Schwanger werden, weil man dem Stress des Jobs entgehen will

Ein Tweet, der etwas anführt, was in den feminstischen Debatten dazu, dass Männer Frauen die Karriereplätze klauen, nicht vorkommt:

Aus den Kommentaren darunter:

…habe ich auch schon beobachtet. Es ist dann eine sanfte Entschuldigung Dinge nicht mehr zu „müssen“.

In der Tat ist ein Kind eine perfekte Entschuldigung die Arbeit etwas lockerer zu sehen, die Stunden herunter zu fahren und mit der Karriere abzuschließen: „Das Kind geht jetzt eben vor“ oder „man merkt, was eigentlich wichtig im Leben ist“ bzw „der Kleine braucht mich jetzt einfach“ sind alles dazu passende Sätze (die auch noch nicht einmal falsch sind). 

Oder:

Ich kenne auch so einen Fall, BWL studiert, Aktienanalystin bei Privatbank, verdient viel mehr als ihr Partner, 3 Monate nach dem 1. Kind wieder schwanger geworden, wenn sie wieder arbeiten muss, lässt sie sich krankschreiben und wirklich lust wieder einzusteigen hat sie nicht

und:

Bei mir hat die Langeweile und Sinnlosigkeit im Job intensiv zur Motivation, Kinder zu kriegen, beigetragen

Aber natürlich auch:

Oder hätten schon große Lust auf den Karrierehustle, spüren aber die mehr Betondecke als gläserne Decke und machen halt mal das mit dem Kind in der Hoffnung, dass es danach vielleicht wieder ein bisschen anders ist, was aber leider auch ein Irrtum sein wird…

Also quasi die Idee, dass Frauen an die „Gläserne Decke“ stoßen, nicht mehr weiter kommen, erst einmal ein Kind bekommen und dann wieder einsteigen wollen, weil sie hoffen, dass dann die gläserne Decke weg ist? 

Scheint mir kein sehr überzeugender Weg zu sein, aber gut.

Den Ansatz an sich, also schwanger werden, damit man aus dem Beruf rauskommt, habe ich auch schon gehört.  Eher aber das Zurückstecken nach einem Kind und die Verlagerung des Focus auf dieses. Nicht in dem Sinne, dass die Arbeit nicht mehr gemacht wird. Aber das eben die Ambitionen zurückgefahren werden. 

Allerdings wird es für die wenigsten der ausschlaggebende Grund sein. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass es einige ganz angenehm finden das sie aus der Karrieremühle raus können. Sehr häufig auch habe ich es erlebt, dass man sich dann einen stressfreieren Job, gerne im öffentlichen Dienst, gesucht hat, einfach weil das besser mit der Kinderbetreuung vereinbar war, auch wenn der Wechsel deutlich geringere Aufstiegschancen oder weniger Geld zur Folge haben.

76 Gedanken zu “Schwanger werden, weil man dem Stress des Jobs entgehen will

  1. Das ist meiner Erfahrung nach alles andere als selten. Zumal es eben heute ziemlich unwahrscheinlich ist, dass man dadurch seine Position im Unternehmen verliert. Das können sich große Unternehmen gar nicht leisten. Da ist dann später auch Gruppenleitung mit halber Stelle drin (was de facto bedeutet jemand anderes macht das dann mit ohne Bezahlung).
    Aber sicher kommt das Argument mit der Decke (aus welchem Material auch immer) auch daher, dass aufgrund der Erfahrungen im Leben, diese Frauen nur wenig Widerstand kennen. Sie haben gute mündliche Noten für das Abi bekommen indem sie geschwiegen haben und einen Job indem sie hübsch waren. Und auf einmal reicht das nicht mehr aus um ganz nach oben zu kommen? Das muss ungerecht sein. Da wird man dann eben schwanger (was nebenbei gar nicht so dumm ist, da viele Frauen damit warten bis es zu spät ist) und stellt fest es ist gar nicht so übel und die Ziele der Feministinnen sind nicht alles im Leben. Und man hat eine perfekte Entschuldigung. Man kann bis zur Rente nicht zurück in Vollzeit. Eventuelle Kritik weist man mit dem Hinweis auf den faulen Gatten und den care gap ab.
    Blöd ist jetzt wenn man sich da gehen lässt und eventuell den Sex einstellt. Dann könnte man schnell dem Markt wieder zur Verfügung stehen. Deswegen der Kampf gegen gleiche Sorgerechte und die Empörung dass Frauen heute nicht automatisch ein Leben lang Unterhalt zusteht.

  2. Leider habe ich die Quelle nicht mehr, aber eine britische Studie kam ebenfalls zum Ergebnis, dass Teenagerschwangerschaften ebenfalls weniger Unfälle sind, als vielmehr der Motivation geschuldet, sich dem Arbeitsleben entziehen zu wollen.

    • Nicht nur, die bekindete Frau kann auch im ganzen Strafrecht mit milde rechnen.
      Wobei zu manchen Zeiten und in manchen Kulturen auch Vater zu sein einen gewissen Schutz vor der üblichen Männerverwurstung war.

    • und in Schulen (science files: noch nie soviele Lehrer – inzwischen fast ausschließlich -innen – und trotzdem nicht mehr Unterricht) und in Kliniken (mir hat kürzlich ein Oberarzt nachgewiesen, wieviel Zusatzdienste er allein in diesem Jahr schon für die gesundheitlichen Eskapaden seiner Ärztinnen gleistet hat incl. kranke Kinder und Haustiere derselben) und in Reinigungsdiensten (da kann man sich kaputt planen und nimmt dann doch selbst die Reinigungsgeräte in die Hand) und, und und … mangelhafter Leistungswille, work life balance eben.

