Many Shades of Gender (12): Wieso müssen die Gender Studies alles gendern?

Paula-Irene Villa Braslavsky, Genderprofessorin, hat ein FAQ zu Mythen über die Gender Studies erstellt. Ich wollte sie nach und nach hier besprechen:

Heute:

Wieso müssen die GS alles gendern?

Das ist ja ein so altes Thema, dass ich erst einmal auf die hierzu bereits vorhanden Beiträge verweise:

Wahrscheinlich habe ich noch welche übersehen, aber es gibt ja erst einmal einen Überblick und in den Kommentaren auch jede Menge weitere Informationen.

Geschlecht als strukturelle Kategorie ist immer bereits vorhanden und so normalisiert, dass sie nicht mehr wahrgenommen wird. Die Gender Studies machen dies im Zusammenhang mit struktureller Ungleichheit zwischen den Geschlechtern sichtbar. Binnen-I, Sternchen, Unterstrich sind Versuche, Geschlecht nicht mit männlich gleichzusetzen, sondern zu differenzieren, wer eigentlich gemeint ist.

„Zu differenzieren wer eigentlich gemeint ist“ durch Binnen-I und Unterstrich? Anscheinend ja in dem man eine „Neutrale Form durch Mehrfachnennung“ schafft. Für den Alltag ist das aber nicht zu gebrauchen und schon damit sinnlos. Wenn es solche gravierenden Wirkungen haben sollte, dann müsste man sich ein funktionierendes System für die Praxis zulegen. So ist es außerhalb akademischer Zirkel kaum vermittelbar und auch nicht einsetzbar. Ob die neuen Sprechweisen bei einigen öffentlich-rechlichen Sendern das ändern? Ich habe meine Zweifel. Eine Eingewöhnung wird um so weniger passieren, wenn das System zumindest einmal im Jahr geändert wird, weil es irgendeine Gruppe noch nicht hinreichend miteinbezieht. 

Sprache ist – insoweit könnte man Möglichkeiten sehen – in der Tat etwas lebendiges, was sich anpassen kann. Was man dabei aber einplanen muss, wenn man überlegt, ob sich Sprache in eine gewisse Richtung verändern wird, ist die menschliche Eigenschaft, Kosten zu minimieren, wenn es geht. Ein klassisches Beispiel ist hier im Bild dargestellt:

Trampelpfad und menschliche Faulheit

An solchen Ecken bilden sich typischerweise „Abkürzungstrampelpfade“ und viele gehen, um so mehr, wenn sie es eilig haben, nicht den von den Planern gewollten Weg, sondern die Abkürzung. 
Das ist auch gerade dann der Fall, wenn der gewollte Weg für das normale Leben keinerlei Mehrwert erzeugt. Die wenigsten Leute haben Verständnisprobleme wenn sie sich in „ungegenderter Sprache“ unterhalten. Im Gegenteil: Die Verständigungsprobleme nehmen eher zu, weil man sich erst auf das richtige „Gendersystem“ einigen müsste und zudem viele gerade so konzipiert sind, dass sie es schwerer machen, sie sollen ja „Stolpersteine“ darstellen, anhand derer man seine „Genderwahrnehmung“ hinterfragt. Und die meisten Leute messen ihren Unterhaltungen auch nicht danach, inwiefern sie Frauen oder Transsexuelle mehr Sprachlich zur Geltung bringen. 

Es macht einen großen Unterschied, ob die Arbeitssoziologie bspw. von Arbeitern oder von Arbeitern und Arbeiterinnen, Arbeiter/innen, ArbeiterInnen, Arbeiter*innen, Arbeiter_innen schreibt.

Da wäre es natürlich mal interessant gewesen, welche Studien aus ihrer Sicht diesen großen Unterschied darlegen. In den meisten Fällen dürfte es überhaupt keinen Unterschied machen. 

Klingt erst mal lustig, in ersterem Fall aber wird Wissen reproduziert, dass Arbeit männlich ist, etwas mit Muskeln und Stahl und Familie ernähren zu tun hat und sowieso nur Erwerbsarbeit meint.

