Die Angst der Männer vor Falschbeschuldigung (Gastartikel)

Ein Gastartikel von Renton

Vorbemerkung: Dieser Text soll eigentlich kein Einzelwerk sein, sondern ergänzt werden durch einen Text „Die Angst der Frauen vor Vergewaltigung“. Wenn semikolon, die fleißige Forumsfeministin, einen dementsprechenden Text ergänzt hat, wie es in diesem Diskussionsstrang vereinbart wurde, würde ich mich freuen, wenn die beiden Artikel gegenseitig verlinkt werden.

Zur Sache:

Immer wieder kommt es vor, dass bei Diskussionen über Sexualstraftaten Männer einwerfen, dass ein Teil dieser Sexualstraftaten nur vorgetäuscht sei. Umgekehrt ist es ebenfalls so, dass bei Diskussionen über die Opfer solcher Falschbeschuldigungen, Frauen darauf bestehen, dass Vergewaltigungen viel öfter vorkämen als Falschbeschuldigungen. Was tatsächlich häufiger vorkommt ist angesichts unmöglich zu ermittelnder Dunkelziffern letztlich nicht bestimmbar, und darum soll es hier auch nicht gehen. Es soll hier – in Ergänzung durch einen zweiten Text von einer Frau – vielmehr ein Beitrag dazu geleistet werden, zu verstehen, warum Männer bzw. Frauen beim jeweiligen Thema so leicht getriggert und dazu verleitet werden, ein im Prinzip völlig anderes Thema mit in die Diskussion einzubringen, mit dem erkennbaren Ziel, das Ursprungsthema als unbedeutend erscheinen zu lassen, mit anderen Worten, zu verharmlosen.

Meine These ist, dass Männer bzw. Frauen bei dem Thema „Falschbeschuldigung“ bzw. „Sexualstraftat“ die Angst befällt, dem jeweiligen Verbrechen desto leichter zum Opfer fallen zu können, je ernster das jeweils andere Verbrechen genommen wird. Konkret: Männer fürchten, in einer Gesellschaft, die hypersensibel auf Sexualstraftaten reagiert, zum Opfer von Falschbeschuldigung und ihren Folgen zu werden; Frauen befürchten, dass eine Gesellschaft, die die Möglichkeit von Falschbeschuldigungen bei Sexualdelikten anerkennt, ihnen keinen maximalen Schutz vor Sexualstraftaten gewährt. Da die jeweiligen Ängste zum einen sehr groß, zum anderen aber geschlechtsspezifisch sind, herrscht auf beiden Seiten großes Unverständnis für die Ängste der jeweils anderen Seite.

Ich werde im folgenden über die Angst von uns Männern vor Falschbeschuldigung aus einer rein subjektiven Perspektive erzählen. (Wenn man so will, erzähle ich also eigentlich nur von der Angst eines einzigen Mannes, mir selbst. Aber ich glaube, dass sich sehr viele Männer in meinen Schilderungen wiederfinden.) Die Zielgruppe dieses Textes sind vorrangig Frauen, die nicht verstehen, wieso Männer große Angst, zumindest große Sorge, vor Falschbeschuldigung haben. Sie werden nach dem Lesen dieses Aufsatzes vielleicht größeres Verständnis zeigen. Aber auch Männer sind natürlich herzlich eingeladen, die folgenden Ausführungen durch ihre Gedanken zu ergänzen.

Wahrscheinlich hat sich jeder Mensch schon einmal gefragt, wie es wäre, unschuldig eines Verbrechens verdächtigt zu werden. Schon als Jugendlicher schien mir unter den vielen Verbrechen, derer man unschuldig bezichtigt werden kann, Vergewaltigung mit das Schlimmste zu sein. In Diskussionen über Moral war es das einzige Nicht-Tötungs-Delikt, für das auch mal von jemandem die Todesstrafe gefordert wurde. Die Schwere des Verbrechens war – und ist, liebe Feministinnen – allgemein anerkannt. Dennoch unterschied es sich in einer schwierig zu beschreibenden Weise von sogar noch schwereren Delikten wie Mord. Vielleicht, weil es mit Sex zu tun hat – in dem Alter für mich interessant und unbekannt zugleich – wirkte die Vorstellung, (unschuldig) einer Vergewaltigung bezichtigt zu werden, irgendwie besonders unheimlich. Aber da war noch mehr.

Es war zum einen die Aggressivität, mit der viele auf Vergewaltiger, und zwar natürlich auch vermeintliche, reagieren. Ich glaube, wenn heute das Gerücht umginge, dass ich vor Jahrzehnten meinen Nachbarn erschlagen und dafür eine Gefängnisstrafe verbüßt hätte, würden mich viele Mitmenschen meiden. Aber wenn das Gerücht lautete, dass ich meine Nachbarin vergewaltigt hätte, würde die darauffolgende soziale Ächtung rabiat durchgesetzt. Wenn ein verurteilter Mörder eine Kneipe betritt und sich an einen Tisch setzt, setzen sich die anderen weg. Wenn sich ein verurteilter Vergewaltiger an den Tisch setzt, wird er aufgefordert, sich wegzusetzen; erst verbal, dann, wenn er darauf besteht, zu bleiben, auch handgreiflich. Als bekannter Mörder mag ich Schmierereien an meiner Hauswand oder Hundekot in meinem Briefkasten finden. Als bekannter Vergewaltiger würde ich nachts dunkle Gassen meiden, aus Angst, von der Dorfjugend verprügelt zu werden.

Ein weiterer Aspekt unterscheidet für mich die Falschbeschuldigung mit Vergewaltigung von der mit Mord. Als ich noch ein Kind war hieß es in der Zeichentrickserie „Prinz Eisenherz“ einmal, vor Gericht „ist es besser, hundert Schuldige freizulassen, als einen Unschuldigen zu verurteilen“. Als Jugendlicher lernte ich das Prinzip „in dubio pro reo“ kennen, „im Zweifel für den Angeklagten“, und es erschien mir beruhigend. Doch dann hörte und las ich Berichte über die Wirklichkeit deutscher Strafverfahren. Ich hörte von Fällen, in denen Menschen aufgrund von nichts anderem als Glaubwürdigkeitsgutachten schuldig gesprochen wurden. Ich sah das Interview mit einem Richter, der erklärte, im Zweifelsfall müsse „der Richter dem Beschuldigten tief ins Herz gucken, um die Wahrheit zu erkennen. Richter können das.“ Ich mochte zuerst nicht glauben, dass mein Schicksal im Zweifel vom Geschick einer Lügnerin – auf nichts anderes läuft ein Glaubwürdigkeitsgutachten hinaus – oder der Selbstüberschätzung eines Richters abhängt, doch genau so könnte es kommen. Wo es bei einem Mord wenigstens eine Leiche, bei einem Bankraub verschwundenes Geld gibt, also zumindest einen Beleg, dass auch tatsächlich ein Verbrechen stattgefunden hat, reicht bei einer Vergewaltigung im Zweifelsfall eine glaubwürdige Zeugenaussage.

Beides zusammen – die enorme soziale Ächtung von Vergewaltigern und die prinzipielle Möglichkeit, dass eine Verurteilung wegen Vergewaltigung ohne echte Beweise für Täterschaft, ja sogar ohne Beweis, dass überhaupt ein Verbrechen verübt wurde, erfolgen kann – macht die Falschbeschuldigung mit Vergewaltigung für uns Männer so bedrohlich. Ich sage es offen: Ich habe Angst vor einem regelrechten Hexenprozess, der nicht im 17. Jahrhundert oder in einem rückständigen Dritteweltland, sondern heute, hier bei uns in Deutschland, mich treffen kann. (Beispiel: Horst Arnold.) Ich habe Angst vor den Repressalien durch diejenigen meiner Mitmenschen, die ein Gerichtsurteil entweder nicht abwarten oder nicht anerkennen wollen. (Beispiel: Jörg Kachelmann.) Denen die Beschuldigung reicht, um mich meine Arbeitsstelle verlieren zu lassen; denen die Beschuldigung reicht, um sogar handgreiflich zu werden. Hexenprozesse und ein wütender Mob gehen oft Hand in Hand.

Entscheidend bei dieser Bedrohung ist die Machtlosigkeit, mit der ich mich ihr ausgesetzt sehe. Galt bei einem Prozess schon immer der Spruch „Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand“, so gilt er umso mehr in einem Indizienprozess. Ich bin ein kräftiger Mann mit Kampfsporterfahrung, aber es schaudert mich der Gedanke, vor meine Tür zu treten und mich mehreren Männern gegenüber zu stehen, die mir übel wollen, weil sie der festen Überzeugung sind, ich sei ein Sexualstraftäter, und die „das Recht in ihre eigene Hand nehmen wollen“. Wer nun entgegenhält, das komme doch praktisch nicht vor – Statistiken darüber gibt es aber nicht – übersieht den entscheidenden Punkt. Es sind dies Gedanken, die jeder Mann hat, wenn er über die Möglichkeit einer Falschbeschuldigung nachdenkt. Es sind Ängste, die aus dem Gefühl der Machtlosigkeit entstehen, das eine reale Grundlage hat. Solche Ängste kann man nicht „wegdiskutieren“.

Wenn auf Twitter mal wieder der Hashtag #believewomen, zu deutsch: „Glaubt Frauen!“, trendet, retweeten das viele, überwiegend Frauen, weil sie Frauen vor Vergewaltigung schützen möchten. Doch an kommt bei vielen, überwiegend Männern, nur #jeopardizemen, zu deutsch: „Gefährdet Männer!“ Ich hoffe, ich konnte klarmachen, warum.

195 Gedanken zu “Die Angst der Männer vor Falschbeschuldigung (Gastartikel)

  1. Die potentielle Gefahr durch einen aufgebrachten Mob hatte ich noch gar nicht im Visier.

    Selbst wenn man grundsätzlich Vertrauen zu unserem Rechtssystem hat, bleibt immer was hängen.
    Bei einem Fall in meinem Bekanntenkreis vor ein paar Jahren verlor der Betroffene seine Familie und fast seinen ganzen Freundeskreis, und wurde beruflich abgesägt. Er wohnt inzwischen in einer anderen Stadt.
    Die Beschuldigerin hatte keinerlei negative Folgen zu tragen.

    • „Die Beschuldigerin hatte keinerlei negative Folgen zu tragen.“ Weil sie als Opfer entsprechende Unterstützung bekommt und nicht hinterfragt wird. Das ist ein Privileg der Frauen, das sich Feministinnen über entsprechende Lobbyarbeit in den letzten Jahren erarbeitet haben. Feministinnen haben eine neue Definition der Opferrolle erreicht: wer sich als Opfer fühlt, ist Opfer und wird nicht hinterfragt (weil #believewomen).

  2. Auch wenn ich konkret keine Angst vor einer Falschbeschuldugung habe, aber die Gedanken dazu hast du sehr gut beschrieben!
    Wenn dann irgendwelche *** sinngemäß schreiben, dass wir Männer uns da nicht so haben sollen, dann triffts halt mal nen Unschuldigen, was solls … dann könnte ich ausrasten.

    • „Auch wenn ich konkret keine Angst vor einer Falschbeschuldugung habe, aber die Gedanken dazu hast du sehr gut beschrieben!“

      Neutral gemeinte Frage: Wie würdest Du es nennen, wenn Du konkret keine Angst hast, also aktuell keine Falschbeschuldigung fürchtest, aber die ja doch von einer gewissen ‚Sorge‘ zeugenden Gedanken kennst, weil Du sie schon mal gehabt hast?

      Ich habe während des Schreibens des Ausatzes überlegt, ob ich von Angst oder von Sorge sprechen will. Mit ‚Sorge‘ können sich wahrscheinlich mehr Männer identifizieren, weil einige den Begriff ‚Angst‘ für übertrieben halten; manche mögen auch nicht gerne zugeben wollen, Angst zu haben.

      Aber da das beschriebene Gesprächsverhalten in (Online-)Diskussionen ohne eine regelrechte, wahrscheinlich tiefsitzende Emotion nicht zu erklären ist, habe ich mich für Angst entschieden. Entscheidend ist für mich aber nicht der Begriff, sondern die damit verbundenen Gedanken, die auf die eine oder andere Art bei so ziemlich jedem Mann vorhanden sein dürften und ihre Wirkung entfalten.

      • „Sorge“ triffts m.M.n. recht gut.
        „Angst“ ist für meine Begriffe etwas, das man beständig vor Augen hat. „Sorge“ ist etwas schwächer, da ist man sich bewusst, dass es im Falle des Falles so schlimm werden könnte. Dann gäbs ja noch „Panik“, wo die Bedrohung ständig so stark vor Augen ist, dass man an gar nichts anderes mehr denken kann (oder so ähnlich).

  3. „Es sind dies Gedanken, die jeder Mann hat, wenn er über die Möglichkeit einer Falschbeschuldigung nachdenkt.“

    Sorry, nein. Solche Gedanken habe ich nicht. Und ich behaupte einfach mal, dass die Mehrheit der Männer keinerlei Angst davor hat, falsch beschuldigt zu werden.

    • Wäre ich schwul, würde ich mir über das Thema auch keine Gedanken machen. Du hast es da ungleich leichter. Ich habe mal im Kollegenkreis eine rachsüchtige Frau in voller Aktion gesehen und glaub mir, dass möchtest du nicht erleben.

    • „Und ich behaupte einfach mal, dass die Mehrheit der Männer keinerlei Angst davor hat, falsch beschuldigt zu werden.“
      Weil sie sich vielleicht unter dem Schutz einer Frau befinden. Vergewaltigungsvorwürfe oder häusliche Gewalt bedroht aber auch diese Männer, was sie vielleicht nicht wissen, denn warum sollen diese Männer sich mit diesem Bedrohungspotential beschäftigen. Spätestens bei der Trennung/Scheidung wird deutlich, welch wirkmächtige Gesetze den Frauen entsprechende Macht verleihen.

      Es wäre besser, diesen unkundigen Männer etwas Aufklärung zu gönnen. Jeder Mann sollte Maskulist sein.

    • „Und ich behaupte einfach mal, dass die Mehrheit der Männer keinerlei Angst davor hat, falsch beschuldigt zu werden.“

      Schauen wir einfach mal, was die völlig unrepräsentative Stichprobe in diesen Kommentarspalten ergibt.

      • Ich hatte früher auch keine merkliche Angst oder Sorge, dass mir nach einer Beziehung oder einem ONS so etwas passieren könnte. Das halte ich noch immer für recht unwahrscheinlich.

        Aber wenn es um etwas geht, wenn eine Trennung mit Kindern oder Materiellem erfolgt, dann ist Falschbeschuldigung durchaus gängig. Und da bekommt man als Mann zurecht Angst.

        Vor allem wenn es um Kinder geht. Bei vielen Diskutanten hier wird irgendwann mal die Liebe zu den eigenen Kindern die zentrale Priorität von Sex ablösen – und damit werden die Kinder *wirklich* wichtig.
        Wenn einem die Kinder aber plötzlich komplett weggenommen werden sollen, weil die Frau die Allgemeinverfügungsgewalt haben will, dann sind Falschbeschuldigungen alltäglich. Egal, welche Beratungsstelle du anrufst oder welchen Fragebogen du ausfüllst, immer kommt ganz oben die Frage, ob dir Gewalt oder sexuelle Übergriffe gegen Kinder und/oder Frau vorgeworfen werden.

        Das schreiben und fragen die wirklich nicht, um einen zu schockieren.

        Ich kenne mehrere Männer, die ihre Kinder nicht mehr oder nur in Begleitung sehen dürfen. Und die halte ich weder für Gewalttäter noch für Pädophile.

        Es gibt meiner Meinung nach drei Bereiche, in denen Falschbeschuldigungen üblich sind:
        1. Frau möchte nach Ehe Materielles
        2. Frau möchte nach Trennung Alleinherrschaft über Kinder plus optimale Versorgung
        3. Frau will sich rächen und den Mann quälen, der sie nicht mehr mag oder sich sogar mit der Zeit vor ihr ekelt.

        Der Rest sind Einzelfälle für die Boulevardpresse.

          • „Ja, mit Kindern ist Mann erpressbar und Rache wird unmöglich, wenn man Schaden von den Kindern abhalten will.“

            Danke für diesen Satz. Er definiert einen weiteren Aspekt in der Einordnung von Männlichkeit, die immer nur als triebgesteuert, machtbesessen und schädlich definiert wird.

    • Richtig, ich habe keine Angst vor Falschbeschuldigung. Das Eintreten des Szenarios (Falschbeschuldigung mit weitreichenden Folgen) ist mir einfach zu unwahrscheinlich. Ich mache mir nur darüber Gedanken, wenn andere damit kommen – wie etwa hier regelmäßig.
      Ich bin kein Star, habe nicht sonderlich viel Geld – Frauen haben kein Grund, mich wegen der damit verbundenen Aufmerksamkeit oder für ein Schweigegeld zu beschuldigen.
      Auch bin ich nicht mehr der Jüngste, ich date keine unerfahrenen Jugendlichen, die sich im Zweifelsfall gegenüber ihren Eltern rausreden müssen.
      Ansonsten gilt der Grundsatz: Don’t stick your dick in crazy! Um Frauen mit Cluster-B-Hintergrund macht man einen Bogen, selbst wenn sie leichter verfügbar sind.

      Ein gewisses Restrisiko bleibt natürlich immer. Theoretisch könnte ich auch jederzeit bei einem Verkehrsunfall sterben. Trotzdem mache ich mir da keine großartigen Gedanken darüber. Ich fahre aus Gewohnheit vorsichtig, das sollte reichen.

      Der Beruf bleibt natürlich bei manchen ein wunder Punkt, das sehe ich ein. Als Mann, der im pädagogischen Bereich arbeitet, sollte man sich Gedanken zum Thema machen. Dort gelten für Männer andere Verhaltensregeln als für Frauen. Oder in Bereichen, in denen sehr hoher Konkurrenzdruck herrscht, und Männlein wie Weiblein dazu neigen, sich mit unlauteren Mitteln der Konkurrenz zu entledigen. Aber in den meisten Berufen ist das ein vernachlässigbares Problem.

      • „Ich mache mir nur darüber Gedanken, wenn andere damit kommen – wie etwa hier regelmäßig.
        Ich bin kein Star, habe nicht sonderlich viel Geld – Frauen haben kein Grund, mich wegen der damit verbundenen Aufmerksamkeit oder für ein Schweigegeld zu beschuldigen.
        Auch bin ich nicht mehr der Jüngste, ich date keine unerfahrenen Jugendlichen, die sich im Zweifelsfall gegenüber ihren Eltern rausreden müssen.“

        Du bist nicht mehr der Jüngste, aber du hast ein Vorleben. In diesem warst du mit Sicherheit auch aktiv an einem gesellschaftlichen Leben beteiligt, vielleicht sogar mit unerfahrenen Jugendlichen. Vielleicht hattest du auch Sex. Sicher, dass da nicht Jemand mit den Wedel machen will? Oder vielleicht den Kevin Spacey oder den Polanski? Es soll ja nichts vergessen werden und muss verfolgt werden.

        „Warum sollte es bei Sexualdelikten keine Verjährung geben?

        Klaus Laubenthal: Die Verjährung ist ein Strafverfolgungshindernis. Das heißt, von Seiten der staatlichen Strafverfolgungsbehörden bleibt ein Tatvorwurf offen. Es wird in der Sache nicht weiter aufgeklärt und auch nicht entschieden. Die Verjährung führt zu einem strafrechtlichen Vakuum.“
        https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/sexualdelikte-warum-ein-wuerzburger-jurist-gegen-verjaehrung-ist-art-10418023

        Sicher, dass du nicht mal eine zu junge Freundin vor 40 Jahre hattest oder 50 Jahren? https://www.humanrights.ch/de/ipf/menschenrechte/kinder/unverjaehrbarkeit-sexueller-straftaten-kindern Sexting ist aktuell ein großes Thema. Es geht nicht mehr um die Frage ob es eine Verjährung in Zukunft gibt, sondern wann diese abgeschafft wird.
        Man kann sich nur wild ausmahlen, wie die Zukunft aussieht. Digitale Überwachung und unbegrenzte Speicherung von Daten zur Auswertung wird die heutige Jugend zu Täterinnen machen. Warum findet zur Zeit eine Debatte in der EU über das Recht auf Verschlüsselung statt? Behörden schieben hier die Terrorbekämpfung und Pornografie vor. Ich glaube nicht daran, dass es dabei bleibt. Warum dieses fokusieren auf rechten Hass bei in Sozialen Netzwerken/whatsapp? Da gibt es Forderungen die Verschlüsselung zu verbieten, damit Behörden die Kommunikation auswerten können. Da klinken sich dann auch ganz schnell die feministischen Schranzen mit ein, weil Hass auf Frauen dann ja gleich mitbekämpft werden kann. Der Begriff Hass und Hetze wurde ja schon ordentlich medial zementiert.

        Aufwachen Leute. Das ist kein Märchen mehr, bei dem die böse Hexe im Feuer brennt und alles gut wird. Das ist das böse Märchen, bei dem alle verlieren.

        • „Sicher, dass da nicht Jemand mit den Wedel machen will? Oder vielleicht den Kevin Spacey oder den Polanski? Es soll ja nichts vergessen werden und muss verfolgt werden.“

          Nochmal: Warum sollte das jemand tun? Wenn eine Frau das macht, handelt sie sich Stress mit den Behörden und Anwaltskosten ein – einen Vorteil hat sie nicht. Echte oder vermeintliche Vergewaltigungsopfer bekommen nur dann Aufmerksamkeit und Geld, wenn der Täter reich und berühmt war.
          Im normalen Leben der Nicht-Prominenten zeigen Frauen nicht mal reale Sexualdelikten gegen sie an, weil ihnen das alles zu mühevoll und intim ist. Da müssen wir nicht über Sexualdelikte reden, die es nie gab.

          • Jolanda,

            „Warum machen Frauen das?“

            Frustration und Minderwertigkeitskomplexe im Vergleich mit Mann/Männern die sich durch ständige Nabelschau in einer Endlosschleife selbst verstärken und als Hass kulminieren.

            Aus der von Dir verlinkten Buchbesprechung:

            „Der Ausgangspunkt für Harmanges Misstrauen und ihr Unbehagen gegen Männer hat aber auch noch andere Gründe: Die meisten Männer leben ihre Privilegien, ohne diese zu hinterfragen. Das sind unzählige kleine Dinge im Alltag, die zusammen schwer wiegen: Männer beherrschen den öffentlichen Raum, sie lassen Frauen oft nicht zu Wort kommen oder aussprechen und sind oft sexistisch. Harmange zeigt sehr genau, wie all das dazu führt, dass Frauen ihr Leben einschränken.“

            Alleine das „Männer beherrschen den öffentlichen Raum“ muss man sich mal überlegen. Für einen Mann beherrschen eher sexuell attraktive (oder sexuell attraktiv dargestellte) Frauen den öffentliche Raum. So verschieden ist die Wahrnehmung.

            Und ein Zitat aus dem Harmage-Büchlein:

            „Wir hassen Männer, indem wir Ihnen bestenfalls mit unterkühlter Toleranz begegnen, weil sie überall sind und wir uns notgedrungen mit ihnen arrangieren müssen.“

            Und deswegen nimmt sowas keiner ernst. Wobei die Wahl von Lila als Buchdeckelfarbe doch so schön retro ist…

      • Ich bin kein Star, habe nicht sonderlich viel Geld – Frauen haben kein Grund, mich wegen der damit verbundenen Aufmerksamkeit oder für ein Schweigegeld zu beschuldigen.

        Es reicht, wenn du dich an einem schönen Tag auf oder in die Nähe eines Kinderspielplatzes setzt, um aktenkundig zu werden.
        Oder aber du treibst dich als Rentner zu lange in der Nähe einer Kita herum und wartest, bis die Polizei dich mitnimmt und erkennungsdienstlich behandelt. Finde ich auf lawblog.de leider auf die Schnelle nicht wieder.
        Das ist zwar keine konkrete Falschbeschuldigung, dürfte dem aber in der sozialen Außenwirkung schon recht nah kommen.

        • Unrepräsentative Einzelereignisse, die von Medien und Blogs freudig aufgegriffen werden, das übliche Briefträger-beißt-Hund-Muster.
          Ich bestreite ja nicht, dass so etwas auch mal vorkommt. Nur halte ich die Eintrittswahrscheinlichkeit für den Otto-Normal-Mann für zu gering, als dass er sich darüber Gedanken machen müsste.

          Wie viele Falschbeschuldigungen kennst du denn aus dem realen Leben, nicht aus den Medien?
          Mir sind nur ein paar Lehrer bekannt, die von (Ex-)Schülern angezeigt wurden. Ansonsten blieb es beim üblichen Getratsche, von dem kein Richter oder Polizist je etwas mitbekommen hat und das auch keinerlei berufliche Konsequenzen hatte.

          • Unrepräsentative Einzelereignisse, die von Medien und Blogs freudig aufgegriffen werden…,

            Von den Medien eher weniger. Denn womit sollte man denn Schlagzeile machen, wenn „nur“ ein Mann Opfer einer Falschbeschuldigung/Falschverdächtgung wird uns sich dann auch noch seine Unschuld herausstellt.

            Wie viele Falschbeschuldigungen kennst du denn aus dem realen Leben, nicht aus den Medien?

            Wie jetzt? Die aus den Medien (Tageszeitung, Nachrichten etc.) sind alles keine realen Fälle sondern alle nur ausgedacht? Quasi Scripted Reality wie aus dem TV? Das hätte ich jetzt nicht gedacht.

            Mir sind nur ein paar Lehrer bekannt, die von (Ex-)Schülern angezeigt wurden.

            Als Falschbeschuldigung? Ein paar? Und das reicht dir nicht?

            Ansonsten blieb es beim üblichen Getratsche, von dem kein Richter oder Polizist je etwas mitbekommen hat und das auch keinerlei berufliche Konsequenzen hatte.

            Das übliche Getrasche dürfte auch ohne juristische und konkrete berufliche Konsequenzen schon genügend negative Auswirkungen haben. Zumal sich berufliche Konsequenzen mangels Vergleich ja gar nicht abschätzen lassen.

            Achso – wie viele „reale“ Fälle ich kenne. Derzeit insgesamt drei, wobei ich selbst auch Betroffener bin.
            https://allesevolution.wordpress.com/2020/12/13/die-angst-der-maenner-vor-falschbeschuldigung-gastartikel/#comment-584565
            Man soll Trollen wie dir ja nichts Schlechtes wünschen, vielleicht kommst du aber auch mal in den zweifelhaften Genuss, fälschlicherweise beschuldigt zu werden – dazu möglichst mit einem sozial besonders geächteten Vorwurf.

  4. „(Beispiel: Horst Arnold.) Ich habe Angst vor den Repressalien durch diejenigen meiner Mitmenschen, die ein Gerichtsurteil entweder nicht abwarten oder nicht anerkennen wollen. (Beispiel: Jörg Kachelmann.) Denen die Beschuldigung reicht, um mich meine Arbeitsstelle verlieren zu lassen; denen die Beschuldigung reicht, um sogar handgreiflich zu werden. Hexenprozesse und ein wütender Mob gehen oft Hand in Hand.“

    Ich teile diese Angst zu 100%. Und sie lähmt mich, lässt mich sozial isoliert zurück, weil ich beständig Angst habe.
    Über Horst Arnold habe ich gelesen, dass er die volle Strafe absitzen musste, der Richter ihm anbot, wenn er geständig sei, bekomme er Straferlass. Arnold konnte aus gutem Grund die Tat (die es ja nicht gab) nichts eingestehen. Er saß 5 Jahre im Gefängnis und starb nach der Freilassung.

    Ich kenne einen Lehrer, bei dem eine Schülerin behauptete, dass er sie berührt hat. Keine Zeugen, keine konkreten Tatzeitpunkte, nur die Anschuldigung. Dem ist Abends ein Mob aus Freunden der Schülerin aufgelauert und wollte ihn zur Rede stellen. Nach Anzeige bei der Polizei, sofortiger Hausdurchsuchung (Verdacht auf weitere Straftaten) und Ermittlungen, wurde er zuerst freigestellt und dann entlassen. Was aus ihm wurde, weiß ich nicht weiter.
    Unter Lehrern gibt es ein ungeschriebenes Gesetz: sei nie alleine mit einer Schülerin. Niemals! Solange ein Lehrer in der Klasse ist, hat er nichts zu befürchten, außer die ganze Klasse stellt sich gegen ihn. Rektoren sind gesellschaftlich unter Druck jedem Vorfall Glaube zu schenken, denn geht er einem Vorfall nicht nach, dann macht er sich mitschuldig Missbrauch zu decken (vgl. Vorgänge in der Kirche). Das heißt es wird eher eine Überreaktion geben, als im Zweifel für den Angeklagten. Die Unschuldsvermutung wurde schon abgeschafft.
    Und die Grundstimmung in den Schulen ist mittlerweile sehr aufgeheizt. Soziale Medien und eine Null Toleranz Politik gegenüber Fehlern (die ist weniger festes Gesetz, als mehr eine moralische Anforderung sich unbefleckt/sauber darzustellen) machen es heute leicht, jeden Mackel mit Scham zu behaften und Menschen bloß zu stellen. Mobbing an den Schulen ist ein großes Problem (nicht nur bei den Schülern).