  3. Es ist ja alles nur ein beschissenes Hamsterrad und wenn mir die Schnittchen nicht auf dem Silbertablett gereicht werden, dann habe ich auch keinen Hunger:

    Mal kurz nachgedacht: so praktisch jede Unternehmenskultur dürfte menschlicher sein als es der zynische und arrogante Feminismus ist … der ja im Grunde nur ein Unternehmen bzw Cargocult ist, wie jede dieser autoritären Sekten … Mitgliederinnen berufsbedingt aus den Medien und der Politik ….

  4. Ja, das ist auch eine Folge des modernen Feminismus, dass Frauen, die offen sagen, dass sie die Fürsorge um ihre Familie einer (karriereorientierten) Berufstätigkeit vorziehen, beschämt werden.
    Dabei sollte diese Entscheidung ganz alleine von den (zukünftigen) Eltern getroffen werden. Wenn beide einverstanden sind, geht der Rest niemanden sonst etwas an.
    Ob der Alltag mit mehreren, kleinen Kindern jetzt so viel stressärmer als eine mittelmäßig anspruchsvolle Berufstätigkeit ist, sei mal dahingestellt.

    • Beauvoir: „wenn man Frauen die Wahl läßt zwischen arbeiten und Kindererziehung wählen sie die Kindererziehung, also darf man ihnen nicht die Wahl lassen“

    • Genau das gleiche habe ich auch dabei gedacht. Kinder bekommen, um nicht Arbeiten zu müssen – häää, als ob sich das Kind von allein großzieht. Man wechselt lediglich den „Arbeitsplatz“. All zu oft habe ich nämlich schon mitbekommen, dass Mütter sich beklagen, wie viel Stress sie auf einmal haben und sich ins Arbeitsleben zurückwünschen. Feministinnen tun das auch nach nur kurzer Zeit – Kita macht das schon *augenroll

      • Ohje, mir kommen schon jetzt die Tränchen. Die meiste Arbeit mit den Kindern hat der Kindergarten und nicht die Mutter. Ein Freund von mir ist alleinerziehender Vater. Der geht trotzdem Vollzeit arbeiten und hat sogar Hobbys, obwohl er sich intensiv mit seinem Kind beschäftigt. Und seine Wohnung ist trotzdem ordentlich und aufgeräumt.
        Frauen machen immer so ein Ding aus Hausarbeit und Kind, aber wenn man mal genau hinguckt, dann ist da nicht viel dran.

        • Wegen mir musst du keine Träne verlieren – ich bin Vollzeitmutter (5 Kinder) und die gehen (bzw. gingen) gerade mal ein Jahr vor der Schule in den Kindergarten. Meine 3. ist frühkindlicher Autistin, die Älteste (Pubertier) und der Kleinste (3) haben gerade ihre Hochphase.
          Ich habe die Kinder nicht bekommen, um mehr Freizeit und „Eierschaukeln“ zu haben.

          Aber sicherlich hast du Recht: bei den meisten Müttern oder Vätern mit einem Kind und Kita ab 1 Jahr ist selbst der Job und Haushalt ein Klacks 😉

          Übrigens Respekt an deinen Freund!

          • 5 Kinder ist schon mal eine Hausnummer, da habe ich dann wirklich Respekt vor. Meine Oma hatte 14 Kinder, die war auch Vollzeitmutter. Aber war in arabischen Ländern damals eher die Regel.

          • 14? Meine Großmutter soll wohl auch um die 12 Kinder gehabt haben – im tiefsten Osten Deutschland, damals noch Preußen. Für mich echt unbegreiflich, wie man das schafft, aber ich glaube, durch die riesigen Familien hat man wesentlich mehr Unterstützung.

    • Wenn beide einverstanden sind, geht der Rest niemanden sonst etwas an.

      Doch, eigentlich wohl. Denn die Allgemeinheit investiert in deine Ausbildung viel Geld. Das könntest du zumindest teilweise wieder zurückgeben, aber eben nicht, wenn du lieber auf deine Work-Live-Balance achtest.
      Ob evtl. vorhandener Nachwuchs als Teil einer Rückzahlung in Betracht kommt, muss sich meist erst in 1-3 Jahrzehnten zeigen.
      Generell halte ich Kinder allerdings für Privatvergnügen und nicht als gemeingesellschaftliche Altersvorsorge. Obwohl daran natürlich eine tatsächlich sichere staatliche Altersrente hängt. Aber ausbeutungswillige Arbeitskräfte können wir ja notfalls importieren.

      Natürlich gestehe ich dir zu, über dein Leben frei zu verfügen und dich nach deinen Wünschen zu entfalten – weil dieses Recht jedem Menschen zusteht.

      Ich sehe aber auf jeden Fall eine gewisse moralische Zwickmühle, denn Geben und Nehmen sollte sich immer in einem Gleichgewicht befinden.

      • Grundsätzlich stimme ich dir zu.
        Jedoch wissen junge Menschen häufig noch nicht, welche Richtung sie auf ihrem Lebensweg einschlagen werden.

        Für mich persönlich gehe ich davon aus, dass ich inzwischen der Allgemeinheit durch Steuern und sonstiges Engagement schon mehr zurückgezahlt habe, als sie in mein Studium investiert hat.
        Und das werde ich voraussichtlich auch noch die nächsten zwei, drei Jahrzehnte weiter tun.

        • Du solltest aber ja aber auch nicht vergessen, und dass du auch hier wieder als Elternteil privilegiert wirst, indem du weniger Sozialbeiträge und Steuern bezahlen musst. Dazu kommt im Normalfall auch noch Kindergeld. (Finde ich übrigens absolut unfair, dass dies Hartz IV Empfängern angerechnet wird.)

          Gleichberechtigung wird vermutlich nie erreicht werden, wie hier auch jemand schon mal kritisch angemerkt hat. Nur haben wir uns halt eben daran gewöhnt das Familien bzw. Eltern zusätzliche Förderung erhalten.