Ah, da springt sie etwas von dem schwierigen Gebiet des Genderns weg und widmet sich einem anderen Bereich, nämlich den Bemühungen alles, was irgendwie von Frauen als Tätigkeit gemacht wird, als Arbeit umzudefinieren. Ein Beispiel ist die Carearbeit und die Mental Load.

 „Arbeit“ verbinden heute die wenigsten mit „Muskeln und Stahl“, auch der große Teil der Männer arbeitet nicht mehr in einem Stahlwerk sondern viele haben einen Bürojob. 

Die Idee, dass von Arbeiter_innen zu sprechen etwas an der Realität ändert, dass Frauen weitaus eher als Männer Teilzeit arbeiten und auch Teilzeit arbeiten wollen und Männer ganz überwiegend der „Hauptverdiener“ sind,  ist schon gewagt. 

Die anderen Formen weisen darauf hin, dass nicht nur Männer (zur Differenzierung Sternchen etc. s.u.) arbeiten und gearbeitet haben, sondern Frauen auch. Erst wenn wir diesen Umstand konsequent sichtbar machen, lassen sich auch Wissenslücke mit Bezug auf bspw. Frauenerwerbstätigkeit im neunzehnten Jahrhundert identifizieren.

Da fehlt das Argument, warum es nur dann möglich sein soll, solche Wissenslücken zu schließen oder? Zumal man dazu auch keine komplette Umstellung der Sprache braucht, eine passende Formulierung innerhalb des Textes macht das sogar klarer als ein Gendern unabhängig von dem jeweiligen Zahlenverhältnissen. Denn dieses verliert gerade dann an Bedeutung, wenn man verinnerlicht, dass es nichts über die konkreten Zahlen aussagt. 

Oder, dass “Arbeiten” und “Muskeln” auch “Kinder rumtragen” meinen könnte.

Wenn in einem Kontext von Arbeiter_innen gesprochen wird würde ich damit dennoch kein Kinderherumtragen verbinden. Auch wenn das durchaus körperlich anstrengend sein kann. Und auch der Zusammenhang mit Muskeln erschließt sich da für mich nicht direkt. 

Die Gender Studies “müssen gendern”, weil sonst dem Fach (und den anderen Fächern auch) Wissen verloren geht, bzw. gar nicht erst entstehen kann, darüber, wer denn wo und wie gearbeitet hat. Und das wiederum hat Folgen für aktuelle Debatten zum Thema Arbeit, wie die Tautologie #working mom beweist.

Das halte ich für ein sehr schwaches Argument. Was erwartet sie von solchen gegenderten Texten? In einem geschichtlichen Text von  „Stahlarbeiter_innen“ ist nicht neutraler und bewahrt auch kein Wissen, es ist schlicht falsch. 

Und wie soll gendern „Working mom“ verhindern? Auch wenn man von „Arbeiter_innen“ spricht wird man sich darunter nicht die Mutter, die zuhause ihre Kinder betreut, vorstellen. Es ist aber auch interessant, dass sie für diesen Text über das deutsche Gendern ein englisches Wort bringt. Vielleicht weil die entsprechende Übertragung die „Berufstätige Mutter“ wäre und das eigentlich recht klar in der Formulierung ist? Oder eben die „Arbeitende Mutter“ bei der ebenfalls eine ganz andere inhaltliche Botschaft besteht. Es wird nicht gesagt, dass Mutter keine Arbeit ist (da haben wir ja sogar im deutschen das Wort der „Hausarbeit“) sondern, dass sie berufstätig ist. 

 

16 Gedanken zu “Many Shades of Gender (12): Wieso müssen die Gender Studies alles gendern?

  1. „Die anderen Formen weisen darauf hin, dass nicht nur Männer (zur Differenzierung Sternchen etc. s.u.) arbeiten und gearbeitet haben, sondern Frauen auch. Erst wenn wir diesen Umstand konsequent sichtbar machen, lassen sich auch Wissenslücke mit Bezug auf bspw. Frauenerwerbstätigkeit im neunzehnten Jahrhundert identifizieren.“

    ‚Ätschi bääätsch, du siehst mich nicht.‘ sagt das kleine Kind und hält sich die Augen zu, damit der Papi beim Versteck spielen es nicht findet. So ist das mit dem nicht sichtbaren, das konsequent sichtbar gemacht werden muss. Infantile Weiblichkeit, so lässt sich gendern auch beschreiben.