    Ein Wendepunkt sehe ich im Fall Gina-Lisa Lohfink. Damals gab es große Debatten zum Thema, wann man einer Frau glauben muss. Zum Glück gab es beim Fall Lohfink einen Film, aber bitte nicht vergessen, das heimlich filmen ist ein Eingriff die Privatsphäre und auch strafbar. Als Mann gibt es keine Möglichkeit richtig zu handeln, im zweifelsfall ist er fällig und einer ihn anschuldigenden Frau und ihren Rachephantasien ausgeliefert.

    In diesem Zusammenhang möchte ich hier auch auf die Psychologie verweisen, die feststellt, dass gerade Mädchen zu relationaler Gewalt neigen (Mobbing, Ausgrenzung, verbale Gewalt, etc.): „Indirekte, soziale oder relationale Aggression liegt vor, wenn eine Person über die sozialen Beziehungen versucht, einer anderen Person Schaden zuzufügen. Während Jungen häufiger als Mädchen direkte Formen aggressiven Verhaltens zeigen, scheinen die Mädchen eher indirekt- oder relational-aggressive Verhaltensweisen zu wählen.“ Q. https://econtent.hogrefe.com/doi/full/10.1026//0942-5403.9.4.231 und https://www.beltz.de/fileadmin/beltz/leseproben/978-3-621-27803-4.pdf

    Die Bedrohungslage für Männer durch Frauen ist real. Ich rechne in den kommenden Jahren mit zwei steigenden Phänomenen:
    1. ein Anstieg der Suizidrate bei Männern, weil sie sozial vernichtet wurden
    2. ein Anstieg der Gewalt gegenüber Frauen, weil Männer sich ab einem bestimmten Punkt realtionaler Gewalteinwirkung von Täterinnen, nicht mehr zu verteidigen wissen und auch keine Hilfe bekommen.

    Den letzten Punkt kann man dann besser verstehen, wenn man bei Arne in den letzten Tagen die Beiträge zur Förderung des Vereins Forum Soziale Inklusion gelesen hat und sich die Reaktionen auf taz und Spiegel durchliest. Das ist eine Sprache des Hass und der Hetze, gegen die Mann machtlos ist. Mich hat die Darstellung zumindest tief getroffen.

    Wenn heute von einer Rape Culture gesprochen wird, dann denke ich als erstes an Männer, die unter der relationalen Gewalt von Frauen leiden. Das sind die täglichen Hasstiraden in den Medien, Twitterkampagnen oder die gewaltsame Umsetzung der Gendersprache. Betrachtet man #aufschrei oder #metoo unter den Aspekten relationaler Gewalt, dann sollte klar sei, dass wir hier Täterinnen bei ihrem Tun erleben.

    Jedem Mann, der sich auch nur halbwegs mit dem Feminismus der letzten Jahre beschäftigt, muss klar sein, dass er gefährdet ist.

    • Was ich immer sage, und was an dem hier dargelegt schön zu sehen ist, das Kern des Problems ist nicht die einzelne Falschbeschuldigerin an sich, sondern das gesellschaftliche Klima.
      Sie macht es ja nur, weil sie sich der Reaktion der Öffentlichkeit, der Medien, der Justiz (noch ?) sicher sein kann.
      Dabei ist bei der Gruppe der Frauen eine prinzipielle, oft hirnlose weibliche Solidarität gegen Männer zu beobachten, die sofort anspringt und nur wenige Frauen haben genug Grips, Gefühl und Anstand zu widersprechen.
      Bei den Männer wiederum ist im Gegenteil dazu das praktisch völlige fehlen eine männlichen Solidarität die analog der der Frauen wäre zu beobachten. Männer schweigen entweder aus Angst vor der Macht der Frauen, da sie ja sofort mit stigmatisiert werden, oder sie nehmen, sei es aus Kalkül oder instinktiv die Rolle des Frauenbeschützers ein.
      Das ganze scheint mir doch ein weitgehend angeborenes Verhalten, was sicher schwer zu durchbrechen ist. Man sollte als Einzelner aber keine Angst haben, aber gesunde Vorsicht walten lassen. Und Männer sollten sich mal fragen, ob es nicht viel mehr männlicher Stärke und Unabhängigkeit entsprechen würde einen Fall objektiv zu betrachten, als sich in vorauseilendem Gehorsam oder einfach aus Angst der heulenden Meute anzuschließen. Welche von beiden Reaktionen zeigt wohl mehr Charakterliche Stärke, die doch eigentlich immer mit Männlichkeit assoziiert wird. Aber scheinbar unterliegt das kulturelle Konstrukt männlicher Stärke wie alles andere auch dem Vorbehalt der Absegung durch weibliches Urteil. Im Zweifelsfalle ist von den Damen dann doch nicht der immer so beschworene starke unabhängige Mann gefragt, sondern der, der wie ein Hund auf Kommando loshetzt.

    • „Unter Lehrern gibt es ein ungeschriebenes Gesetz: sei nie alleine mit einer Schülerin. Niemals!“

      Ich gehe davon aus, dass Horst Arnold dieses Gesetz kannte und angewandt hat.
      Hat ihm aber nichts gebracht:
      1. War die Falschbeschuldigerin eine Lehrerin.
      2. Befand er sich ja nicht einmal im selben Raum zum angeblichen Tatzeitpunkt.

      Ich erinnere mich, dass er sie angeblich in einer 5-Minuten-Pause im Vorbereitungsraum anal vergewaltigt haben soll. Nach seiner Aussage befand er sich kurz vorher noch außerhalb des Gebäudes (wohl durch einen Zeugen bestätigt). Ist allerdings nur meine Erinnerung.

      Ist die Täterin eigentlich jemals hinter Gitter gekommen?

      • Diese Lehrerin war auch schon als Lügnerin und Falschbeschuldigerin aufgefallen. Wie bin ich froh, dass wir ein Patriarchat und keine feministische Gesellschaft haben.

      • @ GOI

        „Ist die Täterin eigentlich jemals hinter Gitter gekommen?“

        Ja, die Täterin wurde angeklagt.

        Aus Wikipedia:
        „Das Verfahren endete mit der Verurteilung von Heidi K. wegen schwerer Freiheitsberaubung in mittelbarer Täterschaft zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. „

          • @ Matze

            „Die Gutachterin, die ohne ihn jemals zu sprechen, eine Störung diagnostiziert hat, eigentlich auch?“

            Das weiß ich nicht.
            Aber bei dem Prozess ist eigentlich alles schief gelaufen, es gab so viele Widersprüche. Horst Arnold hätte niemals verurteilt werden dürfen.

          • @ GOI

            „Ist es auch rechtskräftig? Ist sie die Haft angetreten?“

            Ich hab jetzt auf die schnelle nur das gefunden:
            „Ihrer Revision beim höchsten deutschen Strafgericht in Karlsruhe ist gescheitert. Der BGH verwarf die Einwände der Frau gegen ihre Verurteilung als unbegründet (Aktenzeichen: 2 StR 62/14). Das Urteil gegen sie ist somit rechtskräftig.“
            Quelle: Spiegel

    • „das heimlich filmen ist ein Eingriff die Privatsphäre und auch strafbar.“

      Im Zweifel ist es besser, ein paar Tagessätze wegen Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht zu bezahlen als eine Freiheitsstrafe wegen eines Sexualdelikts zu kassieren.

      Aber es stimmt, der Verdacht alleine stellt für den Mob bereits ein Schuldspruch dar und die sozialen Folgen können dramatisch sein.

      Vermintes Gelände, äußerste Vorsicht ist geboten.

  5. Für mich ist die fehlende Beweislage ebenfalls belastend. Und nicht nur das. Es ist die Kombination aus fehlender Beweislage, immer weiter ausgedehnten Tatbestandsdefinitionen und ohnehin schwierigen Beziehungssituation.

    Heutzutage ist Sex mit einer Betrunkenen ja schon Vergewaltigung. Sex mit einem Betrunkenen natürlich nicht. Einverständnis geben aber während des Akts entziehen: Vergewaltigung. Alleine diese Grauzonen sind schon schwierig genug, das übelste ist allerdings Sex mit Konsens, der dann hinterher entzogen wird.

    Wer würde so etwas tun? Ich bin sicher, jeder Mann, der ein aktives Sexual- und Beziehungsleben hatte und mit Frauen Schluss gemacht hat, kann so einige Geschichten erzählen. Von nicht endenden SMS/What’s App Attacken, Telefonanrufen, teilweise Verfolgungen oder gewalttätigen Attacken (alles selbst erlebt).

    Das heilige Jungfrau Narrativ hält nicht. Frauen haben Macken. Oder auch mal einen ausgewachsenen Dachschaden. Können beleidigt, nachtragend, flatterhaft, psychotisch, aggressiv oder rachsüchtig sein. So wie alle anderen Menschen auch.

    Sex zu haben, oder eine Beziehung, ist nicht einfach. Zumindest für die meisten Männer. Ein Sammeln von Körben. Hunderten. Und dann ist die Beendigung einer Beziehung auch meist traumatische. Das bietet schon Anlass zu mancher Un- oder Verzweiflungstat.

    So einen Vorwurf kann man auch nicht widerlegen. Erst recht nicht, wenn es konsensuellen Sex gab. Das heisst, dann kommt es drauf an, wem der Richter glaubt. Und auch die sind nur Menschen. Sieht man dem Mann ähnlich, der dem Richter in der Schule das Pausenbrot geklaut hat, hat man dann halt Pech gehabt. Leben im Eimer, Job los, Knast ist angesagt.

    • „Sex mit einem Betrunkenen natürlich nicht.“ Doch, ist auch Vergewaltigung. Nur Männer empfinden dies nicht so, fühlen sich eher geschmeichelt. Zudem wird ihnen bei der Polizei eher nicht geglaubt. Es ist dann eher so, dass die Frau behaupten kann vergewaltigt worden zu sein. Und wem wird wohl eher geglaubt?

      „Alleine diese Grauzonen sind schon schwierig genug, das übelste ist allerdings Sex mit Konsens, der dann hinterher entzogen wird.“ Das ist mMn die Absicht von Feministinnen, dass hier eine beständige Verunsicherungslage aufgebaut werden soll: Mann, sei dir niemals sicher in deinem Handeln, Frau kann dich jederzeit vernichten. Das ist Ziel ist klar: Männer sollen handlungsunfähig gemacht werden.

      „Frauen haben Macken. Oder auch mal einen ausgewachsenen Dachschaden.“ und werden damit Redakteurin bei der taz, ZON, Spiegel, etc oder sogar Ministerin. Was war nochmal der Grund für eine Quote?

      „Leben im Eimer, Job los, Knast ist angesagt.“ Mit dieser strahlenden Aussicht wird das Leben im Patriarchat, mit seinen ganzen Privilegien für Männer, ein wahre Freude (triefender Sarkasmus…).

      • Wenn Männer besoffen mit einem typischen Sexualparter (hetero dann Frau, Rest kannste selbst zusammenfriemeln) ins Bett gehen, sind sie selbst Teil der Situation. Viele Männer verstehen sowas, weil ihnen schon bei „schlimmeren“ Erlebnissen zuerst mal Selbstverantwortung abverlangt wird. Es geht nicht um Bewusstlose. Die sich dann geschmeichelt fühlen. Oh du grosse Männermotivversteherin.

  6. Schöner Text renton!
    Es ringt mir Bewunderung ab, auf den Unfug von semikolon so ruhig und sachlich zu antworten, bravo.

    OT:

    „Wenn semikolon, die fleißige Forumsfeministin, einen dementsprechenden Text ergänzt hat, wie es in diesem Diskussionsstrang vereinbart wurde“

    Ein interessanter Nebenaspekt ist, ob von semikolon jetzt tatsächlich was kommt. In dem verlinkten Thread macht sie es wie immer, große Töne spucken und von anderen erstmal verlangen dass sie in Vorleistung gehen:

    „„Wir – Du und ich – beschreiben jeweils, warum wir Vergewaltigung (Du) bzw. Falschbeschuldigung (ich) als große Bedrohung wahrnehmen.“

    Na dann fang an.
    Bin halbwegs gespannt, ob Du einen originellen Gedanken formulieren kannst.“

    https://allesevolution.wordpress.com/2020/10/10/falschbeschuldigungen-haeufigkeit-und-strafen/#comment-552468

    Jetzt wird sich zeigen ob mehr dahinter ist als eine große Klappe und viel heiße Luft. Man darf es bezweifeln 😉

  7. Bei #metoo wurden angebliche Vergewaltigungsvorwürfe ans Tageslicht gezerrt, die Jahre und zum Teil Jahrzehnte zurücklagen.
    Wenn ein Mann eine leitende Position in einer Firma hat, verheiratet mit Kindern ist, und eine Hypothek auf sein Haus bedienen muss; ist eine solche Falschbeschuldigung sein gesellschaftlicher und finanzieller Todesstoss.
    Es braucht nur wenige Fälle von Falschbeschuldigungen, die medial breit getreten werden, und schon ist das Gift in den Köpfen der Männer.
    Sprich Pence-Effekt.
    Ich denke, MGTOW wird in den 20’er Jahren allgegenwärtig sein.

  8. Zu Falschbeschuldigung verweise ich noch mal auf meinen eigenen Artikel:
    Jede Frau ist eine potentielle Falschbeschuldigerin

    Und aus dem einfachen Grund heraus, dass es sehr viel einfacher ist, zu lügen als zu vergewaltigen, halte ich Falschbeschuldigung für das sehr viel zahlreichere Delikt. Es sei denn man verwendet eine ausufernde Definition von Vergewaltigung, wie zum Beispiel nach dem totalitären Vorbild Schweden, in welchem einvernehmlicher Sex mit nonverbaler Zustimmung als Vergewaltigung gilt.

  9. Ich würde mir eher die Hand abhacken als am Arbeitsplatz auch nur einen Flirt anzufangen – weil ich das schlicht nicht möchte, also nicht auf Grund der Angst vor Falschbeschuldigung. Ich sorge daher stets für professionellen Abstand, auch wenn keine Zeugen anwesend sind. Auf dieser Grundlage könnte ich sehr gut mit Frauen genauso gut zusammen arbeiten wie mit Männern. Ehrlich gesagt sogar etwas besser mit Frauen, ich erinnere mich an Zeiten, als das noch Freude gemacht hat. Die Angst vor Falschbeschuldigungen wird dadurch aber nicht geringer und führt dazu, dass ich manche Frauen lieber nicht einstelle, wenn ich den Verdacht habe, es könnte in dieser Richtung Ärger geben. In der Regel erst mal ein Praktikum. Wenn sich dabei eine Tendenz zeigt, den Arbeitsplatz zu sexualisieren, ist das ein Redflag.

  10. Meines Erachtens sieht man den Kern des Problems am besten aus der Unterscheidung von Typ 1 und Typ 2 Fehlern.

    Zur Erinnerung: Typ 1 ist, wenn man irrtümlich einen Stock für eine Schlange hält.
    Typ 2 ist, wenn man irrtümlich eine Giftschlange für einen Stock hält.

    Wie gefährlich ein Typ 2 Fehler ist, hängt – um im Bild zu bleiben – von einigen Aspekten ab:
    Hast du stabile Stiefel an?
    Gibt es ein Antidot gegen Schlangengift?
    Wieviele Giftschlangen gibt es in der Gegend?

    Das medial omnipräsente Gerede von der Rape Culture sorgt dafür, dass „Er hat mich vergewaltigt“ zur naheliegenden Ausrede/Taktik für moralisch nicht einwandfreie Frauen wurde. -> Die Anzahl der Schlangen in der Gegend ist übernatürlich hoch.

    Falls mann auf eine fiese Frau trifft, hat mann keinen Schutz vor ihrem Biss. MeToo hat effektiv dafür gesorgt, dass Männer barfuß durch das Unterholz gehen.

    Der waw Effekt sorgt dafür, dass ein gebissener Mann nichts mehr tun kann. Believe all women hat effektiv jedes Gegengift zerstört.

    Selbst, wenn es immer noch 30 oder 50 mal mehr Stöcke als Schlangen gibt, sorgt die Kombination dieser Effekte dafür, das man sich jeden Stock ganz genau anschauen muss, bevor man sich in seine Nähe wagt.

  11. Ich habe große Probleme zu verstehen, warum sich bei der Beschäftigung mit Falschbeschuldigungen, immer so sehr auf Rechtsmittel und die daraus „mglw.“ entstehenden sozialen Probleme beschränkt wird. Bei noch näherer Betrachtung verstehe ich nicht mal, warum das auf die sexuelle Sphäre begrenzt bleibt, da die seelische Integrität der Frau ala Duluth Kreis der Gewalt, viel besser den Bereich beschreibt, aus dem heraus Mann eine Falschbeschuldigung fürchten kann.
    Bei all der Legitimation und Macht die die Staatsgewalt einem Rufmord verleiht, der Klatsch reicht völlig aus, um einen Menschen (oder wäre hier Mann nicht besser?) sozial zu ruinieren und Leute die analog eines Vergewaltigervergewaltigers mal Druck ablassen müssen, gibt es auch ausserhalb der Knäste.
    Beim Klatsch hat man, meist, keine Beweise woher es kommt.
    Anzeige wg Verleumdung gegen Unbekannt?
    Klatsch ist billig, wirksam und man fühlt sich gleich viel besser, weil man mal drüber gesprochen hat. Nicht zuletzt hat man ja nur darüber gesprochen, wie man sich gefühlt hat, das kann doch keine Straftat sein.
    Und das es für bestimmte Anschuldigungen keiner Beweise bedarf, kann ich, – und genau dafür brauche ich den Feminismus- , seit ner Menge Jahren ganz besonders einfach und in steter frustrierender Wiederholung sehen.
    Ein Haufen Leute baut eine Karriere darauf auf.
    Wenn ich alleine bedenke, was es in mir verändert hat, wenn Mädchen/Frauen mit ernster Miene Andeutungen machten. Also Sachen wo ich dann mit meiner Phantasie andocken konnte, wohl häufig auch sollte.
    Die Deutungshoheit des Opfers, für die der Feminismus noch immer „kämpft“, bestand bei mir -und ich bin doch keine Ausartung?- schon 1980.
    Das ging soweit, dass ich Mitgefühl für das Ungemach einer Frau hatte, der ein guter Bekannter einfach die Hand aufs Bein gelegt hat, wo sie mir doch bei einer anderen Gelegenheit und früher in die Hose gegrifffen hatte. Warum hab ich der nicht ins Gesicht gelacht.
    Die verletzten Gefühle waren heilig, keineswegs -und sei es nur in mir-, als vielleicht doch zu ertragende Unbequemlichkeit, Wichtigtuerei oder gar Manipulation anzudenken. Ausser für meine Gefühle, da war, oh wie bin ich froh ein Mann zu sein, Eigenverantwortung Pflicht. Schade, dass es nur so war, hätte mich auch mal richtig ausheulen müssen, aber wo wäre ich menschlich, wenn jede meiner unschönen Erinnerung, einen Täter auf der anderen Seite hätte. Wahrscheinlich wäre ich tot oder deutlich dümmer.
    Würde aber verständlichere Texte schreiben.

  12. Ich will mal eine andere Herangehensweise an das Thema versuchen:
    Man stelle sich vor, wir würden in einer Art Matriarchat leben. Es wäre allen klar, dass Frauen die wertigeren, die vorrangigen, die zu bevorzugenden und wichtigeren Menschen sind. In dieser Welt würden Frauen im Schnitt fünf Jahre älter werden, sie würden keine gefährlichen Tätigkeiten verrichten oder in Verteidigungskriege ziehen müssen. Im Notfall würden Frauen bevorzugt gerettet.
    Wenn ihnen etwas widerfahren würde, müssten sie nicht auf der Straße leben, sie würden in speziellen Frauenhäusern versorgt. In dieser Welt gäbe es spezielle Parkplätze für Frauen, sogar zusätzliche Schwimmbadöffnungszeiten. Aufgrund ihrer Höherwertigkeit würden Frauen nur sehr selten sanktioniert, die Gefängnisbelegung wäre verschwindend gering im Vergleich zu männlichen Häftlingen.

    Das Wichtigste wäre in dieser Gesellschaftsform allerdings wie in allen menschlichen Gesellschaftsformen die Ressource Mensch. Die komplette Bestimmungshoheit über die Formung und Entwicklung dieser entscheidenden Ressource würde natürlich Frauen obliegen. Sie könnten frei entscheiden, ob ein Mann ihrer Wahl an der Aufzucht des Nachwuchses beteiligt wäre. Sie könnten diese Entscheidung natürlich auch jederzeit widerrufen und sich von ihren Gerichten eine anonyme Vorsorgung für sich und ihren Nachwuchs zusprechen lassen. Das Bildungssystem wäre komplett nach weiblichen Lebensstandards ausgerichtet. Männliche nach außen gerichtete Verhaltensweisen wie Balgen oder Klettern wären streng limitiert, wenn nicht gänzlich untersagt.

    Frauen könnten sich in ihrem Matriarchat aussuchen, ob sie sich komplett von Männern oder der Gesamtgesellschaft versorgen lassen, oder ob sie ein bisschen erwerbsarbeiten, damit ihnen nicht langweilig wird. Für diesen Fall setzen sie sich in angenehmen Arbeitsbereichen Quoten, um zu gewährleisten, dass sie die entsprechenden Jobs jederzeit antreten könnten.

    Wenn in einer solchen matriarchalischen Welt eine Frau sagen würde, ein Dron hätte ihr etwas angetan, würde das in der Regel ausreichen, um den zu entfernen und wegzusperren. Schließlich hat dieses männliche Individuum möglicherweise einer Frau wirklich etwas angetan – oder ihr zumindest Angst und Unbehagen bereitet.

    Es wäre in dieser Welt gar keinen Gastbeitrag wert, ob Männer sich vor Falschbeschuldigungen fürchten oder sie für ungerecht hielten. Eine Beschuldigung durch eine Frau könnte im Kern gar nicht falsch sein. Frauen würde pauschal geglaubt.

    Männer, die mit archaischen Gefühlen wie Gleichberechtigung oder Gerechtigkeit oder dem Glaube an Gleichwertigkeit aller Menschen zu kämpfen haben, würden in diesem Matriarchat keine Fragen stellen, sie würden wissen, warum ihre Welt so ist. Die Wertigkeit der Geschlechter wäre klar vorgegeben.

    Nur dadurch, dass wir uns an der ewigen Illusion reiben, wir hätten etwas zu melden und so etwas wie ein Patriarchat könnte existent sein, entstehen in unseren Köpfen Falschbeschuldigungen.

    Wenn wir uns der Gesellschaft anschließen würden, dann hätten wir das Problem nicht. Dann wäre auch uns klar, dass es immer eine berechtigte Beschuldigung ist, wenn eine Frau einem Mann etwas vorwirft. Das würde unser Leben einfacher und vor allem verständlicher machen.

    • „Man stelle sich vor, …“ deine Vorstellung hatte so ähnlich auch Valerie Solanas. „Dann wäre auch uns klar, dass es immer eine berechtigte Beschuldigung ist, wenn eine Frau einem Mann etwas vorwirft. Das würde unser Leben einfacher und vor allem verständlicher machen.“ Dann wird auch die Errichtung entsprechender Umerziehungslager einfacher sein.
      Ich weiß jetzt auch nicht, wie ich darauf komme, dass Feminismus und Faschismus sich ähnlich sind. Wäre ja mal ein längerer Beitrag wert. Hey Uepsi, hast du nicht was?

      • Und der Thriller geht ja noch weiter:
        Wenn in diesem Matriarchat in das Sprechen, Schreiben und damit in das Denken der Individuen eingegriffen würde, wenn alle generischen positiv besetzten Begriffe durch weibliche Formen ersetzt würden, dann wäre damit die Höherwertigkeit des Weiblichen in die Köpfe gegossen. Männer, die sich ungefragt äußern, begehen Mansplaining, das dominierende Frauenministerium empfiehlt ihnen in einem amtlichen Dossier den Mund zu halten.

        Den Männern, denen beim Sitzen die Geschlechtsorgane schmerzen ob der Hosennaht und die daher die Beine auseinanderspreizen, die würden wegen Manspreading Sanktionen riskieren. Solche können nunmehr auch durch Blicke ausgelöst werden, die eine Frau als unangenehm empfindet. Von Männern gemachte Handyfotos, auf denen Dekolletes oder Unterwäsche von Frauen unter dem Minirock sichtbar sind, würden empfindliche Strafen bis hin zur Haft nach sich ziehen.

        Und wenn eine Seuche die Welt befallen würde, die doppelt so viele Männer wie Frauen töten würde, aber auch viele alte Frauen, da es ja kaum mehr alte Männer gibt, weil die durch ihre schwere Arbeit für die Frauen schon fünf Jahre unter der Erde liegen – dann wären die primären Opfer der Seuche die alten Frauen.

        Das wäre eine gruselige, für Männer und Jungen kaum erträgliche Welt.
        In der ist das, was Widerständler noch immer Falschbeschuldigung nennen, eher pipifax.

      • Ich zähle mal ein paar Ähnlichkeiten zwischen Faschismus und Feminismus auf:
        – Beide sind Kollektivistisch.
        – Wir sind die Guten
        – Ein gesunder Volkskörper vs toxische Männlichkeit
        – Eigene Sturmtruppen (SA anno 1930 und heute die Antifa)
        – Glauben an Verschwörungstheorien wie damals die jüdische Weltverschwöeung und heute das Patriarchat, das die Fäden zieht und Frauen unterdrückt.
        – Gegner der NSDAP kamen ins KZ; „Antifeministen“ werden heute als Rechte abgestempelt und von Unis oder aus Firmen (Damore bei Google) verbannt, was momentan erst der Anfang ist. In dieser Hinsicht wird die nahe Zukunft richtig spannend.
        – Herren- und Untermenschen aka der Mann als defekte Frau.

  13. Danke für den Beitrag!

    Ich habe allerdings mehr Angst davor, als selbst davon Betroffener, dass das Weib das ungeborene, gemeinsame Kind töten lässt, auch genannt Abtreibung.

    Die Falschbeschuldigung wurde inzwischen ja von der Männerbewegung benannt und in die Debatte eingeführt. Die ungewollte Abtreibung des gemeinsamen Kindes ist weiterhin ein nicht benanntes Tabu.

  14. Bis vor dem Sommer hätte ich auch noch gesagt, ich hätte keine Angst vor einer Falschbeschuldigung.
    Generell halte ich die Wahrscheinlichkeit auch für einigermaßen niedrig und hoffe, dass Falschbeschuldigungen tatsächlich eher vergleichsweise selten sind.
    Aufgrund des potentiellen sozialen Makels (irgendwas wird schon dran sein) werden sich aber vermutlich auch viele Männer nicht öffentlich dazu äußern und im Fall eines Freispruchs auch eher darüber schweigen.

    Was war nun bei mir?
    Nach einem einsamen Corona-Freibadbesuch will ich das Bad verlassen, werde im Gehen aber von einem Security-Mitarbeiter angesprochen. Eine Frau habe mich die ganze Zeit beobachtet und würde behaupten, dass ich heimlich Filmaufnahmen im Sanitärbereich der Frauen gemacht habe.
    Die Duschen/Toiletten für Männlein und Weiblein sind direkt an der Liegewiese gelegen und ich hatte in der Nähe gelegen.
    Ich hätte natürlich auch die Polizei kommen lassen können, weil mir das aber zu zeitaufwendig gewesen ist, habe ich dann den Security meine Klamotten filzen lassen. Nicht ohne den durchaus respektvollen Hinweis seinerseitsndarauf, dass ich das nicht zulassen müsste.

    Das Ende vom Lied: Weder wurden Kameras o.ä. Technik gefunden, noch wurde auf dem durchsuchten Handy Video- oder Tonmaterial gefunden. Denn es handelte sich ja um eine Falschbeschuldigung.
    Von der bzw. über die Frau weiß ich: Sie hat mich an der Kasse noch einmal wieder gesehen, sie hatte gedacht, ich sei schon längst weg (obwohl sie mich ja angeblich die ganze Zeit beobachtet hatte).
    Also mal schnell so aus der Anonymität heraus eine Falschbeschuldigung angebracht, die mich dank § 201a StGB vielleicht durch eine Geldstrafe um einige Hundert bis Tausend Euro erleichtert oder vielleicht sogar in den Knast gebracht hätte.
    Selbstverständlich hat sie weder ihre persönlichen Daten hinterlassen, noch das „Ermittlungsergebnis“ abgewartet, sondern sich verpisst.