          Gar nicht ab kann ich übrigens die Eltern, die sich selbst dann einen Heiligenschein aufsetzen und ihre Kinder selbstverständlich nur aus gesellschaftlicher Verantwortung heraus in die Welt gesetzt haben.

          • Inwiefern müssen wir als Eltern weniger Sozialversicherung zahlen?
            Ganz im Gegenteil: für das Kind wird ein zusätzlicher Krankenversicherungsbeitrag fällig.

            Eventuelles Kindergeld wird mit dem Kinderfreibetrag verrechnet (d.h. müssten wir mit dem Einkommenssteuerjahresausgleich zurückzahlen), welcher lediglich bewirkt, dass für das Existenzminimum des Kindes keine Einkommenssteuern fällig werden.
            Diese Steuereinsparung geht locker drauf für die Lebenshaltungskosten des Kindes. Allein der Haufen Windeln .. Kinderkleidung ist teuer (und dauernd schon wieder zu klein!) .. dann noch Aufwendungen für Neuanschaffungen und notwendige Umbaumaßnahmen .. etc.
            Wenn man das alles mal durchkalkulieren würde, wäre das Kind ein Draufzahlgeschäft.

            Elterngeld oder „zusätzliche Förderung“ (was immer du damit meinst) kriegen wir übrigens auch nicht.

      • Aber „die Allgemeinheit“ muss dies ja nicht tun. Sie zwingt einem das ganze ja auf („Schulpflicht“, de facto Schulzwang, in dieser Form von den Nazis eingeführt und kaum woanders auf der Welt – außer Türkei, Kuba und Nordkorea – vorhanden, auch weil gegen die Menschenrechte verstoßend, im Gegensatz zu bspw. einer Bildungspflicht). Es kann also nicht Teil eines Gesellschaftsvertrags sein und man hat daher auch nicht die Pflicht, das fürs Aufzwingen ausgegebene Geld „zurück“zugeben. (Und bei denjenigen, die auf eine Privatschule gingen, sieht’s nochmal ganz anders aus.)

        Und auch zu bedenken ist noch: die Kinder sind diejenigen, die später dafür sorgen, dass auch diejenigen Landsleute, die keine (oder zu wenige, d.h. < 2,1) bekommen, gleichviel Rente gezahlt bekommen. Daher ist es auch gut, dass Frauen für nach (oder ab?) 1990 geborene Kinder resp. für die Betreuung/Erziehung derselben Rentenpunkte bekommen.

      • Sehe ich auch so. Man muss sich vor Augen halten, dass man bei der Kinderbetreuung die Arbeit selbstbestimmt durchführt, man bekommt keine Vorgaben von Außen, z. B. vom Vorgesetzten, man wird nicht von Außen gemessen, also z. B. vom Vorgesetzten, der gar nicht genau beurteilen kann, was man zu tun hat und worauf es dabei ankommt und wie lange sowas eigentlich dauert.

        Wenn man jetzt noch dazu nimmt, dass zu einer guten Kindererziehung ja auch gehört, dass man dem Kind – schonend – eine gewisse Frusttoleranz und eine gewisse Wut-Resistenz anerzieht, indem man nicht jeden seiner Wünsche und Forderungen erfüllt, oder diese zumindest nicht so schnell erfüllt, wie das Kind es will, dann sieht man, dass mit der Kinderpflege und -betreuung eine ungeheure Freiheit für die liebe Mama einhergeht.

        • „Man muss sich vor Augen halten, dass man bei der Kinderbetreuung die Arbeit selbstbestimmt durchführt, man bekommt keine Vorgaben von Außen (…).“

          Naja, die kleinen Quäker sind schon sehr strikt in ihren Vorgaben.

      • Und solch eine Aussage kann nur von jemandem kommen, der noch nie vollverantwortlich längere Zeit Kinder betreut hat.

        Ernsthaft – man kann das nicht gegeneinander aufrechnen. Das ist eine andere Art von Stress.

        Kleines Beispiel gefällig?
        Wir waren abmarschbereit und gerade im Begriff, die Wohnung zu verlassen, weil wir gleich einen Termin beim Kinderarzt hatten, als ich feststellte, dass das Baby noch mal die Windel so voll hatte, dass es aus allen Seiten rausquackerte.
        Mir blieb nichts anderes übrig, als es sauber zu machen, frisch zu wickeln und andere Kleider anzuziehen. Währenddessen quäkste es ein wenig herum, was dazu führte, dass bei mir der Milchflussreflex einsetzte. Noch bevor das Baby fertig war, war meine Bluse trotz Stilleinlagen so nass, dass ich sie gerne gewechselt hätte, aber die alternativ geeignete Bluse war noch bei der Wäsche, weil sie beim letzen Wickeln einiges abgekriegt hatte.
        Wir gingen dann mit nasser Bluse los, und kamen nur deshalb lediglich minimal zu spät, weil ich immer noch einen Zeitpuffer mit einplane.

        So etwas passiert einem in einem (Büro-)Job nicht. Da lässt sich alles viel besser planen und durchorganisieren.

        • Danke für Deinen Hinweis!

          Aber so ganz verstehe ich es nicht. Das erste Prinzip der Kinderbetreuung lautet bekanntlich: Es kommt immer etwas dazwischen. Konsequenz: Man muss immer so vorgehen, dass Zeit genug für Zwischenfälle bleibt. Den Klassiker hast Du oben beschrieben: Man hat einen Termin, aber plötzlich sind die Windeln voll – nee, genauer gesagt sind die Windeln von allen drei Kindern voll. Weil sowas nervt, hat man es natürlich vorher so geplant und eingerichtet, dass man genug Zeit hat und immer noch rechtzeitig zum Arzt kommt.

