Frauen bewerten eine weibliche Hilfskraft wegen ihres Geschlechts schlechter als Männer

Eine interessante Studie zu unterschiedlichen Bewertungen nach Geschlecht

Aus einer Beschreibung des Experiments:

For their study, Khazan and her collaborators “deceitfully ‘assigned’” 136 students in a fall 2019 upper-level undergraduate course on natural resource ecology either a male or female TA, even though Khazan was really the TA for everyone. Students whose last names started with A through K got a “female” TA and rest got a “male” TA. The TA’s “gender” was based on made-up names and a photograph and short TA biography made available to students.

The course was taught online, asynchronously through the Canvas learning management system, with no face-to-face contact between Khazan and students. The course consisted of six learning modules of two to three weeks each. Assessments included exams, weekly quizzes, discussions, problem sets and a group project. The course’s instructor of record was a male associate professor who prerecorded lectures in a green-screen studio at Florida.

The professor referred to the female TA as “Ms.” in all class correspondence with last names A through K, and the male TA as “Mr.” in correspondence with the others, reinforcing the gender difference. To avoid what the study refers to as “fatigue-related grading bias,” Khazan logged in to both male and female TA accounts simultaneously and graded students in each group alternately.

Near the end of the course, at the same time the students completed a SET for their professor, students were offered 10 extra credit points for completing the evaluation or a separate extra credit assignment. The survey instrument contained demographic questions including respondents’ gender, age, classification, previous enrollment in online courses and assigned TA.

Specifically concerning the TA, a 14-item section asked students to rate, on a five-point scale, the assistant’s knowledge, teaching ability, approachability and professionalism. Out of the 136 students, 115 survey instruments were returned — a very high response rate, though the majority of respondents (62 percent) were women. About half of respondents thought they had the female TA, and half had the male TA.

While the scores for both TAs didn’t differ significantly overall, the range of scores given to the female TA was greater. The male TA received 98 percent positive reviews, and the female received 91 percent positive reviews. Of the six negative perceptions reported, five of them were for the female TA.

Es wird also ein männlicher und ein weiblicher TA (Teaching Assistent) als Person kreiert, wobei es eigentlich nur einen männlichen TA gibt. Dann wird geschaut, wie sie bewertet werden:

Wie man sieht ist es bei den Männern relativ einheitlich: Jeweils ein Mann hat beide negativ bewertet, die Unterschiede in der Prozentzahl ergeben sich nur aus der unterschiedlichen Gruppengröße.

Von den Frauen hingegen bewertet keine den Mann negativ, die Frau hingegen wird gleich von 4 Studentinnen negativ bewertet. Die negativere Bewertung ist damit allein auf die Frauen zurückzuführen. Und sie war noch deutlich negativer als die von den Männern. Die weibliche Assistentin hat wie man auf der Grafik sieht von den Männern sogar eine deutlich bessere Bewertung erhalten, kaum eine Bewertung ist unter +10.

Interessant wäre es, dass Ergebnis noch einmal mit einer Frau als TA durchzuführen, die sich dann als Mann bzw Frau ausgibt. Vielleicht erfolgen negative Bewertungen auch, weil der Assistent als „unweiblich“ wahrgenommen wird. 

Eine andere Möglichkeit wäre auch der Krabbenkorbeffekt, also der Eindruck, dass diese Frau sich für etwas besseres hält und demnach schlechter bewertet wird.

Oder einfach allgemeine „Stutenbissigkeit“. 

 

 

 

 

7 Gedanken zu “Frauen bewerten eine weibliche Hilfskraft wegen ihres Geschlechts schlechter als Männer

  1. Eine weitere Möglichkeit, sich hieraus ableitend, wenn ich es richtig verstanden habe: „Khazan logged in to both male and female TA accounts simultaneously and graded students in each group alternately.“

    Wenn die TA also die Möglichkeit zur Benotung gehabt hat, dann könnte eine schlechtere Bewertung einer weiblichen Studentin unter deren Selbsteinschätzung auch zu einer „Rachebewertung“ der TA durch diese Studentin geführt haben.
    In dem Fall wäre die Ausgangshypothese der Studentin, dass das Geschlecht der TA zu einem positiven Bias hinsichtlich der Einschätzung der Leistungen von besonders Frauen führen müsste.
    Eine Erwartung, die dann enttäuscht worden ist – mit der entsprechenden Reaktion.

  2. Wenn schon die Studie selbst zugeben muss, dass der Unterschied nicht signifikant war, und n auch ziemlich klein, kann man natürlich nicht sehr viel daraus schließen. (Auf Twitter hatte man natürlich versucht, da einen „Seht ihr! Frauen werden total unfair behandelt, das ist jetzt wissenschaftlich erwiesen!“-Spin draus zu machen.)

  3. Die Beschreibung des Experiments: Jeder der beiden Studentengruppen wird zugeordnet: „..-either a male or female TA, even though Khazan was really the TA for everyone.“ Wobei der TA (Teaching Assistant) offensichtlich weiblichen Geschlechts ist:“Khazan and her collaborators“ (1. Zeile.). Gibt es eine Quellenangabe zu dem Text?

    Dann sollte diese Schlussfolgerung: „Interessant wäre es, dass Ergebnis noch einmal mit einer Frau als TA durchzuführen, die sich dann als Mann bzw Frau ausgibt. Vielleicht erfolgen negative Bewertungen auch, weil der Assistent als „unweiblich“ wahrgenommen wird. “ wohl besser lauten:
    Interessant wäre es, dass Experiment noch einmal mit einem Mann als TA durchzuführen, der sich dann als Mann bzw. Frau ausgibt. Vielleicht erfolgen negative Bewertungen der weiblichen Kursteilnehmer auch, weil der Assistent als „weiblich“ wahrgenommen wird.

  4. Da Frauen ja, wie wir inzwischen wissen, unfehlbar sind, sind sie demnach zugleich auch erwiesenermaßen schlechter als Männer. Zumindest die Personen, die ersteres immer wieder (sinngemäß) behaupten, können diese Studie also kaum anzweifeln, ohne sich damit lächerlich zu machen.
    Schönes, aus dem Wirken von Feministen geborenes, Paradoxon…. die meisten sind ja eher theoretischer Natur.

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