    Und während ich diese Zeilen gerade schreibe, merke ich, wie mein Blutdruck steigt. Schon allein nach dieser unschönen Erfahrung sage ich ganz deutlich: Ja – Menschen, die andere Menschen falschbeschuldigen, gerade wenn es um „sozial besonders belastete“ Themen geht, sollten genau so hart bestraft werden, wie es dem mutmaßlichen Delinquenten gedroht hätte.

    • Das ist echt krass.
      Ich hatte mal das Gegenteil.
      Eine Frau fotografierte am Baggersee meinen 1jährigen nackigen Sohn, der vorn an der Wasserkante hockte und da selbstvergessen vor sich hin spielte. Natürlich ist der zuckersüß, aber das ist noch lange kein Grund, ihn so abzulichten.
      Ich fand das kackdreist und bin dann hingegangen und habe sie gebeten, mir die Bilder zu zeigen und zu löschen. Sie ist natürlich theatralisch ausgeflippt, was ich ihr unterstellen würde. Ich bin ganz ruhig geblieben und habe ihr gesagt, dass ich nicht will, dass sie Bilder von meinem nackten Kind hat und ihr erstmal gar nichts unterstelle.
      Sie hat sie dann vor meinen Augen gelöscht, aber betonte dabei immer wieder, dass sie meine Reaktion schon sehr übertrieben findet.

  15. Den Durchschnitts-Mann belastet das jetzt weniger, weil er es i.d.R. nicht weiß, aber es ist ja auch die Beliebigkeit, die einem zum Opfer einer Falschbeschuldigung machen kann.

    Erinnert ihr euch an den Mann aus den USA, der einer fremden Frau mit Autopanne geholfen hat und die ihn später falsch beschuldigte.

    Oder die drei jungen Frauen im UK, die nach einer Party die Taxi-Rechnung von 8,71 Pfund (oder so) nicht bezahlen wollten und den Taxifahrer deswegen falsch beschuldigten.

    Oder noch mal im UK, wo ein Mann beschuldigt wurde im Vorbeigehen in einem Zeitraum kleiner 1 sek einer Frau die Hand vorne in die Hose und die Finger in die Möse gesteckt zu haben. Es gibt sogar ein Video, auf dem nicht die Hand, aber zu sehen ist wie schnell die an einander vorbei gerauscht sind und trotzdem musste die Mann vor Gericht kämpfen und um seine Freiheit fürchten.

    Man muss nicht mal etwas auch nur annähernd sexuelles mit den Frauen oder in der Nähe der Frauen machen und kann trotzdem falsch beschuldigt werden.

    Und die Polizei und viele andere behandeln dich dann erstmal nicht wie einen Unschuldigen, bis die Unschuld bewiesen wurde, sondern wie einen üblen Straftäter, der nur noch nicht eingebuchtet wurde. Du wirst deine Freiheit beraubt, sei es auch nur Untersuchungshaft, und das alles nur weil eine Frau etwas behauptet.

    Wie sieht der Schutz oder die Verteidigung dagegen aus, wenn man Frauen nicht komplett meiden will?

    Ja, es ist selten. Aber wenn es passiert, ist es oft traumatisch und endet bei einigen im Selbstmord.

  16. „Aber wenn es passiert, ist es oft traumatisch und endet bei einigen im Selbstmord.“

    Selbstmord ist irrational, wenn man eh Schluß machen will, sollte man die Täterin in jedem Fall mitnehmen.

    Überhaupt sollten wir ein bisschen von weniger entwickelten Ländern lernen. Es gibt nämlich tausende Möglichkeiten sich zu rächen, denn was den meisten nicht klar ist: die Polizei ist unterbesetzt und unmotiviert, die wird erst dann aktiv, wenn wirklich was passiert ist. Man muss es nur so einrichten, dass man nicht erwischt wird oder es keine strafbare Aktion ist, bei Klingelputzerei mitten in der Nacht, wird z.B. ziemlich sicher die Polizei nur lachend auflegen, aber das Opfer ist erstmal eine Weile wach und wird die Klingel künftig abstellen müssen usw. es bereitet ihr Unbehagen und Angst und sie wird ahnen, vom wem es kommt…

  17. Vorgeschoben: wir haben seit ein paar Tagen ein knapp 8 Wochen altes Kätzchen, es geht stark auf Weihnachten zu… was ich sagen will: ich hab natürlich gerad Besseres zu tun. Aber immerhin den Einstieg in meinen Text han ich… mal sehen, wie ich da Lust hab dran weiterzuwerkeln.

    „Was tatsächlich häufiger vorkommt ist angesichts unmöglich zu ermittelnder Dunkelziffern letztlich nicht bestimmbar“

    Und an dieser Stelle hatt ich dann eigentlich bereits keine Lust mehr weiterzulesen. Du willst ernsthaft die Ansicht vertreten, nicht zur Anzeige gekommene Behauptungen strafbarer sexueller Gewalttaten oder gar allgemein rufschädigende Gerüchte (eigener Straftatbestand) fielen unter Eure Arbeits-Definition von Falschbeschuldigung?

    „Konkret: Männer fürchten, in einer Gesellschaft, die hypersensibel auf Sexualstraftaten reagiert, zum Opfer von Falschbeschuldigung und ihren Folgen zu werden; Frauen befürchten, dass eine Gesellschaft, die die Möglichkeit von Falschbeschuldigungen bei Sexualdelikten anerkennt, ihnen keinen maximalen Schutz vor Sexualstraftaten gewährt.“

    Zur Wiederholung:
    Lediglich 8 von 100 angezeigten Taten werden (bei Ersttätern meist mit Bewährung, obwohl das eigentlich nicht vorgesehen war bei diesem Tatbestand) sanktioniert respektive staatlich als Unrecht anerkannt. Und ja: man kann schon irgendwo froh sein, dass dieser grässliche Umstand scheints nicht allgemein bekannt ist… aus Präventionsgründen.

    „Wahrscheinlich hat sich jeder Mensch schon einmal gefragt, wie es wäre, unschuldig eines Verbrechens verdächtigt zu werden.“

    Nein, ehrlich gesagt – jedenfalls nicht „von allein“.
    Ich denke aber, dass in der Reaktion darauf zunächst nur (bis zum Urteil) 1 Emotion dominierte: Kampfeswille. Jeder Verzweiflungsanfall, all die menschliche Enttäuschung, kanalisierte sich in zielorientierter Wut. Ambivalenz-frei. Oder?

    „Es war zum einen die Aggressivität, mit der viele auf Vergewaltiger, und zwar natürlich auch vermeintliche, reagieren. Ich glaube, wenn heute das Gerücht umginge, dass ich vor Jahrzehnten meinen Nachbarn erschlagen und dafür eine Gefängnisstrafe verbüßt hätte, würden mich viele Mitmenschen meiden. Aber wenn das Gerücht lautete, dass ich meine Nachbarin vergewaltigt hätte, würde die darauffolgende soziale Ächtung rabiat durchgesetzt. Wenn ein verurteilter Mörder eine Kneipe betritt und sich an einen Tisch setzt, setzen sich die anderen weg. Wenn sich ein verurteilter Vergewaltiger an den Tisch setzt, wird er aufgefordert, sich wegzusetzen; erst verbal, dann, wenn er darauf besteht, zu bleiben, auch handgreiflich.“

    Was Du hier so phantasiereich beschreibst ist die Meinung, vor einem (gerüchteweise) Mörder hätte mann Angst und von einem (mutmaßlichen) Vergewaltiger nicht.

    „Als bekannter Mörder mag ich Schmierereien an meiner Hauswand oder Hundekot in meinem Briefkasten finden. Als bekannter Vergewaltiger würde ich nachts dunkle Gassen meiden, aus Angst, von der Dorfjugend verprügelt zu werden.“

    Die „Höchststrafe“ wäre also ein Unsicherheitsempfinden wie eine Frau?

    • Weil ich weiß, dass sowas in Eurer Bubble nie ankommt, möcht ich zudem noch auf einen berühmten Fall aus der Schweiz verweisen, Stichwort „Ächtung“ und so… ich setzte ein kurz vorm „Höhepunkt“ (Vergewaltigung und brutaler Mordversuch):

      „Er hingegen spürt instinktiv, dass sie auf dem Rückzug ist und droht mit Suizid. Ab diesem Zeitpunkt versucht sie über seinen Hausarzt in Erfahrung zu bringen, ob die Haftstrafe, von der Roli A. erzählt hatte, in Zusammenhang mit seinem Benehmen stehen könnte. Der Arzt – er ist über die gewalttätige Vergangenheit des verurteilten Mörders und Vergewaltigers im Bilde – hält es für unangebracht, Nicole Dill die Wahrheit zu sagen.

      Beunruhigt durch die Schilderungen der Frau verständigt er immerhin die Polizei. Die meldet sich bei ihr. Auch der Beamte weiß, um wen es sich bei Roli A. handelt, sagt aber nichts. Ihre Fragen wiegelt er ab mit dem Hinweis auf den „Persönlichkeitsschutz“ und „Datenschutz regelungen“. Falls es ernsthafte Probleme gäbe, solle sie die Notfallzentrale der Polizei verständigen, so der lapidare und fatale Ratschlag des Polizeibeamten. Wenig später beendet Nicole die Beziehung mit einem langen Brief. Darin erklärt sie ihrem Freund, warum ihre Geschichte keine Zukunft haben könne.

      Wenig später überwältigt Roland A. die Frau in ihrer Wohnung. …

      Die nun endlich erfolgende Mitteilung der Polizei über die Vergangenheit ihres Ex-Freundes schockiert Nicole tief. Sie recherchiert nun auf eigene Faust. Sie trifft sich mit weiteren Opfern von Roland A., der – so erfährt sie – seit seiner Haftentlassung unzählige Male mit dem Gesetz in Konflikt geraten war und sich auffällig verhalten hatte. Doch weder die Todesdrohungen, die er gegen eine ehemalige Arbeitskollegin aussprach, noch die jüngsten Übergriffe auf eine Frau, die nur wenige Monate vor dem Beginn seiner Freundschaft mit Nicole Dill stattgefunden hatten, waren nach draußen gedrungen, obwohl die Frauen ihn angezeigt hatten. „Einmal wurde er zu einer Geldbuße verurteilt, einmal kurz in Untersuchungshaft gesetzt und nach wenigen Tagen mit Haftentlassungsauflagen entlassen, die nur ungenügend kontrolliert wurden“, zitiert Nicole Dill aus offiziellen Unterlagen. …

      Seinem langjährigen Therapeuten berichtete Roli A. von seinen Eifersuchtskrisen in der Beziehung mit ihr. Obwohl der Experte von der Vergangenheit seines Patienten, dessen Therapieresistenz und seiner Unfähigkeit, Frustrationen innerhalb einer Partnerschaft zu ertragen, wusste, verzichtete auch er auf ein klärendes Gespräch mit der ganz offensichtlich in Gefahr schwebenden Nicole Dill.

      Aufgrund des vorletzten Übergriffs aus dem Jahr 2006 war allerdings ein neues forensisch-psychiatrisches Gutachten zu Roland A. in Auftrag gegeben worden. Es ging im Januar 2007 beim zuständigen Amt in Luzern ein und enthielt brisante Neueinschätzungen. In diesem vielseitigen Schreiben hielten die Psychiater fest, dass Roli A. eine Gefahr für die Menschen, im Speziellen aber für Intimpartnerinnen darstelle. Er wird in diesem Gutachten als „therapieunwillig“ bezeichnet. Bis zum Schluss seiner vorzeitigen Haftentlassung habe er seinem Therapeuten erzählt, das erste Vergewaltigungs- und Mordopfer sei an der Tat selbst schuld gewesen und er könne auch keine Garantie abgeben, dass so etwas nicht erneut geschehen könnte.

      Roland A.s bedrohliches, aggressives Verhalten – bisher als Störung der Impulskontrolle interpretiert – wird in dem aktuellen Gutachten durch den Forensischen Dienst der Luzerner Psychiatrie so beurteilt: „Es entspricht vielmehr dem, was man als kalte instrumentalisierte Gewalt bezeichnet“. Beim Angeschuldigten liege eine schwere Störung des Verhaltens und des Charakters vor, welche nicht auf eine Schädigung des Gehirns zurückzuführen sei.

      Die Experten kamen zum Schluss, dass Rückfallgefahr bestehe. Der begutachtende Psychiater empfahl erneut eine Psychotherapie, verband diesen Vorschlag aber mit der Einschränkung, eine Änderung der Persönlichkeit sei nicht zu erwarten und aus diesem Grund sei gegen den gleichzeitigen Vollzug einer Freiheitsstrafe nichts einzuwenden.

      Auch dieses Gutachten blieb ohne Konsequenzen. „In den folgenden Monaten war Roland A. weiterhin auf freiem Fuß und konnte sich in aller Ruhe auf sein neues Opfer konzentrieren: auf mich“, klagt Nicole Dill. …

      Insbesondere der Polizeibeamte, der ihre Sorgen so herunterspielte, dass es sie beinahe das Leben gekostet hätte, konnte bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen werde. Obwohl Schweizer Beamte sich vom Amtsgeheimnis entbinden lassen können, wenn ein Mensch in Gefahr schwebt, schätzt ein Schweizer Strafrechtsprofessor die Chancen einer Klage als gering ein. Er sieht das Problem im Umstand, dass Nicole Dill dem Gericht hätte glaubhaft machen müssen, dass sie von der dunklen Vergangenheit ihres Ex-Freundes nichts gewusst habe.

      „Wie absurd“, sagt die Betroffene. „Indem man meine Glaubwürdigkeit erneut hinterfragt, wird verhindert, dass ich wenigstens im Nachhinein zu meinem Recht komme“, klagt Nicole. „Man deutete an, ich würde übertreiben oder lügen“, sagt sie. Dass sich Beamte und Ärzte bis heute mit seltsamen Erklärungen, darunter dem Verweis auf das „Arztgeheimnis“ und die „Persönlichkeitsrechte“ des Täters aus der Verantwortung ziehen können, bekräftigt Nicoles Enttäuschung.“

       https://www.emma.de/artikel/niemand-sagte-mir-dass-er-ein-moerder-ist-265777

      Obs in D anders wär? Hm.

        • Warum ich hierauf nicht eingegangen war: Dir fehlt scheints jegliches Bewusstsein dafür, dass es einen sehr, sehr großen Unterschied macht, ob – wie in meinen Beispielen – Institutionen im großen Stil versagen, oder aber – so wie in Deinen – Privatpersonen.

          Wobei zwei Fälle doch noch interessante Aspekte enthielten:

          – der Freiburger Mordfall von 2015 wäre glatt zu verhindern gewesen (via U-Haft) durch Ermittler, deren Fahndungs-Skills wenigstens denen absoluter Laien entsprochen hätten

          – das Geschehen in Bamberg 2009 wäre vielleicht gar noch rein als Zivilcourage einzuordnen, da diese scheints unbekannten „Täter“ einer akut Vergewaltigten zur Hilfe kamen und durch ihr Eingreifen bewirkten, dass ihm, dem  erstTäter-dannOpfer, die versuchte Flucht nicht gelang. Ich würde mich sehr sehr schwer tun, darin eine Straftat erkennen zu sollen, jedenfalls solange die Gewaltausübung keine langfristigen Folgen zeitigte. Du etwa nicht?

          • Du hubst an mit „Stichwort Ächtung und so.“ 27.500 Einzelfälle sollten hinreichender Beleg dafür sein, dass Vergewaltigung in unserer Gesellschaft geächtet IST.

            Wenn man Dein Beispiel aus dem OMMA-Blatt hingegen aufmerksam durchliest, erfährt man, dass viele Menschen danach trachteten, eine Frau zu schützen – ein durch seine Schweigepflicht gebundener Arzt z.B., der dennoch die Polizei alarmiert hat, die Polizei, die sich trotz nicht vorhandener akuter Bedrohung auf zur Wohnung der Frau gemacht hat, z.B. – dass aber alle weder hellsehen noch zaubern konnten. Einen misslungenen Resozialisierungsversuch und mehrere(!) wenn auch misslungene Ansätze zum Schutz einer Frau werte ich nicht als institutionelles Versagen, geschweige denn als Beleg für ‚rape culture‘-ähnliche Zustände, die Du Dir zusammenphantasierst.

          • Frage nicht beantwortet; hast Du da etwa keine Meinung zu, Mr. „kann-Kampfsport“?

            Möchtest Du denn noch über Dich denken, dass Du spontan eingreifen würdest bei Hilfeschreien, oder würdest Du ihn lieber entkommen lassen statt handgreiflich werden zu müssen?
            Auch als Bystander wärs ja schließlich möglich, dass Du sofort dächtest: „na, wer weiß, ob das nicht falscher Alarm ist; ich mich evtl. instrumentalisieren ließe von einem verlogenen Weibsbild?“

            Das war jetzt übrigens meine Erwartung: dass Du auch diese 2 Fälle noch als evtl. Falschbeschuldigungen versuchen würdest zu framen – was ja seltsamerweise komplett unterlassen wurde, selbst vom Gericht.
            Diese Männer haben es jedenfalls geglaubt, also muss es wohl wahr sein?!

            „erfährt man, dass viele Menschen danach trachteten, eine Frau zu schützen – ein durch seine Schweigepflicht gebundener Arzt z.B., der dennoch die Polizei alarmiert hat, die Polizei, die sich trotz nicht vorhandener akuter Bedrohung auf zur Wohnung der Frau gemacht hat, z.B. – dass aber alle weder hellsehen noch zaubern konnten.“

            Das kann unmöglich ernstgemeint sein von Dir, lies es nochmal, komplett.

            „Einen misslungenen Resozialisierungsversuch“

            Schön auch, wenn Mörder vorzeitig(!) aus der Haft entlassen werden, die bis zuletzt ihrem Opfer die Schuld für ihre Handlungen übertrugen und nichtmal den leisesten Anschein versuchten zu erwecken, sie bereuten ihre Tat.
            Da fängt es nämlich schon an, das institutionelle Versagen im großen Stil…

          • Zu Bamberg:

            „Mehrere Besucher kamen der Frau zu Hilfe, griffen den mutmaßlichen Täter auf der Straße an und schlugen auf den am Boden Liegenden an [vermutlich gemeint: ein].“

            Wenn Du Dich „sehr, sehr schwer damit tust“, im Einprügeln auf einen am Boden liegenden eine Straftat zu erkennen, ist Dir nicht zu helfen.

            Ich bin übrigens nicht Mr. „kann-Kampfsport“, sondern Mr. „hat-Kampfsport-gemacht“. Eine dieser feinen Nuancen, für die Dir allzu oft der Sinn fehlt. Aber mit dieser begrenzten Erfahrung würde ich sogar Dir zu Hilfe kommen, selbst, wenn ich wüsste, dass es sich um Dich handelt. Auch doofe Menschen verdienen Schutz vor Vergewaltigung.

            „Das kann unmöglich ernstgemeint sein von Dir, lies es nochmal, komplett.“

            Hab’s nochmal überflogen. In meiner Erinnerung habe ich den Hausarzt mit dem Therapeuten verwechselt. Der Hausarzt hätte zwar wahrscheinlich keine Schweigepflicht gehabt, ich habe aber trotzdem Verständnis, dass er mit einem solch intimen Detail wie dem Grund für eine Haftstrafe nicht herausrücken wollte.

            „Da fängt es nämlich schon an, das institutionelle Versagen im großen Stil…“

            Japp, offensichtlich ein vermeidbarer Fehler. Die Betonung liegt hier auf „vermeidbar“. Unter Vorbehalt, ich kenne mich im Schweizer Rechtssystem nicht aus, war es auch ein Fehler, ihn nach dem neuerlichen Gutachten von Anfang 2007 noch frei herumlaufenzulassen.

            Insofern nehme ich das mit dem „nicht hellsehen können“ zurück, den Teil hatte ich nicht mehr parat. In Teilen lag hier tatsächlich institutionelles Versagen vor. Das betrifft aber nicht das Handeln der Polizei, des Hausarztes und des Therapeuten. Dass dieses institutionelle Versagen auf Frauenfeindlichkeit beruhe, bloß, weil hier eine Frau zum Opfer dieses Versagens wurde, bleibt aber eine bloße, omma- und semikolon-typische Behauptung.

          • „Wenn Du Dich „sehr, sehr schwer damit tust“, im Einprügeln auf einen am Boden liegenden eine Straftat zu erkennen, ist Dir nicht zu helfen.“

            So es z.B. ne Überwachungskamera-Aufnahme gäbe, änderte ich meine Meinung evtl. ab; aber grundsätzlich muss man da jetzt nicht gerade päpstlicher sein als der Papst, find ich. Der Typ war laut diesem Pressebericht immerhin auch möglicherweise Soldat, da brauchte es tendenziell wohl doch mehr Einsatz, um ihn ruhig zu stellen. Nehme ich an.

            „Ich bin übrigens nicht Mr. „kann-Kampfsport“, sondern Mr. „hat-Kampfsport-gemacht“.“

            Nicht sehr lang, schätz ich?

            „Aber mit dieser begrenzten Erfahrung würde ich sogar Dir zu Hilfe kommen“

            Ja, doch, nett.^^

            „Auch doofe Menschen verdienen Schutz vor Vergewaltigung.“

            Die Gretchenfrage bleibt also mehr: was ist hinterher, wenn die Tat nicht mehr rückgängig zu machen ist? Verdienen Opfer sexualisierter Gewalt Schutz vor Re-traumatisierung? Verdienen sie es, im Rahmen eines normalen Prozederes regulär falschbeschuldigt zu werden? Darf man sie schlechter behandeln als die tatsächlichen Angeklagten eines solchen Verbrechens? (Rhetorische Frage, ich mein, wir sehens ja: das „darf“ der Staat offensichtlich bislang, ohne, dass ihm dolle auf die Finger gehauen würde von einer empörten Öffentlichkeit)

            „Japp, offensichtlich ein vermeidbarer Fehler…. Insofern nehme ich das mit dem „nicht hellsehen können“ zurück, den Teil hatte ich nicht mehr parat. In Teilen lag hier tatsächlich institutionelles Versagen vor.“

            Na, so langsam wird das ja was hier…

            „Das betrifft aber nicht das Handeln der Polizei, des Hausarztes und des Therapeuten.“

            Ein Schritt vor – drei zurück. Jämmerlich.

          • „Verdienen Opfer sexualisierter Gewalt Schutz vor Re-traumatisierung? Verdienen sie es, im Rahmen eines normalen Prozederes regulär falschbeschuldigt zu werden? Darf man sie schlechter behandeln als die tatsächlichen Angeklagten eines solchen Verbrechens?“

            Nur wie soll man vor Prozessende wissen, ob es ein Opfer gegeben hat? Bei Mord gibt es eine Leiche, bei Vergewaltigung ist die Sache leider nicht immer so eindeutig. Das ist der Kasus knacktus, der Punkt, den du wie selbstverständlich immer übergehst.

          • Die Verurteilungsquote liegt – just to remind you – mit etwas über 8 % recht stabil auf einem skandalösen Wert. „Leider nicht immer“ ist ein zynischer Euphemismus.
             
            In etlichen, wenn nicht der Mehrheit der Fälle steht jedenfalls nicht in Frage, DASS es ein Eindringen in den Körper der Opfer-Zeugin gab, von dem sie aussagt, es sei gegen ihren Willen erfolgt.

            Der Gemeinplatz, im Regelfall stünde „Aussage gegen Aussage“ (therefore: im Zweifel für den Angeklagten), erscheint mir wie Schönfärberei; meiner Wahrnehmung nach machen der Vergewaltigung Angeklagte nämlich regelmäßig von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, schildern also gerade _nicht_ eine eigene Version des Geschehens, die auf Lücken, Widersprüche und allgemeine Plausibilität hin überprüfbar wäre.

            Mir wäre es wohl erheblich lieber, wenn Angeklagten die Mühe abverlangt würde/werden könnte, darzulegen, wodurch sich für ihn/sie die Zustimmung des mutmaßlichen Opfers konkret ergeben haben sollte. Derzeit ist der Ansatz Täterfreundlich, weil er weiterhin bloß andersrum wissen will: „Fiel die Ablehnung seitens der Opfer-Zeugin denn deutlich genug aus?“ (und Maskus genieren sich ja nichtmal, immernoch „Nein heißt Nein“ als Prinzip infrage zu stellen). Was eine besondere, bittere Ironie besitzt vor dem Hintergrund, dass gemäß meiner Recherchen bis Mitte der 1990er Jahre der offizielle Rat der Polizei an vergewaltigte Frauen lautete: „Wehren sie sich besser nicht!“
            Um Schlimmeres zu verhüten, of course…
            (Der Umschwung kam, nachdem eine Studie gezeigt haben soll, dass heftige körperliche Gegenwehr stark mehrheitlich die ungewollten sexuellen Handlungen beendete. Das Risiko, dass der Angreifer/Partner dadurch provoziert seine Gewalttätigkeit nochmal steigert, ist aber selbstredend immer gegeben, und auch etwas, dass Dich als – körperlich klar unterlegene – Betroffene völlig lähmen kann, weshalb heftige Gegenwehr also auch grundsätzlich nicht vorausgesetzt werden dürfte für die Anerkennung als „echtes Opfer“)

            Kennst Du eigentlich das Lemma „geschlechtsspezifische Situationsverkennung“?
            Das ist die Figur (imho aufbauend auf „vis haud ingrata“), die den (allesentscheidenden) Vorsatz eines Angeklagten zu einer Straftat hilft zu verneinen.

            Ermittler und Gerichte sagen also gar nicht selten, zugespitzt:
            „Wir glauben Ihnen das ja Alles… – müssen aber trotzdem das Verfahren einstellen oder aber freisprechen, weil wir eine Schadensabsicht seitens der/des Angeklagte/n bezweifeln. Ja, sie leiden unter der Tat; ja, er befand sich im Irrtum – aber das begründet noch keine Sanktionen, obwohl es verständlich ist, dass sie sich das wünschten. Schönen Tag noch!“

          • Die Verurteilungsquote liegt – just to remind you – mit etwas über 8 % recht stabil
            Weil Frauen soviel lügen. Es ist enorm viel leichter zu lügen als zu vergewaltigen. Auch die Hemmung ist weit geringer. Aber schön, dass du mich darin bestätigst, dass du die Unschuldsvermutung abschaffen willst.

          • @Semiokolon – vorheriger Post:

            Fassen wir also zusammen: Du propagierst ein Rechtssystem, in dem (zumindest immer dann, wenn es Dir passt) folgendes gilt:

            Vorsatz ist nicht mehr erforderlich
            Beweislastumkehr, kein „Im Zweifel für den Angeklagten“
            Kein Zeugnisverweigerungsrecht
            Idealerweise Urteil nach „Wünschen“ und „Gefühlen“ von Klägerinnen (explizit weibliche Form!)

            Und vermutlich hältst Du diese in jede Diktatur passenden Ideen für „links und/oder progressiv“ und fragst Dich sicherlich ebenfalls nach wie vor, warum man Dich – ganz abgesehen von z.B. den ständig auffliegenden, dreist „vermuteten“ (sprich i.d.R. herbeigelogenen oder -halluzinierten) „Fakten“ und Zahlen die Du so vorbringst – knapp an der Grenze zur Unmündigkeit einordnet (was Dich womöglich gar nicht stört, schließlich ist das permanente und ungefragte Bevormunden anderer ja sowieso Schwerpunkt der woken Sekten).

          • „- Vorsatz ist nicht mehr erforderlich
            – Beweislastumkehr, kein „Im Zweifel für den Angeklagten“
            – Kein Zeugnisverweigerungsrecht
            – Idealerweise Urteil nach „Wünschen“ und „Gefühlen“ von Klägerinnen (explizit weibliche Form!)“

            Interessant wäre ja, wie sich das gesellschaftliche Mann-Frau-Verhältnis und vor allem die Sichtweise von Männern gegenüber Frauen ändern würde, wenn Semikolons Wunschkatalog eines besonderen Sexualstrafrechts wie oben Gesetz würde.

          • Da war mal was mit Hexen, Folter und Scheiterhaufen in der Vergangenheit. War ne geile Zeit für manche Leute. Bedenke deine Wünsche, sie könnten erfüllt werden.

