus interessante Unterhaltungen ergeben.

Die Frage, warum eine Frau über 30 noch keine Kinder hat kommt aber in der Tat wohl nicht gut an. Wobei ab einem gewissen Alter die Frage nach der familiären Situation ja durchaus zu einem kennenlernen gehört. Es werden eh das eigene Kind und die Schwangerschaft von Südländerin auftauchen und man wird dann meist schon ohne zu fragen hören, ob es ein sensibles Thema ist. Einer Singlefrau diese Frage zu stellen ist allerdings in der Tat wohl allgemein eher eine Unhöflichkeit, bei einem Mann hingegen zumindest weniger. Könnte daran liegen, dass ein Mann noch mehr Zeit hat als eine Frau, bei der die Fruchtbarkeit mit fortschreitenden Alter Probleme macht und vielleicht auch wegen des alten Spruchs „Frauen wählen aus, mit wem sie schlafen, Männer wen sie heiraten“ wobei man Heiraten dann auf das Kinderbekommen ausdehnen kann. Es schwingt vielleicht insofern bei der Frau eher mit „Du müsstest doch sicherheitshalber langsam mit den Kindern anfangen, gerade wenn du zwei haben willst, hast du noch keinen guten Mann gefunden, der mit dir welche bekommen möchte?“ und das hat als Anschuldigung ein gewisses evolutionäres Gewicht.

Für eine Feministin kommt natürlich dazu, dass die Mutterschaft für sie besonders gefährlich ist. Denn in ihr lauert die Verfestigung der Rollen und das Vorhalten, das sie es auch nicht besser macht als andere Frauen und das Patriarchat mal wieder gewinnt.

Wobei, vielleicht ist der ganze Text auch schlicht Stokowskis Art mitzuteilen, dass sie schwanger ist und sie deswegen keinen Alkohol trinken kann (ihr habt es hier zuerst gelesen!)

Eigentlich habe ich ihren Text auch nur gelesen, weil ich sehen wollte, wie sie das Thema „es ist okay, dass man keinen Alkohol trinkt“ damit verbindet, dass Männer an allem Schuld sind.
Im letzten Satz kommt zumindest etwas dazu:

Es wäre im Gegenteil oft wesentlich angebrachter, vor allem Männer zu fragen, warum sie trinken, obwohl man doch weiß, dass »Männer und Alkohol« oft eine schwierige Kombination ist, Stichwort aggressives Verhalten. Nüchterne Menschen auf Partys sind entgegen aller Klischees ziemlich selten Spaßbremsen, betrunkene hingegen können den Spaß für alle anderen ziemlich schnell beenden. Und damit einen guten Rutsch und Prost, egal womit.

Damit wäre ja dann die Welt wieder in Ordnung, es ist nicht okay Leute zu fragen, warum sie nicht trinken, aber Männern vorzuhalten, dass solche Monster wie sie lieber nicht trinken sollten ist sogar geboten!

31 Gedanken zu “Die Akzeptanz dafür, dass jemand auf einer Party keinen Alkohol trinkt und weitere evtl blöde Fragen

  1. Ich trinke keinen Alkohol und hatte deswegen noch nie ein Problem. Auch nicht in „trinkfreudigen“ Ländern. Interessanterweise treffe ich beruflich und privat auf immer mehr Männer, die auch nicht trinken.

    Offenbar ist Frau Stokowski mit ihrer ständigen Problemsuche zwecks Beiträgen auf Schülerzeitungniveau für ihr unmittelbares Umfeld nüchtern nicht zu ertragen.

    • Das Ganze ist doch wieder eine Geschichte aus dem Buch „Dinge, die nie wirklich passiert sind“.
      Ich verwette eine Kiste Bier, meinetwegen auch ohne Strom, dass der ganze Artikel frei erfunden ist.

