„Ältere Menschen sollten später geimpft werden, weil darunter mehr weiße Menschen sind“

Zum Impfstart in vielen Ländern: Die New York Times zitiert einen sehr woken Ethniker, der meint, dass man Hautfarbe oder besser Privilegien mit einbeziehen sollte:

Harald Schmidt, an expert in ethics and health policy at the University of Pennsylvania, said that it is reasonable to put essential workers ahead of older adults, given their risks, and that they are disproportionately minorities. “Older populations are whiter, ” Dr. Schmidt said. “Society is structured in a way that enables them to live longer. Instead of giving additional health benefits to those who already had more of them, we can start to level the playing field a bit.”

Was er natürlich als Mann nicht bedacht hat: Die ältere Bevölkerung ist zwar weißer (Pfui!) aber auch weiblicher (Hurra!). 

Er hätte also lieber direkt darauf abstellen sollen, dass man die Gruppen jeweils nach intersektionalen Betroffenheitsgrad impft: Alle Nichtprivilegierten Kategorien geben 5-8 Punkte dazu (Trans mehr als weiblich etc), alle privilegierten Kategorien geben -5 bis -8 Punkte Abzug und danach wird die Impfrangfolge geklärt. 

Eine schwarze homosexuelle Transfrau könnte sich  demnach schneller impfen lassen als ein weißer heterosexueller CIS-Mann. 

Irgendwo wird es jemanden geben, der etwas in dieser Art vorschlägt. Mal schauen wie schnell er auftaucht. 

 

 

24 Gedanken zu “„Ältere Menschen sollten später geimpft werden, weil darunter mehr weiße Menschen sind“

    • Zur allgemeinen Aufklärung von bisher Ahnungslosen (wie mir) ein sehr gutes und witziges Video, dass die Funktionsweise von mRNA-Impfstoffen erklärt (10 min):

      (Gut möglich, dass das hier schon einmal verlinkt wurde.)

      • Ich kann hier gerade kein YT gucken, aber nur so viel zur Impfung:

        Es gibt ja nicht NUR die Covid-Impfungen(en) mit RNA-Methode, sondern inzwischen auch von mehreren Herstellern komplett „klassische“ Impfstoffe analog der gewöhnlichen Grippe-Impfungen. Die haben dann einen weniger hohen Wirkungsgrad und müssen ggf. aufgefrischt werden, sollten dafür aber (noch) besser vertträglich sein. Wäre interessant zu wissen, ob man sich die Art der Impfung irgendwann aussuchen kann. Nach den ersten Zahlen aus den USA (ca. 3% mit signifikanten side effects laut https://www.cdc.gov/vaccines/acip/meetings/downloads/slides-2020-12/slides-12-19/05-COVID-CLARK.pdf ) würde ich die klassische Methode der von Pfizer/Biontech vorziehen.
        Selbst die 3% Wahrscheinlichkeit vorübergehender Beeinträchtigung dürfte aber immer noch weniger riskant sein, als sich – mindestens als potentieller Risikopatient – die Sueche und deren Langzeit-Auswirkungen einzufangen.

        Ich frage mich ja überhaupt, wie es sein kann, dass hier nach wie vor (angeblich mündige) Menschen herumlaufen, die allen ernstes glauben, es könne komplett „nebenwirkungsfreie“ Medikamente geben. „Nebenwirkungen“ sind schlicht unerwünschte Wirkungen – und alles was hundertprozentig keine solchen hat, hat auch niemals Wirkung über Placebo hinaus. Das stellt das deutsche Bildungssystem in kein sehr gutes Licht 😉

  1. An der ganzen Chose sieht man wie absurd Intersektionalismus ist:
    1) Schwarze sind teilweise sehr impfkritisch. Verpflichtende Impfungen sind daher: -> Rassismus
    2) In einer Uni haben sie daher Schwarze von den verpflichtenden Impfungen ausgenommen. Wenn sich dann rausstellt, dass die Impfungen einen echten Vorteil bringen ist das: -> Rassismus
    3) Schwarze bekommen Vorrang, schön, haben die Impfungen nun wenig Vorteile aber Nebenwirkungen dann ist das: -> Rassismus
    4) Die Frage welches Ober welches Unter sticht ist ja schon im Text thematisiert worden. In jdem Falle lässt sich die Auswahl „kritisch sehen“ das ist: -> Rassismus
    Damed if you do, damned if you don’t.

  2. Harald Schmidt, an expert in ethics and health policy at the University of Pennsylvania, said that it is reasonable to put essential workers ahead of older adults, given their risks, and that they are disproportionately minorities. “Older populations are whiter,

    Der Mann ist weiss, nicht alt, in privilegierter beruflicher Stellung und ganz bestimmt nicht das, was man „essential worker“ nennt. Seiner Argumentation folgend: Er gehört damit zur Gruppe, die geimpft wird, wenn alle anderen Gruppen schon geimpft wurden. Wenn aus seiner sozialen Klasse einige deswegen wegsterben, kann das als „level the playing field“ verbucht werden.