          • „Die Verurteilungsquote liegt – just to remind you – mit etwas über 8 % recht stabil auf einem skandalösen Wert.“

            Bei Fahrraddiebstahl auch. Dort liegt die Aufklärungsquote (google selbst, wo der Unterschied zur Verurteilungsquote nach Deiner Definition besteht – die juristische ist eine andere, da bezeichnet die Verurteilungsquote nämlich den Anteil der Verurteilten an den Abgeurteilten) bei 9,8%, die Verurteilungsquote (nach Deiner Definition) also zwingend noch darunter, auf dem Niveau von Vergewaltigung! Und Taschendiebstahl erst: 2019 5,4% Aufklärungsquote, Verurteilungsquote selbstverständlich geringer! Skandal! Wir sollten dringend die rechtsstaatlichen Grundsätze bei Ermittlungen und Verfahren wegen Fahrrad- und Taschendiebstahl aufweichen, um mehr Menschen zu verurteilen. Ob die wirklich schuldig sind, ist egal. Unsere Gesellschaft ist zutiefst fahrrad- und geldbörsenbesitzerhassend, wie diese niedrigen Verurteilungsquoten zeigen, das muss sich ändern! /sarcasm

            Damit Du uepsis Link nicht folgen musst: Schätzungen zum Anteil der Falschbeschuldigung bei Anzeigen wegen Vergewaltigung bewegen sich um einen Mittelwert von 50%. Vielleicht sind es „nur“ 10%, vielleicht unglaubliche 90%. Weder das eine noch das andere wäre ein Grund, rechtsstaatliche Grundsätze aufzuweichen. Weder bei Verfahren gegen mutmaßliche Vergewaltiger, noch bei Verfahren gegen mutmaßliche Falschverdächtiger.

            Apropos „mutmaßlich“:

            „In etlichen, wenn nicht der Mehrheit der Fälle steht jedenfalls nicht in Frage, DASS es ein Eindringen in den Körper der Opfer-Zeugin gab, von dem sie aussagt, es sei gegen ihren Willen erfolgt.“

            SO wäre der Satz richtig und von jemandem formuliert, der ehrlich um Objektivität, Neutralität und Fairness bemüht ist:

            In etlichen, wenn nicht der Mehrheit der Fälle steht jedenfalls nicht in Frage, DASS es ein Eindringen in den Körper der mutmaßlichen Opfer-Zeugin gab, von dem sie aussagt, es sei gegen ihren Willen erfolgt.

            Also wenn der Satz von jemand anderem als Dir stammte.

          • Tja, nur anders als bei Diebstählen liegt die Aufklärungsquote bei angezeigten Vergewaltigungen halt gleichzeitig extrem hoch.
            Man kann sure as hell keinen „unbekannt“ sanktionieren, aber wie streng oder lachs man bestraft bei „bekannt“, unterliegt sehr wohl dem Ermessensspielraum einer Gesellschaft.

            Das Abstellen auf bedingten Vorsatz wäre ein uns bereits gegebener Hebel, andere europäische Länder kennen überdies die „fahrlässige Vergewaltigung“ (oder aber auch „Überraschung“ als Tatbestandsmerkmal) – Vereinheitlichung unserer Rechtsordnungen ist doch eigentlich ein (wenigstens mittelfristig anzustrebendes) Ziel?

            „Damit Du uepsis Link nicht folgen musst: Schätzungen zum Anteil der Falschbeschuldigung bei Anzeigen wegen Vergewaltigung bewegen sich um einen Mittelwert von 50%. Vielleicht sind es „nur“ 10%, vielleicht unglaubliche 90%.“

            Never ever. Nichtmal 10 %. Nicht im Sinne von „vorsätzliche wissentliche falsche Verdächtigung“.

            Dieser eine namenlose, bairische Kriminalbeamte, der seit 2005 immer und immer wieder (meist unvollständig) referiert wird, ist keine seriöse Quelle. …
            Huch, jetzt hab ich doch schnell mal geklickt, yx spart sich tatsächlich diesen Verweis. Stattdessen sind wir aufgefordert, Arne Hoffmanns Darstellungen zu vertrauen.

            Der Arne Hoffmann, der meint, Frauen würden Männer eigentlich genauso oft vergewaltigen wie andersrum (also praktisch nie^^)… der (ich bin dem nächsten Link jetzt auch wieder gefolgt) die Aussage dieses gerade erst erwähnten, anonymen, bairischen Polizisten aus dem LKA-Bericht offenbar nicht wiedererkannte, sondern sie treudoof einem von „Inspector Gadget“ geführten, britischen Blog zuschrieb (der dann nochmal übertrieb, aus 50 % 80 % machte)…

            Well, nein, so bescheuert bin ich nicht.

            „Weder das eine noch das andere wäre ein Grund, rechtsstaatliche Grundsätze aufzuweichen. Weder bei Verfahren gegen mutmaßliche Vergewaltiger, noch bei Verfahren gegen mutmaßliche Falschverdächtiger.“

            Schon wieder das Skandal-Urteil um Gina-Lisa vergessen, ne?

            P.S. „Opfer-Zeugin“ = „mutmaßlich Geschädigte bzw. Opfer“. Der Zusatz „Zeugin“ impliziert imho bereits, dass ein Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.

          • „Interessant wäre ja, wie sich das gesellschaftliche Mann-Frau-Verhältnis und vor allem die Sichtweise von Männern gegenüber Frauen ändern würde, wenn Semikolons Wunschkatalog eines besonderen Sexualstrafrechts wie oben Gesetz würde.“

            Meinen Wunschkatalog hab ich noch gar nicht (zuende) formuliert, ihr seid da ein bisschen vorschnell.

            Aber Deine Frage ist dennoch interessant; auch ich wüsste gern, wie die Welt in 30 Jahren aussähe, so der feministische Siegeszug weitergeht und sich irgendwann auch faktisch auf das wohl am stärksten gegenderte Verbrechen überhaupt erstreckte.

            Wie es vor 30 Jahren aussah, wissen wir:
            https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13490882.html

            Die Leseempfehlung verdient sich der Beitrag, weil er wie ich finde noch einmal erfrischend deutlich macht, wie metertief heutige Maskus in ihrer Ideologie verhaftet sein müssen für ihren Geschichtsrevisionismus.

            Btw: was glaubst Du eigentlich wollte Mika mit seinem kurzen Zweizeiler aussagen?

          • Ach so, bemerkenswert auch: die offizielle Schätzung der Häufigkeit von Vergewaltigung in Ehe oder eheänlichen Beziehungen etc. lag 1991 mit 360.000 Fällen p.a. viereinhalbmal so hoch wie die gegenwärtige.

            Dann hätte das stete Arbeiten am Unrechtsbewusstsein der männlichen Bevölkerungshälfte also schon Einiges gebracht (so man ausblendet, dass nun seit bald 20 Jahren Armuts- und Zwangsprostitution von unserem Staate gefördert wurden, wodurch es in der Endkonsequenz womöglich in Summe doch deutlich mehr Opfer sexualisierter Gewalt noch gab als Ende des vergangenen Jahrtausends… nur halt meist nicht deutsche Staatsbürgerinnen)

          • Semikolon,

            „auch ich wüsste gern, wie die Welt in 30 Jahren aussähe, so der feministische Siegeszug weitergeht“

            Das schließt sich aus. Feminismus wie wir ihn wahrnehmen lebt nur in einer pseudoindividualisierten und übersexualisierten Überfluss- und Überdrussgesellschaft. So einen Luxus muss sich eine Gesellschaft erst mal leisten können.

            In 30 Jahren haben wir – mit etwas Glück – den Stand von 1800. Mit etwas weniger Glück den Stand des Jahres 50. Und mit etwas Pech den des Jahres 2050 vor Christi Geburt.

            „Btw: was glaubst Du eigentlich wollte Mika mit seinem kurzen Zweizeiler aussagen?“

            Ich fand, er hat Deine Forderungen die sich zwischen den Zeilen Deiner Beiträge so verschämt verstecken gut extrahiert und aufgelistet.

            Aber wir wissen ja um die weibliche Hybris „Gut ist nie gut genug, es geht immer noch besser“ Frag dem Fischer seine Frau, die erklärt es Dir anhand ihrer Geschichte 😉

    • Mal sehen… Wenn man die vorgeschobene Bemerkung abzieht, ist bei deinem Beitrag bereits im zweiten Satz Ende Gelände:

      „Und an dieser Stelle hatt ich dann eigentlich bereits keine Lust mehr weiterzulesen. Du willst ernsthaft die Ansicht vertreten, nicht zur Anzeige gekommene Behauptungen strafbarer sexueller Gewalttaten oder gar allgemein rufschädigende Gerüchte (eigener Straftatbestand) fielen unter Eure Arbeits-Definition von Falschbeschuldigung?“

      Also es gibt 2 Möglichkeiten:

      Nicht angezeigte Vergewaltigungen zählen als echte Straftaten.

      Nicht angezeigte Vergewaltigungen zählen nicht als echte Straftaten.

      Was darfs denn sein?

      Und jetzt semi wirds kompliziert, konzentrier dich mal bitte und kratz alle deine grauen Zellen zusammen: Die Möglichkeit, für die du dich entscheidest, gilt auch für andere Straftaten. Ja ich weiß, klingt unglaublich, ist aber so. Es gilt z.b. auch für Falschbeschuldigungen…

  18. @pingpong

    Ich denke, hier irrst Du mit Deiner Argumentation. Schau mal:

    㤠164
    Falsche Verdächtigung

    (1) Wer einen anderen bei einer Behörde oder einem zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Amtsträger oder militärischen Vorgesetzten oder öffentlich wider besseres Wissen einer rechtswidrigen Tat oder der Verletzung einer Dienstpflicht in der Absicht verdächtigt, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“
    (Absatz (2) und (3) sind hier nicht relevant.)

    https://dejure.org/gesetze/StGB/164.html

    Im juristischen Sinne ist für eine falsche Verdächtigung eine Anzeige (oder öffentliche Verdächtigung) zwingend notwendig. Tratsch mit dem Nachbarn fällt nicht darunter. Das wäre dann Verleumdung (weil wider besseren Wissens).

    Semikolon hängt sich daran auf, dass ich den Begriff ‚Falschbeschuldigung‘ in einem weiteren Sinne verwende als § 164 StGB, und übersieht dabei, dass § 164 den Begriff gar nicht kennt. Ich gehe die Tage wahrscheinlich mal auf ihren Sermon ein, für heute Abend habe ich keine Lust auf diesen Quatsch. Nur ein Beispiel: Ich sehe keinen Es gibt keinen Zusammenhang zwischen meiner Aussage, dass Dunkelziffern nicht zu ermitteln sind, mit der genauen Begriffsdefinition ‚Falschbeschuldigung‘. Das ändert (hier) nämlich nichts an besagter Unmöglickeit. Semi will einfach nur irgendwas widersprechen, weil sie mit meiner Aussage nicht einverstanden ist. Deshalb ihr dämliches, weil zusammenhangloses, „so you are saying, the moon is made of cheese?“ Wer keine Argumente hat, aber zwanghaft recht haben will, ist auf solche Methoden angewiesen.

    Nee, für heute rutsch mir den Buckel runter, Satzzeichen.

    • @renton:

      „Ich denke, hier irrst Du mit Deiner Argumentation. Schau mal:“

      Ja, hier lag ich falsch, auch an dich danke für die Aufklärung. Hier hatte ich tatsächlich eine falsche Auffassung, recht interessant wie das juristisch ist!

    • „Tratsch mit dem Nachbarn fällt nicht darunter. Das wäre dann Verleumdung (weil wider besseren Wissens).“

      Ist es zuviel verlangt, dass Du ne Sekunde nachdenkst, bevor Du was schreibst?

          • Aufklärung, warum der Gedanke „So blöd kannst Du doch gar nicht sein?!“ mir bei DIR schon lange nicht mehr kommt.

          • Vielleicht noch als Nachtrag: das Problem entsteht nicht beim Stichwort Tratsch, sondern bei „wider besseren Wissens“.

            Ihr wisst ja schließlich auch, dass Claudia Dinkel nicht im eigentlichen Sinne als Täterin schuldig gesprochen wurde und Gina-Lisa (mehr als) eine einschlägige Opfererfahrung gemacht hat. Aber beeinflusst das irgendwie Eure Äußerungen?

          • „Vielleicht noch als Nachtrag: das Problem entsteht nicht beim Stichwort Tratsch, sondern bei „wider besseren Wissens“. Ihr wisst ja schließlich auch…“

            Was zur Hölle willst Du eigentlich sagen, Satzzeichen? Dass die beiden Falschbeschuldigerinnen subjektiv von ihrer Unschuld überzeugt seien? Claudia Dinkel, die u.a. noch wegen Betruges (erschlichene Prozesskostenbeihilfe) verurteilt wurde? Gina-Lisa Lohfink, die nach ihrem Urteilsspruch noch das Gericht beschimpfte? Zur Schau gestellte Selbstgerechtigkeit ist etwas anderes als Unschuld.

            Wenn „wider besseren Wissens“ Dein Problem mit meiner Aussage war, dann formuliere DU sie doch mal neu, so dass sie das wiedergibt, was Du meinst, was ich sagen wollte. Du heulst rum, dass dir dieses und jenes nicht passt, weigerst Dich aber, klar zu sagen, was, und auf einmal geht es um konkrete Fälle von Falschbeschuldigerinnen, die Du standhaft gegen jedes Gerichtsurteil verteidigst. Nur eine Klärung des ursprünglichen Sachverhaltes unterlässt Du. Und wunderst Dich, dass Dich hier jeder für dämlich hält.

        • Ich mutmaße mal, dass sie nicht zu der geistigen Arbeit befähigt ist, aus dem Kontext deines Kommentars abzuleiten, dass natürlich nicht einfacher Tratsch zwischen Nachbarn Verleumdung ist, sondern natürlich dieser dann eine darstellt, wenn im Zuge des Tratsches Dinge erzählt werden, die etwa beim Vortragen derselben Aussagen bei der Polizei den Straftatbestand einer Falschbeschuldigung erfüllen würden. Wobei es solch schwerwiegender Aussagen bei Verleumdung noch nicht einmal bedarf. Selbst wahrheitswidrige Behauptungen, welche beim Vortragen bei der Polizei keinerlei strafrechtliche Relevanz hätten, aber im Zuge der Verbreitung im sozialen Umfeld dazu gereichen können, den Leumund der betreffenden Person zu schädigen, können bereits Verleumdungen oder üble Nachrede darstellen.

          Kontextualisieren ist eine Sache, die durchaus einiges an Fähigkeiten bedarf, die wiederum eine gewisse Grundintelligenz voraussetzen. Und naja… ich denke, du verstehst, worauf ich hinaus will.

          Also nochmal für die gaaanz Doofen: Gehe ich zur Polizei und bezichtige jemanden wahrheitswidrig, seine Kinder zu missbrauchen, dann mache ich mich einer Falschbeschuldigung strafbar. Erzähle ich dasselbe einem Nachbarn und der so Verleumdete kriegt das mit, hat er die Möglichkeit, mich durchaus aussichtsreich zivilrechtlich der Verleumdung verklagen.

          • Och Billy, verrat’s doch nicht 😉

            Kleine Korrektur: „Gehe ich zur Polizei und bezichtige jemanden wahrheitswidrig, seine Kinder zu missbrauchen, dann mache ich mich einer Falschbeschuldigung strafbar.“

            Nicht „Falschbeschuldigung“, sondern ‚falsche Verdächtigung‘. „Wahrheitswidrig“ besser präziser: ‚wider besseres Wissen‘.

            Dass semi nicht in der Lage ist, aus dem Kontext zu erschließen, dass Tratsch hier nicht „klatsch, erzählt von jedermann“ bedeutet, sondern „Jemand erzählt dem Nachbarn wider besseres Wissen, xy habe eine Straftat begangen“, also den Akt der Falschbeschuldigung im Privaten bezeichnet und somit Verleumdung meint und nicht nur üble Nachrede – naja, ich glaube, sie will es halt nicht verstehen.

          • „„Wahrheitswidrig“ besser präziser: ‚wider besseres Wissen‘.“

            Stimmt, da war ich nicht genau genug, denn so wie ich es betitelte, stände ja jeder in Gefahr, einer falschen Verdächtigung bezichtigt zu werden, sobald sich seine Anzeige als falsch herausstellt, ggf. sogar erst im Zuge einer Gerichtsverhandlung, selbst wenn er subjektiv Grund zu der die Anzeige begründenden Annahme gehabt haben könnte; er somit zwar jemanden falsch aber subjektiv in bestem Wissen und Gewissen verdächtigt hat.

            Womit wir übrigens schon wieder ein Beispiel geschaffen haben, wo ein inhaltlich Verbesserter dies ohne Wutschnauben und alberne Ausweichmanöver zu vollziehen die Korrektur dankend als berechtigt anerkennt… 😉

          • Auch ich ließe (Konjunktiv) mich von semi umstandslos darauf hinweisen, dass „Tratsch“ trotz des Kontextes und der Einschränkung „wider besseren Wissens“ in Klammern suboptimal formuliert ist. Aber wer wie sie loslegt mit „Ist es zuviel verlangt, dass Du ne Sekunde nachdenkst, bevor Du was schreibst?“ und damit offenbart, dass er selber keine zwei Sekunden nachgedacht hat, verdient es, dass man sich dumm stellt.

          • „so wie ich es betitelte, stände ja jeder in Gefahr, einer falschen Verdächtigung bezichtigt zu werden, sobald sich seine Anzeige als falsch herausstellt, ggf. sogar erst im Zuge einer Gerichtsverhandlung, selbst wenn er subjektiv Grund zu der die Anzeige begründenden Annahme gehabt haben könnte; er somit zwar jemanden falsch aber subjektiv in bestem Wissen und Gewissen verdächtigt hat.“

            Oh, was für eine prima Überleitung zum Beispiel zum Fall Gina-Lisa Lohfink, man erinnere sich:
            ein offensichtlich gegen ihren Wunsch erstellter Amateur-Porno unter dem Titel „Vergewaltigungsvideo“ wurde auf einschlägigen Portalen veröffentlicht, wovon sie (soweit ich das rekapitulieren konnte) erst bei ihrer Vorladung bei der Polizei erfuhr.

            Gefragt, ob sie denn nun wirklich vergewaltigt worden sei, sagte sie wohl etwas wie: „Ach, Vergewaltigung, das ist so ein großes Wort…“ – gab aber zudem an, dass sie glaube, ihr sei an diesem Abend womöglich was ins Glas gekippt worden, so schlecht, wie es ihr körperlich für mehrere Tage im Anschluss ging.

            Sie hat nicht etwa behauptet, die Männer aus dem Video hätten ihr KO-Tropfen verpasst, sie sagte, sie wisse es nicht, könne sich eigentlich überhaupt nicht mehr an viel erinnern.

            Aber da gibts ja dieses – nochmal! – unter „Vergewaltigung“ gelabelte Video, von dem zwar offiziell angeblich niemand sicher weiß, wer es hochgeladen hat… welches später aber für sämtliche Anwesende hier und leider Gottes auch ein Gericht zum Beweis „ihrer Straftat“ getaugt haben soll (wobei mir wirklich völlig unverständlich blieb, an welcher Stelle sie vorsätzlich wissentlich falsche Verdächtigungen ausgesprochen haben sollte/was sie anders hätte machen können, um nun nicht öffentlich als „Falschbeschuldigerin“ dazustehen)

            Kafka-esk

          • Wo hast du den Quatsch denn her? Schon wieder aus der Emma?

            Sie hat sehr offensichtlich, empört über die nicht autorisierte Veröffentlichung des Videos, die Typen der Vergewaltigung bezichtigt. Diese Bezichtigungen führten zu Gerichtsprozessen, bei denen die vorsitzende Richterin zu dem Ergebnis kam, Frau Lohfink habe offensichtlich wider besseren Wissens in schädigender Absicht gehandelt und sie warf ihr in diesem Zuge auch vor, die Gerichtsprozesse, während derer sie die Anschuldigungen wiederholte und vertrat, als medienwirksames Schaulaufen missbraucht zu haben.

            Aber sicher: die Polizei, die Staatsanwaltschaft, welche IHRE Klage führte, die Richterin… alle haben sich gegen Gina Lisa verschworen und sie war von Anfang bis Ende schuldlos…

            Schon interessant diese Einblicke in die Welt aus den Augen einer feministisch Geblendeten. Kafkaesk daran ist eigentlich nur, dass sie im Folgeprozess, in dem sie der falschen Verdächtigung schuldig gesprochen wurde, zu weniger Tagessätzen verdonnert wurde, als die beiden Typen für das nicht autorisierte Filmen und Veröffentlichen, obwohl diese, wäre sie mit ihrer Falschbeschuldigung durchgekommen, für viele Jahre ins Gefängnis gewandert wären. Und nicht minder kafkaesk: die Veröffentlichung der Videos, derer sie schuldig gesprochen wurden, war letztlich ein wesentlicher Faktor dafür, dass ihnen eine Gefängnisstrafe wegen gemeinschaftlicher Vergewaltigung erspart geblieben ist, denn diese bewiesen ihre Unschuld diesen Klagegegenstand betreffend.

          • Oder Claudia Dinkel. Natürlich. Die Frau mit u.a. einer Schnittwunde am Hals, die dem ersten, begutachtenden Arzt gegenüber nichtmal auf alle ihre Verletzungen hinwies… Verletzungen, deren Abbildungen nun aber überall rumgereicht werden in „Expertenkreisen“, um Ärzte genau daran zu schulen, wie mutmaßlich „Selbstbeigebrachte“ Wunden aussähen.

            Wobei der Richterspruch damals lautete:

            „Der heutige Freispruch beruht nicht darauf, dass die Kammer von der Unschuld von Herrn Kachelmann und damit im Gegenzug von einer Falschbeschuldigung der Nebenklägerin überzeugt ist. …
             
            Angesichts des Umstandes widersprechender Angaben des Angeklagten und der Nebenklägerin sowie angesichts der Feststellungen, dass beide in Teilbereichen nachweisbar die Unwahrheit gesagt haben, stellt sich die Frage, ob durch außerhalb der Aussagen liegende Beweise begründete Anhaltspunkte für die Richtigkeit der einen oder anderen Schilderung der Ereignisse nach dem Ende des Trennungsgesprächs gefunden werden können.

            Zusammenfassend lässt sich sagen, dass keiner der außerhalb der Aussagen liegenden Beweise für sich gesehen geeignet ist, die Schuld oder gar die Unschuld des Angeklagten zu belegen. …

            Bedenken Sie, wenn Sie künftig über den Fall reden oder berichten, dass Herr Kachelmann möglicherweise die Tat nicht begangen hat und deshalb zu Unrecht als Rechtsbrecher vor Gericht stand. Bedenken Sie aber auch umgekehrt, dass Frau D.* möglicherweise Opfer einer schweren Straftat war.

            Versuchen Sie, sich künftig weniger von Emotionen leiten zu lassen. Unterstellen Sie die jeweils günstigste Variante für Herrn Kachelmann und Frau D. und führen Sie sich dann vor Augen, was beide möglicherweise durchlitten haben.“

            Niemand von Euch hält hier die Unschuldsvermutung hoch. Zu keinem Zeitpunkt.

          • „Aber sicher: die Polizei, die Staatsanwaltschaft, welche IHRE Klage führte,“

            IHR Prozess wurde formal gesehen gewonnen btw.
            Strafmaß? Oh, ich glaube, da wurde konkret niemand belangt, weil angeblich „unklare Täterschaft“

            „die Richterin… alle haben sich gegen Gina Lisa verschworen und sie war von Anfang bis Ende schuldlos…“

            Das glaube ich wirklich, ja. Und die Richterin kann eigentlich nur nen Dachschaden haben…

          • Ich hab meine Argumentationen da ja schon x-mal ausgeführt, viel besser als jetzt. Scusi, Zeitmangel. Bei Bedarf einfach nachlesen…

          • Hab ich dann jetzt auch mal getan^^ und muss mich korrigieren: einer der Männer zahlte 1350 Euro Geldstrafe, der Zweite war offiziell flüchtig, wurd zeitgleich aber ins Frühstücksfernsehen der Privatsender eingeladen… was mag er dafür als Honorar gekriegt haben?

            Und ja: ich hatte tatsächlich vergessen, dass es auch einen kurzen Prozess zum Thema Vergewaltigung gab (vorher). Unklar ist aber, wie sehr sie (bei beiden Anzeigen) als treibende Kraft anzunehmen war… Vergewaltigung ist ja ein Offizialdelikt, und ihre Frage „wie nennt man das, wenn man Sex nicht will?“ zusammen mit ihrer KO-Tropfen-Vermutung könnten dann schon für sich genommen eine Staatsanwaltschaft aktivieren, und zwar ohne, dass gefragt würde: „Wollen sie das überhaupt als Vergewaltigung anzeigen?“

          • @;

            Bezüglich Gina-Lisa Lohfink:
            1. Schön, dass Du Deinen Irrtum selbst korrigiert hast.
            2. Gerade wenn Du nicht genau weißt, wie der Vorgang abgelaufen ist, der zur Anzeige wegen Vergewaltigung führte, noch, wie hinterher die Urteilsbegründung wegen falscher Verdächtigung lautete, solltest Du einfach mal einen Gang zurückschalten und Deine Vorurteile nicht als Fakten in die Welt hinausschreien. Dieter Nuhr hat zu sowas mal etwas sehr passendes gesagt, ich lege Dir ein entsprechendes T-Shirt ans Herz:
            https://images.vinted.net/thumbs/f800/01_01b67_LkyuM9dN2C3EUm1eQshspac4.jpeg?1599783608-e7af9213b390c0022782ad3ff6a6d2f69788cad3

            Bezüglich Kachelmann:
            1. Der Name seiner Falschbeschuldigerin war mir überhaupt nicht mehr präsent.
            2. Claudia Dinkel wurde von einem Gericht zu Schadenersatz zugunsten Kachelmanns verurteilt mit der Begründung, dass Dinkel Kachelmann „vorsätzlich, wahrheitswidrig der Vergewaltigung bezichtigte“. Das Urteil ist rechtskräftig. Wie viele Gerichtsurteile soll ich abwarten, bis ich die Unschuldsvermutung Deiner Ansicht nach ad acta legen darf?

          • Ich weiß, dass das Video nicht nochmal hätte gezeigt werden dürfen (in Übereinstimmung mit unserer sonstigen Rechtsordnung). Dass die max. halbe Stunde, die – trotz wiederholter „Nein“ und „Hör auf“-Rufe – gefilmt wurde, genau Nichts aussagt darüber, was in den restlichen, ca. elfeinhalb gemeinsam verbrachter Stunden geschehen ist. Jedenfalls Nichts zu ihren Ungunsten.

            Ich weiß, dass beide Frauen keine fairen Prozesse erleben durften. Dass es schonmal nicht ok geht für einen psychologischen Gutachter, dem mutmaßlichen Gewaltopfer wahrheitswidrig auf den Kopf zuzusagen, es habe gar keine Verletzungen bei ihm gegeben, und aufgrund des weiteren „Gesprächs“ dann ihre „Aussagenlogik“ negativ bewerten zu wollen. Dass es auch nicht ok geht, dass ein anderer Gutachter ihr im 4-Augen-Gespräch ein Messer an den Hals hielt, um ihr Trauma besser bewerten zu können (obwohl dann dabei rauskam, dass ihre Angst auf ihn völlig authentisch wirkte). Und das war noch nichtmal Alles… aber es war Alles sehr schlimm. Für schätzungsweise jede Frau in D, die bereits ungesühnt vergewaltigt wurde.

            Ab wann und warum dachtest Du in diesen Fällen eigentlich: das ist doch Falschbeschuldigung!?

          • „Das Video“ in voller Länge kenne ich nicht. Ich kenne zwei Ausschnitte. In dem einem wirkt Lohfinks „Nein“ bzw. „Hör auf“ nicht sonderlich eindrucksvoll und nur auf das Filmen bezogen, in dem anderen geradezu schockierend flehentlich. Ich kann mir vorstellen, dass, wenn man nur den zweiten Ausschnitt gesehen hat, man felsenfest davon überzeugt ist, dass Lohfink vergewaltigt wurde. Ebenso glaube ich, dass, wer nur den ersten Ausschnitt kennt, zum gegenteiligen Schluss kommt. Der Richter, der alles gesehen hat, führte jedenfalls aus (so wie ich es erinnere), dass Lohfinks „Hör auf“ sich beständig nicht auf den Geschlechtsverkehr, sondern auf das Filmen bezog. Er führte des Weiteren aus, dass Lohfinks weiteres Verhalten in der Nacht (Tanzen, Singen), dass auf den Videos auch zu sehen war, und zwischen den fraglichen Geschlechtsverkehren stattfand, vergewaltigtenuntypisch sei, ebenso wie ihre freundliche Verabschiedung am nächsten Morgen und die freundschaftlichen SMS am Tag danach.

            Tja. Der Richter kennt das ganze Video, besagte SMS, Zeugenaussagen und weiß der Geier was. Ich nicht. Ich sehe keinen plausiblen Grund, an seinem Urteil zu zweifeln.

            Lohfinks Befremden über ihr Verhalten auf den Videos beeindruckt mich nicht. Sie hat selbst angegeben, Drogen genommen zu haben. Wer sich selbst unter Drogeneinfluss sieht, mag davon befremdet sein; deshalb davon auszugehen, dass jemand anderes ihm KO-Tropfen o.ä. ins Getränk gemixt hat, halte ich für weit hergeholt und für einen Schutzreflex zur Abwehr von Verantwortung für das eigene Tun.