      • In Hinblick darauf, dass man es beim Spiegel inzwischen mit der Wahrheit nicht mehr so genau nimmt, solange die Haltung stimmt (*hüstel* C. Relotius bzw. Claas R.), könnte durchaus etwas daran sein. An mir wäre der Kasten Bier aber verschwendet 😉

  2. Da hat Frau Stokowski ja wieder mal ein brandaktuelles Thema gefunden. Nie gab es so viele Partys wie Ende 2020. 🙄

    Zu aufgedrängtem Alkohol hatte ich auch mal was geschrieben, als die Situation noch anders war.
    https://breakpt.wordpress.com/2019/09/12/die-zukunft-ist-halbabstinent-2210/

    Oder zu möglichen Gesprächsthemen auf Partys:
    https://breakpt.wordpress.com/2016/11/29/how-to-smalltalk-1413/

    Fragen nach Kindern sind mir nur von der nähesten Verwandtschaft gestellt worden.
    Als es mich nur noch nervte, hat eine beiläufige Unterhaltung über früh einsetzende Wechseljahre Wunder gewirkt, und ich wurde dann erst mal mit solchen Themen verschont.

  3. Ich vermute Stokowski trinkt wegen ihrer Vergewaltigung nicht mehr. Ist zwar nur geraten, aber mein Verdacht wäre, dass das damals unter Alkoholeinfluss passiert ist und ihr ein erneuter Kontrollverlust unheimlich wäre. Was ich absolut verstehen kann.
    Im Hintergrund geht es bei ihr ja immer um die Bewältigung dieses Themas. Es ist zwar für Feministinnen kein ungewöhnliches Problem, aber ihr extrem negatives Männerbild beruht auf einer realen Erfahrung.
    Zu den zwei anderen Themen kann man sagen, dass es bei der Frage nach der Herkunft sehr auf das wie ankommt (meine Großeltern waren Flüchtlinge aus dem ostdeutschen Baltikum und ich finde das Thema ganz witzig), aber natürlich werde ich das wegen aussehen und Name eher nicht gefragt. Afrikanischstämmige der x-ten Generation oder türkischstämmige haben das Thema vermutlich irgendwann satt oder stehen eben nicht so richtig auf die eventuell zugrunde liegende Feststellung, dass man optisch nicht dazu gehört. Kann ich auch verstehen, aber andererseits ist Deutschland ein ethnisch ziemlich homogenes Land in dem der Unterschied zwischen großen norddeutschen und kurzbeinigen Baiuwaren noch das extremste ist.
    Frauen auf einen Mangel an Kindern ansprechen halte ich für äußerst heikel. Würde ich nie machen, weil es unter anderem auch Gründe geben kann die die Frau nicht beeinflussen kann und sie selber unglücklich machen. Ich bin aber auch zu ignorant dafür, dass mich die Familienplanung anderer Menschen interessierte. Ich würde aber vermuten dass diese Frage eher von Frauen gestellt wird, weil das eher in den Bereich soziale Normkontrolle fällt. Ich kann mit meiner Freundin über alles mögliche reden, so lange es irgendwie um Menschen geht. Alles andere ist im Grunde uninteressant….

    • „Im Hintergrund geht es bei ihr ja immer um die Bewältigung dieses Themas. Es ist zwar für Feministinnen kein ungewöhnliches Problem, aber ihr extrem negatives Männerbild beruht auf einer realen Erfahrung.“
      Ja kann ich verstehen, mir hat auch mal eine Kassiererin 20 Pfennig zu wenig Wechselgeld herausgegeben. Seitdem hasse ich alle Frauen.

      „Ich bin aber auch zu ignorant dafür, dass mich die Familienplanung anderer Menschen interessierte. Ich würde aber vermuten dass diese Frage eher von Frauen gestellt wird, weil das eher in den Bereich soziale Normkontrolle fällt.“
      So sieht es aus. Also soll sie nicht „die Gesellschaft“, sondern gefälligst die anderen Frauen nerven. Als ob es einen Mann interessieren würde, ob diese psychisch Gestörte schwanger ist oder nicht.