    „In einem geschichtlichen Text von „Stahlarbeiter_innen“ ist nicht neutraler und bewahrt auch kein Wissen, es ist schlicht falsch.“ Das ist die Aufgabe, die sich Gender und Feminismus gegeben haben. Frauen darzustellen und geschichtliche Kontexte neu zu deuten oder umzuschreiben. Bedeutende Frauen in der Geschichte – Straßennamen umändern, Frauen bei der NASA im Mondprogramm, Sportlerinnen uvm. werden heute auf neu errichtete Podeste gehoben und als Heroinnen dargestellt, weil sie in der Masse der workingclass heroes untergehen. Fraglich, wie weit hier die Geschichte in der Nachbetrachtung im Sinne des Genderwahns umgedeutet wird. Das alles braucht natürlich eine Blattform und eine eigene Sprache, die die Ungerechtigkeit zum Ausdruck bringt.
    Wenn heute „Anton“ und „Dora“ aus dem Sprachgebrauch verschwinden sollen (weil die Buchstabentafel ein Relikt der NS Zeit ist), dann kann man sich vorstellen, auf welch faschistischem Niveau der Gender und Feminismus Geist unterwegs sind.

  2. „Die Idee, dass von Arbeiter_innen zu sprechen etwas an der Realität ändert, dass Frauen weitaus eher als Männer Teilzeit arbeiten und auch Teilzeit arbeiten wollen und Männer ganz überwiegend der „Hauptverdiener“ sind, ist schon gewagt. “

    Als das Gestottere losging, wurde mir von Feministen genau dieser Grund vorgetragen: Durch die verweiblichte Form soll gerade in den Bereichen, in denen Frauen numerisch unterrepräsentiert sind, darauf hingewiesen werden.
    Bis heute hat mir allerdings niemand ohne noch mehr Gestottere erklären können, warum es nirgends Pädophil_innen, Extremist_Innen, Terrorist_Innen oder Nazi_Innen heißt.

    Das belegt für mich, dass es einfach und allein um eine positive Hervorhebung von Frauen geht.
    Die ganze Gesellschaft soll handeln wie ein Rosenkavalier. Gefälligst! Per Dekret.

  3. Ich erinnere mich an das wunderschöne Beispiel, das Christian vor einiger Zeit in einem Video brachte, von den drei Bauarbeitern die ein Bier trinken wollen, worauf einer der drei sagt: „Geht nicht, ich bin schwanger“. Also die Gendersprache macht schwangere Frauen, die auf dem Bau arbeiten, sichtbar, toll.
    Wie viele gibt´s da von?

  4. „Die Gender Studies “müssen gendern”, weil sonst dem Fach (und den anderen Fächern auch) Wissen verloren geht, bzw. gar nicht erst entstehen kann, darüber, wer denn wo und wie gearbeitet hat.“

    Komisch, wenn es darum geht zu bestimmen welches Geschlecht wann und wo die Opfer und die Täter waren, ging das ja auch schon sehr gut ohne Gendern, wie beweis ja auch schon schreibt, wird da auch heute noch von den gleichen Leuten, die das Gendern fordern, auf das Gendern verzichtet.

    Die Behauptung das „Wissen verloren geht, bzw. gar nicht erst entstehen kann“ klingt falsch, ist whrs. falsch und soll aber besonders wichtig klingen. Wissen entsteht in den Gender Studies ja auch eher nicht. Es wird das meiste einfach in eine ideologische Schablone gepresst, die schon falsch ist und nicht der Realität entspricht. ‚Wissen‘ hat dann genau so einen Wert wie Informationen aus Mythen.

