Selbermach Samstag 319 (12.12.2020)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Eine Reform ist dringend notwendig (Gastartikel)

Ein Gastartikel von Marc

Das Gesamtbudget des ÖRRs beträgt 9,1 Mrd. Euro jährlich. Der britische BBC verfügt gerade mal über ein Budget von 4,2 Mrd. Euro und liefert trotzdem ein hochwertiges Programm: https://ibb.co/GkrC5FG

Die Gehälter und die Pensionsansprüche der Intendanten sind enorm hoch: https://ibb.co/4Jpjd1m

ARD und ZDF betreiben 21 Fernseh- und 74 Radiosender und sehr viel Geld fließt in Unterhaltungsprogramme: Es gibt 29 Kochsendungen, 17 Musikshows und allein beim ZDF 42 Krimi-Serien, die so auch eins-zu-eins auf den privaten Sendern laufen können: https://ibb.co/g36bS8f

65% der Kosten fallen für Serien, Filme, Shows und Sport an. Nachrichten, Dokumentationen und Reportagen kommen mit 35% aus: 

Laut Tagesspiegel (2018) wollen 42% der Bürger nichts bezahlen. 19,4% würden freiwillig ungefähr die Hälfte des Beitrags zahlen und weitere 13,7% nicht mal mehr ein Drittel. Nur 13,2% sind bereit den Beitrag in der jetzigen Höhe zu zahlen: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/umfrage-42-prozent-der-buerger-wuerden-nicht-freiwillig-fuer-ard-und-zdf-zahlen/21249696.html

 

Und sollte nicht die Aufgabe des ÖRRs sein das gesamte Meinungsspektrum der Gesellschaft abzubilden? Es gibt kaum konservative Stimmen. Laut einer Studie der Universität Oxford verortet sich das Publikum von ARD und ZDF fast vollständig links der Mitte. Der BBC gelingt es hingegen, Menschen aus unterschiedlichen Lagern anzusprechen: https://www.nzz.ch/international/ard-und-zdf-links-der-mitte-beliebter-ld.1508430

 

Die Nachwuchsjournalisten der ARD würden zu ca. 90% Grüne-Linke-SPD wählen. Das ist nicht gerade politisch ausgewogen. Für die Zukunft sehe ich schw…rot-grün: https://ibb.co/YNBmvM9

Bei der jetzigen geplanten Erhöhung werden die Kritiker in die Nähe der AfD gerückt. Es ist von „Dammbruch“ und „gemeinsame Sache mit Feinden der Demokratie“ die Rede. Dabei hält sich die CDU bloß an den Koalitionsvertrag: „Bei der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks halten wir am Ziel der Beitragsstabilität fest.“. Dort steht „Beitragsstabilität“ und nicht „Wertstabilität“. Beitragsstabilität meint ganz genau das, was im Wort drin steckt: die Beiträge bleiben stabil und werden nicht erhöht.

Was mir fehlt, ist die Sachlichkeit in der Diskussion. Wenn die AfD morgen für mehr Kitaplätze eintritt, müssen dann alle anderen dagegen sein? Es ist skandalös daraus so ein Politikum zu machen. Man kann doch nicht komplett valide Punkte ignorieren, nur weil die AfD auch gegen die Erhöhung ist. Es muss immer um die Sache an sich gehen.

Die „86 Cent“ sind auch das falsche Framing, weil es die Dimensionen nicht klar abbildet. 0,86 Euro x ca. 46 Mio. Beitragskonten ergibt mindestens 395 Mio. Euro pro Jahr. Wir reden dann von 18,36 Euro pro Monat bzw. 220,32 Euro pro Jahr:

Die Kritik an der Erhöhung des Rundfunkbeitrags kam schon immer aus liberalen und konservativen Kreisen. Viele kritisieren das Finanzierungsmodell und die unausgewogene Berichterstattung: 

 

Man muss nicht mal konservativ sein, um zu kritisieren, dass der ÖRR Diversität nur dann groß schreibt, wenn es um Geschlecht und Hautfarbe geht und nicht um Diversität der Meinungen und politischen Einstellungen. Da niemand zu 100% objektiv ist, fließt das dann zwangsläufig in die Berichterstattung mit ein. Das macht sich dann auch bei der Themenauswahl bemerkbar bzw. auf was der Fokus gerichtet wird.

Fazit: Es gibt zu viele Sender, zu viele Beschäftigte und zu wenige Sparmaßnahmen. Der aufgeblähte Apparat gehört massiv verkleinert und die überhöhten Gehälter gekürzt. Wir brauchen einen ÖRR, der sich auf seine Kernaufgaben „Bildung und Information“ beschränkt und sachlich, neutral, ausgewogen, ideologiearm und ohne einseitige „Haltung“ berichtet. Aus großer Reichweite folgt große Verantwortung.