    • „Im Hintergrund geht es bei ihr ja immer um die Bewältigung dieses Themas. Es ist zwar für Feministinnen kein ungewöhnliches Problem, aber ihr extrem negatives Männerbild beruht auf einer realen Erfahrung.“

      Davon wusste ich bisher nichts, ändert aber auch meine Meinung nicht von ihr. Ich will es ihr da nicht so einfach machen. Ich weise mal auf den auch gelegentlich in Foren kommentierend Blogger „Lotosritter“ hin. Der wurde in seiner Kindheit von mehreren ihm nahestehenden Frauen sexuell missbraucht. Dennoch liest man in keinem seiner Blogartikel irgendeine aus Verbitterung erwachsene Frauenfeindlichkeit heraus. Diese würde man ihm auch nicht annähernd durchgehen lassen in unserem Patriarchat, in dem sexueller Kindesmissbrauch von Jungen und ganz besonders durch Frauen nicht nur ein Tabu ist, sondern – gerade von Menschen, die behaupten für Gleichberechtigung zu kämpfen – gezielt, kalkuliert und absichtsvoll tabuisiert wird. Aber selbst ohne dieses Tabu würde es einem Mann mit solchen Erlebnissen in unserer Gesellschaft nicht zugebilligt werden, daraus allgemeine Frauenfeindlichkeit abzuleiten, während es als völlig normal gilt, wenn Frauen aus völligen Banalitäten heraus die Legitimität ableiten, Männerhass ventilieren zu können (Alter Mann, den ich gegrüßt habe, hat nur mürrisch geguckt… Oh, wie ich Männer hasse!!!).

      Egal, was einem von einem anderen Menschen angetan wurde*, ist man selbst keinen Deut besser als dieser Mensch, wenn man dann ein willkürliches Merkmal dieses Menschen nimmt und alle anderen Menschen, die dieses Merkmal auch haben, vorverurteilt und mit Geringschätzung überzieht. Und das dann auch noch in einer regelmäßigen Kolumne in der Onlineausgabe eines der größten Blätter in unserem Medienwald. Oder denkst du, jemand der in seinem Leben schon öfters von Ausländern drangsaliert wurde, würde eine vergleichbare Bühne geboten bekommen um exakt dieselben Texte, wie sie von Strohdoofski kommen rauszuhauen, nur eben das Wort „Männer“ durch „Ausländer“ ersetzt? Texte also, in denen unter anderen Ausländern freundlich nahegelegt wird, doch einfach mal die Straßenseite zu wechseln oder Umwege in Kauf zu nehmen, damit sich der alleine vor ihnen laufende oder ihnen entgegenkommende Deutsche nicht unwohl oder gar bedroht fühlt?

      * Ist es denn wirklich gesichert und gerichtsfest, dass ihr das überhaupt wirklich geschehen ist oder haben wir es hier mit einer dieser üblichen feministischen Vergewaltigungserfahrungen zu tun, die in der Regel auf einen ONS herauslaufen, mit einer Person, gegen die besagte Feministin nen halbes Jahr später irgendwelche Abneigungen entwickelt hat und sich rückwirkend den Akt zur Vergewaltigung umdichtet? Sorry, ich will hier nicht den Vergewaltigungsverharmloser geben, aber Leuten wie Stokowski traue ich jede Unredlichkeit zu. Die hat nach meiner Ansicht einfach nur eine ausgewachsene Vollklatsche.

  4. Das mag anders sein als bei Leuten mit Migrationshintergrund, die das Gefühl haben, dass sie in Deutschland nicht wirklich dazu gehören oder als Ausländer gesehen werden.

    Na aber sie sind doch Ausländer. Warum sollte man sie nicht so sehen wollen/können/dürfen?
    Negativ ist dabei nur eine Abwertung. Aber die erfolgt ja nicht zwangsläufig bzw. ist dann vielleicht häufig einfach nur eine Unterstellung.

    Die Frage, warum eine Frau über 30 noch keine Kinder hat kommt aber in der Tat wohl nicht gut an. Wobei ab einem gewissen Alter die Frage nach der familiären Situation ja durchaus zu einem kennenlernen gehört.

    Solche Fragen könnten bei Frauen vielleicht sogar tatsächlich etwas häufiger vorkommen als bei Männern, weil bei ihnen ja eine biologische Uhr tickt.
    Aber hier glaubt doch hoffentlich niemand, Männer würden nicht durch solche Fragen nach fehlendem Nachwuchs behelligt.
    Es gibt in einigen Gegenden z.B. auch den gelebten Brauch, dass ein 30-jähriger Mann in der Öffentlichkeit (bspw. Treppen) fegen muss, bis er von einer „Jungfrau“ durch einen Kuss erlöst wird – wenn er noch ledig ist.

