Aufwachen mit Fräulein Schmidt

Einmal ein paar Vaterfreuden.

Eigentlich fing es nicht gut an. Vermutlich sind es die Backenzähne, die jetzt langsam durchkommen, aber Fräulein Schmidt schläft gerade wieder sehr schlecht. Gestern wachte sie in ihrem Zimmer heulend auf und wollte sich nicht recht beruhigen. Wir haben sie dann zu uns herüber genommen und sie hat in unserem Bett zwischen uns geschlafen.

Morgens wachte ich auf und kurz danach auch Fräulein Schmidt. „Papa“ sagte sie und lächelte mich im halbdunkel des Zimmers an. Sie robbte in ihrem Schlafsack zu mir rüber und nahm mit ihren kleinen Händen meinen Kopf und umarmte mich und kuschelte ihr Gesicht an das meine.

Es war einfach ein süßer Moment voller Liebe der mich die schlechte Nacht dann wieder vergessen ließ.

Natürlich ist das nichts großes und auch nichts ungewöhnliches. Aber dennoch einfach schön.

15 Gedanken zu “Aufwachen mit Fräulein Schmidt

  1. Doch, genau das ist es. Nicht ungewöhnlich aber das Größte.
    Bedingungslose abgrundtiefe Liebe.
    Und das ist genau das, um das dich Kinderlose in dem Moment beneiden (Neid ohne Missgunst).

    Schaut man sich an, was sonst um einen herum auf der Welt passiert, sind das die Momente, die das Leben wirklich lebenswert machen. Freut mich für dich. 😉

    • Ja, vielleicht sogar das Größte. Was ist denn besser? Ein tolles Auto? Ein heftiger Karrieresprung? Ein komplett kontrahierender Orgasmus? Ein fettes Bankkönto? Eine Sofortrente? Ein Popstar zu sein mit unendlich Groupies? Oder Gerechtigkeit etwa? US-Präsident werden?

      In einer Welt, in der Menschen das Licht der Welt in Form von Masken erblicken und umgeben von Visieren, Anzügen und Handschuhen einsam sterben, sind doch ehrliche Liebe und Berührung das höchste Gut. Finde ich.

  2. Mag schon schön sein, ok, Aber man muß auch dran denken, daß es eine Feministin werden könnte. Und dann muß man einfach auch rational kalkulieren und bereit sein, das Kind an den/die Meistbietenden zu verkaufen.
    Ich sach ja nur wie’s is.

    • Eine Feministin könnte jedes Kind einmal werden. Wollte man deshalb keine Kinder mehr kriegen, hätten wir bestenfalls den Vorteil, dass wir irgendwann keine dieser Luxusproblemchen dieser Feministinnen hätten, sondern wieder richtige Probleme.
      Ich glaube, wenn man Kinder zu selbstständig denkenden Individien erzieht, hat die Gender-Ideologie eher weniger Chancen. Da besteht dann vielleicht eher das Problem in gesellschaftlich induzierten Mitläufertum.

  3. Ja, das macht es aus. Schade dass man so viel davon wieder vergisst, aber das Gefühl bleibt und einige Höhepunkte.

    Töchter können Emotionen m.E. oft auch noch besser rüberbringen (oder üben schonmal das Einschleimen, so sicher bin ich mir da manchmal nicht 🙂 ). Meine hatte mal so eine Phase, in der sie dauernd im Brustton der Überzeugung sagte „Papa, du bist so toll!“ oder „ich bin in dich verliebt“ und solche Sachen 🙂

  4. Das ist auf seltsame Weise wunderschön und erschreckend zugleich.
    Hunderte Millionen Menschen, die alle rund um die Erde im gleichen Moment das Gleiche tun, erleben, fühlen, immer und immer wieder, und alle empfinden es als absolut einzigartig.
    Lem hat versucht sich dem zu nähern.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Eine_Minute_der_Menschheit#:~:text=Eine%20Minute%20der%20Menschheit%20Eine%20Minute%20der%20Menschheit,Rezension%2C%20also%20eine%20Buchbesprechung%20eines%20nicht%20existenten%20Buches.

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