          • Du hast also geglaubt, dass wenn Du Dich zum wissentlichen Mittäter machst und Dir ansiehst, was die Täter die Öffentlichkeit sehen lassen wollten, Du aufgrund dessen beurteilen könntest, ob sie „wirklich“ Opfer einer Gewalttat wurde? Und warst dann aber nichtmal zur Hälfte überzeugt, weil/obwohl sie Dir „nur“ in einem Ausschnitt flehentlich genug um ein Ende der Handlungen bettelte?
            Echt jetzt?

          • Boah, semi… ich komme ins Fremdschämen ob Deiner Dummheiten.

            1. Ich bin kein Mittäter. Du magst es moralisch nicht in Ordnung finden, dass ich mir die Videoausschnitte angesehen habe, von denen Lohfink nicht wollte, dass sie öffentlich werden. Aber das macht mich nicht zum Täter.

            2. Ich habe Dir lang und breit dargelegt, was mich überzeugt hat. Wenn Du zu doof bist, das zu verstehen, kann ich es nicht ändern, aber verschone mich mit Deinen Unterstellungen.

            Davon ab: Ich glaube, dass Lohfink und die andere, deren Namen ich schon wieder vergessen habe, Falschbeschuldigerinnen sind. Natürlich kann es sein, dass ich mich irre*. Fehlurteile kommen vor*. Wie dem auch sei, wenn ich die Frauen Falschbeschuldigerinnen nenne, bin ich juristisch auf der sicheren Seite. Wenn Du Kachelmann und die beiden Fußballer für Vergewaltiger halten willst, bitteschön: Du hast ein Recht auf eine eigene Meinung. Wenn Du Sie Vergewaltiger nennen willst, rechne damit, wegen Verleumdung bestraft zu werden.

            Damit sind diese beiden Spezialfälle für mich abgehakt.

            *Beachte meine Fähigkeit, die Beschränkheit meines Wissens freimütig zuzugestehen. Probier’s auch mal mit solchem Entgegenkommen.

          • P.S.

            Ich habe noch Lust darauf, Deine dämliche Antwort vollständig auseinanderzunehmen. Du stellst zwei rhetorische Fragen. Die erste rhetorische Frage enthält im Kern die Aussage:
            „Wenn das Video entlastende Beweise zugunsten der Fussballer enthält, so können diese keine Gültigkeit beanspruchen, da das Video von den Tätern selbst zum Zwecke der Veröffentlichung erstellt wurde, und sie sich kaum selbst belasten würden.“
            Hierin enthalten ist die Annahme, dass die Fussballer schuldig sind.
            Die zweite rhetorische Frage enthält die Aussage, dass das Video belastende Beweise enthalte, die nicht anders gedeutet werden können. Auch hier wieder die Annahme: Die Fussballer sind schuldig.

            Ganz im Stile der Inquisition kommt die Möglichkeit, dass die Fussballer unschuldig sind, bei Dir nicht vor. Das Video kann wenn überhaupt, dann nur zum Beweis ihrer Schuld dienen, nicht zum Beweis ihrer Unschuld. Ich weiß schon, warum ich von „Hexenprozessen“ schrieb.

            DAS ist Dein Argumentationsniveau, dass Du hinter rhetorischen Fragen und empörten Bemerkungen („Echt jetzt?“) zu verstecken versuchst. Primitiv und feige.

          • „Tja. Der Richter kennt das ganze Video, besagte SMS, Zeugenaussagen und weiß der Geier was. Ich nicht.“

            Mit besagter SMS meinst Du des Einen:
            „Tut mir leid, ich war ein Arschloch“?

            „Ich sehe keinen plausiblen Grund, an seinem Urteil zu zweifeln.“
             
            Doch, tust Du, Zitat:

            „In dem einem wirkt Lohfinks „Nein“ bzw. „Hör auf“ nicht sonderlich eindrucksvoll und nur auf das Filmen bezogen, in dem anderen geradezu schockierend flehentlich. Ich kann mir vorstellen, dass, wenn man nur den zweiten Ausschnitt gesehen hat, man felsenfest davon überzeugt ist, dass Lohfink vergewaltigt wurde.“

            Der zweite Ausschnitt kam auch zeitlich gesehen zuletzt, ne?

            „Er führte des Weiteren aus, dass Lohfinks weiteres Verhalten in der Nacht (Tanzen, Singen), dass auf den Videos auch zu sehen war, und zwischen den fraglichen Geschlechtsverkehren stattfand, vergewaltigtenuntypisch sei,“

            Na, und das wiederum war nur der Anfang des Abends, nehm ich an?

            Erst ne völlig aufgekratzte Partymaus, die zunächst auch noch mitmacht beim Sex und sich nur das Filmen an sich verbittet. Dann immer apathischer (veränderte Wirkung der Droge) und verzweifelter (weil ihre verbalisierten Grenzziehungen nicht eingehalten werden) anmutend… und daran anschließend nur mehr ein schwarzes Bild, im x-fachen zeitlichen Umfang des Abgelichteten.

            „ebenso wie ihre freundliche Verabschiedung am nächsten Morgen und die freundschaftlichen SMS am Tag danach.“

            Die haben sich sogar nochmal getroffen… und danach erst kam es zum Upload, nehm ich an.
            Aber: Warum haben die das gemacht, Deiner Meinung nach?
            Warum sollten von ihrer Unschuld Überzeugte rasch so einen Clip zusammenschneiden und online stellen, zuortbar, gelabelt obendrein als „Vergewaltigung“?

            Für mich bleibt logisch echt nur die Möglichkeit, dass sie befürchteten, eine (jedenfalls in einem Fall: nicht die erste!) Anzeige wegen sexueller Nötigung und/oder Vergewaltigung zu kassieren.

            Wenn diese Männer kein Unrechtsbewusstsein gehabt hätten, würde niemand von Euch je diesen Clip zu Gesicht bekommen haben. (Nein, ich habs mir auch nach mehr als 4 Jahren noch immer nicht angesehen. Findet manns denn noch, was denkste?)

            „Sie hat selbst angegeben, Drogen genommen zu haben.“

            Sie hat m.W.n. angegeben, damals zum 3. Mal so ein unerklärliches Blackout etc. erlebt zu haben, was sie auf den Einsatz von einer der unter KO-Tropfen gefassten Substanzen schließen ließ. Ich schätze Gina Lisa durchaus als so freiheitlich und unverblümt ein, dass sie unumwunden zugäbe, wenn sie freiwillig Drogen zu sich genommen hätte.

            „Ich bin kein Mittäter. Du magst es moralisch nicht in Ordnung finden, dass ich mir die Videoausschnitte angesehen habe, von denen Lohfink nicht wollte, dass sie öffentlich werden. Aber das macht mich nicht zum Täter.“

            Das ist ja ein sehr grundsätzliches Problem: strenggenommen hab ich es hier fast nur mit Tätern zu tun, die noch die Einsicht verweigern.

            Fakt ist: Alle, die es konsumierten, wussten vorher zweifellos, dass dieses Material ohne ihren Consent erstellt wurde. Und es war Euch nicht bloß egal, sondern gerade das hat gereizt, ne?
            Aber ach, so ne Enttäuschung: das sieht doch gar nicht so viel anders aus als was mann sonst so kennt von Porno?! Die heult ja noch nichtmal richtig… also da hat mann aber schon GANZ andere Sachen gesehen, viel brutaler und hasserfüllter… und das hier soll jetzt aber Vergewaltigung sein? Pah! Nur, weil die immer wieder schreit „aufhören!“? Du Bitch da im Video, hör mal bitte endlich auf die Typen, die an Dir rummachen, falsch zu verdächtigen, Du machst Dich damit nur lächerlich…

            „Damit sind diese beiden Spezialfälle für mich abgehakt.“

            Wir sind uns einig, dass das die beiden Wichtigsten Falschbeschuldigungsfälle in D. waren während der letzten Dekade? Dass hierüber maßgeblich öffentlich unsere Sexualmoral verhandelt wurde?

          • Siehst Du? Weil Du Dich so krass gut in dem Fall auskennst, diskutiere ich nicht mehr mit Dir darüber. Du hast den vollen Überblick, so dass Du Dir selbst Schlussfolgerungen wie „Für mich bleibt logisch echt nur die Möglichkeit…“ erlauben kannst. Du weißt sogar Dinge, die sonst niemand weiß, z.B., wer die ersten Videoclips unter welchem Namen ins Netz gestellt hast. Oder dass Lohfink keine Drogen genommen hat. (Upsi: https://www.stern.de/lifestyle/leute/gina-lisa-lohfink–chronik-einer-angekuendigten-schaendung-6888744.html „Ja, es seien auch andere Drogen konsumiert worden, welche, wolle sie aber nicht verraten.“) Da musst Du natürlich nicht einmal das Video die Videos gesehen haben, um beurteilen zu können, ob Lohfink vergewaltigt wurde.

            Auch sonst sind Deine hellseherischen Fähigkeiten bemerkenswert. Du weißt ja besser als ich, warum ich mir Videoausschnitte des Vorgangs angesehen, und was ich dabei gedacht habe! Alle Achtung. /Sarkasmus

            Ist Dir echt nicht klar, dass ein solcher Diskussionstil, mit Unterstellungen und dem Brustton der Überzeugung bei fehlender Faktenkenntnis, nirgendwohin führen kann? Dass Du Argumente gegen Deine Position nie würdigst, sondern immer übergehst? Es ist dieser Stil, der Dir hier Feindschaft selbst von moderaten und kompromissbereiten Leuten wie mir einbringt. Denk mal darüber nach.

          • „Fast jeder, der das Material zu sehen bekommt, ist überzeugt, eine Straftat zu erkennen.“ heißt es im von Dir verlinkten Text, und Du selbst hattest zuvor bereits zu Protokoll gegeben, dass auch Du an wenigstens einer Stelle den Eindruck hattest, sie würde vergewaltigt.

            Und dennoch siehst Du in ihr eine dieser allerschlimmsten (?) Falschbeschuldigerinnen, angeblich aber einzig bedingt durch das Urteil gegen sie…

            Was dann aber doch hieße, dass Du während der Prozesse selbst noch #teamginalisa warst, right? Dass Du zumindest irritiert gewesen sein müsstest, dass auch Deine Wahrnehmung dieser Szene „falsch“ gewesen sein sollte? Dass Du irgendein starkes Argument gesucht und gefunden haben müsstest, das diesen Deinen eigenen Eindruck ausstach. Welches sollte das nun gewesen sein?

            „Sie habe immer nach bestem Wissen und Gewissen die Wahrheit gesagt und wisse nicht, warum sie hier jetzt als Angeklagte sitze.“

            Und Du weißt es auch nicht, sei mal ehrlich: die Typen hätten so Einiges anders machen können, um nicht als Straftäter belangt werden zu können – aber sie?

            „Am Ende das Bekenntnis, was sie in Zukunft anders machen würde: „Eines weiß ich genau. Ich würde niemals wieder in meinem Leben, auch als Geschädigte, ohne einen Strafverteidiger zur Polizei gehen. Bedauerlicherweise verstehe ich heute auch, dass viele Frauen, obwohl sie Opfer einer Sexualstraftat geworden sind, aus Angst vor Konsequenzen in Bezug auf die eigene Person den Weg zur Polizei nicht mehr gehen. Ich finde es traurig, dass ich dies sagen muss, aber ich wusste nicht, dass man von der Geschädigten zur Täterin gemacht werden kann.““

            Was zur Talkshow-Aussage des Generalstaatsanwalts a. D. Hansjürgen Karge, anlässlich des Kachelmann-Falls, passt:

            „Meiner Tochter würde ich im Zweifel raten, nicht zur Polizei zu gehen. Es ist eine Tortur für Frauen, sie werden durch die Mangel gedreht.“

            Ein Armutszeugnis für unser System, oder nicht?

          • Ich wünschte mir wirklich von Herzen, dass Claudia Dinkel eines Tages noch dazu kommt, ihr Buch zu veröffentlichen über das, was sie erlebt hat seitens Justizsystem und Gesellschaft. Das ist eine Perspektive, die völlig fehlt im Diskurs; die unterdrückt wird mit allen Mitteln.

          • Hier drin stand schon alles, was mein Gesamturteil erklärt:
            https://allesevolution.wordpress.com/2020/12/13/die-angst-der-maenner-vor-falschbeschuldigung-gastartikel/#comment-586512
            Ich diskutiere keine Einzelheiten mehr mit Dir. Du bist offensichtlich unwillig, den Sachverhalt in seiner Gesamtheit zu würdigen. Ge-samt bedeutet, nicht nur die eine Stelle im Video für seine Urteilsfindung heranzuziehen. Gesamt bedeutet, damit leben zu können, dass nicht alles eindeutig ist. Dass es Hinweise für die eine Sichtweise und für die andere gibt, man beides abwägt und dann zu einem Urteil kommt. These-Antithese-Synthese. Naja, die Inquisition hat auch ein paar Jahrhunderte gebraucht, bis sie’s kapiert hatte…

            „allerschlimmsten (?) Falschbeschuldigerinnen“

            Ich habe weiß nicht, was Du mit dieser Kindersprache „allerschlimmste“ sagen willst, und werde nicht raten.

            „Was dann aber doch hieße, dass Du während der Prozesse selbst noch #teamginalisa warst, right?“

            Wrong. Fanatische Teilnahme praktiziere ich im Sport, speziell im Fußball, nicht, wenn es um menschliche Schicksale geht. Ich verfolge die Berichterstattung mit mäßigem bis mittlerem Interesse, warte ab, was sich ergibt, und tauche manchmal etwas tiefer in die Materie ein, wie bei Lohfink. Am Ende nehme ich das Urteil hin, lese manchmal in der Urteilsbegründung und überlege mir, ob irgendetwas gravierend dagegen spricht. Bei Renate Künast z.B. war ich anderer Meinung als das erstinstanzliche Urteil, dass also definitiv nicht alles von den gegen sie gerichteten Beleidigungen hinzunehmen war. Aber stets ist mir klar, dass Gericht und Staatsanwaltschaft generell den besseren Überblick haben als ich.

            „Ein Armutszeugnis für unser System, oder nicht?“

            Diesen Standpunkt könnte ich mir gut in einem Aufsatz „Die Angst von Frauen vor Vergewaltigung“ vorstellen.

            Mit beiden Aufsätzen zusammen könnte man anfangen zu überlegen, wie man vergewaltigten Frauen/Menschen zu ihrem Recht verhilft, ohne Männer/Menschen einem Hexenprozess auszusetzen. Das ist nämlich die Krux.

          • „Das ist eine Perspektive, die völlig fehlt im Diskurs; die unterdrückt wird mit allen Mitteln.“

            Prust! Kreisch! Kicher! Tränen abwisch, nochmal lesen und gleich wieder losprusten! Sich gar nicht mehr einkrieg!

            Deine Wahrnehmung unserer Gesellschaft ist schon… wie drückt man es politisch korrekt aus??? … sehr universell… ja, das dürfte passen: deine Sicht ist sehr universell.

            Kachelmann wurde monatelang von allen Medien vorverurteilt, jeglicher Hinweis auf die Unschuldsvermutung wurde hysterisch plärrend als „victim blaming“ abgekanzelt. Selbst nach seinem Freispruch und nach seinem zivilrechtlichen Sieg gegen Frau Dinkel wird immer noch so getan „na irgendwas wird schon dran gewesen sein…“ und Alice Schwarzer und ihre OMMA-Zeitung werden nicht müde, Herrn Kachelmann immer wieder als Vergewaltiger zu bezeichnen. Als offensichtlich ständige Leserin dieser Schmierenpostille ist deine hochgradig fragwürdige Einstellung zu fundamentalen Werten und Normen unseres oder überhaupt eines Rechtsstaates wenig verwunderlich… Monkey see, monkey do.

            Und in diesem gesellschaftlichen Umfeld, in dem ein Mann, wie man an Kachelmann sehen kann, sozial erledigt ist, nur auf Basis der Aussage einer x-beliebigen Frau, ganz egal, was Gerichte im Anschluss feststellten, was dann im Übrigen von denselben Medien, die zuvor noch Titelseiten en masse mit ihrer vorverurteilenden Hetze gefüllt hatten, wenn überhaupt, nur in ganz kurzen, kleinlauten Artikeln irgendwo am untersten Ende der Seitenübersichten erwähnten, dies wohl also, um mal deinen Sprachgebrauch zu übernehmen, unterdrückten… in dieser Gesellschaft soll also gerade die Position von Frau Dinkel unterdrückt werden?! Wirklich, Semi, immer wenn man glaubt, jetzt muss sie wirklich endgültig den Peak der Dämlichkeit und Weltfremdheit erklommen haben, schaffst du es, noch einen draufzusetzen. Faszinierend würde ein gewisser Halbvulkanier mit hochgezogener rechter Augenbraue hier wohl konstatieren.

            Ein Kompliment möchte ich dir aber aussprechen für deinen sportliche Ehrgeiz, dich hier beständig mit Leuten zu messen, denen du intellektuell wie – logisch konsequent – auch argumentativ hoffnungslos unterlegen bist. Auch wenn die so zustande kommenden Diskussionen immer frappierend an das hier erinnern:

            😉

          • @Semi @Billy

            Ihr habe beide Unrecht, was die Kachelmannberichterstattung betrifft. Spiegel und Zeit waren pro Kachelmann, Focus, Stern und Bild gegen ihn. Und allesamt gefielen sie sich in Urteilsfindung, bevor der Prozess vorbei war. Hier liegt die Wahrheit in der Mitte zwischen euer beider Extrempositionen.

            Das damit speziell Semikolons Ansicht, Dinkels Position sei „eine Perspektive, die völlig fehlt im Diskurs; die unterdrückt wird mit allen Mitteln“ als lachhaft entlarvt wird betone ich nur, weil es die zigtausendste absurde Behauptung von ; ist.

          • @ Renton

            Ah, da hatte ich die Berichterstattung doch durchaus einseitiger im Gedächtnis, als sie wohl war. Dennoch allgemein ernüchternd, wie wenig sich Journalisten einer nüchternen Berichterstattung im Sinne und Geiste unserer Rechtsordnung verpflichtet fühlen. Aber das ist ja tatsächlich nicht erst in der heutigen Zeit so, sondern diese Tendenz war, speziell im Boulevardbereich, schon immer vorhanden, in durchaus nerviger Eigenheit auf aufmerksamkeitssteigernde Skandalisierung zu setzen. Ich würde sagen, dass sich in näherer Vergangenheit eher nur die Intensität verschärft hat und dies auch immer stärker in ehemals seriösen Zeitungen vollzogen wird.

          • Semikolon,

            „Das ist eine Perspektive, die völlig fehlt im Diskurs; die unterdrückt wird mit allen Mitteln.“

            Sicherlich nicht. In einer übersexualisierten und übersättigten Gesellschaft sind Sex&Crime Themen der letzte große Aufmerksamkeitsträger für die Medien. Da wird schon aus monetärem Eigeninteresse nichts unterdrückt. Im Gegenteil.

            BTW: Du kannst Dir aber schon vorstellen, dass Claudia D. aus Enttäuschung über Jörg K. und die Perspektivlosigkeit ihrer Beziehung mit ihm sich in einen Hass gegen Jörg K. hineingesteigert hat und ihm aus dieser Motivation heraus maximal schaden wollte?

          • „Sicherlich nicht. In einer übersexualisierten und übersättigten Gesellschaft sind Sex&Crime Themen der letzte große Aufmerksamkeitsträger für die Medien. Da wird schon aus monetärem Eigeninteresse nichts unterdrückt. Im Gegenteil.“

            Es ist etwa 9 Jahre her, dass ein Buch von ihr (geplant war damals eine Zusammenarbeit mit Alice Schwarzer) angekündigt wurde; ich gehe davon aus, als gute Journalistin hat sie kontinuierlich am Manuskript weitergeschrieben – weil ihr Leidensweg ist ja bis heute auch noch nicht beendet, das Thema selbst wird sie eh nie mehr los.

            Das letzte (mir bekannte) „Urteil“ in dieser Causa (von 2017) wurde übrigens hier gar nicht mehr mit einem eigenen Beitrag gewürdigt. Da ging es darum, dass Kachelmann sie (nach dem fragwürdigen, zivilrechtlichen Urteil, das ihr in 2. Instanz die Kosten für seine Entlastungsgutachten aufbrummte) nun noch strafrechtlich belangen lassen wollte.

            Dieses Ansinnen wurde von der Staatsanwaltschaft allerdings zurückgewiesen mit den Worten: „Die Vielzahl der Gutachtenergebnisse aus den verschiedenen Prozessen ergab kein einheitliches Bild. Insgesamt wurden dort sechs Rechtsmediziner, fünf Glaubwürdigkeitsgutachter, zwei psychiatrische Sachverständige und zwei Traumatologen hinzugezogen. Auch die verschiedenen Feststellungen und Begründungen der bisher ergangenen drei Urteile und die weiteren gerichtlichen Entscheidungen gestatten keine ohne weiteres tragfähigen Schlüsse über den ursprünglichen Hergang des Geschehens. Ferner zeigen die zu bewertenden Indizien und Beweismittel in mehrere Richtungen und lassen unterschiedliche Geschehensabläufe als möglich erscheinen“ weshalb „ein hinreichender Tatverdacht nicht begründet werden kann“.

            Sie ist also aus strafrechtlicher Sicht als unschuldig anzusehen, was ihr entweder nicht mitbekommen habt, was ihr übergeht, oder gar empört als unverschämten Misstand zurückweisen wollt.

            Damit wäre sie theoretisch durchaus frei, ihr Buch übers gesamte Nachtat-Geschehen auch zu publizieren. Ganz bestimmt hätte das Bestseller-Potential. Woran es praktisch scheitert allerdings, kann ich nur raten.

          • „Sie ist also aus strafrechtlicher Sicht als unschuldig anzusehen“

            Korrekt, genau wie Kachelmann.

            Aus zivilrechtlicher Sicht ist sie als Falschbeschuldigerin anzusehen.

            Der Unterschied zwischen mir(uns) und Dir: Während wir für die Sichtweise auf Frau Dings (ich kann mir ihren Namen einfach nicht merken) als Falschbeschuldigerin somit wenigstens eine zivilrechtliche Grundlage haben, ist Deine Sichtweise auf Kachelmann als Vergewaltiger komplett illegitim und damit üble Nachrede.

          • „Sie ist also aus strafrechtlicher Sicht als unschuldig anzusehen, was ihr entweder nicht mitbekommen habt, was ihr übergeht, oder gar empört als unverschämten Misstand zurückweisen wollt.“

            Och Mädel, du projizierst mal wieder so brutal. Keiner hier bezeichnet sie zweifelsfrei als Falschbeschudligerin. DU bist doch diejenige, die hier permanent instant bei Anschuldigung die Schuld etwaiger sexueller Vergehen bezichtigter Männer als unbestreitbaren Fakt darstellst. DU bist doch diejenige, die sich über jedes Urteil, das nicht in dieses wohl von einem gerüttelt Maß an Misandrie geprägten Vorurteil passt, mit Schaum vor dem Mund in wilder Empörung übt. DU bist diejenige, die einseitige Quellen nutzt (OMMA und Co.), alles ausblendet, was das, an was man sich zu glauben entschlossen hat, erschüttern könnte und sich alberne Verschwörungsszenarien zurechtphantasiert.

            Dein ganzer Auftritt hier ist an Unredlichkeit und Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten… das sage ich mal ganz mutig, auch wenn ich weiß, dass du diesbezüglich immer wieder für Überraschungen gut bist.

          • Semikolon,

            „Woran es praktisch scheitert allerdings, kann ich nur raten.“

            Bestimmt nicht an der fehlenden Motivation der Verlage Geld zu verdienen.

            Du hast aber vergessen meine Frage an Dich zu beantworten. Bestimmt übersehen, oder? 🙂

  19. @Semikolon

    Wo ich schon dabei bin: Mein Aufsatz sollte in Verbindung mit Deinem dazu beitragen, Gräben zu überwinden und sie nicht zu vertiefen. Und was machen wir jetzt? Fetzen uns schon wieder. Zur Erinnerung: Ursprünglich hatte ich ja sogar vorgeschlagen, dass DU den Artikel über die Angst von Männern vor Falschbeschuldigung schreibst, und ich den über die Angst von Frauen vor Vergewaltigung. Daraus kann ein wacher Leser den Schluss ziehen, dass es bei dieser Übung darum gehen sollte, sich in den anderen hineinzuversetzen, Verständnis aufzubringen. Warum vertritt der andere eine Position, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, was bewegt ihn dazu, jenseits rationaler Argumente (die ich ja nicht teile)? Du aber blockst ab, verweigerst Dich jeder Annäherung:

    https://allesevolution.wordpress.com/2020/12/13/die-angst-der-maenner-vor-falschbeschuldigung-gastartikel/#comment-585865
    „an dieser Stelle hatt ich dann eigentlich bereits keine Lust mehr weiterzulesen“
    „Du willst ernsthaft die Ansicht vertreten“
    „Deine Meinung ist“

    Ich habe die Erwiderung auf Deinen Kommentar schon geschrieben. Aber ich will sie eigentlich nicht veröffentlichen, weil es nur die endlose Litanei von Vorwurf und Gegenvorwurf fortsetzt. Wie wäre es, wenn Du meinen Aufsatz nochmal liest, und irgendwie konstruktiv darauf reagierst? Mit Sätzen wie „Okay, ich verstehe zumindest dieses und jenes.“ „xy kann ich wenigstens teilweise nachvollziehen.“ Mit entgegenkommenden Fragen statt Empörungen: „Wieso steht für Dich xyz im Vordergrund“ statt „Willst Du ernsthaft sagen…?“, und mit sinnentnehmendem Lesen, so das Du Deine Meinung als Deine erklärst und nicht zu meiner. Dann kann eine Annäherung vielleicht gelingen, und vielleicht lese ich Deinen Aufsatz dann auch einst mit viel mehr Wohlwollen und Verständnis.

    Denn darum geht es Dir doch, oder? Mich (uns) dazu zu bringen, Deine Position zu verstehen? Dann musst Du uns aber mitnehmen, und nicht ständig vor den Kopf stoßen.

    Der konstruktivste Teil Deiner Antwort war noch der hier, weil Du immerhin eine Handlungsoption darlegst:
    „Ich denke aber, dass in der Reaktion [auf eine falsche Beschuldigung, die Dir widerfuhr] darauf zunächst nur (bis zum Urteil) 1 Emotion dominierte: Kampfeswille. Jeder Verzweiflungsanfall, all die menschliche Enttäuschung, kanalisierte sich in zielorientierter Wut. Ambivalenz-frei.“

    Glückwunsch, dass Du ein so positiv eingestellter Mensch bist, den Widrigkeiten anstacheln, dass Du dich nicht unterkriegen lässt. Aber mal ehrlich: Bei dem, was Dir vorgeworfen wurde – hätte Dir auch das hier gedroht?
    https://www.vol.at/selbstjustiz-angeblicher-vergewaltiger-verpruegelt/6287183
    Oder das hier:
    https://www.spiegel.de/panorama/justiz/bremen-mutmassliche-selbstjustiz-taeter-verpruegelten-den-falschen-a-1212965.html
    Aus den USA:
    https://www.welt.de/vermischtes/article4525204/Vergewaltiger-von-Zeugen-zusammengeschlagen.html
    Wieder aus Deutschland:
    https://www.nwzonline.de/cloppenburg/blaulicht/cloppenburg-justiz-18-jaehrigen-fluechtling-verpruegelt_a_50,3,4275309602.html
    Und so fort:
    https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/haftstrafen-fuer-vater-und-sohn-nach-selbstjustiz-wir-haben-die-sache-selbst-in-die-hand-genommen/12689316.html

    Alles von der ersten Seite, genauer 5 der ersten 6 Ergebnisse einer Google-Suche mit den Stichworten „Vergewaltiger verprügelt Selbstjustiz“. Es gibt 27.500 Ergebnisse.

    Last but not least bringe bitte noch Benny Frederiksson in Deinem Weltbild unter:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Benny_Fredriksson
    Fehlte ihm nur Dein Kampgeist, oder kann es vielleicht sein, dass er sich mit einem deutlich schlimmeren Vorwurf konfrontiert sah als Du? Ich weiß es nicht, Du schriebst ja nicht, um was es in Deinem Fall ging. War es so schlimm, dass Dir dafür Selbstjustiz und Prügel drohten und sich so mancher bei einem solchen Vorwurf schon umbrachte?