          Es ist schon klar, dass man sich auf die Kinder einstellen muss, und dass die häufig aus der Reihe tanzen – mit Absicht oder ohne. Aber das ist Kinderbetreuung: all diese Fälle werden vorher mit eingeplant, es geht gar nicht anders. Weil ich weiß, dass die Kinder in der Nacht dreimal wach werden und schreien, gehe ich nicht erst 22:00 Uhr ins Bett, sondern gemeinsam mit den Kindern, also um halb sieben. Wann denn sonst?

          • „Es kommt immer etwas dazwischen. Konsequenz: Man muss immer so vorgehen, dass Zeit genug für Zwischenfälle bleibt.“ Nur kann man nicht wirklich jeden Zwischenfall vorhersehen bzw. einplanen. Andernfalls müsste man jeden Termin Monate im Voraus planen und jedes Mal wie für eine mehrjährige Expedition ausgerüstet das Haus verlassen. Es ist eine andere Form von Arbeit und Stress als in einem „normalen“ Job, aber deswegen nicht zwangsläufig einfacher oder weniger fordernd, wenn man es richtig machen will.

          • Mit großzügig bemessenen Zeitreserven kann man einiges abfangen, klar.
            Das läuft aber dann meistens darauf hinaus, dass man diese Reserven doch nicht braucht, und stattdessen nutzlos herumsitzt und wartet. Denn nicht in jeder Situation lässt sich diese eingesparte Zeit sinnvoll nutzen.
            Die Zeit wird so stark fragmentiert, weil immer auch etwas unvorhergesehenes dazwischen kommen kann. Oder eben doch nicht.
            Das stresst mich z.Z. besonders, weil ich normalerweise meinen Tagesablauf minutiös durchstrukturiere, wodurch ich meine beruflichen Aufgaben i.A. voll im Griff habe.

        • „Und solch eine Aussage kann nur von jemandem kommen, der noch nie vollverantwortlich längere Zeit Kinder betreut hat.

          Ernsthaft – man kann das nicht gegeneinander aufrechnen. Das ist eine andere Art von Stress.

          Volle Zustimmung.

          @Jochen:

          Du schreibst:
          „Konsequenz: Man muss immer so vorgehen, dass Zeit genug für Zwischenfälle bleibt. […] all diese Fälle werden vorher mit eingeplant, es geht gar nicht anders. Weil ich weiß […]“

          Dann könnte ich auch sagen: Ja natürlich gehört es zu einem Job dazu dass man von außen Vorgaben erhält, dass der Chef, der eigentlich gar keine Ahnung hat wie lange etwas dauert Vorgaben macht und dich beurteilt – aber das weiß man ja alles vorher, das muss man eben entsprechend einplanen, geht gar nicht anders.

          Es ist schon so wie Anne sagt, es ist eine andere Art von Stress und nur sehr bedingt mit der Situation „klassische Erwerbarbeit“ vergleichbar.

          • Das hängt stark von de Art der Erwerbsarbeit ab. Arbeiten ist ein sehr weit gespannter Begriff, von gut strukturierten ruhigem Arbeiten bis zum permanenten Troubelshooting, das einem jeden Plan und Absicht permanent zerschiesst. Diese Unterschiedlichkeit macht einen Vergleich unmöglich. Dazu kommt noch das Menschen unterschiedliche Dinge brauchen um zufrieden zu sein. Ich käme mit Kinderbetreuung nicht auf die Dauer klar, obwohl ich Kinder und Stress mag, es wäre einfach auf die Dauer zu wenig abwechslungsreich und zu wenig herausfordernd, andere mögen genau dies.

        • „So etwas passiert einem in einem (Büro-)Job nicht. Da lässt sich alles viel besser planen und durchorganisieren.“

          es ist ja immer die Frage, wie man seinen Job erlebt. Wenn man ihn mag, man es als „positiven Stress“ wahrnimmt, als tägliche Herausforderung, bei der man etwas positives schafft ist es sicherlich etwas anderes als wenn man das Gefühl hat in einer Tretmühle zu sein, bei der der Leistungsdruck zu groß wird und man täglich strampelt, strampelt, strampelt und der Chef einen gar nicht zu würdigen weiß.

          Und wo du die Planbarkeit ansprichst:
          Solche Sachen wie oben dargestellt passieren natürlich. Dazu noch wenig schlaf oder Phasen, in denen das Baby einfach nicht aufhört zu schreien und man durchdreht.
          Aber andererseits sind die festen Termine ja recht selten. Die U-Untersuchungen sind alle paar Monate, dazwischen hat man ja nichts, was wirklich wahrgenommen werden muss. Natürlich evtl noch mal andere Arzttermine oder die Hebamme kommt vorbei etc. Die Einkäufe kann man recht frei gestalten und den Rest auch.

          Man muss gar nichts planen.

          • Es ist sicher eine Mentalitätsfrage (und in gewissem Ausmaß auch Gewöhnung), mit welchen Art Stress man besser klarkommt.
            Mein Beispiel sollte auch nicht als Jammerei missverstanden werden, sondern lediglich exemplarisch aufzeigen, mit welchen Anforderungen Mütter konfrontiert werden können.

            Man muss gar nichts planen.

            Das sehe ich persönlich nicht als Vorteil. Planbarkeit ist mir wichtig, weil es Struktur und Orientierung gibt. Mir fehlt die Flexibilität, um die Dinge einfach so auf mich zukommen zu lassen.

        • „So etwas passiert einem in einem (Büro-)Job nicht. Da lässt sich alles viel besser planen und durchorganisieren.“

          Finde ich nicht so. Wir leben in einer neuartigen „Könnte-Welt“. Der Gesprächspartner fürs Conferencing könnte nicht eintreffen, die Sicherung der Maschine könnte herausspringen, das Fax könnte verstopfen, das Kind könnte kurz vor Aufbruch einkackern, die Intensivstationen könnten volllaufen, der Sommer könnte zu heiß und trocken werden.