  5. „Die Gender Studies “müssen gendern”, weil sonst dem Fach (und den anderen Fächern auch) Wissen verloren geht, bzw. gar nicht erst entstehen kann, darüber, wer denn wo und wie gearbeitet hat. Und das wiederum hat Folgen für aktuelle Debatten zum Thema Arbeit, wie die Tautologie #working mom beweist.“

    Ich wage zu behaupten, dass darüber, wer wie und wo gearbeitet oder überhaupt wer wie und wo was gemacht hat, ein schon recht gutes Bild über weite Teile unserer Menschheitsgeschichte wie auch der Gegenwart existiert. An dessen Ausgestaltung waren unzählige Menschen beteiligt, die in einschlägigen echten Wissenschaften echte Forschungen betrieben haben. Die auch auf Basis ihrer echten Forschungen im Zuge ihrer echten wissenschaftlichen Tätigkeiten jederzeit offen dafür waren und sind, dieses Bild weiter zu ergänzen oder in Teilen zu revidieren, wenn echte Forschungen echter Wissenschaftler zu echten Ergebnissen führen, welche mit vorherigen Annahmen nicht in Einklang zu bringen sind.

    Wenn sich ausgerechnet Priester aus den Reihen der Genderideologie, die bekanntlich nichts anderes ist, als der Versuch, feministischen Behauptungen einen „wissenschaftlichen“ Anstrich zu verleihen, dazu aufschwingen, sich selbst als jene darzustellen, die einen auch nur irgendwie sinnvollen Ansatz liefern könnten und würden, ein besseres Bild über etwaige Zustände zu erhalten, dann ist das eine nicht mehr zu steigernde Dummdreistigkeit, bedenkt man die Myriaden an Geschichtsrevisionismen und Lügengebäude die die feministische Ideologie über Jahrzehnte so angehäuft hat.

    • It seeks to ‚challenge conventions‘ and shine a ‚feminist light‘ on her story.

      https://www.dailymail.co.uk/tvshowbiz/article-9051419/Jodie-Turner-Smith-seen-Anne-Boleyn-time-convention-busting-Channel-5-drama.html

      Mal eben Geschichte neu schreiben. In anderen Fällen, z.B. mit Gal Gadot (israelisch) als Cleopatra ist es Cultural Appropriation. Aber eine Schwarzafrikanerin als König der Tudors… das ist natürlich super. It is only wrong when they do it. Das sind solche Heuchler.

      • Das Geile bei Gal Gadot: natürlich haben sich die SJWs da nur deshalb aufgeregt, weil sie durch die Bank so dämlich sind und meinen, da würde mal wieder einer Afrikanerin eine Rolle von einer Weißen weggenommen. Dabei war Cleopatra die letzte Pharaonin aus einer aus Griechenland stammenden Dynastie. Und da solche Dynastien der Inzucht nicht gerade abgeneigt waren, glaube ich nicht, dass in Cleopatras Blut viele afrikanische Anteile zu finden gewesen sein dürften. Eine Afrikanerin wäre somit ebenso „ethnisch falsch besetzt“, wie eine Israelin. Das wissen die Deppen aber sicher nicht, denn „cutural appropriation“ zu Ungunsten von Griechen würden sie ganz sicher nicht so enragiert beklagen, denn Griechen sind schließlich auch Weiße und Kolonialisten und was einem noch so an Buzzwords für Unterdrücker einfällt.

        Generell führt dieser ganze Diskurs das Grundkonzept von Schauspiel ad absurdum. Schauspiel bedeutet, jemanden zu spielen. Es ist dafür nicht erforderlich, exakt so auszusehen, wie die gespielte Person. Und schon gar nicht ist es erforderlich, dieselbe ethnische Abstammung zu haben. Es ist nur der Immersion des Publikums zuträglich, wenn zwischen Schauspieler und dargestellter Person gewisse Grundähnlichkeiten vorhanden sind. Was zum Beispiel ausschließt, mal eben einen Mann durch eine Frau zu ersetzen oder einen Weißen von einem Schwarzen spielen zu lassen.