    Auf den Rest antworte ich (noch) nicht, weil ich Dich erst noch einmal auffordere, Deine Antwort zu überdenken und gegebenenfalls neu zu schreiben. Sieh es als Angebot, nicht als Drohung oder gar Nötigung. (Ich meine, gegenseitige Beleidigungen können uns doch nicht mehr vom Hocker reißen, oder? 😉 )

  20. „Ich habe weiß nicht, was Du mit dieser Kindersprache „allerschlimmste“ sagen willst, und werde nicht raten.“

    Indirekt frage ich Euch, ob Ihr Abstufungen seht; ob es schwere und weniger schwere Fälle von Falschbeschuldigung gibt. Und in welche Kategorie GLL und Claudia D. für Euch jeweils fallen.

    „Wrong.“

    Dacht ichs mir doch. Du unterscheidest Dich nicht von Christian und den Anderen hier: für Dich war sie eine Falschbeschuldigerin ab Moment 1.

    „Kachelmann wurde monatelang von allen Medien vorverurteilt, jeglicher Hinweis auf die Unschuldsvermutung wurde hysterisch plärrend als „victim blaming“ abgekanzelt“

    Es wurde stets von „mutmaßlich“ geschrieben – und das muss man auch, wenn man über solche Fälle berichten will.

    „Selbst nach seinem Freispruch und nach seinem zivilrechtlichen Sieg gegen Frau Dinkel wird immer noch so getan „na irgendwas wird schon dran gewesen sein…“ und Alice Schwarzer und ihre OMMA-Zeitung werden nicht müde, Herrn Kachelmann immer wieder als Vergewaltiger zu bezeichnen“

    Als Freigesprochener 2. Klasse, aus Mangel an Beweisen. Und eben nicht, weil im Umkehrschluss ihre Version als falsch bewiesen wurde.

    „Und in diesem gesellschaftlichen Umfeld, in dem ein Mann, wie man an Kachelmann sehen kann, sozial erledigt ist,“

    Verglichen mit ihr und unter Berücksichtigung der Umstände, lebt er nun wirklich his best life. Hat direkt im Anschluss an den Freispruch ein Buch veröffentlicht über die womöglich schlimmste Zeit seines Lebens, was ihm bei der Verarbeitung geholfen haben dürfte. Hat sich neu verliebt, geheiratet und ist Vater geworden. Hat eine neue, scheints erfolgreiche Firma gegründet. Mediale Präsenz und sicher auch Anerkennung (zurück)bekommen. Ihr seine (evtl. gar via alter Firma abgegoltenen, ließ sich wohl nicht klären…) Gutachterkosten in Rechnung gestellt. Und für so Manche gilt er heutzutage dann eben als armes Opfer, gleichzeitig gehörter Experte für Falschbeschuldigungs-, aber auch Vergewaltigungsfälle.
    (Und wie siehts bei ihr aus? Weiß keiner. Tja.)

    Nein, ich übertreibe nicht. Er spricht vergewaltigte Frauen sogar direkt an, wenn er oder seine für ihn agierende Angetraute ein ums andere Mal wie aus einem Mund sagen:
    „Die größte Gefahr für echte Opfer sind Falschbeschuldigerinnen“ oder „Die größte Gefahr für die echten Opfer sind in Wahrheit die vielen Falschanzeigen“.

    Merkt denn echt niemand, was für ein Blödsinn das ist?

    „Du kannst Dir aber schon vorstellen, dass Claudia D. aus Enttäuschung über Jörg K. und die Perspektivlosigkeit ihrer Beziehung mit ihm sich in einen Hass gegen Jörg K. hineingesteigert hat und ihm aus dieser Motivation heraus maximal schaden wollte?“

    Ich glaube nicht, dass sie sich ihre Verletzungen selbst zugefügt hat, nein. Weder die vielen, teils großen Hämatome, noch die Schnittwunde am Hals.

    • „Als Freigesprochener 2. Klasse, aus Mangel an Beweisen. Und eben nicht, weil im Umkehrschluss ihre Version als falsch bewiesen wurde. “

      Auf den ganzen restlichen Blödsinn geh ich erst gar nicht ein; ist eh Perlen vor die Säue, aber diesen Stuss mag ich dann doch nicht stehen lassen.

      Es gab an ihrer Version erhebliche Zweifel. Auf einige hast du bei deinen lächerlichen Versuchen, sie als Justizopfer darzustellen ja sogar hingewiesen. Aufnahmen von Verletzungen, die sie selbst gar nicht zeigen wollte (woher weißt du das? Warst du dabei? Wenn sie die nicht zeigen wollte, woher wusste dann der aufnehmende Beamte von deren Existenz, so dass er sie zum Vorzeigen „zwingen“ konnte? Merkste selber, was du dir hier schon alles an Schwachsinn zusammengelabert hast, oder?), werden inzwischen als quasi Lehrbuchbeispiele für selbst beigebrachte Verletzungen genutzt. So in etwa hast du es selbst beschrieben. Aber natürlich ist das alles ein Skandal. Alle Sachverständigen, die sich erdreistet haben, nicht Semis vorgefasstes Urteil zu bestätigen, sind allein deshalb als Scharlatane und Frauenhasser anzusehen. Alles Verbrecher! Nur unsere manisch männerhassende Semi, die den Vorgang nur aus der OMMA und Co. kennt, die hat den vollen Durchblick!

      Und, auch wenn ich weiß, dass es nichts bringt, noch einmal ein Bissel Nachhilfe in Staatsbürgerkunde: juristisch gibt es keinen Freispruch 2. Klasse. Entweder kann dir deine Schuld ohne berechtigte Zweifel bewiesen werden oder nicht. Wenn nicht, dann bist du als Unschuldig zu betrachten. Vor Gericht geht es auch nie darum, die Unschuld des Beklagten zu beweisen. Bisweilen bilden sich Indizien, die diese nahelegen, aber es ist nicht Ziel einer Gerichtsverhandlung, eine Unschuld zu beweisen. Ein nach deiner Logik Freispruch 1. Klasse ist somit niemals Ziel einer Gerichtsverhandlung. SHOCKING, nicht wahr?!

      Der Grund dahinter ist ein ganz einfacher: es ist wesentlich aussichtsreicher, eine stattgefundene Tat zu rekonstruieren und deren Stattfinden zu beweisen, sollte sie denn stattgefunden haben, als beweisen zu müssen, dass etwas eben nicht stattgefunden hat. Hast du kein absolut wasserdichtes Alibi, weil du zum vermeintlichen Tatzeitpunkt unglücklicherweise gerade alleine zu Hause auf der Couch gelegen hast, ist eine Beweisführung, etwas nicht getan zu haben, nahezu aussichtslos. Ein stattgefundenes Verbrechen hinterlässt üblicherweise Spuren, welche unter Umständen als Beweise dienen können. Aber was sollst du vorweisen können, wenn nichts stattgefunden hat? Es gibt ja dann logischerweise keine Spuren, schon gar keine die dich entlasten könnten. Keine Spuren bedeuten aber auch keinen Beweis der Unschuld, was ja dein unsinniger Begriff des Freispruchs 2. Klasse veranschaulicht. Die von feministischer Seite immer wieder und wieder und wieder angestrebte Umkehr dieses Rechtsstaatsprinzips zumindest bei Sexualdelikten UND NUR wenn Frauen Männer anklagen, ist der direkte Weg in eine nur allzu leicht von Denunzianten zu missbrauchende Willkürjustiz.

      Dass sich damals der Gegenpol zu #TeamGinaLisa #TeamRechtsstaat nannte, war nur allzu treffend. Du und deinesgleichen sind die größten Feinde eines demokratischen, liberalen Rechtsstaates und Typen wie dir jeden Zugang zu jeder Form von Einfluss zu verwehren ist die wichtigste Aufgabe jedes Demokraten und Humanisten.

      • „Aufnahmen von Verletzungen, die sie selbst gar nicht zeigen wollte“

        Die sie meiner Deutung nach nicht von allein erwähnte, weil sie außerhalb ihres Blickfelds lagen, von denen sie also noch gar nichts wusste, als sie Stunden nach dem Geschehen einen Arzt aufsuchte (der auch keinen Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit hatte… demgegenüber sie übrigens nichtmal den Namen Kachelmann erwähnte – Alles gemäß meiner Erinnerung der damaligen Berichterstattung). Ist doch eigentlich logischer als die Annahme, jemand habe unter großem Aufwand seinen eigenen Körper zerschunden, um ein Gewaltverbrechen vorzutäuschen, und sagte dann nichtmal auf Nachfrage, wo überall.

        „werden inzwischen als quasi Lehrbuchbeispiele für selbst beigebrachte Verletzungen genutzt. So in etwa hast du es selbst beschrieben. Aber natürlich ist das alles ein Skandal“

        Eine ganz perfide, selbst-immunisierende Strategie des Patriarchats ist das, da wurde (nachweislich auch unter den hinzugezogenen Experten) hochstrittiges nonchalent zum Fakt erklärt, mit unlauteren Absichten.
        Einknasten sollte man diejenigen (können), die das durchgesetzt haben in der „Fachwelt“; der Schaden, den sie dadurch angerichtet haben und auch weiter noch anrichten, ist unermesslich!

    • „Indirekt frage ich Euch, ob Ihr Abstufungen seht; ob es schwere und weniger schwere Fälle von Falschbeschuldigung gibt. Und in welche Kategorie GLL und Claudia D. für Euch jeweils fallen.“

      Frag‘ doch einfach direkt. Ich habe darüber nachgedacht und bin zum Schluss gekommen: Eine falsche Verdächtigung – im juristischen Sinne – wegen Ladendiebstahls finde ich nicht so schlimm wie eine falsche Verdächtigung wegen Vergewaltigung. Bei letzterem drohen ein weitaus höheres Strafmaß und viel gravierendere soziale Ächtung mit dementsprechenden Folgeschäden. Außer Kinderschändung fällt mir in Bezug auf Strafmaß plus Ächtung tatsächlich keine „schlimmere“ falsche Verdächtigung ein; Mord würde ich als ebenbürtig ansehen (wg. des höheren Strafmaßes, aber der geringeren Ächtung). Wobei man sich darüber streiten könnte, ob eine falsche Verdächtigung, bei der man sich selbst als Verdächtiger gleichzeitig auch noch zum Zeugen der Anklage macht, nicht vielleicht noch perfider ist als eine falsche Verdächtigung, bei der es um die Schädigung eines dritten geht, der zur Aufklärung beitragen könnte.

      Eben deshalb hat Kachelmann in gewissem Sinne recht, wenn er sagt: „Die größte Gefahr für echte Opfer sind Falschbeschuldigerinnen“ oder „Die größte Gefahr für die echten Opfer sind in Wahrheit die vielen Falschanzeigen“. Natürlich sind die größte Gefahr die Vergewaltiger, aber der Glaubwürdigkeit echter Opfer erweisen Falschbeschuldiger einen Bärendienst.

      „„Wrong.“- Dacht ichs mir doch. Du unterscheidest Dich nicht von Christian und den Anderen hier: für Dich war sie eine Falschbeschuldigerin ab Moment 1.“

      Setzen, sechs: Schon wieder falsch. Hausaufgabe: Lies nochmal, was ich nach „Wrong“ geschrieben hatte, und erkläre dann, wieso Du zum wiederholten Male eine falsche, geradezu schwachsinnige Unterstellung vorgenommen hast.

      Zu Kachelmann: Was glaubst Du, wenn er die Möglichkeit hätte, in der Zeit zurückzureisen und die Falschbeschuldigung nie geschehen zu lassen, würde er es tun? Ich denke, er würde sich den ganzen Scheiß ersparen wollen. Soviel zum Thema „his best life“.

      • „Zu Kachelmann: Was glaubst Du, wenn er die Möglichkeit hätte, in der Zeit zurückzureisen und die Falschbeschuldigung nie geschehen zu lassen, würde er es tun? Ich denke, er würde sich den ganzen Scheiß ersparen wollen. Soviel zum Thema „his best life“.“

        Ja, das war mal wieder ein richtig eklig zynischer Kommentar vom Satzzeichen. „His best life“, welches er sich wieder aufgebaut hat, nachdem ihm sein altes zu großen Teilen zusammengebrochen war. Er war Deutschlands bekanntester Wetterfrosch, sein Engagement beim ZDF dürfte kein schlechtes gewesen sein. Dieses wurde beendet, kaum, dass die Anschuldigungen öffentlich wurden, ich meine sogar noch, bevor überhaupt behördliche Ermittlungen eingeleitet worden waren. Also wohl nur, weil Frau DINKEL (für dich noch einmal in Capslock, vielleicht merkst du es dir dann… 😉 ) etwas gegen ihn in die Welt warf, brach ihm von jetzt auf gleich seine Haupterwerbsquelle weg und das, wie die Geschichte zeigen sollte, ohne Chance auf Reputation, obwohl eine Rückkehr zum ÖRR wohl auch nicht mit seinem Selbstwertgefühl in Einklang zu bringen gewesen wäre. Ein ehemaliger Arbeitgeber, der dir gezeigt hat, wie wenig er hinter seinen Angestellten steht, wenn mal so etwas gegen sie in die Welt gesetzt wird… wer will denn dahin wieder zurückgehen?

        Ich finde es wirklich ernüchternd, wie hier Semi unendliches Mitgefühl für die Frauen aufbringt, sich hier etwas von ihren „Leidenswegen“ zusammenfabuliert, obwohl beiden, wohl aus nachvollziehbaren Gründen, vor Gericht kein Glauben geschenkt worden war bzgl. ihrer dargelegten Leiden und gleichzeitig das Schicksal der wohl zu Unrecht Belangten regelrecht verhöhnt. Und der einzige Grund, warum sie ihre Bereitschaft zu Mitgefühl derart unausgeglichen verteilt, ist das Geschlecht der jeweiligen Streitparteien.

        „Wir Maskulisten“ oder wie immer sich jeder hie so benannt sehen möchte, müssen uns ganz fest vornehmen, niemals so zu werden wie Semi. Niemals sollen wir einem Menschen pauschal jedes Verständnis und Mitgefühlt vorenthalten, nur weil dieser Mensch – auf uns übertragen – weiblich ist. Lasst uns niemals werden wie Feministen!!!

      • „Ich habe darüber nachgedacht und bin zum Schluss gekommen: Eine falsche Verdächtigung – im juristischen Sinne – wegen Ladendiebstahls finde ich nicht so schlimm wie eine falsche Verdächtigung wegen Vergewaltigung.“

        Es ging natürlich nur um Falschbeschuldigung in Fällen sexualisierter Gewalt, stell Dich nicht schon wieder blöd.

        „Natürlich sind die größte Gefahr die Vergewaltiger,“

        dicht gefolgt vom Justizsystem und ihrem Wurmfortsatz, den Gutachtern

        „aber der Glaubwürdigkeit echter Opfer erweisen Falschbeschuldiger einen Bärendienst.“

        Leute, die fälschlicherweise behaupten, bestohlen worden zu sein, sind die größte Gefahr für Bestohlene. Würdest Du so stehen lassen? Oder würdest Du denken: was’n Quatsch?

        „Lies nochmal, was ich nach „Wrong“ geschrieben hatte, und erkläre dann, wieso Du zum wiederholten Male eine falsche, geradezu schwachsinnige Unterstellung vorgenommen hast.“

        Bevor ich aushole: findest Du denn prinzipiell eine (eher geringe) Geldstrafe noch angemessen für Menschen, die Andere (in Privaträumen!) nackt bzw. bei sexuellen Handlungen ablichten, obwohl diese unmissverständlich deutlich machen, dass sie dies nicht wollen… und dieses Material dann auch noch öffentlich verbreiten?

        • 1. Die einzige, die sich hier blöd stellt, bist Du. Meine Antwort war erkennbar ernst gemeint. Zu Deiner im Nachhinein gemachten Einschränkung: Es hängt von der Schwere des Vorwurfs, also der falschen Verdächtigung, ab.
          2. Die einzige, die sich hier blöd anstellt, bist Du. (Kommt Dir das bekannt vor?) In Deiner Übertragung auf Bestohlene unterschlägt Du das wichtige Wort „Glaubwürdigkeit“ und versuchst so eine Analogie vorzutäuschen, die nicht gegeben ist.
          3. Ich beantworte Deine Fragen erst, wenn Du meine beantwortet hast, und wenn Du Deine offensichtlich irrige Unterstellung erklärt hast. Ich lasse mich auf Deinen unlauteren, inquisitorischen Diskussionsstil nicht länger ein.

          • Reg Dich ab Du Clownsnase.
            Welche Frage soll ich beantworten?
            Die:
            „Zu Kachelmann: Was glaubst Du, wenn er die Möglichkeit hätte, in der Zeit zurückzureisen und die Falschbeschuldigung nie geschehen zu lassen, würde er es tun?“

            Ich denke, er würde nicht mehr zu ihr hinfahren, wenn er denn die Chance hätte, etwas an diesem Abend zu ändern.

            Da fällt mir ein: als er am Flughafen ankam und verhaftet wurde damals, da soll er nicht gefragt haben, warum. Richtig?

          • Genau die, Zwergenhirn. Schön diplomatisch umschifft, was an dem Abend wirklich passiert sein mag. Wenigstens scheinen wir uns hier einmal einig zu sein: „His best life“ ist schlechter als das (hypothetische) Leben ohne den ganzen Vorgang. Das gilt für seine Beschuldigerin wohl auch. Ich hoffe jedenfalls, dass es so ist, falls sie ihn falsch verdächtigt hat.

            „Richtig?“

            Keine Ahnung, weder war ich dabei noch erinnere ich jedes Detail der Berichterstattung.

            Bevor ich Deine andere Frage beantworte, fehlt immer noch „…und wenn Du Deine offensichtlich irrige Unterstellung erklärt hast.“

          • „„His best life“ ist schlechter als das (hypothetische) Leben ohne den ganzen Vorgang.“

            Ich vermute, dass es ihm heute eigentlich sogar (Alles zusammengenommen) besser geht als damals vor dem Ganzen

            „Das gilt für seine Beschuldigerin wohl auch. Ich hoffe jedenfalls, dass es so ist, falls sie ihn falsch verdächtigt hat.“

            Was, wenn nicht?

            Und wäre es nicht mal – so oder so – an der Zeit, auch sie zu rehabilitieren? Oder sollte sie D.M.n. nie wieder einen Fuß auf die Erde kriegen?

            „Bevor ich Deine andere Frage beantworte, fehlt immer noch „…und wenn Du Deine offensichtlich irrige Unterstellung erklärt hast.““

            Du fragtest Dich also, als der Fall aktuell war: wurde GLL wirklich zum Opfer dieser beiden Männer, ist hier etwas Ungehöriges geschehen? Sahst Dir zur Klärung dieser für Dich persönlich ach so wichtigen Frage Ausschnitte eines illegal gefilmten und in Umlauf gebrachten „Vergewaltigungsvideos“ an; stelltest dabei auch fest, sie habe in ihrer Ablehnung „schockierend flehentlich“ auf Dich gewirkt – und warst dadurch dann aber immer noch nicht dazu zu bewegen, Dich auf Ihre Seite zu stellen, kannst sogar begrüßen, dass sie als Falschbeschuldigerin verurteilt wurde… und findest es aber recht unverständlich, dass Dir Voreingenommenheit zu ihren Ungunsten unterstellt wird?

            „Keine Ahnung, weder war ich dabei noch erinnere ich jedes Detail der Berichterstattung.“

            Aber an den taktischen Umschwung damals, von: „sie hat in ihre Verletzungen eingewilligt“ hin zu: „sie muss sich selbst verletzt haben“ erinnerst Du Dich schon noch? Funny, ain’t it?

          • „Ich vermute, dass es ihm heute eigentlich sogar (Alles zusammengenommen) besser geht als damals vor dem Ganzen“

            Wieso sollte er dann alles ungeschehen machen wollen?

            „„Das gilt für seine Beschuldigerin wohl auch. Ich hoffe jedenfalls, dass es so ist, falls sie ihn falsch verdächtigt hat.“ – Was, wenn nicht? Und wäre es nicht mal – so oder so – an der Zeit, auch sie zu rehabilitieren? Oder sollte sie D.M.n. nie wieder einen Fuß auf die Erde kriegen?“

            Wenn nicht, täte es mir sehr leid, dass man, ich auch, ihr so Unrecht getan hat.
            Ich finde, „rehabilitieren“ ist eine schlechte Wortwahl, da sie insinuiert, dass Frau xy unschuldig sei. Das wissen wir aber nicht. Prinzipiell bin ich aber der Ansicht, dass jeder Straftäter irgendwann wieder in die Gesellschaft aufgenommen werden sollte. Das gilt umso mehr für sie, für die die Straftat nicht zweifelsfrei belegt ist.
            Inwiefern sie überhaupt Probleme hat, „wieder einen Fuß auf die Erde zu kriegen“, weiß ich natürlich nicht. Du etwa, kennst Du sie persönlich? Oder gehst Du einfach mal davon aus?

            „[Du] findest es aber recht unverständlich, dass Dir Voreingenommenheit zu ihren Ungunsten unterstellt wird?“

            Setzen, 6: Thema verfehlt. Du hast mir unterstellt „für Dich war sie eine Falschbeschuldigerin ab Moment 1.“

            „Aber an den taktischen Umschwung damals, von: „sie hat in ihre Verletzungen eingewilligt“ hin zu: „sie muss sich selbst verletzt haben“ erinnerst Du Dich schon noch? Funny, ain’t it?!“

            1. Nein, daran erinnere ich mich nicht. Ich habe die Berichterstattung kaum verfolgt.
            2. Jupp, ‚funny‘. Es muss deshalb nicht falsch sein. Eine mögliche Erklärung steckt im Wörtchen „taktisch“. Was ein Anwalt und sein Mandant für taktisch klug halten, als die Wahrheit auszugeben, kann abhängig von Anwalt und Situation sehr verschieden sein. Einen festen Beleg für die Wahrheit erhält man damit leider nicht, auch wenn ich verstehe, dass das die Glaubwürdigkeit Kachelmanns herabsetzt.

            Da Du Dich im Rahmen Deiner intellektuellen Möglichkeiten bemüht hast, mir entgegenzukommen, hier noch die Antwort auf Deine Frage: Ich finde eine Geld- bzw. Bewährungsstrafe bei erstmaligem Vergehen angemessen, wenn sie mit einem Schmerzensgeld für das Opfer verbunden ist. Wobei ich die Anfertigung eines Videos, dass nie mit jemandem geteilt wird, nur dann justiziabel fände, wenn der Ersteller sich weigerte, das Video zu vernichten, sollte sein „Opfer“, aka Sexualpartner, irgendwann herausfinden, dass er wider Willen oder unwissentlich gefilmt wurde. Schließlich hat der Videoersteller den Sexualpartner auch schon live nackt und bei dem Sex gesehen, der da gefilmt wurde.

            Was soll die Frage eigentlich? Was hat das noch mit Kachelmann, Lohfink oder Falschbeschuldigung zu tun? Willst Du Dir irgendwie Einsicht in meine Moralvorstellungen verschaffen? Dann kannst Du zwar mich beurteilen, aber nicht das, worüber wir reden. Ein solche Einsichtnahme in die Moralvorstellungen des Gesprächspartners hält wohl nur ein Inquisitor für wichtig, und als solcher trittst Du ja allzu gerne auf.

          • „Wieso sollte er dann alles ungeschehen machen wollen?“

            Es verträgt sich nicht mit seinem Ego, würd ich meinen.
            Vielleicht hat er sich weiterentwickelt seither (damals war er wohl so unglücklich, dass er Kollegen gegenüber eine Krebserkrankung vorgetäuscht hat – oder gehört das zum Teil der „zensierten“ Berichterstattung; zu den Dingen, die man nicht mehr wiedergeben darf?), vielleicht war das (auch ohne Schuldspruch) insgesamt eine – evtl. arg notwendige – Läuterungserfahrung. Das würde er aber nicht zugeben, schätze ich.

            „Wenn nicht, täte es mir sehr leid, dass man, ich auch, ihr so Unrecht getan hat.“

            Und wie leid müsste es Kachelmann erst tun?

            „Ich finde, „rehabilitieren“ ist eine schlechte Wortwahl, da sie insinuiert, dass Frau xy unschuldig sei. Das wissen wir aber nicht.“

            Was konkret spricht für ihre Schuld? Kurz und prägnant, bitte.

            „Prinzipiell bin ich aber der Ansicht, dass jeder Straftäter irgendwann wieder in die Gesellschaft aufgenommen werden sollte. Das gilt umso mehr für sie, für die die Straftat nicht zweifelsfrei belegt ist.
            Inwiefern sie überhaupt Probleme hat, „wieder einen Fuß auf die Erde zu kriegen“, weiß ich natürlich nicht. Du etwa, kennst Du sie persönlich? Oder gehst Du einfach mal davon aus?“

            Ja, ich gehe „nur“ davon aus. Sie war ja Radiomoderatorin seinerzeit und ist deutschlandweit namentlich und mit Gesicht einzig mit dieser Sache verbunden. Sie wird sich auch heute noch in Therapie befinden, würde ich annehmen. Wahrscheinlich psychisch-bedingt arbeitsunfähig sein (und auf dem Arbeitsmarkt auch verbrannt).

            Stell Dir vor, Du wurdest unter Einsatz roher Gewalt vergewaltigt, hattest Todesangst, und musstest dann dieses unglaubliche Affentheater mitmachen. Wurdest falschbeschuldigt in Deine Verletzungen eingewilligt zu haben, Dich selbst verletzt zu haben, gar nicht verletzt gewesen zu sein. Weil man Dir so wenig glaubt, hat man Dir erneut in einer Situation, in der Du nicht fliehen konntest, ein Messer an die Kehle gehalten. Zur Krönung durftest Du all das auch noch aus eigener Tasche bezahlen. Während Dein Peiniger… ach, lassen wir das. Jedenfalls: am Ende denkt der ganze, deutschsprachige Raum scheinbar bestenfalls über Dich: ach ja, man weiß es halt nicht; kann sein, kann auch nicht sein.. . Eine sehr laute Minderheit gibt sich allerdings überzeugt, dass Du Dir das Alles nur aus der Nase gezogen hättest, weil Du „einen Mann zerstören“ wolltest. Was ja leider auch total einfach wäre. Was permanent in diesem Staate passiere. Ein min. ebenso großes Problem sei wie Vergewaltigung. Etc.pp

            „Du hast mir unterstellt „für Dich war sie eine Falschbeschuldigerin ab Moment 1.““

            Weil Du wenn Du neutral an die Sache rangegangen wärst, Du schon anhand der Begleitumstände zu ihrer Seite hättest tendieren müssen. Ganz sicher aber ab dem Moment, wo Du selbst eine Straftat bezeugen konntest.

            „1. Nein, daran erinnere ich mich nicht. Ich habe die Berichterstattung kaum verfolgt.
            2. Jupp, ‚funny‘. Es muss deshalb nicht falsch sein.“

            Was? Dass sie im Einvernehmen von ihm verletzt wurde, oder dass sie sich selbst die fraglichen Verletzungen zugefügt habe?

            „Eine mögliche Erklärung steckt im Wörtchen „taktisch“. Was ein Anwalt und sein Mandant für taktisch klug halten, als die Wahrheit auszugeben, kann abhängig von Anwalt und Situation sehr verschieden sein. Einen festen Beleg für die Wahrheit erhält man damit leider nicht, auch wenn ich verstehe, dass das die Glaubwürdigkeit Kachelmanns herabsetzt.“

            Na immerhin!

          • „Ich finde eine Geld- bzw. Bewährungsstrafe bei erstmaligem Vergehen angemessen, wenn sie mit einem Schmerzensgeld für das Opfer verbunden ist.“

            Wär schonmal ein Anfang.
            Sollte sie denn jedes Mal Geld erhalten, wenn das Material (durch Andere verbreitet) wieder irgendwo auftaucht?

            „Wobei ich die Anfertigung eines Videos, dass nie mit jemandem geteilt wird, nur dann justiziabel fände, wenn der Ersteller sich weigerte, das Video zu vernichten, sollte sein „Opfer“, aka Sexualpartner, irgendwann herausfinden, dass er wider Willen oder unwissentlich gefilmt wurde. Schließlich hat der Videoersteller den Sexualpartner auch schon live nackt und bei dem Sex gesehen, der da gefilmt wurde.“

            Das gibt ihm nicht das Recht, Drohmaterial zu bunkern. Und wer weiß, ob nicht doch Kopien angefertigt wurden, die Abbildungen wirklich niemand sonst zu Gesicht bekam?