          Ich bin schon ganz irre von all den Mutmaßungen. Dabei ist uns Menschen doch die Gabe verliehen umzuplanen, zu priorisieren – und sogar Fünfe gerade sein zu lassen. Wir tun es aber nicht mehr. Wir wollen Sicherheit und Vorhersehbarkeit, wo wir sie niemals bekommen können. Unser Fehler.

          • @beweis:
            „Wir wollen Sicherheit und Vorhersehbarkeit, wo wir sie niemals bekommen können. Unser Fehler.“

            Eine gute Beobachtung, würde ich auch so sehen. Ein Nebeneffekt der Illusion „alles ist vorheseh- und planbar“ ist, dass viele Dinge gnadenlos auf Kante geplant und „optimiert“ sind. Das fliegt uns jetzt um die Ohren. Es fehlen die Puffer die sich aus Unsicherheit, Unplanbarkeit, Unwägbarkeit ergeben müssten. Wäre der Mensch von einem modernen Manager geplant hätten wir nur eine Niere, weil wer braucht schon Redundanz? Ist doch nur ein Kostenfaktor. Dass es auch anders geht zeigt die Flugbranch: So sicher reist man sonst mit keinem Verkehrsmittel. Wenn ein Flugzeugunglück passiert weil ein System ausfällt wird nicht gefragt wieviel das kostet, das entsprechende System wird in Zukunft redundant angelegt. Ironie des Schicksals dass gerade die Flugbranch besonders hart von der Pandemie getroffen ist.

            „Ich bin schon ganz irre von all den Mutmaßungen. „

            Durchaus verständlich. Leider geht mit diesem irre-sein auch einher dass viele Menschen ihren intrinsisch eingebauten Heuristiken misstrauen. Was ich sagen will, wir alle haben ein Gefühl wie wir bestimmte Dinge einordnen und damit umgehen. Dieses Gefühl ist sicher nicht immer richtig, das haben Heuristiken so an sich. Eine gute Heuristik muss nicht immer richtig sein, sie muss nur in den kritischen Fällen zuverlässig sein.

        • @Anne ich freu mich über Deine Anekdötchen und grinse wissend in mich rein.
          Kinderbetreuung bedeutet v.a. das man nichts aber auch gar nichts mal strukturiert und bedacht zu Ende machen kann.

          • @pingpong: „Wäre der Mensch von einem modernen Manager geplant hätten wir nur eine Niere, weil wer braucht schon Redundanz?“ Weil aber der Ausfall der Niere(n) ernsthafte, um nicht zu sagen schnell fatale Konsequenzen für den Gesamtorganimus hat, haben wir derer zwei. Was auch ein (kluger) moderner Manager einsehen würde. Wahrscheinlich würde der aber noch eine zusätzliche Niere anschaffen und dafür anderweitig Organe einsparen… 😉

          • @durin:

            „Weil aber der Ausfall der Niere(n) ernsthafte, um nicht zu sagen schnell fatale Konsequenzen für den Gesamtorganimus hat, haben wir derer zwei.“

            Gilt auch für andere Organe, und von denen haben wir in der Regel nicht zwei…

            Vor allem aber: Ernsthafte und fatale Konsequenzen bei Ausfall eines Teiles einer Kette gibt es in der Wirtschaft hundertfach. Erinnere dich nur an die Situation im Frühjahr als ganz Europa plötzlich draufgekommen ist dass es keine Masken hat und auch keine eigenen Produktionsmöglichkeiten. Solche Beispiele gibt es zuhauf. Dein „kluger moderner Manager“ der solche Dinge einsieht und bedenkt ist leider in der Realität meist ein Wunschtraum.

        • Ein bisschen TMI, aber ich muss trotzdem neugierig fragen: „Währenddessen quäkste es ein wenig herum, was dazu führte, dass bei mir der Milchflussreflex einsetzte.“ Wenn das Baby gluckst fängt die Mlch an zu fließen? Hat die Natur das wirklich so eingerichtet?

          • Geht übrigens auch bei Vätern, wenn sie im Kino sitzen und ein Baby gerät auf der Leinwand in Gefahr. Zwar kein Milcheinschuss, aber Adrenalin ohne Ende, erhöhter Puls, kalter Schweiß…

          • Bei mir kommt das manchmal vor, nicht immer.
            Ich hab mir sagen lassen, dass es sich im Laufe der Zeit noch gibt, wenn erst Angebot und Nachfrage besser aufeinander eingeregelt sind. Aktuell sind wir noch beim Einschwingvorgang.

          • Die Frauen sind da unterschiedlich.
            Ich hatte trotz Minimoppen immer extrem viel Milch und bin ständig ausgelaufen.
            Manchmal ist es mir auch bei der Arbeit passiert, wenn ich ein fremdes Baby im Arm hatte, flupp brizzel, oh nein! und da waren meine Kinder schön deutlich über 1 Jahr.
            Es gibt extra so Stilleinlagen aus Silikon dafür.

          • „Ich hatte trotz Minimoppen immer extrem viel Milch und bin ständig ausgelaufen.“

            Die Größe der Moppen ist ja auch hauptsächlich sexueller Selektion zu verdanken, für die Milch sind Brüste an sich nicht so wichtig, wie ja auch die ganzen anderen Säugetiere ohne Brüste zeigen

          • @Christian
            Weiß ich doch.
            Das Ammenmärchen hält sich nur beständig.
            Und man kriegt da so allerhand Sprüche zu hören, „Kommt da überhaupt was?“ etc

      • @ Ih

        „Ich pflege zu sagen, dass wer Kinderbetreuung für Arbeit hält, offensichtlich noch nie richtig gearbeitet hat.“

        So ein Spruch kommt oft von Leuten, die selber keine Kinder haben 😉

        • Das Kind, bei dem ich tatsächlich Betreuungserfahrung habe, leidet an ADHS und eine oppositionellen Verhaltensstörung. Viel schlimmer dürfte es nicht werden. Und ich sage Dir: verglichen mit meiner beruflichen Tätigkeit als Rechtsanwalt ist das Urlaub.