        Dass diese ganze Mischpoke absolut erbärmliche Heuchler sind, merkt man tatsächlich dann, wenn man sich mal ausmalt, wie denn solch ein „Gender- oder Raceswap“ (ich weiß, unfassbar dämliche Worte) von genau denselben Deppen aufgenommen würde, würde er mal nicht den von ihnen präferierten Richtungen folgen. Mach mal in einem Film über die Suffragetten aus Emmeline Pankhurst einen Emil Pankhurst oder (ACHTUNG!!! MAXIMALE TRIGGERWARNUNG!!!) caste in einem Film über das Leben von Dr. Martin Luther King für die Hauptrolle einen George Clooney!

        „Was? Wieso muss der denn unbedingt schwarz sein? Wir wollen uns doch mal von tradierten Bildern, welche uns die patriarchal-kapitalistisch-kolonialistische Gesellschaft eingeimpft hat, lösen! Deshalb war unser einziges Casting-Kriterium, jemanden zu finden, der mit Oberlippenbart und Brille gut aussieht. Und ihr wollt doch nicht wirklich behaupten, dass das auf den George nicht zutrifft, oder?!“

        Oh Himmel. was wäre da los??? Aber umgekehrt ist es nicht nur egal, sondern gar noch als besonders progressiv erstrebenswert. Unfassbar, wie man mit solchen Doppelstandards durchs Leben gehen kann, ohne komplett den Verstand zu verlieren… wobei…?!

        • Es gibt in den USA irgendwie die Vorstellung, dass die alten Ägypter schwarz gewesen wären.

          Die haben halt keine ägyptischen Büsten rumstehen.

  6. Und da war da noch der eigentlich äußerst kompetente Historiker, der doch glatt in einer Fernsehsendung zur Völkerschlacht bei Leipzig (vergangenen Sonntag) von den ‚Studierenden‘ in Leipzig berichtete. Merke, dieser erbärmliche Slang ist auch noch hochgradig ahistorisch.

    • Der Clip stammt aber noch aus der letzten Periode. Inzwischen sind wir weiter: Jetzt kommt das Weihnachtswesen nicht mehr alleine, sondern mit der maskierten Jugendamts-Zofe zur begleiteten Geschenkeübergabe. Damit da auch kein „ho ho ho“ oder eine andere unangemessene Ansprache erfolgt.

    • OT: Was mir gerade auffällt. Der Aufruf von Drittseiten ist bei mir standardmäßig blockiert, Javascript ebenfalls. Daher sieht man dein Video nicht. Ein Hinweis auf externe Inhalte wäre grundsätzlich nicht schlecht. Abgesehen von einer fehlenden kurzen Erläuterung.

      Was das Video angeht, würde mich ja mal interessieren, von wann das wirklich ist. Also nicht, wann es bei youtube hochgeladen worden ist. Irgendwie habe ich leichte Zweifel, dass das Video wirklich erst rund 2 Jahre alt ist. Woran ich allerdings gar keinen Zweifel habe ist, dass so ein Video heutzutage nicht mehr von unseren zwangsfinanzierten ÖR gesendet werden würde.
      Ganz imGegeteil.

  7. „Klingt erst mal lustig, in ersterem Fall aber wird Wissen reproduziert, dass Arbeit männlich ist, etwas mit Muskeln und Stahl und Familie ernähren zu tun hat und sowieso nur Erwerbsarbeit meint.“ Dieses sogenannte Wissen ist offenbar nach Ansicht dieser Professorin unzutreffend und muß entsorgt werden. Daß sie es als „Wissen“ bezeichnet, zeigt, daß die Kategorien „Wissen“ und „Wahrheit“ bei ihr in keiner Beziehung stehen. Weiter unten muß aber unbedingt verhindert werden, daß „dem Fach (und den anderen Fächern auch) Wissen verloren geht“; „Wissen“ ist also jetzt etwas unbedingt Erstrebens- und Erhaltenswertes. Aus diesen und ähnlichen Gründen, die ich nicht weiter auseinanderklamüsern mag (z.B.: ein Wort wie „Arbeit“ „meint“ nichts (meinen ist ein bewußter Akt), es bedeutet nur etwas oder wird in einer bestimmten Bedeutung gebraucht, um Gemeintes auszudrücken), liegt bei dieser Professorin m. E. eine völlige Verschluderung von Sprache und Denken vor.

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