            Geldstrafe wär schon das Mindeste – auch ohne teilen. Wer aber Abbildungen (ehemaliger oder aktueller) PartnerInnen ohne deren Einverständnis verbreitet, sollte m.E.n. mit Gefängnisstrafe bedroht sein. Ganz genau wie ein Vergewaltiger… Du wirst nämlich nicht wenige Frauen finden, die es min. genauso schlimm finden, unwillentlich auf Pornoseiten ausgestellt zu sein wie vergewaltigt zu werden (selbst wenn sie zum Sex und/oder Filmen ihr Einverständnis gaben)

            „Was soll die Frage eigentlich? Was hat das noch mit Kachelmann, Lohfink oder Falschbeschuldigung zu tun?“

            Die Verbindung zum Fall Kachelmann vs. Dinkel ist zugegeben nur eine lose (insofern eben die Abbildungen ihrer Verletzungen ohne ihr Einverständnis, aber wohl mit ihrem Namen versehen, als „Selbstverletzungen“ unter den als Experten verschrieenen Geiern geteilt werden), aber Lohfink ist ja gleich zu zwei verschiedenen Zeitpunkten auf genau die Art zum Opfer geworden – ohne Schadensersatzleistungen zu erhalten (sondern im Gegenteil, sie selbst musste in Summe mehr als das 17fache an Strafzahlung berappen), ohne, dass ihre Rechte als Geschädigte vom Justizsystem gewahrt wurden, ohne die Möglichkeit bekommen zu haben, die Sache abzuhaken (weil: wer sucht, findet bestimmt auch heute noch irgendwo beide ohne Einverständnis erstellte „Amateur-Pornos“ – von denen der Erste gar mit einem Preis ausgezeichnet wurde seinerzeit, verliehen von der Branche an den „mutigen und künstlerisch talentierten Urheber“)

            „Willst Du Dir irgendwie Einsicht in meine Moralvorstellungen verschaffen?“

            Vorallem auch in Dein daraus abgeleitetes Rechtsverständnis

          • Nochmal hierzu:

            „Du hast mir unterstellt „für Dich war sie eine Falschbeschuldigerin ab Moment 1.“

            Möglicherweise war das falsch formuliert. Möglicherweise trifft Dich die Charakterisierung eher, wenn ich sage: für Dich war von Anfang an klar, dass die als Täter auftretenden Männer nicht schuldig gesprochen werden dürften.

          • Spannend zu lesen, was Du Kachelmann alles andichtest, um Deine nicht zusammenpassenden Aussagen „Sein Leben ist besser als je zuvor, aber er würde es nicht so haben wollen“ verknüpfen zu können.

            „Was konkret spricht für ihre Schuld? Kurz und prägnant, bitte.“

            Gerne: Diverse Gutachten und ein zivilgerichtliches Urteil.

            Dann mal wieder einige unbelegte Annahmen von Dir, Pippi Langstrumpf lässt grüßen („Ich mach ‚mir die Welt…“).

            „Stell Dir vor, Du wurdest…“

            Eine ziemlich beschissene Vorstellung. Aber ich glaube, hier unterscheiden ich und jeder weitere undogmatische Mensch uns von Dir: Ich stelle mir das auch mal vor und gebe zu, dass immerhin die Möglichkeit besteht, dass es so war. Testen wir Dich mal:

            Stell Dir vor, Du wurdest falsch verdächtigt von einem Mann, der sich an Dir für eine persönliche Enttäuschung rächen wollte. Du hast vier Monate in Untersuchungshaft verbracht in einer Haftanstalt, wo auch schon mal Kakerlaken in Deiner Zelle vorbeischauen. Von der halben Presse der Republik wurdest Du direkt ohne Verfahren für schuldig befunden. Auf die Besuche Deines Sohnes, der alle zwei oder vier Wochen vorbeikam, hast Du bald freiwillig verzichtet, weil die Situation für ihn, Dich und Deinen Mann einfach zu bedrückend war. Nur auf eigene Kosten konntest Du Gutachter bezahlen, deren Ergebnisse Dir knapp ein Fehlurteil erspart haben. Bei der Urteilsverkündung erklärt der Richter sinngemäß allen Ernstes: „Es gibt keinen Freispruch zweiter Klasse, ABER…“ und folgerichtig must Du Dich jahrelang weiterhin mit einer gar nicht so kleinen Minderheit, darunter Teile der bundesweiten Presse, herumschlagen, die Dich weiterhin verleumdet. Einen Zivilprozess gegen Deinen Falschbeschuldiger gewinnst Du zwar, aber er musste Dir nur die Kosten einiger Gutachten ersetzen, was er locker aus dem Gewinn durch Interviews und dergleichen bezahlen konnte. Auf Deinen Anwaltskosten bleibst Du natürlich selbst sitzen. Da die Staatsanwaltschaft sich weigert, ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen ihn einzuleiten, kannst Du Dir die Idee von ausgleichender Gerechtigkeit abschminken: Eine Zelle wird Dein Falschbeschuldiger im Gegensatz zu Dir nie von innen sehen.

            Und, was hälst Du davon?

            „“Du hast mir unterstellt „für Dich war sie eine Falschbeschuldigerin ab Moment 1.““ –
            Weil Du wenn Du neutral an die Sache rangegangen wärst, Du schon anhand der Begleitumstände zu ihrer Seite hättest tendieren müssen. Ganz sicher aber ab dem Moment, wo Du selbst eine Straftat bezeugen konntest.“

            Na klar. Jeder, der nicht Deiner Auffassung ist, kann nicht neutral sein. Die Neutralität hast Du für Dich gepachtet.

            „Was [muss nicht falsch sein]? Dass sie im Einvernehmen von ihm verletzt wurde, oder dass sie sich selbst die fraglichen Verletzungen zugefügt habe?“

            Das eine, das andere, und sogar beides zusammen.

            „Na immerhin!“

            Ich bin nicht so verbohrt wie Du.

            XXXXXXXXXXXXXX

            „Sollte sie denn jedes Mal Geld erhalten, wenn das Material (durch Andere verbreitet) wieder irgendwo auftaucht?“

            Mach Dich nicht lächerlich.

            „Das gibt ihm nicht das Recht, Drohmaterial zu bunkern.“

            Was die eine als Drohmaterial sieht, sieht der andere als Absicherung gegen Falschbeschuldigung. Übrigens: Jemand, der Aufnahmen vom gemeinsamem Sex veröffentlich, stellt sich auch selbst bloß. Komisch, dass es dem einen scheinbar nichts ausmacht, dem anderen aber ganz viel.

            „Und wer weiß, ob nicht doch Kopien angefertigt wurden, die Abbildungen wirklich niemand sonst zu Gesicht bekam?“

            Derselbe, der weiß, ob Du und ich nicht schon öfters beim Sex von Dritten gefilmt wurden: Niemand außer dem Dritten. C’est la vie.

            „Wer aber Abbildungen (ehemaliger oder aktueller) PartnerInnen ohne deren Einverständnis verbreitet, sollte m.E.n. mit Gefängnisstrafe bedroht sein. Ganz genau wie ein Vergewaltiger…“

            Völlig unverhältnismäßig.

            „Du wirst nämlich nicht wenige Frauen finden…“

            Irgendwelche findet man immer. Das kann nicht der Maßstab sein, sondern der Maßstab muss das Empfinden der Gesellschaft in ihrer Gänze abbilden.

            Dann kommt wieder Blabla, was für ein armes Opfer die verurteilte Falschverdächtigerin Lohfink ist. Dazu ist ausreichend viel gesagt worden. Wichtiger ist mir noch:

            „…für Dich war von Anfang an klar, dass die als Täter auftretenden Männer nicht schuldig gesprochen werden dürften.“

            Schon wieder falsch. Wie kannst Du nur so verbohrt sein? Für mich stand am Anfang noch gar nichts fest. Ich habe Belege für die Schuld der Männer bzw. Lohfinks und Belege für die Unschuld der Männer bzw. Lohfinks gesehen. (Ich meine nicht nur das Video.) Daraus habe ich mir in Summe ein Urteil gebildet. Dass Du meinst, dieses Urteil habe im Vorhinein festgestanden, liegt nur daran, dass Du Deinen eigenen, extrem ausgeprägten Hang zu Vorurteilen auf mich projizierst. Und dass Du einfach nicht damit leben kannst, dass jemand zu einer anderen Bewertung kommt als Du.

            Von Dir habe ich die ganze Zeit NIE den Satz gelesen: „Ich bin zwar der Meinung, dass Lohfink und Dings unschuldig sind, aber vielleicht irre ich mich.“ Für Verständigung braucht man zwei Leute, die bereit sind, ihre eigene Position einmal aufzugeben und sich in den anderen zu denken.

            An mir ist es nicht gescheitert.

        • Ach so, und natürlich gildet das imho auch für sie: auch sie würde rückblickend sicher gerne auf dieses Zusammentreffen verzichtet haben.
          Es hat ihr Leben ruiniert.

          • Sie hat ihr Leben selbst ruiniert. Und ein Herr aus Offenburg.

            Kachelmann Furtwängler Burda Dinkel.

            Da gibt es höchst interessante Verbindungen. Ich schreibe dazu keine Details, da ich nicht so viel Geld für Anwälte habe wie der Herr aus Offenburg. Chris bestimmt auch nicht.

            Wirf mal Google an und suche nach einer ehemaligen Staatsanwältin, die hat den Fall Kachelmann genau untersucht. Und such dir mal den Beschluss vom OLG KA zur Haftbeschwerde von Kachelmann raus. Da stand explizit drin, das es keine Vergewaltigung gab.
            Kachelmann ist so unschuldig, wie ein Mann es nur sein kann. Aber 10 Weiber hat er gevögelt wie wild, eine davon war eine giftige Frucht und eine war käuflich.

            Blöd war der schon, aber mit Sicherheit kein Vergewaltiger.

          • „Wirf mal Google an und suche nach einer ehemaligen Staatsanwältin, die hat den Fall Kachelmann genau untersucht.“

            Du meinst diese Gabriele, oder wie sie heißt? (war die nicht auch mal verlinkt hier im Blogroll? Oder wars ein Nachbar-blog?)
            Von der hab ich z.B. die Information (so ich mich nicht täusche), dass die Greuel ins Gespräch gestartet wäre mit der Aussage, Claudia D. hätte ja keine Verletzungen gehabt (und dass sie erklären solle, wie das denn möglich sei bei dem von ihr geschilderten Tatablauf. Kafka-esk).

            „Blöd war der schon“

            Man denke nur an die Strategie, die sein 1. Anwalt gefahren ist: die Verletzungen seien aus einvernehmlichen SM-Praktiken entstanden!

            So hieß es von seiner Seite, bis dann der später als Brotdosen-Beschlagnahmer bekanntgewordene Schwenn ihn ablöste – mit der neuen Story, sie sei bei seiner Abreise jedenfalls noch unverletzt gewesen… (mein wild guess ist übrigens, dass Schwenn irgendwas gegen die Richter in der Hand hatte. Anders ist mir das Alles – z.B. auch die angeblich verschwundenen Kachelmann-DNA-Spuren vom Messer – wirklich nicht erklärlich. Die übermäßige Selbstbezüglichkeit in der Urteilsbegründung passte dazu, if you ask me)

          • Ich hab übrigens, seit ich das schrub, erneut einige Male herzhaft lachen müssen, als ichs mir vorstellte wie in einem Comic-Strip: der renommierte Strafverteidiger in seinem besten Sonntagsanzug, der dem Gericht mit fuchtelndem Zeigefinger befiehlt: „Beschlagnahmen Sie diese Brotdose! Sie ist ein wichtiges Indiz in diesem Prozess!“
            Und die Richter so: „Aber natürlich, Herr Schwenn; Alles was sie sagen…“

  21. „„Was konkret spricht für ihre Schuld? Kurz und prägnant, bitte.“

    Gerne: Diverse Gutachten und ein zivilgerichtliches Urteil.“

    Du hattest ja bereits zugegeben, Dich mit dem Fall nicht so wirklich beschäftigt zu haben; inhaltliche Aussagen sind dann natürlich auch nicht zu erwarten.

    „Eine ziemlich beschissene Vorstellung. Aber ich glaube, hier unterscheiden ich und jeder weitere undogmatische Mensch uns von Dir: Ich stelle mir das auch mal vor und gebe zu, dass immerhin die Möglichkeit besteht, dass es so war.“

    Glauben soll ich Dir also, dass Du auch ohne meine Intervention hier ernstlich die Möglichkeit in Betracht gezogen hättest, dass sie vergewaltigt & falschbeschuldigt (d.h. als faktisches Opfer zum vermeintlichen Täter erklärt) wurde? Na, sorry, tue ich nicht.

    „Stell Dir vor, Du wurdest falsch verdächtigt von einem Mann, der sich an Dir für eine persönliche Enttäuschung rächen wollte.“

    Was Du unter „persönliche Enttäuschung“ fasst als wäre es irgendwie ihr Fehler gewesen (mehr als ein Jahrzehnt Hinhaltetaktik, Heiratsversprechen, den Partner zum Rohbau des angeblich gemeinsamen, zukünftigen Nestes führen und dessen Einrichtungsvorschläge abnicken etc.), fällt a.m.S. jedenfalls moralisch unter Betrug.

    „Du hast vier Monate in Untersuchungshaft verbracht in einer Haftanstalt, wo auch schon mal Kakerlaken in Deiner Zelle vorbeischauen. Von der halben Presse der Republik wurdest Du direkt ohne Verfahren für schuldig befunden.“

    Deutlicher war allerdings noch die journalistische Parteinahme (seitens Friedrichsen und Rückert) FÜR ihn, den Angeklagten.
    (4 Monate U-haft erscheinen mir übrigens auch recht lang, dennoch sind die voll im Rahmen dessen, was das Gesetz vorgibt. Und die Kakerlaken? Nun, ich nehme an, der Opfer-abo-Mann hat seine Schilderungen zur Steigerung der Dramatik schon auch ein wenig übertrieben, müsst man mal bei anderen Häftlingen dieser Anstalt nachfragen)

    „Auf die Besuche Deines Sohnes, der alle zwei oder vier Wochen vorbeikam, hast Du bald freiwillig verzichtet, weil die Situation für ihn, Dich und Deinen Mann einfach zu bedrückend war.“

    Hm. Da bin ich jetzt überrascht. Ich dachte, die beiden Kuckuckskinder seiner Exfrau (ist er eigentlich noch deren juristischer Vater? Seinen heutigen Äußerungen zufolge hätte er nur den einen Sohn, der nach der Geschichte gezeugt wurde) lebten in Kanada, und er habe sie nur sowohl vor wie nach der U-haft besucht.

    „Einen Zivilprozess gegen Deinen Falschbeschuldiger gewinnst Du zwar, aber er musste Dir nur die Kosten einiger Gutachten ersetzen, was er locker aus dem Gewinn durch Interviews und dergleichen bezahlen konnte. Auf Deinen Anwaltskosten bleibst Du natürlich selbst sitzen.“

    Tröstets Dich zu erfahren, dass Kachelmann nach eigener Aussage knapp unter einer Millionen Euro daran verdient hat?

    „Da die Staatsanwaltschaft sich weigert, ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen ihn einzuleiten, kannst Du Dir die Idee von ausgleichender Gerechtigkeit abschminken: Eine Zelle wird Dein Falschbeschuldiger im Gegensatz zu Dir nie von innen sehen.“

    Dafür steht er (mglw.) über ein Jahrzehnt lang unter quasi-Hausarrest, hat jegliche Job-Aussichten verwirkt, keine Option mehr, Kinder zu kriegen und lebt schlussendlich evtl. lebenslang öffentlich geächtet & einsam in Armut?

    „Und, was hälst Du davon?“

    Schon hart.

    Zum Glück hat Kachelmann nie auch nur eine schlechte Erfahrung mit Menschen auf der Straße gesammelt, sagt er. Seine Unterstützer melden sich zu Wort; wer ihn evtl. für schuldig hält, schweigt sich hingegen aus.

    „„Was [muss nicht falsch sein]? Dass sie im Einvernehmen von ihm verletzt wurde, oder dass sie sich selbst die fraglichen Verletzungen zugefügt habe?“

    Das eine, das andere, und sogar beides zusammen.“

    Was hast Du Dir nur zusammengepuzzelt, damit das aufgehen könnte?

    „„Sollte sie denn jedes Mal Geld erhalten, wenn das Material (durch Andere verbreitet) wieder irgendwo auftaucht?“

    Mach Dich nicht lächerlich.“

    Lächerlich ist die Vorstellung, dass der Verbreitung beizukommen sei, wenn bekanntermaßen nur einmal eine Strafzahlung fällig wird & niemand einen Eintrag ins Vorstrafenregister riskiert.

    „Was die eine als Drohmaterial sieht, sieht der andere als Absicherung gegen Falschbeschuldigung.“

    Umso wichtiger wäre eine klare, GG-konforme Haltung der Justiz. 

    „Übrigens: Jemand, der Aufnahmen vom gemeinsamem Sex veröffentlich, stellt sich auch selbst bloß. Komisch, dass es dem einen scheinbar nichts ausmacht, dem anderen aber ganz viel.“

    Möchtest Du andeuten, dass Betroffene übertreiben, wenn sie Verstöße gegen ihre Grundrechte bedauern oder anprangern?

    „„Und wer weiß, ob nicht doch Kopien angefertigt wurden, die Abbildungen wirklich niemand sonst zu Gesicht bekam?“

    Derselbe, der weiß, ob Du und ich nicht schon öfters beim Sex von Dritten gefilmt wurden: Niemand außer dem Dritten. C’est la vie.“

    Ich hab schon ewig keinen Outdoor-Sex mehr gehabt an Orten, wo die Gefahr hätte bestehen können, (unbemerkt) gefilmt zu werden. Sogar oben-ohne am Strand oder im Freibad ist mir verleidet worden durch die All-Gegenwart der Kameras.

    „„Wer aber Abbildungen (ehemaliger oder aktueller) PartnerInnen ohne deren Einverständnis verbreitet, sollte m.E.n. mit Gefängnisstrafe bedroht sein. Ganz genau wie ein Vergewaltiger…“

    Völlig unverhältnismäßig. …

    Irgendwelche findet man immer. Das kann nicht der Maßstab sein, sondern der Maßstab muss das Empfinden der Gesellschaft in ihrer Gänze abbilden.“

    Maßgeblich soll nicht allein das Opfer-Empfinden sein, sondern auch das von Tätern? Lol, nein.

    „Ich habe Belege für die Schuld der Männer bzw. Lohfinks und Belege für die Unschuld der Männer bzw. Lohfinks gesehen. (Ich meine nicht nur das Video.)“

    Aber Du sagst nicht, welche?

    „Daraus habe ich mir in Summe ein Urteil gebildet. Dass Du meinst, dieses Urteil habe im Vorhinein festgestanden, liegt nur daran, dass Du Deinen eigenen, extrem ausgeprägten Hang zu Vorurteilen auf mich projizierst.“

    Mir geht es zunächst mal um solche Verfahrensfehler, die sicher nicht duldbar wären bei Angeklagten – und es genauso wenig sein dürften bei der Behandlung mutmaßlicher Opfer-Zeugen bzw. NebenklägerInnen.

    Das wesentlichste Problem ist nämlich, dass „Team Rechststaat“ anscheinend nichtmal merkt, was geschieht/geschehen ist.

    Ein behauptetes (sogar weibliches) Opfer nicht-sexualisierter Körperverletzung müsste (denke ich) niemals befürchten, dass man die Tat mit Messer an seinem Hals nachstellen würde, oder aber aufgefordert werden zu erklären, warum es denn nicht verletzt gewesen sei, wo die Faktenlage das glatte Gegenteil beweist. Solcherlei Ansinnen allein müsste klar und deutlich als nicht-regelkonform abgeschmettert werden.

    Und im Falle GLL wurde die Unschuldsvermutung nicht minder verletzt, als man vorgab, die gefilmten 1/24 des fraglichen Zeitraums belegten zweifelsfrei „ihre Schuld“.

    Zumindest bezüglich dieser Punkte müsste hier ein Konsens erreichbar sein.

    • Semikolon,

      „(mehr als ein Jahrzehnt Hinhaltetaktik, Heiratsversprechen, den Partner zum Rohbau des angeblich gemeinsamen, zukünftigen Nestes führen und dessen Einrichtungsvorschläge abnicken etc.), fällt a.m.S. jedenfalls moralisch unter Betrug.“

      Ich sag ja immer: Niemals Inneneinrichtungsvorschläge von ner Frau abnicken, die Folgen können unabsehbar sein („Du hast gesagt, der begehbare Schuhschrank soll Eiche rustikal sein, jetzt musst Du mich heiraten“)

      Aber im Ernst: Dein Furor speist sich erkennbar aus dem Mitgefühl für eine Frau heraus, die offensichtlich in den falschen Gaul investiert hat. Ihr Furor sicherlich auch (erst recht) und damit sind wir schon bei einem möglichen Motiv für alles folgende angekommen.

      • Die damaligen Begleitumstände, die ihn als offensichtlich höchst überzeugenden Gewohnheitslügner auswiesen, gehören zur nüchternen Beschreibung nunmal dazu, triggern aber bei mir keinerlei Emotionen.

        Fällt es denn wirklich sooo schwer, sich auszumalen, dass ein solcher Charakter (mit wie berichtet wurde dominanter Tendenz im Sexuellen) vom Furor übermannt seiner langjährigen Gespielin nochmal ungewollt auf die Pelle rückte, weil sie ihn zur Rede stellte und die Trennung verkündete?

        Reden wir doch nochmal kurz über die DNA-Spur Kachelmanns am vermeintlichen Tatmesser… mein Stand, konkret: es war zuletzt jedenfalls immer noch „nicht auszuschließen“, dass das Gefundene von ihm stammte, der Experte hätte bloß „mehr erwartet“, sagte er …und der Staatsanwaltschaft wurde lange nach der Urteilsverkündung dann noch gerichtlich untersagt, die „Falschbehauptung“ einer Spur zu seinen Ungunsten weiter zu verbreiten.
        Ist das nicht seltsam, Alles?

        Die Falschbeschuldigungs-These ist nach meinem Dafürhalten schlicht sehr viel voraussetzungsreicher, speziell auch bezogen auf den Punkt „kriminelle Energie“. Sie müsste sich nicht nur diverse Selbstverletzungen zugefügt haben von sehr ungewöhnlicher Größe (so hieß es über die Hämatome auf den Oberschenkelinnenseiten) oder Platzierung (die Schnittwunden am Hals – von ihren Gegnern zu „Schürfwunden“ verniedlicht, obwohl an der Klinge ihr Blut klebte… jedenfalls ursprünglich), sie müsste außerdem irgendwie jene Spuren transferiert haben auf das Messer. Im Anschluß hätte sie zunächst ihre Eltern, dann die aufnehmenden Polizisten und Ärzte erfolgreich angelogen; obendrein hätte sie „Schwein gehabt“, an eine Staatsanwaltschaft zu geraten, die es mit dem DNA-Abgleich „nicht so genau nahm“… und wann sollte sie sich überhaupt entschieden haben zu einer „falschen Verdächtigung“? Bevor sie mit ihm schlief? Das glaubste aber doch selbst nicht, oder? Dann also danach, weil… ja, was?

        • „Fällt es denn wirklich sooo schwer, sich auszumalen, dass ein solcher Charakter (mit wie berichtet wurde dominanter Tendenz im Sexuellen) vom Furor übermannt seiner langjährigen Gespielin nochmal ungewollt auf die Pelle rückte, weil sie ihn zur Rede stellte und die Trennung verkündete?“

          Ein spontaner Hate-Fuck aus einer narzisstischen Kränkung heraus? Sowas gibt es schon. Ob in dem konkreten Fall das Persönlichkeitsprofil diese Reaktion möglich erscheinen lässt, wird wohl ein psychiatrisches Gutachten untersucht haben.

          Genausogut: Warum sollte sie nicht einen Racheplan schmieden, zu dem auch ein letzter härterer Beischlaf zwingend gehört, da sie nur so die Justiz als Racheinstrument nutzen kann? Wie hätte sie sich sonst an ihm dafür rächen können, dass er in der Realität nicht die in ihrem Traum ihm zugewiesene Rolle spielt?

          Beide Varianten sind möglich. Am Ende hat ein Gericht nach Abwägung der vorliegenden Indizien entschieden.

          • „Ob in dem konkreten Fall das Persönlichkeitsprofil diese Reaktion möglich erscheinen lässt, wird wohl ein psychiatrisches Gutachten untersucht haben.“

            Wo denkst Du hin?
            Natürlich gab es _kein_ psychiatrisches Gutachten über ihn. Daran hätte er ja mitwirken müssen, und das Schöne am Angeklagten-Dasein ist schließlich: als solcher muss man rein gar Nichts sagen. Und ne plausible Gegen-Version brauchts wie man sieht auch nicht – Hauptsache, Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Opfer-Zeugin sind gestreut.

            Das gesamte Aufgebot seiner Geliebten bzw. Exen (die unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagten) diente einzig dazu, genau diesen Mangel auszugleichen und dem Gericht so einen besseren Einblick in sein Persönlichkeitsprofil zu ermöglichen. Für ihn selbst wars aber auch praktisch, möcht ich meinen. Die Frau (damals eine junge Psychologie-Studentin, funny enough), die er während der Sache noch fluchs heiratete, zeichnete sich sicher dadurch aus, dass sie ihn sowohl am nettesten beschrieb, als auch am Stärksten von seiner Unschuld überzeugt war und also kompatibel war mit der Version, die er fortan nach außen zu projizieren gedachte.

            „Warum sollte sie nicht einen Racheplan schmieden, zu dem auch ein letzter härterer Beischlaf zwingend gehört, da sie nur so die Justiz als Racheinstrument nutzen kann?“

            Heißt das jetzt, Du jedenfalls nimmst an, sie habe sich von ihm mit Kalkül auf die Art verletzen lassen während eines letzten, von ihr so geplanten, einvernehmlichen Sex-Akts?

            „Beide Varianten sind möglich“

            Aber sicher nicht gleich wahrscheinlich.

          • „Das gesamte Aufgebot seiner Geliebten bzw. Exen (die unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagten) diente einzig dazu, genau diesen Mangel auszugleichen und dem Gericht so einen besseren Einblick in sein Persönlichkeitsprofil zu ermöglichen.“

            Was ja auch sinnvoll ist. Und wenn selbst seine abgelegten Bunnies (die weder Publicity noch einen Dankeschön-GV von ihm dafür zu erwarten hatten) so vehement für ihn aussagen, ist das durchaus ein gewichtiges Indiz zu seinem Gunsten. Findest Du nicht?

            „Aber sicher nicht gleich wahrscheinlich“

            In dubio pro reo.

            BTW: „Die Frau (damals eine junge Psychologie-Studentin, funny enough), die er während der Sache noch fluchs heiratete“ sollte das nicht eher lauten „die ihn während des laufenden Verfahrens mitsamt ihrer psychologischen Fachkenntnis ohne jeden Zweifel für unschuldig erachtete und ihn sogar zu ihrem Ehemann machte“ ?

          • „Findest Du nicht?“

            Ne, jetzt antwortest Du erstmal.

            Denkst Du nun, sie hat sich selbstverletzt – oder denkst Du, er hat ihr gemäß ihrer Regieanweisungen genau solche Verletzungen zugefügt, die sie für ihren fiesen Racheplan als notwendig ersonnen hatte?

          • Ph. Das kommt mir so absurd vor, wenn ich das schreibe, SO – dass IRGENDWER sowas glaubt… über eine gestandene, erwachsene Frau mit seriösem Medienjob und bis dahin scheints einwandfreiem Leumund!

          • Semikolon,

            „nach Regieanweisung“ dürfte die unrealistischste Variante sein. Wohl eher „Im Rahmen einer Rape-Sex Nummer einfach passiert“. Ansonsten kann es beides sein oder eine Mischform dazwischen. Da maße ich mir kein Urteil an.

            „dass IRGENDWER sowas glaubt… über eine gestandene, erwachsene Frau mit seriösem Medienjob und bis dahin scheints einwandfreiem Leumund!“

            Hihi, Empörung ginge hier genauso gut andersrum „…über einen gestandenen, erwachsenen Mann mit seriösem Medienjob…“

          • Mach mal mit deinem Mann einen Versuch. Leg dich hin. Beine fest zusammen. Er soll dann deine Beine öffnen. Er wird es nur auf eine Art schaffen. Die blauen Flecken sind dann dort, wo du nie dran denken würdest. Aber nie und nimmer an den Oberschenkeln.

            Dinkel hat gelogen und Kachelmann nicht vergewaltigt. Es ist bewiesen. Nur das Gericht hat es nicht kapieren wollen.

          • Wofür ich mich wirklich beneide, wenn es sowas gibt^^, ist die Fähigkeit, oft genau zu wissen, welche Musik mir helfen kann, meine Balance wiederzugewinnen. In dem Fall jetzt Incubus (beide legendären Alben)

          • Semikolon,

            Weihnachten ist zwar schon vorbei, aber ich schenke Dir trotzdem einen sehenswerten Kurzfilm aus Israel. Dir als Sex&Crime-Fan*in wird er sicher gefallen 🙂

          • Nein, Peter, Du hast Dich vertan.
            Voll nicht mein Geschmack; mir kamen diese endlosen Minuten bloß wie sinnfreie Zeitverschwendung vor.