          Meine Bürokollegen hier mit Kindern sehen das übrigens ganz genau so. Die finden interessanter Weise, dass die Betreuung ihrer Kinder eigentlich ganz angenehm und schön ist. Die jeweiligen Mütter finden die viel stressiger als die Kinder. Auch das kann ich von mir bestätigen.

          • @lh

            „Das Kind, bei dem ich tatsächlich Betreuungserfahrung habe, leidet an ADHS und eine oppositionellen Verhaltensstörung. Viel schlimmer dürfte es nicht werden.“

            2 oder mehr von der Sorte?

            „Meine Bürokollegen hier mit Kindern sehen das übrigens ganz genau so. Die finden interessanter Weise, dass die Betreuung ihrer Kinder eigentlich ganz angenehm und schön ist. Die jeweiligen Mütter finden die viel stressiger als die Kinder. Auch das kann ich von mir bestätigen.“

            Machen die Bürokollegen und du die Betreuung tageweise (z.b. übers WE) oder wochen/monatsweise? Meiner Erfahrung nach ist es ein nicht zu unterschätzender Faktor ob man überspitzt gesagt die Kinder mal einen Nachmittag lang betreut, oder ob man vor der Aussicht steht die Kinder sagen wir 6 Monate lang jeden Tag vom Aufstehen bis zum ins Bett bringen versorgen muss.
            Ist ja bei einem Bürojob eigentlich ganz ähnlich, wenn man da mal ein, zwei Tage vorbeischaut sieht das alles nicht so wild aus. Viel Belastung gerade psychischer Art ergibt sich ja daraus dass man innerlich weiß es geht die nächsten x Monate so weiter – mitsamt aller langfristiger Planung und Verantwortung die das mit sich bringt. In deinem Beruf eben „was müssen wir für diesen speziellen juristischen Fall vorbereiten damit dann in 3 Monaten bei Gericht alles klappt“ oder umgekehrt „was muss ich langfristig für die Kinder vorausplanen“.

            Ich hatte eine Stelle mit Personalverantwortung in einer kleinen Firma und bin seit einigen Monaten Vollzeit Papa, kenne also beides. Ich kann teilweise verstehen wenn man sagt Kinderbetreuung ist nicht so stressig und man hat mehr Freizeit. Ja hat man in gewissen Bereichen tatsächlich. Es ist aber eben so dass Kinderbetreuung tatsächlich eine andere Art von Stress ist. Man kann das einfach nicht vergleichen.

            Solche Aussagen

            „Ich pflege zu sagen, dass wer Kinderbetreuung für Arbeit hält, offensichtlich noch nie richtig gearbeitet hat.“

            sind schon von Grund auf so angelegt dass es zu nichts führen kann. Äpfel und Birnen. Und wir reden hier ja die meiste Zeit über die Betreuunge von einem (1) Kind. Bei mehreren Kindern wächst der Aufwand zwar nicht linear, aber ich kann nur sagen ich habe hohen Respekt vor Menschen die mehrere Kinder versorgen. Das ist echt eine ganz schöne Hausnummer.

          • „Das Kind, bei dem ich tatsächlich Betreuungserfahrung habe, leidet an ADHS und eine oppositionellen Verhaltensstörung. Viel schlimmer dürfte es nicht werden.“ Schlimmer geht es (leider) immer. Und was ist unter „Betreuungserfahrung“ zu verstehen? Eigenes Kind?
            Der Anteil der Arbeit eines Rechtsanwaltes, der mit tatsächlicher körperlicher/manueller Anstrengung bis über die eigenen Leistungsgrenzen, direkter persönlicher Verantwortung für andere Leben und Gefährdung des eigenen zum Schutz dieser ist nochmal wie hoch? Bitte nicht falsch verstehen: die Tätigkeit als Anwalt ist in der heutigen Gesellschaft wichtig und sicher auch, je nach Spezialisierung und Fachgebiet, zeitintensiv. Wie andere aber bereits anmerkten: Arbeit ist nicht gleich Arbeit. Dementsprechend ist der Vergleich nicht immer gegeben.

        • „Ich pflege zu sagen, dass wer Kinderbetreuung für Arbeit hält, offensichtlich noch nie richtig gearbeitet hat.“

          Sehr spannendes Thema. Kann etwas, das einem im Grunde Freude bereitet, das man aus Liebe macht, Arbeit sein? Natürlich belastet Kinderbetreuung zeitweilig, aber ist es nicht gleichzeitig auch das, was das eigene Leben lebenswert macht und dadurch mehr als entlohnt?

          Das habe ich mich im ersten Lockdown immer gefragt, als irgendwelche Mütter Rechnungen für „Bereitschaftsdienst“ an den eigenen Kindern an den Staat gerichtet haben.

    • @El Mocho

      Kinder haben natürlich ihren eigenen Stress. Aber aus meiner Sicht einen anderen Stress als eine Arbeit. Es kann nervig sein, wenn ein Baby viel schreit oder einen vollkotzt oder sich gerade dann meldet, wenn man auf Toilette wollte, duschen wollte oder gerade dabei war, sich was zu essen zu machen.

      Aber ich würde schon sagen, dass es ein ganz anderer Stess ist. Man hat, weil es ja alles recht einfache Tätigkeiten sind, keinen wirklichen Leistungsstress, es verlangt niemand, dass man etwas besser macht, man hat weniger Überwachung, man hat keine Fristen.