    • Irgendwo habe ich gelesen, daß der das inzwischen relativiert hat, im Sinne von „wollte nur zum Naqchdenken anregen“. Beim Nachdenken fällt mir andererseits ein, daß man in komplementärer Weise natürlich an diejenigen, die sich impfen lassen, die Erwartung richten könnte, mit eventuellen schädlichen Nebenwirkungen der Impfung ebenso alleine zurechtzukommen, wie diejenigen, die sich nicht impfen lassen, mit einer eventuellen Coronainfektion.

  3. Behaupten sie dann immer noch das Rassismus gegen Weiße ja niemanden schadet?

    Das Bild der Realität, das dieser Experte für Ethik hat, stammt wahrscheinlich aus irgendeiner ideologischen Mottenkiste und ist damit typischerweise falsch. Wenn Alter ein Ausschlussgrund ist, weil viele Alte weiß sind, dann gilt das um so mehr für Asiaten und genau so auch für Hispanics.

    Asians and Pacific Islanders (hereafter Asians) outlive all other racial and ethnic groups in the United States [1-6]. Because their life expectancy at birth is 86.3 years, they outlive non-Hispanic white Americans (hereafter whites) by an average of 7.8 years (authors‘ calculation from 2006-2010 CDC data).

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4567918/#:~:text=Asians%20and%20Pacific%20Islanders%20(hereafter,2006-2010%20CDC%20data).

  4. „Harald Schmidt, an expert in ethics and health policy at the University of Pennsylvania, said that“

    Ich habe das Problem mal fett markiert.

    Der Fehler liegt ja nicht darin, dass es Idioten gibt die dumme Dinge behaupten. Die gab es immer schon. Der Fehler liegt darin, dass die internen wissenschaftlich-akademischen Korrekturmechanismen so vollständig versagt haben, dass die Idioten heute an der Universität sitzen.

    Die gute Nachricht: Dinge ändern sich. Wer heute wiederholt Unfug verbreitet bekommt Gegenwind, auch wenn er ein Nobelpreisträger ist. Dass diese neuen Korrekturmechanismen ganze wesentlich erst durch twittter und co ermöglicht wurde, also gerade durch jene Technologien welche im intellektuell-akademischen Betrieb oft despektierlich als „asoziale Medien“ bezeichnet werden, ist nur ein weiteres Puzzlestück das die Realitätsferne mancher Elfenbeinturm-„Forschungs“felder zeigt.

    https://www.stanforddaily.com/2020/12/13/dr-levitt-your-words-have-power-use-them-carefully/

  5. Ich stelle mir gerade vor, wie eine feministische Regierung wohl handeln müsste. Welche Kriterien würde wohl ein feministischer Ethikrat, ein feministisches Gesundheitssystem wählen? Antifeministen zum Schluß? Männerrechtler nie? Männer sind ja nicht systemrelevant.
    Auch auf ZON wurde entsprechend zum Thema (Triage) diskutiert https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-12/triage-humanitaere-hilfe-corona-krise und mit 1500 Kommentaren ist das Interesse groß. Manche Kommentare erscheinen vernünftiger als der Artikel. Bsp.:
    „Ich finde die Frage an sich schon ziemlich pervers. Genauso könnte man fragen, ob Menschen, die nie in die Sozialkassen eingezahlt haben, ein solches Anrecht haben.
    Eine humane Gesellschaft stellt solche Fragen nicht!“ Das zielt ja direkt auf die Flüchtlingspolitik ab.
    Je lauter über das Thema diskutiert wird, um so mehr wird deutlich, dass die Theorien der Intersektionalen, und damit auch der Feministinnen, unhaltbar und nicht gesellschaftsfähig sind.

  6. Yascha Mounk hat aufgespießt, daß der woke Haß auf alle Weißen bzw. die woke „Moral“ tausende Menschenleben kosten würde bzw. wird, und zwar ganz offiziell und bewußt, s. https://www.persuasion.community/p/why-im-losing-trust-in-the-institutions

    Die Gipfel der Perversion liegt darin, daß sogar mehr Angehörige der neuen herrschenden Minderheiten sterben sollen. Vordergründig will man – aus moralischen Gründen (!!) – vor allem Weiße schädigen, indem man die Impfdosen einer Gruppe gibt, in der der Anteil der weißen klein ist, in diesem Fall den „essential workers“ und eben nicht den viel stärker gefährdeten Älteren über 65. Die Differenz der Anteile beträgt aber nur wenige Prozentpunkte. Von den Älteren sind sehr viele Mitglieder der neuen herrschenden Minderheiten, also stark gefährdete Personen, die alle nicht geimpft werden. Von denen werden weitaus mehr sterben als bei den i.d.R. relativ jungen „essential workers“ weniger sterben.

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