    Ebenso dürfte es ein Fehlschluss seitens Strohdoofsky zu sein, dass ein Alkoholverzicht nicht akzeptiert wird. Alkoholgenuss bei Feiern gehört in Deutschland zwar zum „guten Ton“ und man wird zeitweise vielleicht auch mal erstaunt und ermunternd (zum Saufen) gefragt, ob und warum man nicht trinkt. Daraus aber gleich wieder mal eine patriarchale Unterdrückung der Frau durch mangelnde Akzeptanz zu vermuten, dürfte deutlich über das Ziel hinausgehen.
    Strohdoofsky heult also mal wieder völlig unbegründet rum.

  5. Ist euch aufgefallen, dass es mittlerweile für jede Minderheit Hinweise auf Lebensmitteln gibt: vegan, vegetarisch, koscher, halal, „kann Spuren von $ZUTAT enthalten“, bio, …
    Aber der Hinweis in der Konditorei „enthält Alkohol“ auf einer Torte fehlt natürlich. Mein Kind sucht sich ein Eiskrem im Supermarkt aus. Im Kleinstgedruckten der Hinweis auf „Kirschwasser“. (Sollte eigentlich „Kirschethanol“ heißen. Warum? Ist denen selbst das zu peinlich zuzugeben, dass das Alkohol ist?) Also such dir ein anderes Eis aus!
    Ich bin in einer „versoffenen“ Familie aufgewachsen. Es wurde viel geraucht und in jeder Bratensoße durfte ein Schuss Rotwein nicht fehlen. „Der verkocht doch sowieso“. Ich wollte aber keinen Alkohol haben, und es lag nicht – wie alle vermutet haben – am Geschmack, den ich sogar angenehm finde.
    Dies ist einer der wenigen Fälle, wo ich Frau Stokowsky mal zustimmen muss. Unsere Gesellschaft ist total versoffen. Zumindest der Müllstromanteil davon.

  6. „Es wäre im Gegenteil oft wesentlich angebrachter, vor allem Männer zu fragen, warum sie trinken, obwohl man doch weiß, dass »Männer und Alkohol« oft eine schwierige Kombination ist, Stichwort aggressives Verhalten.“
    Stokowski mal wieder. Damit senkt der Spiegel sein Niveau noch weiter. Es wundert ja einem nicht mehr wirklich, dass dieses weibliche Relotiusmodell beim Spiegel seine Plattform bekommt.

    Wunderbar an der Aussage ist, dass Frauen ja keinen Alkohol benötigen, um aggressives Verhalten zu zeigen. Die Ausübung relationaler Gewalt ist dem Weiblichen so inne, dass es permanent ist, wie man doch weiß.
    Die Frage nach dem „woher“ ist eigentlich egal, außer natürlich im links-grünen Lagerdenken. Kommst du aus Bayern, dann bist du aus Söderland (wahlweise Straußinien oder Stoiberanien) und damit ganz klar rechts-konservativ-incel-anitfeminist-rechts-anitik-gestrig-rechts-schwarz Mensch. Also halt die Klappe und höre auf die woke Berlinerin. Die besseren-linken-feministischen-woken-gendernden-weiblichen-pusteblumesken*Innen oder gerne auch Gebärmutter/vater/divers Tragenden sind das Maß der Dinge (nicht zu verwechseln mit Ding vom Maaßen) und damit haben alle anderen die Fresse zu halten (die Bild ganz vorne). Was wollt ich eigentlich sagen…ach so – mein Protipp an Stokowski: #haltdieFresseStokowski

  7. Ach, ganz vergessen https://www.faz.net/aktuell/stil/leib-seele/kostenlose-tampons-fuer-alle-debatte-um-hygieneartikel-17122828.html die feministische Welt dreht sich auch zwischen Weihnachten und Silvester fröhlich weiter um sich selbst. „Allein, die Debatte streift leider nicht den wichtigsten Punkt. Männer, die schreiben „Aber die Frauen…” und Frauen, die Männern das im Umkehrschluss berechtigterweise wütend vorwerfen, kann man zwar verstehen, bringen uns aber nicht weiter. Es geht hier nicht um Mann oder Frau. Es geht um Empathie.“ Solange diese nicht für Mönner aufkommt, ist alles im Lot. Wie einfach ein Weltbild doch sein kann.