      Mit einem Baby kann man aus meiner Sicht durchaus einiges an „Freizeit“ haben. Wenn ich das Baby betreut habe und es dabei viel geschlafen hat habe ich tatsächlich einiges an Netflix-Serien nachholen können, mit Kopfhörer und dem Baby auf dem Schoß.

      und natürlich gibt das Baby auch mehr zurück als viele Jobs, wo es um Leistung, Leistung, Leistung geht.

      Wenn man dann noch eine Freundin hat, die gleichzeitig schwanger ist, um so besser.

    • An den Antworten sieht man wirklich sehr deutlich, wie unterschiedlich die Geschlechter die Erziehung handhaben.
      Frauen: Ich muss alles wirklich bis ins kleinste kontrollieren und es muss perfekt passen.
      Männer: Na ja, solange er nicht die Bude zerlegt, ist doch alles OK.

      Ähnliches Erfahrungen auch mit der Hausarbeit. Wobei tendenziell würde ich schon einen Unterschied sehen, wenn ich mit dem Kind zu spät bei Hausarzt (oder wo auch immer erscheine), so what. Eventuell muss ich halt ein wenig länger warten. Wenn mein geschäftlicher Termin platzt, weil ich irgendwo getrödelt habe oder nicht gut genug war, ist das unter Umständen existenzbedrohend. Außer im OD.

    • Sehr wahr. Es ist unseriös, Erwerbsarbeit mit dem Aufziehen eigener Kinder zu vergleichen. Denn diese Kinder macht man letztlich nur für sich – um einen Kinderwunsch zu erfüllen. Oder sie kommen einfach so um die Ecke, dann hat man plötzlich einen neuen Lebenssinn, der stärker ist als irgendeine temporäre Bestätigung, die man z.B. als Social Media Manager findet und die bei der Insolvenz irgendeines unnützen Unternehmens sofort vepufft.
      Erwerbsarbeit hat oft die zentrale Aufgabe, das Aufziehen von Kindern zu ermöglichen und zu verbessern. Damit ist die Erwerbsarbeit dem Menschen, der Zukunft, also den Kindern nachgeordnet.

  5. Interessant ist ja der Rechtfertigungszwang unter dem Frauen so stehen. Das ist teilweise sehr stark taktisch geprägt und sicher auch der eingebauten Gefallsucht bei Frauen geschuldet.

    Dabei denken Frauen sehr stark in Rollenschemata. Da spielt sie eine Weile die Rolle Karrierefrau um dann in die Rolle Mutter zu wechseln. Jede Rolle hat ein Setting welches sich aus der vermuteten oder tatsächlichen Erwartungshaltung des direkten weiblichen sozialen Umfelds der Frau ergibt.

    Gejammer und Entschuldigungen sind Teil des Settings. Allerdings kommt im Business noch ein Punkt dazu:

    Natürlich ist es in gewisser Weise ein Betrug am Arbeitgeber wenn frau Karrierewunsch äussert und sich entsprechend fördern lässt, aber in Wirklichkeit gar nicht die Absicht hat diesen Invest des Unternehmens in ihre Entwicklung zu retournieren Andererseits kann sie ihre Absichten auch nicht offenlegen, da sie logischerweise danach nicht gefördert würde sondern höchstens als Alibideko dienen würde.

    Hier kommt die Lüge zum Einsatz, die umso glaubhafter wirkt, je mehr frau selber an diese Lüge glaubt.

    • Interessant!

      Übrigens hat Robert Trivers Deinen letzten Punkt verallgemeinert: Er erklärt das Phänomen des Selbstbetruges damit, dass man andere Leute um so besser täuschen kann, je stärker man die eigenen Lügen oder die eigene Verstellung selbst glaubt: Der Selbstbetrug dient dem Betrug der Mitmenschen. Natürlich alles unbewusst, total unschuldig.

  6. „Die Frau lässt den Mann – nur aufgrund der Tatsache, dass er ein Mann ist und sie etwas ganz anderes, nämlich eine Frau – bedenkenlos für sich arbeiten, wann immer es eine Gelegenheit gibt.“
    (Esther Vilar)

  7. Ich kann das verstehen, gerade Frauen machen ja oft so unambitionierte Papierschubser-Jobs, die einfach tödlich langweilig sind, kommt dann noch Druck dazu… dann dreimal lieber ein Kind oder von mir aus auch Drillinge 🙂

    Ich hätte auch gerne noch ein Kind (aber meine Frau will nicht und unser Haus ist auch zu eng). Gestern habe ich die „Sandel-Sachen“ weggeräumt, man wird ganz sentimental, wenn man an die Zeit zurück denkt und realisiert, dass sie schon wieder vorbei ist (beide sind im Schulalter, ich hoffe ich erlebe meine Enkel irgendwann). Auch wenn es anstrengend und oft nervig war, denkt man anders daran zurück, als an einen trögen Job.

  8. Versteh ich nicht. Wenn sie genug finanzielle Reserven hat (ZB Vermögen oder arbeitenden Ehemann), kann sie doch einfach so aufhören zu arbeiten. Niemand muss sich dafür entschuldigen. Wenn dagegen das Geld ohne Arbeit nicht reicht, dann ist das mit Kind erst recht der Fall. Logisch ist das nicht.