            „Im Rahmen einer Rape-Sex Nummer einfach passiert“

            Dein Rat an rachsüchtige Frauen:
            Stimm einfach nur zu, dass er Dich spontan anlässlich der Trennung unter Zuhilfenahme grober Gewalt und eines Messers „rein spielerisch“ vergewaltigt… dann hast Du vielleicht (wenn Du Deine Verletzungen deutlich genug werden lässt) auch ganz kleine Mini-Chancen, dass dieser an sich „einvernehmliche“ Abschieds-Akt öffentlich als Straftat wahrgenommen wird… werden könnte.
            Ach ne, doch nicht, weil so blöd sind viele Leut ja auch wieder nicht; wer weiß, wie Frauen ticken, durchschaut Deine verwerflichen Absichten no matter what.
            But, well, at least you’ve tried (that’s why you should be considered a  criminal)

          • „Mach mal mit deinem Mann einen Versuch. Leg dich hin. Beine fest zusammen. Er soll dann deine Beine öffnen. Er wird es nur auf eine Art schaffen. Die blauen Flecken sind dann dort, wo du nie dran denken würdest. Aber nie und nimmer an den Oberschenkeln.“

            Der welterfahrene Mika spricht. Erst dacht ich: hat der sich hier jetzt echt selbst als Vergewaltiger geoutet? Aber dann erinnerte ich mich daran, dass das immerhin auch ein experimenteller Ansatz eines umtriebigen Gutachters war, damals.
            Und, wie liefs?:
            „Mattern hat sogar mit seiner Frau ausprobiert, ob solche Hämatome entstehen können, wenn jemand versucht, mit seinem Knie die Oberschenkel einer Frau auseinanderzudrücken – das Experiment war jedoch zu schmerzhaft. Mattern hält es für möglich, dass die Blutergüsse von Knien stammen – will jedoch auch nicht ausschließen, dass Simone W. sich die Verletzungen selbst mit Faustschlägen zugefügt hat. „Man muss aber gewaltig zuschlagen““

            Aber wenn Frauen für eins bekannt sind, dann ja wohl für ihre Leidensfähigkeit.
            Insofern: Passt schon!

          • Semikolon,

            Oh, wie schade. Naja, Du kannst es ja umtauschen 🙂

            „Dein Rat an rachsüchtige Frauen:“

            Ich werde bestimmt keine Ratschläge an rachsüchtige Frauen verteilen. Naja, vielleicht den einen „Mach eine Psychotherapie und arbeite an Deinem verkorksten Beuteschema“

            Und auch wenn Du selber nicht auf Rape-Sex stehst, es gibt nicht wenige Frauen die darauf voll abfahren. Face it.

          • Sei Dir gewiss: wenn die Aktenordner voll täglicher Kommunikation zwischen den beiden auch nur den geringsten Hinweis enthalten hätten darauf, dass konkret _diese_ Frau „voll auf rape-games abfährt“ o.ä., hätten wir das nicht bloß gelesen; das Verfahren wäre wahrscheinlich sogar noch eingestellt worden ohne einen einzigen Verhandlungstag.

    • @Semikolon

      Ich wusste gar nicht, dass du Dich neuerdings in gepflegter Veralberung übst?

      Du: „Renton, antworte bitte kurz und prägnant.“
      Ich: Antworte kurz und prägnant.
      Du: „Zu kurz. Du hast offensichtlich keine Ahnung.“

      „Glauben soll ich Dir also, dass Du auch ohne meine Intervention hier ernstlich die Möglichkeit in Betracht gezogen hättest, dass sie vergewaltigt & falschbeschuldigt (d.h. als faktisches Opfer zum vermeintlichen Täter erklärt) wurde? Na, sorry, tue ich nicht.“

      Zum wiederholten Male behauptest Du, meine bewussten Gedanken besser zu kennen als ich selbst. Das ist einer der Gründe, warum Du diskursunfähig bist. Diesmal bist Du sogar so unverschämt, mich indirekt der Lüge zu bezichtigen.

      Ich brauche mit Sicherheit nicht Deine woke Anleitung, um mehrere Möglichkeiten bei einem Kriminalfall in Betracht zu ziehen. ich verfüge über ein ordentliches Maß an Phantasie.

      „fällt a.m.S. jedenfalls moralisch unter Betrug“

      Kann man so sehen. Wenn sie das auch so sah, hat man auch schon das Motiv für ihre Falschbeschuldigung.

      „Tröstets Dich zu erfahren, dass Kachelmann nach eigener Aussage knapp unter einer Millionen Euro daran verdient hat?“

      Auch wenn es stimmt: Nein. Denn im Gegensatz zu Dir, scheint’s, steigere ich mich nicht in Betroffenheitsgefühle mit einem der Beteiligten, auch, wenn ich seine Situation empatisch nachzuvollziehen versuche. Ich brauche keinen Trost.
      Davon ab: Und wieviel Geld hat er verloren, durch Jobverlust etc. pp.?

      „Dafür steht er (mglw.) über ein Jahrzehnt lang unter quasi-Hausarrest, hat jegliche Job-Aussichten verwirkt, keine Option mehr, Kinder zu kriegen und lebt schlussendlich evtl. lebenslang öffentlich geächtet & einsam in Armut?“

      Ja nee, ‚is klar. Und jeden Montag wird sie geteert und gefedert.

      „„Und, was hälst Du davon?“ – Schon hart.“

      Ich gehe davon aus, dass Du das sarkastisch meinst. Du hast nichts begriffen, siehst nicht seine (mögliche) Perspektive, vergleichst immer mit ihrer (möglichen) Perspektive. Du bist unwillens oder unfähig, einen anderen Standpunkt einzunehmen.

      „„Was [muss nicht falsch sein]? Dass sie im Einvernehmen von ihm verletzt wurde, oder dass sie sich selbst die fraglichen Verletzungen zugefügt habe?“ – „Das eine, das andere, und sogar beides zusammen.“ – Was hast Du Dir nur zusammengepuzzelt, damit das aufgehen könnte?“

      Sie ließ sich im Einvernehmen von ihm verletzen, und hat sich anschließend noch zusätzliche Spuren zugefügt oder die Verletzungen vergrößert, damit es schlimmer aussieht. Ich finde, um darauf zu kommen, benötigt man noch nicht einmal ein ordentliches Maß an Phantasie. Mittelmäßig viel würde reichen.

      —-

      „Lächerlich ist die Vorstellung, dass der Verbreitung beizukommen sei, wenn bekanntermaßen nur einmal eine Strafzahlung fällig wird & niemand einen Eintrag ins Vorstrafenregister riskiert.“

      Lächerlich ist die Vorstellung, dass bei auch noch so großer Abschreckung eine Straftat irgendwann nicht mehr begangen würde.

      „„Übrigens: Jemand, der Aufnahmen vom gemeinsamem Sex veröffentlich, stellt sich auch selbst bloß. Komisch, dass es dem einen scheinbar nichts ausmacht, dem anderen aber ganz viel.“ – „Möchtest Du andeuten, dass Betroffene übertreiben, wenn sie Verstöße gegen ihre Grundrechte bedauern oder anprangern?““

      Oh, Du fragst nach, statt mir direkt etwas zu unterstellen? Geht’s Dir gut? Ist doch sonst nicht Deine Art :-/
      Zu Deiner Frage: Weder – noch. Ich möchte andeuten, dass die von DIR geforderten Konsequenzen unverhältnismäßig, also übertrieben, sind.

      „Ich hab schon ewig keinen […]Sex mehr gehabt an Orten, wo die Gefahr hätte bestehen können, (unbemerkt) gefilmt zu werden.“

      Auch drinnen kann man filmen. Sogar von außen in Euer Schlafzimmer, durch das Fenster mit der Macke in der Holzeinfassung 😛

      „Maßgeblich soll nicht allein das Opfer-Empfinden sein, sondern auch das von Tätern? Lol, nein.“

      *Seufz* Für Dich, Satzzeichen, und für alle die, die noch mitlesen mögen:
      1. Die allermeisten Menschen haben einen gut funktionierenden moralischen Kompass. Sie sind ziemlich gut in der Lage, zu beurteilen, was ein Vergehen darstellt und wie schlimm es ist, ergo, welches Strafmaß dafür gelten sollte. Das gilt oft sogar für den Fall, dass sie selbst ein bestimmtes Vergehen begangen haben. Sie verfügen über Unrechtsbewusstsein. Müsstest Du auch schon mal gehabt haben. Dass Menschen, die ein Vergehen begangen haben, versuchen, sich der Strafe für dieses Vergehen zu entziehen, bedeutet deshalb nicht, dass sie nicht in der Lage sind, ein solches Vergehen prinzipiell richtig einzuschätzen. Es bedeutet nur, dass sie eventuell nicht in der Lage sind ihr eigenes, konkretes Vergehen richtig einzuschätzen (sie machen sich etwas vor, erfinden Ausreden, leugnen ihre Schuld vor sich selbst, und ganz sicher, dass man sie nicht zur letztlichen Beurteilung ihrer eigenen Tat heranziehen sollte. Die prinzipielle Bedeutung einer Tat wie der ihren können sie immer noch hervorragend einschätzen.
      (Betrachte Dich mal selbst: Du bist vielleicht Mitte 30, hast also sicherlich bereits mehr als 10.000 Tage sprechend gelebt, und hast, wie jeder Mensch, durchschnittlich sicherlich mindestens einmal am Tag gelogen, also bereits über zehntausend Mal. Trotzdem würdest Du wohl kaum erklären, nicht die prinzipielle Verwerflichkeit einer Lüge beurteilen zu können, sei es eine Notlüge, Betrugslüge oder was auch immer. Und Deine Kinder erziehst Du auch in dieser Hinsicht. Und das ist auch in Ordnung so. Nach Deiner eigenen Logik allerdings dürfest Du das gar nicht.)
      Schon deshalb kann man bedenkenlos die ganze Gesellschaft das Strafmaß für ein Vergehen festlegen lassen.
      2. Wenn Du nicht willst, dass die ganze Gesellschaft das Strafmaß für ein Vergehen festlegt, weil dann auch Täter mitentscheiden: Woher weißt Du überhaupt, wer in der Gesellschaft Täter ist? Und wieso sollen die anderen Nicht-Täter (mit Bindestrich zur Verdeutlichung) nicht mitentscheiden dürfen? Die Fragen sind rhetorisch, Du willst nur das Opferempfinden (ohne Deppenbindestrich) entscheiden lassen. Nur:
      3. Das bedeutet am Ende, den Täter der völligen Willkür des Opfers zu unterwerfen. Einen Menschen völlig der Willkür eines anderen auszuliefern, ist Barbarei. Ich versichere Dir: Sollten Du und Deine woken Kolleginnen mit diesem Ansatz je durchkommen, zeige ich Dich ob Deines unlauteren Diskussionsstils wegen seelischer Grausamkeit an und erkläre vor Gericht, dass ich lebenslang an meinen Diskussionen mit Dir leide. Erst, wenn die Richterin mit dem Hammer auf den Tisch schlägt und meinem Opferempfinden entsprechend verkündet: „Gefängnis, lebenslänglich!“, wirst Du mit schreckgeweiteten Augen verstehen, was Du da angerichtet hast. Aber dann wird es zu spät sein.

      „Aber Du sagst nicht, welche?“

      Habe ich oben schon, lies nach. Davon ab diskutiere ich mit Dir keine Einzelheiten der beiden Fälle mehr, auch keine möglichen Verfahrensfehler im Kachelmann-Prozess.

      „Und im Falle GLL wurde die Unschuldsvermutung nicht minder verletzt, als man vorgab, die gefilmten 1/24 des fraglichen Zeitraums belegten zweifelsfrei „ihre Schuld“.
      Zumindest bezüglich dieser Punkte müsste hier ein Konsens erreichbar sein.“

      Nein. Du hast immer noch nicht begriffen, dass es die Gesamtschau der vorgelegten Indizien und Beweise war, die, nicht nur für mich, sondern in erster Linie vor Gericht ihre Schuld belegt haben. Lies oben nochmal nach.

        • @uepsi

          Gerne. Es freut mich wirklich, dass Du mitliest, und ich mithin nicht nur Perlen vor das Semikolon werfe.

          (Ich lese übrigens jeden Deiner Blogeinträge, auch wenn ich nur selten kommentiere. Und deshalb: Danke ebenfalls.)

        • Du (so wie auch _jeder_ Andere hier – da lehn ich mich aus dem Fenster, ich weiß…) würde bei einem männlichen, mutmaßlich durch Körperverletzung Geschädigten berechtigterweise Schnappatmung kriegen ob der geschilderten, staatlichen bzw. staatlich gebilligten Herangehensweise.

          Dass Dir bei der gegebenen Beweislage (das Spurenbild inklusive möglichem Tatmesser; der mutmaßliche Täter war sicher vor Ort) dann auch recht wenig Zweifel blieben, auf denen die Strafverteidiger des Angeklagten aufbauen könnten, ist doch wohl Fakt.

          Aber sobald das Opfer weiblich ist und (also) das Lemma Sex ins Spiel kommt, setzt offenbar kollektiv der Verstand aus.

          Vielleicht ist dieser Fall derart dramatisch verlaufen, weil Kachelmann selbst ja so charmant&höflich auftritt, im Allgemeinen. Da überlegte mann keine Sekunde: „Was für einen Unfug unterstelle ich da nur der Opfer-Zeugin? Und das kann doch auch nicht richtig sein, dass man so behandelt wird unter Aufsicht eines Gerichts?“; da griff einzig der Instinkt: „Aber ich mag ihn doch und will mir gar nicht ausmalen, dass so ein augenscheinlich netter Mann ein Verbrechen wie dieses begangen hat“.

          Tja, und jetzt?

          Ich jedenfalls hab mich gefragt die letzten Wochen, wie böse ich Alice Schwarzer noch bin dafür, dass sie eingeknickt ist; das Buchprojekt auf Eis legte mit der Begründung, das sei ihr zu eklig.

          Keine Frage: die Übermacht ist stark in dem Fall. Nie sonst bestand auch nur ansatzweise die reale Gefahr, dass ihr gesamtes Lebenswerk untergehen könnte infolge eines publizierten Buches… aber ich denke immernoch, dass sie einen Weg für die Botschaft finden könnte, wenn sie wollte.
          Wer, wenn nicht sie?

      • „Zum wiederholten Male behauptest Du, meine bewussten Gedanken besser zu kennen als ich selbst. Das ist einer der Gründe, warum Du diskursunfähig bist. Diesmal bist Du sogar so unverschämt, mich indirekt der Lüge zu bezichtigen.“

        Ältere Zitate Rentons auf dieser Seite:

        „Zur Schau gestellte Selbstgerechtigkeit ist etwas anderes als Unschuld. …
        Wie viele Gerichtsurteile soll ich abwarten, bis ich die Unschuldsvermutung Deiner Ansicht nach ad acta legen darf?“

        Versuche zu begründen, wie man diesem Auftreten denn hätte entnehmen können, dass hier jemand auch ohne Denk-Hilfen noch offen war für die Möglichkeit, dass in beiden Fällen Fehlurteile zum Nachteil faktischer Opfer sexualisierter Gewalt ergangen sind.

        „Du bist unwillens oder unfähig, einen anderen Standpunkt einzunehmen.“

        I’m the devil’s advocat – as long as it’s reasonable

        „Sie ließ sich im Einvernehmen von ihm verletzen, und hat sich anschließend noch zusätzliche Spuren zugefügt oder die Verletzungen vergrößert“

        Das ist, was Du glaubst, ja?

        Implikationen:
        – er ist ein Sadist, sie sogar rekordverdächtig stark masochistisch
        – ihr wäre vorab bewusst gewesen, dass „so ein bisschen verletzt sein“* noch nicht ausreichte, um seitens der Justiz als Gewaltopfer anerkannt zu werden
        – ach, und geil auf die Medienpräsenz, die erwartbar mit der Anzeige einherging, hätte sie auch noch sein müssen. Weil, wie Du glaubst, sie annahm, das würde möglicherweise gar ihrer Karriere helfen können?^^

        *Welche der größeren Verletzungen hälst Du denn jetzt eigentlich für möglicherweise selbstbeigebracht oder durch eigene Hand nochmal verstärkt?

        • „Versuche zu begründen, wie man diesem Auftreten denn hätte entnehmen können, dass hier jemand auch ohne Denk-Hilfen noch offen war für die Möglichkeit, dass in beiden Fällen Fehlurteile zum Nachteil faktischer Opfer sexualisierter Gewalt ergangen sind.“

          Indem man sich meine gesamten Aussagen ohne Projektionsbrille durchliest, Häschen. Und nicht nur zwei Sätze.

          Du willst der Anwalt des Teufels sein? Na, dann zeig doch mal. Spiele mal Kachelmanns Anwalt und beantworte die Fragen, die Du mir gestellt hast, selber so, dass es Kachelmann entlastet. Ach nee, lass mich raten: Das ist Dir nicht reasonable genug.

          • Richtich!

            (weil Du womöglich zu jung bist…

            Hm, interessante Frage; was hätte ich Kachelmann sagen können als sein Anwalt?

            „No Bullshit. Sie haben die Frau doch mal geliebt, oder nicht? Dann ersparen Sie ihr um Himmels Willen weitere Qualen und zeigen Sie Reue. Möglicherweise erleben Sie dann eines Tages auch eine Gewissens-Erleichterung, wenn ihr Opfer Ihnen vergeben kann.“

            Du willst, dass ich ihn (auf der Grundlage u.a. Deiner Annahmen) verteidige? Wat nich jeht, dat jeht nich.

          • „Du bist unwillens oder unfähig, einen anderen Standpunkt einzunehmen.“ – „Richtich! […]“

            q.e.d.

          • Es mag Dich überraschen, aber:
            ein Anwalt darf selbst auch nicht lügen vor Gericht.
            Ja, doch, ich hab extra nochmal nachgeguckt^^

            Ich bin btw gespannt wie ein Flitzebogen, wie „verhaftet die Brotdose!“-Schwenn, ungekrönter Anführer der Deppen-Liga, den des Mordes an Madeleine McCann Angeklagten verteidigen wird. Tendenziell ein leichterer Fall, so ganz ohne Leiche… na, mal sehen, was die Staatsanwaltschaft wird vorbringen können. Sicher nicht Nichts.

          • Es überrascht mich überhaupt nicht, dass bei Dir aus „Spiele den Anwalt des Teufels, um wenigstens einmal die Perspektive der anderen Seite einzunehmen“ ein „Spiele einen Anwalt unter realen Prozessbedingungen“, garniert mit „der von Kachelmanns Schuld* überzeugt ist“, wird. Denn: Du bist unfähig oder unwillens… s.o.

            (Eine Lüge ist eine Aussage übrigens nur wider besseren Wissens. Der Anwalt muss also gar nicht lügen, wenn er die Wahrheit nicht kennt, er muss nur Möglichkeiten anführen.)

            *Der Kachelmann, der freigesprochen wurde, du erinnerst dich?

          • Da war doch noch was?
            Also nachgesehen hatte ich hier:
            https://www.rudolph-recht.de/darf-ein-rechtsanwalt-luegen/

            „Der Anwalt darf nicht nur nicht lügen, er darf seinen Mandanten auch nicht dazu auffordern, bewusst die Unwahrheit zu sagen. Das kann insbesondere den Strafverteidiger vor schwierige Situationen stellen. In Fällen, in denen es auf die Vorstellung des Angeklagten bei der Tat über das Urteil ankommt, können Beratungs- und Wahrheitspflicht miteinander kollidieren. …

            Die Grenze zwischen bewusster Lüge und wohlwollender Auslegung eines Sachverhalts ist bei der Vorbereitung einer Einlassung zur Sache schwer zu bestimmen. Überspannt der Verteidiger den Bogen, droht ihm selbst ein Strafverfahren wegen Strafvereitelung. Die Wahrheitspflicht des Anwalts ist nicht nur ein standes- oder berufsrechtliches Gebot, ein Verstoß dagegen kann ernste strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

            Kein Konflikt mit der Wahrheitspflicht ergibt sich übrigens, wenn der Verteidiger wider besseren Wissens versucht, einen Freispruch für seinen Mandanten zu erreichen. Gesteht der Angeklagte die Tat gegenüber seinem Anwalt, ist dieser nicht verpflichtet, seine Verteidigungsstrategie auf eine Verurteilung hin auszurichten. Denn der Anwalt ist zur Verschwiegenheit verpflichtet und kann nicht zum Zeugen gegen seinen Mandanten gemacht werden.

            Man kann die Wahrheitspflicht des Anwalts auf eine kurze Formel bringen: „Alles was der Verteidiger sagt, muss wahr sein, er muss – und darf – aber nicht alles sagen, was wahr ist.“

            WÜRDE EIN GUTER STRAFVERTEIDIGER FÜR MICH LÜGEN?

            Nein.

            Es kommt zwar immer wieder vor, dass Mandanten ihren Anwalt bedrängen, illegale Dinge zu tun. Dazu gehören das Schmuggeln von Briefen, von Drogen oder gar Waffen – oder eben das Überschreiten der Wahrheitspflicht.

            Nur schwache Anwälte lassen sich auf so etwas ein. Sie sind nicht nur erpressbar. Ihnen wird, wenn sie angreifbar sind, auch der notwendige Biss fehlen, einem Staatsanwalt oder Richter selbstbewusst auf Augenhöhe gegenüber zu treten. Ein Anwalt, der sich selbst strafbar macht, ist kein starker Fürsprecher mehr für seinen Mandanten.“


             
            Möchtest Du eigentlich dafür streiten, dass u.a. die Beschlagnahmung der leeren Brotdose des Therapeuten der Opfer-Zeugin keinen hinreichenden Anfangsverdacht gegenüber Schwenn begründete? Und das war ja längst nicht das einzigste Mätzchen, das er sich in diesem Verfahren erlaubte (nur halt das offensichtlich Lustigste^^)…

          • „Der Kachelmann, der freigesprochen wurde, du erinnerst dich?“

            Es wäre mir schlechterdings schwer bis unmöglich, dieses vor Fehlern seitens der Strafverteidigung nur so strotzende Verfahren als Skandal zu skizzieren, wenn es kein solches Fehlurteil gegeben hätte am Ende. 🤷‍♀️

  22. Püschel kennt sich besser aus. Leider habe ich den Link nimmer. Such halt, wenn du es wissen willst. Allwissend bin ich nicht, aber wenn ich was wissen will, dann suche ich danach. Tatsache ist und bleibt, das die Spuren einer Vergewaltigung sehr typisch sind. Aber sie sind nicht am Oberschenkel zu finden.

    • Nein, Püschel dürfen wir nun wirklich nicht vergessen; auch der hat sich seinen eigenen Eintrag in der Liga der ehrenlosesten Deppen (m/w) schließlich hart erkämpft… mit dem wohl denkwürdigsten, frei von der Leber weg geäußerten (An-)Satz, im Wortlaut:

      „Es ist im Übrigen nicht unsere Aufgabe, uns zu fragen, wie es gewesen sein könnte“

      Richterin Semikolon hätte an der Stelle schon keine Geduld mehr gehabt („RAUS“!), aber seis drum…

      Jener beglückte uns überdies halt noch mit dem Eingeständnis, dass er persönlich sich aber mal wirklich so gar nicht vorstellen könne, dass ein Mann von 1,90 cm auf den Oberschenkeln einer 20 cm kleineren Frau knien könnte („das geht überhaupt gar nicht!“) … die btw selbst nie gesagt hat, sie habe währenddessen ihre Beine mit aller Macht zusammengekniffen, das war schon eine Falschdarstellung.

      Was ihr natürlich auch wieder negativ ausgelegt wurde, wie auch die fehlenden Abwehrverletzungen. Weil: natürlich muss absolut zwangsläufig davon ausgegangen werden, dass Du als echtes Gewaltopfer Dich mit aller Macht und Kraft gegenüber einem Angreifer wehren würdest, der Dir ein Messer an die Kehle drückt. Was auch sonst?^^

      • Semikolon,

        also ich (und vermutlich noch mehr Leser hier) sind schon ganz gespannt auf Deinen versprochenen Gastbeitrag „Die Angst der Frauen vor Vergewaltigung“.

        Da es ganz offensichtlich fundamental unterschiedliche Ansichten bei der Bewertung unklarer und widersprüchlicher Tatberichte gibt, wäre Deine abstrahierte Ansicht dazu ein sehr sinnvoller Gegenpol in der Debatte 🙂

        • Um zu einer abstrahierten Darstellung zu gelangen, müsst ich leider erst noch durch zentnerweise „Einzelfälle“ durch – was mich aber schnell an meine (emotionalen) Kapazitätsgrenzen bringt.

          Als Sneak-Peak, quasi, hier ein kurzer Dialog von vor ein paar Jahren (mit meiner Cousine), mit dem ich gedachte einzusteigen:
          „Deine Tochter ritzt sich!“ – „Ja, ich weiß… ich darf es Dir eigentlich nicht sagen, aber sie wurde letztes Jahr vergewaltigt“…

          Es wär schon viel gewonnen, wenn wir vorab etablieren konnten, dass „die Angst vor Falschbeschuldigung“ ein mehr oder weniger großer Teil ist der „Angst der Frauen vor Vergewaltigung“.

          Und darf ich an dieser Stelle vielleicht auch noch meiner Verwunderung Ausdruck verleihen, wie leichtfertig dieser Begriff gewählt wird von Masku-Seite aus? Bsp. das kürzlich bei Hoffmanns Arne verlinkte Podcast-Interview

          Der Sprecher beschreibt, wie er vor Jahrzehnten, als er 16 war, von seiner Nachbarin (für die er ein paar Arbeiten erledigte) ins Haus gebeten wurde, wo sie sich ihm nackt aufdrängte, sein Gesicht in ihren Schritt drückte und sich dort „an ihm befriedigte“ (well^^…).

          Anders als er (unwidersprochen von seinen Gesprächspartnern) angab, war das imho keine Vergewaltigung, ja, es war nichtmal eine versuchte! War das wenigstens dennoch eine (nach unserem heutigem Maßstab) strafbare Handlung?

          Fraglich – da er (richtigerweise) angibt, sich stets seiner körperlichen Überlegenheit bewusst gewesen zu sein, sie keinerlei Zwangsmittel einsetzte etc., und er scheints noch nichtmal „Nein“ sagte. Alt genug war er im Übrigen auch. Also warum tun Alle so geschockt?

          Make no mistake: ich gehe davon aus, dass seine Schilderung grundsätzlich zutreffend ist, auch speziell die seiner Gefühlslage… aber wie müsste ein Gesetz formuliert sein, das aus ihm ein Opfer sexualisierter Gewalt machte, I’d like to ask…

          • „…müsst ich leider erst noch durch zentnerweise „Einzelfälle“ durch…“

            Oh, und ich dachte, Du als ausgewiesenes Sex&Crime Fangirl hättest das schon über die Jahre nebenbei gemacht und könntest jetzt leicht einen Text daraus extrahieren.

            „…Also warum tun Alle so geschockt?“

            Das hat was sehr skurriles. Sobald ein Mann ein Missbrauchserlebnis durch eine Frau schildert, kommen quasi die identischen Vorwürfe an ihn spiegelverkehrt von Frauenseite zurück. „War doch gar nix und schon gar nichts strafbares“, „Hat sich ja nicht gewehrt“, „Selber schuld, warum bringt er sich auch in so eine Situation“, „Eigentlich wollte er es doch so und es hat ihm gefallen“ usw…

            Na sowas…

          • Die Kunst des Sich-Kurzfassens beherrsche ich eher weniger…

            „Das hat was sehr skurriles. Sobald ein Mann ein Missbrauchserlebnis durch eine Frau schildert, kommen quasi die identischen Vorwürfe an ihn spiegelverkehrt von Frauenseite zurück.“

            Wenns denn so wäre, welche Seite hätte grundsätzlich recht D.M.n.?
            Die, die „die Vorwürfe macht“, oder die, die sich als Opfer sieht respektive scheinbar Bedauern äußert über (lang) zurückliegende Ereignisse?

            Wobei ich mir eigentlich Mühe gegeben hatte, nicht allzu plump rüberzukommen mit den „Vorwürfen“. Das ging imho tatsächlich mehr in Richtung „zu klärende Definitionsfrage“. Sollte es jedenfalls.

          • Semikolon,

            nur Mut, ein auch etwas längerer Gastartikel von Dir hier wäre wirklich interessant 🙂

            „Wenns denn so wäre, welche Seite hätte grundsätzlich recht D.M.n.?“

            „Grundsätzlich recht“ hat in diesem Themenkomplex keine der beiden Seiten. Dafür ist das Sexuelle an sich bereits zu ambivalent. Es hat schon seinen Grund, warum vitale Gesellschaften dies in einen übergeordneten Ordnungsrahmen gepackt haben bzw. packen.

  23. Pingback: Die Falschbeschuldigerin* im Opferschutz | uepsilonniks

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