    #haltdieFresseStokowski

    • Ah ja, Frauen werfen Männern das im Umkehrschluss also dann berechtigt vor. Von welcher Seite geht bitte nicht nur die Mehrheit sondern annähernd ausschließlich die beständige Diffamierung des jeweils anderen Geschlechts aus? Aber Männer reagieren natürlich trotzdem niemals nicht berechtigt. Nein, nein, nein, das kann nicht sein!!!

      Als ich diesen Spin mitbekommen habe, dachte ich aber auch, jetzt zünden wir also die nächste Stufe feministischer Dämlichkeit. Da haben die ewig rumgenölt und rumgestänkert, dass es voll die Frauenunterdrückung sei, Tampons mit 19 % Mehrwertsteuer zu belegen, während man Hygieneartikel für Männer immer mit 7 % besteuert (was, wie so vieles, was von Feministinnen gequatscht wird, nur stimmt, wenn man die erdrückende Mehrheit der Hygieneartikel für Männer, die mit 19 % besteuert werden, mal eben zu Nichthygieneartikeln umdeutet).

      Jetzt haben sie ihren Kopp durchbekommen, sind aber nicht zufrieden, weil erst jetzt diesen strunzendusseligen Tanten aufgefallen ist, dass eine Mehrwertsteuerermäßigung von 19 auf 7 % bei einem ohnehin eher billigen Artikel keinen relevanten Unterschied macht – ist ja nicht so, dass genau das diesen Hohlbirnen die ganze Zeit über schon zu erklären versucht worden ist, aber das war dann natürlich nur böses Mansplaining. Die sind wohl bis zuletzt davon ausgegangen, dass, wenn man den Mehrwertsteueranteil um mehr als die Hälfte senkt, auch der Produktpreis um mehr als die Hälfte sinkt. Feministische Mathematik eben…

      Überhaupt: Was wird da aus feministischen Kreisen mal wieder für ein Frauenbild transportiert. Ein kostenloser, allgegenwärtiger und jederzeit abrufbarer Zugang zu Tampons. Weil Frau ja auch immer und überall vollkommen unerwartet von ihrer Periode überrascht werden kann (Moment, warum nennt man das noch einmal Periode???) und es eine patriarchale Zumutung ist, wenn sie nicht an jeder Ecke Automaten vorfindet, wo sie sich umgehend für Umme Tampons ziehen kann. Die Frauen, die ich kenne, schaffen es, sich Tampons auf Vorrat zu kaufen und immer, selbst wenn der rote Indianer nicht vor der Tür steht, ein paar davon in der Handtasche mit sich zu tragen. Aber die Frauen, die ich kenne, sind auch selbständige, geerdete Menschen und in der Regel – was für mich KEIN Zufall sondern logische Konsequenz ist – keine Feministinnen.

      Überhaupt… Diese ganze Aufplusterei, bloß weil es sich bei Tampons um eine Sache handelt, die nun wirklich exklusiv für Frauen ist. Wir haben keinen kostenlosen Zugang zu Strom, Heizwärme, ja selbst für Lebensmittel inklusive Trinkwasser, selbst wenn wir es aus unserem Wasserhahn beziehen, müssen wir Geld bezahlen. Aber dass Frauen keinen kostenlosen Zugang zu Tampons haben, DAS ist DAS ganz große Problem sozialer Schieflage in unserer Gesellschaft, welches sicher Jahr für Jahr hunderttausende… auch, was sag ich… Millionen von Frauen das Leben kostet.

      Wie oft müssen diese hirnamputierten Anhänger dieser hirnverbrannten Ideologie ihre mit schallernder Dämlichkeit vermischte Maßlosigkeit in ihrem Anspruchsdenken eigentlich noch exponieren, bis sie statt Zustimmung und euphorischer Begeisterung medial und politisch endlich mal die einzig objektiv für geistig normale Menschen nachvollziehbare Reaktion erhalten, die sie von Anfang an als einzige jemals hätten erhalten dürfen: schieres, schallendes Gelächter.