  9. Mir scheint der Wahnsinn ja im Credo, im beSINNungslos verinnerlichten Dogma der „modernen, emanzipierten Frau“ zu liegen, dass sie nur als Arbeitende karrieregeile Managerin ein vollweriges Mitglied der Gesellschaft ist.
    Getreu Engels: “ `Es wird sich dann zeigen, dass die Befreiung der Frau zur ersten Vorbedingung hat die Wiedereinführung des ganzen weiblichen Geschlechts in die öffentliche Industrie. Und die wiederum erfordert die Beseitigung der … Einzelfamilie als wirtschaftlicher Einheit der Gesellschaft …“
    Damit ist die Wurzel der Entfremdung der Frau von Ihrem Wesenskern (als Gebärfähige) gelegt und mit S.de Bouvoir und Schwarzer multimedial verbreitet..
    Was kann eine Frau, was Mann nun mal nicht kann? Gebären.
    Schade, dass sie erst beim Scheitern an männlichen Tugenden wie Mut, Ausdauer, Karrierewillen und ja, auch Ellenbogen
    darauf kommen.

    • Zustimmung.

      Danke für das Engels-Zitat. Kannst du auch angeben, aus welcher Quelle das stammt? Dann kann ich es mir zur argumentativen Unterstützung des folgend verlinkten Artikels abspeichern für weitere Diskussionen bzgl. dieses Themas. ^^
      https://www.expresszeitung.com/macht-politik/um-den-kommunismus-zu-errichten-muss-die-familie-zerstoert-werden

      Die junge erwachsene Generation von heute hatte vor 9 Jahren laut dem österreichischen Jugendmonitor auch noch – in Anbetracht der permanenten feministischen, progressivistischen Propaganda – relativ(!) konservative Vorstellungen, die von den Studienmachern allerdings als „überraschend“ bezeichnet wurden, denn diese Leute fanden auch den relativ gering ausfallenden Kinderwunsch als „sehr stark ausgeprägten“ Kinderwunsch, und einer der Studienmacher äußerte sich dahingehend, dass die konservativen Rollenmuster/-bilder künftig noch „aufzubrechen“ seien.
      https://www.nachrichten.at/anzeigen/karriere/campus/Studie-Jugend-ist-nicht-nur-zu-brav-sondern-auch-traditionsbewusst;art121,631085
      https://www.diepresse.com/664445/jede-zweite-junge-frau-ware-gerne-hausfrau
      Und nochmal mit ein paar unwissenschaftlichen Kommentierungen der Studienautoren:
      https://www.diepresse.com/666101/hausfrau-der-neue-traumberuf

      Ob die Ergebnisdurchschnitte damals schon stark hiervon:
      https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20191130_OTS0002/neue-oeif-befragung-zu-einstellungen-von-muslimischen-jugendlichen-in-wien
      beeinflusst waren, weiß ich nicht. Dazu müsste man die Größe des Anteils von den dort genannten und ähnlichen Gruppen zum damaligen Zeitpunkt kennen.

      Zwei Jahre später veröffentlichte eine berüchtigte Jutta Allmendinger eine Studie zur Situation in Deutschland (17- bis 18-Jährige und 27- bis 28-Jährige):
      https://www.spiegel.de/karriere/studie-maenner-wuenschen-sich-keine-hausfrau-mehr-a-921465.html
      Hier fielen die Ergebnisse teilweise völlig anders aus, z.B. einerseits viel höherer Kinderwunsch, andererseits extrem hoher Karrierewunsch der Frauen plus dass „Familie“ (Achtung, nicht gleichzusetzen mit „Kinderkriegen“) nur 5 % der jungen Frauen wichtiger sei als Karriere, dem Rest also nicht (man bedenke die daraus resultierenden Konsequenzen für das Geschlechterverhältnis und die Trennungs-/Scheidungsrate sowie die weiteren Konsequenzen daraus, v.a. auch für die Kinder). Vielleicht war das Studien-Design einfach „anders“ geartet … Ich habe mir die Studien nicht angeguckt.
      Interessant fand ich u.a. auch folgende Aussage:
      „Im Jahr 2007 hatte immerhin jeder zweite befragte Mann gesagt, er wünsche sich eine Partnerin, die sich um den eigenen Unterhalt kümmert. Bei der aktuellen Umfrage wünschten sich dies 76 Prozent der Männer. Ein eindrucksvoller Wertewandel, meint Studienleiterin Jutta Allmendinger.“
      Innerhalb von max. 6 Jahren ein Anstieg um ca. 50 %.

      Einen besonders interessanten „Propagandaschinken“ (viele feministisch-tendenziöse Akzentuierungen, Generalisierungen, Wertungen, Deutungen, Narrativierungen) aus 2007 mit gleichzeitig sehr interessanten Passagen/Untersuchungsergebnissen zu dem Thema habe ich noch beim deutschen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefunden:
      https: //www. bmfsfj. de/blob/95318/f862872671bd6a52871511c264eeedfc/sinus-data. pdf
      (Leerzeichen entfernen, damit die URL korrekt ist.)
      Die „qualitative Untersuchung“ von Sinus Sociovision trägt den Titel: „20-Jährige Frauen und Männer heute. Lebensentwürfe, Rollenbilder, Einstellungen zur Gleichstellung“. Die Untersuchung sei noch erwähnt, nur falls das Thema hier noch jemanden interessiert …

  10. nochmal zum Thema

    In bald 30 Jahren in einem großen Konzern habe ich etliche Personalabbaurunden, Fusionen u.ä. erlebt (und bisher auch überlebt). Jedes Mal, wenn es richtig bedrohlich wurde, wurden rasch auffällig viele junge Kolleginnen schwanger und verkrümelten sich in die Elternzeit. Die tauchten dann wieder auf, wenn der Sturm vorbei war.

  11. Sie bekommen sogar ein paar Monate Bedenkzeit, ob sie wieder in denselben Job wollen.
    Was passiert eigentlich wenn eine Frau während dem Mutteschutz kündigt?

  12. @pingpong:
    „Gilt auch für andere Organe, und von denen haben wir in der Regel nicht zwei…“ das wird dann aber anderweitig kompensiert (z. B. Regenerationsfähigkeit von Lebergewebe).

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