  8. grundsätzlich etwas negatives …

    Ich bin nun mal ein Rechtschreibnazi. Verben werden klein geschrieben. Die Kleinschreibung gilt nicht, wenn das Verb als substantiviertes Verb auftritt. Ein Substantiv (auch Nomen, Hauptwort) wird immer großgeschrieben.
    Verdammt und zugenäht! Wo sind wir denn hier?

    • Grundsätzlich richtig, nur ist in dem zitierten Beispiel kein substantiviertes Verb sondern ein substantiviertes Adjektiv zu finden.

      Sorry, aber auf den Klugschisshaufen musste ich doch einfach noch meinen Klugschissköttel oben drauf setzen… 😉

      • Deine Probleme sind Folge der unsäglichen Rechtschreibreform, wahrscheinlich bist Du ob der unterschiedlichen Schreibweisen verwirrt. „Andere“ ist (entweder ein Adjektiv oder) ein Pronomen wie „er“ oder „sie“. Früher ™ wurde es genau wie alle anderen Pronomen immer kleingeschrieben. Heute gilt jedoch die Beliebigkeit:

        „Bei Substantivierung ist auch Großschreibung möglich, beispielsweise:

        der, die, das and[e]re oder And[e]re
        eine, keine, jeder, alles and[e]re oder And[e]re
        ein, kein, etwas, allerlei, nichts and[e]res oder And[e]res
        die einen und die anderen oder die Einen und die And[e]ren
        die Suche nach dem and[e]ren oder And[e]ren (nach einer neuen Welt)“

        https://www.duden.de/rechtschreibung/andere

        • Die Rechtschreibreform hat hier einfach eine Möglichkeit eröffnet, die der Logik entspricht. (Ein Titel wie „Das Leben der Anderen“ ist mit Großschreibung auch sinnvoller, weil hier konkret darauf abgezielt wird, dass es um eine bestimmte Gruppe anderer Menschen geht. Standardfall ist trotzdem die Kleinschreibung.)
          Es stimmt auch nicht, dass man „alle anderen Pronomen“ immer kleinschreiben würde oder das früher immer ausnahmslos getan hätte, man denke nur an die Höflichkeitsformen der Personalpronomen „Du“ oder „Sie“.

          • „Logik“ ist bei der Rechtschreibung so eine Sache. Grundsätzlich sind ihre Regeln willkürlich. Man kann nur eine gewisse Konsistenz der Regeln anstreben.
            Dass Problem bei einer Reform ist, dass sie durch das Ändern vieler Regeln zunächst einmal denselben Effekt hat wie inkonsistente Regeln: Die Schreiber finden sich nicht mehr zurecht. Uepsilonniks, der zwanzig Jahre nach der Reform immer noch Probleme mit ihrer Umsetzung hat, ist das naheliegendste Beispiel dafür.
            Davon ab: Dass die Rechtschreibreform „eine Möglichkeit eröffnet hat, die der Logik entspricht“, aber die andere, also unlogische Möglichkeit nicht abgeschafft hat, ist einer der Gründe für ihre Unsäglichkeit.

            „man denke nur an die Höflichkeitsformen der Personalpronomen „Du“ oder „Sie“.“

            Stimmt, die hatte ich nicht auf dem Schirm. Aber sonst?

  9. Also ich wurde noch nie blöd angemacht, wenn ich keinen Alkohol wollte. Wenn ich fahren muss, trinke ich nicht Punkt
    Gab noch nie eine unangemessene Reaktion. Aber Spiegel Leute müssen sich halt immer was ausdenken. Echte Themen haben die ja nicht mehr.

  10. Also ich bin jetzt über 4 Jahre trocken, und angemacht oder auch nur komisch angeschaut wurde ich noch nie. Auf die Aussage „Danke, ich trinke keinen Alkohol“ folgt eigentlich immer ein „oh, okay“, und in ganz ganz seltenen Fällen eine Nachfrage, warum denn nicht. Mein näheres Umfeld weiß natürlich, dass ich trockener Alkoholiker bin.

  11. Pingback: Billy Coen zur Tampon-Debatte | uepsilonniks

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